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In jeder Epoche muß erneut versucht werden, die Überlieferung von neuem dem Konformismus abzugewinnen, der im Begriff steht, sie zu überwältigen. (Walter Benjamin 1981, 82)
Die Religion hat ein Gesicht: le curé. Die Wissenschaft hat ein Gesicht: l' instituteur. Diese beiden Figuren kennzeichnen die gesellschaftliche Situation in Frankreich zur Zeit der Dritten Republik. Überall finden Kleinkriege statt zwischen dem Curé: dem Pfarrer und seinem Erzwidersacher, dem Instituteur: dem Lehrer, als Vermittler des aufklärerisch - patriotischen Geistes und der Wissenschaft (vgl. Liehr 1989, 51). In diese Zeit hinein fällt die Pädagogik Freinets. Ihr Entstehungsort ist die öffentliche laizistische Schule, die Ecole laïque2.
1. Der Begrif Laizität und die Ecole laïque
Die Begriffe Laizität und Laizismus werden in Frankreich während der Auseinandersetzung um die geistige Gestalt der Dritten Republik geprägt. Ihre Wurzeln reichen zurück bis zur Französischen Revolution und zur Aufklärung und gründen im Bewußtsein vom Eigenwert und von der Autonomie der Welt in all ihren Bereichen (Säkularisierung/Säkularismus), im Außer - Kraft - Setzen des traditionellen christlich - religiösen Paradigmas.
Laizität betrifft das Verhältnis von Kirche und Staat und beinhaltet - lange Zeit geprägt durch eine positivistische Staats- und Religionstheorie - die grundsätzliche Neutralität des Staates allen Religionsgemeinschaften gegenüber (vgl. Campenhausen 1962, 155 ff). Der republikanische Grundsatz der Laizität des französischen Staates wird - in betontem Gegensatz zur Vichy - Gesetzgebung und zum pétainschen Klerikalismus - zum erstenmal in der Verfassung der IV. Republik (27.10. 1946) verfassungsmäßig festgelegt und von der Verfassung der V. Republik (28.10. 1958) bestätigt (vgl. Campenhausen 1962, 114 f).
Die Laizisierung des französischen Primarschulwesens erfolgt bereits durch die Primarschulgesetzgebung der Dritten Republik (vgl. Chevallier/Grosperrin 1971, 274 ff, 287 ff). Dabei wird die Primarschule in dreierlei Hinsicht laizisiert (1882 - 1886): jeder religiöse Gehalt wird aus den Lehrplänen und aus den Unterrichtsinhalten entfernt (Laizität der Lehrpläne und des Unterrichts); Religionsunterricht innerhalb der staatlichen Schule ist untersagt (Laizität der Schule); Priester und Ordens- angehörige sind als Lehrkräfte an staatlichen Schulen ausgeschlossen (Laizität des Lehrpersonals). Um die Möglichkeit religiöser Bildung der SchülerInnen zu garantieren, fügt Artikel 2 des Gesetzes von 1882 hinzu, daß die staatlichen Primarschulen an einem Werktag in der Woche den Unterricht aussetzen, damit die Kinder an diesem Tag außerhalb der Schule Religionsunterricht erhalten können. Zudem bleibt Religionsunterricht innerhalb der konfessionellen Primarschulen weiterhin möglich.
An die Stelle des Religionsunterrichts setzt die Schulgesetzgebung der Dritten Republik einen allgemeinen Moralunterricht nach staatlicher Maßgabe, der bis 1923 noch am Gottesglauben festhält. Das Konfessionelle wird in das allgemein Christliche aufgehoben, das als natürliche Religion bzw. Vernunftreligion interpretiert wird und die alle Menschen bestimmenden Wahrheiten wie Gott, Unsterblichkeit, Freiheit oder Glück artikuliert. Die Schulreformer stützen sich dabei auf Kant, der Gott als Moralprinzip radikal verinnerlicht und zur Folgeerscheinung menschlicher Autonomie erklärt. Die beiden weiteren Errungenschaften der Schulreform der Dritten Republik sind neben der Laizität die Schulgeldfreiheit (1881) und die Schulpflicht für alle Kinder vom sechsten bis dreizehnten Lebensjahr (1882).
Die öffentliche Primarschule, die école laïque, ist der Inbegriff für die Neutralität des Staates. Dieses zeigt sich in der Rechtssprechung. Von 1938 bis 1948 wird der "Conseil d' Etat" sechsmal um Entscheidung in Rechtsstreitigkeiten angerufen, bei denen es um die Auslegung der laïcité geht. Fünf der sechs Prozesse stehen in direktem Zusammenhang mit der Schule (vgl. Campenhausen 1962, 116 ff). Die Ecole laïque will allen Kindern denselben, von religiösem Einfluß befreiten, wissenschaftlichen Unterricht zuteil werden lassen, auf diese Weise die Einigung der Nation fördern, zu deren ideologischer Klammer werden und "eine Brüderlichkeit jenseits aller Dogmen verwirklichen helfen." (Ferry zit. nach Buisson 1912, 265. Übers. R. K.). Sie stabilisiert damit bei aller Fortschrittlichkeit den bestehenden Status quo.
2. Laizität als Emanzipationsbegriff
Für Freinet bildet die Primarschulgesetzgebung der Dritten Republik lediglich einen ersten, wenn auch entscheidenden Schritt innerhalb des Mitte des neunzehnten Jahrhunderts einsetzenden Laizisierungsprozesses (vgl. Freinet 4/1935, 74). Aufgrund einer verkürzten Laizitätsverständnisses sind Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit bürgerliche Werte geblieben und haben neue ...ismen wie Patriotismus oder Scientismus auf dem Weg über Erziehung und Bildung Einzug in die Schule gehalten und diese erneut dogmatisiert. Eine befreiende Erziehung und Bildung, die das Kind als eigenständiges Wesen ernst nimmt, erfordert für Freinet nicht nur seine Befreiung von einer autoritären Religion, sondern seine umfassende Befreiung von allen entfremdenden und unterdrückenden Bedingungen (vgl. z. B. Freinet 5/1923; 2/1932, 65).
Damit führt Freinet den Begriff Laizität aus seiner dogmatischen Engführung auf die Wahrung religiöser Neutralität bzw. die Schaffung nationaler Einheit und abstrakter Wissenschaftlichkeit heraus. Laizität wird zu einem Emanzipationsbegriff und von Freinet immer wieder neu inhaltlich bestimmt, indem er gesellschaftliche und schulische Entwicklungen daraufhin untersucht, inwieweit sie Freiheit und Selbstbestimmung des Menschen, selbstorganisiertes und kooperatives Arbeiten und Lernen zulassen und ermöglichen.
2.1 Analyse kindlicher Lebenswelt als Ausgangspunkt befreiender laizistischer Pädagogik
Die laizistische Pädagogik Freinets setzt an bei der Analyse der konkreten Lebenswirklichkeit der Kinder und thematisiert von hierher den Zusammenhang Schule - Erziehung - Gesellschaft (vgl. Freinet 4/1933, 190). Freinet stellt heraus, wie gesellschaftliche Verhältnisse die Bedingungen von Unterricht und Schule, Erziehung und Bildung, LehrerInnen und SchülerInnen beeinflussen und zeigt der jeweiligen Zeit entsprechende Handlungsmöglichkeiten auf.
Freinets Kritik an einer autoritären und unterdrückenden Religion; sozialer Ausgrenzung durch Arbeitslosigkeit; unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen; Rassismus; Unterordnung der Erziehung unter die Staatsraison, die Person des Führers, die Idee der Nation, zentrale Planung und Ideologien jeder Art; Verbündung von Industrie und Politik zur Stützung kapitalistischer Produktionsverhältnisse; Faschismus; Krieg und dessen Begleiterscheinungen in den zwanziger/dreißiger Jahren findet nach dem Zweiten Weltkrieg seine Fortsetzung im Einsatz für Frieden und nationale Unabhängigkeit der Völker; in der Verteidigung der weltanschaulichen Neutralität von Unterricht und Schule angesichts zunehmender Reklerikalisierung wie auch angesichts zunehmender Versuche, gesellschaftspolitische Zielsetzungen von außen her in die pädagogische Arbeit hineinzutragen; in der Kritik an einer entmenschlichenden Technik, unkritischem Glauben an den Fortschritt der Wissenschaft einerseits, neokonservativem Aufleben überwunden geglaubter Werte und Traditionen andererseits (vgl. Kock 1995, 55 ff; 1996/a, 15 f).
2.2 Wissenschaftsorientierung vom Kinde aus
Der Unterricht der laizistischen Primarschule ist gekennzeichnet durch seine Wissenschaftlichkeit. Während Ferry selbst noch in der Wissenschaft eine Möglichkeit sieht, die Urteilskraft zu bilden, sind seine Schüler ihm in dieser Hinsicht nicht treu geblieben. So trifft der pädagogische Positivismus folgende Optionen: für die Fakten und gegen das Bedürfnis nach Erklärung, für kontemplatives Beobachten und gegen das Einüben der Urteilskraft, für die Lehre von Ergebnissen und gegen das Hinführen zur Forschung. Mit der Zeit werden die religiösen Behauptungen einfach ersetzt durch pseudowissenschaftliche Behauptungen (vgl. Legrand, 1961, 196). Es entsteht eine neue dogmatische Pädagogik, die der Freiheit des kritischen Geistes und der Entwicklung der Urteilskraft kaum mehr Raum läßt als die alte dogmatische kirchlich - religiöse Pädagogik.
Freinet fordert einen im alltäglichen Leben des Kindes wurzelnden und von hier seinen Ausgang nehmenden wissenschaftlichen Unterricht (vgl. Freinet 14/15/1960, 8), der den Fragewillen des Kindes weckt und ihm eine selbstorganisierte Erschließung von Wirklichkeit ermöglicht. Es gibt für Freinet nur einen Weg zur Wissenschaft: das Kind durch eigenes Fragen am Entstehungs- und Werdeprozeß aller Dinge teilhaben lassen, wobei es sich zunächst tastend, dann wissenschaftlich - methodisch forschend selber der Werkzeuge und der Sprache bedienen muß (vgl. Freinet 1950/II, 113 ff). Eine Schlüsselfunktion bekommt hier die Schuldruckerei in Verbindung mit freiem Text und Arbeitsvorhaben: die alltäglichen Erfahrungen der Kinder werden Ausgangspunkt des Unterrichts, der Herrschaftscharakter gedruckter Sprache wird abgebaut und der entscheidende regulative Faktor allen Lehrens und Lernens: das Gefühl, als ein Reflex der Stellung und der Beziehungen des Menschen in seinem sozialen Umfeld, in die Schule zurückgeholt (vgl. Freinet 2/1952, 20). Freinet erkennt damit, daß es Bedürfnisse und Erfahrungen gibt, die über den Horizont eines radikal säkularisierten entzauberten Denkens hinausgreifen.
Ein Unterricht, der sich ausschließlich an den Alltagserfahrungen der Kinder orientierte, bliebe auch an diese gebunden. Er wäre weder in der Lage, über die eigene Wirklichkeit mit ihren begrenzten Möglichkeiten hinauszugehen, noch in der Lage, das für die Handlungsfähigkeit in der Gesellschaft notwendige Wissen zu vermitteln. So kritisiert Freinet auf der einen Seite zwar das enzyklopädische Wissens- ideal der Schule (vgl. Freinet 4/1936, 79), spricht sich auf der anderen Seite aber zugleich für die Schaffung einer kindgerechten Enzyklopädie in Form von Broschüren der Arbeitsbibliothek und Karteikarten aus (vgl. Freinet 6/1938, 122), die auch Informationen über die großen Religionen der Welt umfassen, sowie für einen Dictionnaire pour enfants, in dem alle behandelten Themen alphabetisch geordnet, stichwortartig erläutert und die entsprechenden Nummern von Arbeitsbibliothek und Karteikarten erfaßt sind (vgl. Freinet 1/1937, 7).
Laizität wird von Freinet dem Unterricht nicht als bloßes Prinzip von außen vorgegeben, sondern ist zugleich Weg und Ziel des Unterrichts selbst: durch eine Wissenschaftsorientierung vom Kinde aus, durch die Schaffung selbstbildender Arbeitstechniken und Arbeitsmaterialien, durch die Umstrukturierung der Schule in die Arbeitsschule, durch Gestaltung der Schulgemeinde, die zugleich den traditionellen Moralulnterricht ablöst, und durch die Entwicklung einer eigenen psycho - pädagogischen Theorie des Lehrens und Lernens (vgl. Kock 1999b).
3. Verteidigung der Laizität
Rascher Geburtenanstieg, fehlende qualifizierte LehrerInnen, steigende SchülerInnenzahlen in den Klassen, stark zerstörte Schulbauten, die Notwendigkeit, staatliche Schulklassen in Scheunen, ausrangierten Straßenbahnwagen oder Notbaracken unterbringen zu müssen und die Tatsache, daß der laizistischen Schule keine hinreichenden Gelder zur Verfügung gestellt werden, führen nach dem Zweiten Weltkrieg dazu, daß viele Eltern sich gezwungen sehen, ihre Kinder in private Schulen zu schicken, unter denen die katholischen Schulen weitaus an der Spitze stehen (vgl. Keller 1960).
Hierdurch ermutigt, betreiben die Anhänger der Konfessionsschulen im Parlament eine Initiative zugunsten der staatlichen finanziellen Unterstützung der Privatschulen. Trotz gewisser Opposition von seiten der Linken werden daraufhin im Jahr 1951 zwei Gesetze im Parlament durchgesetzt: das Gesetz André Marie vom 21. September 1951, das sich auf das höhere Schulwesen und das Hochschulwesen bezieht und eine Ausdehnung der staatlichen Stipendien auf die privaten, staatlich anerkannten Lehranstalten ermöglicht, und das Gesetz Barangé vom 28. November 1951, das sich auf die nichtstaatlichen Primarschulen Frankreichs bezieht (vgl. Bildung und Erziehung 13/1960). Die Unterstützung fließt im Rahmen eines Familienunterstützungsgesetzes an die Elternvereinigungen, ist jedoch zur Aufbesserung der LehrerInnengehälter an den Privatschulen gedacht.
In diesem Wiedererstarken der katholischen Schulen sieht Freinet eine fundamentale Bedrohung der Ecole laïque. Für Freinet ist es die Ecole laïque, die allen Kindern durch einen undogmatischen und wissenschaftlichen Unterricht die gleiche Bildung zukommen lassen und die Einheit Frankreichs schaffen und garantieren helfen soll. Freinet stellt sich bewußt hinter das Schulverständnis der Schulreformer der III. Republik, wenn er betont: "Frankreich wird morgen das sein, was die Schule heute aus ihren Kindern macht." (Freinet 21/22/1956, 157. Übers. R. K.). Die Unterstützung der katholischen Schulen bedeutet für Freinet eine Rückkehr zur Gesetzgebung der Vichy - Regierung, ist verfassungswidrig, ruft die überholt geglaubten religiösen Streitereien wieder wach und droht das französische Volk zu spalten.
Besonders in einem Moment, in welchem die konfessionellen Schulen mehr und mehr die Techniken Freinets übernehmen (vgl. Freinet 8/1949, 163), muß für Freinet die Verteidigung der Ecole laïque in erster Linie über diese Schule selbst erfolgen. Die LehrerInnen, die für eine qualifizierte laizistische Pädagogik arbeiten, stehen für Freinet an der Spitze des über fünfzigjährigen Kampfes für Laizität und Frieden (vgl. Freinet 15/16/17/1949, 350).
Innerhalb der Bewegung Freinets arbeiten Christen, Marxisten, Sozialisten, Anarchisten und Atheisten, Menschen unterschiedlichster Weltanschauungen und Überzeugungen, in einem Geist von Menschlichkeit und Brüderlichkeit zusammen (vgl. Freinet 8/1950, 3; 14/15/16/1951, 353) gegen Dogmatismus und Indoktrinierung, gegen Kolonialismus und Krieg und für den Frieden (vgl. Freinet 15/16/17/1952, 452 - 453). Freinets Laizitätsverständnis schließt unterschiedliche Weltanschauungen nicht grundsätzlich aus, läßt sie aber auch nicht einfach pluralistisch nebeneinander stehen. Sie werden daran gemessen, ob sie einen Beitrag leisten zur Errichtung einer Gesellschaft sozialer Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, zur Verwirklichung der Rechte des Kindes und einer Pädagogik vom Kinde aus, ob sie der kritischen Vernunft standhalten und die Gründer der laizistischen Schule und deren fundamentale Ziele respektieren (vgl. z. B. Freinet 13/1951, 334 - 336).
4. Laizität und Religion
Ein ausgeprägter Antiklerikalismus, die Verteidigung der Laizität und der Versuch ihrer zeitgemäßen Neuinterpretation bestimmen die Arbeit Freinets. Freinet wendet sich gegen die Religion, wo sie Fragen, Ängste und Hoffnungen der Menschen als Mittel zur Machtausübung und eigenen Machtstabilisierung mißbraucht und die Menschen in einen Herrschaftsapparat einbindet.
Der heute vielfach diskutierten Frage, ob nicht die Religion, sondern der Religionsverlust, ein Leben, das keine Religion und keine religiöse Erziehung mehr kennt, in immer größerem Maße sein zerstörerisches Potential entfaltet (vgl. z. B. Thiersch 1993), trägt Freinet bereits in den dreißiger Jahren durch das Bereitstellen religionskundlicher Arbeitsblätter und Karteikarten Rechnung. Wenn ein ganzer Bereich nationalen kulturellen Erbes sowie religiöse Deutungsangebote auf die Frage nach dem Sein im ganzen in der Gefahr stehen wegzufallen, verliert der Begriff Laizität im Sinne von Laizismus seinen Sinn (vgl. auch Julia 1989, 96). Als gesamtgesellschaftliches und unterrichtlich - schulisches Paradigma staatlicher Schulen ist die Religion für die Länder der Aufklärung außer Kraft gesetzt. Ziel der Pädagogik Freinets ist ein aufklärendes, emanzipierendes Lehren und Lernen, das keine welt- anschauliche Begründung zuläßt und ihrer nicht bedarf (vgl. Kock 1999a, 11 - 23).
Anmerkungen
- Vgl. auch Kock, R.: Freinet als Laizist. Der Beitrag Freinets zur Reformpädagogik. Zum 100. Geburtstag C. Freinets am 15. Oktober 1996. In: Bildung und Erziehung 4/1996/b, 461 - 480
- Laïque wird in der Literatur unterschiedlich übersetzt: laisch, laikal, laizisiert, laizistisch. In diesem Beitrag wird der Begriff laïque überall dort, wo er eine implizite oder explizite Option beinhaltet mit laizistisch übersetzt. Als Substantiv wird laïque übersetzt mit Laizist. Vgl. auch Kock, R.: Die Reform der laizistischen Schule bei Célestin Freinet. Eine Methode befreiender Volksbildung, Frankfurt 1995, 9, Anm. 4
Werke Freinets
- Freinet, C. (Hrsg.): L' imprimerie à l' école. In den Jahrgängen 1927 - 1932
- Freinet, C. (Hrsg.): L' éducateur prolétarien. In den Jahrgängen 1932 - 1940
- Freinet, C. (Hrsg.): L' éducateur. In den Jahrgängen 1946 - 1966
- Freinet, C.: Essai de psychologie sensible appliquée à l' éducation, Gap: Editions Ophrys 1950. Neuaufgelegt in 2 Bänden: Essai de psychologie sensible I. Acquisition des techniques de vie constructive, Paris: Delachaux et Niestlé 41978; Essai de psychologie sensible II. Rééducation des techiques de vie ersatz, Neuchâtel: Delachaux et Niestlé 1971
- Freinet, C.: La morale laïque. In: Clarté, 5/1923. Übersetzt in: Kock, R. (Hrsg.): Célestin Freinet. Elise Freinet. Befreiende Volksbildung. Frühe Texte, Klinkhardt 1996/a
- Freinet, C.: Vers l' école du prolétariat. Contre un enseignement livresque. L' imprimerie à l' école. In: Clarté, 6/1925. Übersetzt in: Kock, R. (Hrsg.): Célestin Freinet. Elise Freinet. Befreiende Volksbildung. Frühe Texte, Klinkhardt 1996/a
- Freinet, C.: Vers l' école du prolétariat. Les manuels scolaires. In: Clarté, 4/1925. Übersetzt in: Kock, R. (Hrsg.): Célestin Freinet. Elise Freinet. Befreiende Volksbildung. Frühe Texte, Klinkhardt 1996/a
Literatur
- Benjamin, W.: Geschichtsphilosophische Thesen. In: Benjamin, W.: Zur Kritik der Gewalt und andere Aufsätze, Frankfurt a. M. 41981, 78 - 84
- Buisson, F.: L'organisation de l'enseignement laïc et les lois de 1881 - 1886. In: Buisson u.a.: La lutte scolaire en France, Paris: Librairie Felix Alcan 1912, 237 - 265
- Campenhausen, A. Freiherr von: Staat und Kirche in Frankreich, Göttingen 1962
- Chevallier, P., Grosperrin, B.: L' enseignement français de la Révolution à nos jours. Tome II: Documents, La Haye: Editions Mouton & Co 1971
- Das neue französische Privatschulgesetz. In: Bildung und Erziehung 13/1960, 164 - 170
- Julia, D., L'institution du citoyen - Die Erziehung des Staatsbürgers. Das öffentliche Unterrichtsprogramm und die Nationalerziehung in den Erziehungsprogrammen der Revolutionszeit (1789 - 1795). In: Herrmann, U., Oelkers, J. (Hrsg.): Französische Revolution und Pädagogik der Moderne. Zeitschrift für Pädagogik. Beiheft 24, Weinheim und Basel 1989, 63 - 103
- Keller, P.: Das französische Schulproblem oder die Koexistenz zwischen Kirche und Laizismus. In: Schweizerische Lehrerzeitung 105/1960, 247 - 253
- Kock, R.: Der Begriff des tâtonnement expérimental im Werk Célestin Freinets. Zur Veröffentlichung vorbereitetes Manuskript, Osnabrück 1999b
- Kock, R.: Die Reform der laizistischen Schule bei Célestin Freinet. Eine Methode befreiender Volksbildung, Frankfurt a. M. 1995
- Kock, R.: Freinet als Laizist. Der Beitrag Freinets zur Reformpädagogik. Zum 100. Geburtstag C. Freinets am 15. Oktober 1996. In: Bildung und Erziehung 4/1996/b, 461 - 480
- Kock, R. (Hrsg.): Célestin Freinet. Methoden der Emanzipation und Techniken des Unterrichts. Pädagogische Schriften mit Beiträgen aus La Gerbe , Frankfurt a. M. 1999a
- Kock, R. (Hrsg.): Célestin Freinet. Elise Freinet. Befreiende Volksbildung. Frühe Texte, Klinkhardt 1996/a
- Legrand, L.: L' influence du positivisme dans l' oeuvre scolaire de Jules Ferry. Les origines de la laïcité, Paris: Librairie Marcel Rivière et Cie 1961
- Liehr, G.: Von der Französischen Revolution zur Fünften Republik. In: Liehr, G.: Anders reisen. Frankreich. Ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek 1989, 51 - 69
- Thiersch, H.: Das Konfessionsmonopol und Sinnfragen der säkularisierten Erziehung. In: Neue Sammlung 2/1993, 267 - 276