Juristische Hausarbeiten mit dem PC – professionelles Layout für Jedermann mit Dokumentvorlagen

Seit Jahren schon ist es Standard, daß juristische Gutachten wie Hausarbeiten oder Dissertationen nicht mehr wie früher mit der Schreibmaschine, sondern mit dem PC verfaßt werden. Das hat seine guten Gründe, denn wenn der PC effizient eingesetzt wird, bietet er mehr als nur ein intelligentes Schreibwerkzeug: er kann Arbeit abnehmen.

Zum einen liegen die Vorteile der Verfassung von Hausarbeiten mittels PC in dem Umstand, daß am Manuskript bis zum endgültigen Ausdruck noch Korrekturen vorgenommen werden können, beispielsweise lassen sich ganze Abschnitte kurzfristig umstellen. Auch sind Einfügungen wie Zitate nachträglich noch leicht vorzunehmen oder zu ergänzen. Ein anderer Vorteil liegt darin, daß sich jedes bessere Textverarbeitungsprogramm hinsichtlich Formatierungsfunktionen automatisieren läßt. So ist gewährleistet, daß sich der Autor einer Arbeit nicht mehr mit Layoutarbeit herumquälen muß als unbedingt nötig und trotzdem ein professionelles Erscheinungsbild gewährleistet ist.

Eine Automatisierung von Formatierungsfunktionen läßt sich erreichen durch Makros oder Dokumentvorlagen. Makros sind aufgezeichnete Abläufe verschiedener Programmfunktionen, die als Makro gespeichert auf andere Texte angewendet werden können. Mittels Makros lassen sich bestimmte Funktionen wie das Zuweisen einer Überschriftenebene oder die Formatierung bestimmter Textblöcke zu Literaturverzeichniseinträgen mit deren spezifischer Einrückung automatisieren. Komfortabler für die Gestaltung einer Hausarbeit hingegen ist die Arbeit mit – oder besser gesagt: in - einer Druckformatvorlage von Anfang der Bearbeitung an.

Dokumentvorlagen lassen sich für jedes heute aktuelle Textverarbeitungsprogramm erstellen. Die genaue Erstellung differiert ein wenig je nach Programm, Version desselben oder Rechnerplattform. Nachfolgend soll die Erstellung einer Druckformatvorlage für Word für Windows, Version 97, der Firma Microsoft erläutert werden. Bezugsplattform ist dabei ein IBM-kompatibler PC mit 32-Bit Windows 95/98/NT. Natürlich lassen sich auch Druckformatvorlagen für beispielsweise WordPerfect oder StarOffice erstellen, oder für eine ältere Version von WinWord oder eine für eine andere Plattform wie beispielsweise Apple Macintosh. Die Bedienung der einzelnen Funktionen erfolgt dann ähnlich, aber nicht gleich. Die nachfolgenden Hinweise können dennoch zur Orientierung dienen.

Diese Dokumentvorlage für WinWord ab Version 6.0 kann auch heruntergeladen werden vom juraweb.de-Server (unter der Rubrik Service -> Hausarbeit). Die unten folgende Anleitung kann dann für weitere eigene Korrekturen an der Vorlage genutzt werden.

 

Vorüberlegungen

Bevor man einem Computer sagt, was er wie tun soll, muß man sich darüber selber erst mal klar werden. Wie soll die Hausarbeit also aussehen? Wir gehen für die folgenden Ausführungen mal von einer "Kölner Hausarbeit" aus: Titelblatt mit Angabe von Adresse, Matrikelnummer, Fachsemester und Hausarbeitsangaben, Sachverhalt, Literaturverzeichnis, Kurzgliederung/Inhaltsverzeichnis und der Bearbeitung selber, einseitig beschrieben mit einem Drittel der Seite als linkem Korrekturrand. An manchen anderen Fakultäten gibt es andere Formvorschläge oder –vorschriften; vor Erstellung der Formatvorlage sollte man wissen, wie das ganze später aussehen soll und in welcher Reihenfolge die einzelnen Teile in welcher Seitenformatierung zu erscheinen haben. (Programmierer nennen eine solche Aufgabenbeschreibung übrigens "Pflichtenheft".)

 

Die Erstellung der Vorlage

Die Erstellung der Vorlage geht heutzutage schon sehr visuell über die Bühne, WYSIWYG ist das Stichwort ("What You See Is What You Get", man sieht bei der Erstellung der Vorlage also genau das Layout, welches man später auch erhält). Zunächst öffnet man eine neue leere Datei und stellt die Ansicht im Menü der Befehlszeichenzeile ein. Nun ist WYSIWYG gewährleistet. Dieser Modus ist – einen schnellen Rechner vorausgesetzt - später auch bei Erstellung der Ausarbeitung recht hilfreich.

Die allgemeinen Dokument-Einstellungen sollten nun unter à vorgenommen werden. Dazu zählen zum einen die , die mit den Einstellungen oben 2,5 / unten 2 / links + rechts je 2,5 cm mit den Standardwerten für die meisten Seiten ganz gut besetzt sind. Wichtig ist, daß im der auf "neue Seite" steht, da verschiedene Seitenformatierungen im Dokument eingesetzt werden sollen.

 

 

An die Arbeit: das Titelblatt

... ist schnell gemacht. Hierzu wird ein "leeres" Titelblatt erstellt, auf dem die einzelnen Angaben mit Platzhaltern belegt werden. An den einzelnen Textblöcken ist dann die Ausrichtung nach örtlichen Gepflogenheiten vorzunehmen, beispielsweise sehen die Arbeitsangaben wie "Hausarbeit im ...", Professor/Lehrstuhl und Semester zentriert immer recht apart aus, die persönlichen Angaben hingegen kommen in einer kleineren Schrift oben linksbündig bescheidener. Aber das kann ja jeder selbst entscheiden...

Wichtig ist, daß die werdende Dokumentvorlage bereits jetzt als eine solche gespeichert werden sollte, um ihr eigene feste Formatvorlagen zuordnen zu können. Dazu wählt man unter à und browst dort in das Verzeichnis, in welches die fertige Dokumentvorlage gespeichert werden soll. Möchte man es Windows-konform machen, so daß die Hausarbeit in Zukunft als Office-Dokumenttyp angeboten wird (sie kann dann beispielsweise über die Office-Leiste gestartet werden), speichert man Sie im Vorlagen-Verzeichnis von Windows (z.B. "c:\windows\vorlagen") am besten in einem eigenen Ordner (dieser muß natürlich zuerst dort angelegt werden). WICHTIG ist, daß die Datei nicht als Word-Dokument mit der Endung ".doc" gespeichert wird, sondern als WinWord-Dokumentvorlage mit der Endung ".dot". Dieses läßt sich in der Zeile auswählen. Nach der Angabe eines Dateinamens für die Vorlage wird diese nun gespeichert.

Zurück im Dokument, wird dort nun eine neue Seite erzeugt mittels à à "nächste Seite".

 

Der Sachverhalt

... sollte natürlich ebenfalls in der Dokumentenvorlage eingeplant werden. An dieser Stelle lassen sich gleich die Überschriften einrichten. Dazu wird zunächst in der ersten Zeile das Wort "Sachverhalt" eingegeben, gefolgt von einigen Leerzeilen und einem kurzen Beispiel- oder Füllsatz. Danach wird das Wort "Sachverhalt" markiert und à aufgerufen. In diesem Dialogfenster können Sie nun die unterschiedlichen Formatvorlagen Ihres Dokumentes editieren. Sie haben hier in der Regel 4 Überschriftenebenen (Überschrift 1 bis 4) vorgegeben. Diese lassen sich problemlos auf 9 erweitern, und das sollte bis zur Diss reichen ;-).

 

Exkurs: die Überschriftenformatierung

Den einzelnen Überschriftenebenen lassen sich an dieser Stelle unter der Option à à "Zeichen"/"Absatz"/usw. in gewohnter Weise automatische Formatierungen zuordnen. Das hat den Zweck, daß später durch einfache Überschriften-Format-Zuordnung einer Textmarke diese einerseits layouttechnisch angepaßt wird (z.B. fett und unterstrichen), andererseits die zugeordnete Überschrift für eine automatische Erstellung des Gliederungsverzeichnisses auffindbar ist. Es bietet sich an, die "Überschrift 1" etwas größer zu setzen als die Standardschrift des Dokumentes (wenn diese 12 Punkt beträgt also ca. 14 Punkt für die Überschrift 1), sie zusätzlich fett und unterstrichen zu formatieren. Die Überschrift 1 soll später einerseits zur Formatierung der Rubriken im "Vorspann" dienen (also zur Anzeige der Überschriften "Sachverhalt", "Literaturverzeichnis" und "Gliederung"), gleichzeitig aber auch in der eigenen Bearbeitung die erste Gliederungsgruppe an Überschriften bilden (z.B. für Handlungsabschnitte im Strafrecht oder Zulässigkeit/Begründetheit im ö-Recht). Deshalb scheint eine deutliche Hervorhebung angebracht. Die restlichen Gliederungsebenen lassen sich dann entsprechend abgestuft formatieren, z.B. Überschrift 2 als 14 Punkt fett, ab Überschrift 3 als 12 Punkt fett (zumindest fett sollten Überschriften stets gesetzt sein, damit man sie im Text später noch als solche identifizieren kann). Empfehlenswert ist es auch, unter "Absatz" den "Abstand vor" und "Abstand nach" fest zu definieren; somit erhält jede Überschrift im Text dann auch einen gebührenden Abstand zwischen dem Absatz des letzten Prüfungspunktes und der zu ihr gehörenden Prüfung.

Unter "Format" à "Numerierung" à "Gliederung" lassen sich theoretisch auch die typischen Gliederungsziffern wie I, II, III,..., A, B, C, ..., 1, 2, 3, ... usw. frei vorgeben und mit den Überschriften automatisch verbinden (es muß dann nicht bei jeder Überschrift während der Anfertigung des Textes "mitgezählt" werden). Allerdings erscheint es sinnvoll, hier nicht alle potentiellen Fehler Freund Computer zu überlassen, sondern die Ordnungsziffernzuordnung während der Eingabe selber vorzunehmen. Das gibt später bei der automatischen Erstellung des Gliederungsverzeichnisses eine gute Kontrollmöglichkeit, ob die syntaktischen Gliederung mit der Überschriftenzuordnung übereinstimmt.

Nach der Formatierung einer jeden Überschriftenebene kann der Dialog "Formatvorlage bearbeiten" unter Aktivierung der Option jeweils geschlossen werden.

Sind die Überschriften allesamt zugeordnet, kann der Dialog "Formatvorlage" mittels geschlossen werden, wobei die "Überschrift 1" markiert sein sollte.

Das Wort "Sachverhalt" sollte nun im Format der "Überschrift 1" gesetzt erscheinen (z.B. in 14 Punkt, fett und unterstrichen). Nun bitte eine neue Seite erzeugen mittels à à .

 

Das Literaturverzeichnis

Die Erstellung des Literaturverzeichnisses funktioniert analog zu der des Sachverhaltes: zunächst wird das Wort einmal geschrieben, dann folgen einige Leerzeilen. Nun wird unter à à die Formatierungsleiste zur Zuordnung von Formatvorlagen eingeblendet (sofern diese nicht bereits standardmäßig geöffnet war).

Der gerade geschriebenen Überschrift wird dann zunächst einmal die Formatierung der "Überschrift 1" zugeordnet: "Literaturverzeichnis" markieren und zuweisen.

Nun muß noch die Formatierung für die Literatur-Einträge angelegt werden. Dazu wird eine neue Formatvorlage angelegt: à à . Diese benennt man zweckmäßigerweise z.B. "Literatur". Dieser gibt man nun analog zu den anderen Formatierungen die gewünschten Werte unter ein. Als Richtwerte können beispielsweise folgende Einstellungen dienen: Zeichen: Standard + linksbündig, Absatz: Abstand vor 6 pt und Zeilen nicht trennen, Tabstops: bei 6 cm von links.

Mit diesen Einstellungen werden Einträge in das Literaturverzeichnis wie folgt vorgenommen: linksbündig tippt man den Autor, durch die [Tab]-Taste gelangt man auf den Tabstop bei 6 cm (+ 2 cm für Seitenrand, also insgesamt 8 cm vom linken Seitenanfang entfernt), wo die sonstigen bibliographischen Angaben gemacht werde.

Bitte erneut eine neue Seite erzeugen mittels à à .

 

Die Gliederung als Seite anlegen

Es fängt auch hier an wie gehabt: zunächst mal das Wort schreiben, dann ein paar Leerzeilen einfügen; nun das Wort markieren und zuweisen. Das war es hier fürs erste. Nun wird eine neue Seite und auf dieser ein neuer Abschnitt erzeugt mittels à à "nächste Seite".

 

Das automatische Einfügen einer Gliederung

Eine Gliederung kann natürlich erst dann automatisiert erstellt werden, wenn Textmarken als Überschriften definiert sind. Deshalb ließen sich zu diesem Zeitpunkt nur die bisherigen Überschriften 1 des Sachverhalts, des Literaturverzeichnisses und der Gliederung selber anzeigen; da diese zum bisherigen Zeitpunkt noch nicht einmal mit Seitenzahlen versehen sind, macht das erst nach der endgültigen Bearbeitung Sinn.

Wenn später ein Gliederungsverzeichnis erstellt werden soll, beginnt das mit der Auswahl à à . Hier gibt es nun sechs veschiedene Möglichkeiten des Layouts: fünf vordefinierte von "einfach" bis "elegant", sowie eine selbstdefinierbare "von Vorlage". Bei den fünf automatisch erstellbaren muß lediglich die anzuzeigende Gliederungstiefe ausgewählt werden (wieviele Gliederungsebenen sollen zur Erstellung des Inhaltsverzeichnisses verwandt werden?), die Seitenzahlen sollten angezeigt werden, und zwar rechtsbündig, ebenfalls sollten Füllzeichen benutzt werden, am übersichtlichsten erscheinen den meisten Menschen die Punkte "...". Bei diesen fünf Optionen werden fest vorformatierte Layouts eingefügt. Für Typo-Ästheten steht daher die sechste Option "von Vorlage" zur Verfügung, die sich unter vollkommen frei formatieren läßt. Die Formatierungen der Verzeichnis-Einträge funktionieren analog zu denen der Überschriften. Es bietet sich an, den linken Einzug von Ebene zu Ebene ein wenig zu vergrößern, da dieses die Übersichtlichkeit der gedruckten Gliederung erhöht. Am Ende muß wieder aktiviert sein.

 

Der Text der Ausarbeitung

Auf der nächsten Seiten folgt dann das eigentlich Wichtige: der Beginn der Ausarbeitung. Diese verlangt einen größeren linken Seitenrand für Korrekturanmerkungen. Dieser wird eingestellt mittels à à . Es empfiehlt sich für den linken Seitenrand ein Wert von mindestens 7 cm, rechts sollte er so klein sein, wie es der Ausgabedrucker zuläßt (i.d.R. bis zu 0,8 cm).

 

Seitenzahlen

Nun fehlen der Vorlage noch Seitenzahlen. Der "Vorspann" soll mit Römischen Zahlen versehen werden, die in der Kopfzeile rechtsbündig angezeigt werden sollen. Die Seiten der Bearbeitung hingegen sollen die Zahlen zwar an der gleichen Stelle zeigen, jedoch in arabischer Zählweise.

Zur Paginierung des Vorspanns sollte der Cursor am Beginn der 2. Seite stehen, also auf der Überschrift "Sachverhalt". Dort springt der Cursor über à in die Kopfzeile des Dokumentes, wo à die gewünschten Optionen auswählen lassen. Mit können nun Römische Ziffern eingestellt werden, die Numerierung soll nicht vom vorherigen Abschnitt fortgesetzt werden, sondern mit "1" beginnen.

Die Paginierung des eigenen Textes muß nun noch vorgenommen werde. Dort funktioniert die Formatierung analog (Cursor an den Beginn des betreffenden Abschnittes bringen, von dort in die à wechseln), allerdings muß hier das "Seitenzahlen-Format" auf Arabische Ziffern umgestellt werden, die Seitennumerierung muß mit "1" beginnen und darf nicht vom vorherigen Abschnitt übernommen werden.

 

Formatierung von Fußnoten

Die Formatierung der Fußnoten erfolgt ebenfalls mittels des Dialoges à leicht. Zu unterscheiden sind der "Fußnotentext" und die "Fußnotenzeichen". Ersterer sollte auf der Standard-Schift basieren, allerdings von kleinerer Punktgröße sein (ca. 10 pt.). Die Fußnotenzeichen sollten in der gleichen groß oder etwas kleiner sein als die Standardschrift und unter "Zeichen" "hochgestellt" werden.

Wenn alle diese Einstellungen vorgenommen sind, sollte die Vorlage fertig sein. Sie kann nun gespeichert werden, und zwar immer noch als Druckformatvorlage ".dot". Wird die .dot-Datei außerhalb WinWord aufgerufen, wird nicht mehr diese Datei geöffnet, sondern eine .doc-Datei mit den Dokumentvorgaben der Vorlage.

 

Tips & Tricks: die bedingte Trennung

Wenn man manuell Trennstriche eingibt, haben "normale" Trennungen mittels Trennstrich "-" den deutlichen Nachteil, daß sie bei einem durch eine spätere Veränderung notwendigen neuen Zeilenumbruch stören können oder sinnlos mitten im Wort stehen bleiben. Deshalb sollte grundsätzlich nur mit der sogenannten "bedingten Trennung" gearbeitet werden. Diese erfolgt, wenn man zusammen mit dem Trennstrich "-" die Taste "Strg" gedrückt hält. Bedingte Trennstriche verschwinden auch automatisch wieder, wenn sie obsolet geworden sind. Diese Funktion wird übrigens nicht nur von Word, sondern von quasi jedem Windows-Programm unterstützt.

Tips & Tricks: Inhalt quantitativ verlängern oder verkürzen

Häufig gibt es bestimmte Richtwerte für den Umfang einer Hausarbeit, manche Bearbeitung hat aber entweder deutlich weniger oder deutlich mehr Umfang. Also ist es sinnvoll, zumindest optisch die Substanz an die Vorgaben anzunähern. Einfache Techniken wie doppelter Zeilenabstand oder eine mehrere Punkte größere oder kleinere Schrift fallen schnell auf und wirken oftmals plump. Am besten wirkt immer die Kombination verschiedener Techniken, da dann die Normabweichungen jeweils in einem kaum wahrnehmbaren Toleranzbereich liegen können.

Generell ist zu beachten, was verändert werden soll: nur bestimmte Bereiche im Dokument (beispielsweise nur der Text der eigenen Bearbeitung, nicht aber Titelblatt bis Gliederung) oder das gesamte Dokument. Es muß zunächst der umzuformatierende Text markiert werden, wobei darauf zu achten ist, daß nur die Stellen formatiert werden, die auch verändert werden sollen. Das gesamt Dokument läßt sich durch die Tastenkombination ("Shortcut") "Strg" + "a" markieren. Es ist zu beachten, daß sich diese Änderungen NICHT auf automatisch vor dem Ausdruck aktualisierte Textteile erstreckt (beispielsweise, wenn vor dem Ausdruck noch einmal die Gliederung verändert wird, was ja auch automatisiert werden kann, um immer die aktuelle Version auszudrucken).

Handelt es sich um eine Änderung, die sich auf das gesamte Dokument und auch zukünftige Arbeiten (oder auf automatisch verwaltete/aktualisierbare Textteile wie die Gliederung) auswirken soll wie beispielsweise die Änderung der Schriftart, so macht man das am besten durch Änderung der Standardschriftart in der generellen Formatvorlage durch Aufruf von à . Dort wählt man dann die Formatvorlage "Standard" und geht auf . Unter der Option lassen sich nun unter "Zeichen" und "Absatz" die Schrift- bzw. Absatzformatierungen ändern. Nicht vergessen, die Option zu aktivieren. Bitte bedenken: Änderungen an der Standardschrift wirken sich auf das gesamte Dokument aus, also auch auf den Vorspann vom Titelbild bis zur Gliederung!

Es gibt verschiedene Einstellungen, mit denen sich die Textwiedergabe und -ausrichtung gut "tunen" läßt. Dies sind im einzelnen:

Trennhilfe: die einfachste Methode der Umfangsvergrößerung oder –verringerung ist die Hinzuziehung oder bewußte Unterdrückung der Trennhilfe. Diese läßt sich unter à à einschalten. Das kann je nach Schriftart, Seitenrändern und Wortwahl des Autors bis zu 1,5 Seiten Platzersparnis bringen.

 

Schriftart: jede Schrift hat ein spezifisches Erscheinungsbild und verbraucht unterschiedlich viel Fläche pro Buchstabe. Alleine durch die Veränderung der Standard-Schriftart läßt sich einiges am optischen Umfang ändern. Unterscheiden muß man hier zwischen proportionalen und nicht-proportionalen Schriften. Proportionalschriften geben die einzelnen Buchstaben gemäß ihres Platzbedarfes wieder, ein "i" nimmt hier also weniger Platz ein als ein "m". Nicht-proportionale Schriften (auch "monospaced" oder "dicktengleich" genannt) hingegen weisen jedem Buchstaben den gleichen Platz zu; die Buchstabenbreite aller Buchstaben bestimmt sich also automatisch nach dem Platzbedarf des "größten" Buchstaben. Folglich verbrauchen nicht-proportionale Schriften für den gleichen Text regelmäßig mehr Platz. Dieser Umstand kann bei einer 25-seitigen Hausarbeit schnell 2-5 Seiten ausmachen. Die bekanntesten Vertreter der nicht-proportionalen Schriften sind die Courier oder auch die Courier New, die wie ein "klassisches Schreibmaschinenschriftbild" aussehen. Namhafte Beispiele für Proportionalschriften sind Times New Roman, Helvetica, Arial und Avenir.

Auch im Schriftschnitt ergeben sich durch Unterschiede in der Schriftmetrik teilweise riesige Unterschiede in der Wiedergabe. Besonders feine Schriften wie einige Mitglieder der Garamond-Schriftfamilie (z.B. die Apple Garamond) sind so eng geschnitten, daß sie im Vergleich zu einer kräftigen Arial oder Courier ca. 2 Punkte größer eingestellt werden müssen, um die gleiche Größenanmutung zu erzielen. Es lohnt sich also, hier mal rumzuspielen und über die Unterschiede zu staunen.

Schriftgröße: auch die läßt sich noch verändern. Um einem plumpen Eindruck vorzubeugen, kann man hier auch in Werten von 0,5 Punkten arbeiten. Die Schriftgröße läßt sich unter à ändern. Soll die Einstellung für das gesamte Dokument verändert werden, gilt das oben zur Schriftart Gesagte.

Seitenränder des Abschnitts: Die Seitenränder lassen sich individuell anpassen. Üblich ist es, im Teil der Ausarbeitung linksseitig für Korrekturanmerkungen 7 cm Seitenrand zu lassen (entspricht 1/3 der DIN A 4-Seitenbreite). Man kann diesen Rand durchaus größer machen, beispielsweise direkt 1,5 cm zugeben für die Lochung (erhöht den Umfang). Der rechte Rand sollte bei 0,8-1,0 cm liegen (manche Drucker vertragen es, wenn man hier auf bis zu 0,5 cm heruntergeht, das verringert den Umfang; vergrößern sollte man ihn nicht, weil das schnell nach "Seitenschinden" aussieht.). Die oberen/unteren Ränder lassen sich analog verändern. Auch hier sollte man eher sparsam mit Platzzugaben umgehen. Eine weitere Möglichkeit ist die Veränderung des Abstandes von Kopf- und Fußzeile (hierin findet sich die Paginierung/Numerierung bzw. die Fußnoten) zum Seitenrand.

Die Einstelloptionen finden sich unter à .

Zeilenabstand: ein schwieriger Punkt, der viel Fingerspitzengefühl verlangt, wenn es nicht plump auffallen soll. Die Einstellung erfolgt unter à und muß als Punktwert (analog der Punktgröße bei der Schrift) mit den Optionen "mindestens" und "genau" eingegeben werden. Es empfiehlt sich, "mindestens" zu wählen, damit die regelmäßig größeren Überschriften nicht unter dieser Einstellung leiden und einfach "abgeschnitten" werden. Bitte daran denken, daß sich mittlerweile auch Dezimalstellen hinter den Punkten angeben lassen. Hierin liegt der eigentliche Reiz dieser Funktion zum angesprochenen Zweck, da kleine Abweichungen (unter 0,5 Punkt) auch mit exakten Schriftlinealen bei einem Laserausdruck kaum erkannt werden können. Diese Maßnahmen können bis zu einer Seite bringen.

Schriftart, -größe und Ausrichtung der Fußnoten: nicht zu verachten ist die Möglichkeit, die Fußnoten umzuformatieren. Diese lassen sich in der Regel schön klein setzen oder – ganz nach Belieben – bei Ketten entweder untereinander (kostet viel Platz, sieht dafür übersichtlicher aus) oder durch Semikola getrennt nebeneinander schreiben (sehr platzökonomisch).

 

Viel Spaß beim Schreiben von Hausarbeiten mit der selbstgemachten Hausarbeits-Formatvorlage und beim Ausprobieren der vielen Funktionen von WinWord ("Where do you want to go today?"). Sollte es unerwartete Probleme bei der Erstellung einer eigenen Datei geben, kann eine Mustervorlage, die dieser Anleitung gemäß aufgebaut wurde, im WWW a.a.O heruntergeladen werden.