Das Energierecht

Das Energierecht ist keine rechtssystematische Einheit. Vielmehr handelt es sich um eine komplexe und vielschichtige Materie, in der nicht nur rechtliche, sondern auch technische, wirtschaftliche und politische Aspekte berücksichtigt werden müssen.

Die zentralen rechtlichen Regelungen finden sich im Energiewirtschaftsgesetz und den auf seiner Grundlage erlassenen Verordnungen, welche jedoch nur für die leitungsgebundenen Energien Elektrizität und Gas Anwendung finden. Für die nicht leitungsgebundene Energiewirtschaft, insbesondere für die Bereiche Kohle und Öl, verbleibt es, abgesehen von nur Einzelbereiche betreffenden Rechtsvorschriften, bei den für die Wirtschaft allgemein gültigen Rechtsnormen wie dem Bürgerlichen Gesetzbuch, dem Handelsgesetzbuch sowie dem Gesellschafts- und Kartellrecht.
Zum Energierecht im weiteren Sinne gehören u.a. die energierechtlichen Bestimmungen zum Schutz der Umwelt - zu nennen sind hier insbesondere das Gesetz über den Handel mit Berechtigungen zur Emission von Treibhausgasen, das Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien und das Gesetz für die Erhaltung , Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung - sowie das Atomgesetz.

Weiterhin erfordern die immer engeren Verknüpfungen im Rahmen der Europäischen Union die Berücksichtigung des Europarechts und der Rechtssysteme der anderen europäischen Staaten.

Gründung und Konzeption des Instituts:

Das Institut für Energierecht dient der unabhängigen Forschung und Lehre auf dem Gebiet des Energierechts. Es wurde im Februar 1956 als erste wissenschaftliche Einrichtung dieser Art in Deutschland an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn gegründet. Gründungsdirektor des Instituts war Prof. Dr. Dr.-Ing. h.c. Paul Gieseke. Am 1. April 1959 trat Prof. Dr. Kurt Ballerstedt die Nachfolge an.
Im Einvernehmen mit der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bonn wurde das Institut im März 1964 an die Universität zu Köln verlegt, wo Prof. Dr. Bodo Börner die Leitung übernahm. In den Jahren 1988 bis 2003 führte Prof. Dr. Jürgen F. Baur das Institut. Von 2003 bis 2016 war Prof. Dr. Ulrich Ehricke, LL.M., M.A., Direktor des Instituts für Energierecht.
Getragen wird das Institut durch den "Verein zur Förderung des Instituts für Energierecht e.V.". Der Verein fördert das Institut in erster Linie durch die Bereitstellung finanzieller Mittel, aber auch durch Anregungen und Vorschläge für die wissenschaftliche Arbeit, ohne dabei Einfluss auf die Forschung und die Leitung des Instituts zu nehmen. Ergänzend erhält das Institut Unterstützung von der Universität zu Köln.

Als sogenanntes "An-Institut" ist das Institut wissenschaftlich an die Universität zu Köln angegliedert. So muss beispielsweise das wissenschaftliche Personal den für die Universität geltenden Anforderungen entsprechen.

Die Mitgliedschaft im Förderverein steht sowohl Personenvereinigungen des privaten Rechts offen, die auf dem Gebiet des Energierechts tätig sind als auch Einzelpersonen, die ein unmittelbares Interesse an der wissenschaftlichen Arbeit auf dem Gebiet des Energierechts haben.

Nähere Informationen werden gerne vom Institutssekretariat unter der
Rufnummer ++49/ (0)221/ 941 57 27 erteilt.