Kölner Gespräche zu Recht und Ethik in der Gesundheitsversorgung
Die von der Forschungsstelle für das Recht des Gesundheitswesens an der Universität zu Köln
unter der Leitung vom Prof. Dr. Wolfram Höfling, M.A. veranstalteten "Kölner
Gespräche zu Recht und Ethik in der Gesundheitsversorgung" bieten ein Diskussionsforum zur transdisziplinären
Erörterung aktueller sowie grundsätzlicher Fragen des Gesundheitswesens. Themen der bisherigen
Symposien waren "Das sogenannte Wachkoma" (2004), "Recht und Ethik der Palliativmedizin" (2005) sowie
"10 Jahre Transplantationsgesetz" (2007).
Das sogenannte Wachkoma (2004)
- Seit cirka einer Dekade rückt die Gruppe der sogenannten Wachkomapatienten in
Deutschland zunehmend in den Fokus forensischer, fachöffentlicher und medialer
Aufmerksamkeit. Dabei erweist sich der Rückblick auf die Diskursgeschichte des
Wachkomas in Deutschland jedenfalls auch als eine Geschichte des Deutungskampfes
um verfassungsrechtliche Großformeln: Menschenwürde, Lebensschutz, Selbstbestimmung.
Angesichts der hiermit einhergehenden Fragestellungen widmete sich das erste
Kölner Gespräch zu Recht und Ethik in der Gesundheitsversorgung der Betrachtung des
Apallischen Syndroms aus rechtswissenschaftlicher, medizinischer sowie philosophischer
Perspektive.
Recht und Ethik der Palliativmedizin (2005)
- Nachdem in den zurückliegenden Dekaden die Fortschritte in der Medizin ihren
Schwerpunkt im korrektiven Bereich hatten, rücken in den letzten Jahren
zunehmend Patientengruppen in den Mittelpunkt, deren berechtigte Erwartungen
auf einen anderen Umgang mit ihnen gerichtet sind. Der Ruf nach einem Ausbau
der Palliativmedizin in Deutschland wird immer lauter. In diesem Kontext
boten die zweiten Gespräche zu Recht und Ethik in der Gesundheitsversorgung
ein Forum zum interdisziplinären Diskussion von Recht und Ethik in
der Palliativmedizin. Verlauf und Diskussion der Veranstaltung haben dazu
geführt, dass die Deutsche Hospizstiftung einen maßgeblich durch
Prof. Dr. Stephan Rixen erarbeiteten Gesetzesentwurf zur Verbesserung der
palliativen und hospizlichen Leistungen vorgelegt hat.
10 Jahre Transplantationsgesetz (2007)
- Am 1. Dezember 2007 jährte sich zum 10. Mal der Tag, an dem das "Gesetz über die
Spende, Entnahme und Übertragung von Organen", kur: das TPG in Kraft getreten ist.
Unter dem Titel "10 Jahre Transplantationsgesetz - Entwicklungen, Steuerungsschwächen,
Reformoptionen" wurden im Rahmen der dritten Kölner Gespräche zu Recht und
Ethik in der Gesundheitsversorgung medizinische, ethische und vorrangig rechtliche
Probleme des geltenden Transplantationsrechts, so insbesondere die nach wie vor bestehenden
Fragen hinsichtlich Transparenz, Konsistenz und Legitimität der gesetzlichen Regelungen
und der an der Organallokation beteiligten Akteure, mit Referenten aus Medizin,
Wirtschaftswissenschaften, Philosophie und Rechtswissenschaften intensiv diskutiert.
» Tagungsbericht: Engels/Reuter, GesR 3/2008, 165 ff.