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 German Journal of Air and Space Law 
 Revue Allemande de Droit Aérien et Spatial 

 Institut für Luft- und Weltraumrecht: Rechtsanwältin Dr. Benkö feiert 20jähriges Dienstjubiläum

Luftverkehrs- und Weltraumrechtlerin Frau Rechtsanwältin Dr. Marietta Benkö feiert ein besonderes Dienstjubiläum: Sie ist seit 20 Jahren verantwortliche Redaktionsleiterin der "Zeitschrift für Luft-und Weltraumrecht" (ZLW). Diese wird am Institut für Luft- und Weltraumrecht der Universität Köln von Professor Dr. Karl-Heinz Böckstiegel herausgegeben. Es handelt sich bei der ZLW um die einzige Fachzeitschrift auf ihrem Gebiet im deutschsprachigen Raum. Seit fast fünf Jahrzehnten vermittelt die Zeitschrift einen regelmäßigen, detaillierten Überblick über das gesamte Sonderrecht der Luft- und Raumfahrt. Neben der Veröffentlichung wissenschaftlicher Abhandlungen informiert sie ausführlich über die einschlägige Rechtsprechung, die Gesetzgebung und das Schrifttum des In- und Auslandes. Letzteres rechtfertigt sich aus der grenzüberschreitenden Natur des Fachgebietes. Die ZLW stellt somit seit den Anfängen der Luft- und Raumfahrt ein umfassendes Archiv sämtlicher auf diesem Gebiet relevanten Materialien dar und schafft damit die Grundlage für jegliche Art wissenschaftlicher und vor allem praxisbezogener Arbeit.

Redaktionsleiterin Dr. Benkö gewährleistet in Zusammenarbeit mit dem Herausgeber der ZLW, Prof. Böckstiegel, nicht nur die fachliche Qualität, Objektivität und Ausgewogenheit der Darstellung und der Diskussion der betreffenden Rechtsgebiete. Frau Benkö bewältigt auch die praktischen Schwierigkeiten, die der unabhängigen Wissenschaft und Forschung allerorten entgegentreten: Geldmangel und die vollständige Umwälzung des Publikationsbereichs durch neuen Medien waren und sind Probleme, die die Redaktionsleitung über Jahre hinweg mit neuen Aufgaben konfrontiert. Mit Engagement, Improvisationsgabe und der Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr, das mit dem Institut kontinuierlich zusammenarbeitet und die Zeitschrift seit ihrer Gründung bezuschusst, dem Kölner Carl Heymanns Verlag sowie der Gallus Druckerei in Berlin konnten diese Probleme erfolgreich bewältigt und das regelmäßige Erscheinen der ZLW gewährleistet werden. Als Grenzgängerin zwischen Wissenschaft und Praxis, nämlich als praktizierende Rechtsanwältin einerseits und als erfahrene Wissenschaftlerin andererseits, ist Frau Benkö für ihre Aufgaben in besonderem Maße geeignet.

Auch auf dem Gebiet des Weltraumrechts, dessen Praxisrelevanz stetig zunimmt, arbeitet Frau Benkö nicht nur wissenschaftlich, sondern seit zwanzig Jahren auch in der Rechtsberatung: Sie berät die Deutsche Delegation im Weltraumausschuß der Vereinten Nationen (UN Committee for the Peaceful Uses of Outer Space). Sie ist daher auf internationalem Gebiet in die Ausarbeitung neuer Rechtsnormen involviert und hat bei der wissenschaftlichen Vorbereitung der Entwürfe sowie den Verhandlungen aller Rechtsinstrumente mitgewirkt, die in diesem Forum während der letzten zwei Jahrzehnte erarbeitet und verabschiedet worden sind. Es handelt sich hierbei um die Prinzipienkataloge zu folgenden Themen: Fernsehdirektübertragung via Satellit; Satellitenfernerkundung; Einsatz nuklearer Energiequellen (Reaktoren bzw. Radioisothopenbattereien) im Weltraum sowie Weltraumnutzung und Internationale Kooperation ("space benefits").

Für ihr Engagement im Hinblick auf den Einsatz nuklearer Energiequellen im Weltraum sowie für ihre wissenschaftliche und praktische Arbeit auf dem Gebiet des Luft- und Weltraumrechts erhielt Frau Benkö in 1996 im Auftrag des Bundespräsidenten das Verdientkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Zur Zeit arbeitet Frau Benkö u.a. an der Vorbereitung der III. Weltraumkonferenz der Vereinten Nationen über die friedliche Nutzung des Weltraums, die 1999 in Wien stattfinden wird und der künftigen Behandlung der Rechtsproblematik der Weltraumtrümmer, die ein Grundsatzproblem in der Weltraumfahrt und Weltraumnutzung geworden ist. Die russische Weltraumstation MIR bietet hier ein gutes Beispiel: sie ist eine Struktur von enormer Größe, die gegenwärtig die Erde umkreist. Sie hat ausgedient, und ihre Entsorgung scheint nicht glaubhaft sichergestellt. Es muß also damit gerechnet werden, daß in absehbarer Zukunft eventuell Tonnen von Weltraummüll unkontrolliert auf die Erde stürzen.

Vor diesem Hintergrund zeigt sich, wie wichtig die kompetente Arbeit auf Frau Benkös Rechtsgebiet gerade auch in der Zukunft sein wird. Jubiläen werden bedeutsam, wenn sie als Herausforderung dienen, nach vorn zu blicken und neue Entschlüsse für bereits bekannte Bereiche zu fassen. In dieser Hinsicht wünschen wir Frau Benkö weiterhin viel Erfolg sowie Energie und Schaffenskraft für ihre künftige Arbeit und die Bewältigung ihrer künftigen Aufgaben.

 
 


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