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Zusammenfassungen und English Summaries
der Aufsätze in Heft 4/1999


AUTOR/AUTHOR: Karin Gottschall

TITEL: Freie Mitarbeit im Journalismus: Zur Entwicklung von Erwerbsformen zwischen selbständiger und abhängiger Beschäftigung

ENGL.TITEL: Freelance Work in Journalism. Changing of Employment Patterns Between Self-employment and Wage-earning Work

QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 51, 1999, S. 635-654

KURZREFERAT: Der Strukturwandel der Erwerbsarbeit manifestiert sich u.a. in Grenzverschiebungen zwischen abhängiger und selbständiger Arbeit, die soziologisch nicht leicht zu bestimmen sind. Es wird die These vertreten, dass der vorherrschende arbeitssoziologische und arbeitsmarkttheoretische Interpretationshorizont, der das Aufkommen neuer Beschäftigungsformen im Kontext der Erosion des Normalarbeitsverhältnisses verortet, für eine Analyse dieser Grenzverschiebungen ergänzungsbedürftig ist, weil hier auch strukturelle Veränderungen von bestimmten Formen von Selbständigkeit eine Rolle spielen. Am Beispiel der Entwicklung von freier Mitarbeit im Journalismus wird gezeigt, dass semi-abhängige Beschäftigungsformen, die weder dem traditionell dominanten Typus abhängiger Arbeit noch dem klassischen Typus freiberuflicher Tätigkeit entsprechen, im bundesrepublikanischen Erwerbssystem schon länger institutionell verankert sind. Im Zuge von verschärften Wettbewerbsbedingungen wie auch angesichts eines erhöhten Angebots akademisch qualifizierter Arbeitskräfte erfährt dieser Beschäftigungstypus im Mediensektor in den neunziger Jahren jedoch eine marktliche Radikalisierung, die freie Mitarbeit als frei wählbare und existenzsichernde Erwerbsform für einen Teil der Erwerbstätigen in Frage stellt. Diese Ergebnisse werden auf ihre Übertragbarkeit auf weitere qualifizierte Dienstleistungsberufe überprüft und im Hinblick auf den Ertrag der Denkfigur des ‘Arbeitskraftunternehmers’ diskutiert.

STICHWORTE: Freie Mitarbeit, Journalismus, semi-abhängige Erwerbsformen, Strukturwandel, Dienstleistungssektor

ENGL. KURZREFERAT: Shifting boundaries between self-employment and paid work are part of the general transformation of work society and challenge sociological thinking. In the dominant German pattern of interpretation new forms of employment are usually seen as part of an eroding ‚standard work relationship' (Normalarbeitsverhältnis). This understanding needs to be broadened, as changes in the field of self-employment itself also need to be taken into account. The case of freelance journalism shows, that semi-dependent forms of employment that fit neither the standard, traditional notion of „employee“ nor that of the „free professions“ already evolved during the seventies and eighties. As in the 1990s global competition as well as the supply of academic workforce in the field of multimedia increased the older type of ‚semi-dependent', socially secure, and firm-bound form of freelancing was displaced by more contingent forms of freelance work. This process challenges the career perspectives of some groups of journalists. It is discussed whether the results of this study also hold for other fields of professional service work and whether the new sociological concept of „Arbeitskraftunternehmer“ (i.e. entrepreneur of one's own labor power) square with these structural changes.

KEYWORDS: freelance work,journalism, non-standard employment patterns, self-employment

KORRESPONDENZANSCHRIFT: Prof. Dr. Karin Gottschall, Universität Bremen, ZeS - Zentrum für Sozialpolitik, Abt. Geschlechterpolitik im Wohlfahrtsstaat, Parkallee 39, D-28209 Bremen, E-Mail: k.gottschall@zes.uni-bremen.de

AUTOR/AUTHOR: Nikolaus Beck und Josef Hartmann

TITEL: Die Wechselwirkung zwischen Erwerbstätigkeit der Ehefrau und Ehestabilität unter der Berücksichtigung des sozialen Wandels

ENGL.TITEL: Employment and the Stability of Marriage under Consideration of Social Change

QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 51, 1999, S. 655-680

KURZREFERAT: Zwischen dem Scheidungsrisiko und der Erwerbstätigkeit der Ehefrau kann eine wechselseitige Einflussnahme vermutet werden. Die Wahrnehmung von erhöhter ehelicher Instabilität führt dazu, dass die Berufstätigkeit von Ehefrauen zunimmt, was wiederum die Stabilität der Ehe mindert. In der vorliegenden Arbeit wurde dieser Zusammenhang mit den Daten der Mannheimer Scheidungsstudie näher untersucht. Dabei konnte die Vermutung einer verstärkten Erwerbsaufnahme durch die Ehefrau bei einer Verschlechterung der ehelichen Situation für westdeutsche Ehen bestätigt werden. Gleichzeitig konnte gezeigt werden, dass sich der positive Effekt weiblicher Vollzeiterwerbstätigkeit auf das Scheidungsrisiko verringert, wenn man die Wirkung einer antizipierten Scheidung kontrolliert. Schließlich konnte eine abnehmende Bedeutung weiblicher Erwerbstätigkeit für die Ehestabilität bei Angehörigen jüngerer Heiratskohorten festgestellt werden.

STICHWORTE: Ehescheidung; Frauenerwerbstätigkeit; sozialer Wandel; Scheidungsspirale

ENGL. KURZREFERAT: One can suppose a reciprocal relationship between the risk of divorce and female employment. The perception of an increased marital instability increases the probability of wives' labor participation that in turn reduces the stability of marriages. This relationship is examined in greater detail in the present article. The assumption of an increased transition into female employment after the deterioration of marriage can be supported for West German marriages. Moreover it can be shown that the positive effect of female fulltime employment on the risk of divorce decreases when the feedback effect of an anticipated divorce is controlled. Finally, a decreasing importance of female employment with respect to marriage stability can be detected for younger marriage cohorts. KEYWORDS: divorce; female; employment; social change; divorce spiral.

KORRESPONDENZANSCHRIFTEN: Nikolaus Beck, SFB 504 und Lehrstuhl für ABWL und Organisation, Universität Mannheim, L13, 15, D-68131 Mannheim, E-Mail: Beck@sfb504.uni-mannheim.de

Josef Hartmann, Infratest Burke Sozialforschung, Landsberger Straße 338, D-80687 München, E-Mail: josef.hartmann@hqde.infrabrk.com

AUTOR/AUTHOR: Uwe W. Gehring und Michael Wagner

TITEL: Wahlbeteiligung im hohen und sehr hohen Alter. Ergebnisse der Berliner Altersstudie

ENGL.TITEL: Voting Participation in Old and Very Old Age. Findings from the Berlin Aging Study

QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 51, 1999, S. 681-705

KURZREFERAT: In der politikwissenschaftlichen Literatur wird ein Anstieg der Wahlbeteiligung mit zunehmendem Alter konstatiert, wobei die Wahlbeteiligung alter und sehr alter Menschen jedoch gar nicht oder auf ungesicherter empirischer Grundlage zum Thema gemacht wird. Postuliert wird, dass die Wahlbeteiligung auf Grund gesundheitlicher Defizite abnimmt. Mit den Daten der Berliner Altersstudie wird untersucht, welche Faktoren für diesen Rückgang verantwortlich sind. Die Analyse zeigt, dass gesundheitliche Einbußen zur Verminderung der Wahlbeteiligung beitragen. Daneben erweisen sich die Bildung und der Heim­aufenthalt der Befragten als bedeutsam, was die Erklärungskraft sozioökonomischer Faktoren für die politische Beteiligung auch im hohen Alter unterstreicht.

STICHWORTE: Wahlbeteiligung, Alter, Berliner Altersstudie

ENGL. KURZREFERAT: Research on political participation shows a positive correlation between age and voting participation. Voting participation in old and very old age however has not yet been examined on a qualified empirical basis. It is widely assumed that a decline in voting participation of the elderly results as a consequence of poor health condition. Based on data of the Berlin Aging Study it is shown that health is indeed the strongest factor influencing the voting participation of the elderly. However, also the level of formal education and living in an old-age home are important explanatory variables, hence socioeconomic factors still have a significant impact on voting participation even in old and very old age.

KEYWORDS: political participation, old age, voting participation, Berlin Aging Study

KORRESPONDENZANSCHRIFT: Dipl.-Pol. Uwe W. Gehring, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Institut für Politikwissenschaft, Saarstr. 21, D-55099 Mainz, E-Mail: gehring@politik.uni-mainz.de

Prof. Dr. Michael Wagner, Universität zu Köln, Forschungsinstitut für Soziologie, Greinstr. 2, D-50939 Köln, E-Mail: mwagner@wiso.uni-koeln.de

AUTOR/AUTHOR:

Henriette Engelhardt

TITEL: Lineare Regression mit Selektion: Möglichkeiten und Grenzen der Heckman-Korrektur

ENGL.TITEL:  Linear Regression with Selection: Possibilities and Limitations of the Heckman Correction

QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 51, 1999, S. 706-723

KURZREFERAT: Fehlende Werte der abhängigen Variablen können in der linearen Regressionsanalyse zu verzerrten Schätzungen führen. In der statistisch-ökonometrischen Literatur werden verschiedene Korrekturverfahren zur Behebung der Verzerrungen vorgeschlagen. Da sich diese Verfahren nach der Art der fehlenden Werte richtet, wird im vorliegenden Artikel eine Systematik fehlender Werte vorgestellt. Zur Korrektur des so genannten ‘Stichprobenauswahlfehlers’ wird routinemäßig auf ein zweistufiges Schätzverfahren von Heckman zurückgegriffen. Weniger beachtet wird dabei, dass die Resultate sehr sensitiv gegenüber Verletzungen der zu Grunde liegenden Annahmen reagieren. Diese Probleme werden anhand der Schätzung einer Einkommensfunktion von über 70-jährigen Personen auf der Basis von Daten der Berliner Altersstudie (BASE) veranschaulicht.

STICHWORTE: Lineare Regressionsanalyse, Fehlende Werte, Stichprobenauswahlfehler, Heckmann-Korrektur, Berliner Altersstudie

ENGL. KURZREFERAT: Missing data on the dependent variable in linear regression analysis can produce biased estimations. The statistical and econometrical literature suggests different methods for correction of such biases. As these methods depend on the type of missing data an overview of the different types is presented first. A standard method for the correction of the so called sample selection bias is the two step estimation procedure suggested by Heckman. However, little attention is usually paid to the fact that the results are very sensitive regarding distributional assumptions. These problems are illustrated by the estimation of an income function from persons aged over 70 years using data of the Berlin Aging Study (BASE).

KEYWORDS: linear regression analysis, missing data, sample selection bias, Heckman correction, Berlin Aging Study

KORRESPONDENZANSCHRIFT: Henriette Engelhardt, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Lentzeallee 94, D-4195 Berlin; E-Mail: Engelhardt@mpib-berlin.mpg.de

AUTOR: Hiroshi Orihara

TITEL: Max Webers Beitrag zum „Grundriss der Sozialökonomik“. Das Vorkriegsmanuskript als ein integriertes Ganzes

ENGL.TITEL: Max Weber's Contribution to the „Outline of Social Economics“. The Pre-War Manuscript as an Integral Whole

QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 51, 1999, S. 724-734

KURZREFERAT: Die jüngsten Studien über die Entstehung von Max Webers Beitrag zum „Grundriß der Sozial­ökonomik" führten zu der Unterscheidung der beiden Arbeitsphasen 1910/11 und 1913/14. Wenn man aber die chronologische Bearbeitungsstufe mit der systematischen Reihenfolge der Texte vermischt, besteht die Gefahr, dass man die Integration der zu verschiedenen Zeit­punkten entstandenen Texte übersieht. Angesichts dieser problematischen Lage wird im vor­liegenden Aufsatz dargelegt, dass Weber die einschlägigen Texte der verschiedenen Phasen wechselseitig aufeinander verweisend, sie damit integrierend, niederschrieb. Vor allem ist der Kategorienaufsatz („Über einige Kategorien der verstehenden Soziologie)“, der 1913 im Logos veröffentlicht wurde, sowohl philologisch als auch systematisch mit dem ganzen Vorkriegsmanuskript verbunden. Daher sollte dieser Aufsatz mit den anderen relevanten Abschnitten: „Die Wirtschaft und die Ordnungen“ sowie „Wirt­schaft und Gesellschaft im Allgemeinen“ als Einleitung in die Sachkapitel an den Anfang des Vorkriegsmanuskripts gestellt werden.

STICHWORTE: Max Weber, Wirtschaft und Gesellschaft, Verstehende Soziologie

ENGL. KURZREFERAT: The latest studies on the genesis of Max Weber's contribution to the „Compendium of Social Economics“ (Grundriss der Sozialoekonomik) have discerned historically his two work-phases 1909/11 and 1913/14. But, if the work-stages should be confused with the systematical order of the texts, the integration of the chronologically different texts could be overlooked or neglected. Considering the problematic situation, this paper offers a documentary argument that Weber has combined and integrated the texts of the different phases by laying down the network of reciprocal cross-references between them. Above all, his treatise on Some Categories of Interpretative Sociology (Ueber einige Kategorien der verstehenden Soziologie), which was published in 1913 separately in the journal Logos, is bound to the whole manuscript before the World War I both philologically and systematically. Accordingly, this treatise should be placed at the head, together with the other relevant pieces: „Economy and Society in general“ as well as „The Economy and the Orders“, as the indispensable conceptual introduction to the substantial chapters of the manuscript.

KEYWORDS: Max Weber, economy and society, interpretative sociology

KORRESPONDENZANSCHRIFT: Prof. Hiroshi Orihara, Sugiyama Jogakuen University, The School of Human Sciences, 37-234 Takenoyama, Iwasaki-chô, Nisshin-shi, Aichi-ken, 470-0131 Japan

AUTOR: Wolfgang Schluchter

TITEL: „Kopf“ oder „Doppelkopf“ - das ist hier die Frage. Replik auf Hiroshi Orihara

ENGL.TITEL: One Head or Two Heads - that is the Question. Reply to Hiroshi Orihara

QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 51, 1999, S. 735-743

KURZREFERAT: Die neuen Forschungen über Max Webers Beitrag zum „Handbuch der politischen Oekonomie“, später: „Grundriss der Sozialökonomik“, haben ergeben, dass man scharf zwischen den Vorkriegsmanuskripten und dem Nachkriegsmanuskript, das auf diesen aufbaut, unterscheiden muss. Hiroshi Orihara akzeptiert diese Unterscheidung, stellt aber die Thesen auf, bei den Vorkriegsmanuskripten handele es sich um einen Text, der ein integriertes Ganzes darstelle (These 1). Diese umfasse auch den „Kopf“, der aus dem „Kategorienaufsatz“ („Über einige Kategorien der verstehenden Soziologie“) und zwei weiteren Manuskripten bestehe (These 2). Diese beiden Thesen werden in dem vorliegenden Beitrag angezweifelt. Die Beweise, die Orihara vorlegt, bleiben ambivalent. Weder lässt sich aus der Verweisstruktur auf den definitiven Aufbau der alten Manuskripte schließen noch ist die Terminologie des „Kategorienaufsatzes“ dafür ein geeigneter Indikator. Auch die vorgetragenen systematischen Argumente können nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei den Vorkriegsmanuskripten allenfalls um relativ integrierte Manuskripte handelt und dass der „Kopf“ von Weber noch im Jahr 1914 zu gestalten war.

STICHWORTE: Max Weber, Wirtschaft und Gesellschaft, Verstehende Soziologie

ENGL. KURZREFERAT: Recent research on Max Weber's contribution on the „Handbuch der politischen Ökonomie“, later: „Grundriss der Sozialökonomik“ has uncovered that one has to distinguish between those manuscripts written before World War I and the manuscript written after it based on these pre-war manuscripts. Hiroshi Orihara accepts this distinction but argues that the manuscript written before the war built already an integrated whole with a conceptual apparatus to be found in the essay on „Ueber einige Kategorien der verstehenden Soziologie“. Therefore, this essay should be put on top of the manuscript. Contrary to his contentions it is maintained that neither the references in and between the manuscripts nor the concepts used throughout them nor even the proposed systematic arguments cannot prove Orihara's case. Weber's pre-war manuscripts remained partly unrelated, and the introductory chapter containing the conceptual apparatus had still to be forged by him in summer 1914.

KEYWORDS: Max Weber, economy and society, interpretative sociology

KORRESPONDENZANSCHRIFT: Prof. Dr. Wolfgang Schluchter, Universität Erfurt, Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien, Am Hügel 1, D-99084 Erfurt

AUTOR: Josef Brüderl, Andreas Diekmann und Henriette Engelhardt

TITEL: Artefakte in der Scheidungsursachenforschung? Eine Erwiderung auf einen Artikel von Yasemin Niephaus

ENGL.TITEL: Premarital Cohabitation and Divorce: Problems with Misspecified Models

QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 51, 1999, S. 744-753

KURZREFERAT: Die weit verbreitete Probeehe-These besagt, dass eine voreheliche Lebensgemeinschaft die Scheidungsrate einer nachfolgenden Ehe senken sollte. In einem in dieser Zeitschrift erschienenen Artikel (Brüderl, Diekmann und Engelhardt 1997) haben wir gezeigt, dass dies tatsächlich zutrifft. Yasemin Niephaus (1999) fand demgegenüber, dass eine voreheliche Lebensgemeinschaft keinen Einfluss auf die Scheidungsrate hat. Wir zeigen im Folgenden, dass Niephaus‘ Ergebnis auf einer Fehlspezifikation beruht. Mit einem korrekt spezifizierten Modell können wir erneut die Probeehe-These bestätigen.

STICHWORTE: Nichteheliche Lebensgemeinschaft, Scheidung, Familienökonomik

ENGL. KURZREFERAT: Theoretical arguments from family economics imply that a premarital cohabitation should lower the divorce rate of a subsequent marriage. In an earlier paper, we provided empirical evidence in favor of this argument (Brüderl, Diekmann und Engelhardt 1997). Yasemin Niephaus (1999) argues that standard divorce models are misspecified and finds that a cohabitation has no effect on the divorce rate. In this paper we take up Niephaus' arguments and demonstrate that her models are still misspecified. With a correctly specified model we can finally show that a cohabitation lowers the divorce rate.

KEYWORDS: family economics, premarital cohabitation, divorce rate, causal modelling

KORRESPONDENZANSCHRIFT: Prof. Dr. Josef Brüderl, Fakultät für Sozialwissenschaften, Univer­sität Mannheim, A5, D-68131 Mannheim, E-Mail: jbruederl@sowi.uni-mannheim.de 

AUTOR: Yasemin Niephaus

TITEL: Über die Notwendigkeit der Einheit von Entstehungs- und Begründungszusammenhang wissenschaftlichen Arbeitens. Antwort auf Josef Brüderl, Andreas Diekmann und Henriette Engelhardt

ENGL.TITEL: The Necessity of the Unity of Theoretical Assumptions and the Methodological Implementation of Those. Answer to Josef Brüderl, Andreas Diekmann and Henriette Engelhardt

QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 51, 1999, S. 754-758

KURZREFERAT: Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine Antwort auf Josef Brüderl, Andreas Diekmann und Henriette Engelhardt, die auf mein Argument, dass bisherige Arbeiten zum Einfluss vorehelichen Zusammenlebens auf die Ehestabilität lediglich ein methodisches Artefakt analysieren und interpretieren, reagieren. Sie stimmen mir in manchen Punkten der methodischen Umsetzung meines theoretischen Arguments der funktionalen Äquivalenz von Ehen und nichtehelichen Lebensgemeinschaften zu, ohne zu erkennen, dass die Spezifikationsvorschläge in ihrer Gesamtheit aus einem theoretischen Argument resultieren. Daraus ergibt sich in ihren eigenen Modellen eine Vermischung verschiedener theoretischer Annahmen, deren methodische Umsetzung nicht immer korrekt ist.

STICHWORTE: Voreheliches Zusammenleben, Scheidungsrisiko, Methoden

ENGL. KURZREFERAT: The article is an answer to Josef Brüderl, Andreas Diekmann and Henriette Engelhardt who react to my argument and it is confirming empirical results that there is no influence of premarital cohabitation on the divorce risk as long as premarital and marital relationships are regarded as equivalent including the methodological impact of this theoretical argument. They confirm only some points of my methodological improvements without realizing that they are implementations of one theoretical argument. As a consequence they mix in their own models different theoretical arguments with the wrong methodological implementations.

KEYWORDS: premarital cohabitation, divorce risk, methodology

KORRESPONDENZANSCHRIFT: Yasemin Niephaus, Institut für Soziologie, Universität Heidelberg, Sandgasse 9, D-69117 Heidelberg; E-Mail: Yasemin.Niephaus@urz.uni-heidelberg.de

AUTOR: Dieter Hermann und Wolfgang Weninger

TITEL: Das Dunkelfeld in Dunkelfelduntersuchungen. Über die Messung selbstberichteter Delinquenz

ENGL.TITEL: The Darkness of Dark Figures - On the Measurement of Self-Reported Delinquency

QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 51, 1999, S. 759-766

KURZREFERAT: In dem Beitrag werden einerseits unter messtheoretischen Gesichtspunkten unterschiedliche Verfahren zur Erhebung von Kriminalität diskutiert und andererseits empirische Untersuchungen zur Reliabilität und Validität selbstberichteter Delinquenz problematisiert. Ausgangspunkt ist die Frage, ob durch den Vergleich der Ergebnisse von Dunkelfeldbefragungen präzise Aussagen über die Kriminalitätsentwicklung abgeleitet werden können. Das Ergebnis der Literaturanalyse und einer eigenen Studie ist, dass die Messung der selbstberichteten Delinquenz zwar reliabel, aber nicht valide ist, und Prävalenzraten, die aus Umfragen zur selbstberichteten Delinquenz bestimmt werden, in Abhängigkeit von der Deliktsart mehr oder weniger stark unterschätzt werden. Somit muss man selbst in Dunkelfelduntersuchungen von einem Dunkelfeld ausgehen. Die Schlussfolgerung ist, dass Schätzungen der Kriminalitätsentwicklungen, sofern sie aus Befragungen zur selbstberichteten Delinquenz abgeleitet werden, mit hohen Messfehlern behaftet sind.

STICHWORTE: Selbstberichtete Delinquenz, Kriminalitätsraten, Dunkelfeldbefragungen, Messfehler

ENGL. KURZREFERAT: The article discusses various methods of measurement of criminality and criticizes empirical investigations on realiability and validity of self-reported delinquency. Starting point is the question if precise statements on the change of crime rates can be derived from the results of dark figure investigations. The result of the analysis of literature and an own study is that the measurement of self-reported delinquency is reliable, but not valid. Prevalence rates determined by inquiries about self-reported delinquency are more or less underestimated depending on the type of delinquency. Thus, darkness must even be assumed in dark figure investigations. The conclusion is that estimations of the change of crime rates contain lots of measurement errors if they are derived from inquiries on self-reported delinquency.

KEYWORDS: self-reported delinquency, crime rates, dark figure investigations, measurement errors

KORRESPONDENZANSCHRIFT: Dr. Dieter Hermann, Institut für Kriminologie der Universität Heidelberg, Friedrich-Ebert-Anlage 6-10, D-69117 Heidelberg, E-Mail: hermann@krimi.uni-heidelberg.de.

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Datei aktualisiert am 21.01.2004 in der Redaktion der KZfSS