Botanische Wanderung nach
Südwestdeutschland
25.07. – 03.08.2005
Durchgeführte Wanderungen:
26.07.05
Niederrotweil - Bitzenberg - Ebnet – Bickensohl - Oberrotweil - Niederrotweil
27.07.05 Taubergießen
28.07.05 Feldberg, Feldberghaus - Feldsee – Feldseemoor, Hinterzartener Moor
29.07.05 Kalkhügel Strangenberg, Bollenberg bei Rouffach/Elsaß
30.07.05 Buchswald bei Grenzach-Wyhlen, Isteiner Klotz, Totengrien
31.07.05 Deggenreuschen-Rauschachen (Orchideenwald
bei Hüfingen/Baar), Wutach Schlucht
01.08.05 Oberberg - Badberg
02.08.05 Fahrt über Colmar, Munster, die Col de la Schlucht auf den Hohneck
03.08.05 Rückfahrt, Sandhausener Düne bei Heidelberg
Teilnehmer:
Monika Altemeier, Köln
Gundel und Prof. Hermann Bothe, Erftstadt-Bliesheim
Burkhard Fielitz. Köln
Waltraud und Prof. Frank Herzfeld, Kronberg, Taunus
Ingrid Kaufeld, Köln
Barbara Knopp, Vettelschoß
Maritta und Dr. Ernst Lünebach, Erftstadt-Lechenich
Irmgard Nehk, Erftstadt-Lechenich
Clementine und Dr. Heinrich Osthoff, Hürth
Regine und Dr. Rolf Sievers, Bonn
Ursula Wachholz, Köln
Ursula Wrobel, Köln
Protokoll: erstellt von Ursula Wrobel aufgrund der Aufzeichnungen von Hermann Bothe, Burkhard Fielitz, Barbara Knopp, Dr. Rolf Sievers, Ursula Wrobel
Planung und Leitung der Exkursion: Hermann Bothe
Standquartier Gasthof Goldener Engel in Ihringen/Kaiserstuhl (gutes Quartier, allerdings nur durchschnittliches Speiselokal)
Ihringen ist eine Gemeinde westlich von Freiburg im Breisgau, am Südhang des Kaiserstuhls gelegen. Sie ist als Weinanbauort und "wärmster Ort Deutschlands" bekannt. Ihringen wurde erstmals 962 als Uringa urkundlich erwähnt. Über die Markgrafschaft Baden-Durlach kam es zum Großherzogtum Baden. Seit 1952 gehört der Ort zu Baden-Württemberg. Auf der Kirche brüteten auf dem seit 50 Jahren leer stehenden Storchennest wieder Störche. Sie zogen zwei Jungstörche groß. Am 05.07.05 wurden die ca. 50 Tage alten Jungtiere mit Hilfe der Feuerwehr beringt.
26.07.05 Kaiserstuhlwanderung.
Start: Niederrotweil
Parkplatz an St. Pantaleon. Es ging den Kreuzweg hinauf, vorbei am
Naturschutzgebiet Bitzenberg und Ebnet bis zum Ort Bickensohl. Dort bewunderten
wir die ausgeprägten Hohlwege (Eichgasse). Durch die Weinberge ging es über
Oberrotweil nach Niederrotweil zurück.
Der
Kaiserstuhl erhebt sich westlich von Freiburg
aus der oberrheinischen Tiefebene,
ist vulkanischen Ursprungs. Seinen Namen hat der Kaiserstuhl vermutlich
von König Otto III., der bei Sasbach 994,
zwei Jahre vor seiner Krönung zum Kaiser, einen Gerichtstag abhielt. In seiner
weitesten Ausdehnung vom Südwesten bei Ihringen
bis zum Riegeler Michaelsberg im Nordosten ist der Kaiserstuhl 16 km lang.
Seine größte Breite beträgt 12,5 km. Totenkopf
(558 m), Neunlinden (556 m) und Eichelspitze (520 m) sind seine höchsten
Erhebungen. Klimatisch ist der Kaiserstuhl mit stellenweise mediterranem Klima
der wärmste Ort Deutschlands und durch
seine mit Löss bedeckten vulkanischen Böden ein sehr
gutes Wein-Anbaugebiet.
Botanisch zeichnet sich der Kaiserstuhl durch eine Fülle von submediterranen Arten aus (Reste des submediterranen Flaumeichenwaldes). Die namensgebende Flaumeiche (Quercus pubescens) kommt wohl nur noch als Bastard mit Quercus robur oder Q. petraea vor und wurde von uns – mehr oder weniger eindeutig - auch als Bastard gefunden. An den südexponierten Hängen, vor allem am Badberg, gibt es Anklänge an eumediterrane Trockenrasen (Xerobrometen).
Acer campestre, Feld-Ahorn
Achillea millefolia, Gemeine Schafgarbe
Agrimonia eupatoria, Odermennig
Agropyron repens ssp. glaucum, Blaue Quecke
Allium vineale, Weinbergslauch
Amaranthus retroflexus, Rauhhaariger Fuchsschwanz
Aquilegia vulgaris, Gemeine Akelei
Anthyllis vulneraria, GemeinerWundklee
Arrhenatherum elatius, Glatthafer
Asparagus officinalis, Gemüsespargel
Asperula cynanchia, Hügelmeister
Betonica officinalis (= Stachys officinalis, Stachys betonica), Heil-Ziest
Briza media, Zittergras
Berberis vulgaris, Berberitze
Bromus erectus, Aufrechte Trespe
Bromus inermis, Grannenlose Trespe, Wehrlose Trespe
Bryonia diocia, Zaunrübe
Bupleurum falcatum, Sichelblättriges Hasenohr
Calystegia sepium, Zaunwinde
Campanula glomerata, Büschel-Glockenblume
Campanula persicifolia, Pfirsichblättrige Glockenblume
Centaurea jacea, Wiesen-Flockenblume
Centaurea scabiosa, Skabiosen-Flockenblume
Chondrilla juncea, Grosser Knorpellattich
Cichorium intybus, Wegwarte
Circaea lutetiana, Großes Hexenkraut
Cirsium vulgare, Gemeine Kratzdistel
Clematis vitalba, Gemeine Waldrebe
Clinopodium vulgare, Gewöhnlicher Wirbeldost
Convallaria majalis, Maiglöckchen
Convolvulus arvensis, Ackerwinde
Conyza canadenesis (= Erigeron canadensis), Kanadisches Berufkraut
Crepis capillaris, Kleinköpfiger Pippau
Coronilla varia, Bunte Kronwicke
Cornus mas, Kornelkirsche
Diplotaxis tenuifolia, Schmalblättriger Doppelsame
Dipsacus silvester, Wilde Karde
Daucus carota, Wilde Möhre
Echinocloa crus-galli, Hühnerhirse
Epilobium angustifolium, Schmalblättriges Weidenroschen
Erodium cicutarium, Gemeiner Reiherschnabel
Eryngium campestre, Feld-Mannstreu
Erigeron annus, Feinstrahliges Berufkraut, Einjähriges Berufkraut
Euphorbia esula, Esels-Wolfsmilch
Euphorbia stricta, Steife Wolfsmilch
Euphorbia seguieriana, Steppen-Wolfsmilch
Falcaria vulgaris, Sichelmöhre
Fallopia convolvulus, Windenknöterich
Galium glaucum(= Asperula glauca), Blaugrünes Labkraut
Galium verum, Gelbes Labkraut, Echtes Labkraut
Genista tinctoria, Färberginster
Geranium molle, Weicher Storchschnabel
Geranium robertianum, Ruprechtskraut
Geranium rotundifolium, Rundblättriger Storchschnabel
Geranium sanguineum, Blutstorchschnabel
Geum urbanum,Gemeine Nelkenwurz
Glechoma hederacea, Gundermann, Gundelrebe
Globularia punctata, Gewöhnliche Kugelblume
Helianthemum nummularium, Gemeines Sonnenröschen
Heracleum sphondylium, Gemeiner Bärenklau
Hordeum murinum, Mäusegerste
Hypericum montanum, Berg-Johanniskraut
Hypericum perforatum, Gemeines Johanniskraut, Tüpfel-Johanniskraut
Inula conyza, Dürrwurz
Inula salicina, Weiden-Alant
Iris germanica, Deutsche Schwertlilie
Isatis tinctoria, Färberwaid
Lactuca serriola, Kompaßlattich
Lamium maculatum, Gefleckte Taubnessel
Lamium purpureum, Rote Taubnessel
Lapsana communis, Rainkohl
Ligustrum vulgare, Gemeiner Liguster
Linum catharticum, Purgier-Lein, Wiesenflachs
Lotus corniculatus, Hornklee
Malva neglecta, Kleine Malve, Weg-Malve
Malva alcea, Sigmarswurz
Malva sylvestris, Wilde Malve
Melampyrum arvense, Acker-Wachtelweizen
Mercurialis annua, Einjähriges Bingelkraut
Myosoton aquaticum (= Stellaria aquatica), Wasserdarm
Oenothera biennis, Gemeine Nachtkerze
Ononis spinosa, Hauhechel
Origanum vulgare, Wilder Majoran
Petrorhagia prolifera, Sprossende Felsennelke
Plantago major, Breitwegerich
Portulaca oleracea ssp. sativa, Gemüse-Portulak
Prunella grandiflora, Großblütige Braunelle
Quercus pubescens x Q. robur und/oder Q. petraea, erstaunlich nahe an Q. pubescens, Flaum-Eichen-Hybrid
Reseda lutea, Gelbe Reseda
Rhinanthus alectorolophus, Zottiger Klappertopf, Behaarter
Klappertopf
Robinia peudoacacia, Schein-Akazie, Robinie
Salvia pratensis, Wiesen-Salbei
Sambucus nigra, Schwarzer Holunder
Sanguisorba officinalis, Großer Wiesenknopf
Saponaria officinalis, Gemeines Seifenkraut
Sempervivum tectorum, Echte Hauswurz
Senecio erucifolius, Raukenblättriges Greiskraut
Senecio vulgaris, Gemeines Greiskraut
Setaria viridis, Grüne Borstenhirse
Solidago canadensis, Kanadische Goldrute
Stachys recta, Aufrechter Ziest
Stellaria media, Vogelmiere
Taraxacum officinale, Gemeiner Löwenzahn
Teucrium montanum, Berg-Gamander
Teucrium chamaedrys, Edel-Gamander
Thalictrum minus, Kleine Wiesenraute
Torilis japonica, Gewöhnlicher Klettenkerbel
Trifolium repens, Weissklee
Tussilago farfara, Huflattich
Ulmus minor, Feld-Ulme
Ulmus glabra, Berg-Ulme
Urtica urens, Brennessel
Valeriana officinalis, Echter Baldrian
Viburnum lantana, Wolliger Schneeball
Veronica arvensis, Acker-Ehrenpreis
Veronica persica, Persischer Ehrenpreis
Vicia cracca, Vogelwicke
Naturschutzgebiet Ebnet
Etwas 1
km südlich des Ortsteiles Oberrotweil liegt das kleine (1,6 ha)
Naturschutzgebiet Ebnet inmitten weiter Terrassen, auf denen Wein angebaut
wird. Trotz seiner geringen Größe beherbergt es eine Vielzahl von Biotoptypen
(Halbtrockenrasen, wärmegetönter Buschwald mit entsprechenden Saumgesellschaften),
in denen viele geschützte Pflanzenarten vorkommen. Besonders erwähnenswert ist
es als einiger der wenigen Standorte der stattlichen Orchidee Limodorum abortivum Dingel. Diese war zu
diesem Zeitpunkt leider schon verblüht war. Auch für viele wärmeliebende
Tierarten ist dieses Naturschutzgebiet ein wichtiges Trittsteinbiotop.
Acer campestre,
Feld-Ahorn
Achillea millifolium,
Schafgarbe
Achillea nobilis,
Edel-Schafgarbe
Allium vineale,
Weinbergs-Lauch
Anemone sylvestris,
Großes Windröschen (fruchtend)
Anthericum ramosum,
Ästige Graslilie
Asperula cynanchia,
Hügelmeister
Aster linosyris,
Goldkopf, Goldhaaraster, vegetativ
Berberis vulgaris, Berberitze
Bothriochloa (= Andropogon) ischaemum, Bartgras (eumediterranes Gras)
Briza media,
Zittergras
Bryonia diocia,
Zaunrübe
Buphthalmum salicifolium,
Ochsenauge, Weidenblättriges Ochsenauge
Bupleurum falcatum, Sichelblättriges Hasenohr
Campanula rapunculoides,
Acker-Glockenblume
Centaurea scabiosa,
Skabiosen-Flockenblume
Cichorium intybus,
Wegwarte
Clinopodium vulgare,
Gewöhnlicher Wirbeldost
Epipactis muelleri,
Müllers Stendelwurz
Eryngium campestre,
Feld-Mannstreu
Falcaria vulgaris,
Sichelmöhre
Galium glaucum(= Asperula glauca.), Blaugrünes Labkraut
Hypericum montanum,
Berg-Johanniskraut
Iris
germanica, Deutsche Schwertlilie
Isatis tinctoria,
Färberwaid
Ligustrum vulgare, Gemeiner Liguster
Limodorum abortivum,
Dingel, verblüht
Linum catharticum,
Purgier-Lein, Wiesenflachs
Medicago falcata.
Sichelklee
Melampyrum arvense,
Acker-Wachtelweizen
Melampyrum
cristatum, Kamm-Wachtelweizen
Oenothera biennis,
Gemeine Nachtkerze
Ononis
spinosa, Hauhechel
Peucedanum oreoselinum,
Berghaarstrang
Phyteuma orbiculare,
Kugelige Teufelskralle
Plantago media,
Mittlerer Wegerich
Polygala vulgaris,
Gewöhnliche Kreuzblume
Prunella grandiflora,
Großblütige Braunelle
Rhinanthus alectorolophus, Zottiger Klappertopf, Behaarter Klappertopf
Salvia pratensis,
Wiesen-Salbei
Sempervivum tectorum,
Echte Hauswurz
Stachys recta, Aufrechter
Ziest
Teucrium
chamaedrys, Edel-Gamander
Ulmus minor, Feld-Ulme
Viburnum
lantana, Wolliger Schneeball
Vincetoxicum hirundinaria,Weiße Schwalbenwurz
Faunistische Besonderheiten:
Russischer Bär (Schmetterling)
Bienenfresser (im Fluge)
Naturschutzgebiet Bitzenberg
Das Naturschutzgebiet „Bitzenberg“ ist Bestandteil der Kuppenlandschaft
des südwestlichen Kaiserstuhls. Sein aus dem vulkanischen Ergußgestein Tephrit
aufgebauter Untergrund ist nur in kleinen Bereichen von einer dünnen Lößdecke überzogen.
Entblößte Felspartien, Flaumeichenbestände und Trockenrasenbereiche ergeben ein
vielfältiges geologisches und botanisches Mosaik. Der Bitzenberg soll einer der
letzten Flaumeichenstandorte sein. Nur an trockenen und sehr warmen Steilhängen
und Felsköpfen kann die Flaum-Eiche (wahrscheinlich als Bastard) mit den
Ansprüchen von Hainbuche und Trauben-Eiche konkurrieren, ohne von ihnen
verdrängt zu werden. Der Flaumeichenwald des Schutzgebiets wurde einst als
Niederwald genutzt, was sich anhand seines lichten Bestandes und dem
entsprechenden licht bedürftigen Unterwuchs nachvollziehen lässt. Kleine
Bereiche an der Westseite des Schutzgebiets tragen durch menschliche Nutzung
entstandene artenreiche Halbtrocken - Trockenrasen, auf denen Feld-Mannstreu (Eryngium campestre) mit der
schmarotzenden Amethyst-Sommerwurz Orobanche
amethystea) gedeiht und zur Herbstzeit die goldgelb blühende Goldaster.
Acinos arvensis (=
Calamintha acinos, Satureja acinos, Clinopodium acinos), Feld-Steinquendel
Anemone sylvestris, Großes Windröschen (1 letztes Exemplar blühend)
Anthyllis vulneraria, GemeinerWundklee
Carex remota, Winkel-Segge
Carpinus betulus, Hainbuche
Carum carvi, Kümmel
Chamaespartium sagittale, Flügelginster
Chondrilla juncea, Knopellattich
Echium vulgare, Gemeiner Natternkopf
Eryngium campestre, Feld-Mannstreu
Euphorbia stricta, Steife Wolfsmilch
Galium glaucum (= Asperula glauca), Blaugrünes Labkraut
Inula salicina,
Weiden-Alant, Weidenblättriger Alant
Melilotus albus, Weisser Steinklee
Orobanche amethystea, Amethyst-Sommerwurz
Petrorhagia prolifera, Sprossende Felsennelke
Polygonatum odoratum, Salomonssiegel
Scabiosa
canescens, Graue Skabiose
Scabiosa columbaria, Tauben-Skabiose
Senecio erucifolius, Raukenblättriges Greiskraut
Sorbus torminalis, Elsbeere
Sorbus aria, Mehlbeere
Stachys recta, Aufrechter Ziest
Teucrium montanum, Berg-Gamander
Trifolium alpestre, Hügel-Klee
Faunistische Besonderheit:
Chamaesphecia dumonti,
Ziest-Glasflügler (Schmetterling)
27.07.05 Taubergießen
- Aue- und Bruchwald-Vegetation in naturnahem Zustand
10 km nördlich des Kaiserstuhls am Rhein liegt eines der größten und bekanntesten Schutzgebiete des Landes – Taubergießen. Es umfasst hier auf ca. 12 km Länge und bis zu 2,5 km Breite einen beispielhaften und Ausschnitt der Rheinauelandschaft. Bis vor 150 Jahren erstreckte sich hier eine Wildstromlandschaft, die mit jedem Hochwasser ihr Gesicht beränderte. Sie war geprägt von sich immer wieder verlagerten Gewässerläufen, zahllosen Inseln, Sand- und Kiesbänken, Gebüsch und Niederwald. Hochwald und Wiesen gab es nur auf kleinen Flächen. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der verästelte Strom zu einem künstlichen Mittelwasserbett zusammengefasst. Nach dieser Rheinkorrektur setzte mit dem Bau von Hochwasserdämmen und einer zunehmen Erschließen die planmäßige land- und forstwirtschaftliche Nutzung des Gebietes ein. Im Zuge des modernen Rheinausbaus leite man schließlich 1964 bis 76 auch im Bereich des Taubergießen die Hauptwassermenge zur Stromgewinnung über einen Seitenkanal mit Staustufe ab. Überflutungen des Auewaldes treten seitdem nur noch selten auf. Heute bestimmen statt Gebüsch und Niederwälder geschlossene Mittel- bzw. Hochwälder das Landschaftsbild. In den zahlreichen Altarmen und „Gießen“, in dem bewegten Auenrelief mit unterschiedlichsten Bodenverhältnissen findet man aber immer noch typische Auenelemente. Selbst auf dem Hochwasserdamm kommen Tier- und Pflanzenarten vor, die ursprünglich auf den trockenen Kiesrücken der Stromaue beheimatet waren.
Ihren Namen hat diese Landschaft von jenen zeitweise stark schüttenden Grundwasseraustritten, den "Gießen", die kaum Nährstoffe mit sich führen, die also, im Sprachgebrauch früherer Zeiten, "taub" sind.
Acer pseudoplatanus, Bergahorn
Achilllea ptarmica, Sumpf-Schafgarbe
Aegopodium
podagraria, Giersch
Angelica sylvestris, Wald-Engelwurz
Artemisia vulgaris,
Gemeiner Beifuß
Arum maculatum,
Aronstab
Aster x salignus, Weidenblättrige-Aster
Astragalus glycyphyllus,
Süsser Tragant, Bärenschote
Berula erecta,
Aufrechter Merk (im Wasser)
Bidens tripartita, Dreiteiliger Zweizahn
Brachypodium
pinnatum, Fieder-Zwenke
Campanula latifolia, nicht eindeutig, evtl. C. trachelium, Hybrid zwischen beiden?
Campanula trachelium, Nesselblättrige Glockenblume
Capsella
bursa-pastoris, Gewöhnliches
Hirtentäschel
Carex alba, Weiße Segge
Carex elata, Steife-Segge
Carpinus betulus, Hainbuche
Centaurium erythraea (= C. umbellatum,
C. minus, Erythraea centaurium), Echtes Tausendgüldenkraut
Chaerophyllum
temulum, Taumel-Kälberkropf
Circaea lutetiana, Großes Hexenkraut
Cirsium tuberosum, Knollige Kratzdistel
Cladium mariscus, Schneide
Clematis vitalba, Waldrebe
Convallaria majalis, Maiglöckchen
Cornus sanguinea, Roter Hartriegel
Coronilla varia, Bunte Kronwicke
Corylus avellana, Haselnuss
Crataegus
monogyna,
Eingriffeliger Weißdorn
Daucus carota, Wilde Möhre
Deschampsia cespitosa, Rasen-Schmiele
Echium vulgare,
Gemeiner Natternkopf
Equisetum hyemale, Winter-Schachtelhalm
Erigeron annus, Einjähriger Feinstrahl
Euphorbia amygdaloides, Mandelblättrige Wolfsmilch
Euphorbia cyparissias, Zypressen-Wolfsmilch
Euphorbia stricta, Steife Wolfsmilch
Fagus sylvatica, Rot-Buche
Filipendula
ulmaria, Mädesüß
Fraxinus elxcelsior, Esche
Galinsoga ciliata, Behaartes Franzosenkraut
Geum urbaun, Echte Nelkenwurz
Glechoma hederacea, Gundelrebe
Hedera helix, Efeu
Heracleum sphondylium, Bärenklau
Hordelymus europaeas,
Waldgerste
Hypericum tetrapterum, Geflügeltes Johanniskraut
Impatiens glandulifera, Indisches Springkraut
Impatiens
parviflora, Kleines Springkraut
Iris pseudacorus, Sumpf-Schwertlilie
Lamium galeobdolon
ssp.
galeobdolon, Echte Goldnessel
Lathyrus pratensis, Wiesen-Platterbse
Ligustrum vulgare, Gemeiner Liguster
Lithospermum officinale, Echter Steinsame
Lonicera
xylosteum, Gewöhnliche Heckenkirsche,
Rote Heckenkirsche
Lysimachia vulgaris, Gewöhnlicher Gilbweiderich
Medicago lupulina,
Hopfenklee
Myosoton aquaticum, Wasserdarm
Nuphar lutea, Gelbe Teichrose
Paris quadrifolium, Einbeere
Phragmites australis,
Schilf
Phyteuma spicata, Ährige Teufelskralle
Picris hieracioides, Gemeines Bitterkraut
Plantago lanceolata,
Spitz-Wegerich
Plantago major, Breit-Wegerich
Platanus x hispanica, Bastard-Platane
Polygonatum odoratum,
Salomonssiegel, Wohlriechende Weißwurz
Potentilla erecta, Blutwurz, Tormentill
Potentilla reptans, Kriechendes Fingerkraut
Prunella vulgaris, Kleine Braunelle
Prunus padus, Traubenkirsche
Robinia pseudoacacia, Robinie
Rubus fructicosus, Brombeere
Rubus idaeus, Himbeere
Sambucus nigra, Schwarzer Holunder
Saponaria officinalis, Echtes Seifenkraut
Scrophularia nodosa, Knotige Braunwurz
Scutellaria galericulata, Sumpf-Helmkraut
Sparganium emersum, Einfacher Igelkolben
Stachys palustris, Sumpf-Ziest
Stachys sylvatica, Wald-Ziest
Symphytum officinale, Beinwell
Tamus communis, Schmerwurz
Taraxacum officinale, Löwenzahn
Tilia cordata, Winterlinde
Trifolium repens, Weisklee
Urtica dioica, Brennessel
Verbascum lychnitis,
Mehlige Königskerze
Verbena officinalis, Gewöhnliches Eisenkraut
Viburnum lantana, Wolliger Schneeball
Viburnum opulus, Gemeiner Schneeball
Am Rheinufer
Achillea ptarmica, Sumpf-Schafgarbe
Berberis vulgaris, Gemeine Berberitze
Bidens tripartita, Dreiteiliger Zweizahn
Butomus umbellatus, Schwanenblume (schön blühend)
Erigeron annuus, Einjähriges Berufkraut
Glyceria maxima,
Wasser-Schwaden
Helleborus
foetidus, Stinkende Nieswurz
Lythrum salicaria, Blutweiderich
Mentha aquatica, Wasser-Minze
Populus alba,
Silber-Pappel
Am Rückweg zum Auto
Dryopteris filix-mas, Gemeiner
Wurmfarn
Liriodendron
tulipifera, Amerikanischer Tulpenbaum
Prunus avium, Vogelkirsche
Rudbeckia hirta,
Rauher Sonnenhut
Sparganium erectum, Ästiger
Igelkolben
Valeriana officinalis
agg., Echter Baldrian
Verbascum nigrum, Dunkle Königskerze
Vicia cracca,
Vogel-Wicke
Faunistische Besonderheit: Eisvogel (Schmetterling)
Auf dem Rückweg besuchten einige Teilnehmer den Kräuterhof und die malerische Mittelstadt von Burkheim mit ihren vielen gut erhaltenen alten Häusern. Über Burkheim thront die Ruine des Schlosses, das ab 1561 Sitz des Herrn von Burkheim Lazarus v. Schwendi war. 1672 wurde der prachtvolle Renaissance-Bau von den Franzosen zerstört.
In der Nähe liegt auch das Naturschutzgebiet Rheinhalde Burkheim. In dieser extremen Steillage auf nährstoffarmen trockenen Böden konnten sich Arten als Relikte wärmerer, nacheiszeitlicher Klimaverhältnisse erhalten. Die Halbrockenrasen dieses Schutzgebietes bilden eine seltene Lebensgemeinschaft, die nur noch an wenigen Stellen im Kaiserstuhl vorkommt.
28.07.05 Wanderung vom Feldberghaus
zum Feldsee, um den Feldsee, Feldseemoor und zurück
1 ½
Std. Fahrt Ihringen – Feldberg 120 km bei strahlenden Sonnenschein. Mit 1493 m
ist der Feldberg der höchste Berg im Schwarzwald.
Die Entstehungsgeschichte des Feldbergs reicht weit in die Erdgeschichte zurück. Im Erdaltertum entstanden die Granite und Gneise des geologischen Untergrundes des Schwarzwaldes und des Feldbergs. Als im Tertiär das Grundgebirge emporgehoben wurde, zerbrach die Gesteinsmasse in einzelne Teile, der Bereich um den heutigen Feldberg wurde am weitesten nach oben gedrückt. In den Einzeiten war das Gebiet mehrmals von Eis und Schnee überdeckt. Das Feldberggebiet war das bedeutendste Zentrum der Vergletscherung. Von hier aus wurden die mehr oder weniger weit vorstoßenden Talgletscher gespeist, die während der Riß-Eiszeit sogar ins Vorland ausgetreten sein sollen.
Nach Abschmelzen des Eises
bildeten sich am Grund vieler Kare Stauseen, die teilweise durch Moorbildung
verlandeten. Ein besonders schönes Beispiel ist das Feldsee-Kar. Die Felsen der
senkrechten Seewand überragen den fast kreisrunden Feldsee, der von der letzten
Endmoräne des Seebachgletschers aufgestaut wurden. Nach
und nach vertiefte das Eis den See auf 33 m. Eine Moräne am Ufer des Feldsees zeugt von
dieser Entwicklung. Auch das Feldseemoor,
ein paar Meter weiter gelegen, ist ein Überbleibsel der Eiszeit. Hier ist die Endmoräne des „Minigletschers“ vom Feldsee
zu sehen. Sie hat Wasser aufgestaut und bildete so ein Moor.
Eine
Besonderheit stellt die Vegetation in den Mooren dar. Am Beispiel des
Feldseemoores verlief die Vegetationsfolge
des Moores folgendermaßen: Dadurch, daß die Endmoräne Wasser aufstaute,
entstand ein Niedermoor, welches vom
Grundwasser beeinflusst wurde (oligotroph).
Hier wuchsen Schilfe und Gräser, welche
die Nährstoffe aus dem Grundwasser aufnahmen. Durch abgestorbene Pflanzen (biogene Sedimente)
bildeten sich Torf und das Niveau des Moors wurde
angehoben. So entstand ein Hochmoor.
Hier wachsen nun ombotrophe
Pflanzen, welche sich von den Nährstoffen des Regens versorgen
müssen.
Die
Durchschnittstemperatur auf dem Feldberg liegt bei ca. 3° C. Aufgrund der Höhe
ist diese natürlich relativ niedrig. Die Temperaturschwankungen scheinen jedoch
geringer als im Tal. Im Winter ist die Sonnenscheindauer aufgrund des niedrigen
Kondensationspunktes sehr hoch. Das
Niederschlagsmaximum liegt im Jahr bei 2100 mm. Aufgrund der exponierten Lage
kann es zu orkanartigen Winden mit Geschwindigkeiten von bis zu 130 km/h
kommen.
Der
Feldberggipfel ist nicht bewaldet. Unterhalb des Gipfels existiert ein Mischwald, der aus Buchen,
Ebereschen, Bergahorn, Fichten
und Douglasien besteht, wobei die Nadelbäume
überwiegen. Lichtungen sind auf
menschliches Eingreifen zurückzuführen. So ist um jedes Gehöft eine große, waldfreie
Nutzungsfläche zu sehen. Obwohl sich der Feldberg knapp unterhalb der Baumgrenze befindet, sind in den Gipfelregionen
keine Bäume zu sehen. Dies ist durch die intensive, ehemalige Viehhaltung in
diesen Regionen zurückzuführen. Das Vieh fraß die kleinen Bäume weg und verhinderte
so ein Nachwachsen des gefällten Waldes. Heute ist dort Pioniervegatation,
wie Ebereschen anzutreffen. Auch kleine Büsche und andere niedere Vegetation
mit Krüppelwuchs ist vorhanden. Vielerorts wurden Bannwälder eingerichtet, welcher im
naturbelassenen Zustand wächst. Die Besucherzahlen sind hoch, dies zeigt sich
leider auch durch von Wanderern und Skifahrern verursachte Erosion.
Am Feldberg gedeiht eine ungewöhnliche Pflanzenwelt. Das Zusammenwirken von Klima, Gesteinen, Boden und Landschaftsgeschichte ließ eine Flora entstehen, die in ihrer Zusammensetzung weder aus dem übrigen Schwarzwald, noch aus anderen Mittelgebirgen oder aus den Alpen bekannt ist. Hier wachsen neben den Pflanzenarten der oberen Bergstufe (hochmontane Pflanzen) auch viele Arten, die außerhalb der Hochlagen der Alpen nur am Feldberg vorkommen und daher „Alpenpflanzen“ genannt werden. Auch unter den Tieren sind etliche Arten vorhanden, die man sonst nur in den Alpen antrifft.
Wie aber kamen diese Alpenpflanzen in den Schwarzwald? Während der Eiszeiten siedelten diese Arten in den tundra-ähnlichen Gebieten im Umkreis der vergletscherten Hochlagen. Als mit der beginnenden Erwärmung das Eis nicht mehr bis in die Täler vordringen konnte (sich gewissermaßen »in die Berge zurückzog«), folgten die Alpenpflanzen nach und eroberten die vom Eis befreiten Stellen. In den Niederungen wurden sie vom nachrückenden Wald verdrängt und starben aus. Nur auf den höchsten Schwarzwaldgipfeln konnten die Alpenpflanzen bis heute als »Eiszeitrelikte« überdauern. Das „Wahrzeichen“ der Feldbergflora, die Alpen-Troddelblume (Soldanella alpina), ist eine solche Reliktpflanze. Sie wächst in den baumfreien Rieselfluren der Lawinenbahnen und in anmoorigen Hangbereichen, die ganzjährig von Quellwasser durchrieselt sind. In Deutschland kommt die Alpen-Troddelblume außerhalb der Alpen nur am Feldberg vor.
Abies alba, Weiß-Tanne
Acer pseudoplatanus,
Berg-Ahorn
Aconitum lycoctonum, Wolfs-Eisenhut
Adenostyles alliariae, Grauer Alpendost
Ajuga reptans,
Kriechender Günsel
Alchemilla xanthoclora.
(= A. vulgaris ), Gelbgrüner
Frauenmantel, Gemeiner Frauenmantel
Aruncus dioicus, Wald-Geißbart
Asperula odorata, Waldmeister
Blechnum spicant, Rippenfarn
Calluna vulgaris, Besenheide
Campanula rotundifolia, Rundblättrige Glockenblume
Chaerophyllum hirsutum, Gebirgs-Kälberkropf, Behaarter Kälberkropf
Chenopodium
bonus-henricus, Guter Heinrich
Chrysosplenium alternifolium, Wechselblättriges Milzkraut
Chrysosplenium oppositifolium, Gegenblättriges Milzkraut
Cicerbita alpina,
Alpen-Milchlattich
Cirsium rivulare,
Bach-Kratzdistel
Crepis paludosa, Sumpf-Pippau
Cystopteris fragilis,
Gemeiner Blasenfarn
Cystopteris montana, Berg-Blasenfarn
Dactylis glomerata, Wiesen-Kräuelgras
Deschampsia flexuosa, Draht-Schmiele
Digitalis purpurea,
Roter Fingerhut
Dryopteris
dilatata, Breitblättriger Dornfarn
Dryopteris filix-mas, Gemeiner
Wurmfarn
Epilobium alpestre, Voralpen-Weidenröschen
Epilobium angustifolium, Schmalblättriges Weidenröschen
Epilobium parviflorum, Kleinblütiges Weidenröschen
Fagus sylvatica, Rotbuche
Filupendula ulmaria, Mädesüß
Gymnocarpium dryopteris, Eichenfarn
Heracleum sphondylium ssp. elegans, Berg-Bärenklau
Juncus conglomeratus, Knäuel-Binse
Lamium galeobdolon ssp. galeobdolon, Echte Goldnessel
Leontodon autumnalis, Herbst-Löwenzahn
Linum austriacum, Österreichischer Lein (Wiesenrand zu Beginn der Wanderung)
Lonicera alpigena, Alpen-Heckenkirsche
Luzula sylvatica, Wald-Hainsimse
Lycopodium spec., Bärlapp
Meum athamanticum, Bärwurz
Mulgedium (= Cicerbita)
alpina,
Alpen-Milchlattich
Oxalis acetosella, Sauerklee
Phegopteris connectilis (=
Dryopteris phegopteris, Thelypteris phegopteris), Buchenfarn
Phyteuma spicata, Ährige Teufelskralle
Picea abies, Fichte
Fraxinus excelsior,
Esche
Potentilla erecta, Blutwurz
Prenanthes purpurea, Purpur-Hasenlattich,
Hasenlattich
Quercus petraea, Trauben-Eiche
Ranunculus acunitifolius, Eisenhutblättriger
Hahnenfuß
Rosa canina, Hunds-Rose
Rubus idaeus, Himbeere
Rumex acetosa, Großer Sauer-Ampfer
Rumex alpinus,
Alpen-Ampfer
S. hercynicus ( = S. nemorensis), Hain-Greiskraut
Senecio fuchsii ( = S. ovatus),
Fuchs Greiskraut
Solidago virgaurea, Gewöhnliche Goldrute
Sorbus aucuparia, Eberesche
Stellaria graminea, Gras-Sternmiere
Stellaria nemorum, Hain-Sternmiere
Thelypteris
limbosperma,
Berg-Farn
Trifolium repens, Weisklee
Vaccinium myrtillus, Heidelbeere
Vaccinium vitis-idaea, Preiselbeere
Rund um den See. Flachmoorartige Vegetation angrenzend an den See. Bemerkenswert auch die Reiherenten auf dem See.
Aconitum vulparia, Wolfs-Eisenhut
Arnica montana, Arnica
Caltha palustris, Sumpfdotterblume
Carex demissa, Grünliche Gelb-Segge
Carex panicea, Brot-Segge
Carex pauciflora, Armblütige Segge
Carex rostrata, Schnabel-Segge
Chamaespartium sagittale, Flügelginster
Eriophorum parviflorum,
Kleinblütiges Wollgras
Eriophorum angustifolium, Schmalblättriges Wollgras
Fragaria vesca, Wald-Erdbeere
Galium uliginosums, Moor-Labkraut
Geranium pratense,
Wiesen-Storchschnabel
Gnaphalium sylvaticum,
Wald-Ruhrkraut
Isoetes echinospora, Stachelsporiges Brachsenkraut, 1 Exemplar
angeschwemmt am Ufer des Sees
Juncus conglomeratus, Knäuel-Binse
Lotus uliginosus, Sumpf-Hornklee
Lysimachia numularia, Pfennigkraut
Luzula luzuloides, Weißliche
Hainsimse
Myosotis palustris,
Sumpf-Vergißmeinnicht
Polygonum bistorta, Schlangen-Knöterich
Potentilla erecta, Blutwurz
Ranunculus flammula, Brennender Hahnenfuß
Rubus caesius,
Kratzbeere
Sphagnum spec., Torfmoos, div. Arten
Viola palustris, Sumpf-Veilchen
Felsen entlang des Sees, offensichtlich Basen- Einsprengungen, typische Basenzeiger waren im Wechsel mit Säurezeigern zu finden
Ajuga reptans, Kriechender
Günsel
Arnica montana, Berg-Wohlverleih, blühend
Calluna vulgaris, Besenheide
Campanula rotundifolia, Rundblättrige Glockenblume
Chamaespartium sagittale (= Genista sagittalis), Flügel-Ginster
Daphne mezereum, Gewöhnlicher Seidelbast
Digitalis grandiflora, Großblütiger gelber Fingerhut, schön blühend
Geum urbanum, Echte Nelkenwurz
Hieracium murorum, Wald-Habichtskraut
Leucanthemum vulgare, Wiesen-Magerite
Lysimachia nemorum, Hain-Gilbweiderich
Melampyrum sylvaticum, Wald-Wachtelweizen
Polygala vulgaris,
Kreuzblume
Rosa pendulina, Alpen-Hecken-Rose, Trauben-Holunder
Sambucus racemosa, Roter Holunder
Scrophularia nodosa, Knotige Braunwurz
Scutellaria
galericulata, Sumpfhelmkraut
Solidago virgaurea, Echte Goldrute
Sorbus aucuparia,
Eberesche
Vaccinium myrtillus, Heidelberg
Feldbergmoor
Östlich des Feldsees gelegen
Betula pubescens, Moor-Birke
Carex diandra,
Drahtsegge
Carex pulicaris, Floh-Segge
Drosera rotundifolia, Rundblättriger Sonnentau
Epipactis helleborine, Breitblättrige Stendelwurz
Molinia caerulea, Blaues Pfeifengras
Pinus sylvestris, Kiefer, fruchtend, jedoch viel
Polygala vulgaris, Gewöhnliche Kreuzblume
Scheuchzeria palustris, Blumenbinse
Scutellaria galericulata, Sumpf-Helmkraut
Trichophorum caespitosos Kopf- Rasenbinse
Vaccinium myrtillus,
Heidelbeere
Vaccinium oxycoccus,
Gewöhnliche Moosbeere
Vaccinium uligonosum,
Moorbeere
Viola palustris,
Sumpfveilchen
Moor bei Hinterzarten
Angelica sylvestris,
Wald-Engelwurz, Wilde Brustwurz, Echte Angelika
Carex brizoides,
Zittergras-Segge, Seegras
Cirsium palustre,
Sumpf-Kratzdistel
Euphrasia officinalis ssp. rostkoviana, Großer Augentrost
Meyanthes trifolia,
Fieberklee
Nardus stricta, Borstgras
Parnassia palustris, Sumpf-Herzblatt
Polygonum bistorta, Schlangen-Knöterich
Potentilla erecta, Blutwurz
Vaccinium uligonosum,
Moorbeere
Viola palustris, Sumpfveilchen
29.07.05 Kalkhügel (Trocken- bis Halbtrockenrasen) rund um Westhalten
bei Rouffach im Elsaß
Westhalten liegt im Osten der Vogesen, am Rand der Oberrheinischen Tiefebene in sanft geschwungenen Kalkvorhügeln. Die Jahresniederschläge liegen bei etwa 500 mm. (Zum Vergleich: Basel knapp 1000 mm, Vogesenkamm rund 2000 mm).
In der Talsohle finden sich Wiesen mit alten Obstgärten. An den Hängen dominiert Rebbau. Auf den Hügelkronen von Strangenberg, Bollenberg und auch dem Zinnköpfle befinden großflächig ausserordentlich artenreiche Trockenrasenkomplexe, allerdings mehr und mehr durchsetzt von Gebüschgruppen mit mediterranem Einschlag.
Die Kalkgebiete um Westhalten sind spätestens seit der Monographie von Issler E., Vegetationskunde der Vogesen, Verlag Gustav Fischer, Stuttgart, 1942 unter Botanikern berühmt. Im zeitigen Frühjahr blühen die Wildtulpen (Tulipa sylvestris) in den Weinbergen, später sind die Massenbestände des blühenden Diptams faszinierend. Der Besuch der Kalkhügel lohnt eigentlich zu jeder Jahreszeit.
a) Strangenberg, südlich von Rouffach
Acinos arvensis (= Calamintha acinos, Satureja acinos), Feld-Steinquendel
Aira caryophyllea, Nelkenhafer
Allium sphaerocephalon, Kugel-Lauch
Alyssum alyssoides, Kelch-Steinkraut, Fruchtstandreste
Anthericum ramosum, Äsige Graslilie
Anthyllis vulneraria, Wundklee
Arabis hirsuta, Rauhe Gänsekresse
Artemisia absinthum, Wermut
Artemisia campestris, Feld-Beifuß
Asperula cynanchica, Hügel-Meister
Asperula glauca, Blaugrünes Labkraut
Aster amellus, Gold-Aster, blühend
Calamintha acinos, Steinquendel
Campanula glomerata, Knäuel-Glockenblume
Campanula rotundifolia, Rundblättrige Glockenblume
Carex humilis, Erd-Segge
Centaurea scabiosa, Skabiosen-Flockenblume
Centaurea stoebe, Rispen-Flockenblume
Coronilla varia, Bunte Kronwicke
Dianthus carthusianorum, Karthäuser-Nelke
Dictamnus albus, Diptam, fr.
Echium vulgare, Natterkopf
Eryngium campestre, Feld-Mannstreu
Euphorbia cyparissias, Zypressen-Wolfsmilch
Euphorbia verrucosa, Warzen-Wolfsmilch
Falcaria vulgaris, Sichelmöhre
Genista pilosa, Behaarter Ginster
Genista tinctoria, Färber-Ginster
Geranium sanguineum, Blut-Storchschnabel
Globularia punctata, Gemeine Kugelblume
Helianthemum nummularium, Gewöhnliches Sonnenröschen
Inula salicina, Weidenblättriger Alant
Isatis tinctoria, Färberwaid
Lepidium campestre, Feld-Kresse
Linum tenuifolium, Schmalblättriger Lein
Medicago falcata, Sichelklee
Ophrys holosericea, ssp.
elatior, Hummel-Ragwurz (fr.)
Peucedanum alsaticum, Elsässer Haarstrang (im Gebüschsaum, blühend)
Pimpinella saxifraga, Kleine Bibernelle
Poa badensis, Badener Rispengras
Polygonatum odoratum, Wohlriechende Weißwurz
Potentilla rupestris, Felsen-Fingerkraut
Prunella grandiflora, Großblütige Braunelle
Prunus spinosa, Schlehe
Pulsatilla vulgaris, Gewöhnliche Küchenschelle, fr.
Salvia pratense, Wiesen-Salbei
Scilla autumnalis, Herbst-Blaustern, in großer, eindrucksvoller
Zahl, teilweise aspektbildend
Sedum rupestre, Gewöhnliche-Felsen-Fetthenne, Tripmadam
Stachys recta, Aufrechter Ziest
Teucrium chamaedrys, Echter Gamander
Teucrium montanum, Berg-Gamander
Thalictrum minus, Kleine Wiesenraute
Thesium linophyllon, Mittleres Leinblatt
Thymus serpyllum agg., Feld-Thymian
Trifolium montanum, Berg-Klee
Trinia glauca, Blaugrüner Faserschirm
Veronica spicata, Ähriger Ehrenpreis
b) In der Nähe des Ortes Westhalten: Bollenberg, ähnlich wie a) aber noch trockenerer, echter Trockenrasen. Naturschutzgebiet selbst in Frankreich. Hier bekommt man eine Vorstellung davon, was ein echter Trockenrasen (Xerobrometum) ist – im Gegensatz zu den bei uns verbreiteten Mesobrometen.
Achillea millifolium, Schafgarbe
Anthyllis vulneraria, Wundklee
Berberis vulgaris, Gemeine Berberitze
Bothriochloa (= Andropogon) ischaemum, Bartgras
Carex humilis, Erd-Segge
Carduus nutans, Nickende Distel
Carlina vulgaris, Gemeine Eberwurz
Diplotaxis muralis, Mauer-Doppelsame
Fumana procumbens, Zwerg-Sonnenröschen
Globularia punctata (= elongata), Gemeine Kugelblume
Helianthemum nummularium ssp. obscurum, Gewöhnliches Sonnenröschen
Iris cf. sambucina, Holunder-Schwertlilie (vegetativ)
Linum tenuifolium, Schmalblättriger Lein
Onopordium acanthium, Eselsdistel
Origanum vulgare, Wilder Majoran, Dost
Orobanche amethystea, Amethystblaue Sommerwurz
Orobanche teucrii, Gamander-Sommerwurz
Peucedanum alsaticum, Elsässer Haarstrang
Pimpinella saxifraga, Kleine Bibernelle
Plantago major, Breit-Wegerich
Plantago media, Mittlerer Wegerich
Salvia pratense, Wiesen-Salbei
Teucrium montanum, Berg-Gamander
Trinia glauca, Blaugrüner Faserschirm
Ulmus campestre, Feld-Ulme
Besuch in Colmar am späten Nachmittag, Rundgang durch die malerische Stadt, allerdings aus Zeitgründen nicht mehr in das Museum Unterlinden
30.07.05
Naturschutzgebiet
Buchswald bei Grenzach-Wyhlen
Im Landkreis Lörrach zwischen Grenzach und Wyhlen
liegt das aus vier Teilgebieten bestehende, ca. 94 ha umfassende
Naturschutzgebiet „Buchswald bei Grenzach“. Den geologischen Untergrund der
überwiegend bewaldeten Hänge bilden hauptsächlich Schichten des Oberen
Muschelkalks des Dinkelbergmassivs. Vereinzelt ragen Kalkfelsen aus den
Südhängen, unter ihnen ist der Rötelstein (auch Rödelstein) der Größte und
Bekannteste. In den bewaldeten Bereichen findet man unter dem lockeren Schirm
von meist niedrigen Eichen, Buchen und Kiefern eine üppige Strauchschicht, die
der immergrüne Buchs (Buxus sempervirens)
auf großen Flächen fast allein aufbaut. Ihm verdankt das Schutzgebiet
seinen Namen. Der Buchs zählt durch sein flächenhaftes Auftreten zu den
floristischen Besonderheiten Süddeutschlands. Er soll hier an der nördlichen
und östlichen Grenze seiner natürlichen Verbreitung vorkommen, sofern nicht die
Vorkommen an der Mosel oder gar in Südengland (South Downs) natürlich und damit
nördlicher sind. Der Hochwald auf den Kuppen und steilen Berghängen hatte tags
zuvor jedoch durch einen extrem starken Sturm sehr gelitten. Zahlreiche Baumriesen
waren umgerissen (Buchen, Eichen, Kiefern) und manche Wege waren
undurchdringlich versperrt.
Acer campestre, Feld-Ahorn
Acer opalus, Italienischer Ahorn, Frühlings-Ahorn (einzige Baumgruppe dieser Art in Deutschland), am Rondel (Feuerstelle) beim Abstieg vom Rötelstein, von dort ca. 10 m rechtsseitig, unterhalb am Abhang. Die Baumgruppe besteht nur aus männlichen Trieben. Der Ahorn kommt in der benachbarten Schweiz (Jura) häufiger vor.
Acer platanoides,
Spitzahorn
Acer pseudoplatanus, Bergahorn
Alliaria petiolata, Knoblauchsrauke
Angelica sylvestris, Wald-Engelwurz
Anthericum ramosum, Ästige Graslilie
Betula pendula, Hängebirke
Berberis vulgaris, Gemeine Berberitze
Brachypodium sylvaticum, Wald-Zwenke
Buddleya davidii, Schmetterlingsflieder
Buxus sempervirens, Immergrüner Buchsbaum
Calamintha sylvatica, Wald-Bergminze
Campanula rotundifolia, Rundblättrige Glockenblume
Campanula trachelium, Nesselblättrige Glockenblume
Carex sylvatica, Wald-Segge
Carpinus betulus, Hainbuche
Cicaea lutetiana, Gewöhnliches Hexenkraut
Clematis vitalba, Gewöhnliche Waldrebe
Clinopodium
vulgare, Wirbeldost
Cornus sanguinea, Roter Hartriegel
Corylus avellana, Hasel
Crataegus monogyna, Eingriffliger Weissdorn
Dryopteris filis-mas, Gewöhnlicher Wurmfarn
Eupatorium cannabium,
Wasserdost
Euphorbia amygdaloides, Mandelblättrige Wolfsmilch
Euphorbia cyparissias, Zypressen-Wolfsmilch
Fagus sylvatica, Rot-Buche
Fragaria vesca, Wald-Erdbeere
Fraxinus elxcelsior, Esche
Galium odoratum, Waldmeister
Geum urbanum, Echte Nelkenwurz
Hedera helix, Efeu
Helleborus foetidus, Stinkende Nieswurz
Hieracium sylvaticum, Wald-Habichtskraut
Ilex aquifolium, Stechpalme, Ilex
Inula conyzae, Dürrwurz
Impatiens parviflora, Kleines Springkraut
Impatiens noli-tangere, Rührmichnichtan, Grosses Springkraut
Juglans regia, Walnuss
Juniperus communis, Gemeiner Wacholder
Larix decidua, Europäische Lärche
Ligustrum vulgare, Liguster
Lonicera
xylosteum, Gewöhnliche Heckenkirsche, Rote
Heckenkirsche
Melittis melissophyllum, Immenblatt, Waldmelisse, fr.
Mercurialis perennis, Ausdauerndes Bingelkraut, Wald-Bingelkraut
Milium effusum, Wald-Flattergras
Picea abies, Gemeine Fichte
Pinus sylvestris, Wald-Kiefer, Föhre
Prunus avium, Vogel-Kirsche
Quercus petraea, Trauben-Eiche
Quercus robur, Stiel-Eiche
Quercus rubra, Rot-Eiche
Robinia pseudoacacia, Robinie
Rubus fructicosus agg., Brombeere
Sambucus nigra, Schwarzer Holunder
Sorbus aria, Echte Mehlbeere
Sorbus torminalis, Elsbeere (viel)
Stachys sylvatica, Wald-Ziest
Tamus communis, Schmerwurz
Taxus baccata, Eibe (mächtige Exemplare)
Tilia cordata, Winter-Linde
Torilis japonica, Gemeiner Klettenkerbel
Trifolium pratense, Rot-Klee
Ulmus glabra, Berg-Ulme
Viburnum opulus, Gewöhnlicher Schneeball
Vincetoxicum hirundinaria (= Cynanchum
vincetoxicum), Schwalbenwurz
Naturschutzgebiet Isteiner Klotz (in der Nachbarschaft des Friedhofs)
In der Gemeinde Efringen-Kirchen liegt die steln zum Rheintal abfallende Weißjurascholle des Isteiner Klotz. Rheinkorrekturen, Eisenbahnbau, Anlage von Steinbrüchen und Festungsbauten sowie zahlreiche Sprenungen haben das Bild in den vergangenen 150 Jahren dramatisch verändert. Der größte Teil des 25 ha großen Naturschutzgebiets ist bewaldet. Auf kleinen Felsbändern der südexponierten Malmkalkfelswände wächst ein lückiger Trockenrasen. Die Gesellschaft des Trespen-Trockenrasen (Xerobrometum) wurde 1931 erstmalig von BRAUN-BLANQUET vom Isteiner Klotz beschrieben (der somit der „locus classicus“.dieser Gesellschaft ist. Leider konnten wir uns aus Zeitgründen nicht ausführlich mit diesem interessanten Naturschutzgebiet beschäftigen.
Agropyron junceum, Strand- (Binsen-) Quecke
Asparagus officinalis, Gemüsespargel
Asplenium ruta-muraria, Mauerraute
Asplenium trichomanes, Braunstieliger Streifenfarn
Centaurea stoebe, Rispen-Flockenblume
Chondrila juncea, Knorpellattich
Cichorium intybus,
Wegwarte
Coronilla varia, Bunte Kronwicke
Cymbalaria muralis, Zymbelkraut
Echinochloa crus-galli, Hühner-Hirse
Echium vulgare, Gemeiner Natternkopf
Inula conyza, Dürrwurz
Isatis tinctoria, Färberwaid
Sanguisorba officinalis, Grosser Wiesenknopf
Sedum album, Weisser Mauerpfeffer
Stachys recta, Aufrechter Ziest
Tanacetum vulgare, Rainfarn
Naturschutzgebiet Totengrien
Das sich in Tropfenform von Norden nach Süden erstreckende
Naturschutzgebiet liegt ca. 50 km südlich von Freiburg in der Markgräfler
Rheinebene. Im Westen grenzt es fast bis an die Bundesautobahn A 5, im Osten
bildet die Landesstraße L 378 die Gebietsgrenze.
Sein Name leitet sich wohl von einer in der Nähe des jetzigen
Schutzgebiets gelegenen Insel im Rhein ab (Grien kommt von Grün und bedeutet
»bewaldete Insel«), auf der angeschwemmte Leichen beerdigt wurden.
Das Gebiet war zu dieser
Jahreszeit nicht mehr so eindrucksvoll wie es Ende Mai/Anfang Juni ist. Dann
blüht in großer Zahl eine Fülle verschiedener Orchideen.
Agrimonia eupatoria, Gewöhnlicher Odermennig
Allium carinatum, Gekielter Lauch
Anthyllis vulneraria, Wundklee
Asparagus officinalis, Gemüsespargel
Briza media, Gemeines Zittergras
Carex flacca, Blaugrüne Segge
Centaurea stoebe, Rispen-Flockenblume
Chondrilla juncea, Knorpellattich
Daucus carota, Wilde Möhre
Dianthus carthusianorum, Karthäuser-Nelke
Echium vulgare, Gemeiner Natternkopf
Erigeron annuus, Feinstrahliges Berufkraut, Einjähriges Berufkraut
Euphorbia esula, Esels-Wolfsmilch
Euphorbia seguieriana, Steppen-Wolfsmilch
Helianthemum nummularium, Gewöhnliches Sonnenröschen
Hypericum perforatum, Tüpfel-Johanniskraut
Medigaco falcata, Sichelklee
Ophrys apifera, Bienen-Ragwurz
Ophrys holosericea, ssp. elatior, Hummel-Ragwurz (fr.)
Origanum vulgare, Wilder Majoran, Dost
Peucedanum cervaria, Hirschwurz
Salvia pratense, Salbei
Sanguisorba minor, Kleiner Wiesenknopf
Scabiosa columbaria, Tauben-Scabiose
Stachys recta, Aufrechter Ziest
Teucrium chamaedrys, Edel-Gamander
Thymus serpyllum agg., Feld-Thymian
Faunistische Besonderheit: Raupe des Wolfsmilchschwärmers
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Anacamptis
pyramidalis, Pyramiden-Orchis
Epipactis helleborine, Breitblättrige Stendelwurz
Gymnadenia conopsea, Mücken-Händelwurz
Limodorum abortivum, Dingelorchis
Ophrys apifera, Bienen-Ragwurz
Ophrys
holosericea, Hummel-Ragwurz
Ophrys insectifera, Fliegen-Ragwurz
Ophrys sphegodes, Spinnen-Ragwurz
Orchis militaris, Helm-Knabenkraut
Orchis ustulata, Brand-Knabenkraut
Platanthera bifolia, Weiße Waldhyazinthe
31.07.05 Orchideenwald bei Hüfingen/Baar
Naturschutzgebiet SG Deggenreuschen - Rauschachen. Die Baar - eine hochgelegene Ebene zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb - ist eine weitgehend waldfreie Landschaft. Die klimatisch rauhe Gegend besitzt seit alters einen geringen Waldanteil; auch heute liegen nur wenige Wälder auf der von Acker und Grünland geprägten Hochfläche. Der bekannteste unter ihnen ist der 126 ha große „Deggenreuschen-Rauschachen“ auf den Muschelkalkhügeln südwestlich von Hüfingen. Wie der Doppelname des Naturchutzgebiets schon andeutet, besteht es aus zwei ausgedehnten Waldstücken, die durch die vielbefahrene Bundesstraße 31 getrennt werden.
Das Naturschutzgebiet ist weit über die Region hinaus als „Hüfinger Orchideenwald“ bekannt. Im Wald und in den angrenzenden Magerrasen wachsen 25 Orchideenarten, eine außerordentliche Zahl für ein Nadelwaldgebiet. Eine Erklärung für das z. T. massenhafte Auftreten der Orchideen liegt in der früheren Ackernutzung und Beweidung, die auf dem sogenannten Trigonodus-Dolomit des Oberen Muschelkalkes nachhaltige Oberbodenschäden hinterlassen hat. Viele der im Deggenreuschen-Rauschachen vorkommenden Orchideen, die nicht als »Anzeiger« eines sehr naturnahen Waldes gewertet werden dürfen, bevorzugen offenbar solche Standorte. Dieser Umstand hat auch Einfluß auf die Bewirtschaftung des Waldes im Naturschutzgebiet, deren vordringlichstes Ziel es ist, die großen Bestände der seltenen Arten zu erhalten. Der Ausbau der N31 ist diesem Ziel nicht nicht förderlich gewesen.
Baustelle, frisch aufgeschüttete Erde entlang der Straße
Aethusa cynapium, Hundspetersilie
Anagallis arvensis, Acker-Gauchheil
Apera spica-venti, Gemeiner Windhalm
Centaurea jacea, Wiesen-Flockenblume
Chaenorhinum minus, Orant
Chelidonium majus, Schöllkraut
Cychorium intybus, Wegwarte
Daucus carota, Möhre
Lotus corniculatus, Gemeiner Hornklee
Matricaria recutita, Kamille
Melilotus officinalis, Gelber Steinklee
Onobrychis viciifolia, Saat-Esparsette
Papaver rhoeas, Klatsch-Mohn
Plantago major, Breit-Wegerich
Poa annua, Einjähriges Rispengras
Polygonum aviculare, Vogelknöterich
Senecio vulgaris, Gemeine Greiskraut
Stellaria media, Vogelmiere
Trifolium pratense, Rotklee
Trifolium repens, Weißklee
Im Orchideen-Wald (incl. Waldrandpflanzen)
Abies alba, Weiß-Tanne
Actaea spicata, Christophskraut
Ajuga reptans, KriechenderGünsel
Angelica sylvestris,
Wald-Engelwurz
Arctium lappa. Große Klette
Astrantia major, Große Sterndolde
Atropa belladonna,
Tollkirsche
Brachypodium sylvaticum, Wald-Zwenke
Campanula cochlearifolia, Kleine Glockenblume
Campanula persicifolia, Pfirsichblättrige Glockenblume
Carex remota, Winkel-Segge
Cephalanthera damasonium, Weißes Waldvögelein
Cephalanthera rubra, Rotes Waldvögelein (vegetativ)
Circaea lutetiana, Gewöhnliches Hexenkraut
Cirsium arvense, Acker-Kratzdistel
Cirsium oleraceum, Kohldistel
Cirsium oleraceum, Kohl-Kratzdistel
Clinopodium vulgare, Gewöhnlicher Wirbeldost
Colchicum autumnalis, Herbstzeitlose
Cypripedium calceolus, Frauenschuh (fruchtend)
Daphne mezereum, Gewöhnlicher Seidelbast
Epipactis atrorubens, Braunrote Stendelwurz
Epipactis helleborine, Breitblättrige Stendelwurz
Epipactis muelleri, Müllers Stendelwurz
Epipactis atrorubens, Braunrote Stendelwurz
Epipactis purpurata, Violette Stendelwurz (schön blühend), mitten im Wald, Koordinaten (GK): 3459.782/5307.711
Epipogium aphyllum, Widerbart (in großer Zahl, optimal in der Blüte
Der Orchideenwald bei Hüfingen soll das größte Vorkommen dieser Art enthalten. Sonst tritt sie nur sporadisch auf.)
Fragaria vesca, Wald-Erdbeere
Galium aparine, Kletten-Labkraut
Galium rotundifolium, Rundblättriges Labkraut
Galium odoratum, Waldmeister
Galium verum, Echtes Labkraut
Hordelymus europaeus,
Waldgerste
Knautia dipsacifolia, Wald-Witwenblume
Leucanthemum vulgare, Wiesen-Magerite
Lathyrus pratensis, Wiesen-Platterbse
Lilium martagon, Türkenbund-Lilie (fr.)
Lonicera
xylosteum, Gewöhnliche Heckenkirsche,
Rote Heckenkirsche
Maianthemum bifolium, Schattenblume (fr.)
Melampyrum pratense, Wiesenwachtelweizen
Melampyrum sylvaticum, Waldwachtelweizen
Myosoton aquaticum (= Stellaria aquatica), Wasserdarm
Oxalis acetosella, Wald-Sauerklee
Paris quadrifolia, Einbeere
Petasites albus, Weiße Pestwurz
Platago lanceolata, Spitzwegerich
Platanthera chlorantha, Grünliche Waldhyazinthe
Poa nemoralis, Hain-Rispengras
Polygala chamaebuxus, Buchsblättrige Kreuzblume
Polygonatum verticillatum, Quirl-Weißwurz
Potentilla anserine, Gänsefingerkraut
Prenanthes purpurea, Hasenlattich
Prunella grandiflora, Großblütige Braunelle
Prunus spinosa, Schlehe
Ranunculus
aconitifolius,
Eisenhutblättriger Hahnenfuß
Rhamnus frangula, Faulbaum
Rubus saxatilis, Felsen-Brombeere, Steinbeere
Salvia pratensis, Wiesen-Salbei
Sambucus nigra, Schwarzer Holunder
Solidago virgaurea, Echte Goldrute
Sorbus aucuparia,
Eberesche
Stachys sylvatica,
Waldziet
Taxus baccata, Eibe
Teucrium scorodonia, Salbei-Gamander
Tragopogon pratensis, Wiesennocksbart
Viburnum lantana, Wolliger Schneeball
Pilze:
Geastrum spec., Erdstern
Gomphus clavatus , Schweinsohr
Phallus impudicus, Stinkmorchel
Auf der Fahrt zur Wutach-Schlucht am Wegrand gesehen:
Faunistische Besonderheiten:
Wespenbussard
Saatkrähe
Rabenkrähe
Durch den Westteil der Wutach Schlucht, Parkplatz an der Gäststätte
„Schattenmühle“
Die Wutach ist der letzte Fluß der deutschen Mittelgebirge, der - trotz gewisser Einbußen, vor allem durch starke Wasserentnahme – seinen Charaktier als Wildfluß mit hoher Dynamik auf 30 km Länge in einer geologisch „jugendlichen“ Schlucht mit naturnaher Vegetation erhalten hat. Der geologische Aufbau ausseiner wechselnden Folge von Gesteinen, von Kalk, Dolomit, Gips, Ton, im obersten Teil Gneis, die noch heute ruschenden Hänge und verstürzenden Wände; die Verkarstung mit Schwund und Austritt von kalkreichem Wasser, das starke Gefälle mit Auf- und Abbau von Inseln; und nicht zuletzt die hohe Luftfeuchtigkeit am Grund der Schlucht und an den steilen Schattenhängen – dieses alles spiegelt sich in den rasch wechselnden Pflanzengesellschaften.
Die Quelle der Wutach liegt im Feldbergmassiv, wo einzelne Wasseradern den Feldsee speisen. Als Seebach verläßt das Wasser den See und mündet in den Titisee. Aus diesem fließt die Gutach, um unterhalb von Neustadt mit der Haslach zusammenzustreffen. Ab diesem Ort wird der Fluß dann „Wutach“ genannt
Aconitum lycoctonum, Wolfs-Eisenhut
Actaea spicata, Christophskraut (fr.)
Aruncus dioicus, Wald-Geißbart
Aspenium trichomanes, Braunstieliger Streifenfarn
Asplenium viride, Grüner Streifenfarn
Athyrium filix-femina, Frauenfarn
Calamagrostis epigeios, Wald-Reitgras
Caltha palustris, Sumpfdotterblume
Campanula cochlearifolia, Kleine Glockenblume
Carex remota, Winkel-Segge
Carex sylvatica, Wald-Segge
Chaerophyllum hirsutum, Behaarter Kälberkropf
Circaea alpina, Alpen-Hexenkraut
Cirsium oleraceum, Kohl-Kratzdistel
Cirsium vulgare, Gemeine Kratzdistel
Corylus avellana, Haselnuss
Cratoneuron commutatum, Gemeines Starknervmoos
Cystopteris fragilis, Zerbrechlicher Blasenfarn
Dryopteris
dilatata, Breitblättriger Dornfarn
Dryopteris filix-mas, Gemeiner
Wurmfarn
Erodium cicutarium, Reiherschnabel
Filipendula
ulmaria, Mädesüß
Galium aparine, Kletten-Labkraut
Galium sylvaticum, Wald-Labkraut
Geranium pyrenaicum, Pyrenäen-Storchschnabel
Geum urbanum, Echte Nelkenwurz
Gymnocarpium dryopteris, Eichenfarn
Knautia dipsacifolia, Wald-Witwenblume
Lathyrus vernus, Frühlings-Platterbse
Lonicera nigra, Schwarze Heckenkirsche
Luzula luzuloides, Weiße Hainsimse
Oxalis acetosella, Sauerklee
Pleum pratense, Wiesen-Lieschgras
Polygonatum verticillatum, Quirl-Weißwurz
Polypodium vulgare, Gewöhnlicher Tüpfelfarn
Prenanthes purpurea, Hasenlattich
Primula elatior, Wald-Primel (vegetativ)
Ranunculus lanuginosus, Wolliger Hahnenfuß
Ranunculus platanifolius, Platanenblättriger Hahnenfuß
Ribes alpinum, Alpen-Johannisbeere
Saxifraga rotundifolia, Rundblättriger Steinbrech
Scrophularia nodosa, Knotige Braunwurz
Senecio fuchsii, Fuchs-Greiskraut
Stachys sylvatica, Wald-Ziest
Teucrium scorodonia, Salbei-Gamander
Veronica beccabunga, Bachbungen-Ehrenpreis
01. 08. 05 Wanderung von Oberbergen auf den Badberg
Das Herzstück des zentralen Kaiserstuhls bilden die beiden
zusammenhängenden Naturschutzgebiete Haselschacher Buck und Badberg. Anstelle
des Reblandes und bewaldetet Hügel dominieren hier ungedüngte
Salbei-Glatthaferwiesen und Halbtrockenrasen. Besonders flachgründige und
trockene Standorte nehmen die Trockenrasen ein. In einzelnen Bereichen gedeiht
das wärmeliebende Schlehen-Liguster Gebüsch mit Saumgesellschaften. Die
Gebüsche müssen immer wieder durch Pflegemaßnahmen zurückgedrängt werden, um
die wertvollen Rasengesellschaften zu erhalten.
Acer campestre, Feldahorn
Achillea millefolium, Gemeine Schafgarbe
Agrimonia eupatoria, Gewöhnlicher Odermennig
Allium carinatum, Gekielter Lauch (auch ein gelbes Exemplat)
Allium vineale, Weinbergs-Lauch
Anthericum ramosum, Ästige Graslilie
Anthyllis vulneraria, Wundklee
Artemisia campestris, Feld-Beifuß
Artemisia vulgaris, Gemeiner Beifuß
Asperula cynanchica, Hügel-Meister
Aster amellus, Kalk-Aster
Aster linosyris,
Goldkopf, Goldhaaraster (vegetativ)
Berberis vulgaris, Gemeine Berberitze
Betonica officinalis
(= Stachys officinalis, Stachys betonica),
Heil-Ziest
Bothriochloa (= Andropogon) ischaemum, Bartgras
Brachypodium pinnatum, Fieder-Zwenke
Bromus erectus,
Aufrechte Trespe
Bryonia dioica, Zweihäusige Zaunrübe
Calamintha acinos, Steinquendel
Calamintha sylvatica, Wald-Bergminze
Campanula persicifolia, Pfirsichblättrige Glockenblume
Centaurea stoebe, Rispen-Flockenblume
Chaenorhinum minus, Orant
Cirsium vulgare,
Gemeine Kratzdistel
Clematis vitalba, Gemeine Waldrebe
Convolvulus arvensis, Ackerwinde
Cornus sanguinea, Roter Hartriegel
Coronilla varia, Bunte Kronwicke
Crataegus laevigata, Zweigriffeliger Weisdort
Crataegus monogyna,
Eingriffeliger Weissdorn
Cynanchum vincetoxicum (= Vincetoxicum hirundinaria), Schwalbenwurz
Dactylis glomerata, Knäuelgras
Daucus carota, Wilde Möhre
Dianthus carthusianorum, Karthäuser-Nelke
Dipsacus fullonum
(= D. sylvestris), Wilde Karde
Echium vulgare; Natterkopf
Epilobium angustifolium,
Schmalblättrige Weidenröschen
Erodium cicutarium, Reiherschnabel
Eryngium campestre, Feld-Mannstreu
Euphorbia seguieriana, Steppen-Wolfsmilch
Fallopia japonica (= Reynoutria japonica), Japanischer Staudenknöterich
Festuca pratensis, Gewöhnlicher Wiesen-Schwingel
Fragaris vesca, Wald-Erdbeere
Galium glaucum (= Asperula glauca), Blaugrünes Labkraut
Genista
tinctoria,
Färber-Ginster
Genista tinctoria, Färber-Ginster
Geranium sanguineum, Blutstorchschnalel
Globularia punctata (=
elongata), Gemeine
Kugelblume
Hedera helix, Efeu
Helianthemum nummularium, Gewöhnliches Sonnenröschen (auch eine weiße Form)
Hieracium pilosella, Mausöhrchen
Himantoglossum hircinum, Bocks.Riemenzunge, nach dem Fruchten
Hippocrepis comosa, Hufeisenklee
Hordeum murinum,
Mäusegerste
Inula conyza, Dürrwurz
Isatis tinctoria, Färber-Waid
Knautia dipsacifolia, Wald-Witwenblume
Lactuca serriola, Kompaßlattich
Lepidium
campestre,
Feldkresse
Ligustrum vulgare,
Gemeiner Liguster
Linaria vulgaris, Gemeine Leinkraut
Linum carthaticum, Purgier-Lein
Linum tenuifolium, Schmalblättriger Lein
Lolium perenne, Englische Raygras
Lonicera
xylosteum, Gewöhnliche Heckenkirsche,
Rote Heckenkirsche
Lotus corniculatus, Hornklee
Medicago lupolina, Hopfenklee
Melilotus albus, Weisser Steinklee
Melilotus
officinalis, Echter Steinklee
Ononis spinosa, Gewöhnliche Hauhechel
Origanum
vulgare, Dost, Wilder Majoran
Papaver rhoeas, Klatsch-Mohn
Petrorhagia (Tunica) prolifera, Sprossende Felsennelke
Peucedanum oreoselinum, Berg-Haarstrang
Picris hieracioides, Gemeines Bitterkraut
Plantago lanceolata,
Spitz-Wegerich
Polygonatum odoratum,
Salomonssiegel, Wohlriechende Weißwurz
Polygonum aviculare, Vogelknöterich
Populus tremula, Espe, Zitter-Pappel
Potentilla reptans,
Kriechende Fingerkraut
Prunella grandiflora,
Großblütige Braunelle
Prunella vulgaris, Kleine Braunelle
Prunus avium Vogelkirsche
Prunus spinosa, Schlehe
Quercus x pubescens, Flaum-Eiche
Rhinanthus alectorolophus, Zottiger Klappertopf, Behaarter
Robinia pseudoacacia, Robinie
Rosa canina, Hecken-Rose
Salvia pratensis, Wiesen-Salbei
Sanguisorba
minor,
Kleiner Wiesenknopf
Scabiosa canescens, Graue Skabiose
Schmeißweg ja mirabilis
Senecio erucifolius, Raukenblättiges Greiskraut
Silene vulgaris,
Taubenkopf-Leimkraut
Solidago canadensis, Kanadische Goldrute
Stachys recta,
Aufrecher Ziest
Teucrium
chamaedrys, Edel-Gamander
Teucrium montanum, Berg-Gamander
Thalictrum minus, Kleine Wiesenraute
Thymus serpyllum agg, Feld-Thymian
Tragopogon pratensis, Wiesen-Bocksbart
Trifolium alpestre, Hügel-Klee
Trifolium arvense, Hasen-Klee
Trifolium pratense, Rotklee
Trifolium repens, Weißklee
Trifolium rubens, Purpur-Klee (fr.)
Urtica dioica, Brennessel
Viburnum
lantana, Wolliger Schneeball
Faunistische Besonderheit:
Mantis religiosa, Gottesanbeterin (in großer Zahl)
Aphantopus hyperantus, Brauner Waldvogel
Lacerta viridis, Smaragdeidechse
01.08.05 Nachmittags von Ihringen durch die Weinberge (Lößhohlweg) zum Lenzenberg, von dort durch den Buchenwald Richtung Liliental und zurück über die Martinshöfe
(2 1/2 Std. Wanderung)
Agrimonia eupatoria, Gewöhnlicher Odermennig
Amaranthus retroflexus, Rauhaariger (Zurückgekrümmter) Fuchsschwanz
Anemone sylvestris, Großes Windröschen, 1 Exemplar blühend
Artemisia campestris, Feld-Beifuß
Bryonia dioica, Zweihäusige Zaunrübe
Calamintha acinos, Steinquendel
Chondrilla juncea, Knorpellattich
Crepis capillaris, Grüner Pippau
Diplotaxis tenuifolius, Schmalblättriger Doppelsame
Erigeron annuus, Feinstrahliges Berufkraut, Einjähriges Berufkraut
Euphorbia seguieriana, Steppen-Wolfsmilch
Falcaria vulgaris, Gemeine Sichelmöhre
Hieracium sabaudum, Savoyer Habichtskraut
Isatis tinctoria, Färber-Waid
Mentha longifolia, Ross-Minze
Mercurialis perennis, Wald-Bingelkraut
Peucedanum oreoselinum, Berg-Haarstrang
Rubus caesius, Acker-Brombeere, Kratzbeere
Scabiosa canescens, Graue Skabiose
Setaria verticillata, Wirtel-Borstenhirse
Tanacetum vulgare, Rainfarn
Tragopogon pratense, Wiesen-Bocksbart
Im Wald:
Circaea lutetiana, Gewöhnliches Hexenkraut
Convallaria majalis, Maiglöckchen
Galium sylvaticum, Wald-Labkraut
Mycelis muralis, Mauerlattich
Poa nemoralis, Hain-Rispengras
Pulmonaria obscura, Dunkles Lungenkraut
Torilis japonica, Gewöhnlicher Klettenkerbel
Steinbruch (Naturschutzgebiet) bei Niederrotweil
Abgebaut wurde hier der Phonolithstock des
Kirchbergs. Phonolithische Magma ist im westlichen Kaiserstuhl an keiner
anderen Stelle bis in die Tephrite aufgedrungen. Die Flanken des Kirchberges
blieben weitgehend als Kulisse stehen, so daß der Steinbruch nur von Westen
auffällt. Beeindruckend ist vor allem der östliche Teil mit seinen bis 60 m
hohen Wänden; der westliche „Gemeindebruch“ wurde weniger tief abgebaut. Dohlen
und Turmfalken brüten hier, deshalb ist das Betreten dieses Naturschutzgebietes
erst ab dem 1.8. im Jahr gestattet.
Ausgedehnte Flächen nimmt die
Pflanzengesellschaft Rosmarin-Weidenröschen-HundsbraunwurzfIur
ein, die früher eventuell auf jungen Kiesbänken des Rheins natürlich vorkam und
am Oberrhein heute vor allem trockene SchuttsteIlen besiedelt. Das
Rosmarin-Weidenröschen (Epilobium
dodonaei) stammt aus den Alpen und strahlt bis in das Oberrheingebiet aus.
Epilobium dodonaei, Rosmarin-Weidenröschen (blühend, in größerer Zahl)
Eragrostis minor, Kleines Liebesgras
Scrophularia canina, Hunds-Braunwurz
Senecio erucifolius, Raukenblättiges Greiskraut
Setaria viridis, Grüne Borstenhirse
Teucrium scorodonia, Salbei-Gamander
Faunistische Besonderheit:
Rotflüglige Ödlandschrecke (Oedipoda germanica)
Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens)
02. 08. 05 Vogesen
Fahrt über Colmar, Munster, die Col de la Schlucht auf den Hohneck (1366 m) in den Vogesen. Die Fahrt durch das berühmte Munstertal – es gilt als eines der schönsten des Elsaß - ist sehr abwechslungsreich. Auf der Route wechseln von der offenen Talsohle mit ihren ausgedehnten Weingärten sich Wäldern ab. Mit zunehmender Höhe werden diese spärlicher und von niedrigwüchsigen alpinen Pflanzengesellschaften abgelöst. Dieser Ausflug litt leider unter dem strömenden Regen und dichten Nebel auf der Kuppe des Berges. Es war jedoch der einzige „Schlechtwettertag“ – die Exkursion musste deshalb bald abgebrochen werden.
Adenostyles alliariae, Grauer Alpendost
Pulsatilla alpina ssp. alpina, Alpen-Küchenschelle
Arnica montana, Berg-Wohlverleih
Betonica officinalis, Heil-Ziest
Cicerbita alpina, Alpen-Milchlattich
Coeloglossum viride, Grüne Hohlzunge (blühend)
Dianthus superbus agg., Pracht-Nelke
Gentiana lutea, Gelber Enzian
Jasione montana, Berg-Sandglöckchen
Meum athamanticum, Bärwurz
Polygonum bistorta, Schlangen-Knöterich
Serratula tinctoria ssp. macrocephala, Großköpfige Färber-Scharte
Silene rupestris, Felsen-Leinkraut
Vaccinium vitis-idaea, Preiselbeere
Viola lutea, Gelbes Stiefmütterchen, "Vogesen-Veilchen",
gelbe und blaue Form
03.08.05 Rückfahrt nach Köln: Sandhausener Düne
Rhein-Neckar Kreis, Gemeinde Sandhausen
Das größte Binnendünengebiet Baden-Württembergs liegt in der nordbadischen Rheinebene zwischen den Ortschaften Sandhausen, Oftersheim, Hockenheim und Walldorf und entstand überwiegend im Pleistozän, zu geringen Teilen auch im Holozän. Die kalkhaltigen Flugsande sind auch Flächen mit ungestörter Boddenentwicklung seit dem Pleistozän mehrere Meter tief entkalkt. Solchen Böden (Bänder-Parabraunerden) sind durch humosen Oberboden und Ton- und Kalkverlagerungen aus dem Ober- in den Unterboden gekennzeichnet. In diesen Gebieten wurden die kalkfreien Horizonte durch den Wind ungelagert oder vollständig abgetragen oder von jungen, kalkhaltigen Flugsand überlagert. So entstanden zweischichtige Böden, in den entkalkte pleistozäne Flugsande von kalkhaltigen holozänen Flugsanden überlagert sind. Am „Pferdtrieb“ wurde im Bereich der ehemaligen Sandgrunbe der gesamte Boden entfernt. Auf der ehemaligen Abbausohle und an der durch den Abbau entstandenen südexponierten Dünenböschung stehen stark kalkhaltige pleistozäne Flugsande an.
Die meisten Sandfelder sind weitgehend bewaldet. Nicht so am südlichen Ortsrand von Sandhausen: Die Sandhausener Düne-Pferdstrieb ist schon seit Jahrzehnten frei von Bäumen und seit 1929 vor Überbauung geschützt. Dort herrschen extreme Lebensbedingungen: Der trockene Sand ist instabil und nährstoffarm und die oberen Bodenschichten sind im Sommer um 30 – 40 Grad Celsius wärmer als die umgebene Luft. Nur Spezialisten finden sich in diesem Milieu zurecht. Dies sind z.B. einjährige Arten, die ihren Lebenszyklus vor Beginn der Sommertrockenheit abgeschlossen haben (z.B. Sand-Hornkraut Cerastium semidecandram); sukkulente Arten (Scharfer Mauerpfeffer Sedum acre)en; Arten, die durch filzige Behaarung die Verdunstung vermindern können (Sand-Strohblume Helichrysum arenarium) oder durch besondere Wurzelsysteme der Trockenheit. Einige dieser Arten sind kontinentale Arten, deren Hauptverbreitung in den Steppengebieten Osteuropas liegt( z.B. Sand-Fingerkraut Potentilla incana, Wohlriechende Scabiose Scabiosa canescens, Sand-Radmelde Kochia laniflora) auch subatlantisch verbreitete Pflanzenarten (z.B Silbergras Corynephorus canescens) und submediterrane Arten (Kugel-lauch Allium sphaerocephalon, Zwergsonnenröschen Fumana procumbens, Zwerg-Schneckenklee Medicago minima) sind für diese Dünen charakteristisch. (Näheres in: Beiträge zu den Veröffentlichungen für Naturschutz und Landschaftspflege in Baden-Württemberg Heft 80. Die Sandhausener Dünen. Naturkundliche Beiträge zu den Naturschutzgebieten „Pferdstrieb“ und „Pflege Schönau-Galgenbuckel“, Karlsruhe 1094).
Ruderalisierte Sandrasen- Silberscharten-Gesellschaft (Jurineo cyanoidis-Koelerietum glaucae)
Alyssum montanum ssp gmelinii,
Dünen-Steinkraut (Nachzügler blühend)
Artemisia campestris, Feld-Beifuß
Asparagus officinalis, Gemüse-Spargel
Asperula cynanchica, Hügel-Meister
Bromus tectorum, Dach-Trespe
Cerastium semidecandrum, Fünfmännige Hornkraut
Conyza canadenesis (= Erigeron canadensis), Kanadisches Berufkraut
Corynephorus (= Weingaertneria) canescens, Silbergras
Cynanchum vincetoxicum (= Vincetoxicum hirundinaria), Schwalbenwurz
Cynodon dactylon, Hundszahngras
Cynoglossum officinale, Echte (gemeine) Hundszunge
Dianthus cartusianorum, Karthäuser-Nelke
Diplotaxis tenuifolia, Schmalblättriger Doppelsame
Eragrostis minor, Kleines Liebesgras
Erigeron annuus, Feinstrahliges Berufkraut, Einjähriges Berufkraut
Euphorbia seguieriana, Steppen-Wolfsmilch
Fumana procumbens, Zwerg-Sonnenröschen
Hypochoeris radicata, Gemeines Ferkelkraut
Jurinea cyanoides, Sand-Bisondistel, Silberscharte
Koeleria glauca, Blaugrünes Schillergras
Medicago minima, Zwerg-Schneckenklee
Melilotus albus, Weißer Steinklee
Odontites luteus, Gelber Zahntrost (beginnend zu blühen)
Oenothera parviflora, Kleinblütige Nachtkerze
Petrorhagia prolifera, Sprossende Felsennelke
Peucedanum oreoselinum,
Berghaarstrang
Plantago arenaria, Sand-Wegerich
Plantago media, Mittlerer Wegerich
Potentilla rupestris, Felsen-Fingerkraut
Robinia pseudoacacia, Robinie
Rubus fructicosus, Brombeere
Sedum rupestre, Gewöhnliche-Felsen-Fetthenne, Tripmadam
Senecio jacobaea, Jakobs-Greiskraut
Silene otites, Ohrlöffel-Leimkraut
Solanum nigrum, Schwarzer Nachtschatten
Salsola kali ssp. ruthenica (= ssp. tragus), Steppen-Salzkraut
Setaria viridis, Grüne Borstenhirse
Silene conica, Kegelfrüchtige Leimkraut (bereits abgestorben)
Stachys recta, Aufrechter Ziest
Thymus serpyllum agg., Feld-Thymian
Vincetoxicum hirundinaria, Schwalbenwurz
Am Straßenrand:
Achillea millefolium, Gemeine Schafgarbe
Allium cf vineale, Weinbergs-Lauch
Artemisia vulgaris, Gewöhnlicher Beifuß
Bassia (Kochia) lanifolia, Sand-Radmelde (direkt am Straßenrand, blühend, eine ganze Reihe von Exemplaren)
Bromus tectorum, Dach-Trespe
Chenopodium alum, Weißer Gänsefuß
Chichorium intybus, Gewöhnliche Wegwarte
Daucus carota, Wilde Möhre
Digitaria ischaemum, Fingerhirse
Lepidium campestre, Feldkresse
Pastinaca sativa, Pastinak
Plantago lanceolata, Spitz-Wegerich
Rubus fruticosus, Echte Brombeere
Saponaria officinalis, Gewöhnliche Seifenkraut
Sedum sexangulare (= Sedum mite),
Milder Mauerpfeffer
Kiefernmischwald:
Artemisia nobilis (hier ein wahrscheinlich nur verwildert)
Briza media, Zittergras
Bryonia dioica, Zweihäusige Zaunrübe
Carduus crispus, Krause Distel
Centaurea jacea, Wiesen-Flockenblume
Chelidonium majus, Schöllkraut
Chenopodium album, Weißer Gänsefuß
Erodium cicutarium, Reiherschnabel
Impatiens parviflora, Kleines Springkraut
Lonicera periclymenum, Wald-Geißblatt
Pinus sylvestris, Waldkiefer
Plantago major, Breit-Wegerich
Potentilla rupestris, Felsen-Fingerkraut
Sambucus nigra, Schwarzer Holunder
Scabiosa canescens, Graue (Wohlriechende) Scabiose
Solanum dulcamara, Bittersüßer Nachtschatten
Veronica officinalis, Wald-Ehrenpreis
Viola rupestris, Sand-Veilchen
Viscum album ssp. austriacum, Kiefern-Mistel