Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
der Universität zu Köln
- Der Dekan -
EINLADUNG
zu der am
Montag, den 23. Juni 2003, 17 Uhr c.t.,
im Hörsaal II der Physikaklischen Institute, Zülpicher Straße 77
stattfindenden öffentlichen
Einführungsvorlesung
zur Erlangung der venia legendi im Fach Experimentalphysik
von
Herrn Dr. Volker Ossenkopf
über das Thema
"Wozu THz-Astronomie?"
Kurzzusammenfassung:
Obwohl bis heute fast das gesamte elektromagnetische Spektrum in
astronomischen Beobachtungen erfasst wurde, gibt es noch eine
recht ausgeprägte Lücke im Wellenlängenbereich zwischen ca. 100
und 300 µm, in der Daten bis jetzt sehr spärlich gesät sind.
Die Undurchlässigkeit der Erdatmosphäre auf der einen Seite
und die Probleme der Detektortechnik auf der anderen führten
dazu, dass erst jetzt die entscheidenen Schritte zur Erschließung
dieses Frequenzbereichs gemacht werden können. Nach kleineren
Ballon- und Satellitenmissionen in den letzten Jahren sind nun
große, internationale Projekte für die nähere Zukunft geplant,
die ein Bündel von Antworten auf viele aktuelle Fragen der
astrophysikalischen Forschung versprechen.
Die Fragestellung beziehen sich dabei oft direkt auf die Physik der
Strahler, deren Signal wir nur im THz-Bereich empfangen können.
Dies sind zum Beispiel eine ganze Reihe von Atomen und Molekülen
im warmen interstellaren Medium deren Linienemission in diesem
Frequenzbereich liegt. Es ist aber auch heißer interstellarer Staub
in Sternenstehungsgebieten der eigentlich im Infrarotbereich
emittiert, dessen Strahlung aber durch die Rotverschiebung aufgrund
der Expansion des Universums nur im THz-Bereich gemessen werden kann.
Erst die THz-Beobachtungen ermöglichen deshalb, den Prozess der ersten
Sternentstehung in Galaxien zu untersuchen und ein Bild von der
zeitlichen Entwicklung der Elemente im Universum zu gewinnen.
Die Strahlung der Moleküllinien wiederum erlaubt es einen detaillierten
Blick in das Chemielabor des Materiekreislaufs in unserer Milchstraße
zu werfen. Chemisch aktive Regionen wie Sternentstehungsgebiete
und die Hüllen alter, sterbender Sterne offenbaren erst mit den
Beobachtungen im THz-Bereich ihr tatsächliches Inventar.
Nach einem kurzen Überblick über die prinzipiellen Probleme im
THz-Bereich und der Vorstellung einiger ausgewählter Projekte
wird sich der Vortrag auf die verschiedenen astrophysikalischen
Fragestellungen konzentrieren, die durch Beobachtungen in diesem
Frequenzbereich in den nächsten Jahren untersucht werden können.
A. Freimuth
Dekan