Institut für Geophysik und Meteorologie

(*Dieser Text wurde 1997 von den Mitgliedern Instituts als Beitrag zur Fakultätsbroschüre erstellt.)

Vom Erdmantel über die Atmosphäre bis zu den Kometen

Das Institut besteht sowohl räumlich als auch fachlich aus zwei Bereichen (Geophysik und Meteorologie), die jeweils mit zwei Professoren einen eigenen Studiengang anbieten. Sowohl auf der Seite der Forschungsinhalte als auch auf der Seite der Studieninhalte bestehen jedoch vielfältige Anknüpfungs- und Berührungspunkte.

Forschungsprofil

Im Bereich Geophysik befaßt sich das Institut mit den Forschungsbereichen Weltraumgeophysik und Planetenphysik, der Angewandten Geophysik und Explorationsgeophysik sowie der Physik und der Chemie der mittleren Atmosphäre. Ein weiteres Forschungsgebiet, die Ausbreitung und Tranformation von Schadstoffen in der Troposphäre, wird gemeinsam mit dem Bereich Meteorologie bearbeitet. Die Meteorologie befaßt sich mit der Diagnose physikalischer Prozesse in der Atmosphäre, wobei die Tropen, Europa/Nordatlantik und die Antarktis besondere Untersuchungsschwerpunkte darstellen. Die Arbeiten dienen neben dem Verständnis des gegenwärtigen Klimas der Bewertung von Simulationen von globalen Klimamodellen. Durch die Entwicklung und Anwendung von hydrodynamischen Modellen in der regionalen Skala können in Kombination mit Meßkampagnen komplexe Wirkungsmechanismen zu Fragen der Schadstoffausbreitung in urbanen Ballungsräumen beantwortet werden.

Forschungsschwerpunkte

Die Arbeitsgruppe Weltraumgeophysik beschäftigt sich insbesondere mit der Weltraumplasmaphysik. Hierbei werden unter anderem Magnetometer- und Radiosondierungsexperimente auf Raumsonden und Satelliten durchgeführt und theoretisch-numerisch ausgewertet.

Im Arbeitsgebiet der Angewandten Geophysik und Explorationsgeophysik werden elektromagnetische Methoden zur Tiefenerkundung eingesetzt. Darüber hinaus haben sich die Verfahren als leistungsfähiges Werkzeug zur Flacherkundung im Rahmen der Umweltgeophysik und Ingenieurgeophysik erwiesen.

Die Untersuchung der Ausbreitung und chemischen Umwandlung von Schadstoffen in der Atmosphäre nimmt einen wichtigen Platz in der Forschung des Instituts und deren Anwendung ein. Im Rahmen dieses Schwerpunktes wird das EURAD-Modellsystem betrieben (EURAD: Europäisches Ausbreitungs- und Depositionsmodell). Innerhalb des NRW-Forschungsverbundes "Verkehrssimulation und Umweltwirkungen" dient das EURAD-System als Vorschaltmodell für die in der Meteorologie betriebenen lokalen Simulationsmodelle. Die im Bereich der Meteorologie entwickelten mesoskaligen Strömungs- und Ausbreitungsmodelle werden u.a. zur Abschätzung von Windenergiepotentialen und für Ausbreitungsrechnungen bei Störfällen benutzt. Im Arbeitsgebiet der großskaligen Diagnose der Atmosphärischen Zirkulation liegen die Schwerpunkte in der Untersuchung der tropischen Variabilität und der Entstehung und Intensivierung von extratropischen Zyklonen.

Ausstattung

Neben einer zum größten Teil aus Drittmitteln finanzierten Ausstattung mit Workstations (ca. 60), Netzwerkservern und Druckern existieren einige größere Geräte, die im Rahmen der Forschungsaktivitäten der Angewandten Geophysik eingesetzt werden (seismisches Explorations-System; elektromagnetische Sendersystem; radiomagnetotellurisches Meßgerät; Bodenradargerät). Die Meteorologie setzt neben einem Schallradargerät zur Windsondierung im Rahmen von Meßkampagnen Instrumentierungen zur Messung in der atmosphärischen Grenzschicht.

Perspektiven und Anbindungen

Das Gebiet der Weltraumgeophysik und Planetenphysik ist noch für längere Zeit vital und in der Landschaft der Geophysikstandorte Deutschlands nur schwach vertreten.

Die Klimadiagnose und Regionale Modellierung sind zentrale Schwerpunkte in einem geplanten interdisziplinären Sonderforschungsbereich.

Die Einbindung in die Forschungslandschaft (auch in NRW) ist durch eine große Zahl von Projekten gegeben. Kooperationen im Bereich Meteorologie sowie durch die Arbeitsgruppe EURAD bestehen insbesondere mit dem Forschungszentrum Jülich und dem Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg. Darüber hinaus erfolgt mit der Purdue-Universität (USA) ein regelmäßiger Wissenschaftleraustausch auf der Grundlage eines Partnerschaftvertrages.