(*Dieser Text wurde 1997 von den Mitgliedern Instituts als Beitrag zur
Fakultätsbroschüre erstellt.)
Struktur, Funktion, Verhalten und Entwicklung von Tieren
Lehre
Einerseits ist es das Anliegen des Instituts, eine fundierte Basis zoologischer
Grundkenntnisse zu vermitteln; zum anderen können die Studenten darauf aufbauend aus
einem breit gefächerten Angebot Spezialkenntnisse bestimmter Teilgebiete erwerben, von
molekularen Mechanismen bis hin zur Artenvielfalt der heimischen Fauna. In der Lehre sind
die Mitglieder des Instituts an der Ausbildung von Diplombiologen und Lehrern, aber auch von
Naturwissenschaftlern anderer Fachrichtungen sowie von Medizinstudenten beteiligt.
Forschungsprofil
Das Institut befaß sich mit den vielfältigen Lebensäußerungen von Tieren, angefangen von
den Vorgängen während der frühen Embryonalentwicklung über die Funktion einzelner Teile
eines Organismus bis hin zum Verhalten und den komplexen Interaktionen zwischen
verschiedenen Arten. Untersuchungen werden auf der Ebene von Molekülen, Zellen
Geweben Individuen und ganzen Populationen durchgeführt. Einerseits geht es dabei um
neue spezifische Erkenntnisse an ausgewählten Modellsystemen, andererseits werden
Aspekte bearbeitet, die den Menschen und seine bedrohte Umwelt berühren.
Forschungsschwerpunkte
Die molekularen und zellulären Grundlagen der Musterbildung sind ein Schwerpunkt der
Forschung. In den Arbeitsgruppen mit entwicklungsbiologischer Ausrichtung werden an
verschiedenen Modellsystemen Aspekte der Zelldifferenzierung und Gestaltbildung während
der Embryonalentwicklung bei der Larvenumwandlung in ein erwachsenes Tier und während
der Regeneration untersucht. Es werden u.a. Signaltransduktionswege, Genregulation und
die Rolle von Morphogenen analysiert.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Analyse von Nervensystem und Kommunikation. Im
Bereich der Physiologie wird die Rolle des Nervensystems bei der Steuerung des
Insektenflugs untersucht. Weiterhin werden neuronale Grundlagen der Erzeugung und
Verarbeitung akustischer Signale bei der innerartlichen Kommunikation von Amphibien und
Säugetieren und die Bedeutung artspezifischer Lautsignale bei akustisch kommunizierenden
Insekten analysiert.
Auf dem Gebiet der Ökologie, mit dem Forschungsschwerpunkt Interaktion zwischen
Organismen und ihrer Umwelt, werden u.a. folgende Aspekte bearbeitet: Die zeitliche
Steuerung von Lebenszyklen (biologische Uhren) und Fortpflanzungszeiten in Anpassung an
periodisch wiederkehrende Umweltsituationen; die Ökologie von Süßgewässern,
insbesondere des Rheins; Faktoren, die die Entwicklung tropischer Riffe steuern; die
Ursachen warum naturnahe, laubholzdominierte Wirtschaftswälder höhere Produktivität als
wirtschaftsbetonte, nadelholzdominierte Flächen erreichen.
Mit verschiedenen Ansätzen wird im Institut an Projekten zur biologischen
Schädlingsbekämpfung gearbeitet. Dabei soll z. B. Umweltmonitoring mit Hilfe von
geeigneten Testorganismen helfen, Umweltschäden zu erkennen und zu vermeiden.
Ausstattung
Im Hause sind eine Schreinerei und Feinmechanikerwerkstatt angesiedelt. Es gibt ein
gemeinsam genutztes Elektronen- und konfokales Lasermikroskop, dazu Labors für
radioaktive und gentechnische Arbeiten. Das Institut verfügt über eine wissenschaftlich
betreute Außenstelle in Rees-Grietherbusch (Altrhein). Dort werden Exkursionen, Praktika,
Kurse und Tagungen veranstaltet. Staatsexamens-, Diplom- und Promotionsarbeiten
beschäftigen sich mit Themen der Ökologie, Ornithologie und Faunistik.
Perspektiven und Verknüpfungen
Durch eine Kombination von klassischer Zoologie und modernen konzeptionellen und
methodischen Ansätzen soll weiterhin die grundlegende und verbindende Rolle dieses Fachs
im Kanon der anderen biologischen Gebiete deutlich werden. Drittmittelprojekte werden durch
DFG, BMFT und Industrie unterstützt.