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Universität zu Köln   Bachelorstudiengang Geowissenschaften










Modul MN-GEO-P8 (Regionale und Historische Geologie)

Modultitel

Regionale und Historische Geologie

MN-GEO-P8

Zuordnung:

Fachspezifische Grundlagen

Basismodul

Lehr-
veranstaltungen
4. Semester

Erd- und Lebensgeschichte

V

3 SWS

Übungen zu Erd- und Lebensgeschichte

Ü

1 SWS

Regionale Geologie

V

2 SWS

Geländeübungen 2 - Geländeübungen zur Regionalen und Historischen Geologie

3 Tage

Geländeübungen 3 - Großes geologisch-paläontologisch-mineralogisches Geländepraktikum

9 Tage

Lehrinhalte

Erd- und Lebensgeschichte (V+Ü)

Nach Erwerb grundsätzlichen Wissens über geowissenschaftliche Prozesse und Phänomene in den ersten drei Semestern verfolgt die Veranstaltung das Ziel, in einer holistischen Zusammenschau die historische Entwicklung des Planeten Erde vom Archaikum bis in das Quartär in chronologischer Reihenfolge vorzustellen. Schwerpunkte sind (1) die Entwicklung der Atmosphäre und Hydrosphäre im Präkambrium, (2) die Wanderung von Lithosphärenplatten in Raum und Zeit und damit zusammenhängende Prozesse, wie die Entstehung von Ozeanen und Orogenen (panafrikanisch-cadomische Orogenese, kaledonische Orogenese, variskische Orogenese, alpidische Orogenese, (3) die Evolution und Diversifikation der Organismen, (4) die großen Radiations- und Aussterbeereignisse ("kambrische Explosion", Besiedelung des Festlandes, Aussterbeereignise insbes. am Ende des Paläo- und Mesozoikums) und (5) die vielfältig rückgekoppelte Entwicklung des Paläoklimas. Auf regionale Beispiele aus dem europäischen Raum wird besonders eingegangen. In den Übungen werden typische Gesteine und Fossilien aus diversen erdgeschichtlichen Perioden mit Schwerpunkt Mitteleuropa vorgestellt.

Regionale Geologie

Im Mittelpunkt steht die Analyse der verschiedenen Faltungs- und Riftzonen, Sedimentationsbecken und Vulkangebiete Europas unter Berücksichtigung auch heute noch wirtschaftlich abbaubarer Lagerstätten der Steine und Erden, Salze, Metalle und Kohlenwasserstoffe. Die Synthese aus dieser regionalen Kenntnis zeigt die Entwicklungsgeschichte des europäischen Kontinents zu seiner heutigen Struktur aus übergeordneten geotektonischen Baueinheiten.

Geländeübungen 2 - Geländeübungen zur Regionalen und Historischen Geologie

In den Geländeübungen werden regionalgeologische Entwicklungen aus der Umgebung des Hochschulstandortes Köln exemplarisch vorgestellt. Angesicht der vielfältigen, in kurzer Zeit erreichbaren geologischen Einheiten des Rheinischen Schiefergebirges, des mesozoischen Deckgebirges (Mechernicher Trias und Trier-Bitburger Triasbucht), der Niederrheinischen Bucht sowie vulkanischer Einheiten in der Eifel und im Siebengebirge können ausgewählte Aspekte des geologischen Aufbaus und der geologischen Entwicklung Mitteleuropas erfahrbar gemacht werden.

Geländeübungen 3 - Großes geologisch-paläontologisch-mineralogisches Geländepraktikum

Im Geländepraktikum sollen die in Vorlesungen und Übungen gewonnenen geowissenschaftlichen Erkenntnisse in natürlicher Umgebung erfahrbar gemacht werden. Deswegen werden in einem weiten Spektrum Aspekte zur Kristallingeologie und Mineralogie, zur Paläontologie, Stratigraphie, Sedimentgeologie, Strukturgeologie und Angewandten Geologie sowie zur historischen und regionalen Geologie behandelt. Besonderes Gewicht liegt auf der holistischen Beschreibung und Interpretation der vielfältigen im Gesteinsverband eines jeden Aufschlusses gespeicherten Daten. Die neuntägige Veranstaltung ermöglicht die Besprechung einer oder mehreren größeren geologischen Einheiten in Europa. Die Zielgebiete wechseln nach Maßgabe der durchführenden Dozenten.

Lernziele/vermittelte fachliche Kompetenzen

Die Teilmodule Erd- und Lebensgeschichte und Regionale Geologie sind durch die wechselseitige Beziehungen von Zeit und Raum eng miteinander verknüpft. Ziel des Teilmoduls Erd- und Lebensgeschichte ist, die Rückkopplung zahlreicher endogener, exogener und biotischer Prozesse im komplexen System Erde aufzuzeigen. Zum anderen soll die historische Komponente der Geowissenschaften bewußt gemacht werden, d. h. von auf unterschiedlichsten Zeitskalen ablaufenden Prozessen, welche das Bild einer dynamischen Erde formen. Ziel des Teilmoduls Regionale Geologie ist, einen Überblick über die komplexe geologische Struktur Europas zu vermitteln, um weiterführende Untersuchungen, z. B. aus der Geochemie und Angewandten Geologie in den geeigneten Rahmen stellen zu können.
Ziel der Geländeveranstaltungen ist, geowissenschaftliche Sachverhalte im "Geländelabor" zu demonstrieren und natürliche Gesteinsarchive einer Region unter Berücksichtigung oftmals fragmentarischer Beobachtungsmöglichkeiten in Einzelaufschlüssen möglichst umfassend zu interpretieren. Damit wird auch die für Geowissenschaftler unabdingbare Datenerhebung im Gelände geübt.
Nach Besuch des Moduls sollen die Studierenden einen Überblick über die erdgeschichtliche Entwicklung des Planeten Erde sowie die regionalgeologische Entwicklung Europas besitzen. Weiterhin sollen sie in die Lage versetzt werden, zukünftig selbstständige Geländebeobachtungen durchzuführen.

Vermittelte fachübergreifende Kompetenzen

Umgang mit gegenständlichen Untersuchungsobjekten, Schärfung der Beobachtungsgabe und des räumlichen Vorstellungsvermögens, Protokollführung incl. zeichnerische Darstellung natürlicher Sachverhalte. Leben und Arbeiten in der Gruppe im Gelände, auch für längere Zeit und unter ggf. widrigen Umständen.

Literatur

  • Faupl, P.: Historische Geologie. 2 Aufl., UTB, Wien (2003).

  • Henningsen, D., Katzung, G.: Einführung in die Geologie Deutschlands. 7. Aufl., Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, (2006).

  • Rothe, P.: Erdgeschichte - Spurensuche im Gestein. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt (2000).

  • Rothe, P.: Die Geologie Deutschlands. 48 Landschaften im Portrait, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt (2005).

  • Schönenberg, R., Neugebauer, J.: Einführung in die Geologie Europas. 7. Aufl., Rombach, Freiburg (1997).

  • Stanley, S.M.: Historische Geologie. 2. Aufl. von V. Schweizer, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg-Berlin (1999).

  • Walter, R.: Geologie von Mitteleuropa. 6. Aufl., Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart (1998).

Weiterführende Literatur

  • Grabert, H.: Abriß der Geologie von Nordrhein-Westfalen, Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart (1998).

  • Koenigswald, W., von Meyer, W.: Erdgeschichte im Rheinland. Verlag Friedrich Pfeil, München (1994).

Lehr- und Prüfungsformen

Lehrformen: Dozentenpräsentation, Anleitung zu selbstständigem Arbeiten, Anleitung zu Geländearbeiten
Prüfungsformen: Klausuren, Hausarbeit (Geländeprotokoll)
 

Arbeitsaufwand, Voraussetzungen für die Vergabe von Leistungspunkten

Erd- und Lebensgeschichte (V+Ü)

4+1 LP

 

Abschlussklausur

Regelmäßige Teilnahme, Vor- und Nachbereitung, Klausurvorbereitung

 

4 SWS / 150 Std.

 

Regionale Geologie (V)

3 LP

 

Abschlussklausur

Regelmäßige Teilnahme, Vor- und Nachbereitung, Klausurvorbereitung

 

2 SWS / 60 Std.

 

Geländeübungen 2 - Geländeübungen zur Regionalen und Historischen Geologie (GÜ)

1 LP

dreitägig

Hausarbeit (ausgearbeitetes Geländeprotokoll)

Vorbereitung, Teilnahme, Hausarbeit

 

1 SWS / 30 Std.

 

Geländeübungen 3 - Großes geologisch- paläontologisch- mineralogisches Geländepraktikum (GÜ)

3 LP

neuntägig

Hausarbeit (ausgearbeitetes Geländeprotokoll)

Vorbereitung, Teilnahme, Hausarbeit

 

3 SWS / 90 Std.

 

Summe

12 LP

10 SWS / 330 Std.

 

Modulbewertung

Die Modulnote errechnet sich aus dem gewichteten arithmetischen Mittel der Abschlussklausuren und der Hausarbeit.

Anrechnung in Endnote

8 %

Kompensierbarkeit

Nicht kompensierbares Pflichtmodul

Position i. Studienplan
Häufigkeit d. Angebots

4. Semester
Einsemestriges Modul,
jeweils im SS

Voraussetzungen für die Teilnahme am Modul und den Einzelveranstaltungen

Modul: erfolgreicher Abschluss der Module MN-GEO-P1 und MN-GEO-P2.
Einzelveranstaltungen: Bei mehrfach durchgeführten Veranstaltungen besteht kein Wahlrecht für eine bestimmte Veranstaltung/einen bestimmten Dozenten; die Teilnahme wird im gegenseitigen Einvernehmen der Studierenden festgelegt, andernfalls entscheidet das Los.

Verwendbarkeit in anderen Studiengängen

Die Einzelveranstaltungen Erd- und Lebensgeschichte und Regionale Geologie sind als Nebenfachveranstaltung für andere mathematisch-naturwissenschaftliche Studiengänge geeignet.

Lehrende

Professorinnen und Professoren und wiss. Mitarbeiterinnen und wiss. Mitarbeiter des Instituts für Geologie und Mineralogie.

Koordinatoren

Dr. M. Grigo

Bearbeitungsstand

15.07.2008

Peter Held für webmaster .  27.10.2008 14.04 Uhr