Geschichte des Zoologischen Instituts

Das Zoologische Institut wird im Jahr 1925, gleichzeitig mit der Einrichtung der medizinischen Lehrstühle für Anatomie und Physiologie, gegründet. Über dem Städtischen Museum für Naturkunde im historischen Stapelhaus untergebracht, baut Prof. Dr. Dr. E. Bresslau als erster Direktor es rasch aus. Bereits fünf Jahre später hören 200 Studenten die Grundvorlesung und ein Umzug in ein größeres Gebäude wird unvermeidlich.
Er erfolgt im Herbst
1930 in das Gebäude des ehemaligen Volksgartenrestaurants am Eifelplatz. Hier
setzt E. Bresslau auch seine Forschungsarbeit fort, wozu unter anderem die Entwicklung
der Opalblau-Phloxinrhodamin-Färbung, die Entwicklung eines pH-Meßgerätes und
die Erstellung bzw. Verbesserung des Nachschlagewerkes "Zoologisches Wörterbuch
von Ziegler-Bresslau" gehören. Mit dem Ende des Jahres 1933 wird E. Bresslau
wegen seiner jüdischen Abstammung zwangsweise entlassen und seine Vorlesungen
werden von Mitarbeitern übernommen.
Im April 1935 übernimmt Prof. Dr. O. Kuhn
die Leitung des Instituts und des Naturkundemuseums Köln. Bei einem der ersten
Bombenangriffe auf Köln wird das Institutsgebäude 1942 völlig zerstört. Bibliothek
und Instrumente können größtenteils gerettet werden und überstehen den Krieg
an verschiedenen Orten.
Im Jahr 1945 übernimmt Prof. Dr. E. Rotmann - O. Kuhn wird als NS-Angehöriger seines Amtes enthoben - Leitung und Wiederaufbau. In Eigeninitiative wird ein teilweise zerstörtes ehemaliges Verbindungshaus in der Kerpenerstr. 13 repariert und ausgebaut. Vorlesungen finden in der Lindburg, später im Universitätshauptgebäude oder auch in der benachbarten Volks- und Berufsschule statt.
E. Rotmann verstirbt
1950 überraschend und 1951 wird Prof. O. Kuhn neuer Direktor des Instituts.
Unter seiner Leitung entstehen u.a. Gewächs- und Versuchstierhäuser, ein Bienenhaus,
sowie ein Anbau für Werkstätten. O. Kuhn baut auch die wissenschaftliche Breite
des Instituts weiter aus. 1954 erfolgte die Gründung des Lehrstuhls für
Vergleichende Tierphysiologie, der mit Prof. Dr. C. Heidermanns besetzt
wird. Im Jahr 1955 wird die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät gegründet,
so daß das Zoologische Institut nicht mehr zur Philosophischen Fakultät gehört.
Ein Jahr später wird das Institutsgebäude um den Neubau Kerpenerstr. 15 erweitert
und besitzt nun wieder einen eigenen Kurssaal. Das Institut für Vergleichende
Tierphysiologie, das im selben Gebäude untergebracht ist, bekommt mit Prof.
Dr. F. Huber 1963 einen neuen Direktor. Da schon bald abzusehen ist, daß der
Platz in der Kerpener Straße nicht aussreicht, beginnt schon 1950 die Planung
eines neue Gebäudes. 1964 beginnt der Bau im Weyertal 119 - neben dem bereits
bestehendem Gebäude des Genetischen Instituts.
Der von O. Kuhn geplante
Umzug findet 1966 statt. Ein Teil des Instituts nutzt weiterhin die "Dependance"
in der Kerpener Str. 15. Zeitgleich mit dem Einzug übernimmt Prof. Dr.
A. Egelhaaf die Nachfolge von O. Kuhn. 1967 findet die Gründung des Instituts
für Ökologie und Angewandte Zoologie mit Direktor Prof. Dr.
D. Neumann statt. 1974 übernimmt Prof. Dr. G. Wendler die Leitung des Instituts
für vergleichende Tierphysiologie.
Aus diesen drei Instituten entstehen später die drei Lehrstühle, bzw. die heutigen drei Organisationsbereiche: Experimentelle Morphologie seit 1988 unter Leitung von Prof. Dr. S. Berking, Tierphysiologie seit 1998 unter Leitung von Prof. Dr. A. Büschges und Ökologie seit 1997 unter Leitung von Prof. Dr. H. Arndt. Zum Zoologischen Institut gehören die (auch Lehrlinge ausbildende) Schreinerei (Leitung: F. Hennig), die Feinmechanik-Werkstatt (Leitung: W. Dittmar) und die Elektronikwerkstatt der Tierphysiologie. Im Institut arbeiten ein Präparator und ein Grafiker (J. Jacobi). Es gibt eine Instituts-Bibliothek, eine Sammlung von Lehrfilmen und Schautafeln, eine zentrale Spülküche, eine umfangreiche Tiersammlung, sowie diverse Tierzuchten. An gemeinsam genützten Großgeräten stehen z.B. ein Rasterelektronenmikroskop (Hitachi S 520), ein Konfokales Laser-Scanning-Mikroskop (Zeiss LSM510), zwei Ultrazentrifugen und drei (UV)-Cytophotometer zur Verfügung.
Die Aussenstelle
Grietherbusch am Niederrhein gehört seit 1973 zum Zoologischen Institut. Die
ehemalige Zwergschule wurde nach ihrer Auflösung vom Institut übernommen und
für Praktika, Exkursionen und Forschungsprojekte genützt. Sie bietet neben Übernachtungsmöglichkeiten,
Küche und einem Aufenthaltsraum auch einen Kurssaal, sowie Laborräume. Seit
1997 ist mit dem Bootshaus der Universität zu Köln, das unterhalb von Köln-Rodenkirchen
ankert, eine weitere
Forschungsstation
vorhanden. Dieses aus zwei Kähnen bestehenden "Rheinlabor" ermöglicht
die Erforschung der Rheinfauna im Labor mit durchströmenden Rheinwasser.
Die hier zusammengestellten Informationen wurden dem zum 75 Jährigen Bestehen erschienenen Buch "Von Einzellern in Opalblau zu Polypen im Internet - Dokumentationen zur Geschichte des Zoologischen Instituts der Universität zu Köln" von Hans-Jürgen Hoffmann (Eigenverlag, Köln, 2001, ISBN-3-00-007760-X) entnommen.
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