Nikolaus auf dem Rhein 2002

Bilder unten

zurück
Nikolaus auf dem Rhein.
Am Donnerstag dem  5. Dezember 2002 um 15:00 war es wieder so weit. Ich konnte mich frei  und auf den Weg machen. Als ich am Steiger vor dem Clubhaus ankam, standen der Nikolaus (Reinhard Brauns) und Gisela Erdmann  schon bereit, um die Tüten zu verladen. Annette Kleikamp kam angeflitzt, sie hatte sich frei genommen. Von den Journalisten, die wir geladen hatten, war praktisch niemand erschienen; Ist wohl nicht mehr attraktiv genug für die Presse. Vielleicht macht sie aber in diesem Jahr Pause. Eine Praktikantin von der Rundschau kam mit 20 Minuten Verspätung angehastet. Sie hatte, wie sie atemlos mitteilte, Probleme den Treffpunkt zu finden. Außer Papier und Bleistift hatte sie nichts dabei. 
Das Wetter war schön; die Wasserschutzpolizei machte fest; wir konnten laden: 20 Tüten mit Mandarinen, Süßigkeiten, Kuchen, Wein, einer Glühweintasse und einem Weihnachtslichtchen.
Das Bedürfnis die Schiffer zu beschenken war bei beiden vorhanden, dem Club und der Wasserschutzpolizei. Obwohl die Crews nicht in jedem Jahr gleich sind, wird unsere Aktion von ihnen bereits als Tradition empfunden und das ist gut so! Ergibt sich daraus doch auch eine zukünftige Verpflichtung für uns.

Es ging also  los! Wir legten ab. Der Steuermann wendete den Kurs zu Tal; der Ausguck meldete den Namen des ersten Schiffs. Über Funk wurde es angepreit und nach Besatzung und Kindern gefragt. Zwei kleine wurden gemeldet: ein Mädchen und ein Junge, beide noch nicht schulpflichtig. Wir drehten bei und fuhren heran. An den Händen des Vaters  standen die beiden Kleinen erwartungsvoll, gleichzeitig aber ein bisschen unsicher, am Heck des Schiffs und warteten. Hatten sie schon einmal den Nikolaus mit einem Schiff daherkommen sehen? Waren sie schon einmal auf dem Wasser beschert worden? zur rechten Zeit? am Nikolaus-Abend?
Unser Nikolaus war ein Prächtiger! Bekleidet mit einer Bischofsmütze und Lederstiefeln war er; wie einer der drei Musketiere; nicht ganz (katholiken-)stilecht; eben ein Kind unserer Zeit (Coca Cola hat’s weltweit geschafft.) Für den Rhein ist eine solche Montur jedoch praktisch. Außerdem  erkennen Kinder unserer Zeit ja schon keine andere Kostümierung mehr als Nikolaus, als eben den amerika-importierten Coca Cola – Santa Claus.  Im Fernsehen sah ich letztlich übrigens einen bischöflich gekleideten, der die Kinder mit ‚Ho- ho- hooooo’ begrüßte. Bei den Tönen ist die Coca Cola-Maskerade schon besser.
Von den Schiffen die wir beschenken konnten, fuhr die CORINA nach Trier. Sie hatte Sand geladen, die ANDROMEDA  aus OUDEKERKE nach Köln-Niehl, Die ISOLA D’ISCHIA aus Belgien nach Plochingen  am Neckar (links rein hat Annette dazu vermerkt; sie hat Buch geführt.) Die DORNECK ging nach Bratislava (Pressburg). Sie hatte wohl den weitesten Weg vor sich. So ging es weiter, der eine fuhr nach Basel der andere kam von Zwolle. Schließlich beschenkten wir  im Niehler Hafen noch die SOMMNIUM VITAE, die regelmäßig zwischen Köln und Luxemburg Schrott fährt. Fünf Kinder hatte die  Schifferfamilie Bell. Die waren zwar nicht an Bord aber wurden anderntags erwartet. Stolz zeigte der Schiffer uns seine Wohnräume. Recht gemütlich waren  sie eingerichtet. Alle Kinder  hatten ihren Platz darin. „Wäre schön, wenn man ein bisschen mehr Kontakt zu den Vereinen hätte, die den Rhein z. B. mit Paddelbooten bevölkern“. meinte der Schiffer. Das war zwar nicht unser Metier. Ich habe mir jedoch vorgenommen, die Bells einmal in den Club ein zuladen.
Eine Flasche Cognac hat uns der Skipper noch in die Hand gedrückt; für die Schiffsbesatzung! habe ich entschieden!  Wir waren am Ende unserer ‚Nikolaus-Bescherungs-Reise’ Die Tüten waren ‚an die Schiffe gebracht’. Langsam fuhr das Wasserschutzboot durch die Dunkelheit zu Berg, vorbei an der beleuchteten Rheinfront, bis zu ‚unserm’ Steiger. Währenddessen haben wir gemeinsam ein paar Plätzchen gegessen und den Wein probiert, den wir vorher verschenkt hatten. Beides hat geschmeckt. Wir kamen dabei ein bisschen ins Plaudern. und erfuhren, dass ein Be-satzungsmitglied selbst begeisterter Segler ist. Ich hab ihn für das nächste Jahr auf unsere Jollen eingeladen.
Reinhard der Nikolaus, Gisela und Annette sind dann noch zur  Nikolausfeier im Club gegangen. 

Damit hat wieder ein Jahr Rheinsegeln  seinen Abschluss gefunden, diesmal geprägt durch große Beteiligung  und Begeisterung auf den Clubbooten. Es ist offensichtlich keineswegs schwer, Mitglieder für unser Revier zu animieren. Man muss nur Wollen und Möglichkeiten haben. Schön dabei ist vor allem, dass Freundschaften vermehrt und gefestigt werden und neue potentielle Mitglieder beworben werden. Denn nicht nur gesegelt wird, sondern nachher auch zusam-mengesessen gegessen und getrunken, geredet  und gelacht.

- Nächstes Jahr hoffentlich noch mehr und noch öfter. 
Frohe Festtage wünscht    Euer hja
 

zurück
n1
n2
n3
n4
n5 n6
n7 n8
n9
n19 n20
n21 n22
zurück