kl
 Shark 24  2004 World Cup
in Röbel auf dem Müritz See
zurück
kl


Bilder


Wieder eine Weltmeisterschaft, bei der ich mit von der Partie war


Beim Einkranen wurden  die Schiffe gewogen. Dazu war es auszuräumen. Gunnar tat sein Bestes. Hat dann aber doch viel dringelassen. 1080kg brachte die í3V auf die Waage wenn alles ausgeräumt gewesen wäre, könnten es vielleicht 20-30kg weniger gewesen sein. Aber sie ist immer noch eine der Schwersten. Für den 6PS-Motor mussten wir, weil er zu leicht war, noch Balast zuladen. Dann ging's zu Wasser. Alle Sharks lagen mit dem Bug nach vorne an den Stegen.  Für mich war das unmöglich. Ich hatte einen wehen Rücken und kam außerdem gerade von einer Bandscheibenvorfallbehandlung. Deshalb reservierte man mir einen Platz, an dem ich seitlich anlegen konnte. Damit war das wichtigste einmal erledigt. Erfreulich flexibel waren  die Rödeler.
Unsere Segel-Vermessung  war unproblematisch! Ich wusste, dass meine OK waren. Auch die Anmeldung war OK.
 Im Regattabüro erlebte ich wirklich perfekte Organisation.
Jede Crew erhielt
Drei verschiedene Nummernschilder. Eines zum Anbringen am Schiff, eínes zum Anbringen am Liegeplatz und einee um es auf eine Tafel im Aufgang zum Regattabüro zu hängen. Wir hatten die Nummr 42. Vor jedem  Auslaufen hatte man seine Nummer von der Tafel zu nehmen und nach dem Einlaufen (genau 90 min nach Ende der letzten Tageswettfahrt)  wieder dort aufzuhängen.
Wer das vergaß, wurde disqualifiziert. Beim ersten Mal hatten wir vergessen sie mitzunehmen. Man hat uns verziehen aber Konsequenzen für das nächstem mal angedroht.

Außer den Erinnerungsgaben wurden  Marken für das Regattadinner, gesponsert von der Regattaleitung und eine Knipskarte für die täglichen 'Happy Houres' ausgegeben. Am erste Abend saßen wir draußen um ein Lagerfeuer herum. Bier und andere Getränke konnte man kaufen und dazu gegrillten Truthahn futtern. Preiswert und sättigend. Bis spät in die Nacht hinein wurde getrunken, gegessen und gesungen. Zur Einstimmung war das eine gute Idee.
Lüder Heidemanns, ein guter Bekannter aus der Wiesbadener Gruppe, sah  mich umher humpeln. Er bot mir eine heilende Salbe an, die ich auf meinen Rücken schmieren lassen konnte. Jürgen hat das liebevoll besorgt und zusammen mit einem Nierengurt, den ich mir vorsorglich  in Köln gekauft hatte, wurde mein Rücken besser und besser:
Die Tatsache, dass ich bereits seit Jahren der älteste Teilnehmer bin, lässt die Sharkies besonders höflich sein. Die Tatsache, dass mich alle als Professor anreden, lässt einen Jüngeren fragen, ob das ein Spitzname sei, oder ob ich wirklich einer wäre. Ich erläuterte ihm, dass es für Viele einfacher sei als Hermann Josef
Am Montag Morgen ging es  mit der ersten Wettfahrt los. Start war um 11:00. Gegen 9:00 fuhren die meisten und auch wir zur Regattabahn. Zuerst unter Motor und bald schon unter Segel. Der Wind blies achterlich und frisch. Wir gewöhnten uns an das Wasser. Die Welle war sehr erträglich. Jürgen, der das Revier von 505er Regatten bereits kannte, hatte sie uns als unangenehm geschildert. Mag sein für 505er.
Die Crew  musste sich  wieder aneinander gewöhnen. Das dauert immer seine Zeit!  Offensichtlich
bin ich
einfach zu ehrgeizig um ruhig zu bleiben, wenn es darum geht schnell zu sein und es nicht so klappt, wie es sollte. Jürgen hat offensichtlich den gleichen  Ehrgeiz, aber andere Vorstellungen,  wie man ihn befriedigt. Kein Wunder dass es da  zu Diskussionen kommt! Nur einer kann Skipper sein.
Ich weiß nicht wie die Wertung zustande gekommen ist. Ich  hatte den Eindruck bei der 1. Wettfahrt  an backbord an der Zieltonne vorbei gefahren zu sein. In der Liste stehen wir auf dem 41. Platz.

Mit den Cracks mitzuhalten, ist uns nicht möglich. Welten liegen zwischen ihnen und uns. Wenn man sieht, wie sie vorneweg ziehen und in der Lage sind, auf der Kreuz jeden vorhandenen Wind in Vortrieb umzusetzen. Dabei kürzen sie die Segel nur selten.
Das Wetter blieb die ganze Woche über windig,  von frisch auf stürmisch
mit zunehmender Tendenz wechselnd. Wir packten bald die 180er Genua ein und wechselten zur 150er, dann  zur Fock, Auch das Großsegel kürzten wir,  bis zum Schluss, am letzten Tag (Samstag) mein altes Groß mit dem zweiten Reff zum Einsatz kam.
Schaut man die sich die Ergebnisse an, so wäre es nicht ganz so schlecht gelaufen, wenn wir uns nicht entschlossen
hätten,
auf die Wettahrten am Samstag zu verzichten. Zwar sind wir mit  rausgefahren und haben die Shark unter den bestehenden Windverhältnissen (7Bf)  genossen. Der gemeinsame Beschluss nicht mitzustarten  stand sicher auch unter dem Eindruck meiner Blessur, die ich mir Mittwochs eingehandelt hatte. So kommt unsere Zielreihung 41, 44, 50, 49, 52, 47, dnc, dnc zustande. Der 51 Platz war deshalb gar nicht so schlecht. Wie die 50er Plätze zustandegekommen sind, muss ich erklären. Alle Wettfahrten waren 'Up&Down'-Kurse. Dabei war die Startlinie erfreulich lang und wir sind meist gut weggekommen. Die Ziellinie dagegen war kurz (meines Erachtens zu kurz). außerdem lag sie bei allen Wettfahrten sehr dicht an der Leetonne. Nach dem Spikurs um die Tonne herum und ins Ziel zu kommen war richtig Hetze. Und in den meisten Fällen von unsern  unmittelbaren  Kontrahenten nicht all zu gut bewältigt. Dazu kam ein Problem, dass wir auch erst erfahren mussten: Nämlich die Ankerleine des Zielschiffs.  Wir haben sie gleich beim zweiten Durchgang kennengelernt und eingefangen. Sie lag ohne Markierung  (verständlich) in Richtung Ziellinie und war ein schwer erkennbares Hindernis. Bei späteren Wettfahrten waren es dann andere, die ihre negativen Erfahrungen damit machten, Wer darin hängen blieb, war Hindernis beim Zieldurchgang und fing Nachfolgende auf, auch wenn die die Leine berechnet hatten. Jetzt war sie durch den Anhängenden ja um etwa 8m verbreitert. Und jedes weitere Schiff, das sich verfing, machte die Ziellinie kürzer. Zweimal hatten wir das Pech so behindert zu werden. Das kostet natürlich Plätze.
Weit
davon entfernt  ein guter Regattasegler zu sein  fällt mir auf, dass neben den wenigen 'Auserwählten' die große Gruppe der Mittelmäßigen  und die der Schlechten mitsegelt.  Zu Gedränge kommt es bei den Mittelmäßigen, weil die in der Mehrzahl sind. In solch ein Gedränge  hineinzugeraten ist platzraubend. Fehlen doch  bei den meisten zusätzlich ausreichende Regelkenntnisse. Man hält sich deshalb vielleicht besser raus aus brenzlichen Situationen.
Einmal habe wir es nicht getan; am Mittwoch bei der ersten Wettfahrt. Wir liefen auf das Leefass zu, hatten den Spi geborgen, und dicht vor uns eine Gruppe von drei oder vier Booten. Bei der Tonnenrundung war innen eine Menge Platz, den wir ausnutzen wollten. wir setzten zur  Rundung an, als da einer war, der glaubte es noch besser zu können, er hatte den Spi noch stehen und fuhr zwischen uns und der Tonne geradeaus weiter .Das war Kollisionskurs! Er traf uns in Höhe des Travellers; also da, wo ich als Steuermann sitze. Mit dem Krachen beim Zusammestoß sah ich aus dem linken Augenwinkel die stahlbewehrte Bugspitze auf meinen Kopf zuschießen. Den konnte ich gerade noch wegdrehen. Die linke Schulter war dann der Prellbock, der die ganze Wucht der etwa 1,5 Tonnen (mit Besatzung)
unter Spi bei mindesten 5 Bf aufzufangen hatte. Es haute mich in die Plicht hinunter, das Schiff war steuerlos. Ich hatte  unter dem Schock  Mühe mich aufzurappeln. Deutlich unter dem Eindruck dem Tod entronnen zu sein entfuhr mir der Satz, " Wollt Ihr mich umbringen"! und das gleich mehrere Mal. Es war aber keineswegs so. Dank Schutzengel, kurzem Reflexintervall und Glück hatte ich mich bald wieder im Griff. Meine Mannschaft reagierte vorbildlich. Jürgen war glücklich, dass ich mich so äußerte, wie ich es tat, weil ihm dadurch gleich klar war, dass alles OK sein müsse. Gunnar hatte sich gerade davor gerettet durch das killende Vorsegel von Bord geschleudert zu werden. Unter dem Eindruck der Ereignisse meinte er, während ich meinen Einsatzfähigkeitsgrad prüfte, wir sollten doch vielleicht die Wettfsahrt abbrechen. Ich räsonierte:" der eine sagt mir wohin ich fahren soll  (Jürgen hatte die Lücke erkannt) und der andere, wann ich aufhören soll. Ich bin der Skipper! Ich entscheide! und  sage wir fahren weiter."  - So geschah es. Ich merkte sehr bald, dass ich die Großschot halten und kontrollieren konnte und den Traveller bedienen konntem, ohne große Schmerzen zu haben. Also ging es weiter! Wir fuhren noch eine zweite Wettfahrt und dann nach Hause ( Röbel Hafen).  Dort angekommen ging es zum Arzt.
Jürgen fuhr mich hin. Dr. Buhse ein Orthopäde machte Röntgenaufnahmen und Sonogramme. Er stellte fest, dass keine Knochen verletzt und auch keine Sehnen oder Muskeln gerissen waren.
 Auf dem Weg zur Apotheke erlebten wir noch ein kleines Zwischenspiel mit einer Polizeistreife. Sie hatte offensichtlich gesehen, was sie mir vorwarfen nachdem sie uns angehaltern hatten: Ich war  nicht angegurtet. Nichts half an Argumenten! Dem Wachführer fehlte ein ärztliches Rezept, das mir erlaubte ohne Gurt zu fahren. Schon interessant, wie erpicht so mancher darauf ist, sich zu profilieren.
Am  Tag darauf,
Donnerstag,
sollte die Langfahrt gestartet werden. Bei der Skipperbesprechung allerdings gab es eine lange Diskussion, die zur Aufgabe des Plans führte. Man kam zu der Vorstellung, dass es nicht möglich sei, bei dem zu erwarteten Wind bei eventuell eintretenden Schaden zurückzukommen. oder gefunden zu werden. Dadurch wurde der Donnerstag zum Ruhetag. Eigentlich sollte das der Mittwoch gewesen sein. War für mich nicht so schlecht. Ich konnte mich an meine Verletzung gewöhnen. Am Freitag fuhren wir drei Wettfahrten mit  viel Wind. Auch dabei fanden auf der Ziellinie Patzer statt, die zu Behinderungen führten. Obwohl der Spikurs beendet war, war einem der Spi weggeflogen und flatterte am langen Fall hoch oben über dem  Schiff. Statt weiterzusegeln um die Ziellienie freizugeben, gaffte die Crew nach oben, derweil ihr Schif  vomSpi in die Ankerleine des Zielschiffs gezogen wurde. Dort sperrte es uns und anderen die Zieldurchfahrt.  Wir befreiten uns durch Rückwärtssegeln und fuhren noch einmal das Ziel an. So gehts! So kommen die Ergebnisse zustande.
Am letzten Tag dem Samstag war das Wetter so heftig, dass ich das Groß mit den  zwei Reffs aufzog (s.oben).   Wir entschlossen uns gemeinsam nicht zu starten und kein Risiko für Mannschaft und Material einzugehen. Es war nicht falsch.  Bei den beiden Wettfahrten ist viel zu Bruch gegangen, Allein die Rückfahrt vom Start in den Hafen war schon anstrengend genug aber  lehrreich. Erfuhren wir doch, wie gut die Shark mit  zwei Reffs im Groß läuft.
Leider habe ich davon keine Bilder gemacht.
 
Anders war es bei der Feierei. Da hatte ich die Camera dabei