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Dem Initiator
bereitet es immer wieder Genugtuung und Freude, dass sich das
Rheinsegeln im Club besser und besser etabliert. Habe ich doch, nachdem
ich, der einzig Übriggebliebene, vor vielen vielen Jahren zwei
Mitglieder veranlassen können, wieder einmal mitzufahren, einen
neuen Anfang gesetzt. Das war die Inititiierung dieser Beiden zusammen
mit Jugendfreunden, die sonst auf dem Starnberger See segeln, wieder
regelmäßig mitzumachen. Auf die gleiche Weise wurde auch der
unermüdliche Albertina-Skipper gewonnen. Er fuhrseine erste
Rheinwoche ebenfalls als Vorschoter auf meiner Randmeer mit und
danach mit seinen Söhnen eben auf der Albertina.
Lange tat sich danach
nichts mehr. Ich hatte inzwischen zweimal die Bootsklasse gewechselt
(Dyas und Shark 24). Wir drei Boote blieben dabei. Der Vorstand trat
sogar wieder der Regattagemeinschaft bei.
Im Jahr 2000, als der
Kölner Yacht Club 100 Jahre alt wurde, waren nach reger
Propaganda fünf Boote mit von der Partie. Nicht alle sind bis ans
Ende mitgefahren.
Einen neuen Impuls gab es.
als Dr. Annette Kleikamp über unsere Website zum Club fand .
Sie war für einige Zeit in Berlin gewesen und hat dort mit den
'Sailhorsern' gesegelt. Das ließ mich den Mut fassen
eine Segelgruppe auf dem Rhein zu installieren, die sich seitdem
regelmäßig trifft. Zum harten Kern gehören noch Gisela
Erdmann, Susanne Birke und Jochen Kiel. Hans Martin Burgwinkel
bemüht sich auch, mit dabei zu sein. Wenn ich jetzt noch Heike
Schmitz und Hans-Wilhelm Dünn nenne, dann habe ich bis auf die
Jugendfreunde Klaus Hammel, Olaf Krings und Wolfgang Letschbor, die auf
der Bavaria 606 'Oskar' segeln alle Clubmitglieder aufgezählt, die
in diesem Jahr mit bei der Rheinwoche waren.
Diesmal ging es wieder in
Oberwinter los.
Ich hatte mich
entschlossen auf eigenem Kiel dorthin zu fahren. Am
Donnerstagnachmittag vor Pfingsten bin ich zusammen mit Harry (Jonas)
mit zwei Autos nach Duisburg gefahren um Hänger und Auto dort
abzustellen. Mit Harry's Auto sind wir zurückgefahren.
Freitagmorgen suchte ich nach meiner Handtasche, in der ich mein
Insulinbesteck mit herumschleppe, um festzustellen, dass sie nicht im
Hause war. Harry anrufen und nachfragen führte zu dessen Aussage:
"Ich weiß wo die ist!! Die legt auf dem Schutzblech deines
Hängers in Duisburg". Jetzt war für mich Holland in Not! wie
an die Tasche kommen? Ich kannte eine Adresse im Duisburger Hafen; die
der Firma Kleinholz, bei der wir kranen würden und vor der Auto
und Hänger standen. Die Telefonnummer erhielt ich von der
Telefonauskunft. Das Sekretariat meldete sich, ich sagte mein
Sprüchlein auf: " habe meine Tasche auf dem Hänger vor Ihrem
Büro liegen gelassen" verkündete mir die freundliche
Sekretärin. "Die hängt bei mir am Fenster." Ich machte mich,
froh darüber, auf den Weg zum Autoverleih Sixt, lieh mir einen
'Beetle' und fuhr nach Duisburg. . Gehen 14°° war ich bei
Kleinholz und nahm meine Tasche in Empfang. Vorher hatte ich zwei
Flaschen Sekt gekauft, um mich bedanken zu können. Gegen
16°° war ich zurück. Schnell ein paar Sachen
zusammengesucht, gegessen und ab ging es zum Boot. Um 18°° traf
ich mich dort mit Gunnar (Welsch) um loszufahren, Es war warm und der
Wind ging mit uns zu Berg. Wir setzten das Großsegel und
Motorkegel. Gunnar wollte steuern. Ich ließ ihn. Er glaubte durch
Kreuzen vor dem Wind schneller voranzukommen, übersah dabei die
Strömungsgeschwindigkeit und die Verlängerung des Wegs beim
ständigen Queren des Rheins. So kamen wir mit Dunkelwerden bis Bad
Godesberg. Mein Topplicht funktionierte nicht, und das Positionslicht
hatte eine zu kurze Leitung. War halt so etwas, wenn man vor der
Abfahrt unter Druck steht!
Gegenüber von Bad
Godesberg liegen auf dem linken Rheinufer in einer
künstliche Bucht zwei Ponten vor Anker. An einer machten wir
seitwärts fest, um die Nacht dort zu verbringen. Nachdem wir klar
waren zum Schlafengehen, rief Annette auf Gunnars Handy an um zu
fragen, wo wir steckten. Eric wolle uns mit seiner Croco holen kommen.
Wir sahen ihn auch bald, wie er mitten im Strom an uns vorbei
brauste. Nach etwa einer Stunde kam er wieder zu Berg. Wir
machten uns mit einer Taschenlampe bemerkbar. Er sah es und kam
näher. - Die Schleppleine zurechtmachen, übergebebn und
losfahren dauerte noch einmal 15 Minuten. Dann ging es in zügiger
Fahrt zu Berg Richtung Oberwinter. Als wir die Insel Nonnenwerth
erreicht hatten fuhr Eric in dem Arm zwischen Insel und linkem Ufer
weiter. Etwa einen Kilometer vor dem Hafen von Oberwinter hustete die
'Croco' einmal kräftig. Danach stand der Motor. Eric machte jetzt,
abwärts treibend, bei mir fest. Nach ein paar Minuten klappte es.
Jetzt schleppte die i3V die Croco längsseits.. Ging ganz
gut! 4,5 Kn. schaffte der 15 PS-Motor mit dieser Last. Gegen
02°° kamen wir im Hafen an. Wir machten an der Albertina fest.
Es gab keine weiteren Probleme. Wir schliefen gut. Harry kam
morgens hinzu und wir frühstückten um 08°° auf
dem Begleitschiff 'Siebengebirge'.
Bei einer
Lagebesprechung wurde
festgestellt , es bestehe Unwettergefahr; weshalb die Wettfahrt
abgesagt wurde. Wir schleppten Pitt und Harakiri nach Mondorf, wo wir
das erste Mittagessen einnahmen: ein vorzügliches
Hühnerfrikassee mit Spargel und Champignons. Recht. Warm war es,
während wir auf den Startschuss zur 2. Wettfahrt. warteten.
Unser Start lief nicht schlecht. Wir hatten zwar ein paar
Crew-Anfangsprobleme, sahen aber unsere Konkurrenten immer dicht vor
uns und nach einiger Zeit auch die Serry, ein schnelles modernes
Schiff, das ich in unserer Gruppe wähnte. Mit ihr lag ich ab
da im Clinch, erwischte sie aber nicht. So glaubte ich am Ende Vierter
geworden zu sein, was mich wurmte. Bei der Siegerehrung viel ich aus
allen Wolken : Der 3. Platz war wieder einmal Unser. Vor uns lagen die
Oskar und die Ontaria (eine Shark aus Walluf). Letzeres wurmte mich
wieder! Ich nahm mir vor, beim nächsten Start besser zu sein.
Gunnar verabschiedete sich
abends, um nach Hause zu fahren. Auch Harry blieb nicht auf dem Schiff.
Ich kann das nicht verstehen! Schlief aber erholsam dem anderen Morgen
entgegen. Da setzte das Problem mit Gunnar ein. Immer gibt es solche
Probleme bei der Rheinwoche! Warum weiß ich nicht. Morgens rief
er mich an, um mir mitzuteilen, dass er mit Motorschaden auf der
Rodenkirchener Brücke stehe. Wenig später brachte
nochmaliges Telefonieren die Gewissheit, dass keine Chance
bestand ihn noch an Bord zu sehen. Also machten wir zu zweit weiter.
Harry ist ein recht
einfühlsamer Vorschoter. Er reagiert auf meine Vorschläge und
denkt mit. Was noch besser ist, er lässt sich bei
unterschiedlicher Meinung durch Argumente überzeugen.
Der Wind zum Start war
gut, wir konnten uns dicht über der Startlinie halten. Nach zwei
vorsorglichen Halsen hatten wir einen Bilderbuchstart. Als erste
über die Linie, segelten wir an Rodenkirchen vorbei und durch die
Stadt. Wind war gut von achtern! eigentlich ein vorzüglicher
Spi-Kurs. Weil Harry auf meinem Schiff noch wenig Spi-Erfahrung hat,
verzichteten wir auf ein möglicherweise verpfuschtes Manöver
und quälten uns mit ausgebaumter Genua vor den anderen her. Das
war zwar traurig, aber wir behielten so einen immensen Abstand vor dem
Feld. Gegen die meisten vergrößerten wir ihn sogar. Die
Oskar, unser Intimkonkurrent kam mit ihrem Riesen-Spi aber
von weit hinten auf. Ich bat die Crew höflich aber eindringlich
ihren Spi, der dem Yardstick der Bavaria nicht entspricht weg zunehmen.
Wolfgang hatte mir vorher mitgeteilt, er habe jetzt einen
Drachen-Spi, der vorige ebenfalls zu große sei auf
rätselhafte Weise abhanden gekommen. Weil die Crew nicht
reagierte, meldete ich Protest an. Harry setzte eine martialische
Protestflagge. (Es handelte sich um die Notflagge, die auf dem Bodensee
zu setzen ist.)
Da es trotz Vorteils
der Oskar nicht gelang, uns zurückzulassen, liefen wir in Hitdorf
als erste über die Ziellinie. Ich habe vorher die
Protestflagge gestrichen, um eine Diskussion zugunsten anderer zu
vermeiden. (Es hat uns schließlich am Ende doch geschadet. Die
Oskar wäre disqualifiziert worden, was uns bei der
Gesamtwertung auf den ersten Platz gebracht hätte.
Proteste sind bei unsern
Regatten auf dem Rhein noch immer ein Problem, obwohl sie keineswegs
ehrenrührig sind. Im Gegenteil! eigentlich ist man allen
Teilnehmern gegenüber verpflichtet, offensichtliche Fehlhandlungen
Anderer zu Protest zu bringen. Man setzt sich selbst einem Protest aus,
wenn man es versäumt! Solidarisiert man sich doch sozusagen mit
dem Regelübertreter, was besonders unerfreulich ist, wenn der vom
gleichen Club ist..
- Gunnar kam auch nicht
nach Hitdorf, versprach aber nach Düsseldorf zu kommen. Zur
Steuermannsbesprechung am Nachmittag bahnte sich ein Unwetter an.
Tief schwarz kam es von Westen heraufgezogen. Das Dickste ging zwar
offensichtlich nördlich an uns vorüber. Trotzdem schlug der
Schwanz auch bei uns noch zu und schüttete eine Menge Wasser aus.
Danach wurde es heller. Die Wettfahrtleitung drohte jedoch mit einem
Unwetter das umgekehrt (von Osten her) aufzöge. - Kein
Start! Schlepp nach Düsseldorf. Ich nahm wieder den Pitt und die
Harakiri an die Leine.
Geschleppte glauben oft,
mit der Leine seien sie aller Sorgen enthoben. Sie schwatzen und freuen
sich, bereiten sich auf zukünftiges Wetter vor und merken nicht,
dass ihr Boot aus dem Ruder läuft, dem Schlepper den Sprit
wegsäuft und das Steuern erschwert. Nach einigen Zurufen hatte das
auch die Harakiri verstanden. Ich hatte nicht mehr all zu viel Sprit
und musste deshalb sparen
Bald kam das Wetter zu
Tal. Regen wie aus Eimern gegossen! In kurzer Zeit waren Harry
und ich vollkommen durchnässt. Die Sicht sank auf weniger als 50
m. Der Berufsschiffsverkehr war kaum noch wahrzunehmen. Aber es war zu
überstehen. Die Temperatur war nicht zu stark gefallen. Mein
Ölzeug war zu Hause. Wer rechnete auch mit solch einem Mist. Ich
habe schließlich meine Kleider gewechselt. Nach dem Guss blieb es
trocken bis Düsseldorf. Der Sprit hat gereicht. Aber für den
nächsten Tag war er zu knapp. Deshalb bat ich Annette, mir welchen
mitzubringen, wenn sie die Hänger holte. Danach waren wir wieder
fit für die nächste Reise.
Morgens ging es weiter,
wieder ohne Gunnar. Auch der letzte Start war nicht schlecht. Ohne Spi
konnten wir die Oskar jedoch nicht halten aber die Ontaria schaffte es
nicht uns einzuholen. So erzielten wir den 2. Platz.
Einfahrt unter Motor in
den Duisburger Hafen unter den Kran der Firma Kleinholz. Mein Geschirr
war nicht einsatzbereit, deshalb reihte ich mich in die Gruppe der
Schlenkenbenutzer ein. Bettina und Harakiri lagen an der Mauer
und warteten auf ihre Hänger. Deshalb konnten wir vor ihnen
kranen. Jochen hat mein Auto gefahren. Das lief ohne Schwierigkeiten
ab. Den Mast zu legen klappte auch mit Harry allein gut.. Zu Dritt
wäre es besser gewesen. Schließlich waren wir draußen.
Schnell ging es zur Síebengebirge, auf der die Preisverteilung
stattfand. Die dritte Wettfahrt beendeten wir als Zweiter. Das
Endergebnis war: Oskar mit 1, 2, 1 als Erster, i3V mit 3, 1, 2
als Zweiter und die Ontaria mit 2, 3, 3 als Dritter.
Von den Sonderpreisen fiel
mir zum siebenten Mal der Holkbecher für den befahrensten
(ältesten) Skipper der Rheinwoche zu. Bin ich doch schon lange ein
altes Schlachtross, das hoffentlich noch ein paar Jahre durchhält.
Die Heimfahrt verlief ohne
Probleme. Mein Schiff stellte ich zuhause vor die Tür.
Für mich war es eine schöne, abenteuer- und erfolgreiche
Rheinwoche, die viel zu diskutieren übrig lässt. Ich hoffe,
alle anderen Teilnehmer haben sie auch genossen. Ich freue mich auf die
nächste und hoffe noch mit von der Partie zu sein.
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