Rheinwoche 2004
Der KYC war mit 5 Booten dabei.

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Das Wetter war gut.
Hier die Daten  der Teilnehmer

Rheinwoche 2004:
90 Boote am Start!
Dabei fünf vom
Kölner Yacht Club mit  12 Crewmitgliedern.

K.Hammel, Bav. 606, (114) Oskar 2.Pl, (4, 10, 1, 1, 2 von 15 B) ges.Zeit: 14/02/13) 18.
H J.Anton, Shark 24 (113) i3V 5.Pl (6, 6, 6, 5, 3 von 15 B) (ges.Zeit:14/12/22) 44.
H.W.Dünn (Sailhorse), Harakiri 3.Pl (3, 3, 3, 3 von 3) (ges. Zeit:15/01/18) 75.
H.Althaus (Schwertzugvogel) Albertina 1.Platz (1, 1, 1, 1, 1 von 2 B) (ges.Zeit:14/05/00) 86.
H.Vogt (Schwertzugvogel.) Pitt 2.Platz (2, 2, 2, 2, 2 von 2 B) (ges.Zeit)87.

Auch diesmal hat es sich wieder gelohnt das Rheinsegeln im Club zu fördern. Wieder waren fünf Clubboote mit dabei. Auch ich war noch einmal mit von der Partie.
Diesmal ging es von Zündorf bis Rees. Zum Start fuhr ich am Samstag Morgen per Boot.
Außer der Tatsache, dass Gunnar meinen frisch bearbeiteten Kiel durch den Rheinkies zog und mich zum Zittern brachte, weil ich um mein Ruder fürchtete, ging es gut. Wir kamen pünktlich an:
Der Wind war richtg . Er kam mehr oder weniger aus achterlichen Richtungen.(Er blieb übrigens die ganze Rheinwoche so oder sehr ähnlich.) Gnädig für mich und meinen Rücken! Der konnte sich ans Segeln gewöhnen, hatte ich doch gerade eine Bandscheibenvorfall-Behandlung hinter mich gebracht.
Über die ganze Strecke konnten alle Wettfahrten pünktlich gestartet werden. Ein Wetter kam allerdings dazwischen, kurz aber heftig! Wind um 6-7 Bf! Wir refften das Groß und kamen gut durch. Insgesamt war es eine schöne Reise. Wir verstanden uns gut, wie eigentlich immer. Gunnar war fröhlich, wie schon lange nicht mehr. Unser Ergebnis war zufriedenstellend ( s. S.1). Eines ist mir aufgefallen. Mit der Kenntnis der neuen Wettfahrtregeln ist es bei den Kollegen nicht all zu weit her: Zum Beispiel die Regel vom Überlappen: "Boote überlappen, wenn keins von beiden klar achteraus oder klar voraus liegt..... (siehe Wettfahrtregeln 2000-2004, Definitionen)."

Mit Mast querab ist also nichts mehr!
Ein weiteres Kapitel das Probleme bereitet, ist die Kenntnis über die Yardstickbedingungen bzw. deren Einhaltung Sie sind in den regelmäßig veröffentlichten Yardsticktabellen des DSV festgelegt und beziehen sich auf den Standard des betreffenden Schiffstyps.
Wer unter Yardstick startet, sollte sich daran halten. Die Meisten wissen, wer das tut und wer nicht. Letztere glauben, erstere wüssten es nicht!
Gedanken zur Teilnahme an Wettfahrten unter Yardstick.
Eine schöne Sache ist es, Wettfahrten zwischen Segelbooten unterschiedlicher Bauart, Größe und Alters veranstalten zu können, weil dabei die Fähigkeiten der jeweiligen Crews zur Geltung und Bewertung kommen. Zu diesem Zweck ist die Methode der Yardstick-Berechnung geschaffen worden. Sie beruht auf Erfahrungswerten aus vorangegangenen Regatten und ist ziemlich gerecht! Wenn auch immer noch eine Menge materialbedingter Faktoren wie z.B. das Alter der Segel unberücksichtigt bleiben.

Die Vergleichbarkeit der Crews wird aber in jedem Fall durch die Großzügigkeit gestört, mit der manche Skipper die Yardstickeigenschaften ihres Schiffs auslegen!
Es ist nun einmal nicht regelgerecht, wenn Segel gefahren werden, die nicht der Standardausrüstung der Yacht entsprechen: Eine zu große Genua, ein zu großes Großsegel oder ein Mammutspinaker einer anderen Klasse, auch ein Genaker oder ein Blister, der in der Normalausstattung nicht vorgesehen ist. Kurz wenn solche Mittel eingesetzt werden, die den Yardstickcharakter der Yacht verändern.

Natürlich ist es schön, schnell zu sein! Niemand hat etwas dagegen, Beim täglichen Segeln das zu nutzen was man besitzt, um die Geschwindigkeit des eigenen Schiffs zu erhöhen. In einer Yardstick-Regatta muss man sich solcher Kapriolen jedoch enthalten. Entweder man fährt unter Yardstick oder man lässt es sein! Alles andere ist Betrug an den übrigen Teilnehmern. Das eigentlich wertvolle der Yardstick-Regatten ist ja gerade das Vertrauen auf die Ehrlichkeit der Skipper, die Kontrahenten nicht zu übervorteilen. Unerlaubtes zu fahren, weil man glaubt, die anderen würden es nicht merken oder weil man sicher ist, dass sich schon keiner von ihnen trauen wird, einen ‚in die Pfanne zu hauen’ ist nun einmal unehrlich.
Das Selbstbewusstsein, mit dem solche Schummler ihre Betrügereien übers Wasser tragen, ist meist ungebrochen. Welcher Sieg, unter solchen Umständen gewonnen, kann mit aufrechter Haltung vertreten werden. Welche Trophäe kann man mit Anstand seiner Sammlung einverleiben, obwohl sie durch Betrügerei gewonnen wurde.

Verständlich ist, wenn Crews, die immer hinterher fahren, weil sie sich keine neuen Segel leisten können, oder die, weil sie neu anfangen, erst einmal zusammenwachsen wollen zu solchen Mitteln greifen, Crews, die nicht wissen wie ihreYacht nach Yaerdstick bestückt ist, müssen sich eigentlich auf die alten Hasen verlassen können. Nur so erfahren sie, wo sie sich mit ihren Fähigkeiten einordnen. Schummler dadegen schieben alle Teilnehmer einen Platz weiter nach hinten und gehem erhobenen Hauptes zur Siegerehrung weil- - - sich keiner zu protestieren getraut hat. Was muss das für ein Gefühl sein.

Bei den meisten Regatten werden keine Vermessungen durchgeführt. Bei Yardstickregatten ist es überdies kaum möglich, Vermesser für alle teilnehmenden Schiffstypen zu bestellen. Deshalb so meine ich, sollten die Skipper untereinander ehrlich sein und auf jegliches Schiffsdoping verzichten.

Auf ein Schiff gehört die Standardausrüstung und ein der Größe des Schiffs und dem Revier entsprechender Anker. Es gehören nur solche Segel vorgeheißt, die der offiziellen Segelliste der Yacht entsprechen. Alles andere ist Betrug.

Sollte es wirklich nötig sein, in die speziellen Segelabweisungen einer Regatta die schriftliche Verpflichtung zur Ehrlichkeit aufnehmen? Würde das bei den Delinquenten etwas ändern? Ich meine nein!! Fairness, wie sie die allgemeinen Segelanweisungen und der menschliche Anstand fordert, muss einfach genügen. Andere Fehler bei Regelauslegungen sind sicher nicht erfreulich, aber schon allein deshalb verzeihlich, weil sich das Regelwerk fast jährlich ändert. Außerdem gibt es ja die Möglichkeit zu protestieren und die Wiedergutmachung auf dem Wasser durch Kringeln. Rigg- und Bauplanbetrug aber lassen sich weder moralisch noch durch Kringeln aus der Welt schaffen.

Noch eines zum Schluss: Am Ende einer Regatta ob mit oder ohne Protest ist alles vorbei. Das gilt für die Schummler, wie für die Beschummelten; Bei der nächsten Regatta kann also jeder mit blütenweißer Weste neu beginnen, - yardstickgerecht oder erneut als Schummler.

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