Übungsaufgaben - SS 2012
Bioenergetik II
-
In der Atmungskette werden Elektronen aus dem Citratcyclus von FADH2 auf Sauerstoff übertragen. Das Halbelement ½ O2/H2O hat ein Standardreduktionspotential Eo' von = +0,815 V, das Halbelement FAD/FADH2 (in der Succinat-Dehydrogenase) ein Eo' von = -0,19 V. (F = 96500 C/mol).
a) Formulieren Sie die Reaktion mit Angabe der Richtung des spontanen Reaktionsablaufs.
b) Berechnen Sie den DEo' und den DGo' Wert der Gesamtreaktion. (R = 8,315 J/mol K)
c) Wieviel mol ATP könnten mit Hilfe der freiwerdenden Energie maximal gebildet werden, wenn die Hydrolyseenergie von ATP 30 kJ/mol beträgt?
-
An der inneren Mitochondrienmembran besteht eine pH-Differenz von 1,4.
a) Wie groß ist der DG-Wert, der beim Rückfluss von 1 mol Protonen ins Mitochondrium frei wird, wenn das Membranpotential 0,06 V beträgt (innen negativ)?
b) Wieviele mol Protonen müssen aus dem Mitochondrium nach außen gepumpt werden, um genügend freie Enthalpie (DG) für die Synthese von 1 mol ATP zu liefern?
(F = 96500 C/mol; R = 8,315 J/mol K; DGo' ATP 30 kJ/mol).
Lösungsvorschläge
-
a) FADH2 + ½ O2 g FAD + H2O
b) DEo' = 1,005 V und DGo' = -194 kJ/mol
c) 6,47 ATP
-
a) DG = -13,8 kJ/ mol
b) ~ 2,2 mol Protonen
Bioenergetik I
-
a) In der Glykolyse wird 3-Phosphoglycerat in zwei aufeinander folgenden Reaktionen durch die Phosphoglycerat-Mutase und die Enolase zu Phosphoenolpyruvat umgewandelt. Berechnen Sie das DGo' der Umwandlung von 3-Phosphoglycerat zu Phosphoenolpyruvat.
DGo' der Phosphoglycerat-Mutase-Reaktion = + 4,4 kJ/mol
DGo' der Enolase-Reaktion = + 1,8 kJ/mol
b) In der Glukoneogenese wird dagegen Phosphoenolpyruvat durch die Enolase und die Phosphoglycerat-Mutase zu 3-Phosphoglycerat umgewandelt. Berechnen Sie auch hierfür das DGo'.
-
Berechnen Sie die Gleichgewichtskonstante für die Hydrolyse von Glukose-1-phosphat (Glc-1-P) bei einer Temperatur von 25 °C. Das DGo' der Reaktion beträgt -20,9 kJ/mol. (R = 8,315 J/mol K)
-
Besonders interessant für Sprinter und andere Schnellkraft-Sportler: Die freie Hydrolyseenergie DGo' des Kreatinphosphats beträgt -43,3 kJ/mol, die des ATP -29,4 kJ/mol.
a) Formulieren Sie die Reaktionsgleichung, die zur ATP-Synthese führt.
b) Berechnen Sie DGo' der Reaktion. Läuft sie freiwillig (spontan) ab?
c) Wie groß ist DG' bei 25 °C und folgenden Konzentrationen: [ATP] = 10 mM; [ADP] = 1 mM; [KP] = 30 mM; [K] = 1 mM
d) Im sich schnell kontrahierenden Muskel wird ATP mit etwa 3 µmol/s g Muskel verbraucht. [ATP] ist im Ruhezustand 4,5 µmol/g, [KP] 20 µmol/g. Wie lange reichen die ATP-Vorräte bei An- bzw. Abwesenheit von Kreatinphosphat?
Lösungsvorschläge
-
a) 6,2 kJ/mol
b) -6,2 kJ/mol
-
4,6 x 103
-
a) KP + ADP g K + ATP
b) -13,9 kJ/mol, freiwillig (spontan), exergon
c) -16,6 kJ/mol
d) mit KP: 8,17 s, ohne KP: 1,5 s
Enzyme
-
Welche Beziehung besteht zwischen KM und [S], wenn eine enzymkatalysierte Reaktion bei 80% der maximalen Reaktionsgeschwindigkeit abläuft?
-
Berechnen Sie den KM-Wert der Acetylcholinesterase, wenn Sie bei einer Substratkonzentration von 0,05 mmol/l Acetylthiocholinjodid eine Anfangsgeschwindigkeit von 2,5 µmol / l x min gemessen haben. Bei einem Überschuss an Substrat haben Sie ein Vmax von 10 µmol / l x min ermittelt.
-
Bei einer Untersuchung der GPT (Glutamat-Pyruvat-Transaminase auch: ALT oder ALAT, Alanin-Aminotransferase) Aktivität im Serum eines Patienten liefert Ihnen das Labor einen Wert von 2x10-3 katal/l. Berechnen Sie die Aktivität in U/ml. (1 U = 1 µmol/min).
-
Wie viele Units (U) von Hexokinase müssen zu 1 ml einer 0,01 M Glucoselösung hinzugefügt werden, um 90% der Glucose in 30 Min. umzusetzen? (1 Unit (U) = 1 µmol/min)
Lösungsvorschläge
- [S] = 4 KM
- Km = 0,15 mmol/l
- 120 U/ml
- 0,3 U
Proteine
-
Ein Gemisch von Glycin, Alanin, Glutaminsäure, Lysin, Arginin und Serin wurde einer Papier-Elektrophorese bei pH 6,0 unterworfen.
a) Welche Aminosäure(n) wandern am schnellsten zur Anode?
b) Welche Aminosäure(n) wandern am schnellsten zur Kathode?
c) Welche Aminosäure(n) bleiben nahe bei oder am Auftragspunkt?
-
Geben Sie an, wie sich die folgenden abnormalen Hämoglobine in ihrer elektrophoretischen Beweglichkeit zur Anode bei pH 7 vom normalen menschlichen Hämoglobin unterscheiden:
a) HbS (ß6Glu g Val)
b) HbI (a16Lys g Asp)
c) HbE (ß26Glu g Lys)
d) HbM (ß26Val g Glu)
d) HbZ (ß63His g Arg)
-
Ein Peptid wird durch ß-Mercaptoethanol in ein Octapeptid (A) und ein Tetrapeptid (B) gespalten.
A Gly, Met, Leu, Phe, Lys, Trp, Glu, Cys
B Tyr, Cys, Arg, Gly
Edmanabbau von A liefert das PTH-Derivat von Leu.
Edmanabbau von B liefert das PTH-Derivat von Gly.
Carboxypeptidaseverdau von A liefert Glu.
Carboxypeptidaseverdau von B liefert Cys.
Trypsinverdau von A ergibt ein Hexapeptid der Zusammensetzung: Met, Phe, Cys, Lys, Leu, Gly.
Trypsinverdau von B ergibt ein Tripeptid der Zusammensetzung: Tyr, Gly, Arg.
Chymotrypsinverdau ergibt bei A unter anderem ein Tetrapeptid der Zusammensetzung: Phe, Gly ,Met, Leu.
Chymotrypsinverdau ergibt bei B auch ein Dipeptid der Zusammensetzung: Gly, Tyr.
Die BrCN-Spaltung von A liefert ein Tripeptid der Zusammensetzung: Leu, Gly, Homoserin.
Geben Sie die Struktur des Peptids in der Dreibuchstabenschreibweise wieder und benennen Sie den N- und C-Terminus des Peptids.
(Trypsin spaltet nach basischen, Chymotrypsin nach aromatischen Aminosäuren, BrCN spaltet nach Met)
Lösungsvorschläge
-
a) Glu, b) Lys, Arg, c) Ser, Gly, Ala
-
a), c), e) Beweglichkeit nimmt ab, b), d) Beweglichkeit nimmt zu.
-
N-Leu-Gly-Met-Phe-Cys-Lys-Trp-Glu-C
|
S
|
S
|
N-Gly-Tyr-Arg-Cys-C
Photometrie
-
Berechnen Sie die Durchlässigkeit einer Licht absorbierenden Lösung in %, wenn die Extinktion 1,5 beträgt.
-
Eine Proteinlösung (2 ml) wird mit 8 ml einer Biuretlösung versetzt und ergibt nach der Messung im Photometer eine Extinktion von 0,14. 0,5 ml einer Proteinstandardlösung (4 mg/ml) ergibt bei gleichem Reaktionsvolumen eine Extinktion von 0,38. Wieviel mg Protein/100 ml enthält die unbekannte Proteinlösung?
-
Eine Blutalkoholbestimmung ergab im optischen Test ein DE = 0,32 bei einem Reaktionsvolumen von 2 ml, in dem 100 µl Serum enthalten waren. Beschreiben Sie die enzymatische Reaktion, die dem Test zugrunde liegt.
a) Welche Serumalkoholkonzentration im ergibt sich in Promille und in g/l?
b) Welche Alkoholkonzentration im Vollblut ergibt sich daraus in Promille und in g/l, wenn anschließend mit dem Devisor 1,23 auf die Konzentration im Vollblut umgerechnet wird?
e340 = 6,2 x 106 cm2 x mol-1; d = 1 cm; MG Ethanol = 46
Lösungsvorschläge
- 3,16 %
- 36,8 mg/100ml
- EtOH + NAD+ g AcetAld + NADH + H+ (Enzym: Alkoholdehydrogenase);
a) 0,047 ‰; 0,047 g/l b) 0,038 ‰; 0,038 g/l
Puffer
-
Berechnen Sie den pH-Wert einer 0,05 M HCl, einer 0,05 M NaOH und einer 10-8 M HCl.
-
Der Ks-Wert einer schwachen Säure beträgt 1,6 x 10-6. Berechnen Sie den pKs-, den pH-Wert und den Dissoziationsgrad einer 0,001 M Lösung.
-
Wieviel Prozent der Imidazolreste des Histidins sind bei pH 7 geladen? (pK1 = 2; pK2 = 9; pKR = 6)
Lösungsvorschläge
- 1,3; 12,7; 6,96
- 5,8; 4,4; 4%
- 9,1%
14 Mai 2012
Zentrum für Biochemie, Joseph-Stelzmann-Straße 52, D50931 Köln
Kritik und Anregungen:
Budi Tunggal
Telefon: +49 221 4786930, Telefax: +49 221 4786979

|