Physikumklausur SS 2010
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Zeichnen Sie die Wasserstoffbrückenbindungen zwischen zwei Carboxylgruppen.
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Beschreiben Sie mit Hilfe einer Reaktionsgleichung, wie eine schwache Base eine Pufferwirkung ausübt.
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Wieviele optische Filter sind in einem Polarimeter notwendig? Welche Eigenschaft ist nötig?
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a) Welche reaktive Gruppe gibt es in der Seitenkette von L-Serin?
b) Wie kann diese Gruppe posttranslational modifiziert werden? Nennen Sie zwei Möglichkeiten.
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a) Welche Verbindung entsteht bei der Oxidation von zwei L-Cysteinseitenketten?
b) Zeichnen Sie die Struktur der oxidierten Seitenketten.
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Skizzieren Sie (schematisch) die Wasserstoffbrückenbindungen in einem ß-Faltblatt.
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a) Beschreiben Sie die ernährungsbedingte Ursache von Skorbut.
b) Erklären Sie, wie auf molekularer Ebene die Bindegewebsschwäche bei Skorbut entsteht.
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Erläutern Sie die folgenden drei Begriffe am Beispiel der Monosaccharide:
a) Isomerie
b) Epimerie
c) Anomerie
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Wie werden Monosaccharide aktiviert, damit sie eine glykosidische Bindung eingehen können?
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Erläutern Sie die biochemische Grundlage der drei Blutgruppen A, B und 0.
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Beschreiben Sie den Signalweg, auf dem Glucagon den Glykogenabbau steuert.
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a) Nennen Sie zwei Enzyme, die die Umwandlung von Glucose zu Glucose-6-Phosphat katalysieren können.
b) Wie unterscheiden sich die beiden Enzyme?
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a) Welche wichtige Rolle im Stoffwechsel spielt Ribose-5-Phosphat?
b) Wie wird Ribose-5-Phosphat gebildet?
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a) Welche Funktion hat Biotin (Vitamin H)?
b) Nennen Sie eine spezifische Reaktion, an der dieses Vitamin beteiligt ist.
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Im Citratcyclus entsteht Succinyl-CoA. Nennen Sie zwei andere Stoffwechselwege, an denen Succinyl-CoA beteiligt ist.
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a) Wie entsteht Aceton in unserem Körper?
b) Was passiert mit dem Aceton?
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Beschreiben Sie den molekularen Mechanismus, der nach einer Erhöhung des Blutglukosespiegels zu einer vermehrten Freisetzung von Insulin aus den Betazellen des Pankreas führt.
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Beschreiben Sie, wie Ethanol physiologisch verstoffwechselt wird.
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Wie bewirkt Heparin eine Inaktivierung der Blutgerinnung?
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Zeichnen Sie die Struktur eines IgG Moleküls mit Darstellung von Disulfidbrücken und physiologisch relevanten Bindungsstellen.
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a) Welche Mechanismen gibt es für die Aktivierung der Cyclin abhängigen Kinasen (CDK)?
b) Welche Mechanismen gibt es für die Inaktivierung der CDKs?
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Was versteht man unter Autophagie? Was sind deren Funktionen?
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a) Welche Basen der mRNA können posttranskriptionell verändert werden?
b) Welche Funktion hat diese posttranskriptionale Modifikation der mRNA?
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Wie wird bei der DNA-Reparatur der neusynthetisierte DNA Strang vom Elternstrang unterschieden?
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a) Welche Base ist bei der Wobblepaarung im Anticodon betroffen, welche im Codon?
b) Wieso muss es Wobblepositionen im Codon bzw. Anticodon geben?
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a) Welche Bedeutung hat das 3'-Ende der tRNA?
b) Beschreiben Sie die dort stattfindende Reaktion mit Angabe der beteiligten Gruppen.
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Nukleotiddesaminasen spielen eine Rolle im Purinabbau. An welchem Nukleotid/welchen Nukleotiden greifen sie an?
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a) Welche Bedeutung hat der Histoncode?
b) Durch welche Modifikationen wird der Histoncode geschaffen?
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Durch welchen Mechanismus kommt es zu einer monoallelen Abschreibung eines Gens?
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Tyrosin ist das Substrat für zwei posttranslationale Modifikationen. Welche sind das?
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a) Welches Signal bestimmt ein Protein für den Transport in das endoplasmatische Retikulum?
b) Was passiert mit diesem Signal?
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a) Welche biochemischen Eigenschaften hat Cytochrom c?
b) Für welche zellulären Prozesse ist Cytochrom c von Bedeutung?
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Was sind Funktion und Eigenschaften der Succinatdehydrogenase?
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Welche Aminosäure besitzt die Glutathionperoxidase in ihrem Reaktionszentrum?
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An welchem Teil der ATP-Synthase findet die ATP-Synthese statt?
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a) Was ist der Urspung der Mitochondrien?
b) Welche Eigenschaften lassen sich davon ableiten?
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a) Nennen Sie die Substrate der Ribonukleotidreduktase.
b) In welchen Schritten wird das Enzym regeneriert?
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Welche Eigenschaften erhält ein Protein, das posttranslational acyliert (mit einer Fettsäure verknüpft) wird?
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a) Benennen sie das Endprodukt der mitochondrialen ß-Oxidation.
b) Nennen sie zwei Stoffwechselwege, in denen das Endprodukt der ß-Oxidation weiter metabolisiert werden kann.
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Unter Hungerbedingungen steigt der Quotient Glucagon/Insulin stark an:
a) Welche Auswirkungen hat dies auf den Lipidstoffwechsel eines Adipocyten?
b) Welche Metabolite werden von den Adipocyten unter diesen Bedingungen hauptsächlich freigesetzt?
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Patienten mit einem Defekt der Carnitin-Translokase leiden unter anderem unter einer Hypoglykämie, Hyperammonämie, Muskelschwäche und einer Kardiomyopathie. Betrifft die Erkrankung die Mobilisierung von Speicherfett oder den Abbau von Fettsäuren? Begründen sie ihre Antwort kurz!.
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a) Wie heißt das Schlüsselenzym der Cholesterin-Biosynthese?
b) Welche Klasse von Wirkstoffen wirkt als kompetitiver Inhibitor des Enzyms?
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Nennen sie die beiden Metabolite, die im Wesentlichen dem Transport von Aminogruppen (Ammoniak) zur Leber dienen.
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a) Cathepsin D ist ein intrazelluläres Enzym und gehört zur Gruppe der Aspartyl-Proteasen. Worauf beruht diese Klassifizierung?
b) Wo wird Cathepsin synthetisiert und in welchem Organell ist die Protease aktiv?
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Welche Funktion hat die Polyubiquitinierung eines Proteins?
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Was versteht man unter "Asymmetrie" der Plasmamembran?
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Die erbliche Muskeldystrophie vom Typ Duchenne gehört zu den häufigsten Erberkrankungen (Frequenz ~ 1: 3.500).
a) Welches Protein ist betroffen?
b) Wie erfolgt die Vererbung?
c) Schlagen sie einen Weg vor, um das Fehlen des betroffenen Proteins zu diagnostizieren.
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a) Was versteht man unter einer ketogenen Aminosäure?
b) Was unterscheidet diese von den glucogenen Aminosäuren?
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a) Was versteht man unter einem Motorprotein?
b) Nennen sie zwei Beispiele.
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a) Berechnen Sie den pH-Wert einer 0,001 M NaOH.
b) Wie groß ist der pH-Wert einer 5%-igen (Gew. %) Essigsäure?
(MG Essigsäure = 60, d = 1,02 g/ml; Ka = 1,7 x 10-5)
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Eine Blutalkoholbestimmung ergab im optischen Test ein DE = 0,88 bei einem Reaktionsvolumen von 1,6 ml, in dem 800 µl Serum enthalten waren. (E340 NADH = 6,2 x 106 cm2 x mol-1; d = 1 cm; MG Ethanol = 46)
a) Beschreiben Sie die enzymatische Reaktion, die dem Test zugrunde liegt.
b) Welche Serumalkoholkonzentration ergibt sich in Promille und in g/l?
c) Welche Alkoholkonzentration im Vollblut ergibt sich daraus in Promille und in g/l,wenn anschließend mit dem Divisor 1,23 auf die Konzentration im Vollblut umgerechnet wird?
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Die vollständige saure Hydrolyse eines Peptids ergab folgende Aminosäurezusammensetzung:
Ala, 2 Cys, Arg, Thr, Glu, Ile, Phe, Val, außerdem wurde NH4+ freigesetzt.
Der Edmanabbau ergab im ersten Cyclus PTH-Ala und PTH-Thr (PTH, Phenylthiohydantoin). Carboxypeptidase spaltet Ile und Val ab.
Die Reduktion mit ?-Mercaptoethanol ergab zwei Peptide, die nach Hydrolyse folgende Zusammensetzung haben:
A: Arg, Cys, Ala, Ile, Glu und NH4+. B: Phe, Thr, Val und Cys.
Die Behandlung von Peptid A mit Trypsin ergab zwei Peptide der Zusammensetzung:
a) Gln, Ile und b) Ala, Arg und Cys.
Die Behandlung von B mit Chymotrypsin setzte Val frei. Geben Sie die Struktur des Peptids in der Dreibuchstabenschreibweise wieder. (Trypsin spaltet nach basischen, Chymotrypsin nach aromatischen Aminosäuren)
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Besonders interessant für Sprinter und andere Schnellkraft-Sportler: Die freie Hydrolyseenergie DGo' des Kreatinphosphats beträgt -43,3 kJ/mol, die des ATP -29,4 kJ/mol.
a) Formulieren Sie aus diesen Angaben eine Reaktionsgleichung, die zur ATP-Synthese führt.
b) Berechnen Sie das DGo' der Reaktion. Läuft sie freiwillig (spontan) ab?
c) Wie groß ist das DG' bei 25 °C und folgenden Konzentrationen? [ATP] = 20 mM; [ADP] = 1 mM; [Kreatinphosphat] = 40 mM; [Kreatin] = 1 mM (R=8,315 J/mol K).
d) Im sich schnell kontrahierenden Muskel wird ATP mit etwa 3 µmol/s g Muskel verbraucht. [ATP] ist im Ruhezustand 4,5 µmol/g, [Kreatinphosphat] 20 µmol/g. Wie lange reichen die ATP-Vorräte bei An- bzw. Abwesenheit von Kreatinphosphat?
03 Mai 2012
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