Lipidstoffwechsel - Lipide im Blut
Fatima Kezze
Inhaltsverzeichnis
Lipide
-
Allgemeiner Überblick
-
Allgemeine Funktionen und Aufgaben
-
Lipidstoffwechsel
Lipide im Blut
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Einführung und Übersicht
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Apoproteine - ein Überblick
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Lipoproteine - Funktion und Aufgaben
-
Stoffwechsel der Lipoproteine
-
Störungen des Lipoproteinstoffwechsels
-
Therapie
Exkurs: Cholesterin
-
Cholesterinbiosynthese
-
Cholesterinbiosynthese - Regulation
-
Cholesterinveresterung
-
Aufgaben des Cholesterins
Literaturverzeichnis
Lipide sind eine heterogene Gruppe von Substanzen, die apolar sind und sich
deshalb gut in organischen Lösungsmitteln, wie Methanol, Ether, Benzol und
Chloroform lösen. In Wasser lösen sich Lipide nicht oder sehr schlecht. Zu den
Lipiden gehören auch amphiphile Substanzen, die sich sowohl in polaren und
apolaren Lösungsmitteln teilweise lösen können wie z.B. die Membranlipide.
Allen Lipiden ist gemeinsam, dass sie aus Acetyl-CoA-Einheiten aufgebaut sind
und entweder vollständig oder zum Teil lipophil sind.
Man kann Lipide nach folgenden Kriterien einteilen:
Fettsäuren sind Carbonsäuren (-COOH), die aus unterschiedlich langen
Kohlenstoffketten bestehen. Ab einer Länge von vier C-Atomen spricht man von
Fettsäuren, bei kürzerer Kettenlänge überwiegen die hydrophilen Eigenschaften
der Carboxylgruppe. Das bedeutet, dass eine Fettsäure umso lipophiler ist, je
länger die Kohlenstoffkette ist.
Fettsäuren kommen isoliert oder als Bauelemente vieler Lipide (z.B.
Triacylglycerine) vor.
Weiterhin kann man Fettsäuren in gesättigte und
ungesättigte Fettsäuren einteilen. Kommen im Molekül nur Einfachbindungen vor,
so spricht man von einer gesättigten Fettsäure, da jedes C-Atom vollständig mit
Wasserstoff abgesättigt ist. Treten jedoch auch Doppelbindungen auf, so sind
die C-Atome, je nach Lage der Doppelbindung, nicht mehr vollständig mit
Wasserstoff abgesättigt. Man spricht von ungesättigter Fettsäure. Je nach
Anzahl der Doppelbindungen gibt es einfach ungesättigte und mehrfach
ungesättigte Fettsäuren. Die Anzahl der Doppelbindungen ist für die Konsistenz
der Lipide von entscheidender Bedeutung. Je ungesättigter die Fettsäure, desto
flüssiger das Lipid z.B. Öl.
Außerdem unterscheidet man essenzielle und nicht
essenzielle Fettsäuren. Zu den essenziellen Fettsäuren, d.h. den Fettsäuren,
die der Mensch selbst nicht herstellen kann, gehören die Linolsäure (zweifach
ungesättigt) und die Linolensäure (dreifach ungesättigt). Diese müssen mit der
Nahrung aufgenommen werden.
1.
Glycerin-Grundgerüst:
Glycerin ist ein dreiwertiger Alkohol und Grundstruktur für
Triacylglycerine und Glycerophosphatide.
-Triacylglycerine :
Drei Fettsäuren werden mit dem Glycerin verestert.
Triacylglycerine sind vielfältig aufgebaut, da es aufgrund der verschiedenen
Fettsäuren viele Kombinationsmöglichkeiten gibt. Triacylglycerine sind unpolar
und ungeladen und somit sehr lipophil. Im Körper gehören sie zum Speicher-und
Baufett. Pro mol liefert die Verbrennung von Triacylglycerinen am meisten
Energie, nämlich 39kJ/mol (Vergleich Kohlenhydrate: 17kJ/mol). Somit dient diese
Substanzklasse als Energiespeicher.
-Glycerophosphatide:
Diese Lipide gehören zur Gruppe der Phospholipide.
Dabei sind zwei Fettsäuren mit dem Glycerin verestert, am dritten C-Atom des
Glycerins hängt ein Phophatrest (auch: Phosphatidsäure) und noch eine polare
Gruppe. Daher ist diese Substanzklasse amphiphil (Glycerin mit den beiden
Fettsäuren= hydrophob, Phospatrest mit polarer Gruppe=hydrophil).
Aufgrund dieser Eigenschaft, gehören die
Phospholipide zum Membranfett.
Im wässrigen Milieu, so z.B. im Körper lagern sich
die Phospolipide wie folgt an:
Die hydrophoben Elemente wenden sich einander zu,
während die hydrophilen Teile nach außen zum Wasser zeigen. Dabei entsteht eine
Doppelschicht, die wir als Membran kennen.
Außerdem finden sich diese Lipide in der
Gallenflüssigkeit, wo sie das Cholesterin in Lösung halten. In der Lunge gibt
es besondere Phospholipide, das Surfactant, das die Oberflächenspannung der
Alveolen herabsetzt, was notwendig für die Atmung ist.
2.
Sphingosingrundgerüst:
Sphingosin ist ein zweiwertiger Aminoalkohol. Im menschlichen Körper liegt
Sphingosin als Ceramid vor, das heißt eine Fettsäure ist über eine Amidbindung
mit dem Sphingosin verbunden. Zu diesen Sphingosinderivaten gehören die
Sphingosinphosphatide, und die Glykosphingolipide.
-Sphingosinphosphatide:
Auch diese Lipide gehören zur Gruppe der
Phospholipide. Dabei wird die freie –OH-Gruppe des Ceramids mit einem Phosphat
verestert. Diese Art von Lipiden findet man vor allem in Membranen von
Nervenzellen, so z.B das Sphingomyelin als Bestandteil der Myelinscheiden.
-Glykosphingolipide:
Diese Art von Lipiden haben immer Spingosin als
Grundgerüst. Je nach Zuckerart (Glyko!) unterscheidet man auch hier zwei Typen,
die Cerebroside und die Ganglioside.
1.
Cerebroside:
An das Ceramid wird ein Monosaccharid gehängt. Die
häufigsten Zucker sind hierbei Glucose und Galaktose. Cerebroside kommen in
Zellmembranen des Nervensystems vor.
2.
Ganglioside:
An das Ceramid werden mehrere Zucker gehängt
(Oligosaccharide). Häufig kommt der Aminozucker N-Acetyl-Neuraminsäure (NANA)
vor. Ganglioside dienen vor allem der Zellerkennung und finden sich auch in
Membranen der Nervenzellen.
3.
Isoprengrundgerüst:
Isopren bildet die Grundstruktur für Cholesterin,Steroide, Gallensäuren und
Vitamine. Isopren als Baueinheit kann entweder beliebig hintereinander gehängt
werden, man erhält die so genannten Terpene, oder sechs Isopreneinheiten werden
gefaltet und man erhält Steroide.
-Terpene:
Zu den Terpenen gehören die fettlöslichen Vitamine
wie z.B Vitamin A, E, und K, und das Ubichinon, das eine wichtige Rolle in der
Atmungskette spielt.
-Steroide:
Als Grundstruktur dient das Steran, das aus sechs
gefalteten Isopreneinheiten aufgebaut ist. Zu den Steroiden gehört das
Cholesterin, das in Zellmembranen eingelagert für die Stabilität der Zelle
sorgt. Außerdem benötigt man Cholesterin für die Produktion von Gallensäuren
und Steroidhormone.
4.
Zusammenfassung



Phospholipide
Allgemeine
Funktionen und Aufgaben
Wie oben erwähnt gibt es eine Fülle von verschiedenen Lipiden mit teils
sehr unterschiedlichen Aufgaben.
Die wichtigsten Aufgaben seien hier noch einmal
zusammengefasst:
1.
Energiespeicher:
Besonders die Triacylglycerine stellen mengenmäßig
das bedeutendste Energiereservoir des Körpers da. Bei Bedarf werden aus ihnen
Fettsäuren freigesetzt, die dann verstoffwechselt werden können.
2.
Baustoff:
Vor allem amphiphatische Lipide werden als Baustoff
für den Aufbau von zellulären Membranen eingesetzt. Dazu zählen besonders die
Phospholipide, die Glykosphingolipide und das Cholesterin.
3.
Isolator:
Triacylglycerine dienen subkutan und um einige
Organe (Baufett) als thermische und mechanische Isolierung. In den
Zellmembranen ist diese Isolierung besonders wichtig, da sie den Aufbau des
lebenswichtigen Membranpotentials ermöglicht.
4.
Weitere Aufgaben:
Des Weiteren übernehmen Lipide im Organismus
weitere Aufgaben z.B. als Signalstoffe (Steroide), als Cofaktoren in
enzymatischen Reaktionen ( Ubichinon) oder als Vitamine.
Einige Lipide und Fettsäuren sind essentiell, das
heißt sie müssen mit der Nahrung aufgenommen werden z.B. die fettlöslichen
Vitamine.
Lipidstoffwechsel
1. Fettstoffwechsel in den Fettzellen (Adipozyten) als
Speichermedium der Triacylglycerine:
In den Adipozyten unterliegen die Lipide einem ständigen Auf-und Abbau. Das
Material zur Synthese von Lipiden (Lipogenese) liefern Lipoproteine, wie z.B.
Chylomikrone aus dem Darm, die mit dem Blut transportiert werden. Das Enzym
Lipoprotein-Lipase spaltet dieses Triacylglycerine in Glycerin und Fettsäuren.
Diese Bestandteile werden von den Fettzellen aufgenommen und wieder zu
Triacylglycerinen aufgebaut.
Die Lipolyse, das heißt der Abbau von Fetten wird
durch das Enzym Lipase katalysiert. Von der Aktivität dieses Enzyms hängt die
Menge, der im Abbau freigesetzten Fettsäuren ab. Damit ist die Lipase
maßgeblich an der Regulation des Fettsäureplasmaspiegels beteiligt.

Chylomikronen
Glycin
+ Lipoprotein-Lipase

AUFBAU ABBAU
2.
Fettsäure-Abbau in der
Leber:
Im Körper gibt es viele Gewebearten, die Fettsäuren aus dem Plasma
entnehmen, um Fette aufzubauen oder durch ihren Abbau Energie zu gewinnen. Am
stoffwechselaktivsten sind die Hepatozyten, d.h. die Zellen der Leber.
Der wichtigste Stoffwechselweg zum Abbau von
Fettsäuren ist die β-Oxidation. Dieser
Prozess findet in der Mitochondrienmatrix
statt. Die von der Zelle aufgenommen freien Fettsäuren werden im Cytoplasma mit
Coenzym A zu Acyl-CoA aktiviert und dann erst von den Mitochondrien
aufgenommen. In der Mitochondrienmatrix werden diese dann zu Acetyl-CoA
abgebaut. Dieses kann dann im Citratzyklus unter ATP-Gewinnung weiter
verstoffwechselt werden. Bei einem hohen Fettsäurespiegel im Blutplasma,
übersteigt die Produktion von Acetyl-CoA den eigenen Energiebedarf der
Hepatozyten. Dann wird das vorhandene Acetyl-CoA in Ketonkörper umgewandelt und
steht anderen Geweben als Energiequelle zur Verfügung.
Ketonkörper
3.
Fettsäure-Aufbau in der
Leber:
Die Synthese von Fetten und Fettsäuren findet vor
allem in der Leber und im Fettgewebe, zum Teil auch in der Niere und Lunge
statt.
Als Synthesematerial dient hauptsächlich die
Glukose, die in der Glykolyse den Ausgangsstoff aller Lipide liefert, das
Acetyl-CoA. Aber auch der Aminosäurenabbau führt zu Acetyl-CoA, das für die
Fettsynthese verwendet wird. Die Fettsäuresynthese läuft im Gegensatz zu zum
Fettsäureabbau nicht in den Mitochondrien ab, sondern im Zytoplasma einer Zelle.
Zunächst wird das Acetyl-CoA zu Malonyl-CoA
carboxyliert. Der Aufbau zu Fettsäuren wird dann vom Enzym Fettsäure-Synthase
katalysiert.
Dabei wird ein Molekül Acetyl-CoA unter Verwendung
von Malonyl-CoA in sieben Reaktionszyklen zu Palmitinsäure umgewandelt, da die
Verlaengerung am 16. C-Atom stoppt. Dies bedeutet, dass in jedem Zyklus CO2
abgespalten wird, und die Kette
um zwei C-Atome wächst.
Die Palmitinsäure kann in weiteren Reaktionen zu
längeren oder ungesättigten Fettsäuren umgebaut werden.
Aufgebaute Lipide in der Leber werden dann in Form
von Lipoproteinen verpackt und dann ins Blut abgegeben
|
Glukose/Aminosäuren à Abbildung 4: |
|
LIPIDE IM BLUT
Das Blut im menschlichen Körper erfüllt zahlreiche Aufgaben. Unter anderem
fungiert es als Transportmedium für viele verschiedene Substanzen. Blut setzt
sich aus zellulären Bestandteilen und Blutplasma zusammen. Dabei überwiegt der
Plasmaanteil mit 55%. Hauptbestandteil des Blutplasmas ist das Wasser.
Auch Lipide werden im Blut transportiert.
Allerdings bedarf es spezieller Transportmechanismen, da Lipide größtenteils
wasserunlöslich sind. So würden sich freie Triacylglycerine im Blut zu
Lipidtröpfchen zusammenlagern und so gefährliche Fettembolien hervorrufen.
Auch amphiphatische Lipide können nicht frei transportiert werden. Aufgrund
dieser Eigenschaft, lagern sie sich in die Membranen der Blutzellen ein und
führen so zu deren Auflösung.
Im Blut gibt es zwei Transportmechanismen für die Lipide
Zum einen werden langkettige Fettsäuren an das
Plasmaprotein Albumin gebunden transportiert, während kurzkettige Fettsäuren
(hier überwiegt der hydrophile Charakter der Carboxylgruppe) im Plasma gelöst
werden.
Zusammengesetzte Lipide wie z.B. die
Triacylglycerine können so nicht transportiert werden. Diese Fette werden in so
genannten Lipoprotein-Komplexen transportiert. Wie der Name es schon sagt
besteht diese Transporteinheit aus zwei Komponenten. Zum einen aus dem zu
transportierenden Lipidanteil und zum anderen aus einem hydrophilen
Proteinmantel, dem so genannten Apoprotein.
Im Blutplasma kommen je nach Größe und
Zusammensetzung verschiedene Lipoproteine vor. Dabei werden diese nach ihrer
Dichte unterschieden. Je höher der Proteingehalt und je niedriger der
Fettanteil, desto höher ist auch die Dichte des Transportmoleküls. Dies liegt
daran, dass Lipide im Gegensatz zu den Apoproteinen eine geringere Dichte
haben. Außerdem nimmt die Größe der Transporteinheit mit steigender Dichte ab.
Zudem kann man die Lipoproteine anhand der unterschiedlichen Apoproteine
unterscheiden.
Im Blut
findet man fünf Lipoproteingruppen.
-
Chylomikronen
-
VLDL (very low density
lipoproteins)
-
IDL (intermediary
density lipoproteins)
-
LDL (low density
lipoproteins)
-
HDL (high density
lipoproteins)
Tabelle 1: Die Eigenschaften der
Lipoproteine
|
Lipoprotein |
Chylomikronen |
VLDL |
IDL |
LDL |
HDL |
|
Grösse (nm) |
100-1000 |
30-70 |
- |
15-25 |
5-12 |
|
Dichte (g/ml) |
0,93 |
0,93-1,006 |
- |
1,019-1,063 |
1,063-1,21 |
|
Lipid/Protein- Verhältnis |
99/1 |
90/10 |
- |
78/22 |
50/50 |
|
Cholesterin % |
5 |
19 |
- |
50 |
19 |
|
Triacylglycerine
% |
86 |
55 |
- |
6 |
4 |
|
Apoproteine |
E, B48, CII |
B100, CII,E |
CII, E |
B100,E |
AI |
Den Proteinanteil in den Lipoproteinen stellen die Apoprteine dar. Je nach
Funktion werden sie in verschiedene Klassen eingeteilt. Die Herstellung dieser
Proteine erfolgt logischerweise an den Orten, wo Lipoproteine zum Transport der
Lipide gebildet werden wie zum Beispiel im Dünndarm oder in der Leber. Der
Anteil an Apoprotein in % liegt unterschiedlich zwischen 50% bei den HDL und 1%
bei den Chylomikronen.
Apoproteine als Transportproteine haben vor allem
die Aufgabe den Lipoprotein-Komplex zusammenzuhalten und wasserlöslich für den
Transport im Blut zu machen.
Ausserdem erfüllen sie neben dieser wichtigen
Aufgabe auch Aufgaben im Rahmen des Lipoproteinstoffwechsels. So fungieren
einige Apoproteine als Liganden für bestimmte Rezeptoren, oder als
Enzymaktivatoren.
Strukturell sind Apoproteine in Form von
amphiphilen Helices aufgebaut. Das bedeutet, dass die eine Seite einer Helix aus
hydrophilen Aminosäureseitenketten, die andere aus hydrophoben Seitenketten
besteht. Da der Kern der Lipoproteine aus hydrophoben Lipiden wie zum Beispiel
Triacylglycerine besteht, bedeutet das, dass sich die hydrophobe Seite der
Helix Richtung Lipoproteinkern wendet, während die hydrophile Seite nach außen
Richtung Blut zeigt und so in Wechselwirkung mit dem wässrigen Milieu tritt.
Damit sind optimale Bedingungen für den Transport geschaffen.
Tabelle 2: Die wichtigsten Apoproteine, die sie tragenden Lipoproteine und ihre Funktionen
|
Apoprotein |
Lipoprotein |
Funktion |
|
AI |
HDL |
Aktiviert die LCATà
Cholesterinveresterung |
|
B100 |
VLDL,LDL |
Ligand des
B-Rezeptors |
|
B48 |
Chylomikronen |
Struktur |
|
CII |
Chylomikronen,
VLDL |
Aktivert
Lipoproteinlipase à Spaltung
von Triacylglycerinen |
|
E |
VLDL, HDL,
Chylomikronen |
Ligand des
E-Rezeptors in der Leber |
Lipoproteine Funktion und Aufgaben
Lipoproteine haben grundsätzlich die Aufgabe Lipide
über das Blut in die verschiedenen Regionen des menschlichen Körpers zu
transportieren. Dabei übernehmen die verschiedenen Lipoproteinklassen
verschiedene Aufgaben und Funktionen, die nachfolgend näher erläutert werden
sollen.
So gelangen die Fette, die mit der Nahrung
aufgenommen werden, in den Darm und werden dort in den Saumzellen in Chylomikronen
verpackt und so in die Blutbahn abgegeben.
Lipide, die zum Beispiel in der Leber synthetisiert
werden und in die Peripherie abgeben werden, müssen in VLDL verpackt werden.
Nach Gebrauch werden diese in LDL gewandelt und können dann wieder von Leber
und Peripherie aufgenommen werden. Dazwischen ist noch eine Zwischenstufe
geschaltet, nämlich die IDL.
Überschüssige Fette, insbesondere das Cholesterin
in der Peripherie, werden in Form von HDL wieder zurück zur Leber transportiert
und kann dort ausgeschieden werden.
Der Weg der Lipide- vom Butterbrot bis in die
Zellen….
I.
Im Darm werden die
Lipide in Chylomikronen verpackt
Mit der Nahrung
aufgenommenes Fett, gelangt im Zuge der Verdauung in den Darm und wird dort durch
ein Enzym aus der Pankreas, der Pankreaslipase, gespalten. Die Bestandteile der
Lipide, Glycerin und Fettsäuren werden von den Enterozyten, den Mukosazellen
des Darmes aufgenommen und anschließend im glatten endoplasmatischen Retikulum
resynthetisiert. Dann erfolgt der Transport zum rauen endoplasmatischen
Retikulum, wo sie mit dem Apoprotein B48 assoziieren und weitere
Lipide wie Cholesterin aufnehmen. Im Golgi-Apperat werden Chylomikronen in
Sekretgranula verpackt und über Exozytose in den extrazellulären Raum
geschleust, von wo aus sie in das zentrale Lymphgefäß (Chylus) der Darmzotte
und somit in das Lymphsystem gelangen. Über den Ductus Thoracicus gelangt die
Lymphe und damit die Chylomikronen in das venöse Blutsystem.
Im Blut erfolgt eine
Übertragung der Apoproteine E und CII in Anwesendheit von HDL, von HDL auf die
Chylomikronen. Apo CII dient der Lipoprotein-Lipase, die als Enzym in den
Wänden der peripheren Blutgefässe sitzt, als Co-Faktor und aktiviert somit den
Abbau der Chylomikronen. Die gespaltenen Bestandteile der Lipide werden
unterschiedlich verwertet. Während die Fettsäuren von den extrahepatischen
Geweben aufgenommen werden, gelangt das Glycerin in die Leber, wo es dem
Stoffwechsel wieder zur Verfügung steht. Reste der abgebauten Chylomikronen,
die Cholesterin und Apo B48 und E enthalten, nennt man auch
Remnants. Über Apo E (Ligand des Rezeptors) gelangen sie wieder in die Leber
und werden dort abgebaut. Auch HDL (sogenanntes discoidales HDL) entsteht
dadurch, dass Apo A und Cholesterin auf HDL-Vorstufen übertragen werden.
Ingesamt gehen 70-90% der Triacylglycerine durch den Abbau verloren.
II.
Lipide aus
der Leber gelangen in die Peripherie
Endogen in
der Leber produzierte Lipide werden in die VLDL verpackt. Ähnlich wie die
Chylomikronen zeichnen sich diese Lipoproteine auch durch ihren hohen Gehalt an
Triacylglycerinen aus. Der Vorgang der Entstehung gleicht dem der
Chylomikronen. Allerdings assoziieren sie hier mit dem Apoprotein B100 und
E und die Synthese findet in der Leber statt.
Nach der
Abgabe ins Blut, tritt auch das VLDL mit dem HDL in Wechselwirkung. Eine
Übertragung der Apoproteine E und CII führt auch hier zu einer Aktivierung der
Lipoprotein-Lipase, die die Triacylglycerine aus den VLDL freisetzt. Die so
entstandenen Partikel werden IDL genannt. Diese werden in der Leber in LDL
ungewandelt.
Somit wird
die Funktion dieser beiden Lipoproteine deutlich. Während die Chylomikronen
die Nahrungslipide vom Darm in die Peripherie transportieren, werden bei
vorhandenem Energieüberschuss, die endogen produzierten Lipide in die
Peripherie über VLDL abgegeben. Der Abbau der Chylomikronen liefert Remants,
der des VLDL die IDL und anschließend das LDL.
III.
IDL- die
Zwischenstufe
Bei diesen
Partikeln handelt es sich um Lipoproteine von intermediärer Dichte. Diese
Lipoproteine besitzen einen relativ hohen Cholesterinanteil im Gegensatz zu den
VLDL, da sie einen großen Teil der Triacylglycerine abgegeben haben. Auf noch
nicht geklärtem Wege werden diese Lipoproteine in der Leber in LDL ungewandelt,
dabei verlieren sie zum großen Teil die Apoproteine C und E.
IV.
LDL- der
Cholesterintransport
Das
Lipoprotein LDL enthält von allen Lipoproteinen den größten Cholesterinanteil.
Dabei wird das aus der Leber stammende Cholesterin und die Cholersterinester
von der Leber in die extrahepatischen Gewebe transportiert. Dort findet es vor
allem als integrativer Bestandteil der Zellmembranen Verwendung.
Außerdem ist
das LDL maßgeblich an der Regulation der Cholesterinbiosynthese beteiligt.
Die
Regulation erfolg über den LDL-Rezeptor, der sowohl in der Peripherie, als auch
in der Leber vorhanden ist. Als Ligand fungiert hier das Apo B100, als
Bestandteil der LDL. Bindet das Apo B100 an den Rezeptor, so wird
der gesamte Rezeptor-Lipoprotein-Komplex durch Endozytose von der Zielzelle
aufgenommen. Anschließend erfolgt der Abbau in den Lysosomen. Die
Cholesterinester werden durch die lysosomale saure Lipase hydrolysiert. Das
entstandene freie Cholesterin verlässt dann das Lysosom. Dieses Cholesterin hat
nun Auswirkungen auf zwei Enzyme des Endoplasmatischen Retikulums.
Zum einen wirkt es hemmend auf die Aktivität
der HMG-CoA-Reduktase. Dabei wird die Transkription des zugehörigen Gens
unterdrückt. Dies bewirkt, dass die Cholesterinbiosynthese heruntergefahren wird.
Zum anderen
wird die Zelle angeregt vermehrt Cholesterin zu speichern. Dies erfolgt über
die Aktivierung der Acyl-CoA-Cholesterin-Acyltransferase (ACAT). ACAT verestert
das Cholesterin mit freien Fettsäuren. Die entstandenen Cholesterinester sind
apolar und können nun in Lipidtropfen der Zelle gepackt gespeichert werden.
Die
LDL-Rezeptoren gelangen in Vesikeln wieder an die Membranoberfläche. Herrscht
ein Cholesterinüberschuss, so wirkt sich dies hemmend auf die
LDL-Rezeptor-Synthese aus. Die betroffene Zelle nimmt somit weniger Cholesterin
aus dem Blut auf, die Konzentration an Cholesterin in der Zelle sinkt, während
der Plasmaspiegel steigt.
V.
HDL- der
reverse Cholesterintransport
Die Gruppe
der HDL-Lipoproteine ist im Gegensatz zu den anderen Lipoproteinen sehr
heterogen. Der unterschiedliche Gehalt an Apoprotein und Lipidanteil
klassifiziert dieses Lipoprotein in drei Untergruppen: HDL1, HDL2,
und HDL3.
Sowohl beim Abbau der Chylomikronen, als auch im Darm und in der Leber entsteht HDL. HDL besitzt vor allem ApoA-I. Dieses Protein gilt als Aktivator des Enzyms Lecithin-Cholesterin-Acyltransferase (LCAT).

Abbildung 5: Lipoproteinstoffwechsel
LCAT katalysiert folgende Reaktion:
Cholesterin+
Phosphatidylcholinà Cholesterinester+ Lysophosphatidylcholin.
Freies Cholesterin
wird somit mit einer Fettsäure verestert und apolar. Die apolaren
Cholesterinester wandern in den apolaren Bauch des HDL, dabei wird Platz an der
Oberfläche frei. Dieser Platz wird für die Einlagerung von Cholesterin, das aus
der Peripherie stammt, verwendet.
Über
Rezeptoren werden die HDL von der Leber aufgenommen und verstoffwechselt. Das
Cholesterin wird entweder ausgeschieden oder für die Produktion von Gallensäuren
verwertet.
Somit ist das
HDL maßgeblich am reversen Cholesterintransport von den extrahepatischen
Geweben zur Leber beteiligt.
Störungen
des Lipoproteinstoffwechels
1. Einleitung
In unserer westlichen Zivilisation
kommen gerade Störungen des Lipidstoffwechels häufig vor. So sterben jährlich
in der Bundesrepublik Deutschland 450 000 Menschen an Krankheiten des
Herz-Kreislauf-Systems, die somit Todesursache Nummer eins sind. Zudem steigt
die Inzidenz von Jahr zu Jahr an. Zu der häufigsten Todesursache zählt die KHK
= Koronare Herzkrankheit. Diese beruht auf stenosierende Veränderungen der
Herzkranzgefässe, wobei diese arteriosklerotisch verändert sind. Dabei kommt es
zu einem Missverhältnis zwischen Sauerstoffbedarf und Sauerstoffangebot im
betroffenen Herzmuskelareal. Zu den Riskofaktoren der KHK gehören u.a.
Nikotinkonsum, Hypertonie, Diabetes mellitus, Adipositas und vor allem eine
Hyper-oder Dyslipoproteinämie. In einer Studie konnte gezeigt werden, dass ein
Zusammenhang zwischen der Mortalität an KHK und der Höhe des Cholesterinspiegels
besteht. In weiteren Studien hat sich gezeigt, dass eine Senkung des
Cholesterinspiegels, neben anderen Präventionsmaßnahmen, das Risiko an einer
KHK zu erkranken verringert.
Somit haben Fettstoffwechselstörungen
eine klinische Bedeutung, da sie den Prozess der Arteriosklerose begünstigen.

Lumen
Abbildung
6: Arteriosklerose-Plaque (schematisch)
Man unterscheidet Hypolipidämien und
Hyperlipidämien. Aufgrund der klinischen Relevanz für Arteriosklerose, soll im
Folgenden nur auf die Hyperlipidämien eingegangen werden. Neben den genetischen
Formen (primäre Hyperlipidämie) , die Mutationen in den Genen für Apoproteine,
lipolytischen Enzymen oder Lipoproteinrezeptoren, beinhalten, gibt es auch
erworbene Hyperlipidämien (sekundäre Hyperlipidämie), die vor allem das
LDL/HDL- Verhältnis bereffen. Meist sind diese Störungen von einer
Hypercholesterinämie begleitet. Da das LDL für den peripheren Cholesterintransport
verantwortlich ist, spielt es in der Pathogenese der Arteriosklerose eine
wichtige Rolle. Deshalb muss bei einer Untersuchung oft das Verhältnis von LDL
zu HDL abgeklärt werden. Ist der LDL-Plasmaspiegel erhöht, so wird das LDL in
den Blutgefässen und teilweise auch in anderen Geweben (als sogenannte
Xanthome) abgelagert. Diese Ablagerungen führen zur
Arteriosklerose-Plaque-Bildung und letztendlich zum Verschluss des Gefäßes
Je nach Lipoproteintyp, lassen sich
fünf Typen von Hyperlipidämien unterscheiden. Dabei ist meistens eine
Lipoproteinfraktion besonders erhöht.
|
Typ |
Erhöhte Lipoproteine |
Erhöhte Lipide |
Häufigkeit |
Erbmodus |
Behandlung |
Mechanismus |
|
Hyperlipo-proteinämie I |
Chylomikronen und VLDL |
Triglycerine |
selten |
rezessiv |
Reduktion der Fettzufuhr auf < 3g/Tag |
Mangel an Lipoprorein-protease oder Apo C-II |
|
Hyperlipo- (Familiäre Hypercholesterin-ämie) |
LDL |
Cholesterin |
Heterozygot 1:500 Homozygot 1:1
Mio. |
autosomal-dominant |
Cholesterinzufuhr senken, Stimulierung des
normalen LDL-Rezeptorgens HMG-CoA-Reduktasehemmer |
Funktions-defekt des LDL-Rezepors |
|
Hyperlipo-proteinämie III |
VLDL-Reste, Chylomikronen |
Triglycerine, Choelsterin |
1:5000 |
polygen |
Senkung der Cholesterinzufuhr, HMG-CoA-Reduktasehemmer |
Mutation im Apo E-Gen (Ligand!) |
|
Hyperlipo-proteinämie IV |
VLDL |
Triglycerine (Cholesterin) |
häufig |
polygen |
Reduktion der anderen Risikofaktoren |
nicht geklärt, oft bei Adipositas, Diabetes |
|
Hyperlipo-proteinämie V |
Chylomikronen und VLDL |
Triglycerine (Cholesterin |
- |
- |
s.o. |
Mischform aus I und IV |
Bei einem erhöhten Cholesterinspiegel im Serum bzw. einem
erhöhten LDL geht es in der Therapie darum diesen zu senken um somit das
Arteriosklerose-Risiko zu vermindern. So hat sich gezeigt, dass bei
medikamentöser Therapie der Cholesterinserumspiegel um bis zu 50 % gesenkt
werden konnte.
Grenzwerte für einen gesunden
Menschen Gesamt – Cholesterin: ≤
200mg/dl LDL – Cholesterin: ≤
160mg/dl HDL – Cholesterin:
> 40 mg/dl LDL/HDL-Verhältnis: 3,5
Ziel einer präventiven Therapie, wenn
keine anderen Risikofaktoren (wie z.B. Adipositas, Rauchen...) vorhanden sind,
ist es, die Blutwerte auf die o.g. Werte zu bringen. Bei Bestehen von Risikofaktoren
oder gar bestehender Arteriosklerose versucht man die Werte noch niedriger
einzustellen.
Oftmals hilft eine Ernährungsumstellung
und Aufklärung des Patienten hinsichtlich seiner Ernährungsweise.
So sollen Cholesterin und gesättigte
Fettsäuren gemieden werden. Diese kommen vor allem in Fleischwaren, Wurst,
Käse, und Vollmilchprodukten vor, während ballaststoffreiche Nahrung wie z.B.
Getreideprodukte, Obst, Gemüse und Reis erhöht werden sollen.
Hilft dies nicht, so findet auch die
medikamentöse Therapie Anwendung.
Ziel ist es die Cholesterinmenge im
Blut zu verringern, indem das Gen für den LDL-Rezeptor angeregt wird. Somit
werden mehr LDL-Rezeptoren produziert, die mehr Chlolesterin in die Zellen
aufnehmen können.
Werden der Zelle Cholesterinquellen
entzogen, so muss, da die Zelle nun Cholesterin braucht, die Menge an mRNA für
den LDL-Rezeptor steigen. Es werden vermehrt Rezeptoren gebildet, die man auf
der Membranoberfläche findet. Diese nehmen dann vermehrt Cholesterin aus dem
Blut auf, der Cholesterinspiegel wird somit gesenkt.
Wie kann man nun der Zelle die Cholesterinquellen entziehen?
1.
Man kann die
Rückresorption von Gallensalzen im Dünndarm unterbinden
Gallensalze sind Derivate des
Cholesterins, die in der Leber gebildet werden und mit der Galle in den Darm
gegeben werden. Dort haben sie die Aufgabe Nahrungsfette zu emulgieren und sie
somit den Pankreas-Lipasen zugänglich zu machen. Erst so können die Lipide
gespalten und verstoffwechselt werden.
Gallensalze sind negativ geladen. Durch
die Verabreichung von positiv geladenen Polymeren, z.B. Cholestyramin, können
die Gallensalze an die Polymere binden. In dieser Form werden weder die
Polymere noch die Gallensalze rückresorbiert. Somit wird Cholesterin vermehrt
ausgeschieden. Man darf aber nicht vergessen, dass ausgeschiedenes Cholesterin
und aufgenommenes bzw. neusynthetisiertes sich die Waage halten, weswegen
wieder neues Cholesterin bei vermehrter Ausscheidung gebildet wird.
2.
Man kann die
Neusynthese von Cholesterin in der Zelle hemmen
Mit Substanzen der aus der Stoffgruppe
der Statine, kann man die Cholesterinbiosynthese hemmen. Zu dieser Gruppe
gehört beispielsweise das Lovastatin. Statine stellen kompetitive Inhibitoren
des Schlüsselenzyms der Cholesterinneusynthese, der HMG-CoA-Reduktase. Durch
die Hemmung dieses Enzyms wird die Neusynthese von Cholesterin eingeschränkt.
Exkurs: CHOLESTERIN
Als essentieller Bestandteil tierischer Membranen
ist Cholesterin ein lebenswichtiges Biomolekül. Dies bedeutet auch, dass alle
Zellen des menschlichen Organismus zur Cholesterinbiosynthese befähigt sind,
wir Menschen sind also nicht auf die Cholesterinzufuhr durch Nahrung
angewiesen. Außerdem dient ein Teil des Cholesterins der Synthese von
Steroidhormonen als Ausgangsstoff.
Durchschnittlich werden pro Tag ca. 0,3g
Cholesterin aufgenommen, als Bestandteil des tierischen Stoffwechsels kommt es
vor allem in Fleisch, Eigelb und in der Leber vor.
Der menschliche Körper braucht pro Tag ca. 1g
Cholesterin, da ebensoviel in Form von Gallensäuren ausgeschieden wird. Das
Defizit zwischen Aufnahme und Ausscheidung wird durch die endogene
Cholesterinbiosynthese ausgeglichen.
Cholesterinbiosynthese
Das Cholesterin gehört in die Lipidgruppe der Steroide. Alle C-Atome des
Cholesterins stammen vom Grundbaustein der Lipide, dem Acetyl-CoA ab.
Grundsätzlich lässt sie die recht komplizierte
Synthese in vier Schritte einteilen:
1.
Aus drei Acetyl-CoA (C2-Geruest) entsteht Mevalonat (C5-Geruest).
Dies ist auch der geschwindigkeitsbestimmende Schritt der Biosynthese.
2.
Aus Mevalonat entsteht dann das aktive Isopren auch Isopntenyl-PP genannt
(C5-Geruest).
3.
Anschließend lagern sich sechs aktive Isopren zum so genannten Squalen (C30-Geruest)
an.
4.
Dann erfolgt im letzten Schritt die Umwandlung in Cholesterin (C27-Geruest).
Bis auf die ersten Reaktionsschritte, findet die Biosynthese des
Cholesterins im glatten endoplasmatischen Retikulum einer Zelle statt. Die
Neusynthese erfolgt vor allem in Leber- und Darmzellen.
Die einzelnen Schritte der Reaktion etwas genauer:
1.
Aus drei Acetyl-CoA entsteht über einen Zwischenschritt (Bildung von
Acetoacetyl-CoA) β-HMG-CoA. Mit Hilfe des
Enzyms β-HMG-CoA-Reduktase und NADPH/H+
wird das β-HMG-CoA zu Mevalonat reduziert.
2.
Das Mevalonat wird dann dreifach phophoryliert. Diese drei Reaktionen sind
ATP- abhängig. Anschließend erfolgt
eine Decarboxilierung mit Phospatabspaltung, die das aktive Isopren liefert.
3.
Nun erfolgt über mehrere Schritte die Bildung des Moleküls Squalen.
Zunächst wird das aktive Isopren zu Dimethyl-Allyl-PP isomerisiert. Dieses
Molekül lagert sich mit einem weiteren aktiven Isopren zu Geranyl-PP (C10).
An dieses Molekül wird wieder ein aktives Isopren angelagert, es ensteht
Farnesyl-PP (C15). Ab hier finden die weiteren Reaktionen im glatten
endoplasmatischen Retikulum statt. Aus zwei Farnesyl-PP- Molekülen entsteht
letztendlich das lineare Squalen- Molekül (C30).
4.
Unter Sauerstoffverbrauch wird nun das Squalen zu Lanosterol zyklisiert.
Nach der Entfernung von drei Methyl-Gruppen in weiteren Reaktionsschritten,
entsteht letztendlich Cholesterin.
Reaktionsweg
3x Acetyl-CoAà β-HMG-CoAà Mevalonatà 3x Phosphorylierungà aktives
Isoprenà Dimethyl-Allyl-PP + aktives
Isoprenà Geranyl-PP + aktives Isoprenà
Farnesyl-PP + Farnesyl-PPà Squalenà Lanosterol – 3-Methylgruppenà Cholesterin.
Cholesterinbiosynthese – Regulation
Um sowohl eine ausreichende Neusynthese des
Cholesterins zu garantieren, als auch eine Überproduktion von Cholesterin und
somit zum Teil lebensgefährliche Ablagerungen in Gefäßen zu vermeiden, muss
die Cholesterinbiosynthese regulativ erfolgen. Dies ist auch pharmakologisch
von Vorteil, da Medikamente hier gut im Stoffwechsel des Cholesterins
eingreifen können.
Die Regulation kann entweder hormonell oder auch
allosterisch erfolgen. Angriffspunkt ist das Schlüsselenzym β-HMG-CoA-Reduktase, das den Geschwindigkeitsbestimmenden
Schritt der Gesamtreaktion katalysiert.
2.1
Allosterische Regulation
Sowohl durch das Zwischenprodukt Mevalonat, als
auch durch das Endprodukt Cholesterin kann die β-HMG-CoA-Reduktase gehemmt werden à negatives Feedback.
Außerdem wird das Enzym in Anwesendheit dieser
beiden Produkte schneller abgebaut (Halbwertszeit ↓).
2.2 Hormonelle Regulation
Zu den die Cholesterinsynthese regulierenden
Hormonen, gehören die Gegenspieler Insulin und Glukagon. Während das Glukagon
die Neusynthese hemmt, steigert das Insulin diese. Diese Wirkung beruht auf
eine Veränderung des cAMP-Spiegels der Zelle. So kann das Glukagon über eine
Erhöhung des cAMP-Spiegels Proteinkinase aktivieren, die wiederum die β-HMG-CoA-Reduktase phophorylieren. Diese Phosphorylierung
überführt das Enzym in seine inaktive Form, die Biosynthese des Cholesterins
wird gehemmt. Insulin bewirkt über den umgekehrten Mechanismus genau das
Gegenteil.
Abschließend lässt sich sagen, dass die
Cholesterinbiosynthese auch auf der Ebene der DNA reguliert wird.
Cholesterinveresterung
Sowohl für den Transport in Lipoproteinen, als auch für die Speicherung,
wird das Cholesterin im menschlichen Organismus meist verestert. Dies hat
folgende Gründe:
1.
Zur Speicherung:
Cholesterin kann weder als Mizelle (zu großer
lipophile Anteil), noch als Fetttröpfchen (hydrophile –OH –Gruppe) gespeichert
werden. Deshalb wird die Hydroxylgruppe reversibel verestert, das so
entstandene lipophile Cholesterinestermolekül kann gut gespeichert werden.
2.
Zum Transport:
Um im lipophilen Kern der Lipoproteine gespeichert
und transportiert zu werden, muss das Cholesterin auch für den Transport
verestert werden.
Wie wird
Cholesterin verestert?
Im menschlichen Körper befinden sich zwei Enzyme, die das Cholesterin
reversibel verestern können. Zum einen die Acyl-CoA-Cholesterin-Acyltransferase
(ACAT) und zum anderen die Lecithin-Cholesterin-Acyltransferase (LCAT).
Acyl-CoA-Cholesterin-Acyltransferase (ACAT):
Ort: Endoplasmatisches Retikulum
Mechanismus:
Das Enzym verestert das Cholesterin, indem e seine
Fettsäure eines Acyl-CoAs auf das Cholesterinmolekül überträgt. Steigt die
Konzentration von Cholesterin an, so wird die Aktivität des Enzyms gesteigert
und somit mehr Cholesterin verestert.
Lecithin-Cholesterin-Acyltransferase (LCAT)
Ort: Blut
Mechanismus:
Im Blut wird das Cholesterin von LCAT verestert.
Dabei wird eine Fettsäure von Lecithin auf Cholesterin übertragen. Dabei
entsteht auch Lysolecithin.
Cholesterin+ Lecithinà Cholesterinester+ Lysolecithin
Aufgaben des Cholesterins
Cholesterin erfüllt im Organismus vielfältige und zum Teil auch
lebensnotwendige Aufgaben.
1.
Integrativer Bestandteil
der Zellmembranen.
In der Zellmembran ist das Cholesterin weitgehend
für die Beweglichkeit zuständig. Verestert kann es nicht eingebaut werden, da es
dann völlig apolar ist. Da die Synthese der Zellmembran auch vom ER ausgeht,
kann das Cholesterin dort auch direkt eingebaut werden. Überschüssiges
Cholesterin in der Zelle wird von
ACAT verestert (s.o.) und im Plasma der Zelle gespeichert.
2.
Cholesterin als
Ausgangsstoff für Gallensäuren
In den Leberzellen findet die Biosynthese von
Gallensäuren aus Cholesterin statt. Gallensäuren sind der Hauptbestandteil der
Galle, die viele Funktionen im Bereich der Verdauung übernimmt. So emulgiert
die Galle mit der Nahrung aufgenommene Fette, die erst dann resorbiert und dem
Fettstoffwechsel zugeführt werden können. Pro Tag werden ca. 1g Gallensäuren
ausgeschieden. Dementsprechend müssen täglich 1g neu synthetisiert werden.
3.
Synthese von
Steroidhormonen.
Auch die unerlässlichen Steroidhormone unseres
Körpers werden aus Cholesterin hergestellt. Wichtigste Bildungsorte sind die
Gonaden, das heißt Ovarien und Hoden und die Nebennierenrinde (NNR).
Literaturverzeichnis
1.
Taschenatlas der Biochemie, Jan Koolman, Klaus Heinrich
Röhm, 3. Auflage 2002, Georg-Thieme Verlag
2.
Biochemie & Pathobiochemie, Löffler, Petrides , 7.
Auflage 2003, Springer Verlag
3.
Biochemie, Berg/Tymoczko/Stryer, 5. Auflage 2003,
Spektrum Akademischer Verlag
4.
Biochemie des Menschen, Horn, 2. Auflage 2003, Georg-
Thieme Verlag
5.
Innere Medizin, Greten/Schettler, 11. Auflage 2002,
Georg-Thieme Verlag