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Protein O-Mannosylierung
![]() Abbildung 1: Die komplexen und verzweigten Strukturen der O-Mannosyl-Glykane auf Säugerproteinen. a-Dystroglykan, ein O-mannosyliertes Protein in Säugern Das einzige ausreichend charakterisierte O-mannosylierte Protein ist a-Dystroglykan, die extrazelluläre Komponente des Dystrophin-Glykoprotein-Komplexes [2]. In Wirbeltieren ist dieser Transmembrankomplex in allen Geweben exprimiert, besonders stark in Nerven-, Hirn-, Epithel-, und Muskelzellen. Der Komplex verbindet physisch das Cytoskelett der Zelle mit den Proteinen der extrazellulären Matrix. aDystroglykan bindet N-terminal an mehrere Proteine der extrazellulären Matrix und C-terminal an ß-Dystroglykan. Beide Dystroglykane sind als einziges Gen im Genom kodiert und werden erst posttranslational im Endoplasmatischen Retikulum gespalten. ![]() a-Dystroglykan besteht im maturen Stadium aus zwei globulären Domänen welche durch eine Serin/Threonin reiche Muzindomäne verbunden sind. Diese gestreckte Muzindomäne ist stark O-glykosyliert mit O-Mannosyl-Glykanen und muzintypischen Glykanen.
Kongenitale Muskeldystrophien des Menschen aufgrund anomaler O-Mannosylierung Fehlen oder Verkürzung der O-Mannose Glykane führt zu kongenitalen Muskeldystrophien. Dies sind autosomal-rezessiv vererbte Muskelerkrankungen, welche zu einer fortschreitenden Abnahme der Muskelmasse führen. Es sind mehr als 30 verschiedene klinische Ausprägungen bekannt, wobei in 50 % der Fälle das betroffene Gen noch nicht identifiziert werden konnte. In einigen Fällen ist die genaue Funktion des betroffenen Proteins unbekannt. Demzufolge nehmen die O-Mannose Glykane eine essentielle Rolle im Nerven- und Muskelgewebe ein, wobei die beteiligten Proteine noch weitgehend unbekannt sind. Literatur:
24 Juli 2013 Isabelle Breloy Institut für Biochemie II, Joseph-Stelzmann-Strasse 52, D50931 Köln Anregungen und Wünsche: Budi Tunggal |