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Lipide

"Ohne Lipide könnte keine der auf unserem Planeten vorkommende Lebensformen existieren. Zur Klasse der Lipide gehören die amphiphilen Phospholipide und Sphingolipide, welche die Membran aller Zellen bilden."
Mit diesen Sätzen beginnt das Kapitel über die Lipide im Lehrbuch der Biochemie und Pathobiochemie, 6. Auflage 1997, Löffler und Petrides, erschienen in Springer Verlag.

Phospholipide
Das Phospholipid Lecithin stellt den Hauptlipidanteil biologischer Membrane, in denen z.B. das Proteolipidprotein der Myelinmembran eingebettet ist. Sie besitzen amphiphile Eigenschaften, sowohl hydrophil, als auch hydrophob. Sie eignen sich daher ideal, als Membran polare von apolaren Medien zu trennen. Manche Proteine sind ebenso amphiphil gebaut und können mit den Lipiden auf idealer Weise in Wechselwirkung treten.


Glycerophospholipide
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Abbildung 1: Die Phosphatidsäure
Die Glycerophospholipide Phosphatidylserin, -ethanolamin, -glycerin, -inositol und -cholin, um einige davon zu nennen, haben ein gemeinsames Grundgerüst, die Phosphatidsäure. Die Kohlenstoffatome des Glycerin Nr. 1 (sn1) und 3 (sn3) sind nicht gleichwertig, sie sind pro-chiral. An dem sn-1 Kohlenstoffatom sind die Fettsäuren meist gesättigt, an dem sn-2 Kohlenstoffatom ungesättigt.


Die Lipidomik
beschäftigt sich u.a. mit der Frage, welche Lipide werden wo in welcher Menge eingesetzt, um ihren vielfältigen Aufgaben gerecht zu werden. Welche immense Aufgaben die Lipidomik bereitet, lässt sich aus den Arbeiten von Houston et al. [1] und Fujita et al. [2] ermessen.

Monolayer, Mizellen, Vesikeln und Biomembrane
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Wässrige Emulsion von Phosphatidylcholin (Lecithin) in Wasser bilden, je nach Konzentration, unterschiedliche Strukturen. An Wasser-Luft-Grenzfläche bilden sie Monolayer, in geringer Konzentration im Wasser emulgiert Mizellen und in höheren Konzentrationen Vesikeln oder ausgedehnte Lipiddoppelschicht (Bilayer). Reproduzierbar erhält man definierte Lecithin-Vesikeln mittels Behandlung mit Ultraschall.


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Abbildung 2:
Von links nach rechts, "Monolayer", Mizelle, Vesikel und Lipiddoppelschicht. Die "Köpfe" sind polar und die "Schwänze" sind apolar.


Die Alveoli-Oberfläche
wird zur Luft hin von einer Dipalmitoyllecithin Monolayer begrenzt. Der Sauerstoffaustausch erfolgt durch diese Monolayer. Ohne sie und die durch sie zusammen mit den "surfactant" Proteinen aufrecht erhaltene Oberflächenspannung würden die Lungenbläschen zusammenfallen [3,4].

Die Lipoproteine des Blutplasmas
sind Beispiele für eine Zusammenarbeit zwischen Lipiden und Proteine in Form einer Mizelle. Je nach Art des beteiligten Proteins resultieren daraus HDL, LDL, VLDL etc. Sie sind unerlässliche Cholesterin und Triglyceridtransporter zwischen Darm, Leber und dem übrigen Körper. Die grundlegenden Strukturen der Lipoproteine wurden bereits in 1974 geklärt [5,6]

Die Vesikeln
nutzt die Zelle, um in ihrem Inneren Moleküle von einem zum anderen Kompartimenten zu transportieren. Für diese Aufgabe werden "Adressierungsmoleküle" auf ihrer Oberfläche angeheftet, damit die Empfänger erkennen können, dass die Fracht für sie bestimmt sind.

Die ausgedehnte Doppelschicht
schließlich wird genutzt, um sowohl die Zelle selbst, als auch die Organnelen im Inneren von der Umgebung abzugrenzen, um nicht zu sagen zu isolieren, denn durch sie erfolgt ein reger Stoff- und Informationsaustausch.


Literatur:
  1. Houston DK, Driver KE, Bush AJ, Kritchevsky SB, The association between cheese consumption and cardiovascular risk factors among adults, J Hum Nutr Diet. 21, 129-40 (2008).
  2. Fujita H, Okada T, Inami I, Makimoto M, Hosono S, Minato M, Takahashi S, Mugishima H, Yamamoto T, Low-density lipoprotein profile changes during the neonatal period, J Perinatol. Mar 13 (2008) [Epub ahead of print].
  3. Ballard PL, Merrill JD, Truog WE, Godinez RI, Godinez MH, McDevitt TM, Ning Y, Golombek SG, Parton LA, Luan X, Cnaan A, Ballard RA, Surfactant function and composition in premature infants treated with inhaled nitric oxide, Pediatrics, 120, 346-53 (2007).
  4. Related Articles, LinksSchmidt R, Markart P, Ruppert C, Wygrecka M, Kuchenbuch T, Walmrath D, Seeger W, Guenther A, Time-dependent changes in pulmonary surfactant function and composition in acute respiratory distress syndrome due to pneumonia or aspiration, Respir Res. 8, 55 (2007)
  5. Stoffel W., Zierenberg O., Tunggal B. D., Schreiber E., 13C nuclear magnetic resonance spectroscopic studies on lipid-protein interactions in human high-density lipoprotein (HDL), A model of the HDL particle., Hoppe Seylers Z. Physiol. Chem. 355, 1381-90 (1974).
  6. Stoffel W., Zierenberg O., Tunggal B., Schreiber E., 13C nuclear magnetic resonance spectroscopic evidence for hydrophobic lipid-protein interactions in human high density lipoproteins Proc. Natl. Acad. Sci. U S A, 71, 3696-700 (1974).


02 August 2010
Zentrum für Biochemie, Joseph-Stelzmann-Straße 52, D50931 Köln
Kritik und Anregungen: Budi Tunggal
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