Institut für Vegetative Physiologie
Medizinische Fakultät
Klinikum der Universität zu Köln
| Prof. Dr. Rudolf Wiesner | |
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In unseren
Projekten bearbeiten wir die Frage, wie Zellen die Zahl ihrer
Mitochondrien messen, wie sie die Mitochondrienbiogenese an den
Energiebedarf anpassen, wie Mutationen mitochondrialer Gene die Zellfuktion
beeinträchtigen und welche anderen Funktionen neben der
Energiebereitstellung Mitochondrien noch in der Zelle wahrnehmen.
Mitochondrien sind
die Kraftwerke jeder Zelle, in denen Kohlenhydrate und Fette mit Sauerstoff zu
CO2 verbrannt werden, wobei die Energie für alle lebensnotwendigen
Vorgänge entsteht. Sie sind aber auch Syntheseorte vieler wichtiger
Zwischenprodukte des Zellstoffwechsels, sind an der Regulation des cytosolischen
Kalziums beteiligt und spielen eine maßgebliche Rolle beim programmierten
Zelltod (Apoptose). Der Mitochondrien-Gehalt ist dem sehr unterschiedlichen
Energiebedarf unterschiedlicher Zelltypen in unserem Körper angepasst. Eine
unserer Fragestellungen ist daher: Woher wissen Zellen, wie viele Mitochondrien
sie haben, wie viele sie brauchen, und wie passen sie Energie-Bedarf und
-Angebot einander an? Wir untersuchen deshalb an ausgewählten Zellkulturmodellen
die Regulation von mitochondrialen Genen durch mögliche intrazelluläre Signale,
durch die die Zelle ihren Energiehaushalt reguliert. Die Koordination dieser
Gene mit der Expression der mitochondrialen, plasmid-ähnlichen DNA (mtDNA) ist
ein weiterer wichtiger Aspekt.
Mit Hilfe von r0-Zellen,
Zelllinien, die keine mtDNA mehr besitzen, damit keine funktionierende
Atmungskette haben und keinen Sauerstoff mehr verbrauchen, untersuchen wir neue
lebensnotwendige Funktionen der Organellen, die unabhängig von ihrer Aufgabe bei
der Energiebereitstellung sind. Ein Schwerpunkt hierbei ist die Rolle der
Organelle bei der Schädigung der Haut durch UV-Strahlen (siehe Webseite SFB
589).
Mit Hilfe solcher Zellen versuchen wir auch, die Pathomechanismus von Mutationen
der mtDNA zu verstehen, die in betroffenen Patienten zu schweren neuromuskulären
Erkrankungen führen. Mitochondrien aus Fibroblasten dieser Patienten werden in
r0-Zellen
eingebracht, auf diese Weise immortalisiert und können nun in der Zellkultur auf
ihren Defekt hin untersucht werden (siehe Website ZMMK).
Wir glauben, dass unsere Arbeiten wichtig zum grundlegenden Verständnis der Physiologie der Zelle und zum Verständnis neuromuskulärer Erkrankungen sind. Da diese die gleichen Symptome aufzeigen wie die Degenerationserscheinungen im Alter und das Altern mit der Akkumulation solcher Mutationen der mtDNA verbunden ist, hoffen wir auch einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis des natürlichen Alterungsprozesses zu leisten SFB728
Sonderforschungsbereich 589 (SFB)
Center for Physiology, Robert-Koch-Strasse 39, D50931 Köln