Geschichte und Kulturen · Forschung 2000/2001

Sprach- und Kulturkontakte im Großraum Ägypten/Sudan/Äthiopien

BearbeiterInnen

Prof. Dr. Marianne Bechhaus-Gerst, Prof. Dr. Gerrit J. Dimmendaal, Dr. Reinhard Klein-Arendt, R. El-Sayed, M.A. (Ägyptologie), Prof. Dr. K. Zibelius-Chen, (Ägyptologie, Universität Tübingen)

Leiter

Prof. Dr. Gerrit J. Dimmendaal, Dr. M. Weber (Ägyptologie)

Beschreibung

Im Zentrum des Projektes steht der Großraum Ägypten/Sudan/Äthiopien als eine multiethnische historische Kontaktzone. Zum ersten Mal wird das Alte Ägypten in den afrikanischen Kontext eingebunden. Zielsetzung des Projektes ist die Erarbeitung eines komplexen Bildes der (prä-)historischen Beziehungen und Wanderungsbewegungen des genannten Raumes, die in hohem Maße von klimatischen Veränderungen bestimmt waren. Dabei wird zum einen davon ausgegangen, dass die sich wandelnden Umwelt- und Lebensbedingungen sowie die historischen Kontakte zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen die Sprachen der davon betroffenen Ethnien beeinflussten und veränderten. Zum anderen wird angenommen, dass sich der enge Kontakt zwischen dem Alten Ägypten und den Gebieten südlich des 1. Nilkataraktes auch sprachlich widerspiegelt.

Sprache und Kultur der San (Buschmänner) im südlichen Afrika

BearbeiterInnen

Gertrud Boden, M.A., Dr. Matthias Brenzinger, Dr. Christa Kilian-Hatz, Dr. Christa König, Dr. Mathias Schladt, Yvonne Treis, M.A.; Friederike Wilkening, M.A.

Leiter

Prof. Dr. Bernd Heine

Beschreibung

Im Rahmen dieses Vorhabens wurde die Forschung über die Sprachen der traditionellen Wildbeutervölker in Namibia fortgesetzt. Eine Textsammlung und ein Wörterbuch der Kxoe-Sprache wurden erarbeitet, und über die Diskurs- und Satzstruktur dieser Sprache wurde eine Detailuntersuchung als Magisterarbeit vorgelegt. Die Arbeit an einer Grammatik des Kxoe ist im Gange, konnte aber noch nicht abgeschlossen werden. Erste grammatische Beschreibungen über die //Ani-Sprache und den westlichen Dialekt des !Xun wurden veröffentlicht; weitere Arbeiten zur Grammatik und zur räumlichen Orientierung im //Ani sind im Gange. Die Analyse der Sozialstruktur und materiellen Kultur der Kxoe konnte vertieft werden, und erste Erkenntnisse zur Biotaxonomie (Ethnobotanik, Ethnozoologie) liegen vor. Eine weitere Detailuntersuchung zur Konzeptualisierung von Raum und Umwelt bei den Kxoe ist im Gange.

Afrika in der populären Kultur des 20. Jahrhunderts

BearbeiterInnen

Prof. Dr. Marianne Bechhaus-Gerst, Birte Kathage, M.A., Rainer Zuszek, Anke Flören, Andrea Neuhaus, Felix Hettig, C. Schromm, Dirke Köpp, M.A.

Leiterin

Prof. Dr. Marianne Bechhaus-Gerst

Beschreibung

Im populären Diskurs wird kein Kontinent in solch hartnäckiger seit Jahrhunderten stereotypischer charakterisiert wie der afrikanische. Im Rahmen der Ausstellung ‘Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann? – Afrika in der populären Kultur des 20.Jahrhunderts’ wird dargestellt, wie man sich in den verschiedensten Medien Afrika nähert und wie man sich Afrika konstruiert und aneignet. Themenbereiche des Projektes sind: 1. Afrika im Comic, 2. Kannibalenwitze und Afrikaner als Esswaren oder Essensbringer, 3. Afrika in Spielen und Kinderbüchern, 4. Der ‘Mohr’ in der Werbung, 5. Afrika im deutschen Schlager, 6. Karneval, 7. Afrikaner in der Alltagskultur, 8. Schwarze Haut - Weiße Fantasien. Das Ausstellungsprojekt soll in den nächsten Jahren ausgebaut werden und gleichzeitig ein neues Projekt zur systematischen Erforschung der populären Diskurse über Afrika initiiert werden.

Lokale Medienpraktiken und -diskurse: Kassettenkultur und Horrorvideos in Ghana und Nigeria

Bearbeiter

Dr. Tobias Wendl bzw. Dr. Matthais Krings

Leiterin

Prof. Dr. Heike Behrend

Beschreibung

Technische Medien, wie z.B. Video und Fotografie, entwickeln, wie Dinge überhaupt, ihre je eigenen kulturellen Biografien. Die technologische hardware liefert nur eine notwenige, aber keine hinreichende Bedingung dafür, wie Medien letztlich genutzt werden und welche kulturelle Konkretion sie erhalten. Am Beispiel der Bildmedien Video und Fotografie soll erarbeitet werden, wie in Afrika technische und kulturelle Dispositive interagieren und neue mediale Konkretionen sowie neue kulturelle Hybridisierungen hervorbringen.

Fetisch, Totem und Idol: Bildkonzeptionen in anderen Kulturen

Bearbeiterin

Justyna Stekiewicz, M.A.

Leiterin

Prof. Dr. Heike Behrend

Beschreibung

Dieses Projekt untersucht verschiedene Praktiken in heutigen afrikanischen christlichen Kirchen, in denen Fotografien "verzaubert", zum Heilen wie zum Schaden benutzt werden. Um einer dem Thema inhärenten Tendenz zur Exotisierung und Veränderung entgegenzuwirken, wird versucht, die Interdependenz, die wechselseitigen Spiegelungen westlicher und afrikanischer Praktiken und Diskurse, also Aspekte ihrer Interkulturalität, vor dem Hintergrund der christlichen Eucharistie, des Reliquienkultes und des Fetischbegriffs herauszuarbeiten.

Biographien frühkolonialer Persönlichkeiten Namibias

Bearbeiter

Prof. Dr. Wilhelm Möhlig

Leiter

Prof. Dr. Wilhelm Möhlig

Beschreibung

Im Mittelpunkt dieses im Laufe des Jahres 2001 abgeschlossenen Projekts steht die Person von Hendrik Witbooi, eines in seiner Zeit berühmten Führers der Nama, der 1905 an seinen Verwundungen durch deutsche Schutztruppen verstarb. Gustav Menzel (1908-1999), ehemaliger Direktor der Rheinischen Mission Wuppertal, hat das Leben Witboois und seine Ideenwelt anhand von Quellen aus dem Missionsarchiv rekonstruiert. Die endgültige Herausgabe des nachgelassenen Werkes besorgte Wilhelm Möhlig.

Gewaltkulturen in Afrika, ihre konzeptuellen Grundlagen in einheimischen Vorstellungen

Bearbeiter

Rüdiger Köppe, gepr. R’Kand.

Leiter

Prof. Dr. Wilhelm Möhlig

Beschreibung

Das Projekt befasst sich auf der Grundlage der einheimischen Wortinventare mit der vergleichenden Untersuchung von Gewaltkulturen in ganz Afrika.

Sprichwörter im einheimischen Rechtsleben

Bearbeiter

Prof. Dr. Wilhelm Möhlig

Leiter

Prof. Dr. Wilhelm Möhlig

Beschreibung

Anhand von Protokollen einheimische Rechtsdiskurse wird die Rolle von Sprichwörtern bzw. sprichwortartigen Sentenzen bei der Vermittlung von Rechtsgedanken untersucht.