Geschichte und Kulturen · Forschung 2002/2003

Fetisch, Totem und Idol: Bildkonzeptionen in anderen Kulturen

Bearbeiterin

Justyna Stekiewicz, M.A.

Leiter

Prof. Dr. Heike Behrend

Beschreibung

Dieses Projekt untersucht verschiedene Praktiken in heutigen afrikanischen christlichen Kirchen, in denen Fotografien „verzaubert“, zum Heilen wie zum Schaden benutzt werden. Um einer dem Thema inhärenten Tendenz zur Exotisierung und Ver-Anderung entgegenzuwirken, wird versucht, die Interdependenz, die wechselseitigen Spiegelungen westlicher und afrikanischer Praktiken und Diskurse, also Aspekte ihrer Interkulturalität, vor dem Hintergrund der christlichen Eucharistie, des Reliquienkultes und des Fetischbegriffs herauszuarbeiten.

„Treu bis in den Tod“. Afrikanische Askari im populären Diskurs in Deutschland ab 1890

Bearbeiterinnen

Prof. Dr. Marianne Bechhaus-Gerst, Dr. Stefanie Michels

Leiter

Prof. Dr. Heike Behrend

Beschreibung

Anhand von populären Bildern und Texten über afrikanische Askari in deutschen Kolonien soll das Verhältnis von Askaris zu deutschen Soldaten bzw. Offizieren nachgezeichnet werden. Schwarze Soldaten und Polizeisoldaten standen von 1889 bis 1918 in deutschen Diensten in den Kolonialarmeen Togos, Kameruns, Deutsch-Ostafrikas und – eingeschränkt – auch Deutsch-Südwestafrikas. Das Projekt untersucht die sich verändernden Diskurse über diese, deren Genese, Inhalt, Funktion und Entwicklung. Zentral ist der Mythos des „treuen Askari“, der während des ersten Weltkrieges unter dem „im Felde unbesiegten“ General von Lettow-Vorbeck in Deutsch-Ostafrika kämpfte und bis heute als Figur in Sedimenten des kollektiven Gedächtnisses der Deutschen vorhanden ist.

Videokultur in Nordnigeria: Produktion und „Agency“

Bearbeiter

Dr. Matthias Krings

Leiter

Prof. Dr. Heike Behrend

Beschreibung

Untersucht wird die Praxis der Videofilmproduktion in Nordnigeria. Während in Ghana und Südnigeria bisher vor allem der lokale „Horrorfilm“ erforscht wurde, soll in diesem Projekt eine andere Transkription global zirkulierender Bilderströme analysiert werden, die wesentlich von der Rezeption und Lokalisierung des indischen „Bollywood-Kinos“ geprägt ist. Als theoretischer Leitbegriff bei der Analyse medialer Beziehungen dient der Begriff „agency“, wie er in der Actor-Network-Theorie und der sozialanthropologischen Kunsttheorie Alfred Gells entwickelt wurde.

Biographien frühkolonialer Persönlichkeiten Namibias

Bearbeiter

Prof. a.D. Dr. Wilhelm Möhlig, Petra Henn, M.A.

Leiter

Prof. a.D. Dr. Wilhelm Möhlig

Beschreibung

Im Mittelpunkt des Projekts steht die südnamibianische Gruppe der Witbooi-Nama (/Kowesi). Johannes Olpp, ein ehemaliger Missionar der Rheinischen Mission Wuppertal, hat zwei Chroniken verfasst, die die Geschichte des Volkes während des 19. Jahrhunderts zum Gegenstand haben.

Ethnien und Nationalitäten in einer Phase des politischen ökonomischen und sozialen Wandels in Nord-Namibia ab 1915

Bearbeiter

Andreas Eckl, M.A., Georgios Chatzoudis

Leiter

Prof. a.D. Dr. Wilhelm Möhlig (Afrikanistik), Prof. a.D. Dr. O. Dann (Geschichtswissenschaft)

Beschreibung

Der afrikanistische Arbeitsanteil bestand in einer Aufarbeitung der frühen Kolonialzeit aus der Perspektive der Kavango-Völker. Da diese, wie sich bei der ersten Kontaktaufnahme mit den Betroffenen alsbald herausstellte, weit vor der Niederlage der deutschen Kolonialmacht im Jahre 1915 begann, hat A. Eckl in seinen Archivstudien und seinen Recherchen vor Ort von vornherein auch die ersten europäisch-afrikanischen Kontakte zum Ende des 19. Jahrhunderts mit berücksichtigt. Ende 2003 konnte er dazu eine Dissertation abschließen, in der gezeigt wird, wie die einheimischen Machthaber die kolonialen Machtverhältnisse geschickt zu ihrem eigenen Vorteil zu nutzen verstanden.

Informelle Rechtsentwicklungen in Tansania vor dem Hintergrund verfassungsmäßig garantierter Grundrechte

Bearbeiter

Köppe, Rüdiger, gepr. R’Kand.

Leiter

Möhlig, W. Prof. a.D. Dr.

Beschreibung

Angesichts der Schwäche der zentralstaatlichen Gewalt in Tansania, allen Bürgern des Landes zu ihren gesetlich garantierten Rechten zu verhelfen, wurden von der Basisbevölkerung bestimmte Strategien und Institutionen entwickelt, die letztlich darauf hinauslaufen, das Recht in die eigenen Hände zu nehmen. Das Projekt untersucht, in welcher Weise diese Instrumente mit der geltenden Verfassung im Einklang stehen bzw. gegen diese verstoßen.