Sprachen und Literatur · Forschung 2004/2005
Die For-Sprache
Bearbeiter
Christine Waag
Leiter
Prof. Dr. Gerrit J. Dimmendaal
Beschreibung
Dieses Teilprojekt beschäftigt sich mit der Erforschung der Sprache der Poora, dem For. Sowohl lexikalische Daten als auch eine detaillierte Analyse der Grammatik sollen zu vertieften Kenntnissen über diese Sprache führen, um einen Vergleich mit anderen Sprachen der Region zu ermöglichen. Daten in semantischen Bereichen wie Viehzucht, Ackerbau, Eisenbearbeitung und Töpferei werden erfasst, soweit sie noch zugänglich sind. Zudem werden Texte verschiedener Gattungen gesammelt.
Besiedlungs- und Kulturgeschichte auf der Grundlage sprachlicher Quellen
Bearbeiter
Prof. a.D. Dr. Wilhelm Möhlig, Frank Seidel, M.A., Marc Seifert, M.A.
Leiter
Prof. a.D. Dr. Wilhelm Möhlig
Beschreibung
In dem Projekt befassen wir uns seit Mitte 1995 mit den Bantusprachen diesseits und jenseits der nordnamibischen Grenze mit dem Ziel, aus den rezenten Sprachen Quellenmaterial zur Rekonstruktion der vorkolonialen Kultur- und Völkergeschichte des Kontaktraums zwischen khoisan- und bantusprachigen Völkern zu erschließen. Zu den sprachlichen Quellen, mit denen wir uns insbesondere befassen, gehören das dialektologische Grundlagenmaterial des untersuchten Raums, historisch relevante Texte (Chroniken, fiktionale Literatur), Ortsnamen sowie Landschaftsbezeichnungen und Landschaftskonzepte.
Referenz-Grammatik des Herero
Bearbeiter
Prof. a.D. Dr. Wilhelm Möhlig, Kavari, J.U. Kavari, D.Phil. (Namibia)
Beschreibung
Das seit 2003 betriebene Projekt, eine umfassende Grammatik des Herero zu erstellen, die auch die komplizierte prosodologische Struktur dieser Sprache erschließt, soll 2006 abgeschlossen werden.
Sprachbeschreibung des Yeyi
Bearbeiter
Frank Seidel, M.A.
Beschreibung
Die Beschäftigung mit dem Yeyi, einer Bantusprache, welche im Grenzraum Botswana/Namibia gesprochen wird, dient der Erfassung der grammatischen Struktur dieser Sprache. Am Ende dieses Dissertationsprojektes soll eine umfassende grammatische Beschreibung vorliegen.
Landschaftskonzeptualisierung in den Bantusprachen Namibias
Bearbeiter
Dr. Axel Fleisch, Dr. Birte Kathage, J.U. Kavari, D.Phil. (Namibia)
Leiter
Prof. a.D. Dr. Wilhelm Möhlig
Beschreibung
Das Projekt hat zum Ziel, die Landschaftskonzepte einzelner Bantu-Sprachkulturen in Namibia darzustellen. Dr B. Kathage hat im Rahmen einer Dissertation auf der empirischen Grundlage des Mbukushu einige grundlegende Parameter entwickelt, mit deren Hilfe versucht werden soll, alle individuellen Systeme im semantischen Feld "Landschaft" vergleichbar zu machen. Der Vergleich soll dazu dienen, Korrelationen zwischen Landschaftskonzepten und anderen kulturellen, gesellschaftlichen oder historischen Sachverhalten herzustellen.
Oralliterarische und historische Dokumentartexte der Bantuvölker Namibias/Angolas
Bearbeiter
Marc Seifert, M.A.
Leiter
Prof. a.D. Dr. Wilhelm Möhlig
Beschreibung
Die Sammlung oralliterarischer und historischer Dokumentartexte der Bantuvölker Nordnamibias und Südostangolas konnte weitgehend abgeschlossen werden. Es wurde mit der Analyse wiederkehrender Erzählelemente in der traditionellen Wortkunst begonnen mit dem Ziel, diese miteinander zu vergleichen, um den Kulturtransfer zwischen Khoisan- und Bantuvölkern sichtbar zu machen und hinsichtlich der Inhalte zu spezifizieren.
Sprache und Kultur der San (Buschleute) im südlichen Afrika
Bearbeiter
Dr. Matthias Brenzinger, PD Dr. Christa Kilian-Hatz, PD Dr. Christa König (Frankfurt)
Leiter
Prof. Dr. Bernd Heine
Beschreibung
Die Arbeiten zur Erforschung der Khoisan-Sprachen wurden fortgesetzt mit der Bearbeitung von Grammatiken der Sprachen !Xun (C. König) und Khwe (C. Kilian-Hatz). Einzeluntersuchungen hatten die typologische Struktur und des Sprachbaus zum Ziel (C. König, B. Heine).
Nilosaharanisch: Beschreibung und Vergleich
Bearbeiter
D. Kievit, M.A., Christine Waag, M.A., D. Weiss, M.A.
Leiter
Prof. Dr. Gerrit J. Dimmendaal
Beschreibung
Hauptziel dieses Projekt ist an erster Stelle, kaum erforschte nilosaharanische Sprachen besser zu beschreiben. Dabei hat die Dokumentation von genetisch relativ isolierten Sprachen innerhalb dieses Phylums, wie z.B. Bura Mabang (Doris Weiss), For (Christine Waag) und Nara (Dirk Kievit), hohe Priorität. Außerdem sind vom Projektleiter bereits Feldforschungen zu wenig erforschten Sprachen innerhalb der Eastern Sudanic Gruppe im Nilosaharanischen durchgeführt worden, wie z.B. Nyimang, Tama und Temein. Ein zweites Anliegen dieses Projektes ist es, zu einem besseren Verständnis der historischen Entwicklung dieses Phylums zu kommen. Zur Zeit sind Monographien über die nilotische sowie über die zentralsudanische Gruppe innerhalb der nilosaharanischen Sprachfamilie in Vorbereitung.
Serielle Verbkonstruktionen
Bearbeiter
Dr. Christa Kilian-Hatz, Dr. Christa König (Universität Frankfurt)
Beschreibung
Die Untersuchung der Khoisan-Sprachen des südlichen Afrika im Bereich der Verbserialisierung führte zu ersten Ergebnissen zu den Sprachen Khwe (C. Kilian-Hatz) und !Xun (C. König): Es handelt sich um eine Form der Verbanreihung, die dem Typ der Komposition nahe kommt.
Typologie der Aktantenmarkierung in afrikanischen Sprachen
Bearbeiter
PD Dr. Christa Kilian-Hatz, PD Dr. Christa König, F.K.E. Voeltz, PhD, Dr. Azeb Amha
Leiter
Prof. Dr. Gerrit J. Dimmendaal, Prof. Dr. Bernd Heine, Dr. Ulrike Claudi
Beschreibung
In dem Vorhaben wurde eine Gesamtperspektive der Typologie afrikanischer Sprachen angestrebt, indem zum einen eine auf einer Vielzahl von verglichenen Sprachen beruhende quantitative Untersuchung (Makroanalyse) und zum anderen eine detaillierte Einzeluntersuchung von ausgewählten afrikanischen Sprachen (Mikroanalyse) durchgeführt wurde. Besondere Aufmerksamkeit galt den Bereichen Kasus und Partizipantenmarkierung, Adpositionen, Verbalerweiterungen und Verbserialisierung. Aus dem Forschungsprojekt sind zwei Sammelbände (Voeltz 2005 und Im Druck) hervorgegangen. Weitere Ergebnisse werden in einem von Dimmendaal vorbereiteten Sammelband, der außerdem Beiträge über Alaaba, Haro, Hone, Ik, Jalonke, Likpe und Makonde enthält, voraussichtlich 2006 erscheinen.
Grammatische Analyse des Luwo („Jur“)
Bearbeiterin
Prof. Dr. Anne Storch
Beschreibung
Das Ziel dieses Vorhabens ist es, eine grundlegende Grammatik des sudanesischen Luwo auf der Basis umfangreicher, während eigener Feldforschungen angelegter Korpora zu erstellen. Das Luwo kann nach neuesten Erkenntnissen als die dem Süd-Lwoo am nächsten stehende Sprache und damit als direkter Vorfahre dieser Sprachgruppe betrachtet werden. Eine monographische Beschreibung des Luwo stellt somit einen Beitrag zur Sprach- und Siedlungsgeschichte des östlichen Afrika dar. Aus typologischer Sicht sind das nominale Klassifikationssystem, die Wortklassen, das ergative Kasussystem und das Verbalsystem, das u.a. Evidentialität markiert, interessante Forschungsgebiete.
Dokumentation des Hochlandostkuschitischen
Bearbeiter
Gertrud Schneider-Blum, M.A., Yvonne Treis, M.A.
Leiter
Prof. Dr. Gerrit J. Dimmendaal, Prof. Dr. Hans-Jürgen Sasse (Allgemeine Sprachwissenschaft)
Beschreibung
Im Zentrum des Projektes standen die beiden eng verwandten hochlandostkuschitischen Sprachen Kambaata und Alaaba, die im Süden Äthiopiens gesprochen werden. Die Zielsetzung war primär eine dokumentarische, da die beiden Sprachen bisher kaum beschrieben waren. Die Arbeit umfasste den Aufbau eines Textkorpus mit Daten aus diversen Genres, auch aus spontanem Diskurs. Dieses Korpus bildete die Basis für eine umfassende grammatische Analyse, die von der Phonologie bis zur Syntax reichte. Schwerpunkte waren die prosodische Struktur, nominale und verbale Morphologie, Satzverknüpfung. Begleitend entstand die Grundlage für ein Wörterbuch. In Kürze ist die Veröffentlichung von Referenzgrammatiken zum Kambaata und Alaaba geplant.
Verbvalenz im Laala
Bearbeiter
Dr. Ursula Drolc
Beschreibung
Gegenstand der Untersuchung ist die Zusammenstellung eines Valenzwörterbuchs der Verben in der (west-)atlantischen Cangin-Sprache Laala. Das bisher weitgehend unerforschte Laala hat ein komplexes Verbsystem mit einer Vielfalt von Verbderivationen, die die Verbvalenz entweder erweitern oder reduzieren: Kausativ, Mediopassiv, Passiv usw. Die Kombinierbarkeit eines Simplexverbs mit den verschiedenen Verbderivationen stellt ein wichtiges Kriterium zur Bestimmung der Valenz dar. Ziel der Untersuchung ist zum einen die Gültigkeit des Valenzbegriffs in einer außereuropäischen Sprache zu überprüfen, zum anderen eine sprachspezifische Verbklassifikation zu finden, die auf den inhärenten Eigenschaften der Verben beruht.
Friedensterminologien in afrikanischen Sprachen
Bearbeiter
Prof. Dr. M. Toscano, (Neapel), Dr. Mohamed Touré, PD Dr. Helma Pasch, Dirk Otten, M.A.
Beschreibung
Während Kriegsterminologien aus verschiedenen Sprachen sehr gut dokumentiert sind, z.T. bezüglich bestimmter einzelner Kriege, spielen Friedensterminologien in der afrikanistischen Forschung bisher praktisch keine Rolle. Ziel des Projektes ist die Herausarbeitung von afrikanistischen Friedenskonzepten und ihrer sprachlichen Darstellungen.
Die Bedeutungsgeschichte des sprachlichen Ausdrucks räumlicher Beziehungen im Nguni: Historisch-vergleichende Semantik im Bantu
Bearbeiter
Dr. Axel Fleisch
Beschreibung
Das Vorhaben dient der Entwicklung eines komparativen Verfahrens zur Rekonstruktion semantischen Wandels anhand räumlicher Termini in den südafrikanischen Ngunisprachen. Auf der Grundlage umfangreicher digitaler Textkorpora werden die Untersuchungsbegriffe semantisch analysiert und historisch verglichen. Aus diesem Vergleich lassen sich wertvolle Schlüsse über die Sprachgeschichte des Nguni ableiten, die bisherige, rein formorientierte Verfahren nicht erlauben.
Neben seiner Bedeutung als philologischer Beitrag zur Sprachgeschichte im Bantu berührt das Vorhaben zentrale Aspekte aktueller Debatten im Rahmen der kognitiven Semantik. Somit ist dieses afrikanistische Projekt sprachübergreifend und unabhängig von der Untersuchungsregion auch für Ethnolinguisten und kognitive Sprachwissenschaftler relevant.
Sprachkontakt und grammatischer Wandel
Bearbeiter
Prof. Dr. Bernd Heine, Prof. Dr. Tania Kuteva (Universität Düsseldorf)
Beschreibung
Die Analyse des kontaktbedingten grammatischen Wandels wurde ausgeweitet auf die Sprachen Europas.
Restricted Linguistic Systems as a Window to Language Genesis
Bearbeiter
Prof. Dr. Bernd Heine, PD Dr. Christa König (Frankfurt)
Beschreibung
Jüngere Erkenntnisse zur Evolutionsbiologie, Sprachsimulierung und grammatischen Evolutionsforschung machen einen neuen Zugang zur Frage der Entstehung menschlicher Sprache möglich. In Zusammenarbeit mit einem interdisziplinären Team von Forschern arbeiten B. Heine und C. König mit Unterstützung der Königlich-Niederländischen Akademie der Wissenschaften an der Rekonstruktion von grammatischer Entwicklung.
Entwicklung von automatisierten morphologischen Analysierern für ausgewählte afrikanische Sprachen unter Verwendung von Xerox finite state tools
Bearbeiter
Prof. Dr. Anne Storch, Dr. Axel Fleisch
Beschreibung
Das Ziel dieses Vorhabens ist es, moderne computerlinguistische Verfahren für die Afrikanistik zu erschließen und EDV-unterstützte Sprachanwendungen für afrikanische Sprachen zu schaffen. Hierzu sind zunächst morphologische Analysierer für diese Sprachen zu entwickeln. Sie liegen als maßgebliche Komponente praxisnahen Anwendungen – z.B. Software zur Überprüfung von Rechtschreibung und Grammatik, automatisierten Taggern zur Aufarbeitung großer digitaler Textkorpora und effizienteren Systemen zur Informationsbeschaffung in Datenbanken und Internet – zu Grunde. Deshalb widmen sich neben den o.a. Bearbeitern weitere Mitarbeiter des Instituts für Afrikanistik in Zusammenarbeit mit finnischen und südafrikanischen Kollegen der Entwicklung von morphologischen finite state-Analysierern für eine Reihe von Sprachen (voraussichtl. Alaaba, Bambara, Ful, Herero, Ndebele, Wolof, Zande, u.a.).
Zeitgenössische Swahili-Romanliteratur Ostafrikas (Dissertationsprojekt)
Bearbeiter
Lutz Diegner, M.A.
Leiter
Prof. a.D. Dr. Wilhelm Möhlig
Beschreibung
Gegenstand des seit Juli 2002 bestehenden Dissertationsprojekts ist die Analyse der "Ausweitung der Gesellschaftskritik" (Arbeitstitel) in den Romanen der zeitgenössischen swahilisprachigen Schriftsteller Euphrase Kezilahabi und Said Ahmed Mohamed. Methodologisch verbindet die Arbeit Grundprinzipien der Afrikanistik (Originalsprachlichkeit, Befragung von Angehörigen der Sprachkultur) mit einem (schrift-)literaturwissenschaftlichen Zugang, wie er in anderen Philologien etabliert ist. Als empirische Komponente wurden in Dar es Salaam und Zanzibar, Tanzania, sowie in Nairobi, Kenya, qualitativ orientierte Interviews mit kulturinternen Expertinnen und Experten (meist Lehrende an den dortigen Universitäten) geführt.
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