1. Kölner Scientific Entrepreneurship Kongress
Unter der Schirmherrschaft von Professor Dr. Andreas Pinkwart, Minister für
Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes NRW, fand am
26. und 27. November der „1. Kölner Scientific Entrepreneurship
Kongress“ statt. Eröffnet wurde der Kongress mit einer hochkarätig
besetzten Podiumsdiskussion unter dem Titel „Scientific Entrepreneurship – Quo
Vadis?“: Neben Minister Pinkwart erörterten Professor Dr. Axel
Freimuth,
Rektor der Universität zu Köln, Professor Dr. Christiane M. Bongartz,
Dekanin der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln,
Professor Dr. Detlef Müller-Böling, Leiter des Centrums für
Hochschulentwicklung, sowie Professor Dr. Lambert T. Koch, Dekan des Fachbereichs
Wirtschaftswissenschaft der Bergischen Universität Wuppertal, die Frage,
worauf sich ein erfolgreiches Scientific Entrepreneurship ausrichten sollte.
Moderiert wurde die Diskussion von Professor Dr. Dr. h.c. Norbert Szyperski.
Mit dem „Scientific Entrepreneur“ geht eine Erweiterung des traditionellen
Rollenverständnisses bzw. der entsprechenden Rollenerwartungen an Hochschullehrer,
Institutsleiter und allgemein die Wissenschaftler einher. Zur Forschungs- und
Lehrorientierung gesellt sich nun der (erfolgreiche) Wissenstransfer als drittes
Karriereziel hinzu.
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Reihum gaben die Mitglieder der Diskussionsrunde Ihre Einschätzung zu
den sich hieraus ergebenden Konsequenzen ab. Minister Pinkwart betonte die
Bedeutung des Hochschulfreiheitsgesetztes, das für die Entfaltung des „Entrepreneurship“ erst
den notwendigen Rahmen schaffe, und erläuterte, eine weitergehende Reform
der Universitätsstrukturen sei erforderlich, um auch den Bereich des Wissenstransfers
erfolgreich zu gestalten.
Die Bedeutung der Geisteswissenschaften stellte Frau
Professor Dr. Bongartz gleich zu Beginn Ihres Statements mit Ihrer Anregung
heraus, den Begriff des „Scientific Entrepreneurship“ mit „Wissenschaftlichem
Unternehmergeist“ ins Deutsche zu übersetzen: Woher solle der Geist
kommen, so die Dekanin, wenn nicht aus den Geisteswissenschaften? Sie zitierte
den Spiegel, der in Bezug auf die Exzellenz-Initiative von einem „Möchtegern-Harvards“ sprach,
und legte dar, sie könne sich durchaus vorstellen, dass diese Vokabel eine
geisteswissenschaftliche Prägung sei. Darüber hinaus gab sie eine
Reihe Beispiele von erfolgreichem Wissenstransfer aus dem Bereich der Philosophischen
Fakultät.
Rektor Freimuth stellte als positives Signal für die Veränderungen
in der Hochschule die Wiederbesetzung einer Professur an der Philosophischen
Fakultät innerhalb von zweieinhalb Monaten heraus und führte als
Beispiel für das an der Kölner Universität vorhandene exzellente
Know-How das Ostasiatische Seminar der Philosophischen Fakultät an: Von
den herausragenden sprachlichen Qualifikationen zweier Seminarmitarbeiter habe
er sich im Rahmen einer Asienreise ein Bild machen können.
Auch Professor
Dr. Müller-Böling und Professor Dr. Koch machten sich für einen
stärkeren Unternehmergeist an den Hochschulen stark, ohne jedoch die tradierten
Aufgaben vernachlässigt sehen zu wollen. In diesem Punkt bestand bei allen
Diskussionsteilnehmern Einigkeit: Einhellig wurde für ein gleichberechtigtes
Nebeneinander von Forschung. Lehre und Wissenstransfer plädiert.
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