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Philosophische Fakultät

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Baustelle Philosophikum

Fotografie: T. Ochs

An der Phil-Fak wird gebaut. Und das ist ausnahmsweise einmal nicht im Sinne der Schaffung neuer Zentren, der Gründung neuer Kommissionen oder der Fakultätsneustrukturierung gemeint, sondern wortwörtlich. Wer gegenwärtig durch das Philosophikum geht, hört zu günstigen Zeiten ein Hämmern, Bohren, Klopfen oder Sägen, zu weniger günstigen Zeiten ein Flexen oder gar ein ohrenbetäubendes Lärmen von Presslufthämmern. Wo gestern noch ein freier Durchgang war, erhebt sich heute dräuend eine Staubschutzwand, wo letzte Woche noch das Schließfach für die Tasche stand, prangt jetzt ein Schild „Betreten der Baustelle verboten!“, wo doch eigentlich der Weg aus dem Gebäude führt, spannt sich plötzlich ein rot-weißes Absperrband quer über den Weg und wo man Ende des letzten Semesters noch seien Stammparkplatz in der Tiefgarage hatte, steht auf einmal ein Netzwerkverteilerraum. Es ist unüberhörbar und unübersehbar: Es gibt derzeit viele Baustellen an der Philosophischen Fakultät.

Da ist zum einen der PC-Pool „Forschendes Lernen“, der momentan im Erdgeschoß des Philosophikums entsteht und nach Beendigung der Arbeiten (noch hoffen alle Beteiligten wohlgemut auf Ende Oktober) in zeitgemäßer Glasoptik etwa 35 Arbeitsplätze bereitstellen wird, die dank flexibler Möblierung an unterschiedliche Lernsituationen angepasst werden können. Ein Gang weiter wird der CIP-Pool der Philosophischen Fakultät generalsaniert und mit etwa 60 neuen Arbeitsplätzen ausgestattet. Auf der zweiten Etage erhält die Bibliothek des Instituts für deutsche Sprache und Literatur II einen Anbau, um gegen Ende des Jahres die Bestände des Forschungskollegs „Medien und kulturelle Kommunikation“ bei sich aufzunehmen. Ach ja, und demnächst soll auch die Modernisierung des Hörsaals H 80 beginnen. Und wenn Mitte 2009 dann tatsächlich die geplante Grundsanierung des Philosophikums… aber lassen wir das an dieser Stelle.

Die vielfältigen Baumaßnahmen bringen neben einem gewissen organisatorischen Aufwand (Wenn in der vorlesungsfreien Zeit eine der zahlreichen Klausuren stattfindet, darf zum Beispiel auf den Baustellen höchstens noch leise gedengelt werden.) auch eine Menge Interessantes, Erhellendes und bisweilen Skurriles mit sich. So konnte bis vor kurzem im Boden von H 80 noch die beeindruckende, abgebrochene Bohrspitze eines bei Probebohrungen geschrotteten Hightech-Gerätes bewundert werden. Spannend auch die Frage, wie man einen Raum, in dem Server und Akten untergebracht werden sollen, so abtrennt, dass Personen, die Zugang zu den Akten haben, keinen Zugang zum Server haben und Personen, die Zugang zum Server haben keinen Zugang zu den Akten haben. Und natürlich Wirtschaftlichkeitsüberlegungen: Wo muss etwas neu gemacht werden, und an welcher Stelle ist es sinnvoll, etwa bereits vorhandene Leuchtkörper wieder einzusetzen. Daneben erfährt das eigene Wissen eine permanente Erweiterung: Ist Ihnen zum Beispiel bekannt, was eine „Brandschürze“ ist?

Egal. Bislang verlaufen die Bauarbeiten erstaunlich reibungslos, die überwiegende Anzahl der gesetzten Termine konnte gehalten werden, und eine Wasserleitung wurde meines Wissens auch noch nicht angebohrt. Die Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro, den Elektro- und Installationsfirmen und den verschiedenen Verwaltungsabteilungen läuft ausgesprochen gut: Wöchentlich anberaumte Besprechungen und der bisweilen eingeschlagene „kleine Dienstweg“ tragen erheblich dazu bei, kleinere oder auch größere Probleme miteinander zu erörtern und Lösungen zu finden – seien es auch manchmal tragbare Kompromisse. Das hatte ich mir im Vorfeld bürokratischer vorgestellt.

Sie sehen, es ist im Augenblick jede Menge in Bewegung im Philosophikum – und wenn Sie das nächste Mal ein dröhnender Presslufthammer zusammenfahren lässt, denken Sie einfach daran: In wenigen Wochen wird man schon greifbare Ergebnisse und Verbesserungen sehen. Die meisten der gegenwärtigen Baumaßnahmen sind dann abgeschlossen. Doch keine Sorge, weitere werden folgen, so dass das Gebäude auch künftig Überraschungen, neue Wege oder sogar abgebrochene Bohrerspitzen für Sie bereithalten wird.


Tilmann Ochs

Dr. Tilmann Ochs ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Dekanat der Philosophischen Fakultät und unter anderem mit der Koordination der Bauprojekte der Fakultät betraut.

 


Webredaktion
Letzte Änderung: 09.03.2009