Exzellenz und Internationalität
Als große und komplexe geistes- und kulturwissenschaftliche Lehr- und
Forschungsinstitution ist die Kölner Philosophische Fakultät
in Kompetenz und Exzellenz einzigartig. Zwei Sonderforschungsbereiche und
ca.
9 Millionen Euro Drittmittel pro Jahr sind sichtbare Zeichen.
Die Disziplinen der Philosophischen Fakultät sind bereits von ihren
Gegenständen her, den Kulturen und Sprachen dieser Welt, international
ausgerichtet. Alle Fächer der Fakultät sind national wie international
eng vernetzt. Es bestehen insgesamt 200 Partnerschaften weltweit, u. a. mit
der Université Blaise Pascal (Clermont-Ferrand II), der Karls-Universität
Prag, der Jagiellonen-Universität Krakau, der Universität Zagreb,
der Universidade Federal do Ceará, Fortaleza, der Washington University
in St. Louis, der Sun Yat-sen Universität, Guangzhou (China) und der
Université de Montréal.
Neue Ideen und Modelle
In der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln sind
als nahezu einziger deutscher Fakultät alle Paradigmen der „Informations-
und Kommunikationstechnologien“ der Geisteswissenschaften vertreten:
„ Literary Computing“ der textbasierten Disziplinen; Computerlinguistik; „Historical
Computing“; raumzeitliche Analyse in der Ur- und Frühgeschichte;
Analyse und Synthese medialer Effekte (Medienwissenschaft, Phonetik, Musik-
und Kunstwissenschaften, Archäologie); systematischer Einsatz der neuen
Technologien bei der Aufbereitung großer Quellenmengen; ein Erasmus-Mundus
Masterstudiengang „European Digital Media“ (EuroMACHS) mit
joint degree.
Die Sprachen
Die Sprachen sind die Grundlage jeder Kultur. An der Philosophischen
Fakultät
wird eine Vielzahl von Sprachen gelehrt und untersucht, darunter nicht
nur viele europäische wie Niederländisch, Dänisch,
Norwegisch, Finnisch, Englisch und fast alle romanischen Sprachen,
sondern auch die slavischen
Sprachen und außereuropäische wie Chinesisch und Japanisch,
Arabisch und Persisch, Sanskrit, Tamil und Hindi, wichtige afrikanische
Sprachen wie
Swahili, Bambara und Ewe – und natürlich die alten Kultursprachen
Hebräisch, Griechisch und Latein.
Sprachen ermöglichen nicht nur den direkten Zugang zu den Kulturen
dieser Welt, sondern sie sind selbst Teil dieser Kulturen. Wichtige wissenschaftliche
Teildisziplinen setzen sich intensiv mit dem Gegenstand Sprache auseinander:
Sprachgeschichte, Sprachphilosophie, Sprachsoziologie, Sprachpsychologie.
Die Kulturen, die Geschichte
Die Erforschung der Kulturen als Ordnungs- und Deutungsformen unserer
Welt steht im Mittelpunkt der Philosophischen Fakultät – nach
Zeithorizonten (Antike, Mittelalter, Frühe Neuzeit, Moderne
und Gegenwart), nach Regionen und hinsichtlich ihrer Medien. Die
Kulturen mit ihren Wertvorstellungen,
Traditionen und eingeübten Praktiken formen die menschlichen Wahrnehmungen
und Verhaltensweisen.
Die Fakultät bietet in Forschung und Lehre fast das ganze Spektrum der
Kulturwissenschaften zum „alten Europa“ an: die Ur- und Frühgeschichte,
die Wissenschaften von den antiken Kulturen des Mittelmeerraumes (Alte Geschichte,
Byzantinistik, Klassische Philologie, Archäologie, Judaistik), die für
Köln prägenden Mittelalterstudien (besonders in Philosophie, Geschichte,
Islamwissenschaft, Judaistik, Mittellatein, Literaturwissenschaft und bildender
Kunst), die Kultur der Frühen Neuzeit und der Zeit nach der Französischen
Revolution bis heute (Geschichte, Literaturwissenschaft, Philosophie, bildende
Kunst, Musik usf.). Auch die außereuropäischen Kulturen sind in
der Philosophischen Fakultät Köln in Forschung und Lehre prominent
vertreten: die Kulturen Anglo- und Lateinamerikas, die vom Islam geprägten
orientalischen Kulturregionen der arabischen, persischen und indonesischen
Welt sowie die afrikanischen und die asiatischen Kulturen mit China, Indien
und Japan.
Die Theorien
Wirklichkeit, Natur, Gesellschaft und Kultur blieben unzugänglich ohne
Erfahrungs- und Erkenntnislehren: katholische und evangelische Theologie,
Philosophie und wissenschaftliche Theorien bieten Welt-Erklärungs- und
Beschreibungsmodelle und versuchen unsere Welt zu strukturieren. Wie historische
Theorien entstanden sind, welche Geltung sie beanspruchen, untersuchen Theologie
und Philosophie, aber auch die einzelnen Fachwissenschaften. Alle Disziplinen
der Fakultät sind ebenso gegenstandsorientierte wie theoriegeleitete
Disziplinen. Ihre Theorien speisen sich aus beiden Wissenskulturen, aus der
der Geisteswissenschaften und aus jener der Naturwissenschaften, zumal in
Bereichen, wo diese eng kooperieren: Ur- und Frühgeschichte, Archäologie,
Philosophie oder Medienwissenschaft.
Die Lehre
Ein Studium an der Philosophischen Fakultät vermittelt vertiefte
und theoriegeleitete Kenntnisse von Sprachen und Literatur, Kultur, Geschichte
und Philosophie der ganzen Welt. Es wird gelehrt und erforscht, wie sich
Werte und Ideen, Theorien und Modelle verbreiten und entwickeln. Die Philosophische
Fakultät ist so der genuine Ort der Interdisziplinarität. Hier
werden die Studierenden zu Persönlichkeiten gebildet, die – bestens
für viele Berufsfelder qualifiziert – fähig sind, produktiv,
klar und distinkt neue Ideen und Modelle zu entwickeln.
Neben der Lehrerbildung (für Grund-, Haupt- und Realschulen sowie für
Gymnasien/Gesamtschulen und Berufskollegs) liegt eine besondere Attraktion
der Fakultät in der Vielfalt forschungsorientierter kulturwissenschaftlicher
Studiengänge. Sie vermitteln nicht nur spezialisierte Fachkompetenzen,
sondern auch einen breiten Kanon von Schlüsselqualifikationen: die Fähigkeit
zur strukturierten Erschließung hochkomplexer Probleme, die systematische
Reflexion eigener und fremder Erkenntnisperspektiven, interkulturelle Kompetenzen,
Sprachkenntnisse und die Fähigkeit zur Vermittlung komplizierter Sachverhalte
und Zusammenhänge.
In 27 Instituten und Seminaren lehren und forschen international renommierte
Professorinnen und Professoren und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. An
der Fakultät können insgesamt 24 Bachelor-Studiengänge studiert
werden: Das sechssemestrige Bachelorstudium eröffnet den Absolventen
den Zugang zum Arbeitsmarkt; ein viersemestriges Studium in einem der 28
Masterstudiengänge bietet die Möglichkeit zu vertiefenden, forschungsorientierten
Studien. Die Gliederung des Lehrangebots in Module und die Einführung
eines Kreditpunktesystems zur Anrechnung von Studienelementen fördern
die Übersichtlichkeit des Studiums und die europaweite Mobilität
der Studierenden.
Etliche Fächer haben sich zu innovativen „Verbundstudiengängen“ zusammengeschlossen:
Medienwissenschaften, Antike Sprachen und Kulturen, Kulturen und Gesellschaften
Asiens, Europäische Rechtslinguistik oder auch die Regionalwissenschaftlichen
Studiengänge Ost- und Mitteleuropa, Lateinamerika und China (mit den
Wahlpflichtfächern Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre,
Sozialwissenschaften oder Jura).