Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Sommersemester 2000

Inhalt\Form Vorlesungen Einführungsseminare Proseminare Hauptseminare Kolloquien
Sprachwissenschaft X X X X X
Ältere dte. Sprache X X X X X
Literaturwissenschaft X X X X X
Examens-und Doktorandenkolloquien
Sprechkunde
Schreibzentrum
Forschungskolleg "Medien und kulturelle Kommunikation"
Tutorenprogramm
Fachschaft Germanistik


 
Hinweis zur Zwischenprüfung: Alle Vorlesungen sind zwischenprüfungsrelevant.
 
 
Studierende, die nach der alten ZPO geprüft werden, können ihre ZP nur in Proseminaren, die von habilitierten Mitgliedern des Instituts gehalten werden, ablegen (Liste siehe ZP-Info).
 
 
Für Studierende, die nach der neuen ZPO geprüft werden, sind die Proseminare, die als Grundlage dienen können, mit dem Hinweis "ZP" versehen.
 
     
 
Vorlesungen
 
     
 
Sprachwissenschaft des Deutschen
 
     
4310
Einführung in die Sprachwissenschaft (2. Teil): Sprachliche Inhalte und Gebrauchsformen (Semantik, Pragmatik, Textlinguistik, Soziolinguistik) (A 1, 2, 3, 4, 5, 6)
D. Busse
 
2 St. Mo. 13-15 in VIII, Beginn: 10.4.
 
 
Zweiter Teil der im vergangenen Wintersemester begonnenen zweisemestrigen Einführungs- und Überblicksvorlesung in die (germanistische) Sprachwissenschaft, deren Besuch dringend angeraten wird. Empfohlen wird, die zweisemestrige Vorlesung während des Grundstudiums begleitend zu den einführenden Proseminaren zu besuchen. Gegenstand des zweiten Teils sind eine Einführung in die Gebiete Semantik, Pragmatik, sowie (soweit die Zeit ausreicht) ausgewählte Bereiche der Textlinguistik und Soziolinguistik.
 
 
(Literaturhinweise: s. Aushang vor Raum 320)
 
     
4311
Einführung in die Phonologie des Deutschen (A1,2)
J. Lenerz
 
2 St. Mi. 9-11 in VIII
Beginn: 12.4.
 
Ausgehend von einer Darstellung der artikulatorischen Phonetik (als der Lehre von der Produktion sprachlicher Laute) soll das System der für das Deutsche relevanten distinkten Laute (Phoneme) entwickelt werden. Anhand einschlägiger Probleme bei der Beschreibung des phonologischen Systems des Deutschen sollen dann verschiedene moderne Theorieversionen erläutert werden, die differenziertere und adäquatere Darstellungen der phonologischen Gegebenheiten ermöglichen.
 
 
Zur Vorbereitung empfohlen:
 
 
K.-H. Ramers/ H. Vater (1995) Einführung in die Phonologie. Hürth: Gabel
 
 
K.-H. Ramers (1998) Einführung in die Phonologie. München: Fink.
 
     
4312
Sprachtypologie und deutsche Grammatik (A 1, 2)
B. Primus
 
2 St. Do. 13-15 in XXIV
Beginn: 13.4.
 
Die Vorlesung bietet einen einführenden Überblick über Untersuchungsgegenstände und Methoden der Sprachtypologie- und Universalienforschung auf verschiedenen Beschreibungsebenen (Phonologie, Morphologie und Syntax). Dabei spielt die sprachtypologische Einordnung des Deutschen eine zentrale Rolle. Auf der phonologischen Ebene werden insbesondere Silben- und Akzentstruktur des Deutschen im Sprachenvergleich besprochen. Auf der morphologischen Ebene wird u.a. die Einordnung des Deutschen als synthetische oder analytische Sprache diskutiert. In der Syntax werden Wortstellungstypologie und Ergativität besonders berücksichtigt. Zur Vorlesung sind nicht nur Zwischenprüfungskandidat(inn)en, sondern auch Kandidat(inn)en für die Abschlußprüfung willkommen. Die Anmeldeliste für die Zwischenprüfungskandidat(inn)en hängt ab Ende März aus (Zi 225).
 
     
 
Ältere deutsche Sprache und Literatur
 
     
4313
Geistige Grundlagen der mittelalterlichen Kultur (B 1-3)
K.-H. Göttert
 
2 St. Di. 14.30-16 in H 80
Beginn: siehe Aushang
 
Die Vorlesung beschäftigt sich mit den geistigen Grundlagen der mittelalterlichen Kultur (im Gegensatz zu den materiellen, wie sie unter dem Stichwort Alltag im Mittelalter’ behandelt werden). In einem ersten Teil geht es um die Mittelalter-Rezeption der letzten Jahrzehnte und die verschiedenen Zugänge zum Thema. In einem zweiten Teil werden Einzelaspekte genauer betrachtet. Dazu gehört die Darstellung des Augustinismus als Voraussetzung des Allegorieverständnisses, des Platonismus bzw. des Neuplatonismus als Voraussetzung der Mystik, des Aristotelismus und seiner Folgen für die Naturbetrachtung, der politischen Theorie in Form von Diskussionen über die Ständeordnung, um die wichtigsten Bereiche zu nennen. All dies wird in einen Zusammenhang mit bedeutenden literarischen Werken des Mittelalters gebracht.
 
     
4314
Die deutschsprachige Lyrik des Spätmittelalters (14.-16. Jahrhundert.) (A 4, B 3)
F. Holznagel
 
2 St. Mi. 12-14 in S 56
 
 
Die Lyrikhandschriften des Spätmittelalters tradieren zwar zu einem Teil noch Texte und Melodien der sog. 'klassischen' Zeit, im Ganzen werden aber jetzt Formen der Lyrik aufgezeichnet, die entweder die literarischen Vorbilder des 12. und 13. Jahrhunderts produktiv weiterentwickeln oder aber gänzlich neue Wege gehen. Ziel der Vorlesung ist es, das literarische Profil der spätmittelalterlichen Lyrik in diesem Spannungsfeld von literarischer Tradition und Innovation vorzustellen. Dazu werden die folgenden vier Komplexe behandelt:
 
 
1. Das Nachwirken hochmittelalterlicher Traditionen: Die späte Sangspruchdichtung und die Neidhart-Rezeption im 15. und 16. Jahrhundert.;
 
 
2. Die großen autorbezogenen Sammlungen (Hugo von Montfort; Der Mönch von Salzburg; Oswald von Wolkenstein)
 
 
3. Die anonym überlieferte Kunst der sog. Liederbücher
 
 
4. Der Meistersang.
 
     
4315
Drama des Mittelalters (B 3)
H.-J. Ziegeler
 
2 St. Di. 14-16 im Vortragsraum UB
Beginn: 11.4.
 
Kein literarisches Genre hat in der Zeit, die wir "Mittelalter" nennen, die Massen so sehr erreicht wie das "Drama"; wir wissen von mehrtägigen Inszenierungen mit einer Fülle von Darstellern, in denen Menschen nicht und natürlich auch nicht Maschinen geschont wurden, in "multimedialen Repräsentationsveranstaltungen", wie man es genannt hat. Dabei unterscheiden die mittelalterlichen Spiele sich z. T. grundsätzlich von den Dramen, die unsere Seh-, Hör- und Lesegewohnheiten geprägt haben, den Dramen der Antike, dann vor allem jenen des 18. und 19. Jahrhunderts. Mittelalterliche Spiele, man unterscheidet sinnvoll noch immer "geistliche" und "weltliche" Spiele, sind nicht auf der Guckkastenbühne des Stadttheaters, sondern in der Kirche, auf den großen Plätzen oder im Wirtshaus vorgeführt worden; vor allem die geistlichen Spiele boten als Prinzip Wiederholungen - Wiederholungen von Stationen der Heilsgeschichte (Passion und Auferstehung Jesu, Weihnachts- und Himmelfahrtspiele, Spiele vom Jüngsten Gericht und von Fronleichnam etc.), die enge Verknüpfungen mit gottesdienstlichem und jahreszeitlichem Ritual zuließen. Weltliche Spiele nutzen die Lizenzen, die die Aufführungen gestatten, für derb-drastische Szenen (Neidhart-Spiele, Jahreszeitenspiele, Fastnachtspiele). Die Gegebenheiten der Aufführung prägen die eigene, variationsreiche "Dramaturgie" dieser Stücke. Von ihnen wird in der Vorlesung ebenso die Rede sein, wie von den Überlieferungsträgern, in denen die Spiele erhalten sind und von den Funktionen und Zielen, die den Spielen eigen sind.
 
     
 
Neuere deutsche Literaturwissenschaft
 
     
4316
Einübung in literaturwissenschaftliches Denken (B 1)
N. Mecklenburg
 
2 St. Mo. 15-17 in H 80
Beginn: 10.4.
 
Die Vorlesung ist als Einführungsvorlesung gedacht, also nicht für den Thementeil der ZP-Klausur wählbar. Sie möchte sich und die Teilnehmer jedoch weder dem Terror der Stoffmassen des Fachs noch dem der Theoriemassen und schon gar nicht dem des ZP-Konzeptbegriffe-Kanons ausliefern. Was sie möchte, ist die Förderung fachwissenschaftlichen Selbstdenkens. Ausgewählt werden einige grundlegende Gegenstände und Themen der Literaturwissenschaft, die exemplarisch behandelt werden. Themenplan und Literaturhinweise in der ersten Vorlesung am 10. 4.
 
     
4317
Kolloquium zur Vorlesung (B 1)
N. Mecklenburg
 
2 St. Mo. 17-19 in S 85
Beginn: 17. 4.
 
In engem Anschluß an die Vorlesung soll das jeweils behandelte Thema dialogisch vertieft werden: durch diskussives Aufgreifen von Hauptthesen, durch zusätzliche Hintergrundinformationen, durch Heranziehen von Texten und Fachliteratur, durch Eingehen auf Informations- und Diskussionswünsche der Teilnehmer.
 
     
4318
Einige Kapitel aus der Geschichte des Lesens (B 1,2)
N. Wegmann
 
2 St. Mo. 10-12 in XXI
Beginn: 10.4
 
Ohne Lesen gibt es keine Literatur. Das ist unstreitig, und doch steht das Lesen vielerorts noch immer im Schatten einer philosophischen Hermeneutik, die das Lesen nur als simplen Vorgang - wenn überhaupt - zur Kenntnis nimmt. Als eigentliche Operation der Aneignung gilt das Verstehen, und auch in der Literaturwissenschaft ist für viele die Interpretation - und nicht die Lektüre - das fachspezifische Verfahren. Die Vorlesung will diese gewohnte Gewichtung anhand einzelner Kapitel aus der Geschichte des Lesens überprüfen.
 
 
"Geschichte" meint hier nicht das Ausgraben vergangener und damit scheinbar überholter Formen des Lesens. Das Interesse gilt vielmehr der Genealogie dieser Kulturtechnik. Ein Ergebnis steht schon vorab fest: Das Lesen ist nicht die einfache Operation, für die man die Lektüre gerne hält: Es gibt sie in einer Unzahl von Formen und Techniken, die dann wieder miteinander verbunden und so weiter variiert werden können. Zudem hat die Lektüre sehr wohl hermeneutische Folgen; ihr Anteil am Sinn-Verstehen ist beträchtlich, vielleicht ist sogar das "Verstehen" nur ein (wenn auch besonderer) Effekt des Lesens.
 
 
Konkret werden die ausgesuchten Kapitel nach einzelnen Parametern des Lesens fragen: nach der Unterscheidung von lautem und leisem Lesen, nach geschlechtsspezifischen Leseweisen, nach den Folgen eines schnellen oder langsamen Lesens, nach den bildenden Effekten der Wiederholungslektüre bis hin zu einer Steigerung des Lesens ins Extreme, etwa in Gestalt der sog. "Lesesucht" im 18. Jahrhundert.
 
 
Literaturhinweis: Artikel: "Lesen". In: Fischer Lexikon Literatur. Hrsg. v. U. Ricklefs. Frankfurt/M: Fi TB 1996. S. 961-1005.
 
     
4230
Kunst und Philosophie bei Marsilio Ficino
C. Zintzen
 
2 Std. Mi., Do., 10-11 in G (vgl. Inst. f. Altertumskunde). Beginn: siehe Aushang im Institut für Altertumskunde, Philosophikum, fünfter Stock
 
 
Marsilio Ficino (1433-1499) ist der bedeutendste Philosoph in der Renaissance des Quattrocento, der vor allem durch die von ihm mit Unterstützung Cosimos de' Medici begründete Academia Platonica bekannt geworden ist. Die Vorlesung soll die historischen Quellen seiner Philosophie (Neuplatonismus, mittelalterliche Philosophie) verdeutlichen, sein ontologisches System beleuchten und speziell seine Begründung der Kunst erläutern, die er vor allem in seinem Hauptwerk der Theologia Platonica dargelet hat. Die Wirkungen dieser Philosophie auf Cristoforo Landino, Pico della Mirandola und weiterhin im 16. Jahrhundert sind beträchtlich gewesen.
 
     
4319
Ästhetizismus und Fin de Siècle: Epoche - Literaturtheorie - Wirkungsgeschichte (B 1, 2, 5)
A. Simonis
 
2 St. Do. 10-12 in B VI
Beginn: 13.4.
 
Die Vorlesung bietet eine Einführung in die Epoche des l’art pour l’art und diskutiert deren kulturgeschichtliche Bedeutung. Auch die intermedialen Beziehungen der Texte zur bildenden Kunst spielen eine wichtige Rolle. Zum einen werden charakteristische Autoren der Zeit wie z.B. Edgar Allan Poe, Charles Baudelaire und Hugo v. Hofmannsthal mit ihren (epochenrelevanten) Werken vorgestellt. Zum anderen geht es darum, die Wirkungsgeschichte des europäischen Ästhetizismus in der deutschsprachigen Kunsttheorie und Kulturphilosophie des 20. Jahrhunderts (Simmel, Cassirer, Adorno) weiter zu verfolgen.
 
 
ZP-Kandidat/innen können sich in der 1. Sitzung anmelden.
 
     
4320
Lyrik des 20. Jahrhunderts (B 2, 5) Thema geändert!
G. Blamberger
 
2 St. Do. 11-13 in II
Beginn: 13.4.
 
In Teil I der Vorlesung wurde die Geschichte der modernen Lyrik vom französischen Symbolismus bis zum europäischen Dadaismus entwickelt. Teil II ist vollkommen eigenständig, Vorkenntnisse aus dem Wintersemester werden nicht vorausgesetzt. Behandelt werden u.a. der Surrealismus, die Literatur der 'Neuen Sachlichkeit', die Einzelgänger der 'klassischen Moderne' (Rilke, George, Benn) sowie die deutsche Lyrik nach 1945 (Eich, Bachmann, Celan, Enzensberger, Grünbein et al.). Komparatistische Exkurse zur internationalen Poesie sind vorgesehen. - Zur Lektüre empfohlen: Harald Hartung (Hg.): Luftfracht. Internationale Poesie 1940-1990. Ffm. 1991.
 
     
4321
Georg Büchner (B 5, 6)
R. Drux
 
2 St. Do. 14-16 in A 2
Beginn: 13.4.
 
Anhand exemplarischer Analysen wird das Werk Georg Büchners in seinen sozial-, kultur- und wirkungsgeschichtlichen Zusammenhängen dargestellt; dabei wird die kritische Lektüre seiner Texte mit einer Erörterung seines Geschichtsbegriffs, seiner ästhetischen Anschauungen und seiner politischen Position verbunden.
 
 
Textgrundlage: Georg Büchner: Werke und Briefe. Nach der hist.-krit. Ausg. v. W. R. Lehmann. München 1980 u.ö. (dtv 2065); empfehlenswert ist bisweilen auch ein Blick in die zweibändige Büchner-Ausg. von H. Poschmann in der "Bibliothek Deutscher Klassiker".
 
     
4322
Franz Kafka fällt aus!
C. Liebrand
     
4323
Literatur im "Dritten Reich"
P. J. Brenner
 
(Bitte beachten Sie die Änderungen zum Kommentierten Vorlesungsverzeichnis)
 

 

     
 
G r u n d s t u d i u m
 
     
 
Über den Aufbau des Grundstudiums und die im Rahmen des Grundstudiums gestellten Anforderungen unterrichtet ein besonderes Informationsblatt "Germanistik in Köln".
 
     
 
Im Grundstudium müssen in jeder Abteilung‘ des Fachs obligatorische Einführungsseminare besucht werden. Diese Seminare werden entweder als Jahresseminare (2 Semester x 2 SWS), als Kompaktseminare (1 Semester x 4 SWS) angeboten. Der Leistungsnachweis wird in der Regel am Ende der Veranstaltung durch eine Klausur oder eine Hausarbeit (in der Neueren Literaturwissenschaft verbindlich) erworben.
 
     
 
Im einzelnen gelten für die drei Gebiete des Fachs folgende Richtlinien:
 
     
 
I. Sprachwissenschaft des Deutschen
 
     
 
Einführungsseminar Sprachwissenschaft (1. und 2. Teil)
 
     
 
Das Seminar dient der elementaren Einführung in Grundbegriffe, Methoden und Theorien der neueren Sprachwissenschaft. Es macht exemplarisch mit der sprachwissenschaftlichen Analyse des Deutschen vertraut und soll zu eigenständiger Argumentation in bezug auf sprachliche Daten sowie zu kritischer Auseinandersetzung mit der Forschungsliteratur anregen. Auf diese Weise sollen die Grundlagen für die Erklärung sprachlicher Strukturen und ihre Verwendung in Literatur- und Alltagssprache vermittelt werden.
 
 
Der einleitende Teil befaßt sich mit der Frage, was Sprache ist und wie man sie wissenschaftlich untersuchen kann. Entsprechend wird ein Überblick über die Teilbereiche der Sprachwissenschaft gegeben. Grammatische Teilbereiche wie Phonologie (Lautlehre), Morphologie (Lehre von der Wortstruktur), Syntax (Lehre von der Satzstruktur), Semantik und Lexikon (formbezogene Aspekte der wörtlichen Bedeutung) werden behandelt, wobei insbesondere auf ihren Zusammenhang im Sprachsystem eingegangen wird. Das Verhältnis dieser strukturellen Aspekte zu ihrer kommunikativen Verwendung wird besonders in der linguistischen Pragmatik untersucht. Die Behandlung dieser linguistischen Kerngebiete kann durch sprachgeschichtliche, interdisziplinäre oder anwendungsorientierte Studien (z. B. Psycholinguistik, Soziolinguistik, Computerlinguistik o. ä.) ergänzt werden. Linguistische Theorien und Methoden werden dabei in konkreten Sprachanalysen angewandt.
 
 
Da die Einführung in die Sprachwissenschaft exemplarisch ist, kann die Gewichtung der einzelnen Gebiete und auch die Reihenfolge ihrer Behandlung variieren.
 
     
 
II. Neuere deutsche Literatur
 
     
 
Einführungsseminar Neuere deutsche Literaturwissenschaft (1. und 2. Teil)
 
     
 
Das Seminar führt in die Theorie und Praxis der Literaturwissenschaft ein, leitet zu wissenschaftlicher Lektüre an und vermittelt Arbeitstechniken und bibliographische Fertigkeiten. Dabei ist der 1. Teil des Seminars als grundlegende Einführung in die Literaturwissenschaft systematisch konzipiert: Probleme der Literaturtheorie und Methodenlehre werden anhand theoretischer, interpretatorischer und literarischer Texte behandelt. Der 2. Teil soll, hierauf aufbauend, anhand einer zusammenhängenden Textgruppe (z. B. bezogen auf eine Gattung, eine Epoche oder ein durchgängiges Thema) die Befähigung zur Textanalyse und Interpretation ausbilden. Die Kenntnisse aus dem 1. Seminarteil werden vertieft und mit Schwerpunkt auf der historischen Dimension der Literatur weiter ausgebaut.
 
     
 
Als Arbeitsbücher werden z. Zt. herangezogen (siehe auch die für die ZP verbindliche Leseliste Konzeptbegriffe - Grundlagentexte"):
 
     
 
Arnold, Heinz-Ludwig/Detering, Heinrich (Hgg.): Grundzüge der Literaturwissenschaft. München: dtv 1996 (dtv 4704).
 
 
Brackert, Helmut/Stückrath, Jörn (Hgg.): Literaturwissenschaft. Ein Grundkurs. Reinbek: Rowohlt 1996 (re 523).
 
 
Eicher, Thomas/Wiemann, Volker (Hgg.): Arbeitsbuch: Literaturwissenschaft. Paderborn: Schöningh 1996 (UTB Große Reihe 8124).
 
 
Meyer-Krentler, Eckhardt: Arbeitstechniken Literaturwissenschaft. München: Fink 51995 (UTB 1582).
 
 
Pechlivanos, Miltos u. a. (Hgg.): Einführung in die Literaturwissenschaft. Stuttgart: Metzler 1995.
 
     
 
sowie einzelne Beiträge aus:
 
     
 
Fohrmann, Jürgen/Müller, Harro (Hgg.): Literaturwissenschaft. München: Fink 1995 (UTB 1874).
 
 
Harth, Dietrich/Gebhardt, Peter (Hgg.): Erkenntnis der Literatur. Theorien, Konzepte, Methoden der Literaturwissenschaft. Stuttgart: Metzler 1982.
 
 
Lentricchia, Frank/Mc Laughlin, Thomas (Hgg.): Critical Terms for Literary Study. Chicago/London: University Press 1995.
 
 
Ricklefs, Ulfert (Hg.): Fischer Lexikon Literatur. 3 Bände. Frankfurt/M.: Fischer 1996.
 
 
Weimar, Klaus (Hg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Band 1. Berlin/New York: De Gruyter 1997.
 
     
 
III. Ältere deutsche Sprache und Literatur
 
     
 
Einführungsseminar in die Ältere deutsche Sprache und Literatur
 
 
(1. und 2. Teil)
 
 
Die Teilnehmer sollen in die ältere deutsche Sprache (Althochdeutsch und/oder Mittelhochdeutsch) eingeführt werden und sollen lernen, einen althochdeutschen und/oder mittelhochdeutschen Text zu übersetzen und sprachlich zu erläutern. Die Dozentin/der Dozent gibt am Anfang bekannt, ob der 1. Teil seinen Schwerpunkt im Althochdeutschen oder im Mittelhochdeutschen hat.
 
     
 
Der Grammatik-Teil umfaßt folgende Bereiche:
 
 
- Laut und Formenlehre
 
 
- Syntax
 
 
- Semantik.
 
     
 
Die Grammatik soll anhand von Texten geübt werden. Dabei kann die Dozentin/der Dozent Schwerpunkte setzen. In einigen Kursen wird, neben der Grammatik, ein Überblick über die Geschichte der deutschen Sprache gegeben. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen außerdem die wichtigsten wissenschaftlichen Handbücher und Nachschlagewerke (Wörterbücher, Grammatiken, Sprachgeschichten etc.) kennenlernen.
 
     
 
Ziel des 2. Seminarteils ist es, den wissenschaftlichen Umgang mit mittelalterlichen Texten zu üben. Dazu gehören:
 
 
  • Erweiterung der Textkenntnis durch intensive Lektüre eines althochdeutschen oder mittelhochdeutschen Textes (bzw. ausgewählter Stücke),
 
 
  • anhand des Lektüretextes Einübung in wichtige historisch-philologische Arbeitsweisen: Textgestaltung, formale Analyse, Interpretationsprobleme,
 
 
  • Benutzung der wichtigsten wissenschaftlichen Handbücher und Nachschlagewerke,
 
 
  • Einführung in Grundbegriffe und Grundkenntnisse der mittelalterlichen Literaturwissenschaft: Textkritik und Handschriftenkunde, Rhetorik, Poetik, Exegese, gesellschaftliche Grundlagen.
 
     
 
Die Dozentin/der Dozent kann Schwerpunkte setzen.
 
     
 
Tutorenprogramm
 
     
 
Die Tutorien sollen Studierenden im Grundstudium Orientierungshilfen geben und die im Einführungsseminar gelernten Techniken wissenschaftlichen Arbeitens einüben. Sie stehen allen Studierenden offen, können und sollen also auch von Studierenden im Hauptstudium genutzt werden. Da die Teilnehmerzahl auf 12-15 begrenzt ist, können die Tutoren auch auf Einzelprobleme eingehen. Die Tutorien werden geleitet von Studentinnen und Studenten im Hauptstudium. Bis zu 4 Stunden Tutorium werden auf die Semesterwochenstundenzahl angerechnet.
 
 
Für Studierende, die im Sose 97 oder später ihr Studium aufgenommen haben, muß auf dem Schein der Obligatorischen Studienberatung auch entweder die Teilnahme an einer Bibliotheksführung und/oder an einem Tutorium nachgewiesen werden.
 
 
Das Institut bietet verschiedene Tutorientypen an: Einführungstutorien, Tutorien zu den sprachwissenschaftlichen und altgermanistischen Einführungsseminaren, Tutorien für ausländische Studierende, Tutorien zu den Konzeptbegriffen.
 
     
 
Die Tutorien beginnen erst in der zweiten Semesterwoche (d.h. ab 17.4.200). Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Da bis Redaktionsschluß noch nicht feststand, wieviel Geld für die Tutorien zur Verfügung stehen, könnnen wir noch keine Termine abdrucken. Ein endgültiges Programm erhalten Sie ab ca. Mittel März im im Geschäftszimmer.
 
     
 
Geplant sind folgende Tutorien:
 
     
 
Einführung in die Grundtechniken literatur- und sprachwissenschaftlichen Arbeitens
 
 
Die folgenden Tutorien sollen eine Einführung in Grundtechniken des literatur- und sprachwissenschaftlichen Arbeitens vermitteln. Sie wurden besonders für Studierende des Grundstudiums eingerichtet, können aber auch von Studierenden des Hauptstudiums zur Intensivierung ihrer Kenntnisse genutzt werden.
 
 
Die Kernbereiche der Tutorien umfassen:
 
 
1. Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten für die Nutzung der Seminar-Bibliothek:
 
 
    a) Übungen zur Systematik und zum Aufbau der Bibliothek
 
 
    b) Übungen zu den verschiedenen Findehilfen (Zettelkataloge, Terminals, Microfiche-Kataloge)
 
 
2. Vermittlung von Kenntnissen im Umgang mit Hilfsmitteln (Bibliographien und Nachschlagewerke)
 
 
3. Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten für die Erstellung schriftlicher Hausarbeiten (richtige Literaturangaben, richtiges Zitieren u.a.)
 
 
4. Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten für die Nutzung der Universitäts-Bibliothek.
 
 
Außerhalb der eigentlichen Tutorien sollen nach Möglichkeit Sprechstunden für eine individuelle Beratung angeboten werden.
 
 
Zusätzlich zu den o.a. Kernbereichen werden je nach Schwerpunktsetzung des Tutorsbesprochen:
 
 
  • Arbeitstechniken, Lesetechniken
 
 
  • Techniken für die Erstellung eines Referates, Hinweise zum mündlichen Vortrag
 
 
  • Textgeschichte und Editionspraxis
 
 
  • allgemeine Grundlagen des Faches (Terminologie, Gattungen, Epochen)
 
 
  • allgemeine Fragen der Studienorganisation
 
 
  • computergestützte Literatur-Recherche und Einführung in das Internet.
 
     
 
Tutorium zu den Konzeptbegriffen
 
     
 
Tutorium für ausländische Studierende
 
     
 
Das Tutorium lehnt sich an das Proseminar von Herrn Kircher Grundbegriffe der Literaturwissenschaft" an, das auf die Interessen ausländischer Studierender zugeschnitten ist. Wir werden uns mit Literaturgeschichte beschäftigen und die im Proseminar behandelten Themen vertiefen und üben. Ideen und Anregungen der Teilnehmerinnen sind ausdrücklich erwünscht. Bei regelmäßiger Teilnahme kann ein Teilnahmeschein ausgestellt werden.
 
     
 
Beratungstutorium der Fachschaft
 
 
Vor Semesterbeginn bietet die Fachschaft im Rahmen der Orientierungseinheit für ErstsemesterInnen eine Einführung in das Grundstudium an.
 
 
Termine: siehe Infoblatt des Geschäftszimmers für Erstsemester
 
 
Während des Semesters: 2 St. Mi. 16-18 in 093,5
 
 
Ohne Eile oder Anmeldelisten werden hier Informationen gegeben zur Organisation v.a. des Grundstudiums, aber auch zu allen möglichen anderen Themen rund ums Studieren. Wir wissen zwar nicht alles über BAföG, Anforderungen für ausländische Studierende oder Austauschprogramme, aber wir sagen Euch mindestens, wer wo wann wofür zuständig ist, von AStA bis Zwischenprüfung. Für Fragen studentischer Mitbestimmung sind wir natürlich ohnehin die erste Anlaufstelle am Institut.
 
     
 
Tutorien zu den Einführungsseminaren der Älteren deutschen Sprache und Literatur und der Sprachwissenschaft des Deutschen.
 

 

 
Einführungsseminare
 
     
 
Sprachwissenschaft des Deutschen
 
     
 
Einführung in die Sprachwissenschaft des Deutschen, Jahresseminare
 
 
1. Teil
 
     
4325
Morphologie, Phonologie
M. Neef
 
2 St. Di. 11-13 in S 63
Beginn: 11.4.
     
4325a
Sprachtheorie, Syntax, Morphologie
C. Töpler
 
2 St. Mo. 16-18 in 230
Beginn: 10.4.
     
 
2. Teil
 
     
4326
2 St. Di. 12-14 in S 73, Beginn: 11.4.
U. Brosziewski
     
4327
2 St. Mi. 16-17.30 in S 82, Beginn: 12.4.
U. Brosziewski
     
4328
2 St. Do. 17-19 in XIa, Beginn: 13.4.
M. Wratil
     
 
Kompaktseminare
 
     
4329
Sprachtheorie, Syntax, Morphologie, Phonologie
R. Kemp
 
4 St. Mi. 10-12 u. Do. 10-12 in B V
Beginn: 12.4.
     
4330
Syntax, Semantik, Phonologie, Morphologie
B. Löbach
 
4 St.Do. u. Fr. 10-12 in B V
Beginn: 13.4.
     
4331
Grammatische Grundlagen, Syntax, Phonologie, Morphologie, Semantik, Pragmatik
H. Lohnstein
 
4 St. Mo. 16-18 und Mi. 16-18 in B V
Beginn: 10.4.
     
4332
Grammatische Grundlagen, Syntax, Phonologie, Morphologie, Semantik, Pragmatik
H. Lohnstein
 
4 St. Di. 16-18 und Do. 16-18 in B V
Beginn: 11.4.
4333
   
4 St.
Syntax, Semantik, Pragmatik, Phonologie, Morphologie
C. Wöllstein-Leisten
 
Di. und Do. 8.30-10 in B V
Beginn: 11.4.
     
 
Einführung in die neuere deutsche Literaturwissenschaft
 
 
1. Teil
 
     
4334
2 St. Mi. 11-13 in S 69 (Schwerpunkt 2. Teil: Poetischer Realismus)
A. Kuhlmann
 
Beginn: 12. April 1999! (Ausschlußtermin!)
 
 
Der erste Teil dieses Jahresseminars soll in grundlegende Problemstellungen der Literaturwissenschaft einführen. Zentrale Konzeptbegriffe wie Autor, Gattung, Epoche u.a. werden in diesem Kontext diskutiert und auf ihre Relevanz für den Umgang mit literarischen Texten hin befragt. Anhand von verschiedenen literaturwissenschaftlichen Deutungsansätzen soll zudem gezeigt werden, wie und warum die konkrete Interpretation immer schon durch theoretische Vorannahmen (z.B. was die Stellung der Autorschaft betrifft) bedingt ist. Im Wintersemester 2000/2001 (Teil 2) sollen die erworbenen Kenntnisse vertieft und literaturgeschichtlich ausgebaut werden anhand des thematischen Schwerpunkts "Poetischer Realismus". Es soll diskutiert werden, wie dieser spezifisch deutsche Epochenbegriff zustande kam, auf welche Traditionen der Poetik dabei zurückgegriffen wurde, um "Realismus" in der deutschen Literatur zu bestimmen, und welche Unterschiede sich gesamteuropäisch diesbezüglich ausweisen lassen ("Flaubert gegen Fontane"). Literarisch werden vor allem kanonische Romane des 19. Jahrhunderts behandelt, welche die Epoche des Realismus in Deutschland wie in Frankreich geprägt haben (Theodor Fontane: "Effi Briest"; Gustav Freytag: "Soll und Haben"; Gottfried Keller: "Der grüne Heinrich" (1.Fassung); Wilhelm Raabe: "Das Odfeld"; Gustav Flaubert: "Madame Bovary").
 
 
Zur Einführung und Anschaffung empfohlen: Grundzüge der Literaturwissenschaft. Hg.v. Heinz Ludwig Arnold / Heinrich Detering. München 1996 (dtv 4704). – Literaturwissenschaft. Ein Grundkurs. Hg.v. Helmut Brackert / Jörn Stückrath. Reinbek 1996 (re 523).
 
     
4335
2 St. Mi. 13-15 in S 66 (Schwerpunkt 2. Teil: Poetischer Realismus), siehe Nr. 4334
A. Kuhlmann
 
Beginn: 12. April 1999! (Ausschlußtermin!)
 
     
4336
2 St. Mi. 16-18 in XVIIb
H. Christians
 
(Schwerpunkt 2. Teil: Herder, Kleist, Kafka) fällt aus
 
     
4337
2 St. Fr. 11-13 in S 92 (Schwerpunkt 2. Teil: Erzählungen der Romantik)
S. Grimm
 
Anhand der für die Zwischenprüfung relevanten Konzeptbegriffe gibt das Seminar eine Einführung in grundlegende Bereiche der Literaturwissenschaft; hierzu gehören Erzähltheorie, Gattungs- und Epochenproblematik, Autorschaft sowie literaturwissenschaftliche Methoden. Im zweiten Teil untersucht das Seminar unterschiedliche Strömungen der Romantik anhand ausgewählter Erzählungen. Teilnahmebedingungen: aktive und kritische Mitarbeit, Bereitschaft zur Übernahme eines Kurzreferats.
Beginn: 14.4.
     
     
4338
2 St. Di. 13-15 in S 69 (Schwerpunkt 2. Teil: Bürgerliches Trauerspiel)
M. Günter
    fällt aus!
     
4338
2 St. Di. 10-12 in 230 (Schwerpunkt 2. Teil: Lyrik vom Barock bis zu Gegenwart)
H. Esselborn
    Beginn: 11.4.
     
4338a
2 St. Di. 16-18 in 230 (Schwerpunkt 2. Teil: Lyrik vom Barock bis zur Gegenwart)
H. Esselborn
    Beginn: 11.4.
     
     
 
2. Teil
 
     
4339
Drama
H. Kircher
 
2 St. Mo. 15-16.30 im Vortragsraum UB
Beginn: 10.4.
 
In diesem zweiten Teil werden weitere Konzeptbegriffe besprochen, mehr und mehr soll allerdings die Besprechung wichtiger Grundbegriffe der Dramenanalyse an Hand praktischer Beispiele in den Vordergrund treten, ferner die Erörterung dramentheoretischer Aspekte und auch einige Grundzüge der Aufführungspraxis. Genauer betrachtet werden ausgewählte Texte von der Klassik bis zur Gegenwart (Goethe, Schiller, Tieck, Büchner, Grabbe, Hebbel, Hauptmann, Sternheim, Weiss, Frisch u.a.). - Für den Erwerb eines benoteten Scheins ist eine schriftliche Hausarbeit anzufertigen.
 
     
4340
Drama
H. Kircher
 
2 St.Mo. 16.30-18 im Vortragsraum UB
Beginn: 10.4.
 
Kommentar siehe 4339
 
     
4341
Drama
D. Kurth
 
2 St. Mo. 12-14 in B IV
Beginn: 10.4.
 
Das Seminar ist als Fortführung des Einführungsseminars vom Wintersemester konzipiert. Das im letzten Semester erarbeitete Instrumentarium zur Dramenanalyse soll vertieft und an ausgewählten Komödien angewendet werden. Teilnahmebedingung: Bereitschaft zur Übernahme eines Kurzreferats.
 
 
Der Erwerb eines Scheins erfolgt durch eine schriftliche Hausarbeit. Eine Liste mit Themenvorschlägen, die durch eigene Vorschläge ergänzt werden kann, verteile ich in der ersten Semesterwoche.
 
     
4342
Lyrik
D. Fulda
 
2 St. Mo. 14-16 in S 57
Beginn: 10.4.
 
Neben der in allen Einführungsseminaren zu leistenden Erläuterung zentraler Begriffe, Methoden und Probleme der Literaturwissenschaft möchte das Seminar das möglichst genaue Lesen hochverdichteter Texte auf der Grundlage unterschiedlicher methodischer Zugänge einüben. Die Textbeispiele entstammen der Lyrik des 17. bis 20. Jh., sollen den verbreiteten Begriff von Lyrik als Ich-, Gefühls- oder Seelenaussprache also relativieren. 'Theoretische' Reflexion und Textinterpretation sollen dabei möglichst eng verzahnt werden. Wer den ersten Teil des Einführungsseminars bei einem anderen Dozenten absolviert hat, möchte bitte in eine meiner Feriensprechstunden kommen.
 
4343
  R. Füllmann
2 St.
Novellistik im 19. Jahrhundert
Beginn: 12.4.
 
Mi. 15-17 in S 57
 
 
Nachdem die Einführung in die Grundlagen der Germanistik im letzten Semester erfolgte, werden im Sommersemester Novellen des 19. Jahrhunderts analysiert und interpretiert. Heinrich von Kleist, E.T.A. Hoffmann, Goethe und Theodor Storm sollen als heute noch bekannte Novellisten neben seinerzeit gern gelesenen AutorInnen wie Heinrich Zschokke und Isolde Kurz behandelt werden. Auch die Novellentheorie von der Romantik bis zum Realismus ist Gegenstand des Seminars.
 
4344
B. Brechts Lyrik
J. Zenke
 
2 St. Do. 13.30-15 in G
Beginn: 13.4.
 
Den Klassikern hat Brecht eine "durchschlagende Wirkungslosigkeit" attestiert. Hat sein Werk, haben seine Gedichte inzwischen das gleiche Schicksal erlitten? Das wäre verwunderlich angesichts der Vielfalt der Themen und Formen, die wir von den Anfängen über die Exillyrik bis zu den späten "Buckower Elegien" untersuchen wollen. Eine von mehreren Leitfragen gilt dabei den Entwicklungslinien im Vergleich zu anderen Teilen des Gesamtwerks.
 
     
4345
Realismus
D. Fulda
 
2 St. Di. 14-16 in 230
Beginn: 12.4.
 
Zu den problematischsten, gleichwohl vielverwandten Begriffen der Literaturwissenschaft gehören 'Realismus' bzw. 'realistisch'. Mit ihnen wird, mehr oder weniger reflektiert, ein bestimmtes Verhältnis literarischer Texte zur 'Wirklichkeit' oder Gesellschaft, ein Stiltypus oder auch eine literarische Epoche (der 'poetische' oder 'bürgerliche Realismus' des 19. Jh.) bezeichnet. Der Realismus-Begriff eignet sich deshalb in besonderem Maße, literaturtheoretische und literaturgeschichtliche Grundlagenfragen in ihrem Zusammenhang zu erörtern. Textgrundlage des Seminars werden vor allem Prosatexte der zweiten Hälfte des 19. Jh. bilden, darüber hinaus aber auch Texte von der Antike bis zur Gegenwart, die als Muster 'realistischen' Schreibens gelten. Wer den ersten Teil des Einführungsseminars bei einem anderen Dozenten absolviert hat, möchte bitte in eine meiner Feriensprechstunden kommen.
 
     
4346
B. Brechts Lyrik
J. Zenke
 
2 St. Do. 16-18 in 230
Beginn: 13.4.
 
Kommentar vgl. 4345
 
     
4347
Kurzprosa im 20. Jahrhundert
R. Füllmann
 
2 St.Di. 14-16 in 204
Beginn: 11.4.
 
Nachdem die Einführung in die Grundlagen der Germanistik im letzten Semester erfolgte, werden im Sommersemester kurze Prosatexte des 20. Jahrhunderts analysiert und interpretiert. Thomas Mann, Franz Kafka, Bertolt Brecht und Gabriele Wohmann sollen als heute bekannte AutorInnen neben unbekannteren Schriftstellern wie Paul Ernst und Josef Reding behandelt werden. Auch die Theorie der verschiedenen Prosaformen von der klassischen Novellistik bis zur modernen Kurzgeschichte ist Gegenstand des Seminars.
 
     
4348
Liebe und Geschlecht im Roman der Klassischen Moderne
S. Grimm
 
2 St. Fr. 9-11 in S 65
Beginn: 14.4.
 
Die Thematik der Liebe ist für den Roman der klassischen Moderne von herausragender Bedeutung, was vor allem vor dem Hintergrund der Tugendmodelle des 18. Jahrhunderts zu sehen ist. Im Zentrum der Diskussion steht die Funktionalisierung von Liebe und Geschlecht als diskurskritisches Moment; dies soll anhand von Überlappungen der Liebe mit Themenbereichen wie Natur, Tod, Subjektivität und Sprache behandelt werden, wobei auch auf Positionen der feministischen und (post)strukturalistischen Literaturtheorie (z.B. Sigrid Weigel, Luce Irigaray, Roland Barthes) einzugehen ist; besprochen werden u.a.: Rainer Maria Rilke: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge (reclam), Franz Kafka: Der Proceß (Fischer-TB) sowie Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz (reclam). Zusätzlich zur Vorbereitung empfehle ich: Lena Lindhoff: Einführung in die feministische Literaturtheorie (Slg. Metzler 285). Teilnahmebedingungen: aktive und kritische Mitarbeit, Bereitschaft zur Übernahme eines Kurzreferats.
 
     
 
Einführung in die Ältere deutsche Sprache und Literatur
 
 
1.Teil
 
     
4349
2 St. Mo. 10-12 in 230 (am Beispiel von Hartmann von Aue: Erec)
S. Bürkle
    Beginn: 10.4.
     
4350
2 St. Mo. 14-16 in S 91
K.-H. Göttert
    Beginn: siehe Aushang
     
4351
2 St. Di. 10-12 in 204
H. Sahm
    Beginn: 11.4.
     
4352
2 St. Fr. 12-14 in S 94
K. Rost
    Beginn: 14.4.
     
 
2. Teil
 
     
4353
2 St. Di. 9-11 in S 52 - Ahd. Texte -
P.-E. Neuser
    Beginn: 11.4.
     
4354
2 St. Di. 12 (s.t.)-13.30 in S 81 - Mhd. Texte -
P.-E. Neuser
    Beginn: 11.4.
     
4355
2 St. Do. 12(s.t.)-13.30 in S 81 - Mhd. Texte -
P.-E. Neuser
    Beginn: 13.4.
     
4356
2 St. Di. 16-18 in S 73
H.-J. Ziegeler
    Beginn: 11.4.
     
 
Kompaktkurse
 
     
4357
4 St. Mi. 12-14 und Fr. 12-14 in 204
T. Reuvekamp-Felber
 
Das Seminar hat zwei Aufgaben. Einerseits soll es ins Mittelhochdeutsche einführen, das systematisch unter den Aspekten der Sprachgeschichte, Lautlehre, Formenlehre, Syntax und Semantik in den Blick genommen wird. Ziel dieser Einführung in die "Ältere deutsche Sprache" ist es, den SeminarteilnehmerInnen jene Kenntnisse zu vermitteln, die vonnöten sind, um einen mittelhochdeutschen Text zu verstehen und zu übersetzen.
Beginn: 12.4.
 
Andererseits werden die SeminarteilnehmerInnen in grundlegende Problembereiche und Sachgebiete deutschsprachiger Literatur des Mittelalters eingeführt. Anhand ausgewählter Beispiele aus alt- und mittelhochdeutschen Texten wird die Entstehung der volkssprachigen Schriftkultur sowie ihre Einbindung in die Sphäre des hochmittelalterlichen Fürstenhofes diskutiert. Neben diesen sozial- und kulturgeschichtlichen Fragestellungen wird das Seminar eine Einführung in die "Materialität mittelalterlicher Kommunikation" bieten: Dabei werden Grundbegriffe der Handschriftenkunde und Textkritik ebenso Berücksichtigung finden wie neuere methodische Ansätze der "New Philology". In die spezifische Machart mittelalterlicher Texte führen Sitzungen zur mittelalterlich-christlichen Hermeneutik sowie zur Rhetorik und Poetik ein.
 
 
Als Leistungsnachweis dient eine vierstündige Klausur am Ende des Semesters, die einerseits die erworbenen grammatischen Grundkenntnisse und die Übersetzungsfähigkeit sowie andererseits das literaturgeschichtliche Wissen und dessen exemplarische Anwendung auf die im Seminar behandelte Textlektüre überprüft.
 
 
Verbindliche Literatur: Einführung in die ältere deutsche Sprache. Materialien. (erhältlich in Raum 210)
 
 
Hartmann von Aue: Iwein. Text der siebenten Ausgabe von G.F. Benecke, Karl Lachmann und Ludwig Wolff. Übersetzung und Anmerkungen von Thomas Cramer. 3., durchgesehene und ergänzte Auflage. Berlin, New York: de Gruyter 1981
 
     
4357a
4 St. Mi. 13-15 in S 93 und Do. 13-15 in S 63
M. Schausten
 
Ziel des Kurses ist es zum einen, Grundkenntnisse der mittelhochdeutschen Sprache und Grammatik zu vermitteln. Anhand eines leichteren mittelhochdeutschen Textes soll vor allem das Übersetzen regelmäßig geübt werden. Überdies werden einführende Übungen zur Lautlehre durchgeführt, die eine diachrone Sprachbetrachtung ermöglichen. Zudem soll der synchrone Aspekt der sprachlichen Analyse durch Formenlehre und Syntax des Mittelhochdeutschen Berücksichtigung finden. Zum anderen sollen für die Erschließung mittelalterlicher Texte so wesentliche Bereiche wie Überlieferung und Textkritik, Metrik, Poetik und Rhetorik sowie die christliche Hermeneutik vorgestellt werden. Schließlich werden die Texte Hartmanns von Aue Gegenstand des Seminars sein. Anhand dieses Textcorpus' soll eine Typologie zentraler mittelhochdeutscher Gattungen entwickelt werden.
Beginn: 12.4.
 
Teilnahmebedingungen: Da der Kurs die Möglichkeit bereitstellt, beide Pflichtscheine der älteren Abteilung in einem Semester zu absolvieren, versteht es sich von selbst, daß er sehr arbeitsintensiv ist. Eine regelmäßige Teilnahme ist daher dringend erforderlich. Das Nacharbeiten jeder Seminarsitzung sowie die Anfertigung von Hausaufgaben wird mit Nachdruck empfohlen. Der Leistungsnachweis erfolgt durch eine Klausur am Semesterende sowie durch mündliche Kurzreferate über ausgesuchte Forschungsaspekte zu Hartmanns Texten. Ziel der mündlichen Vorträge sollte es sein, ausgehend von dem jeweiligen Forschungsbeitrag, die Diskussion im Seminar anzuregen. Eine Liste mit den möglichen Referatsthemen hängt zu Semesterbeginn aus.
 
 
Zur Anschaffung empfehle ich:
 
 
  • Einführung in die ältere deutsche Sprache. Materialien (gelbes Heft)
 
 
  • Einführung in die ältere deutsche Literatur. Materialien (rotes Heft)
 
 
  • Hartmann von Aue: Iwein. Aus dem Mittelhochdeutschen übertragen, mit Anmerkungen und einem Nachwort versehen von Max Wehrli. Zürich: Manesse Verlag, 1988.
 
     
4358
4 St. Di. 16-18 in 204 u. Do. 15-17 in S 63
L. Deutsch
 
Ziel des Seminars ist einerseits die Vermittlung grundlegender Kenntnisse zur deutschen Sprachgeschichte, zur mittelhochdeutschen Grammatik und zu elementaren Arbeitsbereichen wie Textkritik, Metrik, Rhetorik und den Bedingungen mittelalterlich-christlicher Hermeneutik. Andererseits sollen anhand eines Beispieltextes (Hartmann von Aue: Erec) literaturwissenschaftliche Fragestellungen erprobt und diskutiert werden. Hier soll das Hauptgewicht auf erzähltheoretischen Ansätzen liegen.
Beginn: 11.4.
 
Für den Scheinerwerb ist eine 4-stündige Abschlussklausur vorgesehen. Nach Absprache ist auch die Anfertigung einer Hausarbeit möglich. Die Bereitschaft zur Übernahme von Referaten ist erwünscht und als Einübung in mündliche Darstellung auch empfohlen.
 

 

     
 
Proseminare
 
     
 
Sprachwissenschaft des Deutschen
 
     
4359
Phonologie (Einführung). Von P(honem) bis G(overnment)
N. Bocklet
ZP
2 St. Mo. 11-13 in S 83
Beginn: 10.4.
 
In diesem Seminar sollen phonologische Phänomene und Probleme des Deutschen analysiert und diskutiert werden, um anhand dieser exemplarisch in phonologische Theoriebildung, Modele und Methoden einzuführen. Dem geht eine Einführung in die phonetischen Grundlagen voran, der sich die Diskussion phonologischer Fragestellungen anhand des Deutschen anschließt. Im weiteren Verlauf werden die beiden zentralen suprasegmentalen Phänomene (und Probleme!) des Deutschen, Akzent- und Silbenstruktur, behandelt, die die Basis der Auseinandersetzung mit neueren phonologischen Theorien bilden.
 
 
Als einführende Lektüre werden empfohlen:
 
 
  • Ramers, K.-H., 1998. Einführung in die Phonologie. München: Fink.
 
 
  • Ramers, K.-H./Vater, H., 1995. Einführung in die Phonologie. Hürth: Gabel.
 
 
  • Wiese, R., 1996. The Phonology of German. Oxford: Claredon.
 
     
4360
Logik für Linguisten (A 1, 2)
J. Lenerz
ZP
2 St. Mi. 11-13 in S 91
Beginn: 12.04.
 
Zur Darstellung der Semantik von Ausdrücken in menschlicher Sprache haben sich in den letzten Jahrzehnten zunehmend Methoden der modernen Logik als angemessen erwiesen. Um diese prominente Forschungsrichtung rezipieren zu können, sind solide Kenntnisse der logischen Verfahren erforderlich. Diese sollen im Seminar schrittweise erarbeitet werden.
 
 
Zur Lektüre empfohlen:
 
 
  • H. Lohnstein (1996) Formale Semantik und natürliche Sprache. Opladen: Westdeutscher Verlag
 
     
4361
Einführung in die historische Syntax des Deutschen ( A 1, 2, 4)
B. Primus
ZP
2 St. Di. 13-15 in S 76
Beginn: 11.4.
 
Das Proseminar bietet eine Einführung in Untersuchungsgegenstände und Methoden der historischen Sprachwissenschaft im Bereich der deutschen Syntax. Thematische Schwerpunkte sind der Wortstellungswandel, der Wandel von synthetischen zu analytischen Konstruktionen und der Kasuswandel. Die Anmeldeleiste für die Zwischenprüfungskandidat(inn)en und die Literaturliste hängen ab Ende März aus (Zi 225).
 
     
4362
Optimalität in Phonologie und Syntax
K.-H. Ramers
ZP
2 St. Mi. 15-17 in S 63
 
 
Beachten Sie bitte die Änderungszettel zum Kommentierten Vorlesungsverzeichnis.
 
     
4362a
Einführung in die Morphologie (A 1, 2)
M. Neef
ZP
2 St. Mi. 12-13.30 in 230
Beginn: 12.4.
 
Die Morphologie des Deutschen ist reich an obskuren Phänomenen, die diese Sprache dazu prädestinieren, Ausgangspunkt zur Formulierung erklärungsstarker Theorien der Morphologie zu sein. Eine Reihe solcher Phänomene wollen wir im Seminar untersuchen: Warum sagen wir ‘die Manns’ und nicht ‘die Männer’, wenn wir auf Thomas und Katja Mann referieren wollen? Warum können wir sagen ‘Es begann zu tagen’, aber nicht ‘Es begann zu abenden"? Warum leben in Japan Japaner, aber in China keine Chinaer? Hiermit verbunden sind eine Reihe brisanter theoretischer Fragestellungen: Welche Rolle spielen Morpheme für die Modellierung morphologischen Wissens? Sollte sich eine morphologische Theorie Regeln oder Constraints bedienen? Wie ist das Verhältnis von Phonologie und Morphologie zu beschreiben?
 
 
Als Begleitliteratur dient:
 
 
  • Martin Neef (1998): Elemente einer deklarativen Wortgrammatik. Hürth: Gabel (= KLAGE 32).
 
     
 
Ältere deutsche Sprache und Literatur
 
     
 
Sprachgeschichte
 
     
4363
Geschichte der Sprachgeschichte im Mittelalter (A 4, B 3)
S. Bürkle
ZP
2 St. Do. 16-18 in S 92
Beginn: 13.4.
 
Die Historie der Sprache des Mittelalters konzentriert sich in der Regel aus der weiten Distanz der Neuzeit auf die Beschreibung und Rekonstruktion des phonologischen, syntaktischen, semantischen Inventars der diversen Sprachstufen des Deutschen. Hingegen bleiben die theoretischen Äußerungen und Reflexionen von Sprache im Mittelalter selbst, gerade auch in den einschlägigen Sprachgeschichten, nahezu unberücksichtigt. Die mittelalterlichen Sprachreflexionen insbesondere des Deutschen sollen deshalb im Mittelpunkt dieses Proseminares stehen und mehr oder weniger chronologisch an zentralen – deutschen, aber auch lateinischen – Texten und Aussagen von Otfrid von Weissenburg bis Martin Luther, mit Ausgriffen etwa auf Dante Alighieri, verfolgt und diskutiert werden. Wird das Deutsche vom Frühmittelalter an bis hin zu Luther von dem lange Zeit als überlegen begriffenen Latein ab- und in Vergleich gesetzt und die Opposition Latein-Volkssprache deshalb die Achse der Reflexion bildet, zeichnet sich zum Spätmittelalter hin die Tendenz ab, die dialektgeographische Differenzierung des Deutschen zu reflektieren.
 
 
Ein Reader mit den für das Seminar grundlegenden Texten und ihren Übersetzungen wird in der ersten Sitzung ausgeteilt.
 
     
 
Ältere deutsche Literatur
 
     
4364
Strickers Karl der Große in der Bonner Bilderhandschrift
B. Bastert/C. Dauven
 
(nach Vereinbarung, Beginn: Mi. 12.4., 14-15 in 230)
 
 
Strickers Karl, eine Bearbeitung des Rolandsliedes, gehört, wenn man die Anzahl der erhaltenen Handschriften und Fragmente als Indiz nimmt, offenbar zu den Bestsellern’ der volkssprachigen erzählenden Literatur im Mittelalter. Gleichwohl ist der Text von der Forschung nicht intensiv behandelt worden. Ebenso fehlt bis heute eine wissenschaftlichen Ansprüchen genügende Ausgabe des Karl, die von 1857 stammende Ausgabe von Bartsch kontaminiert verschiedene Fassungen zu einem Phantom. Im Seminar wird es zunächst darum gehen, sich mit den Grundlagen der Karl-Forschung und der Überlieferungssituation des Textes vertraut zu machen. Auf dieser Basis soll dann ein interessantes Zeugnis der Karl-Überlieferung näher untersucht werden – die im 15. Jahrhundert in der Werkstatt des Diepold Lauber entstandene und mit Bildern geschmückte Handschrift des Textes. Um einen sinnlichen’ Eindruck der Handschrift zu erhalten, ist eine Exkursion nach Bonn geplant.
 
 
Literatur:
 
 
  • Karl der Grosse von dem Stricker. Hg. v. Karl Bartsch. Quedlinburg, Leipzig 1857 (Reprint 1965).
 
 
  • Friedrich Wilhelm: Die Geschichte der handschriftlichen Überlieferung von Strickers Karl dem Grossen. Amberg 1904.
 
 
  • Dorothea Klein: Strickers "Karl der Grosse" oder die Rückkehr zur geistlichen Verbindlichkeit, in: Wolfram-Studien XV (1998), S. 299-323.
 
     
4365
Literatur im mittelalterlichen Köln
H. Sahm
ZP
2 St. Mo. 14-16 in 230
Beginn: 10.4.
 
(mit Exkursionen am Mittwochnachmittag)
 
 
Das Seminar verfolgt im wesentlichen zwei Fragestellungen: In den Sitzungen soll versucht werden, das literarische Leben in Köln vom 12. bis zum 16. Jahrhundert zu beschreiben. Sodann stellt sich die mit Exkursion (zwei- bis dreimal Fr. 14-18 Uhr) verbundene Frage: Was ist davon in Kirchen, Museen, Bibliotheken, Archiven und an Fassaden noch zu sehen? Resultat könnte ein literarischer Reiseführer zu 'Annolied', Ursulalegende, Albertus Magnus usw. sein.
 
 
Vielleicht ergibt sich die Gelegenheit zur Zusammenarbeit mit Studierenden einer anderen Universität.
 
     
4366
Die Signifikanz der Zeit im Höfischen Roman
B. Nitsche
    fällt aus!
     
4367
Interpretationen zu Minnesangs Frühling
P.-E. Neuser
ZP
2 St. Mi. 9-11 in S 52
Beginn: 12.4.
     
4366
"Alterität" als Wahrnehmungs- und Werteparadigma: "Eigenes" und "Fremdes" in der Literatur des späten Mittelalters
M. Schausten
 
2 St. Do. 13-15 in S 63
fällt aus!
     
4369
Rhetorik und Struktur der Wiederholung
S. Bürkle
ZP
2 St. Mi. 14-16 in 204
fällt aus!
     
4369
Lektürekurs zur Wirnt von Grafenberg: "Wigalois"
S. Bürkle
 
2 St. Mi. 14-16 in 204
Beginn: 12.4.
 
Situiert in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts (ca. 1210-1220) gehört der Artusroman "Wigalois" nicht allein durch seine breite Überlieferung, sondern auch literarisch zu den wirkungsmächtigen Texten der Artusepik des späteren Mittelalters. In der Forschung lange Zeit als typisch 'nachklassischer' Artusroman gelesen, indizieren die intertextuelle Relationen zu den 'kanonischen' Romanen, die strukturelle Organisation, die in der Quellenberufung behauptete narrativ mündliche Vermittlung bei gleichzeitiger Betonung von Schriftlichkeit, aber auch die Anlage des Helden als christlicher Kämpfer gegen den Teufel dessen innovative Konzeption. In diesem Kurs sollen der Roman in einer strikt textbezogenen Lektüre sukzessive abgeschritten und dessen Konzeption und Verfahren erarbeitet sowie anhand einschlägiger Forschungsbeiträge diskutiert werden.
 
 
Erwartet werden neben intensiver Lektüre die Bereitschaft zur Präsentation einzelner Textpassagen und zur Zusammenfassung von kürzeren Forschungsbeiträgen.
 
 
Der Text wird in Kopie zu Beginn des Semesters zur Verfügung gestellt.
 
     
4370
Lektürekurs (bes. für Teilnehmer der Einführungsseminare)
P.-E. Neuser
 
2 St. Do. 10(s.t.)-11.30 in 230
Beginn: 13.4.
     
 
Neuere deutsche Literaturwissenschaft
 
     
4371
Grundbegriffe der Literaturwissenschaft (nur für ausländische Studierende im Grundstudium)
H. Kircher
 
2 St. Di. 13-14.30 in S 89
Beginn: 11.4.
 
Dieses Seminar soll intensiver, als es in den obligatorischen Einführungsseminaren möglich ist, die wichtigsten literaturwissenschaftlichen Grundbegriffe verstehen helfen. Auch ein Überblick über die Epochen der deutschen Literaturgeschichte (von der Klassik bis zur Gegenwart) steht auf dem Programm. Insgesamt sollen aber auch die Fragen und Wünsche der Teilnehmer weitestgehend berücksichtigt werden. Aus diesem Grund wird ein genauer Seminarplan erst zu Beginn des Semesters festgelegt.
 
     
4372
Grundbegriffe der Literaturwissenschaft (B 1)
J. Zenke
 
2 St. Do. 19-20.30 in 204
Beginn: 13.4.
 
Das Seminar soll zu klaren und kompakten Definitionen befähigen und die Problematik der Begriffe beleuchten. Es ist zur Vorbereitung auf die ZP geeignet.
 
     
4373
New Historicism als Verbindung von Literatur- und Mediengeschichte (B 1)
St. Andriopoulos
 
2 St. Di. 12-14 in 230
Beginn: 11.4.
 
Kommentar siehe Forschungskolleg.
 
     
4374
Gender Studies in Deutschland und in den USA (B 1)
A. Kuhlmann
ZP
2 St. Mi. 17-19 in VIIb
Beginn: 19.4.
 
Die Debatten über Sinn (oder Unsinn!?) der Gender Studies verlaufen in den USA und in Deutschland seit Jahrzehnten sehr unterschiedlich. Während an fast allen amerikanischen Universitäten "Women‘s Studies" ein regulärer Studiengang ist und kaum ein(e) Wissenschaftler(in) es in den USA wagen würde, die Kategorie "gender" als irrelevant abzutun, firmieren die "gender studies" an deutschen Universitäten nach wie vor als etwas mitratene Töchter (oder auch Söhne) einer "soliden" Wissenschaft. Dies mag viel mit amerikanischer "political correctness" zu tun haben, erklärt aber nicht vollends die "deutsche Geschlechtermisere". Die heftigen Debatten über Judith Butler in Deutschland haben nicht zuletzt gezeigt, wie starr die traditionellen Geschlechterkategorien zumal in der Wahrnehmung von Körpern in Europa noch verankert sind. Andererseits gibt es – vielleicht nur in den USA – noch "Lewinsky-Affairen", die u.a. deswegen zum Medienereignis wurden, weil sie ganz klassische Geschlechterklischees zum Thema machten (die vom machtvollen Mann "mißbrauchte Frau"). Wie lassen sich diese eigenartigen Differenzen und Ungereimtheiten erklären? Gibt es in den USA eine Art "doppelte Geschlechtermoral", während in Deutschland klarer auf eine sexuelle wie moralische Eindeutigkeit der Geschlechter gesetzt wird? Und kommt dies – wenn es so ist – der Moral zugute? Anhand von journalistischen, literarischen und wissenschaftlichen Texten, aber auch anhand von Werbung und Spielfilmen sollen diese Fragen des "interkulturellen Gender Troubles" diskutiert werden.
 
 
Das definitive Seminarprogramm wird Anfang März bekannt gegeben.
 
     
4374a
Musik in der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts (B 5)
A. Anglet
ZP
2 St. Do. 12-14 in 230
Beginn: 13.4.200
 
Nach dem ersten Höhepunkt der literarischen Thematisierung der Musik durch den "romantischen Musikerroman" um 1800 lösen sich im 20. Jahrhundert die Voraussetzungen dieser Konzeption langsam auf. Innerhalb der Traditionslinie, die das ältere Modell fortzuschreiben versucht, führen die gewandelten ästhetischen und sozialen Bedingungen immer stärker zur Auseinandersetzung mit den Vorgaben, indem in den Texten die Frage nach dem Verhältnis von musikalischem und literarischen Zeichen ebenso problematisiert wird wie die veränderten sozialgeschichtlichen Kontexte. Vor dem Hintergrund der beiden Weltkriege führt die Konfrontation mit den Varianten der neueren Musikentwicklung, mit außereuropäischen Musikkulturen, dem Jazz und den Strömungen der Popmusik zur Infragestellung des eigenen kulturellen Selbstverständnisses und in einigen Ansätzen zur Suche nach anderen literarischen Orientierungen. Anhand von exemplarischen Texten der verschiedenen Gattungen soll das Seminar in den Themenbereich einführen.
 
 
Es gibt leider keine einführende Darstellung zu diesem Thema. Die folgenden Titel dienen lediglich zur ersten Orientierung über einzelne Aspekte: Huber, M.: Text und Musik. Musikalische Zeichen im narrativen und ideologischen Funktionszusammenhang ausgewählter Erzähltexte des 20. Jahrhunderts, Frankfurt am Main, Berlin, Bern, New York, Paris, Wien 1992. Weiner, M. A.: Undertones of Insurrection. Music, Politics and the Social Sphere in the Modern German Narrative, Lincoln and London 1993. Melnick, D.: Fullness of dissonance: music and the reader's experience of modern fiction, in: Modern fiction studies 25 (1979/80), 209- 222. Salmen, W.: Beruf: Musiker. Verfemt, vergöttert, vermarktet. Eine Sozialgeschichte in Bildern, Stuttgart und Weimar 1998.
 
     
4375
Adalbert Stifter: "Nachsommer" (Thema geändert!)
B. Hamacher
ZP
2 St. Fr. 14-16 in S 55
Beginn: 14.4.
 
War Adalbert Stifter als repräsentativer Autor des sogenannten literarischen Biedermeier lange Zeit fast nur noch als Inbegriff gepflegter Langeweile bekannt, so erfuhr er in den vergangenen Jahren eine wahre Renaissance, im Zuge derer kaum ein Stein überkommener Wertungen und Zuschreibungen auf dem anderen blieb und sein Werk, das bislang für inhaltlichen und formalen Traditionalismus zu stehen schien, für avancierte ästhetische Positionen in Anspruch genommen wurde – Grund genug für eine Neulektüre eines der großen "Bildungsromane" des 19. Jahrhunderts.
 
 
Im Seminar wird eine möglichst facettenreiche Behandlung des Romans angestrebt, einerseits durch Anwendung grundlegender erzähltheoretischer und -analytischer Modelle, andererseits durch historische Kontextualisierungen, wobei auch kürzere Texte Stifters ergänzend herangezogen werden. Die Diskussion der neueren Stifter-Forschung schließlich soll auch als grundsätzliche Auseinandersetzung mit jüngsten methodischen Entwicklungen der Literaturwissenschaft konzipiert werden.
 
 
Eine erste Lektüre des "Nachsommer" muß bis Semesterbeginn erfolgt sein. Als Textgrundlage kann eine der auf dem Markt befindlichen Taschenbuchausgaben dienen (dtv, Fischer, Goldmann). Nützlich wäre ferner die Kenntnis von Goethes "Wilhelm Meister". Daraus ergibt sich die wichtigste Teilnahmebedingung: Bereitschaft zu umfangreicher Lektüre.
 
 
Weitere Informationen und Literaturhinweise werden rechtzeitig in einem Seminarordner bereitgestellt.
 
     
4375a
Pop-Literatur
B. Weingart
 
2 St. Mo. 14-16 in 204
Beginn: 10.4.
 
Das Label "Pop-Literatur" hat derzeit Konjunktur. Die Kriterien für seine Vergabe beziehen sich häufig auf den 'Inhalt' der Texte (Popkultur, Massenmedien) und/oder auf das vermeintliche soziale Milieu der Autor/-innen (DJ-/Club-Kultur, 'Szene'). Im Seminar soll hingegen versucht werden, den Fokus auf die Ebene der literarischen Verfahren zu verschieben und die Versuche intermedialer Transfers zu beobachten: Wie gelangen 'die Anderen' der Schrift, die Bilder und der Sound, ins Medium Buch? Dabei weisen schon an Montage, Zapping oder Sampling orientierte Verfahren darauf hin, daß die Rekonstruktion der – traditionskritischen - Pop-Tradition seit den 60er Jahren notwendig auf den jeweiligen medienhistorischen Kontext zu beziehen ist. Das gilt auch für die an den Mediendiskurs gekoppelte High/Low-Unterscheidung, deren Durchkreuzung zu den zentralen Einsätzen von Pop gehört. Wenn diese Unterscheidung heute ohnehin durchlässig ist und Pop nicht mehr für die Verheißung von 'Gegenkultur' oder 'kulturelle Dissidenz' einsteht, stellt sich auch die Frage, ob und wie die Differenzmaschine, die "Pop" von "Populärkultur" unterscheidet, in Gang gehalten wird. - Diskutiert werden Texte u.a. von Rolf Dieter Brinkmann, Hubert Fichte, Peter Handke, Elfriede Jelinek, Rainald Goetz, Thomas Meinecke, Max Goldt, Christian Kracht, Alexa Henning von Lange, Benjamin Stuckrath-Barre – eine für Vorschläge der Seminarteilnehmer/-innen offene Liste.
 
 
Literatur zur Vorbereitung: Diedrich Diedrichsen, "Pop - deskriptiv, normativ, emphatisch", Rowohlt LiteraturMagazin 37 (1996) ["Pop-Technik-Poesie. Die nächste Generation"], S. 6-44; ders., Der lange Weg nach Mitte. Der Sound und die Stadt, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1999, bes. Kap. 5 "Die 90er, und dahinter die Unendlichkeit"; Tom Holert/Mark Terkessidis (Hg.), Mainstream der Minderheiten. Pop in der Kontrollgesellschaft, Berlin: Edition ID-Archiv 1996, bes. die Einleitung; Jost Hermand, "Pop-Literatur", in: ders. (Hg.), Literatur nach 1945 I [=Neues Handbuch der Literaturwissenschaft Bd. 22], Wiesbaden: Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion 1979, S. 279-310.
 
4376
  J. Zenke
ZP
Literarische Ironie (B 2)
Beginn: 10.4.
 
2 St. Mo. 18-19.30 in 230
 
 
Ironische Schreibweisen führen, wie auch andere Formen uneigentlicher Rede, nicht selten zu erheblichen Verständnisproblemen, vor allem bei subtiler Ironie. Besonders für diese soll an Texten aus verschiedenen Epochen und Gattungen (u.a. von Lessing, den Romantikern, Heine, Schnitzler, T. Mann, Musil, Brecht, Dürrenmatt) der Blick geschärft werden. Dabei ist stets nach den Funktionen der jeweiligen Ironie zu fragen. Als begleitende Texte sind Theorien des Ironischen vorgesehen. - Die Lektürevorschläge können von den Teilnehmern ergänzt werden.
 
     
4377
Komödie und Komödientheorie (B 1, 2)
J. Zenke
ZP
2 St. Mi. 18-19.30 in B IV
Beginn: 12.4.
 
Unser Bild von den literarischen Epochen wäre ohne Kenntnis ihrer Komödien nicht nur unvollständig, sondern auch verzerrt. Die ausgewählten Beispiele von Aristophanes, Gryphius, Lessing, Lenz, Kleist, Tieck, Büchner, Hauptmann, Schnitzler, Hofmannsthal, Frisch und Dürrenmatt bieten mannigfache Anstöße zur Korrektur solcher Bilder. Weitere Fragen gelten dem für diese Gattung chrarakteristischen Publikumsbezug und dem jeweiligen Zusammenspiel von Komik, Ironie, Humor und Witz. Theorie des Komischen und der Komödie werden zur begrifflichen Fundierung herangezogen.
 
     
4378
Deutsche Dramen des Barock
P.-E. Neuser
 
2 St. Mi. 13-15 in S 94
Beginn: 12.4.
     
4379
Literatur-Wissenschaft: Die Narrenburg und andere Erscheinungsformen (B 1, 5)
B. Dotzler
ZP
2 St. Do. 14-16 in 230, Beginn: 13.4.
 
 
Merkwürdiges Personal bevölkert die Studien Adalbert Stifters. Der Protagonist der Narrenburg etwa tritt ein Erbe an, das ihn verpflichtet, sein Leben der Lektüre sämtlicher Lebensgeschichten seiner Vorfahren und sodann dem Verfassen der eigenen Lebensgeschichte zu widmen. Letzteres ist notwendig ein unabschließbarer, paradox in sich selbst verschlungener Prozeß, der aber gerade aus dem Moment seiner Unmöglichkeit engsten Kontakt zur Realität gewinnt: Die Realität, von der eine so entstehende Literatur handelt, ist zugleich die, in der sie handelt. Sie weiß - so scheint es -, wovon sie spricht. Doch welcher Art ist dieses Wissen? Und in welcher Beziehung steht es zu anderen (womöglich nicht weniger scheinhaften) Formen des Wissens? Dem soll anhand von Stifters Erzählungen Die Narrenburg und Die Mappe meines Urgroßvaters sowie Texten von Keller (Das Sinngedicht) und Fontane (Der Stechlin) nachgegangen werden. -- Zur Vorbereitung: intensive Lektüre der vier genannten Texte!
 
     
4380
Die Wirklichkeit der Literatur (B 1, 5)
B. Dotzler
ZP
2 St. Mi. 19-21 in 204
Beginn: 12.4.
 
Foucault hat einmal vorgeschlagen, aus den Formen ihrer Selbstbezüglichkeit eine Art "Ontologie der Literatur" zu entwickeln. Auf diese Weise geht es - einerseits - um die Realität der Literatur 'an sich'. Andererseits zielt die Frage nach der Wirklichkeit der Literatur auf deren Potential, Bilder einer Realität 'außer ihr' zu vermitteln. "Mimesis" heißt das (nicht erst) seit Auerbach. Ziel des Seminars ist zu untersuchen, wie beide Seiten sich vom "realistischen Tic" eines Goethe bis hin zu Dürrenmatt (Der Auftrag oder Vom Beobachten des Beobachters der Beobachter) entwickelt haben, und vor allem: wie der Zusammenhang beider Seiten je verschieden zu denken ist. -- Zur Vorbereitung: Erich Auerbach, Mimesis. Dargestellte Wirklichkeit in der abendländischen Literatur (1946), Bern 1982. Grundlagen der Literaturwissenschaft. Exemplarische Texte, hrsg. v. B. J. Dotzler, Köln 1999 (darin die Texte von Schlegel, Curtius, Maass, Susman, Lugowski, Münch, Luschnat und Benjamin).
 
     
4381
Entwicklung der Gattung Komödie von der Aufklärung bis zur Postmoderne (B 2, 4,5)
D. Kurth
ZP
2 St. Di. 12-13.30 in S 58
Beginn: 11.4.
 
Die Komödie als 'realistischeres' Pendant zur Tragödie, als Gattung, die einerseits hartnäckig an tradierten Modellen und Motiven festhält und sich andererseits in besonderer Weise auf die sozialen Zusammenhänge der jeweiligen Epoche einläßt, soll im Zentrum der Seminardiskussion stehen. Anhand von ausgewählten Komödien sollen wesentliche Zeiträume deutschen Lustspielschaffens untersucht werden. Ein Infoblatt mit Seminarprogramm und Literaturhinweisen ist zu Semesterbeginn in einem Ordner bei der Bibliotheksaufsicht erhältlich.
 
     
4336
Goethes Epen
H. Christians
ZP
2 St. Mi. 16-18 in XVIIb
Beginn: 12.4.
 
Goethes Bemühungen, ein Epos unter den Bedingungen der bürgerlichen Gesellschaft und Literatur zu schreiben und zu etablieren, sind vielfältig. Neben theoretischen Ansätzen im Briefwechsel mit Schiller und Wilhelm von Humboldt entsteht der programmatische Text Über epische und dramatische Dichtung‘. Im Seminar werden außerdem Hermann und Dorothea‘, Reineke Fuchs‘, die Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten‘ und das Achilleis‘ – Fragment gelesen. Diese Texte fallen in einen begrenzten Zeitraum und werden als Reaktionen Goethes auf die Französische Revolution in sein Gesamtwerk eingeordnet. Diese historische Perspektive soll ergänzt (oder korrigiert?) werden durch formal-ästhetische, vers- und gattungsgeschichtliche Befunde. Anschließend wird die von F.A. Wolf in Deutschland angestoßene zeitgenössische Debatte über die Autorschaft im Falle der Gattungsprototypen Ilias‘ und Odyssee‘, an der Goethe sich als intensiver Leser Wolfs beteiligte, rekonstruiert. Schließlich soll die Bewertung und Aufnahme dieser Bemühungen in der Literatur- und Geisteswissenschaft zurückliegender Jahrzehnte exemplarisch beleuchtet werden.
 
 
LH: Hans Steckner, Der epische Stil von Hermann und Dorothea, Halle/S. (1927); Maria Lypp, Ästhetische Reflexion und ihre Gestaltung in Goethes Hermann und Dorothea‘, Berlin (1967); Waltraud Wiethölter, Epen. Zur Deutung, in: J. W. Goethe, Sämtliche Werke. Briefe, Tagebücher und Gespräche, Bd. I./8., Frankfurt/M. (1994), S.1124 - 1169.
 
     
4382
Nietzsche als literarischer Autor (B 2, 5, 6)
L. Simonis
ZP
2 St. Do. 9-11 in S 69
Beginn: 13.12.99
 
Nietzsches Werk hat in der neueren Forschung eine verstärkte philologische und literatur-analytische Aufmerksamkeit erfahren. Dieser aktuellen rhetorisch-philologischen Wende der Nietzsche-Diskussion gemäß, wird sich das Seminar vor allem mit der Frage nach der literarischen Dimension von Nietzsches Texten beschäftigen. Dabei sollen zum einen charakteristische Merkmale von Nietzsches Stil (spezifische Schreibweisen und rhetorische Techniken), zum anderen Aspekte der zahlreichen, in Nietzsches uvre aufgenommenen literarischen Gattungen und Traditionen (Aphorismus, literarische Streitschrift, Essay) angesprochen werden. Daß dabei die (philosophische) Semantik der Texte nicht auszuklammern, sondern vielmehr in engem Zusammenhang mit ihren jeweiligen sprachlichen Äußerungsformen zu erörtern ist, liegt auf der Hand. Erst in einer solchen Engführung von philosophischer und philologischer Perspektive kann die Spezifik von Nietzsches Denk- und Schreibweise sichtbar werden.
 
 
Zur Vorbereitung empfehle ich die Lektüre von Nietzsches Aufsatz Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne (Anmeldung in der 1. Sitzung).
 
     
4383
Fontanes "Effi Briest": Lektüre - Kommentierung - Interpretation
N. Mecklenburg
ZP
2 St. Mi. 11-13 in S 63
Beginn: 12.4.
 
"Effi Briest" ist einerseits bis heute sehr gegenwärtig als der wohl beliebteste und meistgelesene deutsche Roman des 19. Jahrhunderts, andererseits zeigt sich das Altern der Werke auch bei diesem vor allem an dem immer größeren Kommentarbedarf für schwer- oder unverständliche Textstellen und -passagen. Das Seminar soll sich experimentierend auf diesem Spannungsfeld bewegen, indem wir Lektüreerfahrung, also auch Erfahrung von Lektüreschwierigkeiten, in Kommentier- und Interpretationspraxis überführen. Dabei sollen natürlich die Kommentare der gängigen Fontane-Ausgaben und wichtige, interessante Deutungsangebote der Forschung einbezogen werden. Informationen zu Seminarablauf (auch für ZP-Interessenten) und Fachliteratur in der Eröffnungssitzung am 12. 4.
 
     
4384
Das Geschlecht der Ware. Bürgerliche Ökonomie, Literatur und gender (B1, 5)
A. Keck
ZP
2 St. Mi. 18-20 in S 69, Beginn: 12.4.
 
 
Der strukturalistische Anthropologe Claude Lévi-Strauss begreift den Frauentausch nicht nur als universales Strukturprinzip von Kultur und Gesellschaft überhaupt, sondern erklärt diesen Tausch auch zum Archetyp der Bildung aller anderen Tauschsysteme: Die Körper der Frauen fungieren als erste Tauschobjekte, um den symbolischen Verkehr von weiteren Dingen und Wörtern zwischen Männergruppen zu ermöglichen. Insofern stiften sie Kommunikation ohne selbst zu kommunizieren. Anhand von Luce Irigarays Aufsätzen "Frauenmarkt" und "Waren untereinander" soll unter Einbezug von Karl Marx, Claude Lévi-Strauss und Judith Butler dieses Aussetzen der Frau als Subjekt des Handel(n)s reflektiert werden. Im Rückgriff auf ein literarisches Textkorpus, dessen Auswahl sich über die Inszenierung der Familie als Brennpunkt bürgerlicher Ökonomie motiviert und das sich von Lessings Emilia Galotti über Ibsens Nora bis hin zu Elfriede Jelineks Die Liebhaberinnen erstreckt, wird eine Historisierung dieses Paradigmas vorgenommen. Insofern erweist sich die Literatur als ein privilegierter Ort, an dem die jeweils zu differenzierenden Grenzen und Ausschlüsse des homo oeconomicus verhandelt werden.
 
 
Ab 23.3. liegen Seminarplan, Literaturliste und schwer zugängliche Texte als Kopien in einem Ordner in der Bibliothek bereit.
 
     
4447
Photographie-Theorie
Ch. Neubert/G. Schabacher
 
2St. Mo. 17.30-19 in S 92
Beginn: 10.4.
 
(Kommentar siehe Forschungskolleg)
 
     
4447a
Autorenfilm und literarischer Text (z.B. W. Wenders, A. Kluge) (B 1,5)
H. Esselborn/ Garncarz
 
2 St. Mo. 19-21 in S 67
Beginn: 10.4.
 
Kommentar siehe Änderungen zum Kommentierten Vorlesungsverzeichnis
 
     
4385
Erzählkunst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (B 2, 5, 6)
H. Kircher
ZP
2 St. Do. 15-16.30 in XVIIb
Beginn: 13.4.
 
In diesem Seminar soll der Versuch unternommen werden, wenigstens einen Überblick über das außerordentlich vielfältige Spektrum der Erzählkunst in dem genannten Zeitabschnitt zu geben. Auch unterschiedliche theoretische Ansätze sowie gattungsspezifische Fragen werden dabei zu erörtern sein. Im einzelnen sollen Texte von Kleist, Chamisso, E.T.A. Hoffmann, Brentano, Eichendorff, Goethe, Heine, Stifter u. a. besprochen werden. Eine genaue Themenliste hänge ich im März aus.
 
     
4386
Literatur der Jahrhundertwende im Habsburger Reich
A. Campanile
ZP
2 St. Mi. 16-18 in 204
Beginn: 12.4.
 
Fin de Siècle, Dekadenz, Symbolismus, Neuromantik, Impressionismus, Wiener Moderne sind nur einige der Etikettierungen, die man für diese literarische Epoche verwendet. Gemeinsam ist ihnen die Überwindung der im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts vorherrschenden Strömungen des Realismus und Naturalismus. Sie thematisieren nicht nur den Zerfall politischer, gesellschaftlicher und kultureller Einheiten im ganzen Raum der habsburgischen Monarchie um 1900, sondern bringen das künstlerische Interesse für diffizile Seelenzustände ("Nervenkunst"), das Unbewußte und die Psychologie im Zusammenhang mit Sigmund Freud sowie die Reflexion über das Ungenügen an der Sprache literarisch zur Darstellung.
 
 
Charakteristische Gattungen der "Epoche" sind die Novelle, worin sich viele der Hauptmotive und –themen verfolgen lassen und das Drama (Einakter), das die Bindung an das vertraute Milieu skeptisch beleuchtet und die Brüchigkeit aktueller zwischenmenschlicher Beziehungen wiederspiegelt. Beispielsweise hat Arthur Schnitzler in seiner "Traumnovelle"(1925) typische Themen der Jahrhundertwende paradigmatisch und resümierend verarbeitet, so daß Stanley Kubrick sie in der Literaturverfilmung "Eyes Wide Shut"(1999) aufnehmen und in frappierender Weise auf unsere heutige Gesellschaft umschreiben konnte.
 
 
Das Proseminar wird sich vorwiegend mit ausgewählten Werken von Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler, Karl Kraus, Rainer Maria Rilke beschäftigen, doch sollen sowohl weniger bekannte Autoren wie Ferdinand von Saar oder Johannes Urzidil, als auch Theoretiker wie Hermann Bahr (1863-1934), der als Wegbereiter und Anreger des "Jungen Wien" gilt, zu Wort kommen.
 
 
Die Auswahl der Texte und Themen sowie eine Literaturliste werden in der ersten Stunde bekanntgegeben. Wer sich zuvor darüber informieren möchte, dem/der empfehle ich die Lektüre von:
 
 
Claudio Magris, Der habsburgische Mythos in der österreichischen Literatur, Salzburg 1988 (insb. Kapitel V.); Jacques Le Rider, Das Ende der Illusion. Die Wiener Moderne und die Krisen der Identität, Wien 1990; Die Wiener Moderne. Hrsg. v. Gotthart Wunberg, Stuttgart: Reclam 1994.
 
     
4387
Kafkas Metamorphosen: De- und Reterritorialisierung
T. Hahn/J. Person
ZP
2 St. Di. 18-20 in S 85
Beginn: 11.4.
 
Von Benjamin und Adorno bis zu Deleuze/Guattari und Derrida diente Kafka als Maßstab, an dem sich die Theorien der Moderne und Postmoderne ihrer selbst versicherten. Zwischen Schuld‘ und Slapstick‘ eröffnet sich in Kafkas uvre ein so weites Spektrum, daß sowohl Negative Theologie, Ideologiekritik, Entwürfe zu Gemeinschaft und Gesellschaft, der poststrukturalistische Gesetzesbegriff als auch die Grenzen hermeneutischer Sinnkonstitution mit Kafka konsolidiert oder subvertiert wurden und werden. In Auseinandersetzung mit den Erzählungen (Josefine oder das Volk der Mäuse, Beim Bau der chinesischen Mauer, Forschungen eines Hundes, Die Verwandlung, Der Bau, Blumfeld, ein älterer Junggeselle u. a.) sollen im Seminar deshalb nicht nur die unterschiedlichen Zugangsweisen zu Kafka, sondern auch das Verhältnis von "Literatur" und "Theorie" im allgemeinen diskutiert werden.
 
 
Zur Anschaffung empfohlen: M. Brod (Hg.:) Franz Kafka, Gesammelte Werke (Fischer TB, DM 48,-); aus Gründen vergleichender Editionskritik werden die Texte der Kritischen Ausgabe als Kopien im Seminarordner zur Verfügung gestellt. Voraussetzung zur Teilnahme am Seminar ist die Bereitschaft, sich intensiv mit theoretischen Texten auseinanderzusetzen und ein Kurzreferat zu übernehmen.
 
 
Zur Einführung: W. Ries: Franz Kafka. Eine Einführung. München u.a. 1987. K.-M. Bogdal (Hg.:) Neue Literaturtheorien in der Praxis. Textanalysen von Kafkas "Vor dem Gesetz". Opladen 1993. J. Vogl: Ort der Gewalt. Kafkas literarische Ethik. München 1990.
 
     
4388
G. Büchners Lenz" im Kontext (Konstituenten, Vorlagen, Adaptionen) (B 4, 5)
R. Drux
ZP
2 St. Mi. 12s.t.-13.30 in S 82
Beginn: 19.4.
 
Neben einer gründlichen Untersuchung von Büchners Erzählung "Lenz" sollen Texte betrachtet werden, die mit diesem Werk offensichtlich verbunden sind, ob es sich nun um Quellen, dramatische Korrelate oder literarische Adaptionen handelt. So werden außer Oberlins Tagebuch (in jeder kritischen Ausgabe des "Lenz" abgedruckt) die "Anmerkungen übers Theater" (1774) von J.M.R. Lenz herangezogen, dessen Drama "Die Soldaten" zudem mit Büchners "Woyzeck" verglichen werden soll. Schließlich bieten sich als Beispiele für seine literarische Wirkung Erzählungen von G. Hauptmann (Bahnwärter Thiel, 1887) und Peter Schneider (Lenz, 1973) sowie Robert Schneiders Roman "Schlafes Bruder" (1992) an.
 
 
Die Texte sind allesamt in Taschenbuchform erhältlich. ZP-KandidatInnen empfehle ich zur Vertiefung des Stoffes den Besuch meiner Vorlesung.
 
     
4389
Novelle und Nachrichtentechnik. Robert Musils Die Amsel" im Kontext (B 2, 5)
I. Breuer
ZP
2 St. Do. 14-16 in S 73
Beginn: 13.4.
 
Im Seminar werden wir versuchen, eine "dichte Beschreibung" von Musils Text zu liefern, indem wir sowohl das literarische als auch das sogenannte "nonfiktionale" Umfeld genauer beleuchten. In den Blick kommen naturwissenschaftliches Wissen, Ästhetik der Massenmedien und literarische Traditionen, vor allem derjenigen der Novelle. Entsprechend wird es notwendig sein, sich auf Texte aus Nachrichtentheorie, Kriegstechnik, Physik, Gestalttheorie, über Zeitungswesen und Film sowie auf novellistische Texte des 17.-19. Jahrhunderts einzulassen. Eine Diskussion unterschiedlicher Interpretationen schließt das Seminar ab. Textgrundlage bildet ein Sammelband mit Text, Materialien und Interpretationen: "Robert Musil: Die Amsel. Kritische Lektüren". Hrsg. von W. Busch und I. Breuer. Wien, Innsbruck: Studien-Verlag, 1999 und Bozen: Edition Sturzflüge, 1999. Anmeldung sowie Infos zum Seminar und zur Buchbestellung: Di und Do 11-13 Uhr in R. 217.
 
4389a
"Woraus bemerkenswerter Weise nichts hervorgeht". Musil-Lektüren
A. Kümmel
 
2 St. Do. 15-17 in S 85
Beginn: 13.4.
 
Kommentar siehe Forschungskolleg "Medien und kulturelle Kommunikation"
 
     
4390
Autorenwerkstatt
B. Pütz
 
2 St. Mi. 19-21 in S 90
 
 
Meßlatte für die bei uns vorgestellten Arbeiten ist und bleibt ihre literarische Qualität. Daß es zu deren Beurteilung keine allgemein verbindlichen Kriterien gibt, möge unsere Gespräche auch in Zukunft spannend halten. Die Ankündigung der Autorenwerkstatt" als Seminar macht unsere Runde keineswegs zum akademischen Zirkel; Voraussetzung für die Teilnahme ist daher nicht philologisches Know-How, sondern streitbares — und aktives — Engagement für eine bessere Literatur. Nur so kann die Autorenwerkstatt" auch in Zukunft ein kritisches Forum bleiben, das Schreibenden in und außerhalb der Universität eine Voröffentlichkeit und erste Resonanz auf eigene Texte bietet. Wer sich vorab über unsere Arbeit informieren möchte, sei auf die Anthologie weiter im text" verwiesen (10 Jahre Kölner Autorenwerkstatt 1980-1990, hrsg. v. N. Hummelt, Köln: Janus Verlagsgesellschaft 1991).
 
 
Fachdidaktik
 
     
4391
Reiseliteratur im Deutschunterricht
U. Reeg
 
2 St. als Blockseminar (Termine: Sa 13.5., 24.6., 1.7., 8.7. 10-16 Uhr in 204)
 
 
Reiseliteratur, als eine der ältesten Literaturgattungen, bezeichnet eine Fülle von Texten unterschiedlichster Gestalt. In diesem Seminar liegt der Schwerpunkt auf autobiographisch geprägten Reiseberichten von Autorinnen und Autoren des 20. Jahrhunderts. Nach einer grundlegenden Erarbeitung methodischer und didaktischer Aspekte (Sek I/Sek II) beschäftigen wir uns mit dem Problem der gezielten Auswahl von Texten und ihrer handlungs-/projektorientierten Vermittlung im Unterricht.
 
 
Zu Beginn des Seminars wird ein ausführlicher Materialordner mit bibliographischen Angaben zur Verfügung gestellt.
 
     
4392
Das Kreuz mit dem Krieg. Polititsche Lyrik des Mittelalters und anderer Epochen im Deutschunterricht
A. Mielke
 
2 St. Mi. 15-18 (14-tägig) in 230
Beginn: siehe Aushang
 
"In den finsteren Zeiten, wird da auch gesungen werden? Da wird auch gesungen werden. Von den finsteren Zeiten.", schreibt Brecht in den Svendborger Gedichten. Auch das unpoetischste aller Themen, der Krieg, wird immer schon, immer wieder thematisiert in Gedichten - z.B. auch in der Kreuzzugslyrik des Mittelalters. An Beispielen aus dieser und späteren Epochen wird das Seminar erarbeiten, wie Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Jahrgangsstufen mit modernen Methoden über dieses Thema ein Zugang zur Lyrik vermittelt werden kann. Vorausgesetzt werden grundlegende Kenntnisse des Mittelhochdeutschen, wie sie in den Einführungsseminaren vermittelt werden. Mögliche Themen und Hausarbeiten werden zu Beginn des Seminars vorgestellt. Das Seminar findet 14-tägig statt. Die genauen Termine werden durch Aushang bekanntgegeben.
 
     
4393
Unterrichtskommunikation: Gesprächsforschung - Gesprächsförderung
G. Siebert-Ott
 
2 St. Di. 8.30-10 in 204
Beginn: 11.4.
 
Unterrichtsgespräche sind bereits seit einigen Jahren Untersuchungsgegenstand der empirischen Gesprächsforschung. Das Seminar beschäftigt sich mit der Frage, wie die Ergebnisse empirischer Unterrichtsforschung nutzbar gemacht werden (können) für die Weiterentwicklung gesprächsdidaktischer Konzepte – speziell auch für gesprächsdidaktische Konzepte zur Förderung interkultureller kommunikativer Komptetenz.
 
 
Literatur zur Einführung:
 
 
Becker-Mrotzek, M. u. Quasthoff, U. 1998. Unterrichtsgespräche zwischen Gesprächsforschung, Fachdidaktik und Unterrichtspraxis. In: Der Deutschunterricht 1: S.3-13.
 
     
4394
Geschichtserfahrung und Aktualität in der Literatur. Historisches Erzählen und historisches Drama im Deutschunterricht (SI und S II) (C 4)
B. Plett
 
2 St. Do. 14-16 in 204
Beginn: 13.4.
 
Spannung und Intrigen im historischen Gewand sind seit einigen Jahren modisch geworden: Historische Unterhaltungsromane, vom alten Ägypten bis zum mittelalterlichen England oder dem Deutschland des 17. Jahrhunderts, füllen in den Buchhandlungen viele Regalmeter. Während sich die meisten Leser davon die unterhaltsame "Entführung" in ferne Zeiten versprechen, ohne sich über den Umgang mit Historie in literarischen Texten, die Frage nach der Darstellbarkeit historischer Prozesse und Zusammenhänge oder die Einwirkungen der Entstehungszeit auf die (erzählte oder dramatisierte) historische Zeit allzu viele Gedanken zu machen, wird der Deutschunterricht gerade diesen Themen besondere Aufmerksamkeit widmen. Eines der übergreifenden Lernziele des Literaturunterrichts, nämlich die Historizität wie die geschichtliche Relevanz literarischer Texte zu erkennen, erhält in diesem Zusammenhang eine besondere Relevanz. Historische Erzählungen und Dramen aus dem 19. und 20. Jahrhundert werden im Mittelpunkt stehen; nach Rücksprache mit den Teilnehmern soll auch ein historischer Unterhaltungsroman einbezogen werden.
 
 
Das Seminar will in fachdidaktische Überlegungen einführen und konkrete Hilfestellungen für die Planung und Gestaltung von Unterrichtsreihen anbieten. Auf diese Weise werden grundsätzliche Fragen der Vermittlung und der Interpretation wie der fachwissenschaftlichen Diskussionen in Erwägung zu prinzipiellen Problemen der Unterrichtsplanung und -gestaltung eingebettet; Grundzüge der Vorbereitung und Planung von Literaturunterricht werden erarbeitet, aber auch motivierende Alternativen zu konventionellen Methoden der Texterschließung. - Eine Auswahlbibliographie und andere Materialien stehen zu Beginn des Semesters zur Verfügung. Themen für Referate und Hausarbeiten werden dann ebenfalls vorgestellt, können aber auch bereits in den Feriensprechstunden abgesprochen werden. Eine Übersicht über Texte und Themen hängt ab Mitte März neben R. 232 aus.
 

 

     
 
Hauptseminare
 
     
 
Sprachwissenschaft des Deutschen
 
     
4395
Dialektologie (A 1, 4, 5)
D. Busse
 
2 St. Mi. 11-13 in S 57
Beginn: 12.4.
 
Das Hauptseminar soll einen Überblick über die Grundzüge der Dialektologie vermitteln, und zwar sowohl über die theoretischen Grundlagen, Gegenstände und Forschungsmethoden heutiger Dialektforschung im Allgemeinen als auch über die deutschen Dialekte (ihre sprachsystematischen Merkmale, Entstehung, Abgrenzungskriterien und heutige Situation) im Besonderen. Zur Sprache sollen dabei nicht nur (wie in der traditionellen Dialektologie) rein regionalsprachliche und systemlinguistische Aspekte kommen, sondern auch Fragen der Dialektsoziologie und -pragmatik. Dazu gehört die Bestimmung des Verhältnisses der Dialekte zu anderen Varietäten des Deutschen und ihre Positionsbestimmung im Varietätenspektrum. (Literaturhinweise: s. Aushang vor Raum 320)
 
 
Teilnahmevoraussetzungen: Zwischenprüfung, Bereitschaft zur aktiven Teilnahme; Voraussetzung für einen Leistungsnachweis: aktive Teilnahme; Referat (schriftlich vorzulegen) oder Hausarbeit; Bedingungen für einen QuaSt auf Anfrage.
 
     
4396
Linguistische Stilistik (A 1, 2, 5, 6)
D. Busse
 
2 St. Mi. 13-15 in S 57
Beginn: 12.4.
 
Im Hauptseminar sollen die Grundzüge der Linguistischen Stilistik am Beispiel des Deutschen sowohl anhand der Literatur zur Stiltheorie als auch durch praktische Stilanalysen vermittelt werden. Dabei soll ein Überblick über die wichtigsten Probleme des Stilbegriffs und die Ansätze zur Beschreibung und Typologisierung der Sprachstile des Deutschen (auf den einzelnen sprachlichen Ebenen) vermittelt werden. Der Stilbegriff ist dabei einerseits gegen benachbarte Begriffe (Varietät, Register) abzugrenzen, muß aber andererseits in seinem engen Verhältnis zum Begriff Textsorte betrachtet werden. (Literaturhinweise: s. Aushang vor Raum 320)
 
 
Teilnahmevoraussetzungen: Zwischenprüfung, Bereitschaft zur aktiven Teilnahme; Voraussetzung für einen Leistungsnachweis: aktive Teilnahme; Referat (schriftlich vorzulegen) oder Hausarbeit; Bedingungen für einen QuaSt auf Anfrage.
 
     
4397
Sprache in den Medien
C. Dürscheid
 
2 St. Di. 9-11 in S58
 
 
Dass ein enger Zusammenhang besteht zwischen der Sprache und dem Medium, in dem Sprache gebraucht wird, ist in der Medientheorie unbestritten. Im Seminar wird dieser Zusammenhang zum Ausgangspunkt der Analyse genommen. Als Untersuchungsgegenstand dienen Texte, die im Rundfunk, im Fernsehen, in Zeitungen/Zeitschriften und im Internet, distribuiert werden. Ihre spezifischen sprachlichen Merkmale werden herausgearbeitet und mit Bezug auf linguistische Forschungsansätze (Textlinguistik, Gesprächsanalyse, Mündlichkeits-/Schriftlichkeitsforschung) analysiert.
 
 
Leistungsnachweis: Referat und Hausarbeit. Die Themenliste hängt vor Raum 225 aus. Die Themenvergabe erfolgt in den Feriensprechstunden. Eine Kontaktaufnahme ist auch über E-Mail möglich (duerscheid@spinfo.uni-koeln.de).
 
 
Basisliteratur: Holly, W./Biere, B. U. (Hrsg.) (1998): Medien im Wandel. Opladen: Westdeutscher Verlag.
 
 
Bitte beachten Sie die Änderungen zum Kommentierten Vorlesungsverzeichnis.
 
     
4398
Wortbildung im Deutschen
J. Lenerz
 
2 St. Do. 11-13 in F
Beginn: 13.04.
 
Neuere Theorien der Wortbildung sollen in Referaten dargestellt und an einschlägigen Daten aus dem Deutschen exemplifiziert werden. Insbesondere wird dabei die Frage nach dem Zusammenhang zwischen morphologischer und syntaktischer Struktur einerseits sowie von morphologischer Struktur und Semantik andererseits thematisiert und problematisiert.
 
 
Zur Vorbereitung empfohlen:
 
 
Olsen, Susan (1986) Wortbildung im Deutschen. Stuttgart: Kröner.
 
 
Spencer, Andrew (1991) Morphological Theory. Oxford, Cambridge/MA: Basil Blackwell, Kap. 1-3.
 
 
Ein detaillierter Seminarplan und eine Bibliographie werden rechtzeitig zu Semesterbeginn durch Aushang bekannt gegeben.
 
     
4399
Phonologie und Graphematik (A 1, 2)
B. Primus
 
2 St. Di. 16-18 in F
Beginn: 11.4.
 
Im Hauptseminar werden ausgewählte Probleme der Phonologie und Graphematik des Deutschen diskutiert, wobei silbenbezogenen Erscheinungen (der Vokalquantität, der Silbengelenkbildung und den Silbenstrukturbeschränkungen und ihren graphematischen Entsprechungen) besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird.
 
 
Teilnahmevoraussetzungen: ZP und persönliche Anmeldung. Anmeldeliste, Literaturliste und Themenliste für die Hausarbeit liegen ab Ende März im Lehrstuhlsekretariat vor (Zi 224).
 
     
4399
Polyphonie und referentielle Bewegung in Texten (A 1, 2)
I. Burr/H. Vater
 
2 St. als Blockseminar 24.-26.5. in Haus Wiesengrund
 
 
Kommentar und Anmeldetermine siehe Änderungen zum Kommentierten Vorlesungsverzeichnis.
 
     
     
 
Ältere deutsche Sprache und Literatur
 
     
4401
Oswald von Wolkenstein (B 2, 3, 6)
K.-H. Göttert
 
2 St. Mo. 16-18 in B VI
Beginn: siehe Aushang
 
Das Hauptseminar behandelt die Dichtungen des Oswald von Wolkenstein unter folgenden Aspekten: (1) Biographie, Selbstdarstellung, (2) Überlieferung, Übersetzung, (3) historische Realität, (4) Wortschatz, (5) Wort und Ton, (6) Minne-, Liebes-, Ehelieder, (7) autobiographische Lieder, (8) Tagelieder, (9) politische Lieder, (10) Klangphantasien.
 
4402
Heldenepisches Erzählen im ‘Nibelungenlied’
F. Holznagel
 
2 St. Mo. 10-12 in 204
Beginn: siehe Aushang
 
Der vor der Fassade des Wormser Münsters inszenierte Streit der beiden Königinnen Krimhilt und Brünhilt ist sicherlich das bekannteste Beispiel für die typische Technik des Nibelungenlied-Dichters, in entscheidenden Momenten der Handlung das Erzähltempo zu verlangsamen und das Verhältnis der Akteure zueinander durch schlaglichtartig beleuchtete, szenische Arrangements auszudrücken, die v.a. mit der Beschreibung symbolträchtiger Gesten und Gegenstände, der Schilderung signifikanter Bewegungen im Raum und mit der Wiedergabe monologischer oder dialogischer Figurenreden arbeiten. Ziel des Hauptseminar ist es, diese in der Forschung als 'Schaubildtechnik' oder 'Szenenregie' bezeichnete narrative Strategie im Rückgriff auf das Beschreibungsinstrumentarium neuerer Erzähltheorien zu erfassen und auf ihre Funktionen hin zu befragen. Auf diese Weise kann nicht nur ein charakteristischer Zug des heldenepischen Erzählens beschrieben werden; überdies soll der Versuch unternommen werden, das Nibelungenlied besser als bislang im Spannungsfeld zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zu positionieren.
 
 
(Bitte beachten Sie die Änderungen zum Kommentierten Vorlesungsverzeichnis)
 
     
4403
Aufführungspraxis mittelalterlicher "Literatur" unter besonderer Berücksichtigung des Codex Buranus (mit praktischen Übungen) (B3)
U. Mehler/E. Stiene
 
2 St. Fr. 16-18 in 204
Beginn: 14.4.
 
Das interdisziplinäre Seminar wird sich im Schwerpunkt mit Fragen der Theorie und Praxis der Rekonstruktion von Aufführungspraxis mittelalterlicher Texte befassen. Im Mittelpunkt stehen mischsprachige Texte des Codex Buranus (1. Hälfte 13. Jh.). Das berühmte Werk Carl Orffs wird uns nur ganz am Rande beschäftigen.
 
 
Textgrundlage: Carmina Burana. Die Lieder der Benediktbeurer Handschrift. Zweisprachige Ausgabe 1979. dtv 2063. ISBN 3-423-02063-6. 36,- DM.
 
 
Kenntnisse des Lateinischen sind Voraussetzung für die Teilnahme. Anmeldung bis zum 14.04.2000 (15 Uhr) in den Sprechstunden von Ulrich Mehler, Philosophikum, Zimmer 339.
 
     
4404
Mittelalterlicher Tristanroman. Vergleichende Rekonstruktion in Frankreich und Deutschland
A. Kablitz/Ursula Peters
 
2 St. Mo. 18-20 in S 58
Beginn: 10.4.
 
Kein zweiter unter den Höfischen Romanen hat auf die Moderne eine gleiche Faszination wie der Tristan-Roman ausgeübt. Das besondere Interesse für diesen Text erklärt sich nicht zuletzt aus der Sonderstellung, die der Tristan bereits innerhalb des Korpus der Höfischen Romane selbst einnimmt, und sie erklärt sich vor allem aus dem spezifischen Konzept der höfischen Liebe, das in diesem Text entwickelt wird. In dieser für Romanisten und Germanisten bestimmten interdisziplinären Veranstaltung soll deshalb verfolgt werden, wie in Frankreich und Deutschland im 12. und 13. Jh. die komplizierte Liebesgeschichte von Tristan und Isolde in immer neuen Anläufen neu erzählt wird und wie dabei in der Abfolge von den französischen Tristanfassungen des Beroul und Thomas über die deutschen Tristanromane des Eilhart und Gottfried bis zu den sog. Fortsetzungen in einem kontinuierlichen intertextuellen Geflecht der narrativen Tristan und Isolde-Realisationen die verschiedensten konzeptuellen Positionen besetzt werden in einem Themenfeld von Begehren und Liebesverrat, von Schein und Sein, von Gesellschaftsnorm und Utopieentwürfen, von erzählerischer Brillanz und kommentierender Reflexion. Am Ende der Lehrveranstaltung soll ein Ausblick auf Richard Wagners Adaptation des Tristan-Stoffs in seiner Oper Tristan und Isolde sowie Thomas Manns Novelle Tristan stehen.
 
 
Eine Themenliste des Seminars wird Ende des Wintersemesters vorliegen. Referatsthemen sollten bereits in den Semesterferien (vgl. die Feriensprechstunden des jeweiligen Veranstalters) übernommen werden.
 
 
Empfohlene Ausgaben:
 
 
- Bérol, Tristan, übersetzt von U. Mölk (Klassische Texte des Romanischen Mittelalters Bd. 1), München 1962.
 
 
- Thomas, Tristan, eingeleitet, textkritisch bearbeitet und übersetzt von G. Bonath (Klassische Texte des Romanischen Mittelalters Bd. 21), München 1985.
 
 
- Eilhart von Oberg, Tristrant und Isalde. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch von Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (WODAN Bd. 27), Greifswald 1993.
 
 
- Gottfried von Straßburg, Tristan. Nach dem Text von Friedrich Ranke neu hg., ins Neuhochdeutsche übersetzt, mit einem Stellenkommentar und einem Nachwort von Rüdiger Krohn. 3., neu bearb. Aufl., 3 Bde. (Reclams Universal-Bibliothek Bde. 4471-4473), Stuttgart 1991.
 
     
4405
Drucke des 15. und 16. Jahrhunderts in der Kölner Universitäts- und Stadtbibliothek
S. Altrock/W. Schmitz/H.-J. Ziegeler
 
2 St. Do. 14-16 in S 58
Beginn: 13.4.
 
Köln gehörte bereits im 15. Jahrhundert, dann auch im 16. Jahrhundert zu den deutschen Städten, in denen das neue Medium Buchdruck eine erste Blüte erlebte (Ulrich Zell, Heinrich und Peter Quentel, Johann Koelhoff). Viele der im 15. und 16. Jahrhundert in Köln gedruckten Schriften, darüber hinaus aber auch Drucke anderer Provenienz sind in der Kölner Universitätsbibliothek gesammelt. Diese Bestände sollte sich das Seminar im Überblick erschließen und darüber hinaus das Programm einzelner Drucker, die Bestände alter Bibliotheken, Inhalte, Ausstattung und Verbreitung einzelner Drucke etc. kennenlernen und analysieren und so einen Beitrag zur frühen Mediengeschichte leisten.
 
 
Anmeldung: in den Sprechstunden (siehe Aushang)
 
     
 
Neuere deutsche Literaturwissenschaft
 
     
4406
Lesesozialisation und Medienpädagogik
P. J. Brenner
 
(Bitte beachten Sie die Änderungen zum Kommentierten Vorlesungsverzeichnis)
 
     
4407
Kalt und warm: Ein soziales Orientierungsmuster (B 2, 5, 6)
N. Wegmann
 
2 St. Mo. 16-18 in S 58
Beginn: 10.4.
 
"Wo bleibt in der kalten Wirtschaft der Mensch" - sagt Sabine Christiansen, und wir wissen, was gemeint ist, aber wir wissen noch nicht, welche Unterscheidung hier angespielt wird: Woher kommt die so selbstverständliche Trennung unserer Erfahrungen und unserer Sicht auf die Welt in "kalt" und "warm"? Das Seminar will dieser Frage als kulturwissenschaftliche Problemstellung nachgehen. Sondiert wird einmal im 18. Jahrhundert, wo man unter dem Leitbegriff der "Empfindsamkeit" zum ersten Mal jene Interaktionsmuster ausarbeitet, die von da an als genuin menschliche Soziabilität gelten und gegen eine im Unterschied dazu als "kalte Erwerbswelt" bezeichnete gesellschaftliche Realität abgesetzt werden. Der zweite historische Einsatzpunkt sind die 20er und 30er Jahre des 20. Jhs. Hier werden unter der Leitsemantik der "Kälte" Verhaltensweisen gesucht, mit "denen sich die Menschen nahekommen, ohne sich zu treffen, mit denen sie sich voneinander entfernen, ohne sich durch Gleichgüligkeit zu verletzen." (H. Plessner)
 
 
Die Texte des Seminars werden sich auf diese beiden historischen Felder verteilen. Eher unbekannte Autoren aus der zweiten Reihe des 18. Jhs stehen ebenso auf der Liste wie die Autoren der "Neuen Sachlichkeit" (H. Plessner, C. Schmitt, E. Jünger bis hin zu B. Brecht). Schließlich ist auch die Frage zu stellen, an welchem Punkt in der Herkunftsgeschichte dieses kulturellen Orientierungsmusters wir heute stehen: sind wir "betroffen" oder "cool"?
 
 
Literaturhinweise: N. Wegmann: Diskurse der Empfindsamkeit. Stuttgart: Metzler 1988; H. Lethen: Verhaltenslehren der Kälte. Lebensversuche zwischen den Kriegen. Frankfurt/M: Suhrkamp 1994; C. Stephan: Der Betroffenheitskult. Eine politische Sittengeschichte. Berlin 1993
 
     
4408
Die sieben Todsünden in der Literatur (B 4, 5)
G. Blamberger
 
2 St. Mi. 11-13 in S 93
Beginn: 12.4.
 
Seit Augustinus unterscheidet man moraltheologisch zwischen läßlichen, also verzeihlichen Sünden und Todsünden. Beide haben ihren Ursprung in der seit dem Sündenfall bekanntermaßen gebrechlichen menschlichen Natur, in der Affektverfallenheit und Begehrlichkeit des Menschen. Zu den Todsünden gehören: superbia (Stolz, Hochmut), ira (Zorn), invidia (Neid), acedia (Melancholie bzw. Trägheit aus Verzweiflung an der göttlichen Ordnung), avaritia (Geiz), gula (Völlerei), luxuria (Wollust). Das theologische System, der Streit von Tugenden und Lastem, inspiriert Literatur und Künste seit dem Mittelalter. Wer die Kultur- und Mediengeschichte der sieben Todsünden studieren will, muß freilich Pionierarbeit leisten, in der literaturwissenschaftlichen Forschung wird er nichts Nennenswertes finden. Die einzige Monographie zum Thema bezieht sich allein auf das Mittelalter und stammt aus den 50er Jahren (Morton W. Bloomfield: The seven deadly sins. Michigan 1952). So ist am Anfang des Seminars erst eimnal Kanonbildung zu leisten; wir wählen Grundtexte von Dantes 'Divina Comedia' bis zu Brechts Todsünden-Ballett exemplarisch aus - Referatvorschläge vorab, je nach eigener Kompetenz, sind willkommen - , um dann aktuelle Repräsentationen der sieben Todsünden in verschiedenen Medien zu analysieren (zu denken wäre hierbei an den Film 'Seven' oder an das Kursbuch über 'Todsünden'). - Scheinbedingungen: Kurzreferat (bei geringer Teilnehmerzahl), Ergebnispapier als Resultat der Gruppenarbeit, schriftliche Hausarbeit. Höchstteilnehmerzahl: 60 Personen.
 
     
4409
Literatur und Medien. Medien in der Literatur (B 1)
W. Voßkamp
 
2 St. Mo. 19-21 in 204
Beginn: 10.4.
 
Nachdem in den beiden letzten Semestern die Text-Bild/Bild-Text-Wechselbeziehung an Beispielen der Literatur des 17. und 18. Jahrhunderts untersucht worden sind, soll in diesem Semester die theoretische Diskussion zu generellen Problemen des Bildes und der Lektüre intermedialer Konstellationen fortgesetzt werden. Wie werden Bilder in literarischen Texten einmontiert? Verändert sich der Text durch das Einfügen von Bildern? Was ändert sich bei dem Übergang vom `stehenden' zum `laufenden' Bild? Wie ändert sich die Text-Bild-Beziehung durch das Hinzutreten eines dritten (akustischen) Mediums.- Zugrunde gelegt werden sollen zunächst literarische Beispiele aus dem 2O. Jahrhundert: Brechts "Kriegsfibel", Peter Weiß' "Ästhetik des Widerstands", Alexander Kluges "Die Patriotin" und Heiner Müllers "Germania. Tod in Berlin".
 
 
Wissenschaftliche Literatur: Gottfried Boehm (Hg.): Was ist ein Bild?. München 21995; Jörg Helbig (Hg.): Intermedialität. Theorie und Praxis eines interdisziplinären Forschungsgebiets. Berlin 1998 (darin vor allem den Aufsatz von Joachim Paech); W.J.T. Mitchell: Picture Theory. Essays on Verbal and Visual Representation. Chicago/London 1994; Peter Wagner (Hg.): Icons - Texts - Iconotexts. Essays on Ekphrasis and Intermediality. Berlin 1996;
 
     
4410
gender-Rhetorik 1900ff.
C. Liebrand
 
2 St. Mi. 9-11 in VI
Beginn: 12.4.
 
Aus der Perspektive der gender studies ist der Anfang des vorigen Jahrhunderts deshalb instruktiv, weil sowohl in der Literatur als auch in den Human- resp. Kulturwissenschaften eine Reihe von zentralen Texten zum Status von 'Weiblichkeit' publiziert wurden. Zu den kulturwissenschaftlich relevanten Texten gehören z.B. Weiningers Geschlecht und Charakter, Freuds Vorlesung über Weiblichkeit, Simmels Koketterie-Aufsatz, Rivieres Womanliness as a Masquerade. Mit dieser Diskursgeschichte von 'Weiblichkeit' wird das Seminar sich befassen. Und es wird fragen, wie sich die Autoren der klassischen Moderne (in den Blick genommen werden Kafka und Canetti) in ihren Texten zu den Wissenschaftsmythen über 'das Weib' und zu den topischen kulturellen gender-Zuschreibungen verhalten.
 
 
Nur persönliche Anmeldung für das Seminar in den Feriensprechstunden (keine schriftlichen Anmeldungen). Es wird ein Reader zur Verfügung gestellt (der in den Feriensprechstunden erworben werden kann).
 
 
Textgrundlage: Franz Kafka: Der Verschollene, Der Proceß, Das Schloß, Ein Landarzt, Erzählungen, Elias Canetti: Die Blendung (alle Texte sind als Fischer-Taschenbücher erhältlich).
 
 
Einführende Literatur: Elizabeth Boa: Kafka. Gender, Class and Race in the Letters and Fictions. Oxford 1996; Kristie A. Foell: Blind Reflections: Gender in Elias Canetti's Die Blendung. Riverside 1994; Barbara Hyams (Hg.): Jews and Gender: Responses to Otto Weininger. Philadelphia 1995; Claudia Liebrand: Deconstructing Freud - Franz Kafkas Proceß, in: Psychoanalyse in der modernen Literatur. Kooperation und Konkurrenz. Hrsg. von Thomas Anz. Würzburg 1999, S. 35-44; Claudia Liebrand: Die Herren im Schloß. Zur De-Figuration des Männlichen in Kafkas Roman, in: Jahrbuch der Schiller-Gesellschaft 42, 1998, S. 309-327; Christa Rohde-Dachser: Expedition in den dunklen Kontinent. Berlin 1992; Reiner Stach: Kafkas erotischer Mythos. Eine ästhetische Konstruktion des Weiblichen. Frankfurt 1987.
 
     
4411
Dokumenta der Literatur II (B 5)
G. Blamberger
 
2 St. Do. 8.30-10 in S 93
Beginn: 13.4.
 
Wie schon im Wintersemester 1999/2000 soll in diesem Seminar Kanonbildung betrieben werden. Ziel ist es, die Repräsentanten der jüngsten Schriftstellergeneration der deutschen und internationalen Literatur zu entdecken. Die Auswahl der Autoren und Texte erfolgt gemeinsam am Beginn des Seminars. Ausgeschlossen, da schon im Wintersemester behandelt, sind folgende Autoren: Helmut Krausser, Karen Duve, Judith Hermann, Zoe Jenny, Florian Bergmeier, Sara Kane, Ingo Schulze, Thomas Brussig, Bernhard Schlink. Scheinbedingungen: Kurzreferat (nur bei geringer Teilnehmerzahl), Diskussionspapier zur Plenarsitzung als Ergebnis der Gruppenarbeit, schriftliche Hausarbeit. Höchstteilnehmerzahl: 60 Personen. - Zur vorbereitenden Lektüre empfohlen: Christian Kracht (Hg.): Mesopotamia. Ernste Geschichten am Ende des Jahrtausends. Stuttgart 1999. - Martin Hielscher (Hg.): Wenn der Kater kommt. Neues Erzählen. Köln 1996. - Nikolaus Förster: Die Wiederkehr des Erzählens: deutschsprachige Prosa der 8oer und 90er Jahre. Darmstadt 1999. - Andrea Köhler Maulhelden und Königskinder. Zur Debatte über die Gegenwartsliteratur. Leipzig 1998.
 
     
4412
Grenzüberschreitungen der Kultur: Inzest und Inzestverdacht in der deutschen Literatur
W. Pape
 
2 St. Do. 16-18 in 204
Beginn: 13.4.
 
Du bist deiner Mutter Neffe, / Und dein Vater ist dein Ohm" – verkündet mit eiskaltem Lachen" der Vater seinem fragenden Sohn in Müllners Neun und zwanzigstem Februar. Das Seminar beschäftigt sich mit literarischen Thematisierungen eines Verbots, das als konstitutiv für unsere Kultur angesehen wird: "Aber besonders im Menschen findet sich eine gewisse Sorge um Würde und Anstand, welche uns antreibt, das, was uns erniedrigt, zu verbergen, schamhaft zu sein, gegen Blutschande Widerwillen zu haben, die Leichname zu begraben, Menschen überhaupt nicht und keine lebendigen Tiere zu essen." (Leibniz). Auch für Freud und Claude Lévi-Strauss ist das Inzesttabu der grundlegende Schritt, durch den und vor allem in dem sich der Übergang der Natur zur Kultur vollzieht." In literarischen Texten wird allerdings nicht bloß der zeitgenössische theoretische Diskurs verdoppelt. Deshalb kann weder ein rein psychoanalytischer noch ein rein diskursgeschichtlicher Ansatz Antworten auf die Frage finden, warum das Interesse am Inzesttabu in der Literatur so groß ist.
 
 
Folgende Texte sollen besprochen werden: Christian Fürchtegott Gellert: Das Leben der schwedischen Gräfin von G**, Johann Gottlob Benjamin Pfeil: Lucie Woodvil. Ein bürgerliches Trauerspiel, Jakob Michael Reinhold Lenz: Der neue Menoza, Goethe: Die Geschwister, August von Kotzebue: Der Rehbock oder die schuldlosen Schuldbewußten, Friedrich Schiller Die Braut von Messina, Franz Grillparzer: Die Ahnfrau, Adolph Müllner: Der Neun und zwanzigste Februar, Ludwig Tieck Der blonde Eckbert, E. T. A. Hoffmann: Die Elixiere des Teufels, C. F. Meyer: Die Richterin, Arno Holz: Sonnenfinsternis, Thomas Mann Wälsungenblut. Die nachprüfbare Kenntnis der Werke von Gellert, Lenz, Schiller, Tieck, Hoffmann und Thomas Mann wird zu Beginn des Semesters vorausgesetzt.
 
 
Anmeldung ab sofort in meinen Sprechstunden (Zi. 322) oder den Sprechstunden der Mitarbeiter (Zi. 229).
 
     
4413
Kult-Kultur - Kultbuch
N. Wegmann/H. Christians
 
2 St. Di. 10-12 in B VI
Beginn: 11.4.
 
Literarische Werke können auf sehr unterschiedliche Art unsere Aufmerksamkeit binden. Man kann sie als Kunstwerke erleben und analysieren, man kann sie als Unterhaltung konsumieren oder als Medium für die eigene Bildung einsetzen. Doch Bücher können auch dazu provozieren, sie auf eine Weise zu gebrauchen, die sehr viel weniger sozial anerkannt ist: Wo das Buch zum sog. Kultbuch wird, bewegen sich die fraglichen Bücher und erst recht ihre Verehrer oder Anhänger in dubioser Gesellschaft. Dennoch scheint das Kultbuch einen festen Platz in unserer Buchkultur einzunehmen, zumindest kennt die Literaturgeschichte bereits eine lange Reihe von solchen (weltlichen) Kultbüchern. Den Anfang der zu untersuchenden Kette macht Goethes Werther, die Stationen sind neben Hitlers Hausbüchern ( Rienzi‘ und Kellermanns Der Tunnel‘) oder Salingers Fänger im Roggen‘ Karl Kochs Illuminatus-Lektüre, Theodore Kaczynskis ( Una-Bomber‘) Conrad-Exegese und Charles Mansons Bibel-Lektionen. Das Seminar will diesem faszinierenden Phänomen nachgehen. Versucht wird ein multiperspektivischer Zugang, der Vorabfestlegungen vermeidet: Was macht ein Buch zum Kultbuch? Gibt es spezielle Lektüren, die diesen Effekt hervorrufen? Was genau irritiert an dieser gesteigerten Wertschätzung eines Buches?
 
 
LH: Heinz Schlaffer, Die Verachtung der Bücher und die Verehrung des Buches, in: R. Habermas (Hg.), Der Autor, der nicht schreibt, Frankfurt/M. (1989), S.18 – 27; Umberto Eco, Casablanca oder die Wiedergeburt der Götter, in: ders., Im Labyrinth der Vernunft. Texte über Kunst und Zeichen, Leipzig (1989), S.295 – 300; H.-C. Schmid/Michael Gutmann, >23< Die Geschichte des Hackers Karl Koch, München (1999).
 
     
4414
Der Frankenstein-Komplex. Experimente mit dem Leben in Literatur und Film (von E. T. A. Hoffmann u. Mary Shelley bis H. Mulisch) (B 2, 5)
R. Drux
 
3 St. Di. 14-17 in S 67
Beginn: 12.4.
 
Dieses auf drei Stunden angelegte Seminar setzt sich mit Texten des 19. u. 20. Jhs. auseinander, die Experimente mit dem Leben und Eingriffe in den natürlichen Zeugungs- und Geburtsvorgang thematisieren. Dabei wird vor allem auf das Verhältnis von phantastischen Vorstellungen und realen Gegebenheiten, von Fiktion und Wirklichkeit zu achten sein. Neben dem titelgebenden Roman von Mary Shelley (Frankenstein oder der modernen Prometheus, 1818) sollen u.a. kritisch gelesen werden: E.T.A. Hoffmann: Der Sandmann; Goethe: Faust II (2. Akt); Aldous Huxley: Schöne neue Welt; J.M. Simmel: Doch mit den Clowns kamen die Tränen; Charlotte Kerner: Geboren 1999; Harry Mulisch: Die Prozedur. Eine Liste mit dem geplanten Seminarverlauf und den Themen der einzelnen Sitzungen, zu denen jeweils Kurzreferate angefertigt werden können, sowie den stets beliebten Angaben über den Scheinerwerb wird Ende Februar ans Schwarze Brett neben R 227 geheftet. Genauere Informationen, auch über die zu betrachtenden Film(ausschnitt)e, erfolgen in der Vorbesprechung am 12. April. Bis dahin muß übrigens die Anmeldung zur Teilnahme (in R 226) stattgefunden haben.
 
     
4415
Minitexte: Slogans u.a. fällt aus!
G. Stanitzek
     
4416
Das verschleierte Bild‘: Zur Verrätselung der Frau in der modernen Literatur (17.-20. Jhd.) ( B 2, 4, 5)
A. Simonis
 
2 St. Fr. 10-12 in 204
Beginn: 14. 4. 2000
 
Ausgehend vom europäischen Petrarkismus und von der Mythenrezeption des 17. und 18. Jahrhunderts wird die Entstehungsgeschichte rätselhafter Frauenbilder in der Literatur und Kunst der Moderne untersucht. Weitere Schwerpunkte des Seminars bilden die frühromantische Frauendarstellung (Novalis, Günderrode) sowie die geheimnisvollen Weiblichkeitsentwürfe in der symbolistischen Literatur. Auch die Wiederkehr des hermetischen Frauentyps im 20. Jahrhundert bedarf einer genaueren Erörterung. (Ab Mitte März wird ein detaillierterer Seminarplan im Aushang bekannt gegeben). Anmeldung in der 1. Sitzung.
 
     
4417
Frühromantik (B 4)
E. Kleinschmidt
 
2 St. Do. 15-17 in F
Beginn: 10.4.
 
Das Seminar setzt sich mit frühromantischen Denk- und Schreibpositionen auseinander, wobei spezifische Akzente (u.a. Poetik, Musik, Geschlechterdiskurs) gesetzt werden sollen. Neben einem Reader, der zu Semesterbeginn vorliegt, folgende Texte zur Anschaffung: Novalis, Monolog etc. (Rororo TB); ders. Fragmente und Studien (Reclam); L. Tieck, Der gestiefelte Kater (Reclam); Wackenroder/Tieck, Phantasien über die Kunst (Reclam); F. Schlegel, Lucinde (Insel TB). – Zur ersten Hintergrundsübersicht: Manfred Frank, Einführung in die romantische Ästhetik, FfM 1989 (Suhrkamp).
 
 
Das Seminar verzichtet auf Referate zugunsten einer intensiven Plenumsdiskussion. Ein LNW wird über eine Hausarbeit (ca. 25 Seiten) erbracht.
 
 
Die Teilnehmerzahl ist auf die Raumkapazität beschränkt. Eine Anmeldungs-Liste hängt ab der letzten Semesterwoche des WS 99/00 am Schwarzen Brett meines Büros (Raum 246) aus.
 
     
4418
Interkulturelle Aspekte von Werken Goethes (B 1, 6)
N. Mecklenburg
 
4 St. Di. 9-13 in S 57
Beginn:11.4.
 
Das heutige Interesse an interkulturellen Fragen in Gesellschaft und Kultur, das in die neuen Ansätze zu einer 'interkulturellen Literaturwissenschaft' eingeht, kann auch ein Licht auf überlieferte Literatur werfen, wie es von ihr Licht empfangen kann. Beides trifft in besonderem Maße auf Goethe zu, in dessen literarischem Gesamtwerk es eine ganze Reihe von poetischen Projekten gibt, die man ohne Zwang als interkulturell bezeichnen kann. Diesen Projekten ist das Seminar gewidmet. Voraussichtliches Themenspektrum: Goethes Interesse für die "Stimmen der Völker in Liedern"; der Plan eines Dramas über den Propheten Mohammed; "Iphigenie auf Tauris" als interkulturelles Drama; die "Italienische Reise"; Balladen mit interkulturellem Aspekt ("Der Gott und die Bajadere", "Die Braut von Korinth", "Paria"-Trilogie); interkulturelle Verfahren und Konzepte im "West-östlichen Divan"; der späte Gedichtzyklus "Chinesisch-deutsche Jahres- und Tageszeiten"; Goethes Konzept von "Weltliteratur" als interkultureller Literatur. - Ein Informationsblatt zu dem Seminar ist ab Februar in einem Ordner bei der Bibliotheksaufsicht erhältlich.
 
     
4419
Heinrich von Kleist fällt aus!
C. Liebrand
     
4420
Das Frühwerk Alfred Döblins (B 5, 6)
E. Kleinschmidt
 
Mo 16-18 in S 91
Beginn: 13.4.
 
Das Seminar versteht sich sowohl als methodische Einführung in das Frühwerk Döblins wie als kritische Auseinandersetzung mit diesem und der zugrundeliegenden Poetik im Kontext der Moderne‘. Neben einem zu Anfang des Semesters vorliegenden Reader mit verstreuten Döblin-Texten sind folgende Titel (alle dtv-TB) als Lektürebasis anzuschaffen: Die Ermordung einer Butterblume, Die drei Sprünge des Wang-lun, Wallenstein. – Zur Einführung: M. Prangel, Alfred Döblin (Metzler).
 
 
Das Seminar verzichtet auf Referate zugunsten einer intensiven Plenumsdiskussion. Ein LNW wird über eine Hausarbeit (ca. 25 Seiten) erbracht.
 
 
Die Teilnehmerzahl ist auf die Raumkapazität beschränkt. Eine Anmeldungs-Liste hängt ab der letzten Semesterwoche des WS 99/00 am Schwarzen Brett meines Büros (Raum 246) aus.
 
     
4421a
Romane der sechziger Jahre der ehemaligen DDR (B 5, 6)
H. Esselborn
 
2 St. Mo. 14-16
Beginn: 10.4.
 
In den sechziger Jahren bildet sich - auch infolge der Abgrenzung durch den Mauerbau - erstmals eine eigenständige und charakteristische Literatur der DDR heraus, die oft zum Widerstand gegen den bestehenden realen Sozialismus tendiert. An epochemachenden Romanen unterschiedlicher Autoren soll besonders der Zeitbezug und die Spielbreite der DDR-Literatur zwischen Bejahung und Kritik untersucht werden. Gedacht ist an: J. Becker: Jakob der Lügner, G. de Bruyn: Buridans Esel, H. Kant: Die Aula, E. Neutsch: Die Spur der Steine , Chr. Wolf: Nachdenken über Christa T.
 
 
Anmeldungen können sind sofort in meiner Sprechstunde möglich.
 
     
4421
Drama der Nachkriegszeit
P. J. Brenner
 
(Bitte beachten Sie die Änderungen zum Kommentierten Vorlesungsverzeichnis)
 

 

     
 
Oberseminare
 
     
 
Sprachwissenschaft des Deutschen
 
     
4422
Sprachwandel (A 4)
C. Di Meola
 
2 St. als Blockseminar (Termine: 3.-5.8.2000; 10-14 Uhr, 15-19 Uhr)
 
 
Sprachbenutzer empfinden den Wandel ihrer Sprache oftmals als ein negatives Phänomen und beklagen den "Verfall" der Sprache. Im Seminar werden wir zunächst der Frage nachgehen, warum sich Sprache verändern kann bzw. muß. Es folgt ein Überblick über die verschiedenen vom Wandel betroffenen Sprachebenen, wobei Schwerpunkte im Bereich der Syntax (Präpositionen und Konjunktionen) sowie der Semantik (Bedeutungswandel) gesetzt werden. Zur Erklärung typischer Sprachwandelmuster werden u.a. die Prototypentheorie, die Grammatikalisierungstheorie, die Natürlichkeitstheorie sowie verschiedene Postulate der Kognitive Linguistik heranzuziehen sein. Es wird sich dabei zeigen, daß zahlreiche Veränderungen der (lokalen) Sprachoptimierung dienen und Sprache somit keineswegs immer "schlechter" wird. Abschließend soll das komplexe Zusammenspiel von Synchronie und Diachronie näher beleuchtet werden: Es geht um die Frage, welche Auswirkungen Sprachwandel auf das synchrone Funktionieren eines Sprachsystems hat. Als Einführungslektüre empfehle ich:
 
 
Keller, R., 19942. Sprachwandel. Von der unsichtbaren Hand in der Sprache. Tübingen/Basel: Francke.
 
 
Diewald, G., 1997. Grammatikalisierung. Eine Einführung in Sein und Werden grammatischer Formen. Tübingen: Niemeyer.
 
     
 
Neuere deutsche Literaturwissenschaft
 
     
4423
Neuere Kulturtheorien: New Historicism und Gender Studies (B 1, 2)
A. Simonis
 
2 St. Do. 16-18 in S 93
Beginn: 13. 4. 2000
 
Der amerikanische New Historicism hat der neueren Kulturtheorie seit dem Ende der 80er Jahre wichtige Impulse vermittelt. Jene bemerkenswerte Produktivität des kulturpoetologischen Ansatzes in den Literaturwissenschaften gibt Anlaß, seine Reichweite zu diskutieren und zu überlegen, wie er sich im konkreten Einzelfall bei der Textinterpretation fruchtbar machen läßt. Darüber hinaus verspricht der New Historicism, auch auf dem Terrain der feministischen Tendenzen und neueren Gender Studies wichtige methodische Anregungen zu bieten. Auf dem Programm stehen u.a. Texte von Stephen Greenblatt, Clifford Geertz und Judith Butler. Lektürewünsche der Seminarteilnehmer/innen können in die Seminarplanung einbezogen werden. Ferner besteht die Möglichkeit, eigene Projekte vorzustellen und im Seminar zu diskutieren. Anmeldung in der 1. Sitzung
 
   
4424
Kulturanthropologie
P. J. Brenner
 
(Bitte beachten Sie die Änderungen zum Kommentierten Vorlesungsverzeichnis)
 
     
4425
Den Barock denken
E. Kleinschmidt
 
Di. 15-17 in S 92
Beginn: 11.4.
 
Das Seminar, das an wissenschaftstheoretischer Reflexion interessiert ist, setzt sich mit der Erfindung‘ des Barock durch die Literaturwissenschaft auseinander, wobei Beispiele historischer Debattenhorizonte mit neueren systematischen Rekonstruktionen exemplarisch verbunden werden. Neben einem Reader, der zu Beginn des Semesters relevante (Ausschnitts-)Texte zum Thema zur Verfügung stellen wird, sind folgende Werke anzuschaffen: W. Benjamin, Ursprung des Trauerspiels (Suhrkamp); M. Foucault, Velázques Las Meninas (Insel TB); G. Deleuze, Die Falte (Suhrkamp). – Zur Einführung: (Hanser) Sozialgeschichte der Literatur. Das 17. Jh., München 1999; S. Rieger, Speichern/Merken, München 1997; S. Gardt, Sprachreflexion in Barock und Frühaufklärung, Heidelberg 1993. Das Seminar steht allen Interessenten (auch benachbarter Disziplinen wie Kunstgeschichte und Philosophie) im Hauptstudium offen. Es besteht bei Bedarf die Möglichkeit, einen examensrelevanten LNW über eine Hausarbeit zu erwerben.
 
 
Eine Anmeldungs-Liste hängt ab der letzten Semesterwoche des WS 99/00 am Schwarzen Brett meines Büros (Raum 246) aus.
 
     
 
Kolloquien
 
     
 
Sprachwissenschaft des Deutschen
 
     
4426
Linguistischer Arbeitskreis
J. Lenerz/B. Primus
 
2 St. Mi. 18-20 in 230
Beginn: 12.4.
 
Im Rahmen diese Kolloquiums sollen vor allem Forschungsthemen von Doktorand(inn)en und Examenskandidat(inn)en vorgestellt und diskutiert werden. Eine schriftliche Anmeldung wird erbeten.
 
     
 
Ältere deutsche Sprache und Literatur
 
     
4426
Forschungskolloquium: Mittelalterliche Literatur und Kunst in Thüringen und Sachsen (mit Exkursion)
F. Holznagel/U. Peters/H.-J. Ziegeler
 
2 St. Mi. 10-12 in 204
Beginn: 12.4.
 
Diese Veranstaltung ist auf die Thüringen und Sachsen-Exkursion ausgerichtet, die für die Woche vom 5. bis 9. Juli 2000 geplant ist. Stationen werden dabei u.a.die Iwein-Fresken in Schmalkalden, die Handschriftenabteilung in Gotha, der Dom und die Dominikanerkirche in Erfurt, der Dom in Naumburg, die Ludowingerburg Neuenburg, das Kyffhaeusen-Denkmal, die Stiftskirche in Quedlinburg, Burg Falkenstein und der Dom in Halberstadt sein, deren kultur-, kunst- und literarhistorische Facetten in den einzelnen Sitzungen durch Referate vorbereitet werden sollen. Die jeweilige Referatgruppe sollte dann auch im Juli vor Ort die Informationen übernehmen.
 
     
 
Neuere deutsche Literaturwissenschaft
 
     
4428
Forschungskolloquium
W. Pape
 
2 St. Do. 19.30-21 in 230
Beginn: 20. April.
 
Viel zu wenig wird die Möglichkeit genutzt, Schwierigkeiten beim Schreiben einer Examensarbeit oder Dissertation durch das Gespräch unter Kollegen‘ zu begegnen. Das Forschungskolloquium lädt deshalb meine Examenskandidaten und Doktoranden dazu ein, ihre Arbeiten in einer kleinen akademischen Öffentlichkeit vorzustellen und zu diskutieren. Fragen des Erkenntnisinteresses werden dort ebenso zu erörtern sein wie die Schwierigkeiten der Themenwahl und -begrenzung sowie der literaturwissenschaftlichen Methode.
 
 
Neue Examenskandidaten
 
 
Für neue Examenskandidaten findet in der ersten Semesterwoche vor allem zur Klärung der Anforderungen in Hausarbeit und Prüfung sowie formaler Fragen eine Besprechung statt. Termin Sommersemester 2000: Donnerstag, 13. April, 19 Uhr s.t. in Raum 230.
 
     
4429
Archäologie der Medientheorie
G. Blamberger
 
2 St. Mi. 15-18 in S 92 (14täg.)
Beginn: siehe Aushang
 
Ziel des Forschungskolloqiums ist die Besprechung ausgewählter Texte aus der Wissenschaftsgeschichte der Medientheorie von 1890 bis 1930. Ein Reader dazu wird am Anfang des Semesters an die Seminarteilnehmer ausgegeben. Blocksitzungen sind möglich, vorherige persönliche Anmeldung in meinen Sprechstunden bzw. in den Sprechstunden von Herm Dr. Dotzler, Herrn Dr. Andriopoulos oder Herm Dr. Kümmel ist unbedingt erforderlich. Höchstteilnehmerzahl: 20 Personen. Zur Vorbereitung wird die Lektüre des Forschungsprogramms, 'Archäologie der Medientheorie' (Kulturwissenschaftliches Forschungskolleg: Medien und kulturelle Kommunikation) empfohlen (Kopiervorlage in Zi. 217).
 
     
4430
Medientheorie II fällt aus!
C. Liebrand
     
4431
Die Dichterlesung (B 1, 5, 6)
N. Wegmann
 
2 St. Di. 19-21 in 230
Beginn: 11.4.
 
Thema das Kolloquiums ist die Autorenlesung oder Lesereise als ein Phänomen, das zwar unstreitig typisch ist für die soziale Existenz der Literatur, jedoch bislang kaum eine systematische Forschung auf sich gezogen hat. Was genau spielt sich in diesen Situationen ab, wo der Autor im Modus des Vorlesens seine eigenen Texte liest, Literatur Ereignis und das Publikum unmittelbar adressiert wird? - "Sie standen dicht um mich herum. Ich las, und ich sah nicht wenige Thränen. Ich las fast den ganzen fünften Gesang. Sie verstünden alles, alles, sagten sie; vorher hätten sie nicht alles verstanden." (Klopstock) - Handelt es sich um bloßes Marketing, um simple Selbstdarstellung, oder läßt sich hier ein Zugang zu grundsätzlicheren Fragen der Literatur, der Medien und des Zusammenspiels von Autor, Text und Publikum finden?
 
 
Das Kolloquium will Forschung nicht nur nachlesen, sondern praktisch erproben. An selbstgewählten Beispielen (welcher Autor hat nicht auch seine Werke einem interessierten Publikum vorgelesen?) sollen von den Teilnehmern eigene Fallstudien versucht werden. Wenn die Ergebnisse es rechtfertigen, steht am Ende eine Publikation zum Thema.
 
 
Für die Teilnahme ist eine persönliche Anmeldung Voraussetzung.
 
     
4432
Das Eigene und das Fremde: Erfahrungshorizonte der Gegenwartsliteratur
E. Kleinschmidt
 
2 St. Di. 19-21 in 204
Beginn: 11.4.
 
Das Kolloquium ist ein offener Gesprächskreis für alle an gegenwartsliterarischen Tendenzen interessierte Studentinnen und Studenten des Grund- und Hauptstudiums. Die Bereitschaft zu intensiver Lektüre wird vorausgesetzt. Die Veranstaltung will mit wenig bekannten Texten ebenso bekannt machen, wie sie reflektierte Diskussion über Literatur fördern möchte. Die zu lesenden Texte werden gemeinsam beschlossen. Für die erste Sitzung schlage ich vor: Bettina Galvagni, Melancholia (btb/Goldmann-TB DM 18,-).
 
     
 
Examens- und Doktorandenkolloquien
 
     
 
Sprachwissenschaft des Deutschen
 
     
4433
Kolloquium für Examenskandidaten und Doktoranden (A 1-6)
D. Busse
 
2 St. Mo. 15-17 in S 69
Beginn: 10.4.
 
Im Kolloquium sollen derzeit in Arbeit befindliche Examensarbeiten und Promotionsvorhaben vorgestellt und diskutiert werden. Daneben können auf Wunsch allgemein interessierende Fragen der Examensvorbereitung sowohl arbeitstechnischer als auch inhaltlicher Art - auch anhand von Berichten über die Erarbeitung von Examensthemen - behandelt werden.
 
 
Teilnahmevoraussetzungen: Anmeldung zum Examen oder zur Promotion; Bereitschaft zur aktiven Teilnahme (z.B. Bericht zu Themen der Examensvorbereitung, Examensarbeit, Doktorarbeit).
 
     
4434
Examenskolloquium
J. Lenerz
 
2 St. Do. 13-15 (14-tägl.) in S 65
Beginn: siehe Aushang
     
4435
Examenskolloquium
B. Primus
 
2 St. (14 täg.) Mi. 11-13 in S 85
Beginn: siehe Ausang
 
Das Kolloquium dient der intensiven Vorbereitung auf die schriftlichen und mündlichen Abschlußprüfungen von Examenskandidat(inn)en, die bei mir die Prüfung ablegen möchten.
 
     
     
 
Neuere deutsche Literaturwissenschaft
 
     
4436
Übungen zur Literaturgeschichte
R. Drux
 
1 St. Do. 18-19 in 230
Beginn: 13.4.
 
In diesem Kolloquium können aktuelle und baldige Magister- und Staatsexamenskand. einen Text ihrer Wahl angeben, der sich auf ein Prüfungsgebiet bezieht. Nach einem Kurzreferat über den jeweiligen Sachverhalt wird dann im Plenum ‘examensnah’ über Text und Thema diskutiert.
 
 
Für die Teilnahme ist die persönliche Anmeldung vor der ersten Sitzung am 13. April unbedingt erforderlich.
 
     
4436a
Kolloquium für Examenskandidaten
A. Simonis
 
2 St. Fr. 12-14 in S 68
Beginn: 21. 4. 2000
 
Die Veranstaltung soll als Vorbereitung für die schriftlichen und mündlichen Abschlußprüfungen dienen und außerdem Gelegenheit bieten, Erfahrungen bzw. Problemlösungen untereinander auszutauschen. (Anmeldung in der 1. Sitzung)
 
     
 
Ältere deutsche Sprache und Literatur
 
     
4437
Examenskurs
D. Bering
 
2 St. Di. 18-20 in S 63
Beginn: 11.4.
4438
Examenskurs
K.-H. Göttert
 
2 St. Di. 17-19 in S 94
Beginn: siehe Aushang
     
4439
Sprachgeschichtliches Kolloquium für Examenskandidaten
S. Bürkle
 
2 St. Mi. 10-12 in 230
Beginn: 12.4.
 
Diese Veranstaltung orientiert sich ganz an den Bedürfnissen von ExamenskandiatInnen, die sich auf den sprachhistorischen Teil der Prüfung der Älteren Abteilung vorbereiten wollen. Sie will deshalb zwei examensrelevante Bereiche im Blick auf die 'historischen Aspekte der deutschen Sprache' kombinieren. Einerseits soll Studierenden des Hauptstudiums die Möglichkeit geboten werden, ihre auf das Mittelalter bezogenen, sprachhistorischen Prüfungsthemen vorzustellen und möglichst 'unverkrampft' gemeinsam mit anderen zu diskutieren; andererseits soll auf die Übersetzungsklausur der Älteren Abteilung vorbereitet werden. An ausgewählten Textbeispielen, die auch gemeinsam festgelegt werden können, und an Examensklausuren der vergangenen Jahre sollen das Übersetzen geübt, Probleme der Grammatik geklärt und wiederholt werden. Für diesen Teil sind Probeklausuren unter Examensbedingungen vorgesehen.
 
     
4440
Kolloquium für Examenskandidaten
Ursula Peters
 
2 St. Mi. 8.30-10 in 230
Beginn: 12.4.
 
Diese Veranstaltung ist dazu gedacht. daß Studierende des Hauptstudiums, vor allem natürlich Examenskandidaten, in der Gruppe und einer möglichst lockeren Atmosphäre die literarischen Probleme ihrer Prüfungsgebiete vortragen und in der gemeinsamen Lektüre von Texten wie Forschungsbeiträgen diskutieren können.
 
     
4441
Lektüre- und Examenskurs
M. Schausten
 
2 St. Mi. 13-15 in S 93 fällt aus!
 
     
4442
Doktorandenkolloquium
K.-H. Göttert
 
2 St. Mi. 18-20 in S 84
Beginn: siehe Aushang
     
 
Sprechkunde
 
     
4443
Sprechkunde I (D)
F. Klose
 
2 St. als Blockseminar
Beginn: siehe Aushang
 
Das Blockseminar findet gegen Mitte des Semesters statt. Es sind zwei Wochenenden veranschlagt, je Sa/So. von 11s.t.-19 Uhr im Universitätshauptgebäude. Die genauen Termine siehe Aushang. Später kommen, früher gehen ist nicht möglich!
 
 
Die Teilnehmerzahl ist auf 20 begrenzt, eine verbindliche Anmeldung daher erforderlich. Aus Gründen der Fairness bitte ich sehr darum, im Falle einer Verhinderung rechtzeitig abzusagen, damit die Nachrücker berücksichtigt werden können. Die Teilnehmerlisten liegen eine Woche nach Vorlesungsbeginn im Geschäftszimmer aus. Dort erhalten Sie auch den Reader, dessen Bearbeitung absolut unerläßlich ist. Eine Teilnahme am Seminar ohne Kenntnis des Readers ist überflüssig und nicht möglich!
 
 
Inhalt von Sprechkunde I: Erarbeitung der Standardlautung, Atem- und Stimmbildung in Ansätzen, Gestaltung verschiedenster Textformen (Gedichte, Prosa, Nachrichten etc.). Des weiteren bereiten Sie sich bitte zu Hause auf ein Referat vor, dessen Thema Sie entweder nicht kennen und/oder nicht mögen. Sie werden 5 Minuten Referatszeit haben und dürfen keiner Zettel oder ähnliches benutzen. Aus gegebenen Anlasse noch einmal ganz deutlich: Sie erscheinen bereits in der ersten Sitzung mit dem ausgearbeiteten Referat! Thema kann beinahe alles sein: Das synoptische Problem, Optionsanleihen, Was ist Kardinal?, Stadtgeschichte Kölns, Gedichtformen, Phanopoeia, Melopoeia etc.
 
     
4444
Sprechkunde II (D)
F. Klose
 
als Blockseminar
Beginn: siehe Aushang
 
Ein Aufbauseminar, das die Arbeit an künstlerischen Texten wie an Sachtexten vertieft. Die in Sprechkunde I erworbenen Fähigkeiten werden vorausgesetzt und sollen zu einer möglichst eigenständigen Interpretation von Lyrik/Prosa geführt werden. Weitere Themen: Chorsprechen, Vertiefung der Atemarbeit, Freie Rede ohne Manuskript, Körpertraining. Teilnehmen können nur diejenigen, die bei mir auch Sprechkunde I absolviert haben. Wie Sprechkunde I richtet sich auch dieses Seminar vorranging an Lehramststudierende und ist auf deren Bedürfnisse abgestimmt. Das Blockseminar findet gegen Mitte/Ende des Semesters statt, die genauen Termine erfahren Sie durch Aushang. Es sind zwei Wochenenden geplant, je Sa/So von 11s.t.-19 Uhr im Universitätshauptgebäude. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 begrenzt, eine Liste liegt zum Vorlesungsbeginn im Geschäftszimmer aus, ebenso ein Reader, den es durchzuarbeiten gilt. Ich bitte um absolut verbindliche Anmeldung.
 
 
Falls sich zuwenig Interessierte eintragen, findet anstelle von Sprechkunde II ein Sprechkunde I-Seminar stat. Termine und nähere Details siehe oben.
 
     
     
4445
Sprechkunde I
W. Werner
 
2 St. Mo. 18-20 in S 78
Beginn: 10.4.
 
Teilnehmerbegrenzung: 30, Anmeldelisten liegen ab sofort bei der Bibliotheksaufsicht aus.
 
 
Um den ständig steigenden stimmlich-sprecherischen Anforderungen auf Dauer gewachsen zu sein, ist es für spätere Angehörige sprechintensiver Berufe schon im Vorfeld‘ unerläßlich, das intonatorisch gewandt-sichere und artikulationsbewußte Sprechen regelmäßig zu üben. Anhand ausgewählter Texte mit Schwerpunkt Hörfunk‘ sowie deutscher Lyrik und Prosa sollen bei jedem Teilnehmer die verbalen und nonverbalen Voraussetzungen für ein eigenständiges, adäquates Artikulationsbewußtsein entwickelt werden. Angestrebt wird die Herausbildung der für jeden individuell verschiedenen Sprechstimm-/Tonlage (Indifferenzlage), die den einzelnen Semi-narteilnehmern befähigt, mit dem geringsten Kraftaufwand dennoch kräftig, klangvoll und ausdauernd zu sprechen.
 
 
Durch gegenseitige Feedbacks‘ nach vorgegebenen erprobten Beurteilungskriterien zwischen den TeilnehmerInnen sollen die Sprechleistungen untereinander immer wieder sachlich-kritisch hinterfragt und verbessert werden. Dabei soll die rhetorische Kommunikation (Sprechhandeln) gleichrangig neben der sprechkünstlerischen Gestaltung) von Texten stehen (ästhetische Kommunikation). Zur jederzeit nachvollziehbaren Beurteilung von Sprechleistungen stehen zudem auditive Hilfsmittel zur Verfügung. Zur adäquaten sprechkünstlerischen Gestaltung wird eine Zusammenschau" von gesprochenem Wort in seinem jeweiligen literaturhistorischen Kontext angestrebt.
 
 
Der Erwerb eines Scheines ist geknüpft an regelmäßige aktive Teilnahme, die Ausarbeitung eines Stundenprotokolls bzw. ein Kurzreferat (5-10 Min.) in freier Rede (Orientierung an vorbereiteten Stichworten).
 
 
Für das Semesterende soll eine von den TeilnehmerInnen sprechkünstlerisch dargebotene Rezitationsveranstaltung für HörerInnen aller Fakultäten vorbereitet werden.
 
 
Der Aussprache-Duden sollte für jeden Teilnehmer zum unverzichtbaren Handwerkszeug gehören. Literatur s. Seminarapparat. Kopiervorlagen werden gestellt.
 
 
Zur Vorbereitung außerdem empfohlen: Ludwigsen, H.: Sprachbetrachtung und Textanalyse, Verlag Gehlen, Bad Homburg v.d. Höhe. - Balser-Eberle, V.: Sprechtechnisches Übungsbuch, OBV Pädagogischer Verlag, Wien 1996. - Aderhold, E./Wolf E.: Sprecherzieherisches Übungsbuch, Henschel Verlag, Berlin. - Preu, O. /Stötzer, U.: Sprecherziehung für Studenten pädagogischer Berufe, Verlag Volk und Wissen, Berlin 1989. - Wagner, R.: Grundlagen der mündlichen Kommunikation. Bayrischer Verlag für Sprechwissenschaft, Regensburg 1996. - Wachtel, St.: Sprechen und Moderieren in Hörfunk und Fernsehen, UVK Medien, Verlag Ölschläger, Konstanz 1994. - Ders.: Schreiben fürs Hören, a. a. O. - Aderhold, E: Das gesprochene Wort, Henschel Verlag, Berlin 1994. - Hirsch, G. I.: Überzeugend frei reden - Sprach- und Rhetoriktraining. Humboldt-Taschenbuchverlag, München 1993. - Winckler, Chr.: Sprechkunde und Sprecherziehung.
 
     
4446
Sprechkunde I
W. Werner
 
2 St. Do. 18-20 in S 78
Beginn: 13.4.
 
Teilnehmerbegrenzung: 30, Anmeldelisten liegen ab sofort bei der Bibliotheksaufsicht aus.
 
 
Kommentar siehe Nr. 4445
 
 
Schreibzentrum
 
     
 
Vorbehaltlich der Weiterförderung bietet das Schreibzentrum folgende Veranstaltungen an. Bitte beachten Sie die Aushänge im Institut für deutsche Sprache und Literatur und die Handouts, die ab Mitte März erhältlich sein werden.
 
     
 
Wissenschaftliches Schreiben
Helga Esselborn
 
2 St. Mi. 8.30-10 in 204
 
 
Das Seminar soll systematisch Techniken wissenschaftlichen Schreibens vermitteln und durch kontinuierliche Übungen Schreibblockaden verhindern und auflösen. Techniken des kreativen Schreibens werden in jeder Phase der Textproduktion einbezogen.
 
 
Anmeldung in der ersten Sitzung am 12. 4.
 
     
 
Schreibberatung
Helga Esselborn
 
1 St. Mi. 11-12 in 352
 
 
Einzelberatung und Informationen zum wissenschaftlichen Schreiben für alle Studierenden.
 
     
 
Workshops zum wissenschaftlichen Schreiben
 
 
Für dieWorkshops zum wissenschaftlichen Schreiben ist keine Anmeldung erforderlich.
 
 
1. Tipps und Tricks bei Schreibblockaden
H. Esselborn
 
4 St. Do. 27.4., 9.00 - 13.00 in Raum 204
 
 
Wie überwindet man die Angst vor dem leeren Blatt? Wie bringt man Ordnung in die eigenen Gedanken? Wie plant man den eigenen Arbeitsprozeß?
 
 
2. Rund ums Referat
G. Ruhmann
 
4 St. Do. 11.5., 9.00 -13.00 in Raum 204
 
 
In diesem Workshop geht es um die Präsentation von Referaten im Seminar: Thesenblatt, Visualisieren, Vortragen, Einstieg in die Diskussion.
 
 
3. Verständlich und sicher schreiben
H. Esselborn
 
4 St. Do. 25.5., 9.00 -13.00 in Raum 204
 
 
Was ist eigentlich "schlechter Stil"? Was sind die häufigsten Fehler in wissenschaftlichen Texten? Und vor allem: wie kann man es besser machen?
 
 
4. Klausuren schreiben
H. Esselborn
 
4 St. Do. 8.6., 9.00- 13.00 in Raum 204
 
 
Tipps zur effektiven Vorbereitung auf Examensklausuren und mündliche Prüfungen.
 
     
 
Schreibtraining
I. Reul
 
2 St. Fr. 14-16 in Raum 230
 
 
Ziel des Seminars ist die Verbesserung des schriftlichen Ausdrucks beim Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten. Von stilistischen Aspekten - Wortwahl und Satzbau, Argumentationsform und Gliederung - hängt die Überzeugungskraft eines Textes entscheidend ab. Bei der gemeinsamen Lektüre kurzer, exemplarischer Texte sollen die wichtigsten stilistischen Kriterien erarbeitet werden; praktische Übungen dienen dazu, eigene Fehler zu erkennen und angemessenes wissenschaftliches Schreiben zu erlernen. Auf individuelle Schwierigkeiten, die sich im Zusammenhang mit Seminararbeiten ergeben, kann eingegangen werden.
 
 
Anmeldung in der ersten Sitzung am 14.4.
 
     
 
Wissenschaftliches Schreiben für ausländische Studierende
J. Lohrmann
 
2 St. Di. 10-12 in Raum S73
 
 
Dieses Seminar ist ein Angebot für alle Studierenden, deren Muttersprache nicht deutsch ist. Die Probleme, die sich daraus beim Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit ergeben, sollen in diesem Seminar besprochen werden.Gemeinsam können alle Teilnehmenden Lösungen finden und sich gegenseitig Tipps geben. Es werden aber auch systematisch Techniken und Methoden des wissenschaftlichen Schreibens entwickelt und durch Übungen trainiert. Die Entwicklung einer Idee, das Lesen und Auswerten von Forschungsmaterial können erlernt werden, sowie die Gliederung und Strukturierung einer Arbeit und einiges mehr. Die Auswahl der Themen kann mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern abgesprochen werden. Dieses Seminar ist nur für Studierende geeignet, die bereits ausreichende Deutschkenntnisse besitzen. Anmeldung in der ersten Sitzung am 11.4.
 
     
 
Autobiographisches Schreiben
H. Esselborn
 
2 St. Fr. 10.00 – 12.00 im Vortragsraum der UB
 
 
"Sprache erlaubt uns zu sehen. Ohne das Wort wären wir alle blind" (Carlos Fuentes). Schreibend gestalten und verändern wir Erinnerungen und Szenarien unseres Lebens. Neben Schreibimpulsen und Techniken lernen wir Konzepte für die Anleitung autobiographischen Schreibens in Gruppen kennen. Die Teilnahme ist begrenzt (30).
 
 
Anmeldung Mi. 12.4.,um 12.00 Uhr in Raum 323.
 
     
 
Hörspielproduktion im virtuellen Hörsaal
W. Adler
 
"Hörspiel ist wie Stummfilm nur umgekehrt!" (Urs Widmer) – Ein "Digital classroom"-Projekt der Filmstiftung NRW.
 
 
Der "digital classroom" dient der Förderung des Hörspiel-Nachwuchses eine Schulungs- und Lehreinrichtung, die über das Internet betrieben wird. Der Schwerpunkt liegt auf dem praktischen Nutzen für diejenigen, die Hörspiel (und Radio) machen wollen. Als Dozenten stehen erfahrene Profis aus den Bereichen Dramaturgie, Regie und Sound-Design zur Verfügung.
 
 
Interessenten haben die Möglichkeit, Einzelheiten in einer Info-Veranstaltung zu erfahren, in der das Projekt und einige Dozenten vorgestellt werden.
 
 
Infoveranstaltung am Sa. 19.2. 10.00-12.00 Uhr im Neuen Senatssaal (Hauptgebäude); weitere Informationen s. Aushang SCHREIBZENTRUM.
 
     
 
Kompaktseminar: Radio - Schreibe: Schreiben für die Ohren
B. Garde
 
Fr. 5.5. 15-18.30 Uhr, Sa. 6.5. und So. 7.5., 10.30-16.30 Uhr, Sa.13.5. und So.14.5., 10.30-16.30 Uhr Sa.27.5., 10.30-14.00 Uhr, Sa. 3.6. 10.30- 16.00 Uhr jeweils im Neuen Senatssaal (Hauptgebäude).
 
 
In einem Crashkurs werden die unterschiedlichen Formen und Funktionen von Hörfunkberichten vorgestellt und ausprobiert. Am Ende steht eine gemeinsame Sendung im Bürgerfunk. Die Übung gibt Gelegenheit, einen ersten Einblick in die Arbeit für den Hörfunk zu bekommen und die Hörfunk - Schreibe für sich auszuprobieren. Die Teilnahme an allen Terminen sowie die Mitarbeit an der Sendung sind Voraussetzung für ein Zertifikat. Die Teilnahme ist begrenzt (35). Anmeldung am 3.5. um 12 Uhr in Raum 323.
 
     
 
Schreiben für das Fernsehen
M. Höffken
 
2 St. Mo. 19 – 21 in S 93
Beginn 17.4.
 
Der WDR-Redakteur Manfred Höffken vermittelt Grundlagen des Schreibens für das Fernsehen in Theorie und Praxis. Welche Aussage besitzt das Bild, was darf der Text aussagen? In welchem Verhältnis steht der Text zum Bild? Wie vermeidet man die sogenannte "Text-Bild-Schere"? Wie formuliere ich einen Nachrichtentext? Die Teilnahme ist begrenzt (40). Anmeldung am 12.4. um 13 Uhr in Raum 323.
 
     
 
Kompaktseminar: Wissenschaftsjournalismus
S. Seiler
 
Populärwissenschaftliche Texte lesen sich so einfach – und sind doch schwer zu schreiben. In diesem Kurs analysieren wir die Texte von Wissenschaftsjournalisten und populär schreibenden Wissenschaftlern: Mit welchen Methoden arbeiten sie, um den Leser ins Thema zu locken? Mit welchen Kniffen erzeugen sie Spannung? Was können wir von ihnen lernen? Daneben versuchen wir, das Ergebnis einer wissenschaftlichen Forschung anschaulich und spannend umzuschreiben. Und wir reflektieren die Möglichkeiten und Grenzen populärwissenschaftlicher Vermittlung.
 
 
Termin und Ort s. Aushang SCHREIBZENTRUM
 
     
 
Computer-Tutorium für Frauen: Einführung in die Textverarbeitung
S. Kurz
 
In diesem Tutorium sollen Grundlagen im Umgang mit dem Computer vermittelt werden, die die Teilnehmerinnen befähigen, eigenständig mit dem Computer zu arbeiten. Es werden Basiskenntnisse im Bereich der Hard- (der Computer als Maschine) und Software (das, was auf dem Bildschirm zu sehen ist) anschaulich und von Grund auf erläutert. Wir arbeiten mit Windows 95, Word für Windows und sehen uns die Welt des Internets mit Netscape Navigator an.
 
 
Die Teilnahme ist begrenzt (30). Anmeldeliste liegt ab Semesterbeginn im Büro der Frauenbeauftragten der Universität zu Köln (Eckertstr. 4) aus.
 
 
Termin und Ort s. Aushang SCHREIBZENTRUM
 
     
 
Internet für Philologen: Einführung in die wissenschaftliche Nutzung des World Wide Web
P. Janczak
 
2 St. Do. 9-11 Hörsaal III (Wiso-Pool) im Bibliotheksgebäude (3.Stock)
 
 
Neben einem versierten Umgang mit dem Browser-Programm Netscape Navigator sollen Suchstrategien und Bewertungskriterien erlernt werden. Dabei werden keine Vorkenntnisse vorausgesetzt. Die Teilnahme ist begrenzt (30).
 
 
Anmeldung siehe Aushang Schreibzentrum, Philosophikum, Raum 323
 
     
 
Einführung in die Textverarbeitung mit Word 7.0, Beginn: 17.4.
P. Janczak
 
2 St. Mo. 13-15 Hörsaal III (Wiso-Pool) im Bibliotheksgebäude (3. Stock)
 
 
Schritt für Schritt und anhand einer Vielzahl von Übungen soll die Textverarbeitung mit Word 7.0 auf Windows 95/NT erlernt werden. Ziel ist es, Referate, Haus- und Examensarbeiten routiniert am PC schreiben zu können. Dabei werden keine Vorkenntnisse vorausgesetzt. Die Teilnahme ist begrenzt (30). Anmeldung siehe Aushang Schreibzentrum, Philosophikum, Raum 323.
 
     
 
Medien und kulturelle Kommunikation
 
     
4446a
Ringvorlesung
W. Voßkamp u.a.
 
2 St. Di. 19-21 in XIII (nur an folgenden Teminen: 18.4., 2.5., 16.5., 30.5., 20.6., 4.7.)
 
     
4447
Photographie-Theorie
Ch. Neubert/G. Schabacher
 
Mo. 17.30-19 in S 92
 
 
Im Zeitalter virtueller Realität und digitaler Datenverarbeitung erscheint die Photographie bestenfalls als ein altes 'neues Medium'. Gleichwohl bzw. gerade deshalb werden sich theoretische Konzeptualisierungen von Photographie immer schon im Zentrum aktuell diskutierter Fragen der Medientheorie nach medialer Differenz, Intermedialität, Medienwandel und Medienkonkurrenz vollzogen haben.
 
 
Entsprechend sollen im Seminar 'klassische' Texte zur Photographietheorie von Benjamin bis Barthes unter verschiedenen Aspekten diskutiert werden: Fragen nach der Apparatur und der Technikgeschichte, den medialen Abgrenzungsverhältnissen der Photographie zur Malerei einerseits und zum Film andererseits, dem spezifischen Bildstatus der Photographie, der 'Lesbarkeit' von Photographien, dem angeblichen Realismus der Photographie (Dokumentation) sowie nach ihrer Zeitlichkeit, welche die Dimension der Stillstellung als Tod und damit des Gespenstischen evoziert.
 
 
Gelesen werden sollen u.a. Texte von Benjamin, Kracauer, Freund, Bazin, McLuhan, Sonntag, Barthes und Derrida, die zu Semesterbeginn in einem Seminarordner (Institutsbibliothek) zur Verfügung stehen.
 
     
4389a
"Woraus bemerkenswerter Weise nichts hervorgeht". Musil-Lektüren
A. Kümmel
 
2 St. Do. 15-17 in S 85
 
 
Kein anderer Anfang eines deutschsprachigen Romans wurde so häufig kommentiert wie das erste Kapitel von Robert Musils 'Der Mann ohne Eigenschaften'. Der Grund dafür liegt in der wohl einzigartigen Engführung des Beginns eines modernen Erzähltextes mit einer Reflexion über die Bedingungen modernen Erzählens. Ein Text, der seine eigene Gebrauchsanweisung ist, stellt eine Herausforderung für Methoden des Umgangs mit Literatur dar. Es lohnt deshalb, unterschiedliche Lektüren dieses außergewöhnlichen Romananfangs Revue passieren zu lassen und sie auf ihre Leistungsfähigkeit und Grenzen zu befragen. Das hohe Reflexionsniveau des Musilschen Textes fungiert gewissermaßen als Test auf Literaturtheorien. Die Geschichte der Auslegung des ersten Kapitels stellt folglich ein Archiv literarturwissenschaftlicher Theoriemoden dar. Freilich behauptet jede einzelne von ihnen, den Gegenstand besser als alle anderen zu erfassen. Kaleidoskopartig gruppieren sie sich um den Text, um immer wieder die Frage nach seinem Status als Literatur zu stellen. Das Seminar eignet sich also sowohl, den gegenwärtigen Stand literaturtheoretischer Diskussionen kennenzulernen, als auch die immer schwieriger zu beantwortende Frage zu besprechen, was denn vor dem Horizont des Einbruchs kultur- und medienwissenschaftlicher Modelle in die Philologien der Gegenstand literaturwissenschaftlicher Forschung sei. Im Seminar sollen dementsprechend ausgewählte Interpretationen des ersten Kapitels des Mannes ohne Eigenschaften auf ihre Methodologie befragt und in ihrer Deutungsmächtigkeit für den Text besprochen werden. Dabei kann es nicht darum gehen, so konträre Modelle wie Diskursanalyse, Dekonstruktion, System- und Informationstheorie, intertextuelle Lektüren und epistemologische gegeneinander auszuspielen. Vielmehr soll deutlich werden, daß jeder literaturwissenschaftlichen Arbeit eine Theorieentscheidung vorgängig ist, die bestimmte Möglichkeiten beinhaltet und andere verstellt. Es soll gezeigt werden, daß es keinen unschuldigen‘ Zugang zu Texten gibt, gleichzeitig dieser Sündenfall‘ aber nicht Last und Mühe‘ bedeutet, sondern die Lust am Text‘ anders gar nicht zu haben ist. Jenseits aller methodologischen Streitigkeiten kommt es also weniger auf den Inhalt der Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Theorie an, sondern darauf, diese Entscheidung überhaupt zu treffen.
 
 
In der Bibliothek wird ein Seminarordner mit Sekundärtexten zum ersten Kapitel des Mannes ohne Eigenschaften bereitgestellt.
 
 
Lektüre: Um das Kapitel etwas in das Textganze einordnen zu können, bietet es sich an, mindestens die ersten 80, "Eine Art Einleitung" überschriebenen Seiten aus: Robert Musil: Der Mann ohne Eigenschaften. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1978. zu lesen. Die Taschenbuchausgabe ist zweibändig. Der zweite Band enthält Fragmente aus dem Nachlaß und wird für das Seminar nicht benötigt. Als Vorbereitung auf die Diskussion der Literaturtheorien eignet sich: Terry Eagleton: Einführung in die Literaturtheorie. Stuttgart: Metzler 19974.
 
     
4373
New Historicism als Verbindung von Literatur- und Mediengeschichte
 
 
2 St. Di. 12-14 in 230
St. Andriopoulos
 
Die Entstehung oder 'Erfindung' neuer technischer Medien vollzieht sich keineswegs technikimmanent, in einem Vakuum, das von seinen kontingenten, kulturellen Kontexten abgelöst werden könnte. So wird etwa die technologische Erfindung des Fernsehens durch die zeitgleiche kulturelle Phantasie einer okkulten Tele-Vision 'hellsichtiger', somnambuler Medien ermöglicht, die mit dieser technischen Innovation in einem wechselseitigen Austauschverhältnis steht. In welcher Weise Medien an Diskursen partizipieren und vice versa Diskurse an der 'Erfindung' und kulturellen Aneignung von Medien, bleibt allerdings in den Debatten über die medien- und kulturwissenschaftliche Neuorientierung der Literaturwissenschaften ein zentrales, nach wie vor ungelöstes Problem, das in diesem Seminar im Rückgriff auf methodische Positionen des New Historicism und der Diskursanalyse genauer analysiert werden soll.
 
 
Stephen Greenblatts theoretisches Programm einer 'kulturellen Poetik' soll dabei zunächst als eine Fortschreibung der archäologischen Diskursanalyse Michel Foucaults diskutiert werden. Die trägt der poststrukturalistischen Kritik an teleologischen Modellen der Geschichtsschreibung Rechnung, indem sie die abstrakten Paradoxierungen der Dekonstruktion und Systemtheorie durch historisierende Partikularisierungen ersetzt. Gleichzeitig läßt sich der zunächst unscharfe Begriff einer "Zirkulation sozialer Energie" (Greenblatt), der auch auf die Kategorien der 'Macht' oder der 'Ideologie' verweisen könnte, als intermedialer Transfer kultureller Zeichen reformulieren und präzisieren. Neben die sorgfältige Lektüre theoretischer Schlüsseltexte wird eine detaillierte Auseinandersetzung mit 'modellhaften' Analysen treten, bevor der auf diese Weise erarbeitete Ansatz an medialen und kulturellen Entwicklungen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts (insbesondere Kino und Fernsehen) erprobt werden soll.
 
 
Studierende der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, der Geschichtswissenschaft und anderer Philologien (Anglistik, Romanistik etc.) sind jederzeit willkommen.
 
 
Literatur zur Einführung:
 
 
Stefan Andriopoulos, "New Historicism und Illegal Aliens" in: Diedrich Diederichsen (Hg.), Loving the Alien, Berlin: ID-Verlag, 1998, S. 192-201; Stephen Greenblatt, "Towards a Poetics of Culture" in: H. Aram Veeser (Hg.), The New Historicism, New York: Routledge, 1989, S. 1–14; Stephen Greenblatt, "Shakespeare and Exorcism" in: Shakespearean Negotiations, Berkeley: University of California Press, 1988 [dt. in: Verhandlungen mit Shakespeare, Frankfurt: Fischer]; Anton Kaes, "The Cold Gaze: Notes on Mobilization and Modernity" in: New German Critique, 59 (Spring/Summer 1993), S. 105–117.
 
     
4449
Zur Medialität von Sprachzeichen
G. Fehrmann
 
2 St. Do. 10.30-12 in S 92
 
Das Seminar verfolgt ein doppeltes Interesse: Einerseits werden die theoretischen Implikationen der medialen Aspekte von sprachlichen Zeichen beleuchtet, hierzu werden grundlegende semiotische Annahmen zu Charles Sanders Peirce und Ferdinand de Saussure vorgestellt. Andererseits werden diese medialen Konstruktionsbedingungen sprachlicher Zeichen am Beispiel der deutschen Gebärdensprache näher dargestellt und analysiert.
 
 
Lektüreempfehlungen:
 
 
Boyes Braem, Penny: Einführung in die Gebärdensprache und ihre Erforschung. Hamburg: Signum 1990
 
 
Jäger, Ludwig: Ferdinand de Saussures semiologische Begründung der Sprachtheorie, in: Zeitschrift für Germanistische Linguistik 6.1 (1978), 18-30
 
 
Jäger, Ludwig: Die Medialität der Sprachzeichen. Zur Kritik des Repräsentationsbegriffs aus der Sicht des semiologischen Konstruktivismus, in: M.
 
 
Lieber/ W. Hirdt (Hg.): Kunst und Kommunikation. Betrachtungen zum Medium Sprache in der Romania. Festschrift zum 60. Geburtstag von Richard Baum. Tübingen 1997, 199-220
 
 
Nagl, Ludwig: Charles Sanders Peirce. Frankfurt u.a.: Campus 1992
 
 
Poizner, Howard/ Klima, Edward S./ Bellugi, Ursula: Was die Hände über das Gehirn verraten. Neuropsychologische Aspekte der Gebärdensprachforschung. Hamburg: Signum 1990
 
 
Saussure, Ferdinand de: Cours de linguistique générale. Edition critique par Rudolf Engler. Wiesbaden: Harrassowitz 1989
 
     
4450
Performanz/Performativität: Theorielektüren (B 1)
E. Schumacher
 
2 St. Mo. 16.30-18 in S 81
 
 
Auf die Frage: "Who are you?" antwortet Madonna in einem Live-Interview nach einigem Zögern: "I think of myself as a performance artist – I hate being hold a pop star!" Und fügt, als Larry King den Begriff ‘performance artist’ wiederholt, hinzu: "I like that because it covers everything."
 
 
Ausgangpunkt des Seminars ist die Vermutung, daß sich die Prominenz, die die Begriffe Performanz und Performativität in den Diskussionen im Kontext von Kulturwissenschaften und Cultural Sudies auszeichnet, einer ähnlichen Erwartungshaltung verdankt. Auch in der Theoriediskussion scheinen die Begriffe Performanz und Performativität nicht nur einiges zu versprechen, sondern auch sehr unterschiedliche Felder abzudecken. Sie werden von verschiedenen, durchaus gegenläufigen theoretischen Positionen aus benutzt und besetzt, so daß sich in den Begriffen zugleich auch gegenwärtige Debatten um Fragen der Repräsentation, Medialität, Textualität, Identität und Subjektivität bündeln und kristallisieren.
 
 
In der Lektüre ausgewählter theoretischer Texte sollen Ähnlichkeiten und Differenzen der verschiedenen Ansätze skizziert werden, um Möglichkeiten und Probleme herauszuarbeiten, die die Begriffe Performanz und Performativität eröffnen können. Dabei geht es weder um einen allgemeinen Theorievergleich noch um die Etablierung feststehender Definitionen. Das Seminar ist als Lektürekurs konzipiert und soll in der Diskussion den Dynamiken des Lesens - und damit sowohl den performativen Dimensionen von theoretischen Texten wie auch der Frage nach der Anwendbarkeit - mehr Raum geben als der abstrahierenden Arbeit am Begriff.
 
 
Diskutiert werden Texte aus dem Kontext von Sprechakttheorie und Dekonstruktion (u.a. John L. Austin, Jacques Derrida, Shoshana Felman) wie auch Konzeptionen von Performanz und Performativität im Rahmen von Gender Studies, Cultural Studies, Theaterwissenschaften und Pop-Theorien (u.a. Judith Butler, Peggy Phelan, Simon Frith).
 
     
4450a
Kompilationsliteratur in der jüdischen Tradition
Dr. Elisabeth Hollender
 
2 St. Mo. 14-16 Uhr in der Gerhard-Mercator Universität Duisburg
 
 
[Raumangabe wird im Institut für Jüdische Studien, Gebäude LF, ausgehängt.]
 
 
Schon in der rabbinischen Literatur finden sich Werke, die durch die Einfügung von Textblöcken aus anderen Werken vervollständigt wurden. Andere Werke bestehen offensichtlich aus einer Mischung von entlehntem und neu geschriebenen Text. In der mittelalterlichen Literatur wird die Zusammenstellung von Textblöcken aus verschiedenen Quellen zu neuen Werken zu einer der beliebtesten Techniken der Texterstellung. Neben Midrasch-Kompilationen, in denen Texte aus verschiedenen Midraschim nach einem jeweils eigenen Prinzip zusammengestellt wurden, gibt es vor allem kompilierte Bibelkommentare. Gute Kompilatoren schufen dabei Übergänge zwischen den einzelnen Texten und erreichten durch Anordnung und sprachliche Bearbeitung eine möglichst hohe Einheitlichkeit ihrer Werke.
 
 
In der Übung werden Ausschnitte aus verschiedenen Kompilationen analysiert und die Kompilationstechniken untersucht. Dabei steht die Frage nach dem literarischen Charakter der Kompilationen im Vordergrund.
 
     
4409
Literatur und Medien. Medien in der Literatur
W. Voßkamp
 
2 St. Mo. 19-21 in 204
 
 
(Kommentar siehe Hauptseminare)
 
     
4415
Minitexte: Slogans u.a.
G. Stanitzek
     
4429
Archäologie der Medientheorie
G. Blamberger
 
2 St. Mi. 15-18 in S 92
 
 
(Kommentar siehe Hauptseminare)
 
     
4430
Medientheorie II fällt aus!
C. Liebrand
     
     
 
Bibliotheksführungen für Erstsemester
 
     
 
3.4.2000, 14 Uhr
 
 
14.4.2000, 10 Uhr
 
 
4.4.2000, 10 Uhr
 
 
17.4.2000, 14 Uhr
 
 
5.4.2000, 10 Uhr
 
 
18.4.2000, 14 Uhr
 
 
6.4.2000, 10 Uhr
 
 
26.4.2000, 10 Uhr
 
 
13.4.2000, 10 Uhr
 
 
27.4.2000, 10 Uhr
 
     
     
 
Termine für EDV-Führungen können mit dem Bibliotheksteam abgesprochen werden, wenn sich mindestens 5 TeilnehmerInnen verbindlich anmelden!
 
 
Last, but not least: Fachschaft Germanistik
 
     
 
Entgegen allen Unkenrufen gibt es sie noch, die Fachschaft. Viele neue Gesichter haben im Wintersemester den Raum 086 betreten und das lässt hoffen, schließlich soll die Fachschaft ca. 5000 Germanistikstudierende vertreten! Aber was ist das überhaupt, die Fachschaft?
 
 
Die Fachschaft, das ist die Gesamtheit der Studierenden eines Faches, also kein Kaffeekränzchen oder ein verstaubter Lesezirkel. Es ist für alle Studierende DIE Chance, endlich mal etwas von ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen kreativ umzusetzen, und auf einer institutionellen Basis etwas an dieser Uni zu bewegen. Das glaubst Du nicht? Was das bringen soll?
 
 
Immerhin sind wir ja sowas wie eine gesetzlich verankerte Studentenvertretung. Für das einzelne Fach sind das eben die Fachschaften. Verglichen mit dem StudentInnenparlament oder der Fakultätsvertretung hat eine Fachschaft den Vorteil, wesentlich persönlicher zu sein. Außerdem kann man viel unmittelbarer, sozusagen vor Ort, Sachen anpacken, die für das alltägliche Studienleben bedeutsam sind: Deine Studienordnung, Deine Vorlesungen, Deine Profs (ja, auch auf Stellenbesetzungen können Studis Einfluß nehmen!), Deine Tutorien, Deine Bibliothek. Es gibt eine große Anzahl von Beteiligungsmöglichkeiten, und das meiste davon bleibt (noch?) ungenutzt.
 
 
Wenn Euch das alles als Grund noch nicht genügt, um mal bei der Fachschaft vorbeizuschauen, dann gibt es hier noch ein paar weitere:
 
     
 
Wir haben (erfahrungsgemäß) die meiste Ahnung was den Aufbau Eures Grundstudiums angeht. Kommt also alle zur Studienberatung der Fachschaft, wenn Ihr Euer Studium beginnt. Auch während des Semesters gibt es Beratungstermine, denn wir verfügen über ein eigenes Tutorium.
 
 
Wir bieten Euch neben allerlei nützlichen Projekten (siehe unten) jedes Semester eine Fahrt zum Spaßhaben und Kennenlernen an. Für die nächste Fahrt erarbeiten wir gerade den "Lieder-Reader". Neugierig?
 
 
Wir Prüfen die Profs (Umfrage zur Zufriedenheit mit der Lehre), eventuell wird (in einem zweiten Tutorium, so es denn bewilligt wird) auch noch eine Evaluation der Tutorien durchgeführt. Auch ein eigener Rechner in der Uni soll her, vorläufig gibt es aber einen Computerpool der Fachschaften, den wir bzw. ihr benutzen könnt; zum Tippen, Scannen, Bilder bearbeiten, Mailen, Surfen, etc.
 
 
Möglichst bald veröffentlichen wir wieder Sinniges und Sinnigstes in der Fachschaftszeitung "Sonett".
 
 
Außerdem haben wir gerade unsere Webpage erweitert. Ihr findet uns dort unter http://www.uni-koeln.de/phil-fak/fs-germanistik/ . Es gibt auch eine Mailingliste, auf der ihr Euch registrieren lassen könnt.
 
 
Zu Beginn des nächsten Semesters wollen wir endlich wieder mit dem "Dschungelbuch" glänzen, das ist ein Überlebens- und Informationsführer für StudienanfängerInnen.
 
     
 
Außerdem gibt es jeden Mittwoch um 15 Uhr im Raum 086 unser "Cafè Germanistique", anschließend findet von 18 bis 20 Uhr die Fachschaftssitzung statt. Jeder Mensch, der Germanistik auf dem StudentInnenausweis stehen hat, kann dort hingehen, sich informieren, mitentscheiden...
 
 
Bis Bald!
 
 
Eure Fachschaft.
 

Letztes Update vom Webmaster am 29.04.2000