Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis
Sommersemester 1999





Inhalt\Form Vorlesungen Einführungsseminare Proseminare Hauptseminare Kolloquien
Sprachwissenschaft X X X X X
Sprachgeschichte X     X  
Ältere dte. Sprache X X X X X
Literaturwissenschaft X X X X X
Sprechkunde
Schreibzentrum
Forschungskolleg Medien und kulturelle Kommunikation
Fachschaft Germanistik







Vorlesungen

Hinweis zur Zwischenprüfung: Alle Vorlesungen sind zwischenprüfungsrelevant. Studierende, die nach der alten ZPO geprüft werden, können ihre ZP nur in Proseminaren, die von habilitierten Mitgliedern des Instituts gehalten werden, ablegen (Liste siehe ZP-Info). Für Studierende, die nach der neuen ZPO geprüft werden, sind die Proseminare, die als Grundlage dienen können, mit dem Hinweis "ZP" versehen.

 

Sprachwissenschaft des Deutschen

4319

2 St.
Fachsprachen (A 1-6)

Mo. 13-15 in G
D. Busse

Beginn: 12.4.
Die Vorlesung soll in die Grundlagen der linguistischen Fachsprachenforschung einführen und einen Überblick über den von ihr untersuchten Sektor des Varietätenspektrums des heutigen Deutsch geben sowie dem Verhältnis der funktionalen Sprachvarianten zu anderen Variationsebenen der Gesamtsprache nachgehen. Behandelt werden Fachsprachen, Berufssprachen, Wissenschaftssprachen und Institutionensprachen nicht nur in sprachsystematischer und funktionaler, sondern auch in soziolektaler Hinsicht sowie in Bezug auf ihr Verhältnis zur Standardsprache. (Literaturhinweise: s. Aushang vor Raum 320)
4320

2 St.
Syntaktische und semantische Valenz (A 1,2)

Di. 13-15 Uhr in XII
B. Primus

Beginn: 6.4.
Die Vorlesung bietet eine vertiefte Einführung und einen zusammenfassenden Überblick über syntaktische und semantische Valenzerscheinungen und -begriffe (Argument, Modifikator, Subkategorisierung, Kasus, Rektion, semantische Rolle), ihre Behandlung in neueren Syntax- und Semantiktheorien und ihre Relevanz für die Grammatik des Deutschen. Die Vorlesung behandelt einen zentralen Bereich der deutschen Grammatik, der sowohl für die Zwischenprüfung als auch für die Abschlußprüfung relevant ist.

Sprachgeschichte

4321


2 St.
Deutsche Sprachgeschichte III (Antisemitismus und Faschismus)

Di. 16-18 in B IV
D. Bering

Beginn: 6.4.
Die Vorlesung versucht ernst zu machen mit der These, daß der Nationalsozialismus nur zu erklären ist, wenn man ihn nicht 1933 beginnen läßt, sondern seine Voraussetzungen weit vorher in der deutschen Geschichte sucht. Der Ansatz ist also diskurs- und mentalitätshistorisch orientiert. Da es kaum sprachgeschichtliche Forschungen über die Vorformen seiner Sprache im 19. Jhdt. gibt, wird zunächst das Feld zum Thema gemacht, das sprachhistorisch als gut erforscht gelten kann: die Sprache des Antisemitismus.

Zentral wird behandelt: Luthers judenfeindliche Sprache (D. Bering 1989), die Sprache des Assimilationsgegner im 19. Jhdt. (N. Hortzitz), antisemitische Namenpolemik im 19. und 20. Jhdt. (D. Bering 1987), der Kampf gegen das Jiddische (Richter 1995), die Auseinandersetzungen um den Namen "Isidor" zwischen Bernhard Weiß und Joseph Goebbels als Beispiel für sprachlichen Alltagsantisemitismus (D. Bering 1991).

Die Sprache in der Zeit von 1933-1945 wird nach zwei Varianten der diskursiven Methode abgehandelt: a) nach Utz Maas synchron akzentuierter Methode, die in Alltagstexten den gesamten Vorstellungs-hintergrund aufzeigt, auf dem die NS-Sprache überhaupt erst Wirksamkeit entfalten konnte (Maas 1984) und b) nach K. Ehlichs eher diachronem Ansatz, sprachhisto-risch nachzuforschen, wieso das Bewußtsein der Bürger von 1933ff. überhaupt für den Nationalsozialismus durchlässig gewesen ist. Zu jedem der angegebenen Themen werden zu Beginn Literaturlisten ausgegeben, so daß man sich auf eine eventuelle ZP/Staats- oder Magisterexamen vorbereiten kann.

Grundlegende Literatur:
  • Bering, Dietz 21988: Der Name als Stigma. Antisemitismus im deutschen Alltag 1812-1933, Stuttgart.
  • Bering, Dietz 1989: Gibt es bei Luther einen antisemitischen Wortschatz? Zur Widerlegung einer politischen Legende. In: ZGL 17. 137-161.
  • Bering, Dietz 1991: Kampf um Namen. Bernhard Weiß gegen Joseph Goebbels, Stuttgart.
  • Ehlich, Konrad (Hg.) 1989: Sprache im Faschismus, Frankfurt a.M. (= stw 760.).
  • Hortzitz, Nicoline 1988: `Frühantisemitismus' in Deutschland (1789-1871/72). Strukturelle Untersuchungen zu Wortschatz, Text und Argumentation. Tübingen. (=Germanistische Linguistik 83.)
  • Maas, Utz 1984: "Als der Geist der Gemeinschaft eine Sprache fand". Sprache im Nationalsozialismus. Versuch einer historischen Argumentationsanalyse, Opladen.
  • Richter, Matthias 1995: Die Sprache der jüdischen Figuren in der deutschen Literatur (1750-1933). Studien zu Form und Funktion, Göttingen.
  • Ältere deutsche Sprache und Literatur

    4322

    2 St.
    Zivilisationstheorie (B 2,3)

    Mo. 15-17 in C
    K.-H. Göttert

    Beginn: 12.4.
    Die Vorlesung befaßt sich mit der Diskussion der letzten Jahre (im Rückgriff auch: Jahrzehnte), die in vielfältiger Weise für den Zugang zur Literatur von Bedeutung ist. Zum Ausgangspunkt gehört der Aufsatz von Freud über das Unbehagen in der Kultur und das daran anschließende zivilisationskritische Schrifttum bis Sloterdijk. Eine besonders wichtige Rolle spielen dabei die Thesen von Elias, die von Duerr zurückgewiesen worden sind. Auch die Verteidigung von Zivilisation und Moderne (z.B. bei Saage) wird berücksichtigt.
    4323


    2 St.
    Nibelungenlied. Stoffgeschichte – Interpretation – Rezeptionsgeschichte (B 3)

    Di. 12-14 in XXIV
    J. Bumke

    Beginn: 6.4.
    Im ersten Teil der Vorlesung soll ein Überblick über die Stoffgeschichte des Nibe-lungenlieds gegeben werden; Schwerpunkte: historische Grundlagen; frühe Bezeu-gungen der Sage; deutsche und skandinavische Nibelungenliedüberlieferung.

    Im zweiten (umfangreichsten) Teil sollen Interpretationsprobleme behandelt werden. Schwerpunkte: Das Nibelungenlied zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit; Heldisches und Höfisches im Nibelungenlied; Die Rolle der Frauen; Hof- und Gesellschaftskritik; Die Frage nach dem Sinn der Handlung.

    Im letzten Teil sollen die wichtigsten Etappen der Rezeptionsgeschichte besprochen werden. Schwerpunkte: Überlieferung und Rezeption im Mittelalter; Die Wieder-entdeckung des Nibelungenlieds; Politisch-nationale Rezeption im 19. und 20. Jahrhundert. Künstlerische Rezeption: Dichtung, Bildende Kunst, Oper, Film.

    4324

    2 St.
    Die Manessische Liederhandschrift (A 4, B 3)

    Do. 12-13.30 in D
    C. Bertelsmeier-Kierst

    Beginn: 8.4.
    Der Manesse Codex, die große Heidelberger Liederhandschrift (C), gehört zu den berühmtesten und zweifellos auch zu den schönsten Büchern d es Mittelalters. Die Handschrift birgt das größte mittelhochdeutsche Lied-Corpus, in dem alle bekannten Genres der Lieddichtung vor 1330 vertreten sind: Minnelied, Leich, Sangspruch und Lehrgedicht. Über 6000 Strophen von annähernd 140 Autoren wurden im Manesse Codex zusammengetragen. Eröffnet wird das Autorenspektrum von Kaiser Heinrich, gefolgt von Repräsentanten des Hochadels bis hin zu herren und meistern. Jedes Oeuvre - ob das des adligen Dilettanten oder des fahrenden Sängers - wird durch ein ganzseitiges Autorenbild eingeleitet, wobei die Bildmotive teils durch den Stand oder Namen des Dichters veranlaßt sind, teils aber auch ein enges Verhältnis von Text und Bild erkennen lassen.

    Die Vorlesung will zunächst einen Überblick über das Liedcorpus in C geben. Exemplarisch sollen Texte einzelner Autoren (u.a. Der von Kürenberg, Walther und Neithart) mit älteren Beispielen der Liedüberlieferung verglichen werden. Darüber hinau werden Entstehung, Aufbau und Bildprogramm des Codex ausführlich erörtert und auf mögliche Traditionen bzw. Vorstufen hin untersucht. Abschließend soll ein Ausblick auf die interessante literarische Rezeption im 19. Jahrhundert (Tieck, Uhland, Simrock, Keller) gegeben werden.

    4325

    2 St.
    Minnesang

    Do. 8.30-10 in E fällt aus !
    NN
    4326


    2 St.
    Deutsche Literatur im 13. Jahrhundert: ca. 1250-1300 (B 2, 3, 6)

    Di. 14-16 in E
    H.-J. Ziegeler

    Beginn: 6.4.
    Die kaiserlose, angeblich schreckliche Zeit nach dem Ende der letzten Staufer und die Zeit der ersten Habsburger war literarisch ungemein produktiv in Auseinander-setzung mit den „höfischen Klassikern" wie in der Entwicklung eigenwilliger und experimenteller literarischer Formen, wie in der Verschriftlichung bisher wohl überwiegend mündlich tradierter Genera. Es entstehen eine Reihe höfischer Romane, darunter das als Werk Wolframs von Eschenbach ausgegebene riesige Epos, der sog. ‘Jüngere Titurel’ und die „erste deutsche Autobiographie", der ‘Frauendienst’ Ulrichs von Lichtenstein.

    Ganz unterschiedliche Zugriffe zeigen lyrische Genera, scheinbar „realistisch" orientiert bei Hadlaub, sprachlich wie gedanklich kühn bei Heinrich Frauenlob, Ansätze für eine fabulöse Vita bietend beim Tannhäuser, die - nicht zuletzt - Wagner faszinierte. Eine Reihe von Stadt-, Landes- oder Welt-Chroniken werden verfaßt, u. a. von Gottfried Hagen die ‘Reimchronik der Stadt Köln’ und von einem Anonymus die ‘Sächsische Weltchronik’. Dietrich von Bern wird zu einer zentralen Figur der Heldenepik, die Attraktivität der Predigt des Franziskaners Berthold von Regensburg wird in die Schrift umzusetzen versucht, vermutlich vom selben Augsburger Franziskaner-Konvent, der sich auch um die Kodifizierung von Rechtstexten (Schwabenspiegel, Deutschenspiegel) und anderem verdient gemacht hat.

    Weltliterarischer Rang endlich wird im Bereich der kleineren exemplarischen Literatur, dem ‘Helmbrecht’ Wernhers des Gartennaeres, und - in der mystischen Literatur -, dem ‘Fließenden Licht der Gottheit’ Mechthilds von Magdeburg und den Predigten Meister Eckarts zugesprochen. Eine ganze Reihe von Werken verschiedener hier genannter Genera hat Konrad von Würzburg für verschiedene Auftraggeber geschaffen. Die Vorlesung soll über die hier genannten (und nicht genannten) Werke, ihre Produktions- und Rezeptionsbedingungen einen Überblick bieten.

    Neuere deutsche Literaturwissenschaft

    4327


    2 St.
    Ringvorlesung: Geschlechterinszenierungen in Mittelalter und Moderne

    Mi. 18-20 in E
    A. Keck, E. Kleinschmidt (u.a.)

    Beginn: 14.4.99
    Gender studies fragen nach den Inszenierungen von Geschlechterdifferenz in den jeweiligen kulturellen Kontexten sowie nach ihrer Funktion in den Machtgefügen der Diskurse. In der Germanistik zeichnet sich eine - wenn auch zaghafte - Institutionalisierung dieser Forschungsrichtung ab. Ziel der Ringvorlesung ist es, gender studies der älteren wie der neueren Abteilung des germanistischen Seminars der Universität zu Köln vorzustellen. Im Vordergrund steht somit die Präsentation der verschiedenen Kölner Forscherinnen des Mittelbaus in ihrer methodischen Verortung.

    Als Gäste sind u.a., um die oben angesprochene Institutionalisierung zu dokumentieren, sowohl die Mitarbeiterinnen des Forschungsprojekts 'Weibliche Rede - Rhetorik der Weiblichkeit' der Universität Münster als auch ehemalige StipendiatInnen des Münchner Graduiertenkollegs 'Geschlechterdifferenz & Literatur' vorgesehen (eingeladen wurden: Doerte Bischoff, Julika Funk, Manuela Günter, Annette Keck, Birgit Kochskämper, Stephanie Kratz, Anne Kuhlmann, Monika Schausten, Dietmar Schmidt, Eva-Maria Siegel, Brigitte Weingart).

    4328


    2 St.
    Ringvorlesung: Goethe-Lektüren, interdisziplinär (B1, B6)

    Di. 18-19.30 in D
    R. Drux (u.a.)

    Beginn: 6.4.
    In dieser Ringvorlesung sollen poetische Werke, autobiographische Schriften, Rezen-sionen und Abhandlungen von Goethe aus dem Blickwinkel verschiedener Fächer betrachtet werden. Zur interdisziplinären Vielfalt der Lesarten tragen Vertreter der Altphilologie, Kunst- und Medizingeschichte, Musikwissenschaft und Philosophie bei; und da auch die beteiligten Germanisten (darunter auch einige emeritierte Kollegen) die Grenzen ihres Fachs überschreiten, ist eine Erweiterung des Lektüre-Spektrums um zeitgeschichtliche und politische, theater- und medizinwissenschaftliche sowie naturkundliche Diskurse zu erwarten.

    Ein genauer Plan der einzelnen Vorträge, in deren Anschluß die Möglichkeit zur Diskussion besteht, wird Anfang März ausgehängt.

    Über die Gegenstände der Vorlesung kann nur in Verbindung mit meinem Proseminar die Zwischenprüfung abgelegt werden.

    4329

    2 St.
    Interkulturelle Literaturwissenschaft

    Mo. 15-17 in 0113
    N. Mecklenburg

    Beginn: 12.4.
    Literatur hat ein spezifisches interkulturelles Potential. Es liegt darin, daß literarische Texte in vielfältiger Weise kulturelle Differenz 'inszenieren' können und daß literari-sche Lektüren Kulturgrenzen überschreiten können. Literaturwissenschaft hat darüber hinaus aufgrund ihrer heutigen Neuorientierung als Kulturwissenschaft eine interkul-turelle Dimension, denn Kultur selbst ist in gewisser Weise immer 'Interkultur'.

    Die Vorlesung soll auf dieser Grundlage über interkulturelle Literaturwissenschaft als ein neues Arbeitsgebiet orientieren, Grundbegriffe und Leitperspektiven dieses Arbeitsgebietes erläutern und den neuen Ansatz an ausgewählten literarischen Werken praktisch und exemplarisch vorführen. Das erste Beispiel wird der kurze Roman "Barockkonzert" von Alejo Carpentier sein (Insel-Tb.).

    Themen- und Terminplan und Literaturliste werden in der Eröffnungsvorlesung ausgegeben. Das Kolloquium (2 St. Mo. 17-19 in 0113) greift in lockerer Weise Themen und Probleme der Vorlesung diskutierend auf. ZP-Kandidaten sollen im Kolloquium Referate übernehmen.

    Für das Wintersemester 1999/2000 ist - in Anschluß an die Vorlesung - ein Hauptseminar über "interkulturelle Erzählwerke von der Aufklärung bis zur Gegenwart" geplant.

    4330


    2 St.
    Kolloquium zur Vorlesung Interkulturelle Literaturwissenschaft

    Mo. 17-19 in 0100 Kommentar s. Nr. 4329
    N. Mecklenburg

    Beginn: 12.4.
    4331



    2 St.
    The literary construction of monstrous evil: the techniques of horror fiction from Mary Shelley to Stephen King

    Di. 9-11 in XXI
    A. Stephens

    Beginn: 6.4.
    The publication of Mary Shelley's novel Frankenstein in 1818 created a new dimen-sion of psychological depth in writing designed to pander to a readership's desire to be frightened by integrating in a subtle manner such themes as the author's own experiences of unwanted childbirth and feelings that we would now term repressed Oedipal jealousies into a plot repelete with the conventional "horror" elements of graveyards, corpses and excessive violence.

    Mary Shelley, by creating a personal mythology of lovelessness in her Frankenstein, showed that the crude "horror" techniques of 18th century fiction could be enriched by psychological complications stemming from the destructive passions common to everyday life. The lectures will trace the further development of this technique in works such as Stevensons's Dr. Jekyll and Mr Hyde and Bram Stoker's Dracula. In the 20th century, myth developed at the expense of psychological refinement in the influential writings of Howard Philips Lovecraft, and techniques of horror entered upon their conquest of the visual media with such classic achievements as Murnau's Nosferatu.

    Contemporary writers such as Peter Straub and Stephen King have successfully created syntheses of these various strands and, in a sense, brought the genre to a standstill. The lectures will emphasise that techniques of horror writing cannot be divorced from the cultural contexts of reader expectations, and will attempt to sketch a historical phenomenology of the different fusions of identification with repulsion on which successive epochs of horror fiction depend for their success.

    4332


    Geschichte der literarischen Utopie II

    Di. 9-11 in XXI fällt aus!
    W. Voßkamp

    4332


    2 St.
    Die Bibliothek: Zur Theorie, Geschichte und Poetik der Bibliothek I

    Mo. 10-12 in XXIV
    N. Wegmann

    Kommentar siehe „Änderungen zum Kommentierten Vorlesungsverzeichnis
    4333

    2 St.
    Deutsche Literatur seit 1945 (B 5)

    Do. 11-13 in II
    G. Blamberger

    Beginn: 8.4.
    Vom Nullpunkt 1945 hat man (in pro und contra) gesprochen, vom Streit der 'jungen Generation', der Exilschriftsteller und der 'inneren Emigranten' um das literarische Programm der Nachkriegszeit, vom Nullpunkt 1990 dagegen selten, obwohl das Jahr der Wiedervereinigung nicht nur eine politische, sondern ebenso eine literatur- bzw. kulturgeschichtliche Zäsur darstellt. Untersucht werden soll in der Vorlesung, was vom Kanon der Literatur der BRD und der DDR geblieben ist und was in der Gegenwartsliteratur an Neuem angefangen hat, welche Autoren, Autorengruppen und -generationen das literarische Feld der Bundesrepublik heute bestimmen und welche Literaturdebatten in den 90er Jahren geführt werden.

    Gegeben wird keine Überblicksdarstellung, sondern eine Problemgeschichte - mit exemplarischen Werkanalysen, institutionengeschichtlichen Betrachtungen und komparatistischen Exkursen, um den rechten Maßstab zur Bewertung der deutschen Gegenwartsliteratur zu finden.

    Zur Lektüre empfohlen: Wilfried Barner (Hg.): Geschichte der deutschen Literatur von 1945 bis zur Gegenwart. München 1994.

    4334

    2 St.
    Die Literatur der DDR (B 1,2,5,6)

    Di. 13-15 in XXV
    V. Neuhaus

    Beginn: 6.4.
    Die Vorlesung behandelt die Literatur der DDR von ihren Anfängen in der späten Weimarer Republik und in der Exilzeit bis zum Fall der Mauer. Grundlage ist eine "Konvergenztheorie" zu den "beiden" deutschen Literaturen: Waren sie in den fünfziger und sechziger Jahren einander noch aus ästhetischen Gründen diametral entgegengesetzt, findet in den siebziger und achtziger Jahren ein allmähliches Zusammenwachsen statt.

    Um der Vorlesung sinnvoll folgen zu können, wird die Lektüre folgener Werke empfohlen (für ZP-Kandidaten verbindlich): Anna Seghers, Das siebte Kreuz; Christa Wolf, Der geteilte Himmel, Kassandra; Heiner Müller, Der Bau; Günter de Bruyn: Buridans Esel, Neue Herrlichkeit; Christoph Hein: Die Ritter der Tafelrunde. Der wichtige Komplex der DDR-Lyrik wird anhand von Handouts behandelt; zudem wird hierzu ein zusätzliches Hauptseminar angeboten.

    4335

    2 St.
    Poetologie des modernen Romans II (B 2,5)

    Di. 15-17 in II
    E. Kleinschmidt

    Beginn: 6.4.
    Die Vorlesung führt die Veranstaltung des WS 1998/99 zwar fort, doch ist sie für Neueinsteiger ohne Vorkenntnisse auch in sich geschlossen. Es werden neben all-gemeinen Fragen und Perspektiven zur narrativen Poetik im 20. Jahrhundert anhand ausgewählter Beispiele relevante Konturen avancierter Erzählmodelle mit komparatistischer Wahrnehmung vorgestellt.

    Um dem Stoff der Vorlesung sinnvoll folgen zu können, sollten folgende, ausführlich zu behandelnde Romane in den Semesterferien schon (an)gelesen werden: A.Döblin 'Berlin Alexanderplatz'; J.Joyce 'Finnegans Wake'; S. Becket 'Molloy'; A. Robbe-Grillet 'Die Jalousie oder die Eifersucht'; P.Weiss 'Der Schatten des Körpers des Kutschers'; M. Frisch 'Stiller'; W. Koeppen 'Das Treibhaus'; G.Grass 'Die Blechtrommel'; J.Becker 'Felder', U.Johnson 'Jahrestage'; P.Weiss 'Die Ästhetik des Widerstands'; I. Bachmann 'Malina'.

    4336


    2 St.
    Literatur und Kultur in der Weimarer Republik (B 5)

    Mi. 11-13 in VIII
    P. J. Brenner

    Beginn: 7.4.
    In der Vorlesung werden zentrale Entwicklungen aus dem breiten literarischen Spektrum der "Weimarer Republik" betrachtet. Besonderes Augenmerk wird den Verflechtungen von Literatur und Politik gelten. Es werden zudem die neuen Gat-tungsentwicklungen, insbesondere der Essay, ebenso in den Blick genommen wie der Einfluß der Medienentwicklung und der medientheoretischen Diskussion auf die Literatur. Von den Autoren der Zeit stehen Thomas Mann, Bert Brecht und Gottfried Benn im Mittelpunkt.

    Zur Orientierung sei genannt: Literatur der Weimarer Republik 1918-1933. Hg. v Bernhard Weyergraf (Hansers Sozialgeschichte der deutschen Literatur. Bd. 9). München 1995.

     

    G r u n d s t u d i u m

    Über den Aufbau des Grundstudiums und die im Rahmen des Grundstudiums gestellten Anforderungen unterrichtet ein besonderes Informationsblatt „Germanistik in Köln„.

    Im Grundstudium müssen in jeder ,Abteilung‘ des Fachs obligatorische Einführungsseminare besucht werden. Diese Seminare werden entweder als Jahresseminare (2 Semester x 2 SWS), als Kompaktseminare (1 Semester x 4 SWS) oder als Blockseminare (in der Regel in der vorlesungsfreien Zeit 2 x 1-2 Wochen). Der Leistungsnachweis wird in der Regel am Ende der Veranstaltung durch eine Klausur oder eine Hausarbeit (in der Neueren Literaturwissenschaft verbindlich) erworben.

    Im einzelnen gelten für die drei Gebiete des Fachs folgende Richtlinien:

    I. Sprachwissenschaft des Deutschen

    Einführungsseminar Sprachwissenschaft (1. und 2. Teil)

    Das Seminar dient der elementaren Einführung in Grundbegriffe, Methoden und Theorien der neueren Sprachwissenschaft. Es macht exemplarisch mit der sprachwissenschaftlichen Analyse des Deutschen vertraut und soll zu eigenständiger Argumentation in bezug auf sprachliche Daten sowie zu kritischer Auseinandersetzung mit der Forschungsliteratur anregen. Auf diese Weise sollen die Grundlagen für die Erklärung sprachlicher Strukturen und ihre Verwendung in Literatur- und Alltagssprache vermittelt werden.

    Der einleitende Teil befaßt sich mit der Frage, was Sprache ist und wie man sie wissenschaftlich untersuchen kann. Entsprechend wird ein Überblick über die Teilbereiche der Sprachwissenschaft gegeben. Grammatische Teilbereiche wie Phonologie (Lautlehre), Morphologie (Lehre von der Wortstruktur), Syntax (Lehre von der Satzstruktur), Semantik und Lexikon (formbezogene Aspekte der wörtlichen Bedeutung) werden behandelt, wobei insbesondere auf ihren Zusammenhang im Sprachsystem eingegangen wird. Das Verhältnis dieser strukturellen Aspekte zu ihrer kom-munikativen Verwendung wird besonders in der linguistischen Pragmatik untersucht. Die Behandlung dieser linguisti-schen Kerngebiete kann durch sprachgeschichtliche, interdisziplinäre oder anwendungsorientierte Studien (z. B. Psycholinguistik, Soziolinguistik, Computerlinguistik o. ä.) ergänzt werden. Linguistische Theorien und Methoden werden dabei in konkreten Sprachanalysen angewandt.

    Da die Einführung in die Sprachwissenschaft exemplarisch ist, kann die Gewichtung der einzelnen Gebiete und auch die Reihenfolge ihrer Behandlung variieren.

    II. Neuere deutsche Literatur

    Einführungsseminar Neuere deutsche Literaturwissenschaft (1. und 2. Teil)

    Das Seminar führt in die Theorie und Praxis der Literaturwissenschaft ein, leitet zu wissenschaftlicher Lektüre an und vermittelt Arbeitstechniken und bibliographische Fertigkeiten. Dabei ist der 1. Teil des Seminars als grundlegende Einführung in die Literaturwissenschaft systematisch konzipiert: Probleme der Literaturtheorie und Methodenlehre werden anhand theoretischer, interpretatorischer und literarischer Texte behandelt. Der 2. Teil soll, hierauf aufbauend, anhand einer zusammenhängenden Textgruppe (z. B. bezogen auf eine Gattung, eine Epoche oder ein durchgängiges Thema) die Befähigung zur Textanalyse und Interpretation ausbilden. Die Kenntnisse aus dem 1. Seminarteil werden vertieft und mit Schwerpunkt auf der historischen Dimension der Literatur weiter ausgebaut.

    Als Arbeitsbücher werden z. Zt. herangezogen (siehe auch die für die ZP verbindliche Leseliste „Konzeptbegriffe - Grundlagentexte„):

  • Arnold, Heinz-Ludwig/Detering, Heinrich (Hgg.): Grundzüge der Literaturwissenschaft. München: dtv 1996 (dtv 4704).
  • Brackert, Helmut/Stückrath, Jörn (Hgg.): Literaturwissenschaft. Ein Grundkurs. Reinbek: Rowohlt ²1996 (re 523).
  • Eicher, Thomas/Wiemann, Volker (Hgg.): Arbeitsbuch: Literaturwissenschaft. Paderborn: Schöningh 1996 (UTB Große Reihe 8124).
  • Meyer-Krentler, Eckhardt: Arbeitstechniken Literaturwissenschaft. München: Fink 51995 (UTB 1582).
  • Pechlivanos, Miltos u. a. (Hgg.): Einführung in die Literaturwissenschaft. Stuttgart: Metzler 1995.

    sowie einzelne Beiträge aus:

  • Fohrmann, Jürgen/Müller, Harro (Hgg.): Literaturwissenschaft. München: Fink 1995 (UTB 1874).
  • Harth, Dietrich/Gebhardt, Peter (Hgg.): Erkenntnis der Literatur. Theorien, Konzepte, Methoden der Literaturwissenschaft. Stuttgart: Metzler 1982.
  • Lentricchia, Frank/Mc Laughlin, Thomas (Hgg.): Critical Terms for Literary Study. Chicago/London: University Press 1995.
  • Ricklefs, Ulfert (Hg.): Fischer Lexikon Literatur. 3 Bände. Frankfurt/M.: Fischer 1996.
  • Weimar, Klaus (Hg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Band 1. Berlin/New York: De Gruyter 1997.

    III. Ältere deutsche Sprache und Literatur

    Einführungsseminar in die Ältere deutsche Sprache und Literatur (1. und 2. Teil)

    Die Teilnehmer sollen in die ältere deutsche Sprache (Althochdeutsch und/-oder Mittelhochdeutsch) eingeführt werden und sollen lernen, einen althochdeutschen und/oder mittelhochdeutschen Text zu übersetzen und sprachlich zu erläutern. Die Dozentin/der Dozent gibt am Anfang bekannt, ob der 1. Teil seinen Schwerpunkt im Althochdeutschen oder im Mittelhochdeutschen hat.

    Der Grammatik-Teil umfaßt folgende Bereiche:

  • Laut und Formenlehre
  • Syntax
  • Semantik.

    Die Grammatik soll anhand von Texten geübt werden. Dabei kann die Dozentin/der Dozent Schwerpunkte setzen. In einigen Kursen wird, neben der Grammatik, ein Überblick über die Geschichte der deutschen Sprache gegeben. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen außerdem die wichtigsten wissenschaftlichen Handbücher und Nachschlagewerke (Wörterbücher, Grammatiken, Sprachgeschichten etc.) kennenlernen.

    Ziel des 2. Seminarteils ist es, den wissenschaftlichen Umgang mit mittelalterlichen Texten zu üben. Dazu gehören:

  • Erweiterung der Textkenntnis durch intensive Lektüre eines althochdeutschen oder mittelhochdeutschen Textes (bzw. ausgewählter Stücke),
  • anhand des Lektüretextes Einübung in wichtige historisch-philologische Arbeitsweisen: Textgestaltung, formale Analyse, Interpretationsprobleme,
  • Benutzung der wichtigsten wissenschaftlichen Handbücher und Nachschlagewerke,
  • Einführung in Grundbegriffe und Grundkenntnisse der mittelalterlichen Literaturwissenschaft: Textkritik und Handschriftenkunde, Rhetorik, Poetik, Exegese, gesellschaftliche Grundlagen.

    Die Dozentin/der Dozent kann Schwerpunkte setzen.

  • T u t o r e n p r o g r a m m
    Seit mehreren Semestern bieten wir Studienanfängerinnen und -anfängern Tutorien zur Einführung in das Studium der Deutschen Philologie angeboten. Leider stand bei Redaktionsschluß nocht nicht fest, ob das Ministerium in diesem Semester noch Geld zur Finanzierung des Tutorienprogramms zur Verfügung stellt. Bitte beachten Sie deshalb die Plakate bzw. Handouts im Geschäftszimmer, in denen ggf. die angebotenen Tutorien abgedruckt sind.
     

    Einführungsseminare

    Sprachwissenschaft des Deutschen

    1. Teil
    4337

    2 St.
    Kognitive Linguistik, Morphologie, Phonologie

    Mo. 17-19 in 057
    M. Consten

    Beginn: 12.4.
    4338

    2 St.
    Morphologie, Syntax

    Di. 16-18 in B I (UB)
    J. Amrhein

    Beginn: 6.4.
    4339

    2 St.
    Sprachtheorie, Syntax

    Mi. 14-16 im Vortragsraum (UB)
    S. Siebert

    Beginn: 7.4.
    4340

    2 St.
    Phonologie, Morphologie

    Mi. 15-17 in 075
    M. Neef

    Beginn: 7.4.
    4341

    2 St.
    Generative Grammatik, Syntax, Phonologie

    Mi. 16-18 in 204
    H. Lohnstein

    Beginn: 7.4.
    4342

    2 St.
    Einführung, Syntax, Semantik

    Do. 13-15 in F
    B. Löbach

    Beginn: 8.4.
    4343

    2 St.
    Generative Grammatik, Syntax, Phonologie

    Do. 16-18 in 082
    H. Lohnstein

    Beginn: 8.4.
    4343

    2 St.
    Generative Grammatik, Syntax, Phonologie

    Do. 16-18 in 082
    H. Lohnstein

    Beginn: 8.4.
     
    2. Teil
    4344

    2 St.
    Syntax, Semantik

    Mo. 12-14 in 0112
    J. Amrhein (f. K. Elsenbach)

    Beginn: 12.4.
    4345

    2 St.
    Morphologie, Semantik, Pragmatik

    Mo. 16-18 in 064
    H. Lohnstein

    Beginn: 12.4.
    4346

    2 St.
    Syntax, Semantik

    Di. 11-13 in 074
    N. Bocklet

    Beginn: 6.4.
    4347

    2 St.
    Morphologie, Semantik, Pragmatik

    Di. 16-18 in 074
    H. Lohnstein

    Beginn: 6.4.
    4348

    2 St.
    Morphologie, Syntax, Semantik

    Mi. 9-11 in XI a
    U. Brosziewski

    Beginn: 7.4.
    4348a

    2 St.
    Phonologie, Semantik, Pragmatik

    Mo. 14-16 in 204
    C. Töpler

    Beginn: 12.4.
    4349

    2 St.
    Morphologie, Syntax, Semantik

    Do. 12-14 in 091
    U. Brosziewski

    Beginn: 8.4.
    4350

    2 St.
    Phonologie, Morphologie

    Do. 17-19 in 073
    M. Wratil

    Beginn: 8.4.
    4351

    2 St.
    Syntax, Morphologie

    Fr. 10-12 in 230 fällt aus!
    G. Siebert-Ott

     
    Kompaktseminare, 1. und 2. Teil
    4352

    4 St.
    Sprachtheorie, Syntax, Morphologie, Phonologie

    Mi. 10-12 in F u. Do. 10-12 in 0112
    R. Kemp

    Beginn: 7.4.
    4352a

    4 St.
    Syntax, Semantik, Pragmatik, Phonologie, Morphologie

    Do. 8.30-10 u. Fr. 8.30-10 in 204
    C. Wöllstein-Leisten

    Beginn: 8.4.

    Neuere deutsche Literaturwissenschaft

    1. Teil
    4353

    2 St.
    (Schwerpunkt 2. Teil: Gedichte Goethes)

    Di. 11-13 in 092
    N. Mecklenburg

    Beginn: 13. 4.
    Das Seminar orientiert sich an dem für IIa/IIb-Seminare vorgegebenen Rahmen, zu dem auch der ZP-Kanon von wissenschaftlichen Texten zu Grundbegriffen gehört. Ein Infoblatt mit Seminarprogramm und Literaturhinweisen wird in der Eröffnungs-sitzung ausgegeben. Im Anschlußseminar IIb im Wintersemester werden Gedichte Goethes aus allen Schaffensperioden behandelt werden. Zur Ergänzung, als Trainingsprogramm, wird ein zweisemestriges Proseminar über Lyrik angeboten, das ich allen Teilnehmern empfehle (Di. 9-11 in F).
    4354

    2 St.
    (Schwerpunkt 2. Teil: Gedichte Goethes)

    Di. 13-15 in 081 vgl. Nr. 4353
    N. Mecklenburg

    Beginn: 13. 4.
    4355

    2 St.
    (Schwerpunkt 2. Teil: Heinrich von Kleist/Novelle)

    Mi. 15-17 in V fällt aus!
    A. Keck

    4356

    2 St.
    (Schwerpunkt 2. Teil: Prosa)

    Di. 13-15 in 073
    M. Günter

    Beginn: 13. 4.
    Im ersten Teil dieses Einführungsseminars sollen neben einer Orientierung über Hilfsmittel vor allem verschiedene Konzeptbegriffe systematisch erarbeitet werden. Zentrale Kategorien wie Fiktion, Bild, Text, Medium, Autor, Epoche, Gattung, Literaturgeschichte u.a. werden zum einen anhand der hierfür vorgesehenen Aufsätze theoretisch entwickelt, zum anderen an einem literarischen Text, der dem Seminar zugrunde liegt, vertieft. Schließlich sollen aktuelle literaturtheoretische Ansätze (Hermeneutik, Diskursanalyse, Dekonstruktion, gender studies u.a.) vorgestellt werden.

    Lektüre: Walter Benjamin, Berliner Kindheit um neunzehnhundert. In: W.B., Gesammelte Schriften Bd. VII.1, Nachträge, Frankfurt/M. 1991, S. 385-433

    4357

    2 St.
    (Schwerpunkt 2. Teil: Prosa)

    Fr. 11-13 Uhr in XXI
    H. Christians

    Beginn: 9.4.
    4357a

    2 St.
    (Schwerpunkt 2. Teil: Prosa)

    Mi. 16-18 in XVIIb
    H. Christians

    Beginn: 9.4.
    4358

    2 St.
    (Schwerpunkt 2. Teil: Drama)

    Mo. 9-11 in 073 fällt aus!
    D. Kurth

    4359

    2 St.
    (Schwerpunkt 2. Teil: Drama)

    Do. 10-12 in 230 fällt aus!
    D. Kurth

     
    2. Teil
    4361

    2 St.
    Prosa

    2 St. Mo. 15-16.30 im Vortragsraum (UB)
    H. Kircher

    Beginn: 12. 4.
    Das Seminar knüpft an die im 1. Teil begonnene Erarbeitung wichtiger literaturwissenschaftlicher Grundbegriffe und Methoden an und setzt diese fort. Verstärkt wird nun auf die Textanalyse und -interpretation eingegangen, und zwar vorwiegend an Beispielen aus der Prosa des 20. Jahrhunderts. Der Leistungsnachweis wird in Form einer schiftlichen Hausarbeit erworben. Eine Liste mit Themenvorschlägen verteile ich zu Beginn des Semesters, sie kann aber durch eigene Vorschläge der Teilnehme-rInnen ergänzt werden.
    4362

    2 St.
    Prosa

    Mo. 16.30-18 im Vortragsraum (UB) vgl. Nr. 4361
    H. Kircher

    Beginn: 12. 4.
    4363

    2 St.
    Literatur des Barock

    Do. 13.30-15 in G
    J. Zenke

    Beginn: 8. 4.
    Vor dem Hintergrund der barocken Kultur und der poetologischen Zielvorstellung der Epoche werden wir Beispiele aus allen drei Gattungen untersuchen: zunächst Formen- und Themenvielfalt der Lyrik, sodann Dramen von Gryphius und Lohenstein, schließlich zwei Romane von Grimmelshausen (Simplizissimus und Courasche). Begleitend hierzu werden Grundbegriffe geklärt, die einen Bezug zu den Seminargegenständen haben.

    Themen für schriftliche Hausarbeiten können bereits zu Beginn der vorausgehenden Semesterferien vereinbart werden.

    4364

    2 St.
    Literatur des Barock

    Do. 16-18 in 230 vgl. Nr. 4363
    J. Zenke

    Beginn: 8. 4.
    4365


    2 St.
    Einführung in die Drameninterpretation (am Beispiel des Sturm und Drang-Dramas)

    Fr. 9.30-11 im Vortragsraum (UB)
    Ch. Bittis

    Beginn: 9. 4.
    Im zweiten Teil des Einführungsseminars geht es um die Erarbeitung eines grundle-genden Instrumentariums zur Dramenanalyse und -interpreation am Beispiel des Sturm- und Drang-Dramas. Folgende Dramen sollten vor Semesterbeginn gelesen werden (alle im Reclam-Verlag erschienen): J.W. Goethe: Götz von Berlichingen (1773); J.M.R. Lenz: Der Hofmeister (1774), sowie Die Soldaten (1776); F. Schiller: Kabale und Liebe (1784). Zur Einführung und Anschaffung empfehle ich: Matthias Luserke: Sturm und Drang. Autoren - Texte - Themen. Stuttgart: Reclam, 1997. Interpretationen. Dramen des Sturm und Drang. Stuttgart: Reclam, 1995. Manfred Pfister: Das Drama. Theorie und Analyse. München: Fink, 91997. Ein Seminarplan hängt ab Mitte März an Zi. 247 aus.

    Leistungsnachweis: erfolgreich abgeschlossener erster Teil des Seminars im vergangenen WS, Kurz-Bibliographie, schriftliche Hausarbeit (Abgabe 31. August 1999)

    4366

    2 St.
    G. E. Lessing: Poetik und Drama der Aufklärung

    Mi. 9-11 in 065
    S. Grimm

    Beginn: 7. 4.
    In der Auseinandersetzung mit dem franz. Klassizismus und der Theaterreform J. Chr. Gottscheds hat G.E. Lessing das Drama der Aufklärung neu gestaltet. Das Seminar will dies anhand von Konzepten wie Katharsis, Mimesis, der Mitleids-Poetik, dem an Shakespeares Vorbild entwickelten Genie-Begriff usw. nachvollziehen. Dabei geht es auch um Lessings dichterische Verarbeitung seines geschichts-philosophisch geprägten Erziehungsgedankens. Textgrundlage sind Lessings Dramen Der junge Gelehrte, Miß Sara Sampson, Minna von Barnhelm, Emilia Galotti, Nathan der Weise, in Auszügen werden besprochen: Laokoon, Hamburgische Dramaturgie, Die Erziehung des Menschengeschlechts (sämtl. b. Reclam).

    Zur Vorbereitung empfohlen: Wolfgang Albrecht: Gotthold Ephraim Lessing. Stuttgart 1997 (Sammlung Metzler 297). Teilnahmebedingungen: aktive und kritische Mitarbeit, Bereitschaft zur Übernahme eines Kurzreferats.

    4367

    2 St.
    Literatur des 'deutschen Idealismus' (1770-1810)

    Fr. 14-.16 in 064
    B. Hamacher

    Beginn: 9. 4.
    Unter dem pragmatischen Terminus »Idealismus«, in dem Friedrich Schlegel »den geheimen Zusammenhang und die innre Einheit des Zeitalters« erblickte, sollen poetische Entwürfe verschiedener Art zusammengefaßt werden, die Literatur und Poesie als autonome Instanzen der Problemformulierung und -lösung entwickeln und ihnen jene Spitzenstellung zuschreiben, die — in früheren Jahrhunderten und in konkurrierenden Entwürfen der eigenen Zeit — der Religion oder der Philosophie vorbehalten war und im 19. Jahrhundert in zunehmendem Maße den Sozial- und Naturwissenschaften vorbehalten sein wird. Die im ersten Teil der Einführung (WS 98/99) erarbeiteten analytischen und methodischen Kenntnisse werden im Bezug auf einen der spannungsreichsten Zeiträume der deutschen Literaturgeschichte vertieft und erweitert. Neuzugänge sind nach persönlicher Anmeldung in den Feriensprechstunden willkommen. Vorschläge zur Themen- und Textauswahl (kürzere Texte aller Gattungen), die bereits in die Konzi-pierung von Referat und Hausarbeit einfließen können, erbitte ich ebenfalls in den Sprechstunden. Das endgültige Programm mit weiteren Informationen liegt zu Semesterbeginn im Seminarordner bereit.

    Zur Vorbereitung empfohlen: Lektüre der einschlägigen Kapitel in neueren Literaturgeschichten.

    Teilnahmebedingung: Referat; Leistungsnachweis: schriftliche Hausarbeit.

    4368

    2 St.
    Weimarer Klassik

    Mi. 11-13 in 0112
    A. Kuhlmann

    Beginn: 7. 4.
    Die sogenannte „Weimarer Klassik„ ist ein eigenartiges epochengeschichtliches Konstrukt: der Begriff markiert vor allem in den deutschen Literaturgeschichten des 19. Jahrhunderts eine "Blütezeit" deutscher Literatur, und noch heute sind solche Implikationen nicht ausgeschlossen. International jedoch hat sich diese Bezeichnung nie durchsetzen können, weil die Literatur des Zeitraums zwischen 1785 und 1815 anders referentialisiert und semantisiert wird. Und in der Tat war die kleine Resi-denzstadt Weimar, die 1999 als Kulturhauptstadt firmiert, keinesfalls dazu prädesti-niert, zu einer Kultstätte des deutschen Geistes zu werden. Warum sie es dennoch werden konnte, soll im Kontext der neueren Forschung diskutiert werden. Mitt-lerweile wird die "Weimarer Klassik" vor allem vor dem Hintergrund der im 18. Jahrhundert entstehenden Moderne thematisiert, und der ästhetische Normbegriff des "Klassischen" wird im Zusammenhang mit dieser Zeit des enormen Wandels gesehen.

    Diskussionsgrundlagen im Seminar sind zum einen zentrale literatur-, kunst- und kulturtheoretische Schriften der "Klassiker", zum anderen ausgewählte Dramen (Wallenstein, Iphigenie auf Tauris, Penthesilea) und lyrische Texte (Balladen Goethe/Schiller: Der Gott und die Bajadere, Der Handschuh, Die Kraniche des Ibykus).

    Literatur zur Einführung: Dieter Borchmeyer: Die Weimarer Klassik. Portrait einer Epoche. Weinheim: Athenäum 1994. - Gerd Ueding: Klassik und Romantik: Deutsche Literatur im Zeitalter der Französischen Revolution (1789-1815), München: Hanser 1987 (Hansers Sozialgeschichte der deutschen Literatur Bd.4). - Klassik. Hg.v.Gabriele Wirsich-Irwin. Stuttgart: Reclam 1992 (Reihe: Die deutsche Literatur in Text und Darstellung Bd.7).

    4369

    2 St.
    Weimarer Klassik

    Mi. 13-15 in 0112 vgl. Nr. 4368
    A. Kuhlmann

    Beginn: 7. 4.
    4370

    2 St.
    Novellistisches Erzählen im 19. Jahrhundert

    Mi. 15-17 in 081
    R. Füllmann

    Beginn: 7. 4.
    Der zweite Teil des Einführungsseminars ist ausgewählten Novellen des vorigen Jahrhunderts gewidmet, wobei auch zeitgenössische und aktuelle Texte der Novellen-theorie von Goethe bis H. Schlaffer herangezogen werden.

    Die Textauswahl soll die Bandbreite des deutschen Novellenschaffens des 19. Jahrhunderts im Spannungsfeld zwischen einer Tendenz zur Psychologie und formalen Innovation und einer v. a. an romanischen Vorlagen orientierten Poetik aufzeigen. Die Einbeziehung von Textbeispielen aus anderen europäischen Nationalliteraturen ist somit unerläßlich.

    E. T. A. Hoffmanns Ritter Gluck (1809) als Beispiel einer phantastischen unerhörten Begebenheit und Goethes Novelle (1828) als exemplarisch-poetologische Novelle sowie eine Auswahl aus Kleists Erzählungen und Anekdoten sollen neben theoretischen Äußerungen aus dem Umfeld von Klassik und Romantik am Beginn stehen. Büchners Lenz (1836) als frühes Beispiel für dokumentarisches Erzählen, Paul Heyses Italiennovelle Das Mädchen von Treppi (1855) und seine Troubadournovelle Der Mönch von Montadaun (1880) als historistische Verarbeitung einer mittelalterlichen Vorlage sowie Marie von Ebner-Eschenbachs Sozialsatire Er laßt die Hand küssen (1886) sind einige der Texte, die im weiteren Verlauf des Seminars behandelt werden können. Weitere Textvorschläge –auch zur Sekundärliteratur– sind natürlich willkommen. Ein vorläufiger Seminarplan hängt ab 1.2. an Raum 226 aus.

    Eine beständige Mitarbeit und die Bereitschaft zu einem Kurzreferat gelten als Teilnahmevoraussetzungen für das Seminar. Der Schein kann am Ende des zweiten Teiles durch eine schriftliche Hausarbeit erworben werden.

    4371

    2 St.
    Expressionismus

    Mi. 14-16 in 204 fällt aus!
    U. Port

    4372

    2 St.
    Goethe

    Do.14-16 im 230
    B. Dotzler

    Beginn: 6. 4.
    Das Seminar setzt die Überlegungen der Einführung im WS 1998/99 fort; die im ersten Teil vorgestellten Grundbegrifflichkeiten sollen nun am Werk Goethes erprobt und das Werk Goethes dadurch vertiefend erschlossen werden. Texte und Referatsthemen wurden bereits im Wintersemester abgesprochen; QuereinsteigerInnen sind daher gebeten, sich in einer der Feriensprechstunden anzumelden.
    4373

    2 St.
    Brechts Lyrik

    Mi. 14-16 in 204
    A. Campanile

    Beginn: 7. 4.
    In diesem Seminar, das als Fortsetzung meiner Einführungsveranstaltung vom Wintersemester konzipiert ist, sollen Gedichtanalyse und -interpretation am lyrischen Werk des "Klassikers" Bertolt Brecht erprobt werden. Die große Auswahl an Gedichten und ihre übliche Einteilung in literarhistorische Phasen machen es möglich, daß man über Brechts Lyrik hinaus auch einen allgemeinen Einblick in die lyrische Produktion des zwanzigsten Jahrhunderts bekommt. Auch die breitgefächerte deutsch-deutsche (und internationale) Rezeption mit ihren verschiedenen metho-dischen Ansätzen soll diskutiert werden.

    Ich empfehle natürlich vor allem Leseausflüge in des Autors Werk. Für diejenigen, die ein Buch über Brechts Leben und Arbeiten aus der Fülle der Publikationen des gerade überstandenen Brecht-Jahres benötigen, habe ich folgende zum ersten Überblick vorzuschlagen: Günter Berg/ Wolfgang Jeske, Bertolt Brecht, Stuttgart: Metzler 1998.

    Allgemeine Einleitung zur Gedichtanalyse: Dieter Burdorf, Einführung in die Gedichtanalyse, 2. Aufl. Stuttgart: Metzler 1997.

    Ältere deutsche Sprache und Literatur

    1. Teil
    4374

    2 St.


    Mo. 16-18 in 230
    U. Gerdes

    Beginn: 12. 4.
    Der erste Teil des Jahreskurses will in die ältere deutsche Sprache (Schwerpunkt: Mittelhochdeutsch) einführen und dazu anleiten, mittelhochdeutsche Texte zu übersetzen und sprachlich zu erläutern. Beispieltext ist das Nibelungenlied (die Beschäftigung mit dem Nibelungenlied soll im zweiten Seminarteil fortgesetzt werden).
    4375

    2 St.


    Di. 16-18 in 204
    K.-H. Göttert

    Beginn: 6. 4.
    Dem Grundlagenseminar liegt als Text das Nibelungenlied zugrunde
    4376

    2 St.


    Fr. 12-14 in 204
    B. Nitsche

    Beginn: 9. 4.
    Diese als Jahreskurs konzipierte Einführung konzentriert sich im ersten Teil auf den Bereich der mittelhochdeutschen Sprache, die systematisch in ihren Teilbereichen (Lautlehre, Formenlehre, Syntax und Semantik) vorgestellt wird. Neben der Vermitt-lung grammatikalischer Kenntnisse finden auch Aspekte der Sprachgeschichte Erwäh-nung. Außerdem soll das Übersetzen aus dem Mittelhochdeutschen ins Neuhochdeutsche anhand des "Iwein" Hartmanns von Aue geübt werden (Textauszüge werden zur Verfügung gestellt). Ziel ist es, den TeilnehmerInnen die nötigen Kenntnisse zum Verständnis bzw. zur Übersetzung eines mittelhochdeutschen Textes zu vermitteln.

    Das Seminar wird im Wintersemester 1999/2000 mit der "Einführung in die ältere deutsche Literatur" weitergeführt. Als Leistungsnachweis dient eine Klausur am Ende des zweiten Teils des Seminars.

    Zur Anschaffung empfohlen:
    Einführung in die ältere deutsche Sprache. Materialien. (erhältlich im Seminar oder bei Frau Aguirre (Raum 210))

    4377

    2 St.


    Di. 12-14 in 204
    S. Bürkle

    Beginn: 6. 4.
    Die Einführung in die ältere deutsche Sprache und Literatur ist als Jahreskurs angelegt, wird also im kommenden WS fortgeführt und umfaßt die beiden Teilbereiche 'Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache' und 'Einführung in die mittelalterliche Literatur'. Der Schwerpunkt des 1. Teils liegt zunächst auf der Vermittlung der sprachhistorischen Grundlagen und der Grundkenntnisse der grammatischen Strukturen des Mittelhochdeutschen mit den Bereichen Laut- und Formenlehre, Syntax, da sie Voraussetzung für die Lektüre mittelalterlicher Texte sind. Damit der sprachhistorische Teil nicht völlig in der 'Luft hängt', soll bereits zu diesem Zeitpunkt neben der Lektüre mit der Analyse und literarhistorischen Kontextualisierung mittelalterlicher Literatur begonnen werden. Gegenstand der beiden kommenden Semester wird hauptsächlich das "Nibelungenlied" sein. Zu dessen Konzeption als Epos in Schrift- und Buchform, die auf um 1200 datiert wird, sollen auch einschlägige Forschungsbeiträge gemeinsam diskutiert werden.

    Erwartet werden die intensive Lektüre des Nibelungenliedes und die Übernahme eines kurzen mündlichen Referates. Der Jahreskurs wird am Ende des WS 99/2000 mit einer Klausur abgeschlossen.

    Zur Anschaffung empfohlen:

  • Einführung in die ältere deutsche Sprache. Materialen. (DM 4,-); im Seminar oder im Sekretariat Peters, bei Frau Aguirre (Raum 210), erhältlich.
  • Matthias Lexer: Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, Stuttgart 1992 oder ältere Auflage (DM 38,-) oder
  • Beate Hennig: Kleines Mittelhochdeutsches Wörterbuch, Tübingen 1998 (DM 29,80).
  • Das Nibelungenlied. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch. Nach dem Text von Karl Bartsch und Helmut de Boor ins Nhd. übersetzt und kommentiert von Siegfried Grosse, Stuttgart 1997. Reclams Universal-Bibliothek 644 (DM 32,-)
  •  
    2. Teil
    4378

    2 St.


    Mi. 13-15 in 074
    M. Schausten

    Beginn: 7. 4.
    4379

    2 St.
    Di. 8.30-10 in 230 H. Sahm

    Beginn: 6. 4.
    Das Sommersemester soll nach Wunsch der TeilnehmerInnen dem Spätmittelalter und der Rezeption der mhd. Klassik im 19./20. Jahrhundert gelten. Wir werden die noch fehlenden sprach- und literaturwissenschaftlichen Grundlagen an Texten des 14. und 15. Jahrhunderts erörtern (Ackermann aus Böhmen', Totentanz, Marienklage, Fastnachtsspiel), die Frage nach der Rezeption an einigen Beispielen literarischer Auseinandersetzung von Scheffel bis Muschg. Besuche der Handschriftenabteilung des Historischen Archivs sowie des Wallraf-Richartz-Museums und eine zusätzliche 'Filmsitzung' (Fritz Lang u.a.) sind vorgesehen.
    4380

    2 St.
    - Ahd. Texte -

    Di. 9-11 in 090
    P.-E. Neuser

    Beginn: 6. 4.
    4381

    2 St.
    - Mhd. Texte -

    Di. 12 s.t.-13.30 in 0100
    P.-E. Neuser

    Beginn: 6. 4.
    4382

    2 St.
    - Mhd. Texte -

    Do. 12 s.t.-13.30 in XVIIa
    P.-E. Neuser

    Beginn: 8. 4.
    4383

    2 St.


    Mi. 13-15 in XVIIa
    B. Bastert

    Beginn: 7. 4.
     
    Kompaktkurse, 1. und 2. Teil
    4384

    4 St.


    Mi 12-14 in XVIIb und Fr. 17-19 in 230
    T. Reuvekamp-Felber

    Beginn: 7. 4.
    Das Seminar hat zwei Aufgaben. Einerseits soll es ins Mittelhochdeutsche einführen, das systematisch unter den Aspekten der Sprachgeschichte, Lautlehre, Formenlehre, Syntax und Semantik in den Blick genommen wird. Ziel dieser Einführung in die „Ältere deutsche Sprache" ist es, den SeminarteilnehmerInnen jene Kenntnisse zu vermitteln, die vonnöten sind, um einen mittelhochdeutschen Text zu verstehen und zu übersetzen.

    Andererseits werden die SeminarteilnehmerInnen in grundlegende Problembereiche und Sachgebiete deutschsprachiger Literatur des Mittelalters eingeführt. Anhand ausgewählter Beispiele aus alt- und mittelhochdeutschen Texten wird die Entstehung der volkssprachigen Schriftkultur sowie ihre Einbindung in die Sphäre des hochmittelalterlichen Fürstenhofes diskutiert. Neben diesen sozial- und kulturgeschichtlichen Fragestellungen wird das Seminar eine Einführung in die „Materialität mittelalterlicher Kommunikation" bieten: Dabei werden Grundbegriffe der Handschriftenkunde und Textkritik ebenso Berücksichtigung finden wie neuere methodische Ansätze der „New Philology". In die spezifische Machart mittelalterlicher Texte führen Sitzungen zur mittelalterlich-christlichen Hermeneutik sowie zur Rhetorik und Poetik ein.

    Als Leistungsnachweis dient eine vierstündige Klausur am Ende des Semesters, die einerseits die erworbenen grammatischen Grundkenntnisse und die Übersetzungsfähigkeit sowie andererseits das literaturgeschichtliche Wissen und dessen exemplarische Anwendung auf die im Seminar behandelte Textlektüre überprüft.

    Verbindliche Literatur: Einführung in die ältere deutsche Sprache. Materialien. (erhältlich in Raum 210) Hartmann von Aue: Iwein. Text der siebenten Ausgabe von G.F. Benecke, Karl Lachmann und Ludwig Wolff. Übersetzung und Anmerkungen von Thomas Cramer. 3., durchgesehene und ergänzte Auflage. Berlin, New York: de Gruyter 1981

    4385

    4 St.
    Textgrundlage: Gottfried von Straßburg: Tristan.

    Di. 10-12 und Mi 12-14 in 230
    D. Bering

    Beginn: 6. 4.
     

    Proseminare

     

    Sprachwissenschaft des Deutschen

    4386

    ZP 2 St.
    Suprasegmentale Phonologie (A 1, 2)

    Do. 10-12 in 0100
    B. Primus

    Beginn: 8. 4.
    Das Seminar bietet einen Überblick über phonologische Grundbegriffe, Methoden und theoretische Ansätze, wobei lautübergreifende Erscheinungen wie Vokallänge, Silbenstruktur und Wortakzent den Schwerpunkt bilden. Das Seminar behandelt einen zentralen Bereich der deutschen Grammatik, der sowohl für die Zwischenprüfung als auch für die Abschlußprüfung relevant ist.

    Begleitende Literatur: Ramers, K.-H. 1998. Einführung in die Phonologie. München (UTB). Eisenberg, P. 1998. Grundriß der deutschen Grammatik: Das Wort. Stuttgart: Metzler (Kap. zur Phonologie).

    4387


    ZP 2 St.
    Lexikon und Semantik in der Computerlinguistik (A 1,3)

    Mi. 18-19.30 in 079/080
    D. Zaun

    Beginn: 7. 4.
    Die Syntax wird oft als "Königsdisziplin" der Linguistik und der Computerlinguistik bezeichnet. Folglich existieren eine Reihe unterschiedlicher Ansätze und Algorithmen, die strikt auf die Verarbeitung der Synatx natürlicher Sprachen ausgerichtet sind.

    Häufig wird jedoch verkannt, welche wichtige Rolle das Lexikon und die Semantik im Zusammenspiel mit syntaktischen Prozessen spielen. Zum Teil ist eine syntaktische Analyse nur möglich, wenn eine Lexikonphase vorgeschaltet wurde. Andererseits können mehrdeutige syntaktische Strukturen nur aufgelöst werden, wenn auf semantische Komponenten zurückgegriffen werden kann. Sind das Lexikon und semantische Beschreibungen lediglich als einfache Merkmalslisten oder komplexe statische Datenstrukturen aufzufassen oder handelt es sich um ein System von dynamischen Prozessen, in dem sprachliches und außersprachliches Wissen die Informationsverarbeitung steuert. Zentral in diesem Zusammenhang ist die Frage nach der möglichen Repräsentation von Wissen.

    Ziel des Seminars ist es, die unterschiedlichen Ansätze zu Thema Lexikon und Semantik herauszuarbeiten und anhand ausgewählter Modelle eingehender zu untersuchen und zu diskutieren. Die Spannweite der Themen soll von der Lexikographie bis hin zu kognitiven Modellen sowie dem Lexikon und der Semantik in der Theorie künstlicher neuronaler Netzwerke reichen, um einen möglichst vollständigen Überblick zu gewährleisten.

    Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung ausgegeben.

     

    Ältere deutsche Sprache und Literatur

    4463



    ZP 2 St.
    Katalogisieren und Beschreiben von Handschriften des Kölner Stadtarchivs (B 2, 3, 6)
    auch für Studierende im Hauptstudium empfohlen

    Do. 14-16 (14tägl.) in 204
    H.-J. Ziegeler

    Beginn: 8. 4.
    Die Handschriften, Träger der Überlieferung mittelalterlicher Texte bis weit ins 16. Jahrhundert hinein, sind zwar in mancher Hinsicht Basis aller philologischen und interpretatorischen Bemühungen, für gewöhnlich kommt man aber im Studium nur ausnahmsweise einmal mit ihnen in Berührung und ist im übrigen abhängig von den Lesungen, Datierungen und Beschreibungen anderer. Im Historischen Archiv der Stadt Köln sind nun eine ganze Reihe, z. T. sehr seltener literarischer Handschriften aufbewahrt, die zwar zumeist in einem Katalog erfaßt, dort aber oft wenig zulänglich oder ungenau, jedenfalls kaum auf dem Stand beschrieben sind, der gegenwärtig üblich ist. An einer Reihe dieser Handschriften wird es nun möglich sein, im konkreten Umgang mit einem Exemplar Beschreibungstechniken zu erlernen und zu erproben, also z. B. den Schrifttyp zu bestimmen, verschiedene Schrei-ber/Schreiberinnen, sog. „Hände", zu unterscheiden, die aufgeschriebenen Texte zu erkennen, Besitzereinträge zu vermerken, Blatteinteilung, Lagen und Wasserzeichen zu erfassen etc. und sich so u. U. ein Arbeitsfeld auch außerhalb (z. B.) der Schule zu eröffnen.

    Vorbesprechung und Anmeldung in der ersten Sitzung

    4388



    ZP 2 St.
    Heroin - Mystikerin - Hysterica: Geschlechterinszenierungen in Mittelalter und Moderne

    Do. 15-17 in XXI
    S. Bürkle, A. Keck, A. Kuhlmann, M. Schausten

    Beginn: 8. 4.
    Neuere Arbeiten der gender studies verweisen auf den inszenatorischen und performativen Charakter der Geschlechterkonstruktionen und in diesem Zusammenhang auch auf die Engführung von Repräsentation und Weiblichkeit. Das Seminar will in kontrastiver Lektüre mittelalterlicher und moderner Texte Figurationen des Weiblichen aufsuchen, diese in ihren Kontexten situieren und auf Differenzen und Übereinstimmungen mit gegenwärtigen feministischen Theorieentwürfen hin befragen. Es werden dementsprechend sowohl 'theoretische' (Bronfen, Freud, Laqueur) als auch 'literarische' Texte (Frauenmystik, Aeneas-Romane, Weiss, Hartwig) gelesen. Ein Reader kann Anfang März bei Frau Aguirre in Zi. 210 abgeholt werden. Zur Vorbereitung ist empfohlen: Lena Lindhoff: Einführung in die feministische Literaturtheorie. Stuttgart 1995
    4389

    ZP 2 St.
    As. Heliand

    Do. 9-11 in 093
    P.-E. Neuser

    4390

    ZP 2 St.
    Der mittelhochdeutsche ,Karl und Elegast‘ II

    Mi. 13.30-15 in F
    C. Dauven

    Nachdem im Wintersemester der Text des Karlsromans gelesen und interpretiert wurde, liegt im kommenden Semester der Schwerpunkt auf die Übersetzungsarbeit: Als Vorbereitung auf eine Edition, die für breitere Kreise geeignet sein soll, wird der Text ins Neuhochdeutsche übertragen. Grundlage ist zum einen die Edition, besorgt von J. Quint, zum anderen die Handschrift, die auf Mikrofilm vorliegt.
    4391

    ZP 2 St.
    Heinrich von Morungen

    Mi. 9-11 in 054
    P.-E. Neuser

    4392

    2 St.
    Textgeschichte

    Mo. 12-14 in 0100 fällt aus!
    S. Jansen

    4393


    ZP 2 St.
    Volkssprachige Texte der Juden im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit (A 4, B 3)

    Mi. 16-18 in 098
    L. Deutsch

    Beginn: 7.4.
    Jüdisch-deutsche bzw. jiddische Texte sind ab dem 14. Jh greifbar und überliefern sehr verschiedene Stoffkreise.

    Nach einem kurzen Überblick sollen im Mittelpunkt des Seminars nicht Texte originär jüdischer Provinienz (moralisch-theologische Texte, biblische Stoffe) stehen, sondern Texte, die eine rege Rezeption von Erzählstoffen aus dem christlichen Umfeld bezeugen.

    Im Seminar sollen zunächst ein heldenepischer und ein arthurischer Text diskutiert werden: „Dukus Horant", eine Bearbeitung des „Kudrun"-Stoffes (älter als der erste hochdeutsche Textzeuge) und der „Widuwilt", eine Bearbeitung des „Wigalois" von Wirnt von Grafenberg. Dann werden wir mit dem Stanzenroman „Paris und Vienne" einen Text ins Auge fassen, der wohl nicht auf eine deutsche Vorlage zurückgeht (zumindest besitzen wir keine), sondern wahrscheinlich aus Italien übernommen wurde. Den Abschluß des Seminars soll die jüdische Rezeption des „Fortunatus" bilden.

    Die Texte sollen als Zeugen einer zumindest auf literarischem Feld engen kulturellen Verflechtung gelesen werden, die den gängigen Vorstellungen vom jüdisch-deutschen Verhältnis jener Zeit zu widersprechen scheinen, ist doch der Blick auf jüdisches Mittelalter im wesentlichen von den grausamen Pogromen und Judenvertreibungen geprägt.

    Am Anfang des Semesters wird ein Reader mit Textauszügen, die als Diskussionsgrundlage dienen sollen, ausgeteilt.

     

    Neuere deutsche Literaturwissenschaft

    4360


    2 St.
    Methoden der Literaturwissenschaft (für Fortgeschrittene und Examenskandidaten) (B 1)

    Di. 14-16 in 204
    P. J. Brenner

    Das Seminar wird anhand grundlegender Texte mit der aktuellen Theoriediskussion in der Literaturwissenschaft vertraut machen. Zentrale Positionen von klassisch-hermeneutischen über sozialgeschichtliche bis zu "postmodernen" und medientheoretischen Auffassungen werden diskutiert und in die fach-wissen-schaftlichen Diskussionszusammenhänge eingeordnet. Zugleich macht das Seminar mit den akademischen In-stitutionen der deutschen Literaturwissenschaft und ihrer Rolle für die Fachentwicklung vertraut. - Textgrundlage (bitte anschaffen): Texte zur Literaturtheorie der Gegenwart. Hg. u. komm. v. Dorothee Kimmich/Rolf Günter Renner/Bernd Stiegler. Stuttgart: Reclam 1996. - Zur Einführung: Grundzüge der Literaturwissenschaft. Hg. v. Heinz Ludwig Arnold/Heinrich Detering (dtv). - Peter J. Brenner: Das Problem der Interpretation. Eine Einführung in die Grundlagen der Literaturwissenschaft. Tübingen: Niemeyer 1998.

    Ein Seminarplan mit genauen Textangaben hängt ab Mitte März an Zi. 247 aus und ist dann bei meinen Hilfskräften erhältlich.

    4394

    2 St.
    Grundbegriffe der Literaturwissenschaft (B 1)

    Do. 19-20.30 in 204
    J. Zenke

    Das Seminar ist auch zur Vorbereitung auf die Zwischenprüfung geeignet.
    4395



    2 St.
    Grundbegriffe der Literaturwissenschaft (nur für ausländische Germanistik-StudentInnen im Grundstudium)

    Di. 13-14.30 in XIb
    H. Kircher

    Beginn: 6.4.
    Dieses Seminar soll intensiver, als es in den obligatorischen Einführungsseminaren möglich ist, die wichtigsten literaturwissenschaftlichen Grundbegriffe verstehen helfen. Auch ein Überblick über die Epochen der deutschen Literaturgeschichte steht auf dem Programm. Insgesamt möchte ich die Fragen und Wünsche der Teilnehmer weitestgehend berücksichtigen. Aus diesem Grund wird ein genauer Seminarplan erst zu Beginn des Semesters festgelegt. (Vgl. dazu auch das Tutorium von Stefanie Heß)
    4395a


    2 St.
    Repetitorium literaturwissenschaftlicher 'Konzeptbegriffe'

    Di. 14-16 in 091
    D. Fulda

    Beginn: 6.4.
    Das Seminar möchte Hilfen geben, sich die neuerdings im Grundstudium verwandten 'Konzeptbegriffe' anzueignen. Dabei geht es zunächst einmal um effektive Techniken bei der Lektüre und Durchdringung 'theoretischer' Texte. Ziel sind verbesserte Selbststudiumsfähigkeiten, denn nicht alle 23 'Konzeptbegriffe' können gemeinsam in extenso besprochen werden. Bei der Auswahl der intensiver zu diskutierenden Texte werden Teilnehmerwünsche berücksichtigt; im übrigen sollen jene Begriffe im Vordergrund stehen, von denen aus sich eine Strukturierung des prima vista unübersichtlichen Theoriegeländes gewinnen läßt.
    4396

    ZP 2 St.
    Lektüre und Analyse von Gedichten

    Di. 9-11 in F
    N. Mecklenburg

    Beginn: 13.4.
    Das Seminar behandelt Gedichte vom Barock bis zur Goethezeit (im WS Fortsetzung: 19. u. 20. Jh.). Es wird in erster Linie als Trainingskurs für die Teilnehmer meiner Einführungsseminare angeboten: Das Training umfaßt Lektüre (auch angemessenes Vortragen!), Analyse (Grundbegriffe der Gedichtanalyse), historische Einordnung (vor allem in Epochenkontexte) und Interpretation, auch ein wenig Lyriktheorie. Anmeldung, Programm und Literaturhinweise in der Eröffnungssitzung. Achtung: ZP-Kandidaten werde ich zu diesem Seminar nicht annehmen, da ich in diesem Semester eine Vorlesung auch für ZP-Kandidaten halte
    4397

    ZP 2 St.
    Aufklärung und Geheimnis (B 2,4)

    Do. 9-11 in 092
    L. Simonis

    Daß das Geheime und Verborgene einen wichtigen Bestandteil von Aufklärung darstellt, gehört inzwischen zu den anerkannten Topoi der Forschungsdiskussion. Das Seminar will diesen auf den ersten Blick paradoxen Zusammenhang von Aufklärung und Geheimnis anhand einschlägiger historischer Beispiele näher untersuchen. Dabei sollen zum einen Quellen aus dem Umkreis der Freimaurer und Geheimbünde des 18 Jhs., zum anderen deren literarische Umsetzungen und Bearbeitungen analysiert werden – insbesondere Lessings Ernst und Falk, Herders Adrastea-Gespräche, Wielands Das Geheimnis des Kosmopolitenordens sowie Buch VII und VIII aus Goethes Wilhelm Meisters Lehrjahre.

    Zur Vorbereitung empfohlen: Reinhart Koselleck, Kritik und Krise. Zur Pathogenese der bürgerlichen Welt, 3. Aufl., Frankfurt: suhrkamp 1973, und Manfred Agethen, Geheimbund und Utopie. Freimaurer, Illuminaten und deutsche Spätaufklärung, 2. Aufl., München: Oldenbourg 1987.

    4398

    ZP 2 St.
    Verfahren der Kultursemiotik. Eine Einführung

    Di. 10-12 in XVIIa
    E.-M. Siegel

    (Zusatzstudiengang „Interkulturelle Pädagogik/ Ausländerpädagogik einschl. Deutsch als Fremdsprache/ Zweitsprache)

    Der komplexe und dynamologische Sachverhalt einer Veränderung kultureller Felder gilt als Folge von Migrationsprozessen ebenso wie als eine Auswirkung der globalen medialen Vernetzung. Neue telematische Maschinen (Fotographie - Telegraphie - Telefonie - Radio - Film) bestreiten vor diesem Hintergrund über audio-visuelle ‘Botschaften’ längst ein literarisch-verbales Monopol des Buches. Dieser Prozeß legt unter methodischen Prämissen einen Übergang von Verfahren und Techniken, die im Rahmen von Nationalphilologien ausgebildet wurden, zu Interkulturellen Philologien bzw. zu Kultursemiotik und Komparatistik nahe. Von daher gewinnt auch die Analy-se von Äußerungen, die das Sprachverhalten zu begleiten pflegen, eine besondere Relevanz. Der Relationalität eines ‘Inter’ und eines ‘Zwischen’ sowie seinen Aus-tausch-Bewegungen nachzugehen, unternimmt das Seminar in einigen Ansätzen. Dabei soll das besondere Augenmerk der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf zwei gegenwärtige Diskussionspunkte ausgerichtet werden: auf die Rolle nonverbaler Zeichen im Raum der öffentlichen Kommunikation und auf die noch wenig bewußte Problematik von Text-Bild-Vermittlungen.

    Im Mittelpunkt werden daher sowohl historisch begründende Untersuchungen zu methodologischen Fragen als auch systematisch angelegte Arbeiten stehen. Texte von Götz Großklaus, Carlo Ginzburg, Roland Barthes, Julia Kristeva, Roland Posner, Renate Lachmann und Harald Weinrich können einen ersten Fundierungspunkt bilden. Bei Bedarf wird die Möglichkeit eines Scheinerwerbs über eine Hausarbeit angeboten. Die Bereitschaft zur Übernahme von Referaten/ Thesenpapieren wird als selbstverständlich vorausgesetzt.

    4399


    2 St.
    Was leisten ethnologische Methoden in der Literaturwissenschaft?

    Mo. 10-12 in 230
    O. Stein

    In dem einführenden Seminar soll den Einflüssen ethnologischer Ansätze auf die Literaturwissenschaft nachgegangen werden (z.B. die Bedeutung der symbolischen Anthropologie á la Clifford Geertz für den New Historicism, Probleme interkultureller Ansätze, etc.). Dazu wird es auch nötig sein, das Verhältnis der beiden Kultur-wissenschaften zueinander zu diskutieren. Es ist vorgesehen, im Laufe des Semesters eine Reihe kürzerer, repräsentativer Texte zu behandeln, die in der ersten Sitzung verabredet werden.
    4400


    2 St.
    Biblische Betrachtungen: Jakob Böhme und Johann Georg Hamann

    fällt aus!
    H. Christians

    4401

    2 St.
    Medien und Literatur um 1900

    Do. 19-21 in 064
    C. Gerhards

    „Wer heute den Fernschreiber, das Telephon, das Grammophon, den Zug (...), das Kino benutzt, denkt nicht daran, daß diese verschiedenen Arten der Kommunikation, des Transports und der Information auf seine Psyche einen entscheidenden Einfluß ausüben.„ (F.T. Marinetti, „Zerstörung der Syntax – Drahtlose Phantasie – Befreite Worte„, 1913). Die Sattelzeit 1900 ist aus medientheoretischer Sicht besonders deshalb interessant, da zu dieser Zeit ein gewaltiger Modernisierungs- und Technisierungsschub einsetzt, der in den Materialschlachten des Ersten Weltkriegs schließlich seienen ersten Höhepunkt findet. Technische Medien, die bereits Mitte bzw. Ende des 19. Jahrhunderts erfunden wurden (Telegrafie, Telefon, Fotografie, Film), sind um 1900 technisch so weit gereift, daß sie nicht nur einem breiteren Publikum zugänglich werden, sondern auch einschneidend in die Literatur und das öffentliche Bewußtsein eingreifen. Zahlreiche Texte entstehen, die sich mit dem „Umsturz der Ordnung der Perzeption„ (Virilio) beschäftigen und die Anpassung des menschlichen Wahrnehmungsapparates an die Technik beschreiben. Unabhängig davon, ob nun der Siegeszug der Technik als „Chok„ aufgefaßt wird oder als Verwirklichung des lang gehegten Traums von der Synchronisation des Menschen mit der Maschinenwelt – in jedem Falle beschreiben die Autoren, die im Mittelpunkt der Lehrveranstaltung stehen sollen, einen Perspektivenwechsel: Sie machen deutlich, daß Technik nicht mehr nur in der Kategorie des Werkzeugs gefaßt werden kann, sondern als Form einer spezifisch modernen Welterfahrung gedeutet werden muß. Welche Folgen hat das für die Literatur jener Zeit? Wie wird die zunehmende Mediatisierung der menschlichen Lebenswelt textuell umgesetzt? Was für ein Verhältnis gehen technische Medien und Texte ein?
    4402


    ZP 2 St.
    Interpretationsübungen. Am Beispiel ausgewählter (,dunkler‘) Werke Goethes (B1, B4)
    Di. 14-16 in 092
    R. Drux

    Beginn: 6.4.
    Im Zusammenhang mit der Ringvorlesung sollen Werke Goethes, die gemeinhin als schwierig gelten, unter Erörterung verschiedener Interpretationsansätze untersucht werden. Neben Gedichten wie ,Wandrers Sturmlied‘ oder ,Harzreise im Winter‘ werden Erzähltexte („Märchen„ , „Novelle„) und dramatische Werke („Pandorra„, Szenen aus „Faust II„) einer kritischen Lektüre unterzogen. ZP –Kandidaten/innen sollten sich bis zum 6.4. angemeldet haben.
    4402a


    2 St.
    Johann Wolfgang von Goethe: „Die Wahlverwandtschaften„ (B 5, 6)

    Mi. 18-20 in 204
    B. Recker

    Beginn: 7.4.
    Goethes Roman „Die Wahlverwandtschaften„ hat schon die Zeitgenossen zu pointierten, durchauch widersprüchlichen Stellungnahmen aufgefordert, worunter die Friedrich Heinrich Jakobis über den „ärgerlichen„ und „ekelhaften„ „doppelten Ehebruch durch Phantasie„ bis heute eine der wirkungsmächtigsten ist. Im Seminar soll nun versucht werden, anhand verschiedener Deutungsversuche - im Zeichen von Naturwisenschaften, Mythologie, Ökonomie, Kunst und Sittlichkeit - die Komplexität des Romans herauszuarbeiten. Gleichzeitig versteht sich das Seminar als Einführung in den Umgang mit Interpretationsmodellen, wobei das Augenmerk auf die impliziten oder expliziten Lektürevoraussetzungen der einzelnen Ansätze gelegt wird, deren methodischen Grundlagen es zu diskutieren gilt. Neben der Kenntnis des Romans wird zur weiteren Vorbereitung der Kommentar von Waltraud Wiehölter (J. W. Goethe, Sämtliche Werke, Bd. 8, Frankfurt/M. 1994) empfohlen.
    4403

    ZP 2 St.
    Biedermeier und Vormärz

    Do. 15-16.30 in 073
    H. Kircher

    Beginn: 8.4.
    Dieses Seminar soll Kenntnisse vermitteln über die beiden größtenteils parallel verlaufenden literarischen Strömungen, die doch von so unterschiedlichen Tendenzen geprägt sind. Nach einem ausführlichen Überblick über den historischen, sozial- und ideengeschichtlichen Hintergrund werden repräsentative Texte von Grillparzer, Mörike, Droste-H., Büchner, Heine, Weerth, Herwegh, Freiligrath, Prutz, Fallersleben u.a. besprochen.
    4404

    ZP 2 St.
    Realismus (B 2, 5, 6)

    Do. 15-17 in VIIa
    M. Günter

    Beginn: 8.4.
    Der Epochenbegriff des ,Realismus‘ für die deutsche Literatur von 1848 bis etwa 1890, der lange Zeit als einigermaßen homogen galt, wird in der neueren literatur-wissenschaftlichen Forschung inzwischen vielfach problematisiert. Es hat sich nicht nur gezeigt, daß die Grenzen zum sog. Vormärz wie auch die zum Naturalismus schwer zu ziehen sind, sondern auch, daß der literaturtheoretische Diskurs der Zeit, dem es um eine Erneuerung der Klassik unter realistischen Vorzeichen ging, vom literaturpraktischen Geschehen ziemlich abgelöst war: Weniger die Programme als vielmehr die Entwicklung moderner Massenkommunikation in Gestalt der Familienzeitschriften bestimmte die literarische Produktion – mit weitreichenden Konsequenzen für die Dichotomie von ,hoher‘ und ,niederer‘ Literatur. Im Seminar sollen zunächst verschiedene zeitgenössische Bestimmungen des Realismus-Begriffs als Epochen- wie als Stilkategorie (von Th. Fontane, J. Schmidt, O. Ludwig, F. Spiel-hagen) entwickelt werden. Anhand von Erzähltexten Meyers, Raabes, Marlitts, Kellers, Heyses u.a. werden im zweiten Teil die Themen ,Realismus und Unterhaltungsliteratur‘, ,Klassizismus und Novelle‘ und ,Historisches Erzählen‘ erarbeitet.

    Die Bereitschaft zur Übernahme eines Kurzreferats wird vorausgesetzt.

    4405

    ZP 2 St.
    Hölderlins Lyrik (B 2, 5, 6)

    Do. 18.30-20 in 075
    S. Grimm

    Das Seminar erarbeitet exemplarisch wesentliche Stationen der Lyrik Friedrich Hölderlins. Den Einheitsvorstellungen der von der Tradition der Vereinigungsphilosophie geprägten Tübinger Hymnen weicht in den späteren Oden ein dualistisches Konzept. In den überwiegend in der Frankfurter Zeit entstandenen Elegien erscheinen die frühen Einheitskonzepte dann als Gegenstand des Verlusts. In den späten Hymnen kehren diese Einheitsutopien jedoch auf der Basis mythischer Erfahrungen als ästhetische Epiphanien wieder. Neben einzelnen Gedichtinterpretationen werden auch theoretische Texte zu diskutieren sein. Voraussichtlich werden besprochen: Hymne an die Göttin der Harmonie, Lebenslauf, Natur und Kunst oder Saturn und Jupiter, Der blinde Sänger, Hälfte des Lebens, Brot und Wein, Andenken, Wie wenn am Feiertage, Der Rhein. Textgrundlage: Friedrich Hölderlin - Gedichte. Stuttgart: Reclam 1987. Ein guter Überblick über die einzelnen Phasen des lyrischen Schaffens findet sich in Stephan Wackwitz: Friedrich Hölderlin. Stuttgart 1985 (Sammlung Metzler 215).
    4406

    Tragödie und Theorie des Subjekts

    Do. 14-16 in 230 fällt aus!
    U. Port





    ZP 2 St.
    Heroin - Mystikerin - Hysterica: Geschlechterinszenierungen in Mittelalter und Moderne

    Do. 15-17 in XXI (vgl. Nr. 4388)
    S. Bürkle, A. Keck, A. Kuhlmann, M. Schausten

    4407

    Prozessuale Poetiken: Literaturwissenschaft und Medientheorie seit 1800

    Do. 15-17 092 fällt aus!
    N. Pethes

    4408


    ZP 2 St.
    Theatrum mundi - Lust- und Trauerspiele sub specie aeternitatis: Das deutsche Barockdrama

    Mo. 14-16 in 230
    D. Fulda

    Beginn 12. 4.
    Drama und Theater bilden im Zeitalter des 'Barock' nicht nur eine literarische Gattung bzw. Institution gesellschaftlicher Vergnügung, Initiation oder Reflexion, sondern fungieren als Metaphern einer Daseinsdeutung, welche auf Transzendentes bezogen ist, d. h. Himmel und Hölle einschließt. Die Weltdeutung und theatrale Darstellung bündelnde Formel vom Theatrum mundi weist zudem auf die besondere, einerseits von Artifizialität gekennzeichnete, andererseits auf Wesenserkenntnis zielende Repräsentationssituation barocker Dramatik hin. Das Seminar untersucht das je gattungsspezifische Verhältnis von Wanderbühnenstücken, Ordensdrama, Lust- und Trauerspiel zu diesem Literatur- und Weltbild. Eine Liste mit Literaturhinweisen befindet sich im Seminarordner in der Bibliothek
    4408a

    ZP 2 St.
    Puppen - Körper - Automaten (B 2, 5)

    Mi. 19-21 in 073
    B. Dotzler

    Ob Gentechnologie, Fortschritte in der Roboterentwicklung, virtuelle SchauspielerInnen wie Lara Croft, die Idoru William Gibsons oder die Amazone der Virtual Actress Move Test-Animation, die zu den Honorary Mentions des letzten Prix Ars Electronica zählte - jedes dieser Beispiele scheint zu belegen, daß der Traum (oder Albtraum?) von der technisch-technologischen Erschaffung eines menschlichen Ebenbilds nicht nur nicht ausgeträumt, sondern aktuell seiner Erfüllbarkeit näher denn je gerückt ist. Um so mehr gilt es zu berücksichtigen, daß der künstliche Mensch - ob in Gestalt der Golem-Sage, des Pygmalion-Mythos, der Prometheus-Figur oder der Automaten-Erzählung - schon lange ein kulturgeschichtliches Szenario ersten Ranges darstellt: Begegnung von Schöpfer und Geschöpf, chauvinistische Männerphantasie, Technikfolgenabschätzung, Projektionsfläche pädagogischer Machtergreifung, Selbstbehauptung des Autors bzw. Künstlers, Animismus-/Animations-Modell, Rollenzuweisung an den Betrachter von Kunst - diesen und anderen Aspekten der Motivgeschichte wird das Seminar anhand ausgewählter Beispiele aus Literatur und Kunst (filmische und computertechnische Realisationen inbegriffen) nachgehen, und zwar begleitend zu der gleichnamigen Ausstellung, die im Sommer dieses Jahres in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zu sehen sein wird.

    Einen vorbereitenden Überblick bieten: B. DOTZLER et al. (Hgg.) , MaschinenMenschen. Eine Bibliographie, Frankfurt/M. u.a. 1992, R. DRUX (Hg.), Menschen aus Menschenhand. Texte von Homer bis Asimov, Stuttgart 1988, K. VÖLKER (Hg.), Künstliche Menschen. Über Golems, Homunculi, Androiden und lebende Statuen, Frankfurt/M. 1994 sowie zuletzt R. VAN DÜLMEN (Hg.), Erfindung des Menschen. Schöpfungsträume und Körperbilder 1500-2000, Wien 1998. - Zur theoretischen Vororientierung außerdem: Hillel Schwartz, The Culture of the Copy, New York 1996.

    Referatthemen können bereits in den Feriensprechstunden vereinbart werden.

    4409

    ZP 2 St.
    Literatur und Mode (B 1,5)

    Do. 16-18 in XIb
    T. Hahn

    Mode und Literatur, so Roland Barthes, haben ein gemeinsames Anliegen: Bedeutung zu generieren, ohne sich auf ein jeweils vorgäniges, ,stabiles‘ Signifikat zu beziehen. Dresscodes und Beschreibungen des Stils etablieren dabei selbstreferentielle Prozesse, in denen sich letztlich Tautologien manifestieren. Gleichzeitig ist ,Mode‘ selbst ein Signifikant, der den Begriff der Moderne und ihre Theoriebildung maßgeblich strukturiert. Ziel des Seminars wird sein, anhand von Lektüren (u.a. Barthes, Baudelaire, Benjamin, Simmel) verschiedene Zugänge zur Theorie der Mode zu erarbeiten, wobei besonders das Verhältnis von Mode und Ästhetik diskutiert werden soll.
    4410

    ZP 2 St.
    Georg Büchner (B 5,6)

    Mo. 18-19.30 in 230
    J. Zenke

    Ausgehend von Wegbereitern im Sturm und Drang wollen wir neben dem Hessischen Landboten die in unserem Jahrhundert anhaltend wirksamen Dichtungen erörtern, also Dantons Tod, Lenz, Leonce und Lena sowie Woyzeck. Leitender Gesichtspunkt soll die Frage sein, welche Eigenschaften diesen Werken ihren unbestritten hohen literarischen Rang sichern. Dies wird zu einer Diskussion literarischer Wertungskriterien führen.
    4411

    ZP 2 St.
    Prosa des Expressionismus (B 2,5)

    Mi. 18-19.30 in 064
    J. Zenke

    Groteske und satirische Züge sind in den Erzählungen dieser Epoche weit stärker ausgeprägt als in den Gedichten und Dramen. Visionär-ekstatische Aufschwünge hingegen bleiben die Ausnahmen. Die in dem Band Prosa des Expressionismus (RUB 8379-82) versammelten Texte (u.a. von G. Benn, G. Heym, A. Döblin, C. Stern-heim, G. Trakl, C. Einstein, K. Schwitters) bieten reiches Anschauungsmaterial für den radikalen Angriff auf tradierte Schreib- und Ordnungsschemata der bürgerlichen Vorfahren dieser rebellischen Generation.
    4411a


    2 St.
    Kino, Hypnose und Verbrecherbanden: Louis Feuillades Les Vampires

    Di. 12-14 in 230 sowie separater Sichttermin
    St. Andriopoulos

    Vgl. Forschungskolleg "Medien und kulturelle Kommunikation"
    4411b

    2 St.
    Literatur der ehemaligen DDR

    Mo. 18-20 in 075
    H. Esselborn

    Kommentar siehe "Änderungen zum Kommentierten Vorlesungsverzeichnis"
    4411c

    2 St.
    Volker Schlöndorffs Literaturverfilmungen

    Di. 19-21 in 057
    H. Esselborn

    Kommentar siehe "Änderungen zum Kommentierten Vorlesungsverzeichnis"
    4411d

    2 St.
    Internet für LiteraturwissenschaftlerInnen

    Di. 14-16 in 080
    I. Breuer

    Im „Internet„ finden sich in zunehmender Quantität und Qualität Fachinformationen und Datenquellen, die für die literaturwissenschaftliche Recherche relevant sind, auch wenn sie gedruckte Materialien wohl niemals vollständig ersetzen werden und ohne eine Orientierungshilfe im elektronischen Datendschungel verborgen bleiben. Diese Veranstaltung soll eine leicht verständliche und praxisnahe Einführung bieten, in der zunächst Recherchesystematiken vermittelt und eingeübt werden, um abschließend auch Diskussionen über Themen wie "Literatur im Internet" und "Mythos Internet" zu ermöglichen. Vorausgesetzt werden Grundkenntnisse in Windows, einer Textverarbeitung und evtl. Mail, durchgängige und aktive Teilnahme und Bereitschaft zu eigenständigen Recherchen nach Anleitung und später zur schriftlichen Anfertigung von "Internet-Rezensionen". Weitere Informationen in der ersten Sitzung und über e-mail (ingo.breuer@uni-koeln.de).

    Zur Einführung empfohlen: Reinhard Kaiser: Literarische Spaziergänge im Internet. Bücher und Bibliotheken online. Frankfurt/Main: Eichborn, 1997 (2. Aufl. – eine aktualisierte Link-Liste befindet sich auf der Homepage des Verlags www.eichborn.com). - Norbert Gabriel: Kulturwissenschaften und Neue Medien. Wissensvermittlung im digitalen Zeitalter. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1997 / Darmstadt: Primus-Verlag, 1997. - Stefan Münker und Alexander Roesler (Hrsg.): Mythos Internet. Frankfurt/Main: Suhrkamp, 1997 (edition suhrkamp 2010). – http://160.29.11.14/~oubei/mandel/litrech.htm ("Literaturrecherche im Internet"). – http://www.computerphilologie.uni-muenchen.de/jg97/internet.html ("Internet für PhilologInnen").

    Nicht vergessen:
    1. Diskette immer mitbringen (mit der Zeit werden wohl mehrere notwendig sein).
    2. Teilnahme ist nur möglich, wenn ein Internet-Zugang möglich ist, d.h.: wenn eine Nutzungsberechtigung (mit Password etc.) vom Rechenzentrum vorliegt und die Anmeldung im CIP-Pool erfolgt ist.

    4412

    2 St.
    Autorenwerkstatt

    2 St. Mi. 19-21 in 091
    B. Pütz

     

    Fachdidaktik

    4413

    2 St.
    Deutsch im Kontrast

    Di. 8.30-10 in 204
    G. Siebert-Ott

    „Der Weg zur Mehrsprachigkeit wird den Schülerinnen und Schülern dadurch erleichtert, dass Beziehungen zwischen den Sprachen nicht nur unterrichtlich zugelassen, sondern auch planvoll hergestellt werden." (Thürmann e.a. 1997:16).

    Wege zur Mehrsprachigkeit - unter dieser Bezeichnung führt das Landesinstitut für Schule und Weiterbildung des Landes NRW mit Unterstützung des Bundes und des Landes NRW seit August 1996 einen neuen BLK-Modellversuch durch. Grundlegendes Ziel des Modellversuchs ist die Entwicklung eines Gesamtkonzeptes der Erziehung zur Mehrsprachigkeit auf der Basis einer Modernisierung vorhandener Konzepte für das sprachliche Lernen in der Schule. Ziel des Seminars ist es, einen Beitrag zu leisten zur Diskussion um die zukünf-tige Rolle des Deutschunterrichts im Rahmen einer solchen Gesamtkonzeption.

    Literatur:

  • Ellis, R. 1997. Second language acquisition. Oxford.
  • Goebl, H. u.a. (Hrsg.) 1996. Kontaktlinguistik - Contact Linguistics - Linguistique de contact. Ein internationales Handbuch zeitgenössischer Forschung. Bd.1. Berlin u.a.
  • Thürmann, E. u.a. 1997. Schulische Wege zur Mehrsprachigkeit: Thesen zur Grundlegung eines Modellversuchs. In: Wege zur Mehrsprachigkeit. Informationen zu Projekten des sprachlichen und interkulturellen Lernens 1: S. 9-19.
  • 4414



    2 St.
    Kursthema 13.I/II: Literatur und Sprache - Traditionen, Traditionsbrüche, Neuanfänge im 20. Jahrhundert

    jeweils Sa. 8.5., 5.6., 26.6. 10-16.30 in 230, Vorbesprechung Mo. 12.4. 18 s.t.-19.15 Uhr in 204
    C. Scher

    Unter diesem Titel soll in unserem Seminar die Palette der inhaltlichen und didaktischen Möglichkeiten vorgestellt und erarbeitet werden, welche die „Richtlinien für das Fach Deutsch an der Gymnasialen Oberstufe in NRW„ den Lehrenden zur Gestaltung des Deutschunterrichts in der 13. Klasse bieten. Einerseits werden uns bei der Frage der Textauswahl die Verknüpfungsprinzipien längerer Unterrichtsreihen beschäftigen, die z.B. aus der

  • Orientierung an Kommunikations- und Verstehensprozessen,
  • Orientierung an historischen Prozessen,
  • Orientierung an Problemen,
  • Orientierung an Textarten und Gattungen,
  • Orientierung an Verfahren und Methoden bestehen können.

    Andererseits sollen je nach Interesse der Teilnehmenden einzelne methodologische Verfahren - wie der „Projektorientierte Unterricht„ - anhand auch inhaltlich zu konkretisierender Kurssequenzen eingeführt werden. Ein detailliertes Programm wird am Tag der Vorbesprechung (Mo., 12.4.99) festgelegt.

    Ein qualifizierter Schein kann nach aktiver Teilnahme an den vier Terminen durch eine schriftliche Hausarbeit erworben werden. Gute Kenntnisse der deutschen Literatur aus mindestens zwei Jahrzehnten des 20. Jhd. sind unbedingt erforderlich.

    Vorbereitende Lektüre: Richtlinie Deutsch für die Gymnasiale Oberstufe in NRW.

  • 4415


    2 St.
    Hexen und Zauberer, Ritter und Prinzessinnen: Mittelalter in der Kinder- und Jugendliteratur

    Mi. 15-18 (14 tägl.) in 230
    A. Mielke

    Merlin, die Ritter der Tafelrunde, Robin und Marian: Sie und viele andere, neue Protagonisten aus dem Mittelalter bevölkern bis heute Kinderbücher und Jugendromane. Was ist für Kinder und Jugendliche das Faszinierende an dieser Zeit und ihren (nicht immer nur) menschlichen Wesen? Wie kann diese Faszination auch für den Deutschunterricht - der Sekundarstufe I - fruchtbar gemacht werden? Und wie können mit jungen Erwachsenen - in der Oberstufe - frühe Leseerfahrungen mit diesen Helden und Heldinnen zum Thema gemacht werden? Das sind Fragen, mit denen wir uns im Seminar nicht nur in der Theorie, sondern auch anhand konkreter Unterrichtsbeispiele beschäftigen werden.

    Mögliche Hausarbeiten für Referate und Hausarbeiten werden zu Beginn des Seminars vorgestellt.

    Das Seminar findet voraussichtlich an folgenden Tagen statt: 7.4., 21.4., 28.4., 12.5., 19.5., 16.6., 23.6.

    4416

    2 St.
    Exilliteratur (C 4)

    als Blockseminar
    Sa. 10.4., 8.5., 19.6., 26.6. 10-16.00 in 204
    U. Reeg

    Die Zahl der unter der nationalsozialistischen Herrschaft ins Exil getriebenen Autorinnen und Autoren ist bekanntlich fast unüberschaubar. Die schwierigen Bedingungen des Exils (die durch die politischen Entwicklungen bedingte Flucht durch verschiedene Länder, der Verlust des gewohnten sozialen Umfelds und des Lesepublikums etc.) konnten jedoch ihre literarische Produktivität nicht verhindern, sondern forderten sie geradezu heraus.

    In den ersten beiden Blocksitzungen dieses Seminars werden ausgewählte (kürzere) Texte aus dem Bereich der Exilliteratur grundlegend diskutiert und didaktische Vermittlungsvorschläge für einen handlungsorientierten Unterricht (Sek I/Sek II) erarbeitet. In der dritten und vierten Blocksitzung steht die Konzeption einer Unter-richtsreihe und/oder eines Projekts im Vordergrund.

    Zu Beginn des Semesters wird ein ausführlicher Materialordner mit einer Bibliographie und Themenvorschlägen für Hausarbeiten zur Verfügung gestellt.

    4417



    2 St.
    „Rom ist eine große Schule„ - Klassikrezeption als Problem des Literaturunterrichts (Lessing, Goethe, Koeppen, Mulisch)

    Di. 17.30-19 in VIIa
    H.-M. Müller

    Nicht der 111. Beitrag zum Goethejahr, sondern der Versuch, eine der großen Kontroversen der Literaturdidaktik - die vorgebliche Prävalenz der Klassik betreffend - am Beispiel von Texten zu behandeln, die die Stadt Rom und ihr antikes Erbe in den Mittelpunkt rücken. Es soll überlegt werden, ob oberstufengerechter Literaturunterricht um die Topographie des literarischen Roms herum aufgebaut werden kann und die anspruchsvolle Frage nach den verschiedenen Lesarten des 'Klassischen' heutigen Lernenden zugemutet werden kann / soll: urbi et orbi für Fortgeschrittene!

    Texte:
    Lessing, Laokoon; Goethe, Italienische Reise, Römische Elegien (in Auswahl); Koeppen, Der Tod in Rom; Mulisch, Die Entdeckung des Himmels (Vierter Teil: Das Ende vom Ende) Ausgesuchte Texte zur Literaturdidaktik

    4418


    2 St.
    Novellen und andere Formen des Erzählens im Deutschunterricht (S I und II) (C 1,4)

    Di. 14-16 in 230
    B. Plett

    Beginn: 6.4.99
    In der Sekundarstufe I bereitet die Beschäftigung mit sog. epischen Kurzformen die Lektüre der ersten „Ganzschrift„ (sic), nicht selten eine Novelle, vor. Daß die Schule solche kürzeren Formen begünstigt, hängt mit der Zeitknappheit, mit der Überschaubarkeit der Texte selbst wie der Einschätzung der Fähigkeiten und Bedürfnisse der Schüler zusammen. Auch im Literaturunterricht der Sekundarstufe II nehmen Novellen und Kurzgeschichten nach wie vor einen wichtigen Platz ein. Nach welchen Kriterien werden solche Texte für den Unterricht ausgewählt? Welche Kenntnisse und Fertigkeiten sollen Schüler an ihnen erlernen oder erweitern, und in welchem Zusammenhang stehen sie mit anderen Zielen und Gegenständen des DU? Erzählende Literatur in der Schule soll mehr sein als „Übungsmaterial„ für Textverständnis und -interpretation: wie kann die Unterrichtsplanung des Lehrers dem gerecht werden und auch motivierende Alternativen zur konventionellen Texterschließung einbeziehen?

    Das Seminar will in fachdidaktische Überlegungen einführen und konkrete Planungshilfen für die Gestaltung von Unterrichtsreihen anbieten, die sich an Themen und Formen des Erzählens sowie an Epochen (Schwerpunkte: poetischer Realismus und Gegenwartsliteratur) orientieren. Auf diese Weise werden grundsätzliche Fragen der Rezeption und der fachwissenschaftlichen Diskussion in Erwägung zu prinzipiellen Problemen der Unterrichtsplanung und -gestaltung eingebettet; Grundzüge der Vorbereitung und Planung von Literaturunterricht werden erarbeitet. - Eine Auswahlbibliographie und andere Materialien stehen zu Beginn des Semesters zur Verfügung. Themen für Referate und Hausarbeiten werden dann ebenfalls vorgestellt, können aber auch bereits in den Feriensprechstunden abgesprochen werden.

     

    Hauptseminare

     

    Sprachwissenschaft des Deutschen

    4419

    2 St.
    Kognitive Semantik (A 1,2,3)

    Mi. 11-13 in 073
    D. Busse

    Beginn: 7.4.99
    Im Hauptseminar sollen die Grundlagen der kognitiven Linguistik vor allem in Hinblick darauf erarbeitet werden, welche Grundzüge solcher neuerer Semantikkonzeptionen für die spezifisch linguistische Semantik nutzbar gemacht werden können. Querbezüge zwischen kognitiver, psychologischer, philosophischer und linguistischer Semantik können dabei ebenso zur Sprache kommen wie die Grenzen und begrifflich-theoretischen Grundprobleme kognitivistischer Ansätze in der Semantik, wie sie in der Kritik daran formuliert wurden. (Literaturhinweise: s. Aushang vor Raum 320). Teilnahmevoraussetzungen: Zwischenprüfung, Bereitschaft zur aktiven Teilnahme; Voraussetzung für einen Leistungsnachweis: aktive Teilnahme; Referat (schriftlich vorzulegen) oder Hausarbeit; Bedingungen für einen QuaSt auf Anfrage.
    4420

    2 St.
    Sprachwandel ( A 1,2,4)

    Mi. 13-15 in 073
    D. Busse

    Beginn: 7.4.99
    Im Hauptseminar soll der Sprachwandel sowohl als Gegenstandsbereich der empirischen Sprachwissenschaft als auch als Grundproblem linguistisch-sprachtheoretischer Begriffs- und Modellbildung näher betrachtet werden. Die Grundzüge traditioneller Sprachwandelsforschungen (etwa auf den Gebieten der Phonologie, Morphologie, Syntax und Semantik/Lexik) sollen dabei ebenso zur Sprache kommen wie neueste Ansätze zur Erklärung des Sprachwandels und die grundlagentheoretische Debatte darüber. Dazu gehört auch die Bestimmung des Stellenwerts des Sprachwandels und der Sprachwandelstheorie in der systematischen Linguistik und Sprachtheorie generell. (Literaturhinweise: s. Aushang vor Raum 320) Teilnahmevoraussetzungen: Zwischenprüfung, Bereitschaft zur aktiven Teilnahme; Voraussetzung für einen Leistungsnachweis: aktive Teilnahme; Referat (schriftlich vorzulegen) oder Hausarbeit; Bedingungen für einen QuaSt auf Anfrage.
    4421

    2 St.
    Sprachrezeption

    Do. 12-14 in VIIb fällt aus!
    M. Schwarz

    4422

    2 St.
    Das deutsche Kasussystem (A 1,2)

    Do. 9-11 in 064
    C. Dürscheid

    Beginn: 8.4.
    Das Seminar bietet einen umfassenden Einblick in die neuere Kasusforschung. Als Ausgangspunkt dient der traditionelle Kasusbegriff. Das Kasussystem des Deutschen wird unter synchronem und diachronem Blickwinkel betrachtet, und es wird gefragt, welche syntaktischen und semantischen Funktionen mit den einzelnen Kasus assoziiert sind. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen dabei die Faktoren, die das Verhältnis von Kasussyntax und Kasussemantik bestimmen (Verbsemantik, Verbdiathese, Kasushierarchie u. a.).

    Eine Liste der Hausarbeitsthemen hängt vor Zi. 222 aus. Die Themen werden in den Feriensprechstunden am 5. 3. und 26.3. vergeben.

    4423

    Temporalsemantik

    fällt aus!
    K. H. Ramers

    4424

    2 St.
    Textvergleich und Textübersetzung (A 1,3)

    Blockseminar v. 2.-4.6.1999 in Haus Wiesengrund, Überndorf (Oberberg. Land)
    I. Burr/H. Vater

    Zielsetzung: In dem Blockseminar sollen Texte mit linguistischen Methoden untersucht werden. Dabei werden sowohl Methoden als auch Anwendungsbereiche (teils in der Einführung, teils in Referaten) vorgestellt. Behandelt werden die Bereiche Textthema und Textstruktur, Kohäsions- und Kohärenzbeziehungen in Texten; Textverstehen, vor allem aber Textvergleich. Dazu gehören:

  • Vergleich verschiedener Varianten (Versionen) eines Textes,
  • Vergleich zwischen Originaltext und Übersetzungen (besonders Französisch/Deutsch)

    Voraussetzungen zum Erwerb eines Leistungsscheins: persönl. Anmeldung, Teilnahme an den Seminarsitzungen, Vortrag eines Thesenpapiers und Ausarbeitung einer Hausarbeit (die auf dem Thesenpapier aufbaut). Für Romanistik anzurechnende Arbeiten begutachtet Frau Burr, für Germanistik anzurechnende Arbeiten Herr Vater (mögliche Referatsthemen siehe Aushänge an R. 222 oder 255). Vorbesprechungen: Mi. 17.2.99, 18 Uhr in R. 204 und Di., 6.4.1999, 10.30-11.30 Uhr in 263. Besprochen werden Zielsetzung und Durchführung des Seminars, Fragen der Beratung bei der Ausarbeitung der Thesenpapiere sowie technische Fragen.

    Teilnahmegebühr: Die Teilnahme am Seminar (mit Übernachtung und Vollpension in Haus Wiesengrund) kostet voraussichtlich ingesamt DM 150,- Genaueres wir auf der 1. Vorbesprechung bekanntgegeben. Anmeldung: Feriensprechstunden von I. Burr in 255 und H. Vater in 222 (s. Aushang). Die Anmeldung (mit Anzahlung von DM 50,-) ist als verbindlich anzusehen. Bei Krankheit oder anderen Verhinderungsgründen bitte rechtzeitig abmelden, damit ein anderer Interessent nachrücken kann. Bei zu kurzfristiger Abmeldung sind Strafgebühren fällig, da dem Heim dadurch Unkosten erwachen.

  • 4425

    2 St.
    Konversationelle Implikaturen (A 1,2,3,6)

    Mi. 9-11 in 075
    B. Primus

    Beginn: 7.4.99
    Im Hauptseminar soll ein wichtiges Teilgebiet der linguistischen Pragmatik vertieft untersucht werden. Es handelt sich dabei um kontextuell determinierte und durch konversationelle Maximen gesteuerte Schlußfolgerungen, die uns ermöglichen, nicht-wörtliche Rede aufgrund von Information aus dem Kontext und der wörtlichen Bedeutung einer Äußerung zu verstehen. Grundkenntnisse in der logischen Semantik und Pragmatik erleichtern die erfolgreiche Teilnahme an diesem Seminar.

    Teilnahmevoraussetzungen: ZP und persönliche Anmeldung. Die Anmeldeliste, die Literaturhinweise und die Themenliste für die schriftliche Hausarbeit liegen ab Februar im Lehrstuhlsekretariat, Zi. 224, vor.

    Voraussetzung für einen Leistungsnachweis: Schriftliche Hausarbeit (die in Form eines Thesenpapiers im Seminar zur Diskussion gestellt wird). Voraussetzung für einen QuaST: regelmäßige, aktive Teilnahme und Klausur.

     

    Sprachgeschichte

    4426

    2 St.
    Übersetzen im Mittelalter (B 3, A 4-6)

    Do. 16-18 in 204
    C. Bertelsmeier-Kierst

    Beginn: 8.4.99
    Unser modernes Übersetzungsverständnis ist an Vorstellungen wie Original, Werktreue, überhaupt an den Anspruch größtmöglicher Authentizität gebunden. Dieses Verständnis setzt einen festen Autor- und Werkbegriff voraus, den das Mittelalter - zumindest in der volkssprachlichen Literatur - nur in einem sehr eingeschränkten Maße kennt. Hinzu tritt das Problem der sprachlichen Vermittlung, das sich grundsätzlich beim Transfer in ein neues Bezugssystem mit anderem sozio-kulturellen Umfeld stellt. Ausgehend von den Anfängen der deutschen Schriftproduktion in der Karolingerzeit bis hin zu den ausgedehnten literarischen Debatten in Humanismus und Reformation sollen ganz unterschiedliche Übersetzungtypen und Diskussionstheorien des Mittelalters und der frühen Neuzeit berücksichtigt werden. Diskussionsgrundlage werden hierbei vor allem ausgewählte Aufsätze aus dem Band "Übersetzen im Mittelalter" (Wolfram-Studien XIX, hg. v. J. Heinzle, P. Johnson u. G. Vollmann-Profe, Berlin 1996) sein.
    4427

    2 St.
    Deutsche Juden - deutsche Sprache

    Mi. 10-12 in 057
    D. Bering

    Beginn: 7.4.
    Das Seminar wird von einer Forschungsthese getragen: Deutsche und Juden sind ein "kulturelles Paar" (=Parallelstellung der historischen Erfahrungen, der Begabungs- und Strebungsrichtungen). Nicht zuletzt aus dieser Nahstellung sind Haß und Abwehr der Deutschen zu erklären. Die Verifizierung der These soll über die systematische Analyse des (auch für die Deutschen zentralen, weil nationenkonstitutiven) Punktes "deutsche Sprache" laufen. Dementsprechend stehen folgende Beweise/Themen an: 1. auf der jüdischen Seite: Konzentrierung des jüdischen/deutschen Bewußtseins auf die Kategorie Sprache: Sprachproblematik in der Bibel, besondere Sprachfähigkeiten der Juden, besondere Anstrengungen der assimiliationswilligen Juden in der deutschen Sprache, die Ablehnung des Jiddischen, die zentrale Stellung der hebräischen Sprache bei den Zionisten und der Gründung Israels, die fanatische Verteidigung des reinen Deutsch insbesondere durch Juden: Eduard Engel, Karl Kraus; 2. auf der deutschen Seite: die Fundierung der Sprachbedeutsamkeit durch die "Deut-sche Bewegung" (Herder, Humboldt), die Fundierung der deutschen Kulturnation durch Sprache und Literatur, die chauvinistische Verformung der Gleichung:

    Sprache = Volk, der Kampf gegen die deutschverderberischen Juden in Literatur und Presse. Die vermutete Parallele kann auch aus dem Deutschenbild der Franzosen und Engländer erarbeitet werden. Die Forschungsmethoden sind konzentriert auf die Analyse entweder noch kaum analysierter Zeitschriften (leicht zugänglich in der Bibliothek der Germania Judaica) oder durch Ausleuchtung geistiger Biographien von Exponen-ten beider Seiten (Moses Mendelssohn, Eduard Engel). Themenvergabe in den Feriensprechstunden. Ausführlicher Seminarplan ab Anfang Februar im Seminarordner.

    Literatur:

  • Bering, D. 1998: Juden und die deutsche Sprache. Das Konzept der"Kulturnation" und antisemitische Propaganda (schon jetzt im Seminarordner).
  • Bering 1999: Juden und Deutsche. Ein "cultural pair"? Argumente gegen Daniel Goldhagen (im Seminarordner).
  • Gilman, Sander L. 1993: Jüdischer Selbsthaß. Antisemitismus und die verbrogene Sprache der Juden, Frankfurt/M.
  • Meyer, Michael A. 1994: Von Moses Mendelssohn zu Leopold Zunz. Jüdische Identität in Deutschland 1749-1824, München.
  • Richter, Matthias 1995: Die Sprache jüdischer Figuren in der deutschen Literatur (1750-1933). Studien zu Form und Funktion, Göttingen.
  •  

    Ältere deutsche Sprache und Literatur

    4428

    2 St.
    Neidhart

    Do. 12-14 in 204 fällt aus!
    NN

    4429

    2 St.
    Grobianische Literatur (B 2,3)

    Mo. 17-19 in XXI
    K.-H. Göttert

    Beginn: 12.4.
    Das Hauptseminar befaßt sich mit einer bestimmten Sparte des zivilisatorischen Schrifttums, das um die Wende vom Mittelalter zur Neuzeit besondere Aktualität gewann. Hauptkennzeichen ist die satirisch-parodistische Umkehr der gewöhnlichen Didaxe, die Einkleidung der Anstandsthematik in die Aufforderung zu seiner mög-lichst intensiven Mißachtung.

    Anmeldung und Themenvergabe während der Feriensprechstunden in Zi. 221 (dort auch die Ausgabe von Themenlisten mit Literatur). Es wird erwartet, daß jeder Teilnehmer, der einen Schein erwerben will, ein Referat übernimmt. Die schriftliche Ausarbeitung kann in den nachfolgenden Semesterferien erfolgen.

    Haupttexte: Wittenwiler: Ring; Fischart: Geschichtsklitterung; Fastnachtsspiele; Tischzuchten; Dedkind/Scheidt: Grobianus.

    4430

    2 St.
    Wolfram von Eschenbach: Parzival (B 2, 3, 6)

    Di. 16-18 in 056
    H.-J. Ziegeler

    Beginn: 6.4.
    Kein höfischer Roman ist so reich überliefert, kein höfisches Epos hat so außer-ordentlich gewirkt wie der ‘Parzival’ Wolframs von Eschenbach, der, in Grundzügen und auch in zahlreichen Details, dem ‘Conte du Graal’ des Chrétien de Troyes folgt, ihn aber auch erweitert und abändert. Erzählt wird nicht nur die Geschichte von Parzival, sondern auch die seiner nächsten und näheren Verwandten (Vater, Mutter, Gemahlin, Kinder, Bruder, Onkel, Tanten etc.) und darüber hinaus die Geschichte Gawans als des zweiten Helden des Romans. Kein anderer höfischer Roman hat auch so viele interessante Frauenfiguren aufzuweisen wie der ‘Parzival’. Thematisch sind von vorrangigem Interesse: die reich nuancierte und in sehr spezieller Weise akzentuierte Liebesdarstellung (Liebe und Gewalt, Liebe und Haß, Liebe und Krieg, Liebe und Tod), die breit ausgeführte Gesellschaftsdarstellung (Orienthandlung und Heidenbild, Artus- und Gralgesellschaft; „Politik" in den Gawan-Partien), der Komplex „Verwandschaft" und die religiöse Problematik (Parzivals Schuld?).

    Das Seminar ist so geplant, daß sukzessive der gesamte Text gelesen, analysiert und diskutiert wird, wobei zentrale Fragen der Forschung und Interpretationsprobleme einbezogen werden sollen. Am Ende des Semesters wird vom 2.7.99 bis 4.7.99 ein dreitägiges Kompaktseminar außerhalb Kölns stattfinden, das der gemeinsamen Diskussion eines zentralen Themas der gegenwärtigen ‘Parzival’-Forschung mit Bonner Studentinnen und Studenten eines gleichzeitigen ‘Parzival’-Seminars dienen soll, das von Prof. Dr. Elke Brüggen geleitet wird. Frau Brüggen und ich stellen uns vor, daß wir uns auf der Grundlage der in den jeweiligen Seminaren erarbeiteten Kenntnisse der ‘Kunst des Erzählens’ im ‘Parzival’ zuwenden können; Fragen der Komposition (genealogischer Roman, Doppelroman, Aufbau epischer Totalität; Zeit- und Raumkonzepte, Verweis- und Verknüpfungstechniken, Vordergrund und Hintergrund), Figurationen des Erzählers, Poetologie und Intertextualität, Komik, Witz, Humor, Ironie.

    Bis zu Beginn des Semesters sollte der Roman (24810 Verse) ein erstes Mal gelesen sein in einer der derzeit erhältlichen Ausgaben mit mittelhochdeutschem Text (mit oder ohne nhd. Übersetzung). Als Einführung ist ferner zu empfehlen: Joachim Bumke: Wolfram von Eschenbach. 7. [...] Aufl. Stuttgart/Weimar 1997 (Sammlung Metzler 36); dort auch die neuere (und ältere) Forschung.

    Hinweisen möchte ich ferner auf den Lektürekurs zum ‘Parzival’ von Dr. Heike Sahm (vgl. Nr. 4455).

    Anmeldung: nur Mittwoch, 10.2.99, 13 Uhr, Raum 082 möglich, da für das Kompaktseminar geeignete Räumlichkeiten zu bestellen sind.

    4432


    2 St.
    Höfischer Roman als Zeitenraum: der „Iwein" Hartmanns von Aue

    Mo. 16-18 in 204
    U. Peters

    Beginn: 12.4.
    In diesem Seminar soll am Beispiel des ‘Iwein’ die Bedeutung der Zeit als eine zentrale Kategorie des Erzählen im höfischen Roman erarbeitet weden, an der sich die spezifische Erzählkunst der höfischen Romanautoren vielleicht am besten erken-nen läßt. Dabei wird es nicht nur darum gehen, im Rahmen narratologischer Analysen etwa die verschiedenen Zeitebenen des Romans, die Überblendung von erzählter Zeit und Erzählzeit, die zeitlichen Fokussierungen des Erzählens, die Gleichzeitigkeit von Ereignissen, zu bestimmen, sondern es sollten auch weitergehende Fragen der Funktionalisierung von Zeit behandelt werden: die verschiedenen Formen der Semantisierung von Zeitangaben (präzise vs unbestimmte Angaben, Tageszeiten/Jahreszeiten in ihrer Bedeutung für das erzählerische Geschehen), die Bedeutung mehrmals erzählter Ereignisse, die zeitliche Verortung der Ginovergeschichte, die thematisch-ideologische Fixierung von Zeit im Prolog, der Kalogrenant-Vorgeschichte und des Termin-Themas und schließlich die unterschiedliche Konzeptionalisierung von Zeit im Iweintext und seiner bildlichen Repräsentation in Rodenegg.

    Dieses Seminar ist auch für die Mitglieder des Graduierten-Kollegs „Vormoderne Konzepte von Zeit und Vergangenheit" bestimmt.

    4433


    2 St.
    Liedertheorie II: Die ‘theory of oral formulaic composition’ (B 1,3)

    Fr. 16-18 in 204
    U. Mehler

    Beginn: 9.4.
    Das Hauptseminar setzt die im WS 98/99 begonnene Arbeit fort, kann aber auch ohne die Teilnahme am vorherigen Seminar besucht werden. Neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind herzlich willkommen. Im Mittelpunkt des Seminars werden die Arbeiten von Milman Parry und Albert Bates Lord stehen. Gerade von ihnen ging ja ein wesentlicher Anstoß zur neueren Diskussion um den Problemkreis „Mündlichkeit -Schriftlichkeit„ aus.

    Zu Beginn des Seminars wird die Kenntnis von Albert B[ates] Lord: Der Sänger erzählt. Wie ein Epos entsteht. München 1965 (engl. u.d.T. The Singer of Tales, Cambridge, Mass. 1960) vorausgesetzt. Eine Übernahme eines (mündlichen) Referates wird erwartet.

    Ablaufplan und Themen ab 12.2.99. Anmeldungen (fern-)mündlich oder schriftlich mit Angabe des Referatsthemas bis zum 8.4.99. Nach diesem Zeitpunkt ist eine Anmeldung und Teilnahme am Seminar nicht mehr möglich.

     

    Neuere deutsche Literaturwissenschaft

    4449a


    2 St.
    Geschwätz - Noise - Rauschen - Parasit. Medien- und kommunikationstheoretische neu Begriffe

    Do. 18.30-20 in V
    G. Stanitzek/E. Schüttpelz

    Beginn: 8.4.
    vgl. Forschungskolleg "Medien und kulturelle Kommunikation"
    4433a


    2 St.
    Die Auseinandersetzung mit der Technik im Roman des 20. Jahrhunderts, Teil 2 (B 5,6)

    Mo. 12-14 in 204
    H. Esselborn

    Im Anschluß an mein Hauptseminar im SS 98 (dessen Besuch aber keine Voraussetzung ist) sollen nun Texte, die nach dem Zweiten Weltkrieg erschienen sind, unter der angegebenen Fragestellung untersucht werden: Ernst Jünger: Heliopolis und Gläserne Bienen als optimistische bzw. pessimistische Version seiner Einschätzung des technischen Fortschritts, Max Frisch: Homo Faber als späte Version des Ingenieursroman, Herbert Franke: Im Gedankennetz als Vorwegnahme virtueller Perso-en und Welten in der Science Fiction und Christa Wolf: Störfall als Beispiel der Auseinandersetzung einer Autorin der ehemaligen DDR mit der Atomenergie. Philosphische Texte zur Technik von M. Heidegger und G. Anders werden die literarischen ergänzen.

    Zur allgemeinen Einführung wird empfohlen: Literatur im Industriezeitalter. Marbacher Katalog 42/1 und Harro Segeberg: Literatur im technischen Zeitalter. Darmstadt 1997.

    Die Übernahme von Referaten ist ab sofort in meinen Sprechstunden möglich.

    4434

    2 St.
    Heinrich von Kleists Dramen (B 5)

    Mi. 11-13 in 056
    G. Blamberger/A. Stephens

    Beginn: 7.4.
    Das Seminar beginnt mit einer eingehenden Analyse der 'Familie Schroffenstein', die als generativer Kern für die Entfaltung der Kleistschen Dramenpoetik betrachtet werden soll. Hauptziel des Seminars ist es, an den 'masterpieces', besonders der 'Penthesilea', Kleists Theorie der Tragödie zu entwickeln - in Abgrenzung von den idealistischen Konzepten der Goethezeit. Zur Vorbereitung auf das Seminar sei die Lektüre der letzten Kleist-Jahrbücher empfohlen, außerdem Gerhard Neumann (Hg.): Heinrich von Kleist. Kriegsfall - Rechtsfall - Sündenfall. Freiburg 1994, sowie Walter Hinderer: Interpretationen. Kleists Dramen. Stuttgart 1997. Eintragung in die Seminarliste in Zi. 217 ist erforderlich (Höchstteilnehmerzahl: 60 Personen). Scheinvoraussetzungen: Ergebnispapier als Resultat der Gruppenarbeit (6 Seiten, Abgabe eine Woche vor der Plenardiskussion des Themas), Referate nur bei geringer Teilnehmerzahl, Moderation der Plenardiskussion, Fokussierung der Diskussion auf eine Mikroanalyse, regelmäßige Teilnahme an den Seminarsitzungen, schriftliche Hausarbeit (Minimum 20 Seiten, feste Abgabefrist: 30.9.1999).
    4435

    2 St.
    Körper - Texte (B 1, 4, 5)

    Mo. 16-18 in 096
    E. Kleinschmidt

    Beginn: 12.4.
    Das Seminar unternimmt zum einen eine Einführung in den Theoriediskurs zu Körpererfahrung und Sprache (u.a. Bühler, Weinrich, Foucault, Kristeva), die dann anhand von diachron ausgesuchten Beispieltexten historisch konkretisiert wird. Die meisten Texte werden in Reader-Form (zu Beginn des Semesters verfügbar) z.T. ausschnitthaft zur Verfügung gestellt. 16.Jh.: Rabelais/Fischart, Montaigne; 17.Jh.: Quevedo 'Träume'; 18. Jh.: Voltaire 'Candide', Herder 'Ursprung der Sprache' (R), Mendelssohn 'Über die Empfindungen', Lichtenberg 'Hogarthsche Kupferstiche' (Komödiantinnen); 19. Jh.: Kleist 'Penthesilea', E.T.A. Hoffmann 'Der Sandmann', Baudelaire 'Blumen des Bösen'; 20. Jh.: Kafka 'Verwandlung', Döblin 'Berlin Alexanderplatz', E. Jelinek 'Die Klavierspielerin'.

    Als Einführung in das Thema vgl. den Sammelband D. Kamper/Chr. Wulf (Hgg.), Die Wiederkehr des Körpers, Frankfurt/M. 1994.

    Das Seminar verzichtet auf Referate zugunsten gemeinsamer, intensiver Diskussion. Ein Seminarschein wird durch eine in den Semesterferien abzufassende Hausarbeit (ca. 25 Seiten) nach persönlicher Absprache über ein Thema eigener Wahl erworben.

    Die TeilnehmerInnenzahl ist (im Rahmen der Raummöglichkeiten) beschränkt. Listen hängen ab der letzten Semesterwoche des WS 98/99 am Schwarzen Brett neben meinem Büro (246) aus.

    4435a

    2 St.
    Goethes Sturm-und-Drang-Lyrik

    Mo. 8.30-10 in 204
    H. Esselborn

    Kommentar siehe "Änderungen zum Kommentierten Vorlesungsverzeichnis"
    4436

    2 St.
    Gottfried Keller (B 5, 6)

    Mi. 9-11 in B IV
    P. J. Brenner

    Beginn: 7.4.
    In einer einläßlichen Analyse zentraler Werke soll die Stellung Gottfried Kellers in der Literatur und Geschichte seiner Zeit erarbeitet werden. Im Zentrum wird die Interpretation des Grünen Heinrich in der ersten Fassung stehen; wichtige Passagen der zweiten Fassung werden ergänzend herangezogen. Die Frage nach Bildungsproblematik, Künstlerauffassung, Gesellschaftskritik, Romanpoetik und Realismuskonzept werden im Vordergrund stehen. Weiterhin soll der Novellenzyklus der Seldwyler Geschichten unter gattungs-typologischen und literatur-soziologischen Gesichtspunkten untersucht werden. - Ich empfehle den Erwerb folgender Textausgaben: Gottfried Keller, Der Grüne Heinrich (Goldmann Klassiker; 1. u. Teile der 2. Fassung) (auch andere Ausgaben können verwendet werden); Die Leute von Seldwyla (Reclam). - Zur Einführung in Leben und Werk sei genannt: B. Breitenbruch, Gottfried Keller (Rowohlt); sehr informativ ist immer noch die ältere Biographie von E. Ermatinger, Gottfried Keller (Diogenes; zuerst 1915/16).

    Ein genauer Seminarplan mit weiteren Textangaben hängt ab Anfang September an Zi. 247 aus. - In dem Seminar werden keine Referate vor-getragen; der Scheinerwerb erfolgt durch schriftliche Hausarbeiten. - Eine Teilnehmerbeschränkung besteht nicht.

    Alle Kommilitoninnen und Kommilitonen, die sich bereits für das gleichnamige Hauptseminar des WS 1998/99 eingeschrieben hatten, können an diesem Seminar ohne weitere Anmeldung teilnehmen.

    Für weitere Interessenten gelten die bekannten Regeln: Persönliche Anmeldung ist zwingend erforderlich. Bei der Anmeldung wird ausnahmslos die nachprüfbare Kenntnis aller genannten Texte Kellers sowie einer der beiden Monographien vorausgesetzt (das gilt auch für sog. »Gäste«). - Der letzte Anmeldetermin für neue Teilnehmer ist Dienstag, 13. April 1999, 15.00 h (ich bitte auch die Sprechstundentermine in der vorlesungsfreien Zeit zu nutzen; s. Aushang)

    4437

    Barockes Trauerspiel

    fällt aus!
    W. Voßkamp

    4450
    neu

    2 St.
    Text und Bild: Emblematische Strukturen im 17. und 2O. Jahrhundert (B 1, 2)

    Mo. 19-21 in 2O4
    W. Voßkamp

    Beginn: 12.4.
    Die zentrale (intermediale) Text-Bild-Wechselbeziehung läßt sich in der deutschen und europäischen Literatur am besten an Traditionen der Emblematik beobachten. Der dominante Lektüremodus für Bild-Text/Text-Bild-Relationen bildet sich in emblematischen Strukturen ab, die im Seminar an Beispielen vor allem des 17. und 2O. Jahrhunderts untersucht werden sollen. Ausgehend von A. Alciatus' "Emblema-ta" sind vor allem allegorische Lektüren in der Literatur des 17. Jahrhunderts durch emblematische Formbildungen charaktersiert. Hier werden Beispiele von Gryphius ("Carolus Stuardus", "Aemilius Papinianus"), Lohenstein ("Cleopatra", "Sophonisbe") und Grimmelshausen ("Simplicius Simplicissimus") zugrunde gelegt. In der Rezeption sollen vor allem Texte des 2O. Jahrhunderts untersucht werden: Brechts "Kriegsfibel", Peter Weiß' "Ästhetik des Widerstands", Alexander Kluges "Patriotin" und Heiner Müllers "Germania. Tod in Berlin".

    Die Lehrveranstaltung ist auf zwei Semester angelegt; Hauptseminararbeiten sind erwünscht. Anmeldung in den Sprechstunden.

    Literatur: Walter Benjamin, Ursprung des deutschen Trauerspiels (zuerst Berlin 1928); Albrecht Schöne, Emblematik und Drama im Zeitalter des Barock. München 21968; Emblem und Emblematikrezeption. Hg. v. Sybille Penkert. Darmstadt 1978; Bernhard F. Scholz, Das Emblem als Textsorte und als Genre: Überlegungen zur Gattungsbestimmung des Emblems. In: Zur Terminologie der Literaturwissenschaft. Hg. v. Christian Wagenknecht. Stuttgart 1989, S. 289-308; Waltraud Wiethölter, "Schwartz und Weiß auß einer Feder" oder Allegorische Lektüren im 17. Jahrhundert: Gryphius, Grimmelshausen, Greiffenberg. In: DVjs. 72, 1998, S. 537-591.

    4437a


    2 St.
    Geist, Idee, Politik: „How to read ‘German Thought’"? (B 1, 5, 6)

    Di. 10-12 in 0112
    H. Christians/N. Wegmann

    Beginn: 7.4.
    Ideengeschichte ist im Gegensatz zur amerikanischen ‘history of ideas’ und ‘intellectual history’ im deutschen Theoriekanon nicht mehr fest etabliert. Vielmehr wurden ideen- oder geistesgeschichtliche Zuordnungen in der Nachkriegszeit immer offener zu politischen links/ rechts/ Mitte-Einordnungen. Hier wie dort stellt sich also die Frage, was genau die relevanten Fakten für solche Befunde und Klassifikationen sind und welche Rolle dabei speziell die Zäsur der Naziherrschaft spielt. Ist das ideengeschichtliche Interesse am ’Deutschen Denken’ (" German Thought") immer schon eingespannt in die Rekonstruktion einer Vorgeschichte des Nazismus? An Fallgeschichten (Benjamin, Schmitt, Gadamer, Habermas ) soll untersucht werden, was in einem bestimmten ‘ideengeschichtlichen’ Ansatz jeweils als ideengeschichtliches Faktum, als ‘Idee’ gilt. Interessant sind dabei sowohl die kontroversen Beurteilungen von Autoren, als auch die philologischen Konsequenzen (Texteditionen etc.) solcher Urteile.

    Zur Vorbereitung:

  • Dominick Lacapra: Geistesgeschichte und Interpretation. In: Ders./ S.L. Kaplan (Hg.): Geschichte denken. Neubestimmung und Perspektiven moderner europäischer Geistesgeschichte. Fft/M: Fischer 1988 (Orig. 1982). S. 45-86
  • Max Wehrli: Was ist / war Geistesgeschichte? In: C. König/ E. Lämmert (Hg.): Literaturwissenschaft und Geistesgeschchte 1910 bis 1925. Fft/M: Fischer 1993. S.
  • 4437b

    2 St.
    Poetik des Aphorismus

    Mo. 16-18 in 204
    N. Wegmann

    Beginn: 12.4.
    Bitte beachten Sie die "Änderungen zum Kommentierten Vorlesungsverzeichnis"
    4438

    2 St.
    Interpreationen zu Gedichten Goethes (B 1,2,4,5)
    Mi. 18.30-20 in 0112
    V. Neuhaus

    Beginn: 7.4.
    In chronologischer Folge sollen Goethes Gedichte von der Leipziger Rokoko-Zeit bis zur Alterslyrik exemplarisch vorgestellt und in gemeinsamer Arbeit analysiert werden. Thesenpapiere stellen lediglich wichtige biographische Abschnitte vor; auf ihrer Grundlage können dann Seminar-Arbeiten geschrieben werden. Zwecks Scheinerwerb können im übrigen aus dem gesamten Gebiet des Semianars geschrieben werden. Textgrundlage ist: Goethes Gedichte in zeitlicher Folge, hg. von Heinz Nicolai, Insel Taschenbuch Nr. 1400.
    4439

    2 St.
    E.T.A. Hoffmann: Nachtstücke (B 5,6)

    Mi. 12-13.30 in 057
    R. Drux

    Beginn: 7.4.
    Gegenstand des Seminars sind die acht „Nachtstücke„ E.T.A. Hoffmanns und ihr kulturgeschichtlicher Kontext (genauere Informationen an 15.2. im Aushang neben R. 227). Wer einen Schein erwerben will, ist zur persönlichen Anmeldung (Liste liegt in R 226 aus) bis zum 6.4., der Mitwirkung an einem Thesenpapier zu einer der Sitzungen (Angabe bei Anmeldung) und Anfertigung einer Hausarbeit verpflichtet, deren Thematik sich aus der Seminardiskussion entwickeln sollte. Textgrundlage: E.T.A. Hoffmann: „Nachtstücke„. Hg. v. G. Kaiser, Stuttgart 1990 (Reclam UB).
    4440

    2 St.
    Gattungsprobleme der Biographie (B 2)

    Do. 8.30-10 in 0112
    G. Blamberger

    Beginn: 8.4.
    Die Biographik und das dafür konstitutive Prinzip psychologischer Kausalität sind im 20. Jahrhundert in Literatur wie Literaturwissenschaft problematisch geworden. Signifikante Beispiele dafür sind Wolfgang Hildesheimers Experimente mit der Gattung (Mozart, 1977 - Marbot, 1981) oder Foucaults Autor-Aufsatz, die die allmähliche Verfertigung biographischer Legenden und die Interessen und Strategien bei der Konstruktion von Autorbildern entlarven. In der Narrativitätsdebatte der 70er und 80er Jahre wurde auch unter Historikern die chronologisch-teleologische Darstellungstechnik verworfen zugunsten offenerer Präsentationsprinzipien, wie sie in der Romanpraxis des 20. Jahrhunderts längst selbstverständlich geworden waren (Diskontinuität, Entfabelung, Möglichkeitssinn etc.). Ziel des Seminars ist es, am Beispiel aktueller Künstlerbiographien (z.B. von Rüdiger Safranski) Gattungsformen und -typen sowie das Verhältnis von Poetik und Rhetorik zu studieren.

    Zur Vorbereitung auf das Seminar seien zur Lektüre empfohlen: Helmut Scheuer: Biographie. Stuttgart 1979. - Ders.: Biographie. In: Ästhetik der Geschichte. Hg. von J. Holzner und W. Wiesmüller. Innsbruck 1995, S. 119-140. - Reinhart Koselleck, Wolf-Dieter Stempel (Hg.): Geschichte - Ereignis und Erzählung. München 1973. - Christoph Gradmann: Geschichte, Fiktion und Erfahrung. In: Internat. Archiv f. Soz.gesch. der dt. Lit., Bd. 17, 1992. H. 2, S.1-16. - Michel Foucault: Qu´est-ce qu´un auteur? In: Bulletin de la Societé francaise de Philosophie, 1969. Dt. in: Schriften zur Literatur. Frankfurt/M. 1988.

    Scheinbedingungen: Kurzreferat, Vorschläge für Plenardiskussion, regelmäßige Teilnahme an den Seminarsitzungen, schriftliche Hausarbeit (Minimum 20 Seiten, feste Abgabefrist: 30.9.1999). Anmeldung erforderlich (Zi. 217), Höchstteilnehmerzahl: 60 Personen.

    4442


    2 St.
    Literarische Jahrhundertwende(n): Zeitkonzepte und Textualität um 1900 (B 1,5)

    Fr. 12-14 in 070
    A. Simonis

    Beginn: 8.4.
    Jahrhundertwenden geben Anlaß, über die Besonderheiten der modernen Zeiterfah-rung zu reflektieren, die sich mitunter zum Krisenbewußtsein verdichtet. Dieses Phänomen soll an Beispielen aus der Literatur um und nach 1900 genauer untersucht werden. Als Einstieg in die Seminardiskussion dient Walter Benjamins Berliner Kindheit um Neunzehnhundert (Bibliothek suhrkamp Nr. 966). Weitere Texte, ein detaillierter Seminarplan und Angaben über meine Semestersprechstunden werden noch durch einen Aushang im Laufe der Semesterferien bekannt gegeben.

    Voraussetzung für den Scheinerwerb ist neben der schriftlichen Hausarbeit die Bereitschaft, ein Kurzreferat zu übernehmen.

    4443


    2 St.
    Rainer Maria Rilke und die französische Literatur (B 5)

    Do. 10-12 in 056
    A. Stephens

    Beginn: 8.4.
    Die bekanntesten Einflüsse auf Rilkes künstlerische Entwicklung, die sich aus seiner intensiven Beschäftigung mit der Kulturwelt Frankreichs ergeben, werden durch seine Rodin-Monographie und seine Briefe über die Malerei Cézannes dokumentiert. Es darf jedoch nicht übersehen werden, daß seine lebenslange Auseinandersetzung mit dem Erbe des französischen Symbolismus bereits im Jahr 1896 in der Form einer eingehenden Lektüre und Kommentierung der Dramen des durch Mallarmé stark beeinflußten Dichters Maurice Maeterlinck beginnt. Eine erneute Beschäftigung mit Rilkes Rezeption Maeterlincks als Schlüssel zu seiner frühen Ästhetik ist deshalb erforderlich, um der Bedeutung solcher rein literarischen Einflüsse, die schon vor seinem ersten Pariser Aufenthalt in seinem Schaffen wirksam waren, gerecht zu werden. Die Bedeutung Baudelaires für Rilke - nicht nur in der Periode der Neuen Gedichte und des Malte Laurids Brigge, sondern auch in späteren Jahren - bedarf der weiteren Präzisierung, besonders was seine Rezeption der Petits poèmes en prose angeht. Andere französische Schriftsteller, die in den Aufzeichnungen des Malte als "Reminiszenzen seiner Belesenheit" erwähnt werden, darunter die Geschichtsschreiber des französischen Mittelalters, verdienen eine eigene, wenn auch summarische Behandlung. Schließlich soll sich das Seminar mit Rilkes Leistung als Übersetzer französischer Lyrik mittels vergleichender Stilanalysen beschäftigen: Seine Übersetzungen ausgewählter Gedichte von Louise Labé, Anna de Noailles und Paul Valéry ermöglichen durch Gegenüberstellung mit dem französisschen Originaltext bedeutende Einsichten in sein dichterisches Können.
    4444


    2 St.
    Authentizität oder Marginalität? Schweizer Literatur des 20. Jahrhunderts (B 5)

    Mi. 11-13 in 0111
    E. Kleinschmidt

    Beginn: 7.4.
    Wenn auch die Gesamtheit einer Schweizer Literatur des 20.Jh.s allein schon sprachlich nicht zu repräsentieren ist, so gilt dies auch für einen entwicklungsgeschichtlichen Überblick der deutschsprachigen AutorInnen/Texte, deren aktuelle Greifbarkeit zudem oft schwierig ist. Die behandelte Auswahl (ergänzt durch einen am Anfang des Semesters verfügbaren Reader) dient somit mehr der akzentuierten Einführung in das literarische Schreiben der Schweiz als einem Anspruch auf systematische Abdeckung aller Ansätze:

    C. Spitteler 'Imago'(Kopie); R. Walser 'Geschwister Tanner' (st); F. Glauser 'Tee der drei alten Damen' (TB); Meinrad Inglin 'Schweizerspiegel' (TB); F. Dürrenmatt 'Besuch der alten Dame' (TB); M. Frisch 'Homo faber'(st); H. Loetscher 'Der Immune' (TB); H. Burger 'Die künstliche Mutter'; A. Muschg 'Albissers Grund' (st); E. Pedretti 'Valerie oder das ungezogene Auge (BS). - Als Einführung: Literatur in der Schweiz, München: Text & Kritik 1998.

    Das Seminar, das vorbereitende Lesebereitschaft voraussetzt, verzichtet auf Referate zugunsten gemeinsamer, intensiver Diskussion. Ein Seminarschein wird durch eine in den Semesterferien abzufassende Hausarbeit (ca. 25 Seiten) nach persönlicher Absprache über ein Thema eigener Wahl erworben.

    Die TeilnehmerInnenzahl ist (im Rahmen der Raummöglichkeiten) beschränkt. Listen hängen ab der letzten Semesterwoche des WS 98/99 am Schwarzen Brett neben meinem Büro (246) aus.

    4445

    2 St.
    Interpretationen zu Gedichten der DDR (B 1,2,5,6)

    Di. 18-20 in 0111
    V. Neuhaus

    Beginn: 6.4.
    Das Seminar stellt chronologisch und nach Autoren geordnet wichtige Strömungen der DDR-Lyrik vor. Dabei soll in gemeinsamer Arbeit an konkreten Texten zugleich das Instrumentarium der Lyrik-Analyse geschärft werden. Thesenpapiere gelten lediglich der Vita einzelner Autoren; sie können danach zu Hauptseminar-Arbeiten ausgeweitet werden. Im übrigen können zwecks Scheinerwerb Arbeiten zu Themen aus dem gesamten Feld des Seminars geschrieben werden.
     

    Oberseminare

     

    Sprachwissenschaft des Deutschen

    4446


    2 St.
    Neuere Forschungsarbeiten und Ansätze zur Morphologie und Wortbildung (A 1,2)

    Mo. 15-17 in 070
    D. Busse

    Beginn: 12.4.
    Im Oberseminar sollen einige neuere Forschungsarbeiten und theoretische Ansätze zur Morphologie und Wortbildung in vertiefender und kritischer Lektüre und Diskus-sion näher unter die Lupe genommen werden. Gedacht ist u.a. an eine Erörterung von Ansätzen der sog. „Natürlichen Morphologie" und ihren Vergleich mit Konzeptionen traditioneller, strukturalistischer und generativistischer Ansätze. In Diskussion und Bewertung verschiedener morphologischer Theorien und Modellbildungen können Fragen einer strikt zeichentheoretischen Sprachauffassung und ihrer Folgen für die morphologische Theoriebildung Leitlinie sein. (Literaturhinweise: s. Aushang vor Raum 320)

    Teilnahmevoraussetzungen: Zwischenprüfung, Bereitschaft zur aktiven Teilnahme; Voraussetzung für einen Leistungsnachweis: aktive Teilnahme; Referat (schriftlich vorzulegen) oder Hausarbeit; Bedingungen für einen QuaSt auf Anfrage.

    4447

    2 St.
    Partikeln

    als Blockseminar: 25.-28. Mai 1999; 10-14, 15-17 in 204
    C. Di Meola

    Unter dem Oberbegriff "Partikeln" sollen im Seminar alle unflektierbaren Funktionswörter näher untersucht werden: nicht nur Partikeln im engeren Sinne (wie beispielsweise die Modalpartikeln aber, auch, bloß, denn, halt usw.), sondern auch Präposi-tionen und Konjunktionen. Ihnen ist gemeinsam, daß sie keine volle lexikalische Bedeutung besitzen, sondern primär eine grammatisch-relationale Funktion ausüben.

    Zunächst werden die Kriterien für eine Bestandsaufnahme der einzelnen Klassen von Partikeln erörtert. Dabei wird nicht nur die Abgrenzung zu Inhaltswörtern (z.B. Adverbien) vorgenommen, sondern auch die Übergänge von einer Klasse zur anderen verfolgt. Drei Aspekte stehen im Mittelpunkt der Untersuchung: a) morphologische Struktur und Etymologie von Partikeln; b) semantische Eigenschaften (Beziehung zu Kategorien wie Kausalität, Konzessivität, Temporalität usw.); c) syntaktische Eigenschaften (Rektion und Stellung von Präpositionen; beiordnende und unterordnende Funktion von Konjunktionen usw.). Die Grammatikalisierungsforschung und die Prototypentheorie werden den theoretischen Rahmen für dieses Oberseminar liefern.

    Der Seminarplan mit Lektüreangaben, eine Teilnehmerliste sowie eine Liste der Referate liegen ab Februar 1999 in meinem Seminarordner in der Bibliothek aus. Bitte in beide Listen eintragen. Vor Beginn des Seminars ist es unerläßlich, die Referate mit mir zu besprechen (Termine für Vorbesprechungen werden per Aushang bekanntgegeben; zudem bin ich unter folgender E-Mail-Adresse zu erreichen: claudio.di_meola@uni-koeln.de).

     

    Neuere deutsche Literaturwissenschaft

    4448



    2 St.
    Forschungskolloquium: Archäologie der Medientheorie. Medienepisteme am Anfang des 20. Jahrhunderts (B 1)

    Mi. 15-17 (14 täg.) in 070
    G. Blamberger

    Beginn: 7.4.
    Ausgehend von den medientheoretischen Debatten im 'emblematischen' Jahr 1929 (Historisierung der Photographie, Ende der Kino-Debatte, Etablierung des Tonfilms, erste Fernsehexperimente usw.) soll die Konstitution medientheoretischen Wissens aus Figuren und Begriffen der Literaturtheorie, Kunstgeschichte, Medizin und Rechtswissenschaft seit 1890, i.e. der Übergang von impliziten zu expliziten Medientheorien, analysiert werden. Textbeispiele dafür werden Anfang des Sommersemesters an die Seminarteilnehmer ausgegeben. Blocksitzungen sind möglich, vorherige persönliche Anmeldung in meinen Sprechstunden bzw. in den Sprechstunden von Herrn Dr. Dotzler ist unbedingt erforderlich. Höchstteilnehmerzahl: 20 Personen.
    4449


    2 St.
    Neuere Forschungsprobleme: Erkenntnisleistung von Metapher und Bild

    Di. 19.30-21 in 230
    W. Pape

    Beginn: 8.4.
    Das Oberseminar hat eine doppelte Zielrichtig: Zum einen eine zu erarbeiten, daß Metaphern und Vergleiche grundsätzlich mehr als rhetorischer „Bilderschmuck„ sein können, daß der Metapher „eine transzendentalhermeneutische Funktion der schöpferischen Welterschließung wie auch eine kognitiv-imaginative Funktion der Welterkenntnis„ zukommt (Debatin: Die Rationalität der Metapher) und sogenannte literarische Metaphern sich von Metaphern der Wissenschaftssprache funktional kaum unterscheiden. Metapher, Symbol, Allegorie, Verleich und Analogie sollen mit Kant als symbolische Versinnlichung verstanden werden. In dem das Seminar so die Sprachlichkeit von Literatur ins Zentrum stellt, sollen am Beispiel von Examens- und anderen Qualifikationsarbeiten diese Probleme nutzbringend diskutiert werden. Denn viel zu wenig wird die Möglichkeit genutzt, Schwierigkeiten beim Schreiben einer Examensarbeit oder Dissertation, beim methodischen Vorgehen und der Praxis der Textanalyse, durch das Gespräch unter ,Kolleginnen‘ und ,Kollegen‘ zu begegnen. Fragen des Erkenntnisinteresses werden dort ebenso zu erörtern sein wie die Schwierigkeiten der Themenwahl und -begrenzung sowie der literaturwissenschaftlichen Methode.

    Neue Examenskandidaten
    Für neue Examenskandidaten findet in der ersten Semesterwoche vor allem zur Klärung der Anforderungen in Hausarbeit und Prüfung sowie formaler Fragen eine Besprechung statt. Termin Sommersemester 1999: Donnerstag, 8. April, 19 Uhr s.t. in Raum 230.

    4449a


    2 St.
    Geschwätz - Noise - Rauschen - Parasit. Medien- und kommunikationstheoretische Begriffe

    Do. 18.30-20 in V
    G. Stanitzek/E. Schüttpelz

    Beginn: 8.4.
    siehe "Forschungskolleg: Medien und kulturelle Kommunikation"
    4450


    2 St.
    Text und Bild: Emblematische Strukturen im 17. und 2O. Jahrhundert (B 1, 2)

    Mo. 19-21 in 2O4
    Kommentar siehe Hauptseminare
    W. Voßkamp

    4451




    2 St.
    Technikkatastrophen und Untergangsvisionen in der modernen Literatur (Überlegungen zu einem intermedialen Projekt in Verbindung mit dem Deutschen Museum) (B 2, 5)

    Do. 17.30-19 in 0101
    R. Drux

    Beginn: 8.4.
    Weltuntergangsvisionen, die gegen Ende eines Jahrhunderts Hochkonjunktur zu haben pflegen, sind heute häufig mit Technikkatastrophen verbunden, die sich entweder schon längst ereignet haben oder als furchtbar antizipiert werden. Dem Verhältnis von Apokalypse und GAU möchte dieses Seminar anhand ausgewählter Texte (z. B. H. M. Enzensberger: Der Untergang der Titanic; G. Grass: Die Rättin; Ch. Wolf: Störfall; Erzählungen von G. Kunert, Dramen von H. Müller) und einigen filmischen Beispielen nachgehen.

    Da eine enge Zusammenarbeit mit dem Deutschen Museum Bonn – mit dem Ziel, ein komplexeres intermediales Projekt zu konzipieren – geplant ist, muß ich auf einer persönlichen Anmeldung bis spätestens Ende März bestehen (Sprechstunde oder Fax). Nach Absprache können die behandelten Werke auch für eine Seminararbeit zum Erwerb eines Scheins im Hauptstudium herangezogen werden.

    4452

    2 St.
    Zur Theorie der Gewalt im 20. Jahrhundert (B 1)

    Di. 18 s.t.-19.30 in 230
    P. J. Brenner

    Beginn: 6.4.
    Im Zuge der "Postmoderne"-Diskussion ist die Frage nach der "Gewalt" wieder einläßlicher erörtert worden. Das Seminar wird einige traditionelle und aktuelle Diskussionsansätze unter philosophischen, politischen, juristischen und literaturwissenschaftlichen Gesichtspunkten diskutieren. Dazu werden einige klassische Texte der Gewaltdiskussion betrachtet. Es soll zudem versucht werden, die Auswirkungen auf die Literatur des 20. Jahrhunderts anhand ausgewählter Textbeispiele (etwa E. Jünger) zu berücksichtigen. Das Textkorpus wird, entsprechend den Wünschen der Teilnehmer, in der ersten Sitzung festgelegt.

    Zur Einführung bitte ich um die vorbereitende Lektüre von Wolfgang Sofsky: Traktat über die Gewalt. Frankfurt a.M.: Büchergilde Gutenberg 1998. - Weiter kommt in Frage: George Sorel: Über die Gewalt. Frankfurt a.M. 1969 (zuerst frz. 1906). - Walter Benjamin: Zur Kritik der Gewalt. In: Ders.: Gesammelte Schriften. Bd. II/1: Aufsätze, Essays, Vorträge. Frankfurt a. M. 1977, S. 179-203 (zuerst 1921). - Carl Schmitt: Politische Theologie. Vier Kapitel zur Lehre von der Souveränität. München/Leipzig 21934. - Gewalt und Gerechtigkeit. Derrida - Benjamin. Hg. Haverkamp. Frankfurt a. M. 1994, S. 60-96. - Jacques Derrida: Force de loi: Le "fondement mystique de l'autorité"./Force of Law: The "Mystical Foundation of Authority". In: Cardozo Law Review 11 (1989/90), S. 919-1045.

    Bei Vorliegen der Voraussetzungen ist Scheinerwerb durch Hausarbeit möglich. Die Teilnehmer meiner bisherigen Oberseminare sind herzlich eingeladen; für weitere Interessenten ist eine persönliche Anmeldung in meinen Feriensprechstunden (Aushang), spätestens am Di., 13. 4. 1999, 15 h, erforderlich.

    4452a



    2 St.
    Zum Stand der literaturwissenschaftlichen Theorie. Lektüre neuer Arbeiten zur Theoriebildung der Literaturwissenschaft

    Di. 19-21 in 0103
    N. Wegmann

    Beginn: 6.4.
    Bitte beachten Sie die "Änderungen zum Kommentierten Vorlesungsverzeichnis".
     

    Sprachgeschichte

    4454a


    2 St.
    Einführung in die mittelalterlichen Schreibdialekte (A 4,5)

    Mi. 17-19 in 070
    C. Bertelsmeier-Kierst

    Beginn: 7.4.
    Deutsche Texte des Mittelalters werden gewöhnlich in einer Sprache präsentiert, die sich an dem von Lachmann und seiner Schule geschaffenen sog. "Normalmittelhochdeutsch" orientiert. Dieses Normalmittelhochdeutsch spiegelt jedoch eine Einheitlichkeit vor, die es in den mittelalterlichen Handschriften nicht gegeben hat. Das Kollo-quium möchte den Umgang mit den mittelalterlichen Handschriften erleichtern und einen Überblick über die wichtigsten Schreibdialekte des Mittelalters (insb. des 13. Jhs.) vermitteln. Es richtet sich vorzugsweise an Studierende des Hauptstudiums und Examenskandidaten.
     

    Ältere deutsche Sprache und Literatur

    4462


    2 St.
    Forschungskolloquium: Aktuelle Probleme der Mediävistik

    Mi. 10-12 in 230
    U. Peters/H.-J. Ziegeler

    Beginn: 7.4.
    In dem Kolloquium sollen Probleme diskutiert werden, die gegenwärtig in der germanistischen Mediävisitk (und in angrenzenden Fächern) von besonderem Interesse sind, sei es, daß sie kontrovers diskutiert werden (z. B ‘Lucidarius’-Datierung), sei es durch Neu-Erscheinungen (z. B. ‘Nibelungenlied’-Interpretation, neue Editionen von Walther von der Vogelweide), sei es durch Anstöße aus ‘New Philology’ oder aus dem neu in Köln eingerichteten Forschungskolleg ‘Medien und kulturelle Kommunikation’ und den entsprechenden Teilprojekten, sei es durch eigene Arbeits- und Forschungsvorhaben der Teilnehmer.
     

    Neuere deutsche Literaturwissenschaft

    4464

    2 St.
    Gegenwartsliteratur

    Di. 19-21 in 204
    E. Kleinschmidt

    Beginn: 6.4.
    Das Kolloquium, das nichts mit dem Veranstaltungstyp eines Examenskolloqiums zu tun hat, wendet sich an interessierte StudentInnen aller Semester, die sich intensiver mit der deutschen und internationalen Gegenwartsliteratur und ihren theoretischen Grundlagen beschäftigen wollen. Die Bereitschaft zu extensiver Lektüre wird vorausgesetzt. Die Auswahl der Texte erfolgt gemeinsam. Als Werk für die erste Sitzung schlage ich den Roman des Nobelpreisträgers von 1998 vor: José Saramago, Handbuch der Malerei und Kalligraphie (rororo).
    4466


    2 St.
    Cultural studies - a new discipline in the humanities? (in engl. Sprache)

    Mo. 14-16 in 0103
    A. Stephens

    Beginn: 12.4.
    English literary studies at universities throughout the English-speaking world have, in the last two decades, shown a strong tendency to turn away from the familiar canon of literary works sanctioned by tradition in favour of regarding 'high' literary status as one cultural phenomenon among many and to question and expose the hegemonies which privilege certain forms of cultural expression above others. Thus minority subcultures, pop culture, media cultures and traditionally "low" forms of artistic and cultural expression have tended to displace "great books" in the content of academic courses and as the objects of academic scholarship. The growth of "cultural studies" as a new discipline has not been without its own often aggressive ideology. To quote one of its leading exponents, John Hartley: "Culture ist seen as the sphere in which class, gender, race and other inequalities are naturalised and represented in forms which sever (as far as possible) the connection between these and economic and political inequalities. [...] The shape of cultural studies has been directly influenced by this struggle to decolonise the inherited concept, and to criticise its tendency to suppress its own role in reproducing class and other inequalities." The colloquium will undertake a survey of seminal writings in the "cultural studies" movement and, in particular, a critical examination of the concept of "decolonising" which runs a grave risk of precisely that ideological simplification it sets out to combat. Since Australia has a genuinely post-colonial society, "cultural studies" has flourished there to a point of becoming an orthodoxy, and many of the writings of prominent Australian proponents of "cultural studies" will be touched on in the colloquium.
    4467


    2 St.
    Übungen zum lyrischen Frühwerk Hugo v. Hofmannsthals

    Mi 12-14 in 204
    P.-E. Neuser

    Beginn: 7.4.
    English literary studies at universities throughout the English-speaking world have, in the last two decades, shown a strong tendency to turn away from the familiar canon of literary works sanctioned by tradition in favour of regarding 'high' literary status as one cultural phenomenon among many and to question and expose the hegemonies which privilege certain forms of cultural expression above others. Thus minority subcultures, pop culture, media cultures and traditionally "low" forms of artistic and cultural expression have tended to displace "great books" in the content of academic courses and as the objects of academic scholarship. The growth of "cultural studies" as a new discipline has not been without its own often aggressive ideology. To quote one of its leading exponents, John Hartley: "Culture ist seen as the sphere in which class, gender, race and other inequalities are naturalised and represented in forms which sever (as far as possible) the connection between these and economic and political inequalities. [...] The shape of cultural studies has been directly influenced by this struggle to decolonise the inherited concept, and to criticise its tendency to suppress its own role in reproducing class and other inequalities." The colloquium will undertake a survey of seminal writings in the "cultural studies" movement and, in particular, a critical examination of the concept of "decolonising" which runs a grave risk of precisely that ideological simplification it sets out to combat. Since Australia has a genuinely post-colonial society, "cultural studies" has flourished there to a point of becoming an orthodoxy, and many of the writings of prominent Australian proponents of "cultural studies" will be touched on in the colloquium.
     

    Examens- und Doktorandenkolloquien

     

    Sprachwissenschaft des Deutschen

    4453

    1 St.
    Examenskolloquium

    Di. 15-16 in 076
    B. Primus

    Beginn: 6.4.
    Das Kolloquium dient der intensiven Vorbereitung auf die schriftlichen und mündlichen Abschlußprüfungen von Examenskandidat(innen), die bei mir die Prüfung ablegen möchten.
    4454

    2 St.
    Linguistisches Kolloquium

    Mi. 18-20 (14tägl.) in 230
    B. Primus

    Beginn: 7.4.
    Im Rahmen dieses Kolloquiums sollen vor allem Forschungsthemen von Doktorand(inn)en und Examenskandidat(inn)en vorgestellt und diskutiert werden. Eine schriftliche Anmeldung wird erbeten.
     

    Ältere deutsche Sprache und Literatur

    4455

    2 St.
    Lektürekurs zum HS Parzival

    Do. 10-12 in 204 (vgl. Nr. 4430)
    H. Sahm

    Beginn: 8.4.
    Wie soll man eine Erzählung verstehen, die der Erzähler selbst dadurch kennzeichnet, daß sie 'flieht und jagt, entweicht und zurückkehrt'? Der Lektürekurs soll den Zugang zum 'Parzival' erleichtern durch die gemeinsame Lektüre, Übersetzung und Kommentierung wichtiger und schwer verständlicher Textpassagen. Anmeldung ist nicht nötig.
    4456

    2 St.
    Übersetzungskurs für Examenskandidaten

    Fr. 14-16 in 230
    L. Deutsch

    Beginn: 9.4.
    4457

    2 St.
    Examenskolloquium

    Mo. 18-20 in 0103
    D. Bering

    Beginn: 12.4.
    4458

    2 St.
    Examenskolloquium

    Mi. 14.30-16 in 0103
    K.-H. Göttert

    Beginn: 7.4.
    4459

    2 St.
    Examenskolloquium

    Mi. 8.30-10 in 090
    U. Peters

    Beginn: 7.4.
    Diese Veranstaltung ist dazu gedacht, daß Studierende des Hauptstudiums, vor allem natürlich Examenskandidaten, in der Gruppe und einer möglichst lockeren Atmosphäre die literarischen Probleme ihrer Prüfungsgebiete vortragen und in der gemeinsamen Lektüre von Texten wie Forschungsbeiträgen diskutieren können.
    4460

    2 St.
    Examenskolloquium

    Do. 14-16 (14tägl.) in 204
    H.-J. Ziegeler

    Beginn: 15.4.
    In dem vierzehntäglich stattfindenden Kolloquium sollen Probleme, die bei der Vorbereitung für das Examen und während der Examensphase auftreten, gemeinsam besprochen werden; dies betrifft die Zulassungs- und Magisterarbeit ebenso wie Klausur und mündliche Prüfung; also z. B.: Gliederung, Auseinandersetzung mit Forschungspositionen, Formulierung eines eigenen Ansatzes, Erarbeitung von Spezialgebieten etc.
    4461

    2 St.
    Doktorandenkolloquium

    Di. 18-20 in 0102
    K.-H. Göttert

    Beginn: 6.4.
     

    Neuere deutsche Literaturwissenschaft

    4465


    2 St.
    Repetitorium der Literaturgeschichte I: Vom Barock zum Sturm und Drang

    Di. 16-18 in 0111
    V. Neuhaus

    Beginn: 6.4.
    Die ersten beiden Sitzungen dienen der Klärung aller mit den verschiedenen Examina zusammenhängenden Fragen und sind deshalb für meine Examenskandidaten Pflichtveranstaltungen.
     

    Sprechkunde

    4468

    2 St.
    Sprechkunde I

    (Blockseminar, Termine: Sa./So. 22./23. und 29.30. Mai, 11-19 Uhr im Neuen Senatssaal)
    F. Klose

    Anmeldelisten liegen ab 19.4.99 im Geschäftszimmer (bitte beachten Sie die Hinweise im Glaskasten).

    Inhalt: Sprecherziehung, Atem- und Stimmbildung (in Ansätzen), Gestaltung verschiedenster Textformen: Gedichte, Prosa, Nachrichten,Glossen, Satiren, Briefe etc.

    Literatur: Kopiervorlagen werden gestellt. Der „Aussprache Duden„ wird zur Anschaffung sehr empfohlen.

    Teilnehmerzahl: 20

    4469

    2 St.
    Sprechkunde II

    (Blockseminar, Termine: Sa./So. 12./13. und 19./20 Juni, 11-19 Uhr im Neuen Senatssaal)
    F. Klose

    Anmeldelisten liegen ab 19.4.99 im Geschäftszimmer (bitte beachten Sie die Hinweise im Glaskasten).

    Ein Aufbauseminar, das die Arbeit an künstlerischen Textformen wie an Sachtexten vertieft. Die in Sprechkunde I erworbenen Fähigkeiten werden vorausgesetzt und sollen in Sprechkunde II unter Anleitung zu einer möglichst eigenständigen Inter-pretation von Lyrik/Prosa geführt werden. Bei der Bearbeitung von Sachtexten ist die freie Rede ohne Manuskript das Ziel.

    Die Veranstaltung findet als Blockseminar an zwei Wochenenden zu Beginn des Semesters statt (insgesamt ca 32 Stunden).

    Die Teilnehmerzahl ist begrenzt auf 15. Literatur wird als Reader ca. 3 Wochen vor der Veranstaltung ebenfalls im Geschäftszimmer ausliegen. Um entsprechende Vorarbeit wird gebeten.

    4470

    2 St.
    Sprechkunde I

    Mo. 18-20 in 073
    W. Werner

    Beginn: 12.4.
    Um den ständig steigenden stimmlich-sprecherischen Anforderungen auf Dauer gewachsen zu sein, ist es für spätere Angehörige sprechintensiver Berufe schon im ,Vorfeld‘ unerläßlich, das intonatorisch gewandt - sichere und artikulationsbewußte Sprechen regelmäßig zu üben. Anhand ausgewählter Texte mit Schwerpunkt ,Hörfunk‘ sowie deutscher Lyrik und Prosa sollen bei jedem Teilnehmer die verbalen und nonverbalen Voraussetzungen für ein eigenständiges, adäquates Artikulationsbewußtsein entwickelt werden. Angestrebt wird die Herausbildung der für jeden individuell verschiedenen Sprechstimm-/Tonlage (Indifferenzlage), die den einzelnen Seminarteilnehmern befähigt, mit dem geringsten Kraftaufwand dennoch kräftig, klangvoll und ausdauernd zu sprechen.

    Durch gegenseitige ,Feedbacks‘ nach vorgegebenen erprobten Beurteilungskriterien zwischen den TeilnehmerInnen sollen die Sprechleistungen untereinander immer wieder sachlich-kritisch hinterfragt und verbessert werden. Dabei soll die rhetorische Kommunikation (Sprechhandeln) gleichrangig neben der sprechkünstlerischen Gestaltung) von Texten stehen (ästhetische Kommunikation). Zur jederzeit nachvollziehbaren Beurteilung von Sprechleistungen stehen zudem auditive Hilfsmittel zur Verfü-gung. Zur adäquaten sprechkünstlerischen Gestaltung wird eine „Zusammenschau„ von gesprochenem Wort in seinem jeweiligen literaturhistorischen Kontext angestrebt.

    Der Erwerb eines Scheines ist geknüpft an regelmäßige aktive Teilnahme, die Ausarbeitung eines Stundenprotokolls bzw. ein Kurzreferat (5-10 Min.) in freier Rede (Orientierung an vorbereiteten Stichworten).

    Für das Semesterende soll eine von den TeilnehmerInnen sprechkünstlerisch dargebotene Rezitationsveranstaltung für HörerInnen aller Fakultäten vorbereitet werden.

    Der Ausprache-Duden sollte für jeden Teilnehmer zum unverzichtbaren Handwerkszeug gehören. Literatur s. Seminarapparat. Kopiervorlagen werden gestellt.

    Zur Vorbereitung außerdem empfohlen: Ludwigsen, H.: Sprachbetrachtung und Textanalyse, Verlag Gehlen, Bad Homburg v.d. Höhe. - Balser-Eberle, V.: Sprechtechnisches Übungsbuch, OBV Pädagogischer Verlag, Wien 1996. - Aderhold, E./Wolf E.: Sprecherzieherisches Übungsbuch, Henschel Verlag, Berlin. - Preu, O. /Stötzer, U.: Sprecherziehung für Studenten pädagogischer Berufe, Verlag Volk und Wissen, Berlin 1989. - Wagner, R.: Grundlagen der mündlichen Kommunikation. Bayrischer Verlag für Sprechwissenschaft, Regensburg 1996. - Wachtel, St.: Spre-chen und Moderieren in Hörfunk und Fernsehen, UVK Medien, Verlasch Ölschläger, Konstanz 1994. - Ders.: Schreiben fürs Hören, a.a.O. - Aderhold, E: Das gesprochene Wort, Henschel Verlag, Berlin 1994. - Hirsch, G.I.: Überzeugend frei reden - Sprach- und Rhetoriktraining. Humboldt-Taschenbuchverlag, München 1993. - Winckler, Chr.: Sprechkunde und Sprecherziehung.

    4471

    2 St.
    Sprechkunde I

    Do. 18-20 in 076 vgl. 4470
    W. Werner

    Beginn: 12.4.
     

    Forschungskolleg „Medien und kulturelle Kommunikation„
    SFB-FK 427

    Das Forschungskolleg stellt sich die Aufgabe, Fragen der Medienevolution mit einer kulturwissenschaftlichen Akzentsetzung zu bearbeiten. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, daß neue Medialität den kulturellen Haushalt unserer Gesellschaft neu formatiert. Die Forschungen des Kollegs zielen auf die Beobachtung und Analyse solcher Veränderungen: a) in Hinsicht auf Sprach-Medialität, Intermedialität, Hypermedialität; b) in Hinsicht auf den medialen Technologien jeweils entsprechende Kommunikationskulturen; c) in Hinsicht auf begleiten.

    Die MitarbeiterInnen und Projektleiterinnen werden zusätzlich zur im Kolleg zu leistenden Forschungsarbeit - die im Rahmen von Kolleg-Kolloquien gestellt wird (Aushänge beachten!) - ein Studienprogramm anbieten. In diesem Zusammenhang folgende Veranstaltungen:



    Ringvorlesung: Medien und kulturelle Kommunikation

    Termine werden per Aushang bekanntgegeben
    W. Voßkamp u.a.

    Beginn: 12.4.
    4408a

    2 St.
    Puppen - Körper - Automaten

    Mi. 19-21 in 073
    (Kommentar siehe Proseminare)
    B. Dotzler

    4411a


    2 St.
    Kino, Hypnose und Verbrecherbanden: Louis Feuillades Les Vampires

    Di. 12-14 in 230 sowie separater Sichttermin
    St. Andriopoulos

    Mit Les Vampires (1915/16) gelang Louis Feuillade ein weiterer faszinierender Publikumserfolg, der an seine berühmte Filmserie Fantômas (1913/14) unmittelbar anknüpfte. Die filmische Darstellung der bizarren Verbrechen, die von einer geheimnisvollen, ungreifbaren Organisation mithilfe von Hypnose, Entführungen, Giftgas usw. ausgeführt werden, war nicht nur von grundlegender Bedeutung für Fritz Langs Dr. Mabuse, der Spieler. Auch Louis Aragon und André Breton feierten die zehnteilige Filmserie in ihren inkohärenten, willkürlichen Handlungsverläufen als „die Wirklichkeit dieses Jahrhunderts". Dabei inszenierten die inkongruenten Momente von Gewalt neben dem Trauma des Ersten Weltkriegs ebenso die gleichsam übernatürliche Macht der frühen Kinematographie, deren hypnotische Wirkung auf ihre Zuschauer zum selben Zeitpunkt Gegenstand von Hugo Münsterbergs The Photoplay. A Psychological Study (1916) wurde.

    Ausgehend von der siebenstündigen Filmserie wird das Seminar in seinen Sitzungen verschiedene interdiskursive und intermediale Schnittpunkte zwischen Kinematographie und anderen kulturellen Bereichen um 1900 (Gespensterphotographie, Okkultismus, frühe Medientheorie, Medizin, Rechtswissenschaft, phantastische Literatur etc.) genauer in den Blick nehmen. So läßt sich etwa Feuillades Darstellung einer omnipräsenten und gleichzeitig ungreifbaren Verbrecherorganisation auf zeitgenössische juristische Diskussionen beziehen, in denen ,Körperschaften‘ als unsichtbare, aber reale ,Lebewesen‘ dargestellt werden, die durch ihre ,besessenen‘ Organe kriminelle Handlungen vollziehen können. Die filmische Inszenierung der Hypnose hingegen nimmt eine weitverzweigte medizinische Debatte über das ,Schreckgespenst des hypnotischen Verbrechens‘ auf, die dem ,Lichtspiel‘ selbst eine ,ungeheure Suggestivkraft‘ zuschreibt. Neben die differenzierte, formale Analyse der Filmserie tritt damit eine Historisierung, die der Visualität filmischer Bilder gerecht wird, ohne sie von ihrem kulturellen Kontext abzutrennen. Weiterhin soll der Zusammenhang von Serialiät und Medialität einer eingehenden Analyse unterzogen werden.

    4449a


    2 St.
    Geschwätz - Noise - Rauschen - Parasit. Medien- und kommunikationstheoretische Begriffe (B 1)

    Do. 18.30-20 in V
    G. Stanitzek/E. Schüttpelz

    In dem theoretisch folgenreichsten Kommunikationsmodell Claude E. Shannons fällt eine zentrale Rolle dem Begriff 'Noise' zu: Terminus für die Negation der als Signalübertragung gefaßten 'Kommunikation' durch berechenbare und/oder zufällige Störungen und/oder störende Kommunikation. Das Kolloquium und Hauptseminar wird den verschiedenen Gestalten und Auslegungen nachgehen, in denen sich der Begriff 'Noise' und in ihm die Differenz der Kommunikation seitdem abgezeichnet hat, insbesondere in jenem erstaunlichen, aber unzufälligen Übersetzungen als dt. 'Rauschen', frz. 'le parasite', ital. 'rumore', die auf verschiedene Weisen in die Geschichte der Kommunikationstheorie (Austausch, Gerücht, leeres Gerede, phatische Kommunikation, Zufall, Sinnlosigkeit, Orakel, 'gate-keeper'...) zurückführen. Diskutiert werden u.a. Texte von Plutarch, Balthasar Gracian, Klaus Krippendorff, Bronislaw Malinowski, Gregory Bateson, Dan Graham, und insbesondere die zwei Ecktexte von Shannon ('Die mathematische Theorie der Kommunikation') und Miche Serres ('Der Parasit'), deren Lektüre vor Beginn des Hauptseminars empfohlen wird.
    4450


    2 St.
    Text und Bild: Emblematische Strukturen im 17. und 2O. Jahrhundert (B 1, 2)

    Mo. 19-21 in 2O4
    (Kommentar siehe Hauptseminare)
    W. Voßkamp

    4448



    2 St.
    Forschungskolloquium: Archäologie der Medientheorie. Medienepisteme am Anfang des 20. Jahrhunderts (B 1)

    Mi. 15-17 (14 täg.) in 070
    (Kommentar siehe Kolloquien)
    G. Blamberger

     

    Fachschaft Germanistik

    Nachdem Ihr alle diese herrlichen Lehrangebote durchgelesen habt, stellt Ihr Euch gewiß die Frage, was davon denn nun das Wichtigste, Unumgänglichste, essentiell Notwendige sein könnte. Hier folgt die Antwort:

    Wir sind (natürlich!) die wichtigsten am Institut, weil

    1. wir (erfahrungsgemäß) die meiste Ahnung haben, was den Aufbau Eures Grundstudiums angeht. Kommt also alle zur Studienberatung der Fachschaft, wenn Ihr Euer Studium beginnt;
    2. wir Euch neben allerlei nützlichen und ernsten Projekten (siehe 3.) jedes Semester eine Fahrt zum Spaßhaben und Kennenlernen anbieten;
    3. wir die Profs prüfen, Sinniges und Sinnigstes in der Fachschaftszeitung „Sonett" veröffentlichen und versuchen, im Sinne der Studierenden auf Personalentscheidungen und Studienordnungen Einfluß zu nehmen.

    Außerdem gibt es jeden Mittwoch um 15 Uhr im Raum 93,5 unser „Cafè Germanistique", anschließend findet von 18 bis 20 Uhr die Fachschaftssitzung statt. Jeder Mensch, der Germanistik auf dem StudentInnenausweis stehen hat, kann dort hingehen, sich informieren, mitentscheiden...