| Das
Institut für Altertumskunde umfaßt in einer für deutsche Universitäten
einmaligen Kombination die Fächer Alte Geschichte, Klassische Philologie
(Griechisch, Latein), Byzantinistik und Neugriechische Philologie, Mittellateinische
Philologie. In allen genannten Fächern bestehen Magister- und Promotionsstudiengänge,
in den Fächern Alte Geschichte (als Teil eines Geschichtsstudiums), Griechisch
und Latein auch Lehramtsstudiengänge (Sekundarstufe II mit Einschluß von
Sekundarstufe I).
Gegenstand
von Forschung und Lehre sind in umfassendem Sinne Geschichte, Literatur
und Kultur des von den Griechen und Römern geprägten antiken Mittelmeerraums
sowie das Weiterwirken und die Fortentwicklung der Sprachen Griechisch
und Latein, der griechisch- und lateinischsprachigen Literaturen und Kulturen
im Byzantinischen Reich und Griechenland sowie im lateinischen Westen
bis in die Neuzeit.
KLASSISCHE
PHILOLOGIE und ALTE GESCHICHTE werden in Forschung und Lehre als Disziplinen
betrieben, in denen literaturwissenschaftliche, historische und kulturwissenschaftliche
Fragestellungen gleichermaßen zu ihrem Recht kommen. Die Studierenden
erwerben vielfältige Kompetenzen zur historischen Kommunikation mit den
Sprachen, Strukturen und Denkangeboten der beiden europäischen Basiszivilisationen
in ihrer ganzen zeitlichen Ausdehnung vom bronzezeitlichen Griechenland
bis zur Spätantike.
Zugleich bestehen ansonsten in dieser Vielfalt seltene
Möglichkeiten, zentrale 'NEBENDISZIPLINEN' für die antiken Kulturen wie
Inschriften-, Münz- und Papyruskunde (mit Papyrussammlung) kennenzulernen.
Im Rahmen einer alle wesentlichen Bereiche abdeckenden Forschungs- und
Lehrtätigkeit sind besondere Schwerpunkte in ALTER GESCHICHTE: (nach Epochen)
das archaische Griechenland, das Makedonische Königtum und die Alexanderzeit,
die Mittlere römische Republik, die Hohe Kaiserzeit sowie die christliche
Spätantike, (nach Inhalten) der Zusammenhang von Politik, Recht und der
inneren Struktur antiker Stadtstaaten, historische Topographie, Sozial-
und Verwaltungsgeschichte Italiens und der Provinzen in der Kaiserzeit
und der Spätantike; in GRIECHISCH: tragische Dichtung des 5. Jh.s, philosophische
und historiographische Literatur von den Anfängen bis zur Spätantike;
in LATEIN: Autoren und Gattungen der klassischen römischen Poesie des
ersten vor- und nachchristlichen Jahrhunderts, römische Prosa, besonders
Historiographie und Beredsamkeit, ferner Latein als gesprochene Sprache.
Die
BYZANTINISTIK wird mit Betonung auf Geschichte und Literatur sowie den
dazuge-hörigen Grundwissenschaften (griechische Paläographie, Kodikologie,
Diplomatik) betrieben. Außer-dem erfolgen regelmäßig Lehrangebote in byzantinischer
Archäologie. Die Neugriechische Philologie führt die griechische Sprache
und Literatur bis in die Moderne weiter, widmet sich als kultur-wissenschaftliches
Fach allen Fragen zu Vergangenheit und Gegenwart Griechenlands und kann
als eigener Schwerpunkt im Rahmen der Byzantinistik studiert werden.
Die LATEINISCHE PHILOLOGIE DES MITTELALTERS (Mittellatein) beschäftigt sich mit der lateinischen Sprache und Literatur des Mittelalters und der frühen Neuzeit (ca. 5./6. – 16./17. Jh.). Sie verfolgt die Wege, die die Sprache nach dem Untergang des Römischen Reiches auf dem Boden des Imperium und über seine Grenzen hinaus mit dem Christentum eingeschlagen hat, und untersucht auch die verschiedenen lateinischen Fachsprachen, die sich den veränderten Verhältnissen und Bedürfnissen entsprechend im Mittelalter entwickelt haben. Die außerordentlich umfangreiche Literatur, die alle Bereiche des kulturellen Lebens des Mittelalters berührt, ist oft nur unzureichend erschlossen oder untersucht; dabei müssen auch antike und besonders spätantik-christliche Vorbilder und deren Wirkungs- und Überlieferungsgeschichte berücksichtigt werden. Ein wichtiger Teil der Lehre ist die lateinische Paläographie (Handschriftenkunde) und Editionstechnik. Forschungsschwerpunkte sind die lateinische Dichtung und Epistolographie, ihre Erschließung durch Editionen und Repertorien, ferner die Wirkungsgeschichte mittellateinischer Literatur im Frühhumanismus.
Das
Institut für Altertumskunde beherbergt verschiedene FORSCHUNGS- UND ARBEITSSTELLEN,
in denen historische und philologisch-literarische Grundlagenforschung
betrieben wird; so die Arbeitsstelle der Nordrhein-Westfälischen Akademie
der Wissenschaften (Papyrologie, Epigraphik und Numismatik), die Arbeitsstelle
'Lateinische Literatur der Renaissance' der Akademie der Wissenschaften
und der Literatur, Mainz, die Arbeitsstelle 'Poetae Latini medii aevi' der Monumenta Germaniae Historica, München und die mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie
zusammenarbeitende Forschungsstelle für Alte Geschichte (Prosopographie).
Besonders
kennzeichnend für die Forschungstätigkeit der am Institut für Altertumskunde
vertretenen Fächer und Arbeitsstellen ist (neben anderen Aktivitäten)
eine reiche editorische Tätigkeit, sowohl von Primärtexten (Werke griechisch-
und lateinischsprachiger Autoren, Inschriften, Papyri; Münzen) als auch
von wissenschaftlichen Reihen und Zeitschriften (Beiträge zur Altertumskunde,
Rheinisches Museum, Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik, Epigraphica
Anatolica, Byzantinische Zeitschrift).
Die
fächerübergreifenden GRADUIERTENKOLLEGS 'Formierung und Selbstdarstellung
städtischer Eliten im Römischen Reich' und 'Vormoderne Konzepte von Zeit
und Vergangenheit' bieten qualifizierten Berwerberinnen und Bewerbern
die Möglichkeit zur Weiterqualifikation mit innovativen wissenschaftlichen
Arbeiten.
Die
Lehramtstudierenden werden das breite, auch die Fachdidaktik einbeziehende
Lehrangebot an einem so großen Institut zu schätzen wissen; für die Studierenden
mit dem Abschlußziel Magister bietet die Kultur-, Museums- und Medienstadt
Köln mit ihrem näheren Umfeld zahlreiche Möglichkeiten, ihr Studium durch
Praktika zu ergänzen und auf zukunftsträchtige Berufsfelder hin zu orientieren.
Für alle besteht durch die Fächervielfalt der Philosophischen Fakultät
ein ungewöhnlich reiches Angebot, das Studium durch den Besuch von Lehrveranstaltungen
der Nachbarfächer (z.B. Archäologie, Ägyptologie, Historisch-Vergleichende
Sprachwissenschaft, Geschichte, Philosophie) abzurunden. |