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Universität zu Köln

Philosophische Fakultät > Institut für Altertumskunde > Klassische Philologie


 

Studiengänge
Lehramt
Magister

 

 
Antike Sprachen und Kulturen:
Studienrichtung

Griechische Philologie / Byzantinistik
Bachelor
  Regelstudienzeit: 6 Semester
  Studienbeginn: Wintersemester
  Studienvoraussetzungen: Griechischkenntnisse im Umfang des Graecums (Erwerb kann in das Studium integriert werden)
Lateinkenntnisse im Umfang des Latinums
Englischkenntnisse der Stufe B2
  Unterrichtssprache: Deutsch
 
 
Griechische Philologie / Byzantinistik ist eine Studienrichtung innerhalb des akkreditierten Studiengangs Antike Sprachen und Kulturen (ASuK), der ab dem Wintersemester 2007/2008 angeboten wird. Das Studium der Griechische Philologie / Byzantinistik wird mit einer weiteren Studienrichtung dieses Studiengangs (ASuK) oder mit einem anderen an der Philosophischen Fakultät angebotenen Bachelor-Studiengang kombiniert, wobei bestimmte Einschränkungen der Kombinationsmöglichkeiten zu beachten sind. Die Studienrichtung Griechische Philologie / Byzantinistik wird mit der Spezialisierung Griechische Philologie (Sprache, Literatur und Kultur der Antike) oder der Spezialisierung Byzantinistik (Geschichte und Kultur sowie Literatur und Sprache des mittelalterlichen byzantinischen Reiches) studiert. Die Entscheidung für eine der Spezialisierungen muss nicht bei Studienbeginn getroffen werden, sondern kann im Laufe der ersten vier Semester (Basismodule) geschehen, da die Spezialisierung im Wesentlichen erst in den Aufbaumodulen des 5. und 6. Semesters erfolgt.
WELCHE INHALTE HAT DAS STUDIUM? Gegenstand des Studiums ist für die Spezialisierung Griechische Philologie die Sprache, Literatur und Kultur der antiken griechischen Welt von ihren Anfängen bis in die Spätantike sowie (an ausgewählten Beispielen) deren Nachwirkung bis in die Gegenwart. Die Griechen des Altertums haben – ihrerseits gelehrige Schüler anderer Hochkulturen im Orient und im Mittelmeerraum – in Literatur, Philosophie und Kunst eine der Grundlagen geschaffen, auf der die spätere europäische bzw. europäisch beeinflusste Kultur teils durch die Vermittlung der Römer teils durch immer neue unmittelbare Aneignungen (oder auch Abgrenzungen) aufbaut. Das zeigt sich evident auf zahlreichen Gebieten. Um nur einiges zu nennen: Das philosophische Denken setzt sich bis heute mit der griechischen Philosophie in ihren verschiedenen Ausprägungen auseinander (Vorsokratiker; Platon und seine Schule; Aristoteles und seine Schule; Epikur; Stoa; Neuplatonismus). Uns vertraute wichtige literarische Formen (Epos, Tragödie, Komödie, Roman, Historiographie, Rede, viele der ‘kleineren’ Gattungen) sind produktive Weiterentwicklungen dessen, was die Griechen geschaffen haben. Von den Griechen geprägte Stoffe (vor allem ihre Mythen) leben in Literatur und bildender Kunst weiter.
Der Zugang zur Literatur und Kultur der Griechen erfolgt vor allem auf der Grundlage der (alt)griechischen Sprache, so dass die Texte im Original gelesen und verstanden werden können. Ein nicht unbeträchtlicher Teil des Studiums besteht daher im Erlernen der Sprache und der Festigung der sprachlichen Kenntnisse, die sich in der Fähigkeit zeigen, aus dem Griechischen ins Deutsche (und zur Steigerung des Sprachverständnisses auch deutsche Texte in das Griechische) übersetzen und die Texte sprachlich analysieren zu können. Ziel dabei ist ein vertieftes inhaltliches und formales Verständnis der sprachlichen Phänomene. Ein anderer wesentlicher Teil des Studiums dient dem Erlernen und der Einübung philologischer und literaturwissenschaftlicher Methoden und Theorien der Analyse von Texten (einzelner Passagen, Werke, Werkgruppen), damit – soweit es literarische Texte zulassen – ein möglichst umfassendes und begründetes Sinnverständnis erzielt werden kann. Dabei soll erlernt werden, alle einschlägigen Aspekte zu berücksichtigen (u.a. Textform, Erzählerperspektive, Komposition, Gattungskonvention, Intertextualität, kulturelle und historische Voraussetzungen) und die einschlägige Forschungsliteratur kritisch und ihren jeweiligen Standpunkt reflektierend heranzuziehen. Zu den philologischen Methoden gehören auch solche der Textherstellung (Textkritik), da die antiken Texte oft nicht einheitlich oder mit Textverderbnissen überliefert sind. Die Gegenstände und Ziele des Studiums bleiben in den Basismodulen (1.-4. Semester) und den Aufbaumodulen (5. und 6. Semester) im Prinzip die gleichen, nur dass entsprechend den wachsenden Kenntnissen und Fähigkeiten zunehmend anspruchsvollere und komplexere Fragestellungen in Angriff genommen werden.

Bei der Spezialisierung Byzantinistik sind die fachlichen Inhalte der Basismodule mit Ausnahme zweier byzantinistischer Lehrveranstaltungen dieselben wie für Griechische Philologie. Statt einer Vertiefung der auf die Antike gerichteten Studien schließen sich in den Aufbaumodulen jedoch Studien in der Byzantinistik an.
Ihr Gegenstand sind Geschichte, Kunst, Kultur, Literatur und Sprache des zunächst oströmischen, später dann – ab dem 7. Jahrhundert – gräzisierten und als „byzantinisch“ bekannten Reiches. (Die Bezeichnung „Byzantinistik“ ist eine moderne Schöpfung, die auf den antiken Namen der Stadt Konstantinopel, Byzantion zurückgeht.) Anfang und Ende des Byzantinischen Reiches, das von der Spätantike bis zum endgültigen Fall Konstantinopels an die Osmanen 1453 währte, markieren gleichsam die außerordentliche Bedeutung der Stadt Konstantinopel als politisches, kulturelles und religiöses Zentrum der mittelalterlichen Welt.
Geographisch greift das oströmisch-byzantinische Reich im 6. Jahrhundert unter Kaiser Justinian in seiner größten Ausdehnung bis nach Italien, Ostspanien und Nordafrika/ Ägypten aus und vermag bis ins 12. Jahrhundert hinein eine führende Stellung auf dem Balkan und in Kleinasien zu bewahren. Kulturell lassen sich die Einflüsse byzantinischer Kunst in diesen Jahrhunderten bis weit ins Hl. Römische Reich im Westen, Rußland und die Balkanländer im Norden und Armenien und Georgien im Osten nachweisen.
Die Venezianer und Franken setzen im Zuge des Vierten Kreuzzugs im April 1204 zwar dem „traditionellen“ byzantinischen Reich ein Ende, aber als regionale Macht überdauert es noch weitere 250 Jahre in Thrakien, Makedonien und Zentralgriechenland, zuletzt ist es unter der Übermacht der Osmanen auf die Hauptstadt Konstantinopel und die Peloponnes beschränkt. Trotz der politischen Schwäche entsteht in den letzten Jahrhunderten ein fruchtbarer Kontakt byzantinischer Gelehrter mit Humanisten im Italien der Renaissance: die erstmalige Lektüre griechischer Texte im Original nach mehr als einem Jahrtausend weist der abendländischen Geistesgeschichte neue Wege.
Die geographische Lage des ideologischen und kulturellen Zentrums Konstantinopel am Bosporus, am Übergang Europas nach Asien, und die kulturelle sowie religiöse Vorbildfunktion besonders für christlich-orthodoxe Nachbarkulturen prädestinieren das Fach Byzantinistik für interdisziplinäre Kontakte mit anderen mediävistischen sowie slawistischen und islamwissenschaftlichen Fächern.
Die Byzantinistik in Köln wird als mediävistische kulturwissenschaftliche Disziplin mit Fokus sowohl auf Geschichte als auch auf Philologie/Literaturwissenschaft sowie die dazugehörigen Grundwissenschaften (z.B. Paläographie, Kodikologie, Sigillographie, Numismatik) betrieben. Außerdem erfolgen regelmäßig Lehrangebote in byzantinischer Archäologie und Kunstgeschichte. Vorlesungen führen in grundlegender Weise in wichtige Aspekte des Faches ein. Sie vermitteln einen Überblick über die Epochen der byzantinischen Geschichte (Ereignisgeschichte, Verwaltungs- und Wirtschaftsgeschichte, Kulturgeschichte) bzw. Überblickskenntnisse auf dem Gebiet der byzantinischen Literaturgeschichte in ihren verschiedenen Gattungen. In Seminaren und Übungen werden Grund- und Schlüsselkompetenzen im Umgang mit fachspezifischem Quellenmaterial und seiner Nutzung für die Gewinnung historischer Erkenntnisse sowie in der philologischen Textbehandlung erworben und eingeübt bzw. Kenntnisse in verschiedenen Spezialdisziplinen vermittelt. Studienbegleitende Veranstaltungen wie Exkursionen sowie Archiv- und Museumsbesuche ergänzen die Seminare und Übungen.

Das Studium von Griechischer Philologie / Byzantinistik wird – das gilt für beide Spezialisierungen – durch Studien ergänzt, die aus den anderen Studienrichtungen des Studiengangs Antike Sprachen und Kulturen gewählt werden. Auf diese Weise werden breitere, das Verständnis des eigenen Fachgebiets fördernde altertumswissenschaftliche Kenntnisse erworben.

WELCHE BESONDEREN MÖGLICHKEITEN BIETET DAS STUDIUM VON Griechischer Philologie / Byzantinistik IN KÖLN? Neben einer hochqualifizierten Fachausbildung können die Studierenden in Köln in Forschung und Lehre von einem breit gefächerten altertumswissenschaftlichen Angebot (mit Spezialgebieten wie Paläographie, Papyrologie, Epigraphik, Numismatik, Sigillographie) und einem besonderen Maß an Interdisziplinarität profitieren. Benachbarte Disziplinen (z.B. Latein, Alte und Mittelalterliche Geschichte, Kunstgeschichte, Archäologie, Antike Philosophie) sind in das Studium integriert. Durch Exkursionen in Gebiete, die von der griechischen bzw. der byzantinischen Kultur geprägt wurden, werden die Studierenden mit wichtigen Monumenten und der Topographie dieser Regionen vertraut. Die Lehr- und Forschungszentren der Fakultät (darunter auch die für Altertum und Mittelalter) veranstalten regelmäßig u.a. Ringvorlesungen, die der Horizonterweiterung dienen. Dadurch und durch das interdisziplinär angelegte Studium kann das Fach in größeren Zusammenhängen gesehen werden, wovon die Studierenden auch in ihrer späteren beruflichen Praxis Gewinn haben.
Eine an das Fach Byzantinistik gebundene Stiftung ermöglicht die Vergabe von Stipendien an besonders förderungswürdige Studierende der Byzantinistik sowie die finanzielle Unterstützung größerer Exkursionen. Gefördert werden außerdem Forschungsaufenthalte von Kollegen aus dem In- und Ausland in Köln, die durch Vorträge oder Blockseminare das Lehrangebot erweitern.
WELCHE VORAUSSETZUNGEN UND EIGENSCHAFTEN SOLLTE MAN MITBRINGEN? Ein Studium von Griechischer Philologie / Byzantinistik ist dann eine attraktive Ausbildung, wenn man Interesse am reflektierten Umgang mit Sprache und mit literarischen Texten sowie mit historischen und kulturellen Fragestellungen hat. Man sollte überzeugt sein, dass es etwas bedeutet, sich auf die Gedankenwelt und die Verhältnisse einer zurückliegenden, aber immer noch gegenwärtigen und uns direkt und indirekt prägenden Kultur einzulassen: nicht aus Flucht vor der eigenen Gegenwart in eine (idealisierte) Vergangenheit, sondern um diese Gegenwart in ihren historisch bedingten kulturellen Aspekten und unsere Stellung teils in Kontinuität mit, teils in Kontrast zu dieser Vergangenheit besser zu verstehen und dieses Verständnis anderen zu vermitteln.
An sprachlichen Voraussetzungen sollte man Lateinkenntnisse (im Umfang des Latinums) und Englischkenntnisse mitbringen. Vorteilhaft ist es, wenn man auch schon Kenntnisse in (Alt)Griechisch hat, doch können diese auch erst an der Universität erworben werden. Das Studium ist so konzipiert, dass es auch dann in sechs Semestern abgeschlossen werden kann, wenn man noch keine Griechischkenntnisse mitbringt. Die Erfahrungen mit Studierenden, die Griechisch erst an der Universität lernen, sind recht günstig: Wer schon Latein kann, hat wegen der strukturellen Ähnlichkeit der beiden Sprachen gute Voraussetzungen, zügig Griechisch zu lernen. Von den modernen Sprachen ist Englisch unerlässlich, weil sonst ein großer Bereich an Forschungsliteratur und an Hilfsmitteln unzugänglich bleibt. Lesefähigkeit in weiteren europäischen Sprachen (bes. Französisch und Italienisch) im Laufe des Studiums zu erwerben ist förderlich: Griechische Philologie / Byzantinistik ist eine international ausgeübte Wissenschaft.
Wer Griechische Philologie / Byzantinistik studiert, muss (wie in anderen Studien auch) eine sachbezogene Eigeninitiative und den Willen zu kontinuierlicher Arbeit mitbringen. Die gedanklich und kompositorisch z.T. sehr anspruchsvollen Texte erschließen sich sprachlich, inhaltlich und formal oft erst nach längerer Bemühung, die Lektüre der Originaltexte geht anfangs häufig sehr langsam und fällt erst nach längerer Übung und konsequentem Festhalten am gesetzten Lektüreziel leichter. Entsprechendes gilt für die Erschließung fremdartiger historischer und kultureller Sachverhalte. Daher ist es erforderlich, dass man gerne mit sprachlichen und literarischen bzw. mit historischen und kulturgeschichtlichen Phänomenen umgeht, Freude an der literarischen Analyse von Texten und an historischem Denken hat und bereit ist, sich auf eine alternative Gedanken- und Lebenswelt einzulassen. Dazu sollte die Bereitschaft kommen, die Beobachtungen, die man in seinen Studien gemacht hat, für andere verständlich zu formulieren und argumentativ zu begründen.
WELCHE MÖGLICHKEITEN HAT MAN NACH DEM BACHELORSTUDIUM? Nach dem Studium von Griechischer Philologie / Byzantinistik kann man – je nach der im Bachelor-Studium gewählten Spezialisierung – zur weiteren wissenschaftlichen Vertiefung, die auch eine Promotion ermöglicht, ein viersemestriges Master-Studium in Griechischer Philologie oder Byzantinistik anschließen.
Das Studium schafft als berufsqualifizierender Abschluss auch eine Voraussetzung für den Eintritt ins Berufsleben, z.B. im Kulturmanagement, im Verlagswesen (Lektorat, Übersetzung, Fremdsprachenarbeit), im Bibliothekswesen, in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Journalismus, Werbung und Tourismus, in unterschiedlichen Bildungseinrichtungen.
WO KANN MAN SICH WEITER INFORMIEREN?

Studienaufbau:
Modulhandbuch (pdf) S. 31ff.

Informationen zum Studiengang auf den Webseiten des Dekanats

Studienberatung:
Zentrale Studienberatung
Studienberatung der Philosophischen Fakultät
Fachstudienberatung Griechische Philologie / Byzantinistik

Bewerbung um einen Studienplatz:
Aktuelle Angaben zur Studienplatzvergabe
Bewerbungsanträge
Informationen und Bewerbungsanträge für ausländische Studierende

Anforderungsprofil (pdf)

Vorlesungsverzeichnis