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Studiengänge |
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Lehramt |
Magister |
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Antike Sprachen und Kulturen:
Studienrichtung
Lateinische Philologie /
Mittellateinische Philologie
Bachelor
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Regelstudienzeit: 6 Semester |
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Studienbeginn: Wintersemester |
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Studienvoraussetzungen: Griechischkenntnisse im Umfang des Graecums für die Spezialisierung Lateinische Philologie (Erwerb kann in das Studium integriert werden)
Lateinkenntnisse im Umfang des Latinums
Englischkenntnisse der Stufe B2 |
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Unterrichtssprache: Deutsch |
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Lateinische Philologie/Mittellateinische Philologie ist eine Studienrichtung innerhalb des akkreditierten Studiengangs Antike Sprachen und Kulturen (ASuK), der ab dem Wintersemester 2007/2008 angeboten wird. Das Studium der Griechische Philologie / Byzantinistik wird mit einer weiteren Studienrichtung dieses Studiengangs (ASuK) oder mit einem anderen an der Philosophischen Fakultät angebotenen Bachelor-Studiengang kombiniert, wobei bestimmte Einschränkungen der Kombinationsmöglichkeiten zu beachten sind. Die Studienrichtung Lateinische Philologie/Mittellateinische Philologie wird mit der Spezialisierung Lateinische Philologie (Sprache, Literatur und Kultur der Antike) oder der Spezialisierung Mittellateinische Philologie (Literatur und Sprache des lateinischen Mittelalters) studiert. Die Entscheidung für eine der Spezialisierungen muss nicht bei Studienbeginn getroffen werden, sondern kann im Laufe der ersten vier Semester (Basismodule) geschehen, da die Spezialisierung im Wesentlichen erst in den Aufbaumodulen des 5. und 6. Semesters erfolgt. |
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WELCHE INHALTE HAT DAS STUDIUM? Gegenstand des Studiums ist für die Spezialisierung Lateinische Philologie die Sprache, Literatur und Kultur der antiken römischen Welt von ihren Anfängen bis in die Spätantike (3. Jhdt. v. Chr. 5. Jhdt. n. Chr.) sowie (an ausgewählten Beispielen) deren Nachwirkung bis in die Gegenwart. Die Römer haben in produktivem Umgang mit den griechischen Vorbildern eine durchaus eigenständige Dichtung (Epos, Elegie, Satire etc.), eine literarische Prosa (Historiographie, Rede, Philosophische Schriften, Briefe etc.) und Fachliteratur (Rhetorik, Grammatik, Landwirtschaft, Architektur, Recht, Medizin etc.) geschaffen, die ihrerseits zur Grundlage der westlichen lateinischen Literatur- und Bildungstradition wurde. Vergils Aeneis und Ovids Metamorphosen z.B. wurden zu grundlegenden Werken für die europäischen Literaturen und die bildenden Künste bis heute. Ciceros und Senecas philosophische Schriften waren von ebenso nachhaltiger Wirkung wie die Geschichtswerke des Livius und Sallust. Die erstmals von Varro in einer Fachenzyklopädie zusammengestellten so genannten freien Künste (die sieben artes liberales Grammatik, Dialektik, Rhetorik, Geometrie, Arithmetik, Astronomie und Musik) wurden zur Grundlage des mittelalterlichen Bildungswesens.
Der Zugang zur Literatur und Kultur der Römer erfolgt vor allem auf der Grundlage der lateinischen Sprache, so dass die Texte im Original gelesen und verstanden werden können. Ein nicht unbeträchtlicher Teil des Studiums besteht daher im Erlernen der Sprache und der Festigung der sprachlichen Kenntnisse, die sich in der Fähigkeit zeigen, aus dem Lateinischen ins Deutsche (und zur Steigerung des Sprachverständnisses auch deutsche Texte in das Lateinische) übersetzen und die Texte sprachlich analysieren zu können. Ziel dabei ist ein vertieftes inhaltliches und formales Verständnis der sprachlichen Phänomene. Ein anderer wesentlicher Teil des Studiums dient dazu, philologische und literaturwissenschaftliche Theorien und Methoden der Analyse von Texten (einzelner Passagen, Werke, Werkgruppen) zu erlernen und anzuwenden. Damit soll soweit es literarische Texte zulassen ein möglichst umfassendes und begründetes Sinnverständnis erzielt werden. Dabei soll erlernt werden, alle einschlägigen Aspekte zu berücksichtigen (u.a. Textform, Erzählerperspektive, Komposition, Gattungskonvention, Intertextualität, kulturelle und historische Voraussetzungen) und (auch fremdsprachige) Forschungsliteratur kritisch und ihren jeweiligen Standpunkt reflektierend heranzuziehen. Zu den philologischen Methoden gehören auch solche der Textherstellung (Textkritik), da die antiken Texte oft nicht einheitlich oder mit Textverderbnissen überliefert sind. Die Gegenstände und Ziele des Studiums bleiben in den Basismodulen (1.-4. Semester) und den Aufbaumodulen (5. und 6. Semester) im Prinzip die gleichen, nur dass entsprechend den wachsenden Kenntnissen und Fähigkeiten zunehmend anspruchsvollere und komplexere Fragestellungen in Angriff genommen werden.
Bei der Spezialisierung Mittellateinische Philologie sind die fachlichen Inhalte der Basismodule mit Ausnahme zweier mittellateinischer Lehrveranstaltungen dieselben wie für die Lateinische Philologie. Statt einer Vertiefung der auf die Antike gerichteten Studien schließen sich in den Aufbaumodulen jedoch Studien der lateinischen Sprache und Literatur des Mittelalters und der frühen Neuzeit (ca. 5./6. 16. Jahrhundert) an. Die Mittellateinische Philologie verfolgt die Wege, die die Sprache nach dem Untergang des Römischen Reiches auf dem Boden des Imperiums und über seine Grenzen hinaus mit dem Christentum zu den Iren und Angelsachsen, den skandinavischen und westslawischen Stämmen eingeschlagen hat, und untersucht auch die verschiedenen lateinischen Fachsprachen, die sich den veränderten Verhältnissen und Bedürfnissen entsprechend im Mittelalter entwickelt haben. Die außerordentlich umfangreiche Literatur, die alle Bereiche des kulturellen Lebens des Mittelalters berührt, ist oft nur unzureichend erschlossen oder untersucht; immer wieder müssen dabei auch antike und besonders spätantik-christliche Vorbilder und deren Wirkungs- und Überlieferungsgeschichte in den Gesichtskreis einbezogen werden. Bei der Erforschung der mittelalterlichen Bildungs- und Geistesgeschichte, dem Bemühen um das Verstehen des Menschen im Mittelalter ist die Mittellateinische Philologie von zentraler Bedeutung.
Die solide sprachliche, literarische und methodische Ausbildung in den lateinischen Basismodulen versetzt die Studierenden in die Lage, die (geringeren) grammatischen und (umfangreicheren) lexikalischen Veränderungen im Latein des Mittelalters wahrzunehmen und traditionelle und innovative Züge der mittellateinischen Literatur zu unterscheiden.
In der Mittellateinischen Philologie muß häufig noch Grundlagenarbeit geleistet werden, was die Erschließung und Kommentierung der Texte angeht. Daher sind Editionstechnik und Handschriftenkunde (lateinische Paläographie) wichtige Bestandteile des Faches.
Das Studium von Lateinischer Philologie/Mittellateinischer Philologie wird das gilt für beide Spezialisierungen durch Studien ergänzt, die aus den anderen Studienrichtungen des Studiengangs Antike Sprachen und Kulturen gewählt werden. Auf diese Weise werden breitere, das Verständnis des eigenen Fachgebiets fördernde altertumswissenschaftliche Kenntnisse erworben. |
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| WELCHE BESONDEREN MÖGLICHKEITEN BIETET DAS STUDIUM VONLateinischer Philologie / Mittellateinischer Philologie IN KÖLN? Neben einer hochqualifizierten Fachausbildung können die Studierenden in Köln in Forschung und Lehre von einem breit gefächerten altertumswissenschaftlichen Angebot (mit Spezialgebieten wie Paläographie, Papyrologie, Epigraphik, Numismatik) und einem besonderen Maß an Interdisziplinarität profitieren. Benachbarte Disziplinen (z.B. Griechisch, Alte Geschichte, Archäologie, Antike Philosophie) sind in das Studium integriert. Die Lehr- und Forschungszentren der Fakultät (darunter auch die für Altertum und Mittelalter) veranstalten regelmäßig u.a. Ringvorlesungen, die der Horizonterweiterung dienen. Dadurch und durch das interdisziplinär angelegte Studium kann das Fach in größeren Zusammenhängen gesehen werden, wovon die Studierenden auch in ihrer späteren beruflichen Praxis Gewinn haben. |
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WELCHE VORAUSSETZUNGEN UND EIGENSCHAFTEN SOLLTE MAN MITBRINGEN? Ein Studium von Lateinischer Philologie/Mittellateinischer Philologie ist dann eine attraktive Ausbildung, wenn man Interesse am reflektierten Umgang mit Sprache und mit literarischen Texten sowie mit historischen und kulturellen Fragestellungen hat. Man sollte überzeugt sein, dass es etwas bedeutet, sich auf die Gedankenwelt und die Verhältnisse einer zurückliegenden, aber immer noch gegenwärtigen und uns direkt und indirekt prägenden Kultur einzulassen. Erforderlich ist die Bereitschaft, unsere Gegenwart in ihrer kulturhistorischen Bedingtheit begreifen, unsere Stellung teils in Kontinuität mit, teils in Kontrast zur Vergangenheit besser verstehen und dieses Verständnis anderen vermitteln zu wollen.
An sprachlichen Voraussetzungen sollte man Lateinkenntnisse (im Umfang des Latinums) und Englischkenntnisse mitbringen. Vorteilhaft ist es, wenn man auch schon Kenntnisse im Griechischen hat, doch können diese auch erst an der Universität erworben werden. Der Erwerb des Graecums ist für die Spezialisierung Mittellateinische Philologie allerdings keine Studienvoraussetzung. Das Studium ist so konzipiert, dass es auch dann in sechs Semestern abgeschlossen werden kann, wenn man noch keine Griechischkenntnisse mitbringt. Die Erfahrungen mit Studierenden, die Griechisch erst an der Universität lernen, sind recht günstig: Wer schon Latein kann, hat wegen der strukturellen Ähnlichkeit der beiden Sprachen gute Voraussetzungen, zügig Griechisch zu lernen. Lateinische Philologie und Mittellateinische Philologie sind international ausgeübte Wissenschaften: Daher ist die Beherrschung des Englischen unerlässlich, weil sonst ein großer Bereich an Forschungsliteratur und an Hilfsmitteln unzugänglich bleibt. Lesefähigkeit in weiteren europäischen Sprachen (bes. Französisch und Italienisch) im Laufe des Studiums zu erwerben ist förderlich. Zu diesem Zweck bietet die Philosophische Fakultät ein breites Angebot an Sprachkursen.
Wer Lateinische Philologie/Mittellateinische Philologie studiert, muss (wie in anderen Studiengängen auch) eine sachbezogene Eigeninitiative und den Willen zu kontinuierlicher Arbeit mitbringen. Die gedanklich und kompositorisch z.T. sehr anspruchsvollen Texte erschließen sich sprachlich, inhaltlich und formal oft erst nach längerer Bemühung, die Lektüre der Originaltexte geht anfangs häufig sehr langsam und fällt erst nach längerer Übung und konsequentem Festhalten am gesetzten Lektüreziel leichter. Entsprechendes gilt für die Erschließung fremdartiger historischer und kultureller Sachverhalte. Daher ist es erforderlich, dass man gerne mit sprachlichen und literarischen bzw. mit historischen und kulturgeschichtlichen Phänomenen umgeht, Freude an der literarischen Analyse von Texten und an historischem Denken hat und bereit ist, sich auf eine alternative Gedanken- und Lebenswelt einzulassen. Dazu sollte die Bereitschaft kommen, die Beobachtungen, die man in seinen Studien gemacht hat, für andere verständlich zu formulieren und argumentativ zu begründen.
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WELCHE MÖGLICHKEITEN HAT MAN NACH DEM BACHELORSTUDIUM? Nach dem Studium von Lateinischer Philologie/Mittellateinischer Philologie kann man je nach der im Bachelor-Studium gewählten Spezialisierung zur weiteren wissenschaftlichen Vertiefung, die auch eine Promotion ermöglicht, ein viersemestriges Master-Studium in Lateinischer Philologie bzw. Mittellateinischer Philologie anschließen. Die Spezialisierung in Mittellateinischer Philologie eröffnet ferner den Zugang zum Kölner interdisziplinären Master-Studiengang Mittelalterstudien. Das Studium schafft als berufsqualifizierender Abschluss auch eine Voraussetzung für den Eintritt ins Berufsleben, z.B. im Kulturmanagement, im Verlagswesen (Lektorat, Übersetzung, Fremdsprachenarbeit), im Bibliothekswesen, in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Werbung und Tourismus, in unterschiedlichen Bildungseinrichtungen.
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WO KANN MAN SICH WEITER INFORMIEREN?
Studienaufbau:
Modulhandbuch (pdf) S. 80ff.
Informationen zum Studiengang auf den Webseiten des Dekanats
Studienberatung:
Zentrale Studienberatung
Studienberatung der Philosophischen Fakultät
Fachstudienberatung Lateinische Philologie / Mittellateinische Philologie
Bewerbung um einen Studienplatz:
Aktuelle Angaben zur Studienplatzvergabe
Bewerbungsanträge
Informationen und Bewerbungsanträge für ausländische Studierende
Anforderungsprofil (pdf)
Vorlesungsverzeichnis
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