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Lehramt Griechisch |
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BERUFSQUALIFIKATIONEN: Der Studiengang Griechisch (Lehramt) vermittelt die wissenschaftlichen, fachdidaktischen und schulpraktischen Grundlagen für eine spätere Tätigkeit als Lehrerin oder Lehrer an einem Gymnasium im Schulfach Griechisch.
Dies ist die übliche, allerdings nicht die einzig mögliche berufliche Tätigkeit, die sich an ein Lehramtsstudium anschließen kann. Grundsätzlich stehen auch alle Möglichkeiten offen, die das bisherige Magister- oder das jetzige Masterstudium bieten (z.B. eine Laufbahn als Bibliothekar). Außerdem kann sich an das Lehramtsstudium ebenso wie an das Masterstudium ein Promotionsstudium anschließen. |
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GEGENSTAND DES FACHES ist die Sprache, Literatur und Kultur der antiken griechischen Welt von ihren Anfängen bis in die Spätantike sowie (an ausgewählten Beispielen) deren Nachwirkung bis in die Gegenwart. Die Griechen des Altertums haben – ihrerseits gelehrige Schüler anderer Hochkulturen im Orient und im Mittelmeerraum – in Literatur, Philosophie und Kunst eine der Grundlagen geschaffen, auf der die spätere europäische bzw. europäisch beeinflusste Kultur teils durch die Vermittlung der Römer teils durch immer neue unmittelbare Aneignungen (oder auch Abgrenzungen) aufbaut. Das zeigt sich evident auf zahlreichen Gebieten. Um nur einiges zu nennen: Das philosophische Denken setzt sich bis heute mit der griechischen Philosophie in ihren verschiedenen Ausprägungen auseinander (Vorsokratiker; Platon und seine Schule; Aristoteles und seine Schule; Epikur; Stoa; Neuplatonismus). Uns vertraute wichtige literarischen Formen (Epos, Tragödie, Komödie, Roman, Historiographie, Rede, viele der ‘kleineren’ Gattungen) sind produktive Weiterentwicklungen dessen, was die Griechen geschaffen haben. Von den Griechen geprägte Stoffe (vor allem ihre Mythen) leben in Literatur und bildender Kunst weiter.
Im Studiengang Griechisch (Lehramt) erfolgt der Zugang zur Literatur und Kultur der Griechen vor allem auf der Grundlage der Erlernung bzw. Beherrschung der (alt)griechischen Sprache, so dass die Texte im Original gelesen und verstanden werden können. Ein nicht unbeträchtlicher Teil des Studiums besteht daher in der Erlernung der Sprache und der Festigung der sprachlichen Kenntnisse, die sich in der Fähigkeit zeigen, aus dem Griechischen (und zur Steigerung des Sprachverständnisses auch deutsche Texte in das Griechische) übersetzen und die Texte sprachlich analysieren zu können mit dem Ziel eines vertieften inhaltlichen und formalen Verständnisses der sprachlichen Phänomene. Ein anderer wesentlicher Teil dient der Erlernung und Einübung philologischer und literaturwissenschaftlicher Methoden und Theorien der Analyse von Texten (einzelner Passagen, Werke, Werkgruppen), damit – soweit es literarische Texte zulassen – ein möglichst umfassendes und begründetes Sinnverständnis erzielt werden kann. Dabei soll erlernt werden, alle einschlägigen Aspekte zu berücksichtigen (u.a. Textform, Erzählerperspektive, Komposition, Gattungskonvention, Intertextualität, kulturelle und historische Voraussetzungen) und die einschlägige Forschungsliteratur kritisch und ihren jeweiligen Standpunkt reflektierend heranzuziehen. Zu den philologischen Methoden gehören auch solche der Textherstellung (Textkritik), da die antiken Texte oft nicht einheitlich oder mit Textverderbnissen überliefert sind. Diese beiden Hauptbestandteile des Studiums werden ergänzt durch Studien angrenzender altertumswissenschaftlicher Fächer: zum einen Latein, weil sich hier exemplarisch eine besonders intensive Rezeption griechischer Literatur studieren lässt, zum anderen Alte Geschichte, Archäologie, Antike Philosophie, da das Verständnis literarischer Texte auch auf die Kenntnis des geistigen, historischen und materiellen Umfeldes angewiesen ist.
Die Gegenstände und Ziele des in Grund- und Hauptstudium gegliederten Studiums bleiben im Prinzip die gleichen, nur dass entsprechend den wachsenden Kenntnissen und Fähigkeiten zunehmend anspruchsvollere und komplexere Fragestellungen in Angriff genommen werden.
Das Lehramtsfach Griechisch wird mit (wenigstens) einem weiteren Lehramtsfach kombiniert, und zu der fachwissenschaftlichen Ausbildung kommen Studien in Fachdidaktik (bei denen es um Fragen der Vermittlung des Fachwissens geht) und Schulpraktika hinzu. |
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ANFORDERUNGEN AN DIE STUDIERFÄHIGKEIT: Ein Griechischstudium ist dann eine attraktive Ausbildung, wenn man Interesse am reflektierten Umgang mit Sprache und mit literarischen Texten hat und man überzeugt ist, welche Bedeutung es hat, sich auf die Gedankenwelt einer zurückliegende, aber immer noch gegenwärtigen und uns direkt und indirekt prägenden Kultur einzulassen: Nicht aus Flucht vor der eigenen Gegenwart in eine (idealisierte) Vergangenheit, sondern um diese Gegenwart in ihren historisch bedingten kulturellen Aspekten und unsere Stellung teils in Kontinuität mit, teils in Kontrast zu dieser Vergangenheit besser zu verstehen und dieses Verständnis anderen zu vermitteln.
An sprachlichen Voraussetzungen sollte man Lateinkenntnisse (Latinum) und Englischkenntnisse mitbringen. Vorteilhaft ist es, wenn man auch schon Kenntnisse in (Alt)Griechisch hat, doch können diese auch erst an der Universität erworben werden. Die Erfahrungen mit solchen Studierenden sind recht günstig: Wer schon Latein kann, hat wegen der strukturellen Ähnlichkeit der beiden Sprachen gute Voraussetzungen, zügig Griechisch zu lernen. Von den modernen Sprachen ist Englisch unerlässlich, weil sonst ein großer Bereich an Forschungsliteratur und an Hilfsmitteln unzugänglich bleibt. Lesefähigkeit in weiteren europäischen Sprachen (bes. Französisch und Italienisch) ist wünschenswert: Die Gräzistik ist eine international ausgeübte Wissenschaft.
Wer Griechisch studiert, muss (wie in anderen Studiengängen auch) eine gewisse Zähigkeit und Beharrlichkeit und den Willen zu kontinuierlicher Arbeit mitbringen. Die gedanklich und kompositorisch z.T. sehr anspruchsvollen Texte erschließen sich sprachlich, inhaltlich und formal oft erst nach längerer Bemühung, die Lektüre der Originaltexte geht anfangs häufig sehr langsam und fällt erst nach längerer Übung und konsequentem Festhalten am gesetzten Lektüreziel leichter. Daher ist es erforderlich, dass man gerne mit sprachlichen und literarischen Phänomenen umgeht, Freude an der literarischen Analyse von Texten hat und bereitwillig eine alternative Gedankenwelt kennenlernt. Dazu sollte die Bereitschaft kommen, die Beobachtungen, die man in seinen Studien gemacht hat, für andere verständlich zu formulieren und argumentativ zu begründen. Über die wissenschaftlichen Befähigungen hinaus sollte man Freude am Umgang mit Kindern und Jugendlichen haben und sich die Tätigkeit einer Lehrerin oder eines Lehrers als attraktives Berufsziel vorstellen können. Da die meisten überlieferten griechischen Texte hochliterarisch sind, ist die didaktische Aufbereitung für Kinder und Jugendliche eine besondere pädagogische Herausforderung. |
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BESONDERE MÖGLICHKEITEN IN KÖLN: Für ein Studium des Griechischen sind die Möglichkeiten in Köln außerordentlich günstig. Die Klassische Philologie, von der die Gräzistik ein Teil ist, weist in Köln nicht nur (wie auch sonst üblich) das Schwesterfach Latein auf, sondern hat auch einen Schwerpunkt in Papyrologie sowie in Epigraphik und Numismatik. Somit besteht die Möglichkeit, den Umgang mit Originaltexten auf Papyrus oder sogenannten Abklatschen von Inschriften und mit antiken Münzen kennenzulernen und sich spezielle Fähigkeiten (wie die der Textherstellung) auf diesen Gebieten anzueignen. Die Klassische Philologie insgesamt ist in Köln eingebettet in ein „Institut für Altertumskunde“, dem außerdem noch Abteilungen für Alte Geschichte, Byzantinistik und Mittellatein angehören. Alle diese Fächer kooperieren in ihrem Lehrangebot. Dies ist für die notwendigen ergänzenden Studien von großem Vorteil, außerdem besteht die seltene Möglichkeit, durch das Fach Byzantinistik die griechische Literatur und Kultur über die Antike hinaus weiterzuverfolgen. Köln bietet, um nur einiges Weitere zu nennen, außerdem eine voll ausgebaute Klassische Archäologie, das Fach Historisch-Vergleichende Sprachwissenschaft (d.h. die zu Griechisch gehörige Sprachwissenschaft) und Antike Philosophie, so dass man sagen kann, dass das gesamte Umfeld für ein Studium des Griechischen in optimaler Weise vorhanden ist. |
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