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Bachelor
Antike Sprachen und Kulturen (ASuK), Studienrichtung Judaistik, Bachelor
Regelstudienzeit:
Studienbeginn:
Studienvoraussetzungen:
- Englischkenntnisse auf dem Niveau von Stufe B2 CEF,
- Kenntnisse in einer weiteren modernen Fremdsprache auf dem Niveau von Stufe B1 CEF;
- sowie Lateinkenntnisse im Umfang des Kleinen Latinums.
Hebräischkenntnisse im Umfang des Hebraicums werden im Grundstudium erworben (Basismodul 1). Das
Martin-Buber-Institut für Judaistik behält sich vor, anderweitig erworbene Hebräischkenntnisse in jedem Fall zu
prüfen. Studierende, die über das Abiturzeugnis einer israelischen Schule verfügen, erhalten die im Basismodul 1
festgelegte Zahl von CP, ohne weitere Leistungen, gutgeschrieben. Es wird empfohlen, die gewonnene Zeit für andere Fachstudien
bzw. für selbständige Studien zu nutzen.
Unterrichtssprache:
- Deutsch, bei bestimmter LV Modernhebräisch.
Judaistik ist eine Studienrichtung innerhalb des akkreditierten Studiengangs
Antike Sprachen und Kulturen
(ASuK), der ab dem Wintersemester 2007/2008 angeboten wird. Das Studium der Judaistik wird mit einem anderen an der
Philosophischen Fakultät angebotenen Bachelor-Studiengang kombiniert, wobei bestimmte Einschränkungen der
Kombinationsmöglichkeiten zu beachten sind.
Welche Inhalte hat das Studium?
Das Fach Judaistik erforscht das Judentum in allen seinen Erscheinungsformen (Geschichte, Kultur, Religion bzw.
Geistesgeschichte). Zentraler Gegenstand der Studienrichtung Judaistik in Köln ist die hebräische Sprache und
Literatur in seinen Epochen, von der Antike bis zur Neuzeit. Im Laufe seiner dreitausendjährigen Geschichte hat das
jüdische Volk eine Vielzahl an Texten unterschiedlicher Art hervorgebracht. Die Spannweite reicht von der Bibel über
religionsgesetzliche Texte der rabbinischen Zeit und Themen des Mittelalters (Philosophie, Theologie, Historiographie,
Naturwissenschaften) bis zur modernen israelischen Literatur. Der Zugang zu den Quellen des Judentums erfolgt in erster Linie
auf der Grundlage der hebräischen Sprache: So erlernt man neben dem biblischen Hebräisch - die Grundlage aller
weiteren sprachlichen Entwicklungen - das Hebräische des rabbinischen Zeitalters, das des Mittelalters und das
zeitgenössische israelische Hebräisch. Ein beträchtlicher Teil des Studiums der Judaistik besteht
zunächst im Erwerb der erforderlichen Kenntnisse dieser unterschiedlichen Schichten der hebräischen Sprache. Das Ziel
ist es, vor allem die Fähigkeit zu erwerben, die Quellen in der Originalsprache lesen und analysieren zu können.
Ein weiterer wesentlicher Teil des Studiums dient dazu, einen möglichst breiten Überblick über die Epochen, Räume und
Quellen der jüdischen Geschichte sowie Grundkenntnisse bedeutender Texte der jüdischen Literatur und Geschichte zu
erwerben. In den Aufbaumodulen erfolgt eine Spezialisierung auf die Schwerpunkte des Faches, die in Köln in den Bereichen
des rabbinischen Zeitalters und des jüdischen Mittelalters liegen.
Welche besonderen Möglichkeiten bietet das Studium der Judaistik in Köln?
Judaistik wird in dieser Kombination nur in Köln angeboten. Das Fach ist dadurch sowohl in den Bereich der
Altertumswissenschaften als auch insgesamt in die Philosophische Fakultät hervorragend integriert: Ein Studium der
Judaistik lässt sich sinnvoll mit weiteren historischen und kulturwissenschaftlichen Fächern kombinieren. Neben
den Fächern des Studiengangs ASuK zählen dazu z.B. die Islamwissenschaft, Philosophie sowie Mittlere und Neuere
Geschichte. Die Lehr- und Forschungszentren
der Fakultät (darunter auch die für Altertum und Mittelalter) veranstalten regelmäßig u.a. Ringvorlesungen, die
der Horizonterweiterung dienen. Dadurch und durch das interdisziplinär angelegte Studium kann das Fach in größeren
Zusammenhängen gesehen werden, wovon die Studierenden auch in ihrer späteren beruflichen Praxis profitieren können.
Welche Voraussetzungen und Eigenschaften sollte man mitbringen?
Ein Studium der Judaistik ist dann eine attraktive Ausbildung, wenn man Interesse am reflektierten Umgang mit
literarischen Texten und kulturgeschichtlichen Fragestellungen hat. Man sollte überzeugt sein, dass es etwas bedeutet,
sich mit der Gedankenwelt und den Verhältnissen einer alten und immer noch lebendigen Kultur zu beschäftigen, die
unser eigenes Denken und unsere Wertvorstellungen direkt und indirekt geprägt hat und noch bis heute prägt: Ziel ist
nicht die Idealisierung des Anderen, sondern sein Verständnis aus dem kontrastierenden Vergleich mit der eigenen Kultur.
An sprachlichen Voraussetzungen sollte man neben den für alle Studien an der Philosophischen Fakultät obligatorischen
Englischkenntnissen Lateinkenntnisse (im Umfang des kleinen Latinums) mitbringen, die aber auch noch während des Studiums
erworben werden können (und die für die in Betracht kommenden Kombinationsfächer ohnehin verlangt werden). Von den
modernen Sprachen ist Englisch unerlässlich, weil sonst ein großer Bereich an Forschungsliteratur und an Hilfsmitteln
unzugänglich bleibt. Lesefähigkeit in weiteren europäischen Sprachen (bes. Französisch, Italienisch und
Spanisch) ist ebenfalls notwendig: Judaistik ist ein internationaler Forschungsgegenstand.
Neben der Beherrschung der modernen europäischen Sprachen ist auch die im Laufe des Studiums erworbene Kenntnis des
Modernhebräischen ein Muss, da gerade in der Judaistik viele wissenschaftliche Arbeiten in dieser Sprache abgefasst
sind.
Wer Judaistik studiert, muss (wie für andere Fächer auch) eine sachbezogene Eigeninitiative und den Willen zu
kontinuierlicher Arbeit mitbringen. Dazu ist es erforderlich, dass man gerne mit den beschriebenen Gegenständen des Fachs
umgeht und daran interessiert ist, sich auf eine alternative Gedanken- und Lebenswelt einzulassen. Dazu sollte die Bereitschaft
kommen, die Beobachtungen, die man in seinen Studien gemacht hat, für andere verständlich zu formulieren und argumentativ zu
begründen.
Welche Möglichkeiten hat man nach dem Bachelorstudium?
Das Studium der Judaistik ist in erster Linie forschungsorientiert. Nach dem erfolgreichen Abschluss eines BA-Studiums
kann man zur weiteren wissenschaftlichen Vertiefung, die auch eine Promotion ermöglicht, ein viersemestriges Master-Studium
anschließen. Zugleich schafft ein BA-Studium als berufsqualifizierender Abschluss die Voraussetzung für einen Eintritt ins
Berufsleben, z.B. in die, für Geisteswissenschaftler typischen Arbeitsfelder, im Kulturmanagement, im Verlagswesen (Lektorat,
Übersetzung, Fremdsprachenarbeit), im Bibliotheks- und Museumswesen, in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit und
Tourismus sowie in unterschiedlichen Bildungseinrichtungen.