François
Bayle
Die Klangwelt der
akusmatischen Musik
Internationales Musikwissenschaftliches Symposion
mit vier
Portraitkonzerten
Universität zu Köln, 9. bis 12. Oktober 2007
In Kooperation mit der
Groupe de Recherches Musicales de l'Institut National de l'Audiovisuel
Sehr geehrte Besucher, liebe Mitwirkende,
unser Internationales Symposion, zu dem wir Sie herzlich willkommen heißen, ermöglicht eine intensive Begegnung mit dem Schaffen François Bayles, der zu den renommiertesten Komponisten und Theoretikern der französischen zeitgenössischen Musik gezählt werden darf. Als Hauptvertreter der Akusmatik lenkt Bayle seine gesamten wissenschaftlichen und künstlerischen Aktivitäten auf die Erforschung dieses Genres. Die akusmatische Modalität markiert eine Form des Hörens, bei der die Aufmerksamkeit nicht durch augenfällige instrumentale Kausalitäten geweckt, verstärkt oder zerstreut wird. Eine der historisch frühesten Nutzbarmachungen akusmatischer Rezeption schreibt man dem Philosophen Pythagoras zu, der hinter einem Vorhang Platz nahm, um seine Schüler gleichsam unsichtbar zu unterrichten und auf diese Weise ihre Konzentrationsfähigkeit zu entwickeln. Unter Berufung auf Pierre Schaeffer schlug Bayle den Begriff der Musique acousmatique zur Bezeichnung der kompositorischen Arbeit im Tonstudio vor, da er diese vom Spiel mit elektroakustischen Instrumenten auf der Bühne unterscheiden und eine Musik, die auf akustischen Trägermedien gespeichert und wie ein Kinofilm auf die Leinwand projiziert wird, mit einem ihr angemessenen Ausdruck versehen wollte.
Die Spezifika seines überaus originellen Denkens sowie das Charakteristische seines musikalischen Œuvres werden nun an vier Tagen von rund 30 Wissenschaftlern und Komponisten aus Belgien, Deutschland, England, Frankreich und den USA in thematisch vielfältig fokussierten Sektionen diskutiert.
Den musikalischen Höhepunkt der Veranstaltung bilden vier Portraitkonzerte in der Aula der Universität. Erstmalig in Deutschland können zentrale Werke Bayles – darunter zwei Weltpremieren – unter authentischen Aufführungsbedingungen zu Gehör gebracht werden. Bayle selbst wird die Klangregie dieser umfassenden Konzertreihe übernehmen, bei der sämtliche Werke über das Acousmonium erklingen. Hierbei handelt es sich um ein einzigartiges Lautsprecherorchester, das in Zusammenarbeit mit dem französischen Nationalinstitut für audiovisuelle Medien eigens von Paris nach Köln transportiert wurde.
Die Veranstaltung unterstreicht die langjährige und gewinnbringende deutsch-französische Kooperation zwischen der Abteilung für Musik der Gegenwart am Kölner Musikwissenschaftlichen Institut und ihrer Pariser Partnerinstitution, der Groupe de Recherches Musicales. Im Zentrum dieses Austausches stehen nicht nur der künstlerische und theoretische Dialog, sondern auch ein menschliches Miteinander in anregender Atmosphäre. In diesem Sinne wünsche ich uns spannende Gespräche sowohl vor als auch hinter den Kulissen des Symposions und danke allen Teilnehmern und Besuchern für ihr Interesse.
Ihr
Marcus Erbe
Dienstag,
9. Oktober 2007
16.00-18.00
Uhr: Festliche Eröffnung
Grußworte
Prof. Dr.
Holger Burckhart,
Prorektor der Universität zu Köln
Prof. Dr. Christiane M. Bongartz,
Dekanin der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln
Eröffnungsvorträge
Prof. Dr.
Christoph von Blumröder
François Bayle: Perspektiven
der musikwissenschaftlichen Interpretation
Prof. Dr.
Makis Solomos
Some Insights in Analysing Bayle’s Music
20.00-22.00
Uhr: Portraitkonzert I
Tremblement
de terre très doux
(Erosphère 2; 1978) 28’
Couleurs
inventées
(La forme de l’esprit est un papillon; 2002) 13’
***
L’Ange-feu
(Purgatoire de la Divine Comédie; 1972) 10’
Trois rêves d’oiseau (1. moqueur, 2. triste, 3. zen; 1963/71; Bilder: R.
Lapoujade) 10’
Morceaux de ciels
(1996) 25’
Klangregie: François
Bayle
Technik: François Bonnet, Philippe Dao, Diego Losa
Mittwoch,
10. Oktober 2007
11.00-13.00
Uhr: Prätexte – François Bayles außermusikalische Quellen
(Leitung:
Prof. Dr. Christoph von Blumröder)
Roundtable mit Dr. h.c.
François Bayle, Marcus Erbe, Renaud Meric,
Dr. Ralph Paland und Prof.
Dr. Simon Emmerson
14.30-16.30
Uhr: Kontexte – Zur Semantik akusmatischer Musik
(Leitung: Marcus Erbe)
Dr. Martin Kaltenecker
Reflexionen
zur unsichtbaren Musik
Dr. Luke Windsor
The Transforming Power of the Acousmatic. Losing the
Body and Gaining the Mind
Elizabeth Anderson
Materials,
Meaning and Metaphor in Bâton de pluie from La Main Vide
17.00-19.00 Uhr: 1960 bis 1997 – François Bayle
und die Groupe de Recherches Musicales
(Leitung: Jan Simon Grintsch)
20.00-22.00
Uhr: Portraitkonzert II
Voyage au
centre de la tête (Son
Vitesse-Lumière 3; 1981) 20’
Allures
(La forme du temps est un cercle; 2000) 10’
Métaphore + Lignes et
Points (L’Expérience Acoustique 2, 5; 1971; Bilder: P. Kamler) 10’
***
Motion – Emotion
(1985) 22’
Lumière
ralentie (Son Vitesse-Lumière 5; 1983;
rev.
2007) 22’
Klangregie: François
Bayle
Technik: François Bonnet, Philippe Dao, Diego Losa
Donnerstag,
11. Oktober 2007
11.00-13.00
Uhr: Analysen – Komparative Studien zum Werk La fleur future
(Leitung:
Prof. Dr. Albrecht Riethmüller)
Mit Beiträgen von Dr. Pierre Couprie, Dr. John Dack und Marcus Erbe
14.30-16.30
Uhr: Analysen (Fortsetzung)
(Leitung:
Prof. Dr. Albrecht Riethmüller)
Mit Beiträgen von Prof. Dr.
Rudolf Frisius, Jan Simon Grintsch und
Jean-Christophe Thomas
17.00-19.00
Uhr: Vortrag mit Publikumsdiskussion
Dr. h.c.
François Bayle
D’où naissent mes images? Der
Komponist als „artiste soliste“
20.00-22.00
Uhr: Portraitkonzert III
Cinq dessins en rosaces (Vibrations composées; 1973) 16’
Nota
(Fabulæ
3; 1991) 10’
L’oreille
étonnée
(Uraufführung; 2007) 17’
***
Théâtre
d’Ombres
(1. derrière l’image, 2. ombres blanches; 1988) 38’
La Main Vide
(2. la fleur future, 3. inventions; 1994-95) 24’
Klangregie: François
Bayle
Technik: François Bonnet, Philippe Dao, Diego Losa
Freitag,
12. Oktober 2007
11.00-13.00
Uhr: Postskripte – Interpretationen des
Œuvres von François Bayles
(Leitung: Dr. Ralph Paland)
Prof. Dr. Horacio Vaggione
Ideas
on Acousmatic Interpretation
Tobias Hünermann
Der
Zyklus Son Vitesse-Lumière
14.30-16.30 Uhr: Postskripte (Fortsetzung)
(Leitung: Prof. Dr. Christoph von Blumröder)
Dr. Mario Mary
A
Few Remarks on Fabulæ (1990-92)
Dr. Ralph Paland
Klang – Farbe – Form. Arc, pour
Gérard Grisey (1999)
Michael Schott
Eine Interpretation von La
forme de l’esprit est un papillon
17.00-19.00
Uhr: Hommage à François Bayle
(Leitung: Marcus Erbe)
Roundtable
mit Prof. Ludger Brümmer, Philippe Mion, Prof. Dr. Denis Smalley,
Prof. Hans
Tutschku und Prof. Annette Vande Gorne
20.00-22.00
Uhr: Portraitkonzert IV
L’infini du
bruit (Erosphère 1; 1980/98) 11’
Concrescence
(La forme du temps est un cercle; 2002) 13’
Univers
nerveux
(Uraufführung; 2006) 22’
***
Espaces inhabitables (1967) 18’
Les Couleurs de la nuit
(1982) 36’
Klangregie: François
Bayle
Technik: François Bonnet, Philippe Dao, Diego Losa
Veranstaltungsort und Anmeldung
Universität zu Köln
Musikwissenschaftliches Institut
Abteilung Musik der Gegenwart
Hauptgebäude
Albertus-Magnus-Platz
50923 Köln
Sämtliche Diskussionen und Vorträge finden im Musiksaal der Universität statt. Die Konzerte werden in der Aula präsentiert.
Beide Räume befinden sich im Hauptgebäude.
Zum Lageplan geht es hier.
Anmeldungen werden unter der folgenden E-Mail-Adresse entgegengenommen (die Teilnahme ist kostenlos):
Über Anreise- und Übernachtungsmöglichkeiten können Sie sich hier informieren:
KölnTourismus GmbH
Unter Fettenhennen 19
50667 Köln
Telefon: +49 (0)221 221 30400
Mit freundlicher Unterstützung von
Stand: 5. Oktober 2007