Carlo Piccardi

La musica italiana verso il Fascismo

    

Der Faschismus in Italien war nicht nur ein politisches, sondern auch ein künstlerisches Ergebnis nationalistischer Tendenzen. Vor allem im Bereich der Musik bewegte der Wille, sich der deutschen Vorherrschaft zu entziehen, die Komponisten der 'Generation der 1880er' dazu, eine italienische Identität zu suchen, indem man beispielsweise auf die Errungenschaften der eigenen Vergangenheit zurückgriff. In den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts setzte sich allmählich das Gefühl einer Rückgewinnung vor allem im Bereich der Oper durch. Insbesondere die Musik Puccinis, die als Ausdruck von Aspekten des Alltags galt, aber auch für die Sensibilität gegenüber dem Weiblichen einstand, wurde als Manifestation des Kleinbürgertums wahrgenommen. Ihr wurde eine Passivität und Mittelmäßigkeit nachgesagt, die ungeeignet war, Spannung hinsichtlich nationaler Ziele zu erzeugen. Die Suche nach einem authentisch italienischen Charakter mediterraner Herkunft verbindet Pizzetti, Malipiero, Resphigi, Casella, Bastianelli, Torrefranca auf der Suche nach Luzidität, Plastizität, Harmonie mit der Natur und einem ausgesprochenen Formsinn. Diese Charakteristika, die ästhetische Ideale des Faschismus verkörpern, sind also nicht dessen direktes ideologisches Ergebnis, sondern bereiten es vor. Sie sind Resultate von Entwicklungen, für die sich die genannten Musiker die Erneuerung des Geistes zur Aufgabe gemacht hatten, indem sie ihren künstlerischen Manifestationen die Funktion zuerkannten, die Authentizität der kulturellen Errungenschaften in ihren typisch südländischen Ausprägungen zu bezeugen.

Übersetzung: Nathalie Wauters


Hier bricht die Leseprobe des Beitrags ab. Den vollständigen Artikel lesen Sie in:

Aspetti musicali

Musikhistorische Dimensionen Italiens 1600 bis 2000

Festschrift für Dietrich Kämper zum 65. Geburtstag
herausgegeben von Norbert Bolin, Christoph von Blumröder und Imke Misch
Verlag Dohr, Köln 2001
ISBN 3-925366-83-0
Seite 111-120


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