PROP
(Prosodische Prominenz - Klassifikation, Gradienz, Relativität)
Funded by
the Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).
First phase: 36 months (May 2012 – April 2015).
Fundholder: Dr.
Stefan Baumann
IfL-Phonetik, Universität zu Köln
Zusammenfassung:
Das Ziel des Projekts besteht darin, ein metrisches Modell prosodischer Prominenz für das Deutsche zu entwickeln, das es ermöglicht, verschiedene Prominenzstufen bzw. –grade und ihre prominenzverleihenden Kriterien zu erfassen. Die relevanten Kriterien werden in auditiven sowie in neurolinguistischen Perzeptionsexperimenten ermittelt und beziehen sich sowohl auf tonale (Grundfrequenzverlauf) als auch auf nicht-tonale (segmentale Dauer und Intensität) und positionale (pränuklear – nuklear – postnuklear) Faktoren. Ein Algorithmus zur Bestimmung abstrakter Prominenzrelationen durch Gewichtungsregeln wird vorgeschlagen und empirisch überprüft. Durch Integration einer metrischen Ebene in das Standard-Intonationsmodell GToBI soll ein umfassendes Beschreibungsmodell für die Prosodie des Deutschen geschaffen werden, das der Grundidee der Autosegmental-Metrischen Phonologie eher entspricht als das gegenwärtige System, weil es Prominenz nicht allein auf Tonhöhenveränderung reduziert. Das geplante Modell soll sowohl einen Beitrag zur Theoriebildung leisten, als auch ein wertvolles Annotationswerkzeug darstellen.