Wie schreibe ich eine Hausarbeit in der Phonetik?
Aufbauseminar: 5-10 Seiten
Hauptseminar: 10-15 Seiten
Für eine Hausarbeit müssen mindestens zwei bis drei Texte bearbeitet werden (gilt sowohl für Aufbauseminar- als auch für Hauptseminararbeiten).
Jede Hausarbeit muss auf einer Extra-Seite am Ende der Arbeit eine unterschriebene
Erklärung mit folgendem Wortlaut enthalten:
"Hiermit
versichere ich, dass ich diese Hausarbeit selbständig verfasst und keine
anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt habe. Die Stellen
meiner Arbeit, die dem Wortlaut oder dem Sinn nach anderen Werken entnommen
sind, habe ich in jedem Fall unter Angabe der Quelle als Entlehnung kenntlich
gemacht.
Ich habe die inhaltlichen und formalen Hinweise auf der Webseite „Wie
schreibe ich eine Hausarbeit in der Phonetik?“ zur Kenntnis genommen."
Diese
Sammlung an Vorschlägen umfaßt sowohl allgemeinere Richtlinien zum
Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit (in der Phonetik) als auch die Beschreibung
spezifischer Konventionen, wie Zitierweise und bibliographische Angaben. Es
wird auch auf übliche typographische Konventionen eingegangen. Hier ist
es vor allem wichtig, konsistent zu sein.
Der Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit sollte die logische Struktur der
Arbeit widerspiegeln. Insbesondere sollte man darauf achten, das empirische
Problem, die theoretischen Grundlagen und die Analyse in jeweils getrennten
Abschnitten vorzustellen.
Generell empfiehlt es sich, zuerst einen Top-Down-Entwurf zu machen, und die
einzelnen Abschnitte sukzessive ausarbeiten. Dabei kann man schon vorab überprüfen,
ob alle wichtigen Konzepte/Grundlagen, die bei der Analyse gebraucht werden,
bereits eingeführt sind.
Bei der Auswahl der Beispiele sollte man darauf achten, den einfachen Fall zuerst
vorzustellen und ihn anschliessend zu verallgemeinern bzw. um Spezialfälle
zu ergänzen.
Ein Abschnitt, dem besondere Bedeutung zukommt, ist die Einleitung. Hier sollte
in groben Zügen das Problem und die Grundidee der Lösung skizziert
werden. Was oft sehr hilfreich ist, ist ein Überblick über den Aufbau
der Arbeit, wobei kurz vorgestellt wird, was den Leser in den einzelnen Abschnitten
erwartet. Was nicht in die Einleitung gehört, ist die Darstellung der theoretischen
Grundlagen.
Viele Wissenschaftler lesen Artikel nicht sequentiell von vorne nach hinten.
Statt dessen fängt man oft mit der Einleitung an und liest anschliessend
die Zusammenfassung, um zu entscheiden, ob sich das Weiterlesen lohnt. Ist der
Artikel gut aufgebaut, erleichtert er auch das Querlesen.
In der Zusammenfassung/dem Fazit sollte noch einmal kurz auf die Ausgangsfragestellung
referiert werden, und dann kurz dargestellt werden, welche Lösungen erzielt
wurden und mit welchen Mitteln. Desweiteren kann man hier auch offene Fragen
ansprechen. Zusammen mit der Einleitung sollte sich also schon ein klares Bild
des Inhalts der Arbeit ergeben.
Man sollte keinen Krimi schreiben (in dem der Mörder erst auf der letzten
Seite entlarvt wird). Stattdessen ist es immer gut, dem Leser anzudeuten, welchen
Zweck man mit dem Gesagten verfolgt. Dies erleichtert es, das Gelesene einzuordnen
und zu strukturieren.
Tipp: Einleitung und Schluß immer erst schreiben, wenn
der Rest der Arbeit fertiggestellt ist.
Es ist oft sehr hilfreich (sowohl für den Autor als auch für den Leser),
wenn zu Anfang eines größeren Abschnitts kurz erklärt wird,
was im folgenden Abschnitt vorgestellt werden soll. Ebenfalls hilfreich ist
ein resümierender Satz zum Ende des Abschnitts, um den zentralen Punkt,
z.B. nach der Diskussion eines Spezialfalls, noch einmal in Erinnerung zu rufen.
Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn in dem Abschnitt ein Modell vorgestellt
wird, das im darauffolgenden Abschnitt zur Beschreibung der Daten herangezogen
werden soll.
Das Titelblatt muss folgende Informationen enthalten:
Name, Angaben zum Kurs (Titel, Semester, DozentIn), Titel der Arbeit, Fächerkombination,
Fachsemester, Matrikel-Nummer, E-Mail-Adresse
Zeilenabstand:
1,5 Zeilen
Schriftgröße: 12 pt
Seitenrand: 4 cm (rechts)
Fremdsprachliche Beispiele
(d.h. Beispiele in einer anderen Sprache als derjenigen, in der die Arbeit verfaßt
ist) werden in aller Regel übersetzt. Dabei gibt man
eine Wort-für-Wort-Übersetzung an, wobei die Übersetzung jeweils
an den Wörtern des Originals ausgerichtet ist, gefolgt von einer sinngemäßen
Übersetzung. Bei ungrammatischen Beispielen kann letztere entfallen. Ungrammatische
Sätze werden durch einen vorangestellten Stern (*) gekennzeichnet.
Beispiele werden immer fortlaufend nummeriert. Es ist üblich, diese Nummern
in runde Klammern zu setzen, z.B. (1).
Werden in den Daten phonetische Zeichen benutzt, sollte man diese auch adäquat
wiedergeben. Man sollte nicht versuchen, phonetische Zeichen durch optisch ähnliche
Zeichen aus z.B. Symbolzeichensätzen zu repräsentieren. IPA-Zeichensätze
gibt es frei verfügbar für fast alle Plattformen/Systeme: für
Textverarbeitungen unter Windows sind die SAMPA fonts zu empfehlen:
www.phon.ucl.ac.uk/home/wells/fonts.htm.
Für TeX steht mit den tipa fonts und
einem dazugehörigen Makropaket ein vollständiges und korrektes IPA
zur Verfügung:
ftp://ftp.dante.de/tex-archive/fonts/tipa/.
Alle Abbildungen und Tabellen sollen fortlaufend nummeriert und mit
Legenden versehen werden. Sie sollten im Fließtext angemessen erläutert
werden.
Textpassagen, die aus der Literatur entweder wörtlich oder geringfügig
gekürzt übernommen bzw. übersetzt werden, sind in jedem Falle
mit Angabe des Werks und der Fundstelle (= Seitenzahl) zu kennzeichnen. Nicht
gekennzeichnete Zitate gelten als geistiger Diebstahl (Plagiat) und sind nicht
akzeptabel. Bei rein sinngemäßer Wiedergabe einer Argumentation reicht
es hingegen aus, deutlich zu machen, wessen Meinung, Bewertung, Einschätzung
oder Erkenntnis dargestellt wird. Insbesondere sollten eigene Beiträge
von denen Dritter eindeutig unterscheidbar sein.
Für das Zitieren von Textstellen aus der Literatur gibt es zwei generelle
Vorgehensweisen:
- Kurze Zitate werden mittels Anführungszeichen (" '') kenntlich gemacht.
- Längere Textpassagen werden als eigener Absatz gesetzt. Dabei ist es
üblich, durch typographische Mittel, z.B. linker Einzug und/oder kursive
bzw. kleinere Schrift, das Zitat vom umlaufenden Text abzusetzen. In
beiden Fällen gehört die Angabe der Seitenzahl unbedingt zum bibliographischen
Verweis dazu!
Die Quellenangabe folgt dabei direkt auf das jeweilige Zitat. Gibt es im Zitat
Hervorhebungen, muß angegeben werden, von wem die Hervorhebungen stammen,
und zwar im Anschluß an die bibliographische Angabe. Es ist hierbei üblich,
Initialen zu verwenden, z.B. "(Hervorhebungen: MG)''.
Irrelevante Passagen können weggelassen werden, jedoch ist die Auslassung
durch "[...]'' zu kennzeichnen. Pronomina können durch ihre Referenten
ersetzt werden. Dies ist ebenfalls durch Einschluß in eckige Klammern
zu markieren. Alternativ kann man auch einen Kommentar einfügen, z.B. ''sie
[= die Phoneme; MG]''.
Sämtliche Literaturangaben im Text müssen in einem Literaturverzeichnis am Ende der Arbeit aufgelistet werden. Allerdings sollten nur die zitierten Texte im Literaturverzeichnis erscheinen!
In der Phonetik und der Linguistik hat sich die Autor-Jahr-Zitierweise eingebürgert.
D.h., in der Literaturliste werden die Quellen, sortiert nach Autor, Jahr und
Titel, aufgeführt, und im Text verweist man auf diese Einträge mittels
Autor und Jahreszahl.
Beispiel im Text:
Even if the issue of starred tones remains controversial (Ladd, 1996; Arvaniti
et al. 1999),
Beckman and Ayers-Elam (1997) continue to use this notation in their training
materials.
Lambrecht (1994:109) illustrates the relation between identifiability and activation
in a diagram.
Beispieleinträge:
Arvaniti, A., D.R. Ladd & I. Mennen (1999): „What is a starred tone?“.
In: M. Broe & J. Pierrehumbert, Hrsg. (1999): Papers in Laboratory Phonology
V, Language Acquisition and the Lexicon. Cambridge: Cambridge University Press.
Beckman, M.E. & G. Ayers-Elam (1997): Guide to ToBI Labelling. Text und
begleitende Audio-Beispiele erhältlich unter http://ling.ohiostate.
edu/Phonetics/E_ToBI/etobi_homepage.html.
Ladd, D.R., K.E.A. Silverman, F. Tolkmitt, G. Bergman & K.R. Scherer (1985):
„Evidence for the independent function of intonation
contour type, voice quality, and F0 range in signalling speaker affect“.
Journal of the Acoustical Society of America 78, 435-444.
Ladd, D.R. (1996): Intonational Phonology. Cambridge: Cambridge University Press.
Peters, J. (2001a): Postnukleare Tonhöhengipfel in der Vorderpfalz und in Mannheim. Ms., Universität Potsdam.
Peters, J. (2001b): Frageintonation in der Pfalz. Eine Reanalyse des Güntherodt-Korpus. Ms., Universität Potsdam.
Pierrehumbert, J. (1980): The Phonology and Phonetics of English Intonation. Diss. MIT. Bloomington: Indiana University Linguistics Club.
Shattuck-Hufnagel, S., M. Ostendorf & K. Ross (1994): „Stress shift and early pitch accent placement in lexical items in American English“. Journal of Phonetics 22, 357-388.
Uhmann, S. (1991): Fokusphonologie. Eine Analyse deutscher Intonationskonturen im Rahmen der nicht-linearen Phonologie. Tübingen: Niemeyer.
Was die Interpunktion in bibliographischen Angaben angeht, gibt es (fast) so viele Konventionen wie Verlage. Egal für welchen Stil man sich entscheidet - wichtig ist, daß die Angaben konsistent sind, vor allem, was die Reihenfolge von Verlag und Ort angeht. Am besten, man schaut sich einmal die Literaturlisten in einer guten phonetischen oder linguistischen Zeitschrift an.
Auszug aus der Infobroschüre der Einrichtung:
Im Kompetenzzentrum Schreiben der Philosophischen Fakultät finden Sie Unterstützung bei fächerübergreifenden Fragen oder Problemen rund um das wissenschaftliche Schreiben.
Folgende Bereiche stehen dabei im Mittelpunkt:
• Stilistik
• Optimale Darstellungsformen
• Sprachliche Hilfestellungen (Orthographie, Satzbau, Zeichensetzung etc.)
• Zeitmanagement
• Selbstmotivation
• Überwindung von Schreibblockaden
Kontakt:
Kompetenzzentrum Schreiben
Philosophikum: Raum 034
Albertus-Magnus-Platz, 50923 Köln
Tel.: 0221-470-3814
schreibzentrum-philfak@uni-koeln.de
http://www.uni-koeln.de/phil-fak/schreibzentrum/