Kolloquium Sommer 2007

Referenten Ingo Meister (Klinik und Poliklinik für Neurologie,        
Universität zu Köln & Max-Planck-Institut für Neurologische Forschung, Köln)
Ivan Yuen (Royal Holloway, University of London)
Termin 14. Mai 2007, 14-16:15 h
Ort Seminarraum der Phonetik, Herbert-Lewin-Strasse 6
Dauer 2 Vorträge a 45 Minuten

 

14-15 h: Ingo Meister:

Die Bedeutung des motorischen Kortex für Sprachverarbeitung und Sprachproduktion - Untersuchungen mittels funktioneller Magnetresonanztomographie und Transkranieller Magnetstimulation

Innerhalb des letzten Jahrzehnts haben eine Reihe von Studien neue Erkenntnisse über die Rolle des motorischen Kortex für verschiedene kognitive Funktionen erbracht. In dem Kolloqiumsvotrag sollen einige Studien aus unserem Labor vorgestellt werden, die die komplexe Interaktion des kortikalen motorischen Systems mit Netzwerken für Sprachverarbeitung sowie Sprachproduktion aufzeigen. Nach einer kurzen Einführung in aktuelle Sichtweisen der Neuroanatomie des prämotorischen Kortex werden Studien mit funktioneller Bildgebung (fMRT) und Transkranieller Magnetstimulation (TMS) vorgestellt. Die erste Studie behandelt die Integration von Handmotorik sowie Sprechmotorik im motorischen Kortex und zeigt auf, dass das klassische Konzept der Somatotopie des motorischen Systems im prämotorischen Kortex nicht immer aufrechtzuerhalten ist. Eine weitere Studie zeigt die essentielle Rolle des motorischen Kortex für die Wahrnehmung von gesprochenen Silben auf; ein entsprechendes Modell zur Interaktion temporo-parietaler und prämotorischer Areale wird kurz vorgestellt. Weitere Studien behandeln die Interaktion von kortikalen Arealen, die klassischerweise der Handmotorik zugeordnet werden, mit Prozessen der Sprachverarbeitung und Sprachproduktion. Die dazu vorgestellten Ergebnisse sind gut vereinbar mit der Annahme, dass die sogenannten Spiegelneurone (mirror neurons), die vor etwa 12 Jahren erstmals beschrieben wurden, eine wichtige Rolle für die Evolution der Sprache spielten.

15:15 – 16:15 h: Ivan Yuen

Declination and hypo-articulation in Cantonese

Declination studies have focused mainly on fundamental frequency in phonetics and phonology literature, for example, Pierrehumbert 1979, ‘t Hart, Collier & Cohen 1990, Cooper & Sorensen 1981. At the same time, a few studies have shown that declination as a function of utterance positions in speech can affect supralaryngeal articulation as well, for example, Fowler 1988, Vatikiotis-Bateson & Fowler 1988, Vayra & Fowler 1992, Krakow, Bell-Berti and Wang 1995. Vayra and Fowler (1992) showed that the open vowel /a/ became less open in the last syllable than in the first syllable of bi- and tri-syllabic Italian pseudo-words. The observation is interpreted as an effect of declination, because of reduced energy and increased relaxation of the tongue movement in the latter part of an utterance.
To extend these findings to a tonal language - Cantonese, a pilot experiment was conducted. In this talk some preliminary data on the effect of declination and prosodic positions on both f0 and supralaryngeal articulation will be reported and discussed.