Heinrich Barth und die Afrikaner
Heinrich Barth
Heinrich Barth im Zeltlager des Scheikh al-Baqqai bei Timbuktu

Heinrich Barth war bereit, andere Kulturen und Lebensweisen anzuerkennen, wenngleich er zuweilen aus seiner europäischen Sicht Verbesserungsvorschläge machte. Er war kein teilnahmsloser Beobachter, sondern empörte sich über die Grausamkeit, mit der Menschen gegen andere vorgingen, etwa bei Sklavenjagden. Vor allem aber betrachtete er den europäischen Einfluß in Afrika mit größter Skepsis und träumte sogar davon, an der Spitze eines panafrikanischen Heeres gegen die europäischen Kolonialmächte mitzureiten. Kein anderer Afrikaforscher jener Zeit hat sich derartig radikal auf die Seite der Afrikaner gestellt wie Heinrich Barth. Im Laufe seiner fünfjährigen Afrikareise gewann er viele Freunde, ohne deren ideelle und materielle Hilfe seine Unternehmung nicht möglich gewesen wäre, und auch von heutigen afrikanischen Wissenschaftlern werden Barth und seine Leistungen sehr geschätzt.

"Wer unter Völkerschaften des verschiedensten Charakters und der verschiedensten Glaubensformen gelebt hat und bei allen in ihrer Weise treffliche Menschen gefunden hat, der wird sich vor der Einseitigkeit der Anschauung menschlicher Lebensverhältnisse bewahren." (Barth 1859)