Heinrich Barth und die afrikanische Geschichte
Heinrich Barth
Heinrich Barths Einzug in Timbuktu

Nach eigener Aussage war Barth vor allem an der Geschichte Afrikas interessiert. Auf diesem Gebiet leistete er Pionierarbeit. Entgegen der gängigen Lehre seiner Zeit erkannte Barth, daß Afrika nicht geschichtslos war und daß die Erforschung der Weltgeschichte nicht ohne die der afrikanischen Geschichte betrieben werden konnte. Er untersuchte die Vergangenheit des Kontinents mit Hilfe unterschiedlichster Methoden – von der vergleichenden Sprachwissenschaft über das Studium arabischer Manuskripte und mündlicher Überlieferung bis hin zur Interpretation von Felsbildern. Sein revolutionärer methodischer Ansatz machte Barth zu einem der bedeutendsten Historiker des 19. Jahrhunderts, brachte ihn aber zugleich in Konflikt zu vielen seiner europäischen Kollegen. Die heutige Wissenschaft arbeitet auf dem Gebiet der afrikanischen Geschichte mit den gleichen Methoden, ohne sich ihres großen Vorgängers immer bewußt zu sein.

"Denn auch die Völkerbewegungen Central-Afrika's haben ihre Geschichte, und nur indem sie in das Gesammtgebilde der Geschichte der Menschheit eintreten, kann das letztere sich dem Abschluss nähern." (Barth1857, II: 82)