Heinrich Barth und die Geographie
Heinrich Barth
Die Petermann'sche Karte vor und nach der Reise Barths

Heinrich Barths Reise fand in einer Zeit statt, in der sich die europäische Geographie mit der Suche nach den Nilquellen, der Frage nach der Existenz einer afrikanischen Seenplatte und schneebedeckter Berge unter dem Äquator beschäftigte. Barths Interesse galt jedoch mehr der Frage, wie eine Landschaft ihre Einwohner und deren Lebensweise prägt, ein Thema mit dem sich heute die kulturökologische Forschung befaßt. Barth beschäftigte sich mit Geomorphologie, Klimakunde und Hydrographie, mit Siedlungs-, Wirtschafts- und Verkehrsgeographie. Viele der von ihm bereisten Gebiete waren der damaligen europäischen Wissenschaft unbekannt, und erst mit Hilfe seiner detaillierten Kartenskizzen und Wegbeschreibungen konnten große weiße Gebiete der Petermann'schen Afrikakarten mit Landschaftsdaten gefüllt werden. Barths Verdienst ist die wissenschaftliche Erforschung von Teilen der heutigen Republik Niger, Nigerias, des Südtschad und Nordkameruns.

"Der Leser wird, auch ohne daß ich es hier ausspreche, bald meine Art der Anschauung wahrnehmen. Es ist der historische Zusammenhang des Menschen mit der reichen Gliederung der Erdoberfläche." (Barth 1857, I: XVII)