Heinrich Barth in Timbuktu
Heinrich Barth
Blick über Timbuktu vom Dach des Hauses, das Heinrich Barth bewohnte

Heinrich Barth lebte ein halbes Jahr in Timbuktu und in der näheren Umgebung der Stadt. In dieser Zeit sammelte er Informationen über Leben, Sitten, Geschichte und Sprache der Tuareg. Dabei stand er unter persönlichem Schutz des Scheikh al-Baqqai, mit dem ihn bald eine tiefe Freundschaft verband. Der Muslim schätzte das Gespräch mit dem Christen und erlaubte Barth Einsicht in wertvolle Handschriften, vor allem in Chroniken, welche die Geschichte des Sudan enthielten und Barth in seiner Überzeugung bestärkten, daß Afrika kein geschichtsloser Kontinent ist. AI-Baqqai stellte Barth auch das Haus zur Verfügung, das heute als Gedenkstätte des großen Afrikareisenden dient.

"[Timbuktu war] der berühmte Sitz mohammedanischer Gelehrsamkeit, der Mittelpunkt religiösen Lebens; keine Stadt des Reichs besaß so stattliche Moscheen, keine überhaupt so schöne und massive Gebäude. [... ] Wie groß aber der Einfluß war, den Timbuktu als Sitz der Intelligenz beanspruchte, geht schon daraus hervor, daß der Tumbo-koy oder Statthalter, wie es scheint, stets ein 'Faki', d.h. ein gelehrter Mann, sein mußte." ( Barth 1860, II:281)