Psychophysiologische Korrelate der Bewertung von Informations- und Unterhaltungsangeboten im Fernsehen
41. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, Dresden, 1998
Ansgar Feist & Gary Bente
Die Charakterisierung emotionaler Fernsehwirkungen anhand psychophysiologischer Kennwerte stellt nach wie vor ein zentrales Methodenproblem in der experimentellen Medienforschung dar. Dieses Problem umfaßt drei Teilaspekte: Die Variablenauswahl (periphere oder zentrale Meßgrößen: etwa GSR, EKG, EEG), die Instrumentauswahl (etwa elektrische oder peripher optische bzw. plethysmographische Bestimmung der Herzaktivität) und die Parameterauswahl (etwa Pulsfrequenz, Inter-Beat-Intervall, Variabilitätsmaße, etc.). Auf der Grundlage von drei Studien zur Wirkung unterschiedlicher TV-Angebote aus dem Bereich Information (Nachrichten), Unterhaltung (Musik-Clips) und Infotainment (Talks am Nachmittag) sollen spezifische Meßmethoden und Parametrisierungsalgorithmen im Bereich der kardiovaskulären Aktivität vorgestellt werden, die sich als besonders zuverlässig und aussagekräftig erwiesen haben. Insbesondere wird ein mobiles System zur Erfassung des peripheren Pulsvolumens vorgestellt, das auch unter Feldbedingungen einsetzbar ist. Mit Hilfe dieses Instrumentariums wurden erste Pilotuntersuchungen durchgeführt, in denen abgeleitete Kennwerte zur Pulsfrequenzvariabiltät bis zu 60% der Varianz von Gefallensurteilen aufklären. Die Ergebnisse dieser Studien werden im Hinblick auf die Entwicklung spezifischer Methodenstandards diskutiert.
