Universität zu Köln

RRZK - Regionales Rechenzentrum

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Mail-Ordner: Formate, Import/Export


Formate
Pfade
Import/Export zwischen den Mail-Programmen
Import/Export-Alternativen: Sichern/Archivieren von Mail
Vordefinierte Ordner (Gesendete Nachrichten, Entwürfe)
Shared Folders (öffentliche Ordner)
Austausch zwischen verschiedenen Mailkonten
Links


Beim Wechsel des Mail-Programms stellt sich das Problem, wie die Daten - hierzu gehören in erster Linie Mail-Ordner und Adressbuch - von einem Programm in das andere überführt werden können. Der Austausch von Adressbüchern ist an anderer Stelle ausführlich beschrieben. Im folgenden geht es also um die Formate und den Import/Export von Mail-Ordnern.

Formate

Es gibt einen Standard: Unix mailbox format (RFC 822 compliant), vielfach auch mbox-Format genannt. Gemäß diesem Standard besteht ein solcher Mail-Ordner aus genau einer Datei, in der die einzelnen Briefe im ASCII-Format sequentiell gespeichert sind. Jede Mail wird angeführt von dem kompletten Briefkopf, danach kommt der eigentliche Inhalt, am Ende die kodierten Anhänge (Attachments). Der Dateiname ist genau der Name, der dem Ordner im Mail-Programm gegeben wurde, ohne irgendeine Dateityp-Erweiterung. Als Folge der ASCII-Kodierung können diese bequem ausgetauscht werden. (Hier ein Beispiel für einen solchen Ordner im mbox-Format.) Entscheidend für das Auffinden dieser Ordner durch das Mail-Programm ist lediglich das "richtige" Verzeichnis (vgl. dazu Installationspfade der Mail-Programme).

Die Cyrus-Mail-Software (das Mail-System des RRZK) legt dagegen die Mail-Ordner in einer Datenbank ab, in der auch jeder Brief einzeln adressbar ist. Dieser Form bedient sich natürlich auch das IMAP unter Cyrus. (Da der Benutzer nur über die Mail-Clienten Zugriff auf die Ordner hat, sind die technischen Details hier ohne Bedeutung.)

Dieser Standard wird von den Mailprogrammen für die eigenen lokalen (also nicht via IMAP erzeugten) Ordner nur zum Teil eingehalten:

  • Dieser Standard wird eingehalten u.a. vom Netscape Messenger (u.a. 4.x, 6.x und 7.x), Mozilla/Thunderbird sowie von den gängigen Unix-Mail-Programmen (u.a. elm, mutt, pine, zmail) .

  • Eudora hält sich partiell an den o.a. Standard: Es legt zwar oben beschriebene Ordner an, diese enthalten aber nicht mehr die Attachments. Letztere sind in einer gesonderten Datei gespeichert: name.mbx, wobei name der Name des dazugehörigen Mail-Ordners ist.

  • Outlook und Outlook Express verwenden proprietäre Formate. Outlook legt alle Ordner zusammen in einer Datei outlook.pst an. Outlook Express speichert jeden Mail-Ordner als gesonderte Datei name.dbx, wobei name der Name ist, der dem Ordner im Mail-Programm gegeben wurde.

  • Opera verwendet Unix-konforme Mailboxdateien mit der Endung .mbx. Daneben gibt es noch .idx Dateien, die Opera intern zur Indexanzeige verwendet, sie müssen bei einem Mailprogramm-Wechsel nicht mitkopiert werden..

Pfade

Für einen eventuellen Austausch "zu Fuß" oder aber auch eine Sicherung (z.B. auf Datenträger) ist es erforderlich zu wissen, in welchem Datei-Verzeichnis die Mail-Ordner-Dateien abgelegt sind.

  • IMAP:
    Im Cyrus-Mail-System (des RRZK) werden die IMAP-Ordner direkt auf dem Mail-Server abgelegt, unabhängig von dem verwendeten Mail-Clienten und der Rechner-Plattform. Einen Pfad "dorthin" gibt es nicht. Einen Zugriff über "normale" Dateibearbeitungs-Kommandos gibt es daher nicht.

    Noch ein Hinweis: Wenn in der IMAP-Konfiguration des Mail-Programms ein IMAP-Serververzeichnis "Mail/" konfiguriert ist (z.B. als Relikt aus "früheren Zeiten"), werden alle neu angelegten Ordner als Unterordner eines Verzeichnisses "Mail" angelegt, ohne dass dies im Mailprogramm erkennbar ist. Dies kann zu Verwirrungen z.B. bei Benutzung von Smartsieve führen.

  • Unix:
    Die diversen Mail-Programme unter Unix verwenden für die lokalen Ordner auch eigene Verzeichnisse an, so z.B. Netscape das Verzeichnis nsmail. Details sind der jeweiligen Programm-Dokumentation zu entnehmen.

  • Windows:
    Leider hängen die Pfade, in denen die Mail-Programme ihre lokalen Mail-Ordner ablegen, zum einen von der Windows-Version ab, darüberhinaus sind sie auch noch installationsabhängig. Die Pfade sind an anderer Stelle aufgeführt.

Import/Export zwischen den Mail-Programmen

Inzwischen bieten die meisten Mail-Programme einen Import von Mail-Ordner anderer Programme an. Eine Export-Funktion gibt es dagegen in den Mail-Programmen üblicherweise nicht. Alternativen werden im nächsten Abschnitt vorgestellt.

  • Mozilla/Thunderbird
    Über Extras -> Importieren können Ordner ("Nachrichten") und Adressbücher aus Eudora, Outlook und Outlook Express importiert werden.

  • Netscape:
    Ab Version 4 ist über Datei->Importieren der Import von Mail-Ordnern möglich. Unterstützt werden Outlook, Outlook Express sowie Eudora. Die Ordner erscheinen in der Anzeige unter dem Namen des jeweiligen Mail-Programms, aus dem sie importiert worden waren.

    In Version 7 können (nach dem Öffnen von Netscape Mail) lokale Ordner, die mit Netscape Messenger 4.x auf demselben PC erstellt worden waren, problemlos importiert werden. Dazu ist zu wählen:
    Extras -> Importieren -> eMail -> Communicator 4.x
    Die so importierten Ordner erscheinen dann bei Netscape 7 Mail in der Anzeige unter Communicator 4.x eMail

  • Outlook
    Über Datei -> Importieren/Exportieren -> Internet Mail und Adressbuch importieren können Ordner von Eudora (bis 4.x) und Netscape (bis 4.0) importiert werden.

  • Outlook Express
    Über Datei -> Importieren -> Nachrichten können Ordner von Eudora, Netscape und Outlook importiert werden. Allerdings muss der Pfad für die zu importierenden Mail-Ordner explizit angegeben werden. Die importierten Ordner erscheinen zusammen mit übrigen lokalen Ordnern.

  • Opera (v.6)
    In File -> Import -> Email... werden alle installierten Email-Programme von denen importiert werden kann angezeigt. Die Adressliste (contacts) kann allerdings nur von Eudora genommen werden.

Import/Export-Alternativen: Sichern/Archivieren von Mail

Eine Export-Funktion für Mail-Ordner wird z.B. benötigt, wenn diese auf ein externes Medium gesichert werden sollen. Das Format für Mail-Ordner ist i.a. mbox/mbx-Format (siehe oben), insbesondere ein ASCII-Format, das problemlos, auch zwischen verschiedenen Betriebssystemen, kopiert werden kann. Die hier beschriebenen Methoden sind nicht anwendbar auf die INBOX.

  • Webmail:
    Für IMAP-Ordner bietet das Webmail-System (IMP) die einfachste Export-Funktion (zumal der Benutzer keinen Datei-Zugriff auf die IMAP-Ordner hat und somit diese nicht "einfach kopieren" kann): Dazu ist in der Menüleiste (links oben) Ordner zu wählen. Es werden dann die Ordner angezeigt. Nach Auswahl eines Ordners (durch Setzen eines Häkchens) ist als Aktion "Ordner herunterladen" zu wählen. Dieser wird dann im mbox-Format lokal gespeichert. Gegebenenfalls kann an gleicher Stelle auch ein Ordner anschließend komplett gelöscht werden.

  • Thunderbird:
    Das Mail-Programm Thunderbird bietet eine Möglichkeit, die sowohl bei IMAP als auch bei POP anwendbar ist. Und zwar werden lokale Ordner im box/mbx-Format (siehe oben) gespeichert. Bei Verwendung des POP-Protokolls sind zwangsweise alle eigenen Ordner lokal. Die Speicheradresse der Ordner auf dem loaklen PC ist einer gesonderten Tabelle zu entnehmen. Bei Verwendung des IMAP-Protokolls muss zunächst ein (leerer) lokaler Ordner angelegt werden, in den anschließend die Mails des zu sichernden Ordners kopiert werden. Zu diesem Ordnernamen name existieren im Verzeichnis (Local Folders) anschließend 2 Dateien: name und name.msf. Die erstere enthält die gewünschten Mails im ASCII-Format.

Soll später ein so gesicherter Mail-Ordner "zurückgeladen" werden, wird er zunächst als lokaler Ordner dem Mail-Programm "untergeschoben". Dazu genügt es zu wissen, wo diese abgelegt sind. In der Regel gibt es ein Verzeichnis, in dem jeder lokale Ordner als eine Datei gespeichert ist. Das Verzeichnis ist je nach Mail-Programm verschieden und ist der Aufstellung in Installationspfade der Mail-Programme zu entnehmen. Dorthin können nun die Ordner-Dateien kopiert werden, wobei die Dateiendung .mbox zu entfernen ist. Es sei noch angemerkt, dass Mozilla/Thunderbird für jeden Ordner noch eine zusätzliche Datei mit der Endung .msf anlegt. Diese ist allerdings entbehrlich. An der Stelle sei auch darauf hingewiesen, dass der Ordner nicht den Namen eines schon existieren (IMAP-) Ordners haben darf. Beim nächsten Neustart des Mail-Programms erkennt es den Ordner und sollte ihn unter "lokale Ordner" anzeigen. Um ihn als IMAP-Ordner anzulegen, muss zunächst ein leerer IMAP-Ordner erzeugt werden und anschließend der Inhalt des lokalen Ordners in den IMAP-Ordner verschoben werden.

Für Mozilla Thunderbird gibt es inzwischen ein Plugin, das Ordner im mbox-Format importieren kann. Darüber hinaus ist ab Version 4 von IMP (das Webmail-System der Uni Köln) ein solcher Import möglich.

Vordefinierte Ordner (Gesendete Nachrichten, Entwürfe)

Unabhängig von der Wahl des Mail-Protokolls (POP oder IMAP) werden zentral auf dem Mail-Server eine Reihe von Ordnern angelegt:

deutscher Name englischer Name
Posteingang Inbox
Entwürfe Drafts
Gesendete Nachrichten Sent
Gelöschte Nachrichten Trash

Die Bedeutung der Ordner geht aus den deutschen Namen hervor. Lediglich der "Posteingang" wird immer benutzt. Die Nutzung der anderen ist optional. Damit z.B. von allen gesendeten Nachrichten eine Kopie in den entsprechenden Ordner gelangt, muss der Mail-Client entsprechend konfiguriert werden. Oder wird z.B. das Schreiben eines Briefes abgebrochen, so wird in der Regel nachgefragt, ob das bisher Geschriebene im entsprechenden Ordner ("Entwürfe") abgelegt werden soll. Per Mausklick kann auf die Briefe dieser Ordner zugegriffen werden.

Bei Verwendung des IMAP-Protokolls und der Nutzung verschiedener Mail-Clienten (z.B. an verschiedenen PCs) stellt sich die Frage, in wieweit alle Programme auch wirklich immer diese vordefinierten Ordner benutzen. Die Mail-Clienten aus der Mozilla-Serie (u.a. Thunderbird, Netscape, Seamonkey) tun genau das, unabhängig von der Sprachversion, wobei lediglich die Ordnernamen in der jeweiligen Sprache angezeigt werden. Einige Programme erlauben die Wahl des Ordners (u.a. Outlook Express, Pegasus, IMP/Webmail, Details zur Konfiguration unter Empfohlene Konfiguration für die Mail-Programme), andere jedoch nicht (u.a. Outlook, Eudora). In solchen Fällen hilft nur das nachträgliche Kopieren von Hand, wenn man z.B. einen konsistenten Ordner aller ausgegangenen Briefe haben will.

Shared Folders (öffentliche Ordner)

Das IMAP-Protokoll erlaubt bekanntermaßen, Mail-Ordner zentral auf dem IMAP/Mail-Server zu halten (siehe dazu Hinweise zur Benutzung von IMAP). Normalerweise kann nur der Benutzer darauf zugreifen, der diese Ordner unter seinem Mail-Account angelegt hat. Das neue Cyrus-Mailsystem ermöglicht, ausgewählte IMAP-Ordner allen oder ausgewählten Personen zugänglich zu machen. Solche Ordner werden "shared folders" genannt.

Der Umgang mit solchen (z.B. Abonnieren und Abbestellen) ist beschrieben in Shared Folders: zentral bereitgestellte öffentliche IMAP-Ordner, das Einrichten von shared folders in Kommunikation in Arbeitsgruppen mittels Shared Folders und IMAP-Zugriffslisten.

Austausch zwischen verschiedenen Mailkonten

IMAP-Ordner können auch zwischen verschiedenen Mail-Konten ausgetauscht werden. Mehr dazu unter Migration von IMAP/Unix-Mail-Ordnern.

Links

Zusätzliche Hilfen zum Import/Export:

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Haiko Lüpsen für Webmaster

Letzte Änderung: 27.1.2009