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Die Vorträge beginnen um 18 Uhr s.t. im Raum 18 (Etagenplan) der Humanwissenschaftlichen Fakultät (Lageplan),
Gronewaldstr. 2, 50931 Köln. 


Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Bitte beachten Sie, dass wir pünktlich um 18:00 Uhr beginnen. 
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Programm im Wintersemster 2011/2012  [Download]
Datum Name Thema Materialien
15.11.2011 Kirsten Schindler & Alexandra Lavinia Zepter
IDSL II
Textbewegung – ein Konzept macht Schule

29.11.2011 Michael Becker-Mrotzek, Jörg Jost & Matthias Knopp
IDSL II
Schreibkompetenz erfassen  
13.12.2011 Sabine Stephany & Markus Linnemann
IDSL II
Schreiben im Mathematikunterricht: Wie sich (fach-)sprachliche Kompetenzen im Unterricht fördern lassen  
10.01.2012 Albert Bremerich-Vos
Universität Duisburg/Essen
Kompetenzen von Lehramtsstudierenden

24.01.2012 Elvira Topalovic & Benjamin Uhl
IDSL II
Linguistisch-didaktische Aspekte literarischen Erzählens

 



15.11.2011: Kirsten Schindler / Alexandra Lavinia Zepter (Universität zu Köln):

„TextBewegung – Ein Konzept macht Schule“

Mit TextBewegung loten wir theoretische und methodisch-didaktische Möglichkeiten der Verbindung von (Kreativem) Schreiben und Tanztheater aus und erproben diese Möglichkeiten seit dem WS 2008/2009 in Lehrveranstaltungen an den Universitäten Köln und Siegen mit Studierenden des Lehramtes. Aus der gemeinsamen Arbeit sind inzwischen mehrere Aufführungen, Lesungen und zwei Textbände hervorgegangen („Gedichte in Bewegung“ und „Sommer Liebe Schreiben“), ein dritter Textband ist in Vorbereitung. Seit Beginn unserer Zusammenarbeit haben wir die Adressatengruppe (Lehrer/-innen, Schüler/-innen) sowie die Gruppe der Kooperationspartner (Museen, Theater) sukzessive erweitert; TextBewegung hat sich dabei einerseits als flexibel und umsetzbar herausgestellt, andererseits als individuell bedeutsamer Zugang zu Schreib- und Körperarbeit bewiesen. Wie aber lässt sich ein solches Konzept innerhalb der kompetenzorientierten Diskussion, die an Schulen und Hochschulen geführt wird, verorten und entsprechend begründen? Wie lassen sich Effekte dieses eher ganzheitlich ausgerichteten Konzeptes ‚messen‘? Und schließlich: Wie lassen sich Lehrveranstaltungen solchen Typs in die modularisierten Studiengängen des Lehramtes einbinden?
In unserem Vortrag wollen wir ein Resümee zur Arbeit der letzten zwei Jahre ziehen. Wir wollen zeigen, welches Potenzial das Konzept bietet und wie es sich vergleichsweise unaufwändig realisieren lässt. Diskutieren wollen wir, ob und in welcher Weise TextBewegung zukünftig für die Lehrerausbildung und einen kompetenzorientierten Deutschunterricht relevant sein kann.

 

29.11.2011: Michael Becker-Mrotzek / Jörg Jost / Matthias Knopp (Universität zu Köln):

„Schreibkompetenz erfassen"


Schreibkompetenz (im Sinne von Textproduktion) ist eine komplexe Fähigkeit, an der unterschiedliche kognitive, sprachliche, motivationale und affektive Komponenten beteiligt sind. Bislang werden diese in der Regel ganzheitlich in Bezug auf einzelne Textsorten (insbesondere schulische Aufsatzarten) untersucht und vermittelt. Zugleich sind an der Produktion aller Textsorten Fähigkeiten zur Adressatenorientierung oder Globalstrukturierung beteiligt. Weitestgehend ungeklärt ist, ob es solche textsortenübergreifenden Teilfähigkeiten bzw. Komponenten gibt, ob sich diese ggf. auch isoliert vermitteln lassen und in welchem Umfang Transferleistungen erwartbar sind. Ziel des interdisziplinären BMBF-Projektes (Linguistik/Sprachdidaktik, Psychologie) ist das Identifizieren übergreifender Teilkomponenten der Schreibkompetenz, von denen angenommen wird, dass sie über verschiedene Textsorten hinweg (Erzählen, Instruieren, Argumentieren) vorhanden sind. Im Zentrum des Vorhabens steht der Versuch, textsortenübergreifende Teilkomponenten zu identifizieren, die (a) linguistisch begründbar sind, (b) mit der Qualität von Textprodukten korrelieren und (c) eine gezielte schreibdidaktische Förderung erlauben. Die Befunde stellen die Grundlage für die Ausarbeitung eines Förderkonzepts sowie für die Konzeptualisierung eines linguistisch-psychologisch Modells der Schreibkompetenz dar. Im Projekt werden exemplarisch drei Teilkomponenten untersucht, von denen wir annehmen, dass sie bei den meisten Schreibprozessen zentral wirksam sind: (a) die Fähigkeit zur Adressatenorientierung und Perspektivenübernahme, (b) die Verwendung eines differenzierten, inhaltlich angemessenen Wortschatzes und (c) das Herstellen von Kohärenz durch den Einsatz entsprechender kohäsiver Mittel. Erhoben werden diese Teilfähigkeiten mittels Aufgaben unterschiedlicher Formate und ‚Textlastigkeit’ (Multiple Choice, Umordnungsaufgaben, Lückentexte, Produktion längerer Texte). Darüber hinaus werden kognitive Maße wie Aufmerksamkeitsspannen, Arbeitsgedächtniskapazität, Lesegeschwindigkeit/-verständnis etc. mit den Fähigkeitsausprägungen korreliert, die die Probanden in den oben genannten Teilkomponenten zeigen. Im Vortrag gehen wir insbesondere auf die Auswertungsverfahren und ihre Anwendung auf die produzierten Texte (Instruktion, Bericht, Argumentation, Verabredung per E-Mail) ein und diskutieren erste Analyseergebnisse. Die Texte werden sowohl quantitativ als auch mittels Ratingverfahren (Auswertung mit geschulten Ratern) auf der Basis eines im Projekt entwickelten Bewertungsmaßstabs für Textqualität ausgewertet.

 

 

13.12.2011:

„Präsentation des Kooperationsprojekts Sprachliche Bildung (IDSL II)“

Vor dem Vortrag findet von 17.00 - 17.45 Uhr eine Präsentation des Kooperationsprojekts Sprachliche Bildung (IDSL II) über die Ferienschulen zur Sprachförderung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund statt. Herzlich eingeladen sind Kolleginnen und Kollegen auch aus anderen Fachbereichen, Studierende, Lehrerinnen und Lehrer und alle Interessierten

 

13.12.2011: Sabine Stephany & Markus Linnemann (IDSLII):

"Schreiben im Mathematikunterricht: Wie sich (fach-)sprachliche Kompetenzen im Unterricht fördern lassen"

Dem Schreiben lassen sich mindestens zwei Funktionen zuordnen: eine kommunikative Funktion und eine epistemische, d.h. Wissen schaffende Funktion.
Die epistemische Funktion des Schreibens lässt sich für das Verständnis von Mathematik nutzen, sei es beispielsweise durch das Schreiben von Sachaufgaben, durch das schriftliche Begründen von Lösungen oder durch das schriftliche Beschreiben von Lösungswegen.
Auch die kommunikative Funktion des Schreibens kann im Mathematikunterricht eine Rolle spielen, indem z.B. Präsentationen schriftlich vorbereitet oder Rechenverfahren adressatengerecht, z.B. für jüngere Schüler, erläutert werden.
Schreiben im Mathematikunterricht ist aber kein Selbstläufer. Denn nur wenn neben bestimmten mathematischen auch die erforderlichen sprachlichen Kompetenzen vorhanden sind, können die genannten Funktionen des Schreibens genutzt werden. Ein gezielter Aufbau dieser sprachlichen Kompetenzen, ausgehend von den vorhandenen alltagssprachlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler, ist notwendig, damit mathematische Sachverhalte fachgerecht und konzeptionell-schriftlich formuliert werden können.
Im Vortrag wollen wir aus sprachdidaktischer Perspektive vorstellen und diskutieren, wie sich fachliches und (fach-)sprachliches Lernen systematisch verbinden lassen, damit beides gelingt: Das Lernen zu Schreiben (als Spracherwerb) und das Lernen durch Schreiben (als Erwerb mathematischer Kompetenz), denn beide Richtungen bedingen sich gegenseitig. Das Konzept haben wir in schulformübergreifenden Mathematikkursen mit Deutsch als Zweitsprache-Lernenden der 5. und 6. Klasse erprobt.

 

24.01.2012: Elvira Topalovic & Benjamin Uhl (IDSLII):

"Linguistisch-didaktische Aspekte literarischen Erzählens"

Sowohl die sprach- als auch die literaturwissenschaftliche Forschung haben sich ausgiebig mit dem Gegenstand „Erzählen“ beschäftigt. Bis dato liegt jedoch kein integratives Modell vor, das linguistische und literaturwissenschaftliche Ansätze miteinander verbunden und für eine Didaktisierung des Erzählens als Unterrichtsgegenstand nutzbar gemacht hätte. Aus linguistisch-didaktischer Perspektive greifen wir in unserem Vortrag spracherwerbstheoretische, psychologische, literaturwissenschaftliche und sprachgenetische Forschungsergebnisse auf – die eines leisten sollen: die in der Forschung üblichen Dichotomien wie real vs. fiktiv, Wahrnehmungsraum vs. Vorstellungsraum, Präsens vs. Präteritum kritisch zu hinterfragen und didaktische Implikationen anhand von Schreibproben zu präsentieren.

 

 


 

 

 

 

 


   


Benjamin Uhl
Letzte Änderung: 25. Oktober 2011