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Überwachen - Kontrollieren - Ausgrenzen |
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"I shot the sheriff" (Bob Marley) Private Sicherheitsdienste - Das Geschäft mit geschürter Angst
Überall ist er zu hören - der Ruf nach mehr Sicherheit. Dabei schreien längst nicht alle nach intensiverer Überwachung. Aber besonders kommunale Verbände und Handelsketten, Ordnungsämter sowie Menschen mit einem Bedürfnis für autoritäre Strukturen stimmen in den emotional aufgeladenen Chor der Sicherheitsbeschwörungen ein. Zuallererst einmal jedoch ist "Sicherheit" ein Geschäft: Für die AnbieterInnen von z. B. Kameraüberwachungssystemen, die an sogenannten Kriminalitätsschwerpunkten installiert werden sollen. Auch in Banken, Tankstellen, Bahnhöfen, in der Universität und in Kaufhäusern wird zum Teil rund um die Uhr gefilmt. Neben dem Einsatz von Kameras sind private Sicherheitsdienste unterwegs. Diese Schwarzen Sheriffs sind dazu da, gegen Störungen des vorgesehenen Betriebsablaufs vorzugehen. Dazu gehört im Zweifelsfall schon die Anwesenheit von Personengruppen, die sich nach Meinung der AuftraggeberInnen des privaten Sicherheitspersonals "abweichend" verhalten. Die also z.B. nicht fröhlich konsumierend durch die Einkaufsstraßen flanieren, um dort Geld auszugeben, sondern die herumsitzen, Mitgebrachtes essen und trinken oder andere PassantInnen anbetteln. Sicherheitsdienste überwachen Einrichtungen der Bundeswehr und Abschiebeknäste. Demnächst sollen ganze Teile der Innenstädte privatisiert werden und damit der Aufsicht durch Sicherheitsdienste übergeben werden. Die Branche freut sich; der Markt mit Kameras, Alarmanlagen und weiteren technischen Einrichtungen boomt. Ihre Umsätze sind in den letzten Jahren überproportional gestiegen und liegen zur Zeit bei elektronischer und mechanischer Sicherheitstechnik bei 10,6 Mrd. DM jährlich, bei der Bewachung bei 3,9 Mrd. DM. Es gibt mit 118.000 beschäftigten Personen (1999) bereits fast so viele - meist in oberflächlichen Crash-Kursen anqualifizierte - Angestellte von Sicherheitsdiensten wie PolizistInnen. Die Stundenlöhne in der Branche liegen zwischen 7 bis 19 DM Die immer stärkere Ausbreitung des Überwachungsgewerbes schränkt den öffentlich zugänglichen Raum und die persönliche Freiheit vieler Menschen immer mehr ein. Sie werden durch die ständige Kontrolle dazu konditioniert, sich "unauffällig" zu verhalten. Neue räumliche Ausgrenzungen werden etabliert, u. a. gegen Obdachlose, Arme, Nichtdeutsche, wie es Frank Herrmann in einer Studie für die Bahnhofsumgebung von Essen nachgewiesen hat. Kapital und Staat befürchten, daß die steigende Verelendung und Überausbeutung in der BRD zu neuen Unruhepotentialen führen werden. Die soziale Polarisierung in den Städten schafft so einen wachsenden Absatzmarkt für die Ware "Sicherheit". Im Rahmen der Reihe "Überwachen - Kontrollieren - Ausgrenzen" referiert am Donnerstag, dem 10. Mai, Frank Herrmann (Raumplaner, Uni Dortmund) über "Säuberung" der Innenstädte durch die Tätigkeit privater Sicherheitsdienste. Flyer im pdf-Format mmmmmmmmm mmmmmmm mmmmmm mmm mmm mmm mmm mmm mmmm mmm mm mmm mmm mmmm mm mm mmmm mm mm |