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Selma Meerbaum-Eisinger |
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Selma Meerbaum-Eisinger
"Ich bin in Sehnsucht eingehüllt"
"Ich bin in Sehnsucht eingehüllt"
geboren am 15. August 1924 in Czernowitz (Rumänien)
von und mit Dorothea Mewes
VeranstalterInnen:
"... Wärme, Wehmut, Sehnsucht und Zärtlichkeit - eingefangen in kraftvolle, liebevolle, wütende, trauernde Worte, eingefangen in sanfte und schroffe Klänge. Die Atmosphäre erzeugenden Gedichte wurden umhüllt von der Musik Anna Lindbloms. Mit Bandonika, Klarinette, Wassergläsern, Blechen, Klanghölzern, Hirtenflöte begleitete sie Dodo Mewes einschmeichelnde, bittende, zarte, böse und melancholische Stimme. Zum Teil selbstvertonte Verse und jiddische Volkslieder rundeten das Programm ab, daß das Publikum über eine Stunde in seinen Bann zog. Nicht nur wegen der weichen Melancholie, sondern auch wegen dieser unbändigen Lebenslust, die aus Texten und Musik sprach. Eine Lebenslust, die den nahen Tod registrierte, aber nicht wahr haben wollte ..." (Halberstädter Tageblatt) Den Einladungsflyer gibt es auch im pdf-Format.
"Ich bin in Sehnsucht eingehüllt" ...
... gibt es auch als Buch
Spurensicherung von Jürgen Serke Weit entfernt von Deutschland, in Czernowitz, einer Stadt im Osten. Darin lebte ein Mädchen, das Gedichte über eine Liebe schrieb, die mehr ein Traum denn Wirklichkeit war. Es war die erste Liebe, zu einem jungen Mann und zu einer Sprache, die nicht die Landessprache Rumänisch war. Deutsch nannte das Mädchen sein eigen. Selma Meerbaum-Eisinger war eine Jüdin. Deutsche nahmen ihr die Freiheit, Deutsche nahmen ihr das Leben. Sie starb am 16. Dezember 1942 im deutschen Arbeitslager Michailowska jenseits des Bug. Sie war 18 Jahre alt und wurde irgendwo verscharrt. Dem Tod den Anspruch auf Leben entziehen. Was übriggeblieben und auf abenteuerliche Weise von Leidensgefährten gerettet worden ist, sind 57 Gedichte. Gedichte, die ein Stück Weltliteratur sind, aber die Welt kennt sie nicht. Wer in Zukunft von Anne Frank spricht, wird auch von Selma Meerbaum- Eisinger sprechen müssen. Wie von zwei Schwestern, von denen die eine dokumentierte, was die andere dichtete. Das Tagebuch der Anne Frank, im holländischen Versteck verfaßt, und die Gedichte der Selma Meerbaum-Eisinger gehören zusammen. Anne Frank, die 15 Jahre alt wurde, kam im März 1945 im KZ Bergen-Belsen um. Sie starb an Typhus, wie Selma zwei Jahre zuvor, 2000 Kilometer weiter östlich. Gewidmet ist Selmas Gedichtband dem ein Jahr älteren Lejser Fichman, den sie in der zionistischen Jugendbewegung kennengelernt hatte. Eine Liebesgeschichte zwischen einem jungen Mann, der sich zielbewußt auf seine Auswanderung nach Palästina vorbereitete, und einem Mädchen, das bei aller Träumerei das Glück in Czernowitz wollte, das greifbare Glück. "Und hast du auch tausend Sterne in der Hand - sie kann noch zehnmal tausend tragen" heißt es in einem ihrer Gedichte. Sie sprechen von ihrer Liebe und von der Ahnung, das sich nichts erfüllen wird. Sie erzählen die Geschichte einer jungen Frau, die sich auf das Leben versteht, und eines jungen Mannes, der das Leben in die Zukunft verlegt. Das bessere Leben in Palästina. Selma und der Versuch, eins zu werden mit Lejser Fichman durch die Worte hindurch. In Gedichten, die der Freude ihren Glanz geben, dem Wahren seine Gewißheit und der Trauer ihre Endgültigkeit. "Selmas Gedichte sind ein Stück Weltliteratur, aber die Welt kennt sie nicht!" Rose Ausländer "Es sind Gedichte, die man weinend vor Aufregung liest: so rein, so schön, so hell und so bedroht." Hilde Domin "Poem", geschrieben am 7. Juli 1941 Die Bäume sind von weichem Lichte übergossen,
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