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AL-Wahlzeitung 1998/1999


 

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Das Biopolitikreferat

Als vor zwei Jahren der Uni-AStA wieder von linken Gruppen übernommen wurde, entstand aus dem Umfeld der Kölner Anti-Euthanasiegruppe das "Biopolitikreferat". Das Plenum des Referates beschäftigt sich mit den Vorstößen zur Entwertung des menschlichen Lebens, die seit einiger Zeit auf vielen Ebenen gemacht werden: Von der Euthanasiephilosophie Peter Singers und Norbert Hoersters (Uni Mainz) über die Umdefinition von KomapatientInnen zu "Hirntoten" bis zu eugenischen Maßnahmen der vorgeburtlichen Diagnostik. Die sogenannte Bioethik soll das, was durch High-Tech-Medizin und Humangenetik technisch möglich geworden ist, ideologisch legitimieren. Die Menschen sollen sich als ausschlachtbare biologische Apparate sehen, und nicht mehr als erkenntnisfähige Subjekte mit Rechten und Bedürfnissen. Damit würde sich nebenher auch das Selbstverständnis einer universitären Wissenschaft erledigen, die an den Grundwerten der bürgerlichen Aufklärung festhält.

Ein Biopolitikreferat gehört also unbedingt in jede Hochschule. Hier in Köln organisiert es die Veranstaltungsreihe "Bioethik - Lizenz zum Töten?" und hat zahlreiche Publikationen herausgegeben (z. B. die Broschüre "Warum Peter Singer - nicht - reden darf"). Gemeinsam u. a. mit Behinderteninitiativen leisten wir einen Beitrag dazu, Gegenöffentlichkeit zu schaffen gegen Interessensverbände wie die Bundesärztekammer (BÄK, siehe nebenstehenden Artikel) oder die Kölner Justiz, die Behinderten im sogenannten Düren-Urteil als "Lästigkeitsfaktoren" den Aufenthalt im Freien verbieten ließ.

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Netzseiten der Alternativen Liste, zuletzt aktualisiert am 18.03.2003. Kontakt: AL-Plenum@uni-koeln.de